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Skischaukel Winterberg/Wurmberg/Harz: Was tut sich?

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McMaf
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Beitrag von McMaf » 26.07.2004 - 10:22

Mann, Mann, Mann...
Wenn die da vernünftige Investoren finden, dann soll man die doch machen lassen. Aber überall hat der Naturschutz seine Hände im Spiel. Es ist wie eine Pest die man nie los wird. Klar, wenn das aus irgendwelchen Fördergeldern vom Staat subventioniert würde, wäre Ich auch eher skeptisch, aber so...
Kaum will man da Arbeitsplätze schaffen und in die Zukunft investieren, sträuben sich die Naturheinis dagegen, weil ja die Bäume mehr Wert sind, als die Menschen ohne Arbeit :stupid:
Tourismus ist doch eine der wenigen Sparten, die im Harz für Arbeit sorgen können. Außerdem liegt der Harz ja nicht völlig in der Einöde, wie dieser Sachsenring oder diverse andere Freizeitprojekte im Osten. Der harz liegt zentral in Deutschland nahe Hannover und anderen Städten. Also doch eigentlich gute Bedingungen die man auch ausnutzen sollte. Und Ich denke schneesicherer als andere Mittelgebirge .


jwahl
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Beitrag von jwahl » 26.07.2004 - 10:30

McMaf hat geschrieben:Mann, Mann, Mann...
Wenn die da vernünftige Investoren finden, dann soll man die doch machen lassen. Aber überall hat der Naturschutz seine Hände im Spiel. Es ist wie eine Pest die man nie los wird. Klar, wenn das aus irgendwelchen Fördergeldern vom Staat subventioniert würde, wäre Ich auch eher skeptisch, aber so...
Kaum will man da Arbeitsplätze schaffen und in die Zukunft investieren, sträuben sich die Naturheinis dagegen, weil ja die Bäume mehr Wert sind, als die Menschen ohne Arbeit :stupid:
Tourismus ist doch eine der wenigen Sparten, die im Harz für Arbeit sorgen können. Außerdem liegt der Harz ja nicht völlig in der Einöde, wie dieser Sachsenring oder diverse andere Freizeitprojekte im Osten. Der harz liegt zentral in Deutschland nahe Hannover und anderen Städten. Also doch eigentlich gute Bedingungen die man auch ausnutzen sollte. Und Ich denke schneesicherer als andere Mittelgebirge .
Haben wir da zwei unterschiedliche Artikel gelesen? Ich sehe jedenfalls immer noch keinen Investor für ein solches Projekt mit 15 Millionen (frag mal die großen Skigebiete in den Alpen ob die solche Investments mal so eben stemmen können). Und auch lese ich dass die Ausweichflächen geschaffen haben und es mit den Naturschützern keine Probleme mehr gibt...

Jakob

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McMaf
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Beitrag von McMaf » 26.07.2004 - 10:43

Auf 15 Millionen Euro veranschlagt Rüdiger Ganske die Investitionen, die vor allem in den nächsten drei Jahren fließen müssten. Das sei auch ein psychologischer Effekt für die Einwohner und die Wirtschaft, schätzt er ein. Eine Sportstätten GmbH, deren Anteile die Gemeinde und hauptsächlich Unternehmen aus der Region tragen, will sich einbringen.

Ein Investor für ein dringend benötigtes Parkhaus am Rand der Gemeinde steht in den Startlöchern. Das Problem mit den per Auto anreisenden Gästen lässt sich nur schwer lösen. Der Platz im 600 Meter hoch gelegenen Tal ist nicht nur wegen des Nationalparks knapp. Schierke will die Benzinkisten möglichst außen vor lassen.


Ja, das sehe ich so, dass sich ein Investor finden wird...
Und zu den Naturschützern: Das ist es ja gerade, die geben nur nach, wenn sie dafür die doppelt und dreifache Menge an Land für ihren Naturschutz beschlagnahmen können.

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Beitrag von jwahl » 26.07.2004 - 11:00

McMaf hat geschrieben: Ja, das sehe ich so, dass sich ein Investor finden wird...
Und zu den Naturschützern: Das ist es ja gerade, die geben nur nach, wenn sie dafür die doppelt und dreifache Menge an Land für ihren Naturschutz beschlagnahmen können.
Ich verwette mein Hab und Gut dass dieses Projekt in den nächsten 10 Jahren nicht verwirklicht wird.
Und bzgl. Naturschutz: Das finde ich völlig okay: Wenn ich einen Wald rode, darf ich woanders halt einen nicht mehr roden. Es geht in einem Naturschutzgebiet, wie der Name schon sagt, um die Tatsache die Natur zu schützen. Wenn da andere Interessen wichtiger sind, dann sollte gefälligst an anderer Stelle "geschützt" werden...

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Beitrag von Daniel » 30.07.2004 - 23:13

Was das Thema "Naturschutz" angeht ist das Projekt eigentlich ein gutes Beispiel dafür, wie wirtschaftliche Interessen und Naturschutz unter einen Hut gebracht werden können.
Erst gibt es jahrelang Gezeter und dann einigt man sich doch noch - und alle sind auf einmal zufrieden und haben sich lieb. Der Nationalpark bekommt im Tausch ein größeres Gebiet nördlich des Brockens und Schierke kann sein Skigebiet in Angriff nehmen.

Der Bericht aus den Yahoo News stammt immerhin von der Nachrichtenagentur ddp. Viel Neues bietet er nicht: Es gibt noch keinen Investor und mit ihm steht oder fällt das Projekt.

Aber etwas ist doch neu, nämlich die Information, dass nun auch noch ein Sessellift in Planung ist. Zuvor war immer nur von zwei Schleppliften und einer Kabinenbahn die Rede.

Gesetz den Fall, alles würde so realisiert, bestünde das Skigebiet dann aus:

2 Kabinenbahnen
1 Sessellift
5 Schleppliften

Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Eine Realisierung ist weiterhin nicht sehr wahrscheinlich. Andererseits macht es Winterberg ja vor: Investoren für Sesselbahnen und Schneekanonen lassen sich finden. Und klimatisch günstiger, weil höher und östlicher liegt Schierke ja eigentlich auch...

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Beitrag von Daniel » 21.08.2004 - 19:54

Hier ein Beitrag zum Thema Bürokratie/Realitätsferne/polit. Machtspiele:

Die Grafik unten stammt aus dem Jahresbericht 1996/1997 des "Forums für Skisport und Umwelt" des DSV Umweltbeirats.

Es zeigt die Seilbahn-Planungen von Schierke aus auf den Wurmberg. Die damalige Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt lehnte eine Trasse durch den Nationalpark ab und schlug stattdessen eine mit 7 (!) Stationen über sage und schreibe 3,9 km vor.

Bild
Eine Inanspruchnahme des Nationalparks in einem wenig wertvollen Randgebiet unter gleichzeitiger großer Erweiterung um wertvolle Teile an anderem Ort wird strikt verweigert. Statt dessen
werden von der Regierung realitätsferne, umweltbelastende und unwirtschaftliche Vorschläge gemacht, nur um den Nationalpark zu umgehen und das Gesicht zu wahren. Die Gemeinde Schierke erwägt zur Zeit die gerichtliche Klage zur Durchsetzung des Projekts.
Quelle: http://dsv.skitty.de/xfiles/files/pdf/u ... esb_97.pdf

Mittlerweile ist dieses Gebiet ja aus dem Nationalpark herausgenommen worden und das rechtliche Problem gelöst, aber da sieht man mal, auf was für abstruse Ideen einige Leute kommen.

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Beitrag von Downhill » 23.08.2004 - 13:37

Eins steht fest: Hätte man das gebaut, wäre diese Bahn in die Geschichte eingegangen :lol:


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Beitrag von trincerone » 23.08.2004 - 16:58

Ich hab fast so dass Gefühl, dass ich denjenigen, der dafür mitverantwortlich ist, persönlich kenne.... das war doch noch unter der SPD Regierung oder?

Also, das ist jedenfalls mal wieder genau das, was Umweltpolitik nicht sein sollte... :(

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Beitrag von michamab » 23.08.2004 - 18:21

Man kann nur hoffen, dass die Sache relisiert wird, das Skigebiet hat ein großes Einzugsgebiet und ist fast konkurrenzlos. Mit ner Beschneiungsanlage sollte man auch den Betrieb recht lange aufrecht erhalten. Ich hab mir auch schon Gedanken gemacht, mal im Winter hinzufahren, von Berlin ist es ja das nächstgelegene Skigebiet.

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Beitrag von McMaf » 23.08.2004 - 18:32

^^
Ja? Aber Oberwiesental ist doch auch nicht so viel weiter oder?
Auf jedenfall, wäre das Projekt gut für die Region denke Ich. Da der Harz ja eh einer der schneesichersten Regionen ist, könnte man da den Skibetrieb recht lange aufrecht erhalten. Und man könnte auch damit werben...

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Beitrag von trincerone » 23.08.2004 - 22:26

Das Problem an dem Gebiet ist, das es da keine ausreichend steile Hönge gibt. Der einzige, der Hexenrittlift, hat nie offen... :( Und teuer ist es dazu. Die Frage ist auch, wie sich das rechnet. Die letzten Jahre, wo ich es beobachtet hab (in den 90ern), lag oft nur ein paar Wochen ausreichend Schnee und Betrieb ist da eigentlich nur am WE, weil keiner heutzutage eine Woceh skifahren nach Braunlage fährt. Aberschaden wirds der Region sicher nicht. Ich fahr aber dennoch für ein Ski-WE immer in die Alpen. Harz rechnet sich für mich einfach nicht.

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Beitrag von Harzwinter » 26.08.2004 - 23:06

Hallo,

wenn man auf Basis der wenigen bekannt gewordenen Projektdetails davon ausgeht, dass die Talstation der geplanten Schierker Seilbahn in Oberschierke (dem hinteren Ortsteil des Straßendorfes) liegen wird und die Bergstation neben der der Braunlager Wurmbergseilbahn, dann könnte die Trassenführung ungefähr so aussehen wie in folgendem Bild in rot dargestellt. Die bereits vorhandenen Braunlager Anlagen sind in schwarz eingetragen.

Bild

Fragt sich, ob sich das so realisieren lässt. Schierke liegt in Sachsen-Anhalt, die Braunlager Bergstation aus Schierker Sicht ca. 500m tief in Niedersachsen. Für den Bau einer länderübergreifenden Seilbahn dürfte wohl die Einholung sämtlicher Baugenehmigungen doppelt erforderlich sein. Und wie es mit der Vergabe von Landesfördermitteln für eine länderübergreifende Bahn aussieht, ist ein Thema für Verwaltungsjuristen.

Für die Trassierung einer Piste bieten sich die sichtbaren baumfreien Forstflächen in Seilbahnnähe an. Aber das Foto täuscht - der mittlere Hangteil ist sehr flach und dürfte Ziehwegqualitäten bieten.

Wo Schlepplifte oder eine Sesselbahn auf dem dargestellten Hang untergebracht werden könnten, ist offen. Angesichts der allein für den Bau einer Seilbahn schon hohen Baukosten kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Investoren für den Bau weiterer Anlagen finden lassen. Daher rechne ich innerhalb der nächsten 5 Jahre - wenn überhaupt - nur mit einer "kleinen Lösung" in Schierke, nämlich dem Bau einer Seilbahn ohne zusätzliche Schlepp- oder Sessellifte.

Frank
Zuletzt geändert von Harzwinter am 06.05.2005 - 07:40, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von McMaf » 27.08.2004 - 09:37

Schöne Skizze! Verdeutlicht das ganze ein bisschen besser...
Aber, denke auch, dass die beste Lösung ist, wenn man erstmal nur die Seilbahn baut. Wenn man merkt, dass man damit Erfolg hat und sich das rechnet, kann man nachher immernoch andere Lifte bauen. Aber alles auf einmal zu bauen wäre sicherlich ein großes Risiko.


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Beitrag von oli » 27.08.2004 - 10:10

Ich halte das gesamte Projekt für äußerst fragwürdig.

1. Parkplätze an der Talstation in Schierke
Schon heute ist es doch so, dass der Großparkplatz vor den Toren Schierkes liegt. Baut man die Talstation auf der anderen Seite des Ortes, würde der Verkehr durch den Ort geleitet werden müssen. Schon das halte ich für ausgeschlossen.
2. mangelndes Gefälle
Das Bild gibt wirklich einen ganz guten Überblick über das Gebiet. Nur eines wird nicht richtig deutlich. Wie weit es bis zum Wurmberg wirklich ist! Folglich - Wie flach die Abfahrt vom Wurmberg nach Schierke dann wohl werden würde. Schon die Abfahrt Wurmberg-Braunlage ist im Mittelteil sehr flach. Wenn man Richtung Schierke an Teilstücken sogar schieben müßte, würde die Abfahrt doch keiner Nutzen
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Beitrag von 720° » 27.08.2004 - 10:58

na ja, bevor die ne neue Seilbahn bauen, sollen die ersteinmal eine schlagkräftige Beschneiungsanlage bauen!! Bevor man neue Lifte baut,
wird in der Regel ersteinmal eine gewisse Schneesicherheit hergestellt.

Dann ist es auch leichter einen Investor für eine neue Bahn zu finden!

Aber Ausnahmen bestättigen die Regel, siehe Alpenbahnen Spitzingsee.

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Beitrag von oli » 27.08.2004 - 11:48

Das sehe ich ein wenig anders.
Der Hochharz ist bekanntlich mit Naturschnee immer recht gut bestückt. Trotz Süd-/Westhang ist die Talabfahrt nach Braunlage oft gut befahrbar. Im oberen Berich der Schlepplifte wird eine Kunstschneeanlage noch weniger benötigt. Ich glaube ernsthaft nicht daran, dass eine beschneite, ohnehin langweilige Talabfahrt, deutlich mehr Besuche anzieht.
Aus meiner Sicht also erst die Verbesserung der Anlagen und dann vielleicht Kunstschnee.
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Beitrag von trincerone » 27.08.2004 - 13:42

Also ich glaub, wenn das funktionieren soll, muss mans richtig machen und gerade in Bezug auf Gefälle hab ich auch arg meine Bedenken, zumal der einzige steile Hang bis jetzt - der Hexenritt, der mit einem Pendel(!!!)schelpplift bestückt ist - meist gar nicht betrieben wird. Das sagt ja schon viel aus über das Interesse des Betreibers, sportliche Abwechslung zu bieten. Die Abfahrt 2 endete ohne Markierung im Wald, so dass ich EWIG weit zurücklaufen musste! Da muss erstmal ein gewisser alpiner Geist ins Unternehmen, damit da was läuft. Das mit dem NPark ist so eine Sache. Ansonsten würd ich sagen, die interessante Hänge sind auch die Gegenhänge am Brocken, da wo der Zwischenausstieg der Brockenbahn ist.

Das ist sowieso so ein Thema. Mitder Brockenbahn kommste ja in Winter eh auf den Berg, müsste man eigentlich mal prüfen, ob man da nicht auch geil wieder runterfahren kann. Die alte Panzerstraße Richtung Eckerstausee ist z.B. ziemlich steil und geeignet für sowas, aber die endet dann leider auch recht Walacheimäßig. Wie auf der anderen Seite aussieht weiß ich nicht. Bin mit langlaufschiern schon zwischen Wurmberg und Brocken unterwegs gewesen, da gibt es einige tendenziell flottere Stellen.

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Beitrag von oli » 27.08.2004 - 14:34

Ganz ehrlich, alles was ich bisher vom Harz gesehen habe, war viel zu flach. Ob Torfhaus, Bocksberg oder Braunlage. Alles wie ein einziger Ziehweg. Einzig St. Andreasberg könnte ich mir für ein paar Stunden vorstellen.

Hier ein Bild vom Brocken von Torfhaus aus gesehen. Millionenfach fotografiert, also mußte ich auch einmal knipsen. Im Vordergrund der Torfhauslift.
@trincerone:
Im "Talkessel" zwischen Brocken und Wurmberg sehe ich keine Chance für eine Liftverbindung. Am Westhang des Brockens (oberhalb des Goetheweges) gäbe es aus meiner Sicht eine Chance für einen Lift und eine Abfahrt. Den Bereich Eckertalsperre kenne ich nicht so gut.
Bild

(August 2003)

Und hier noch die Sicht zum Brocken von Wernigerode aus gesehen. Hier sieht es schon etwas steiler aus. Man sollte aber bedenken, dass die Brockenbahn von Wernigerode bis zum Brocken bestimmt ne Stunde braucht. Wer nimmt also ne Stunde Anfahrt mit ner Bimmelbahn in kauf, um oben dann ein wenig zu Rutschen. Gar nicht erwähnt, das die Brockenbahn die Kapazitäten wohl nicht darstellen kann.
Bild(Dezember 2003)
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Beitrag von 720° » 27.08.2004 - 14:52

oli hat geschrieben:Das sehe ich ein wenig anders.
Der Hochharz ist bekanntlich mit Naturschnee immer recht gut bestückt. Trotz Süd-/Westhang ist die Talabfahrt nach Braunlage oft gut befahrbar. Im oberen Berich der Schlepplifte wird eine Kunstschneeanlage noch weniger benötigt. Ich glaube ernsthaft nicht daran, dass eine beschneite, ohnehin langweilige Talabfahrt, deutlich mehr Besuche anzieht.
Aus meiner Sicht also erst die Verbesserung der Anlagen und dann vielleicht Kunstschnee.
Tja, nur von der betriebswirtschaftlichen Seite betrachtet:

Bau eine neue Bahn und hab mal zwei Winter lang, miese Naturschneebedingungen. Dann hast Du einen neue Anlage gebaut,
die sich aber nicht rechnet, weil die Leute mögen skifahren und fahren dann halt dort hin, wo auf Grund der Beschneiungsanlage(n), Schnee liegt.

Baust Du erst eine Beschneiungsanlage, kannst Du Dir einen Namen machen mit Deiner Schneesicherheit. Das heisst die Leute kommen zum
skifahren und wissen, aha, hier gibt es technischen Schnee, hier kann ich immer hinkommen.

Die veralteten Anlagen interessieren ersteinmal nicht, denn die Leute wollen Schnee sehen und keine hypermodernen Gondeln, dafür fährt man dann auch eher Richtung Alpen.

Dadurch, dass Du durch Schneesicherheit viel mehr Gäste generierst, ist es logischerweise auch einfacher eine neue Bahn zu finanzieren, bzw. Investoren plausibel zu machen, es lohnt sich hier zu investieren.

Find mal jemand, der Dir eine neue Bahn finanziert, wo die Schnee-
sicherheit sehr ungewiss ist.


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Beitrag von oli » 27.08.2004 - 15:14

@720
Deine Aussagen könnten auch aus einen Werbeflyer einer Firma für Kunstschneemaschinen stammen.

Ich denke die Wahrheit liegt sicher wieder irgendwo in der Mitte. In den Mittelgebirgen bekommt man sicher Mittelfristig ein Problem. Mit und ohne Kunstschneeanlagen. Weil es einfach zu warm wird. Ich habe früher viele Leute gekannt, die "mal eben" für einen Tag ins Sauerland oder in den Harz gefahren sind. Das macht, zumindest von meinen Bekannten, heute niemand mehr. Eher spart man sich das Geld für den nächsten größeren Urlaub und fährt in die Alpen.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass in jedem Mittelgebirge in Zukunft nur noch ein "größeres" Gebiet geben wird, dass dann allerdings bestens ausgestattet ist. Meinetwegen mit modernen Anlagen und Kunstschneemaschinen. Im Sauerland ist Winterberg ja auf einem guten Weg. Für den Harz sehe ich da eigentlich nur den Wurmberg. Hier hat man mit den neuen Gondelbahn vor eingigen Jahren bereits begonnen. Ich würde als nächstes die Lifte im oberen Bereich nach und nach Modernisieren und dann auf Kunstschee setzten. Braunlage hat ne Menge Potential. Wenn man dann noch vom "Rentner-Image" wegkommt, könnte das was werden.
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Beitrag von 720° » 27.08.2004 - 15:35

@Oli: Ich hab auch mal bei solch einem Unternehmen gearbeitet... Aber
ich hab das bei unseren Kunden mitbekommen, erst ne gescheite Beschneiungsanlage, dadurch das Gebiet extrem aufwerten, mehr Besucher anlocken und dann, wenn man dann damit Geld verdient, macht man sich Gedanken, wie man den Komfort für die Gäste erhöhen kann!

Sorry aber ich bezweifel sehr stark, dass Du ohne "Kunstschneeanlage"
(ahh Oli, nimm mal den richtigen Begriff) einen Investor für eine neue Bahn finden wirst, den wirst nicht mal mehr in den Alpen finden. Die erste Frage ist doch: Haben Sie den eine Beschneiungsanlage??

Winterberg hat diese Beschneiungsanlage extrem nach vorne gebracht. Die haben sogar Skibetrieb, wenn in den Alpen noch alles grün ist. Und die Verhältnisse zum skifahren sind nicht schlechter geworden, die sind viel besser als Früher!! Das Problem ist nur, das halb NRW, Holland und Belgien, die Lifte dort belagern und klar, sehr lange Wartezeiten entstehen. Aber die haben auch ersteinmal ne gescheite Beschneiung gebaut und modernisieren jetzt nach und nach die Lifte.

Also das mit dem zu warm für Beschneiung, das werde ich Dir nicht unterschreiben. Hab Wetteraufzeichnungne von 17?? bis heute und
bis jetzt ist alles im Lot. Und wenn die Durchschnittstemperatur gestiegen
ist, dann um einen lächerlichen Wert. Fakt ist aber, dass das Wetter unregelmässiger wird. Und dann kannste Dir 10 moderne Lifte hinstellen, ohne Beschneiung geht da nichts mehr.

Beschneiungsanlagen sind für Liftbetreiber daher eine Existensfrage. Entweder dicht machen, weil ohne Schnee keine Leute kommen, oder
investieren. Den Leuten ist es Wurscht wo sie fahren, hauptsache Schnee!

Im übrigen, müsste ich jeden Tag, permanent FCKW in die Atmosphäre pusten und auf eine Klimaerwärmung hoffen, denn meine neue Firma, baut Indoor- und Depotbeschneiungsanlagen, also wäre dieses worst case scenario für uns genau das richtige. Aber ich glaub da nicht dran...

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Beitrag von trincerone » 27.08.2004 - 15:46

Das Ding beim Harz ist sowieso, dass man spontan hinfährt, wenns mal geschneit hat, um schon ein bisschen Winterflair vor'm Schiurlaub zu kriegen, so machens jedenfalls alle die kenn. Ich glaube zwar auch, dass Schneesicherheit (auch durch Kanonen) eine wichtige Rolle spielt, aber gerade beim Harz ist es so, dass man sowieso max. 2x im Winterhinfährt und zwar am WE und dann kann man sich auch gleich die beiden WE aussuchen, wo eh Naturschnee liegt. Nur weil immer Schnee liegt, würd ich jetzt beispielsweise nicht 5x statt zweimal fahren, dafür ist der Harz auch viel zu teuer. Da fahr lieber gleich richtig in die Alpen, wo ich für Geld auch was krieg. Ich glaube der hat der Harz einfach das gleiche Probleme wie bestimmte deutsche Strände. Die Zeit wo man zum Campen an die Ostsee furh ist einfach vorbei, weil Preis / Leistung anders als früher nicht mehr stimmen (und zwar nicht weil die Nahziele viel teuerer geworden sind, sondern weil Fernziele soviel billiger geworden sind). Außerdem hat sich die Tendenz seit ca. 25 weg vom Winterurlaub hin zum Schiurlaub verlagert - d.h. gerade die zusätzlichen Angebote im Harz wie Schlittschug und Winterwandern oder Langlauf Skaten etc. sind beim Schiurlauber wohl nicht mehr so gefragt wie früher - der sucht sich sein Gebiet heute noch stärker danach aus, was das Schigebiet bietet (inkl. Schnee) - alles andere kommt danach. Somit hat der Harz hier schlechte Karten. Trotzdem schadet es der Region sicher nicht, wenn ein bisschen Tourismusförderung betrieben wird, insofern ist das schon o.k.

Zum Brocken: was die Brockenbahn angeht, meinte ich das auch eher als Mittelgebirgs freeriden... ;) Scheiß aufs schigebiet, mit der Bahn hoch und irgendwo geht an dem Berg schon runter - und der ist weiß Gott nicht so flach wie das aus der Ferne immer aussieht. Aber ob man dann irgendwo sinnvoll wieder rauskommt? War auch nur so ein Gedanke.

Rund um den Goetheweg ist es jedenfalls recht steil, da sollte schon was gehen, aber da ist sicher wieder der Park im Weg.

VG cM

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Beitrag von oli » 27.08.2004 - 15:57

@720°
Ich sehe, du bist auf diesem Gebiet richtig gut im Thema. Ich will es an dieser Stelle auch nicht in unendliche Vertiefen, sonst bekommen wir wieder einen Rüffel von wegen "off-topic".
Ich binge es vielleicht mal anders auf den Punkt: Ich persönlich werde wohl meine Ski immer zu Hause lassen, wenn es in den Harz geht, auch wenn es dort "Beschneiungsanlagen" und 6er KSBs gibt. Es ist mir persönlich einfach zu wenig alpin.
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Beitrag von trincerone » 27.08.2004 - 16:06

@Klimaerwärmung: so lächerlich ist der Wert leider gar nicht, wenn man die Konsequenzen betrachtet. Aber das sagst indirekt selbst auch, indem Du sagst, dass das Wetter unregelmäßiger geworden ist.


Man sollte zwei Dinge bedenken (um es kurz zu machen):

erstens 0,5° entsprechen etwa 100m Höhe, d.h. eine durchschnittliche Erwärmung um 1° verlagert die Schneegrenze schon 200m nach oben, was bei einem Schigebiet mit 150m HU fatal sein kann (wenn sich eh im unteren Grenzbereich befunden hat).

Das ist aber noch nicht so das Ding, schlimmer ist folgendes:

Tiefdruckgebiete bewegen sich im großen und ganzen auf bestimmten Straßen. Je nach dem wo das Zentrum des Tiefdruckgebietes langzieht, ergeben sich aus dem Wirbel bestimmte vorherrschende WIndrichtungen und typische jahreszeitliche Wettersituation. Verlagert sich eine solche Straße, dann bekommt Berg plötzlich statt humider Meeresluft viel häufiger kalte trockene Osteuropäische Luft. Und schon sinkt die Durchschnittstemperatur sogar unterm Strich, aber es fallen eben auch deurlich weniger Niederschläge und vorbei ist es mit der Schneesicherheit. Insofern kann ich das mit der Unregelmäßigkeit beim WEtter zu 100% unterschreiben.

Bei den deutschen Mittelgebirgen wirken sich solche Verlagerungen noch gar nicht mal so schlimm aus, weil das Mittelgebirge selbst wenig Winfluss auf das Wetter nimmt. Das ist bei den Alpen aber ganz anders. Dort nimmt der Alpenhauptkamm und der Verlauf der großen Täler ganz massiv Einfluss auf Wetter und Niederschläge, so dass hier schon minimale Verschiebungen extreme Auswirkungen erzielen.

Beispiel: man stelle sich vor das Tal X als eines der großen Haupttäler der Alpen liegt so, dass in den 50er Jahren 90% aller Tiefdruckgebiete am Tal so vorbeizogen, dass sie feuchte Meeresluft in den Taleingang pressten. Dieser stieg dann das Tal hoch und äußerte sich in allen Seitentälern als Steigunsniederschlag, so dass die Region als extrem Schneesicher galt. Durch Klima erwärmung hat sich die Tiefdruckstraße um sagen wir mal durchschnittlich 50km verschoben, so dass erstens, die vorherschende Windrichtung sich geändert hat und deshalb schon mal weniger feuchte Meeresluft das Tal erreicht und zweitens das 40km entfernte hohe Y Massif jetzt einen großen Teil der Niederschläge abbekommt, so dass auch deshalb wieder weniger feuchte Luft das Tal X. Und schon sind auch sämtliche Seitentäler des Tals X alles andere als eine Schneesichere Gegend, sondern im Gegenteil, das Wetter schlägt eher kapriolen. Je nach Großwetterlage verhalten sich die Tiefs manchmal eher noch traditionell und bringen viel Schnee und manche Winter eben nicht mehr und es wird sehr schneearm.

Ein weiterer Effekt kann übrigens sein, dass sich die Niederschlagreichen Monate ändern, so dass der gesamte Niederschlag plötzlich erst im Februar fällt oder aber schon im November als Regen oder sowas. Kann man derzeit alles in den Alpen beobachten. MAcht nachdenklich, wie ich finde...


gruß cM

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Beitrag von McMaf » 27.08.2004 - 16:07

@trincerone: Support

So sehe Ich das auch. Winterberg hat jetzt zwar schon schön in Schneeanlagen usw. investiert, das bringt mich aber trotzdem nicht dazu, da hin zu fahren wenn die Lifte nur geöffnet sind durch Schneekanonen. Die paar Tage die Ich mal da bin im Jahr suche Ich mir ganz genau aus. Ich fahr da auch nur hin, wenn die Naturschneeverhältnisse perfekt sind. Weil die Schneianlage ist einfach zu klein um mich da hin zu locken. Wenn sie das ganze Gebiet beschneien würden, wäre das sicher ne andere Sache, aber bis da nicht mindestens die hälfte beschneit ist, heißt es für mich nur wenn richtig Schnee liegt. deshalb würde ich mir jetzt am Bspl. von Winterberg eher modernere Anlagen wünschen als mehr Beschneiung. Klar sehe Ich auch das problem der Rentabilität. Nur die Schneekanonen können den betrieb die ganze Saison über Aufrecht erhalten und einiger muss es ja schon geben die da hinfahren obwohl nur 3-4 Kunstschneepisten offen sind.
Deshalb bin ich im Endeffekt auch der Meinung, dass man ein gutes Mittelding finden muss.


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