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Projekte am Pitztaler Gletscher

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Projekte am Pitztaler Gletscher

Beitrag von Emilius3557 » 05.11.2002 - 15:47

Ich denke, wir wissen alle davon, aber irgendwie wurde bislang noch nicht ausführlich drüber diskutiert. Hier die Angaben der Pitztaler zu ihren Projekten:

In der Stufe 2 unseres Sicherheitskonzeptes ist der Bau einer Talabfahrt vom Pitztaler Gletscher über den Mittelbergferner bis zu Talstation der Gletscher U-Bahn vorgesehen.

Ausgangspunkt ist der Bereich der Doppelsesselbahn Gletschersee (2.600 m), dann entlang der bestehenden Loipe, weiter unterhalb der Braunschweiger Hütte bis nach Mittelberg.
Abschnittsweise (Beginn und Ende)ist die neue Talabfahrt sogar blau zu typisieren ( d.h. leicht).

Die Strecklänge wird ca 6 km betragen, die Höhendifferenz ca 850 m.
Die Abfahrt wird als rot typisiert (mittlerer Schwierigkeitsgrad), d.h. die maximale Neigung beträgt weniger als 40 %. Für die Lawienensicherheit ist die Errichtung zweier Sprengbahnen vorgesehen.

Nachdem der Landesumweltanwalt die Realisierung für den Herbst 2001 durch einen Einspruch verhindert hat, wurde eine überarbeitete Version den Behörden wieder vorgelegt. Wir rechnen derzeit mit einem Baubeginn im späten Frühjahr(nach der Schneeschmelze) und der Fertigstellung bis zum Späherbst 2002.

Die Stufe 3 unseres Sicherheitskonzeptes sieht die Errichtung eines oberirdischen Zubringersystems
in Form der FERNERKOGELBAHN vor.

Ausgangspunkt ist die Talstation in ca 1650 m Höhe in der Nähe der bisherigen Station bis zum 3.278 m hohen Linken Fernerkogel. Von dort erreicht der Skifahrer auf Skiern das bestehende Skigebiet im Bereich Mittelbergjoch SL, passiert dabei einen Teil der bestehenden Loipe am Mittelbergferner.

Der Planungsauftrag für die Fernerkogelbahn wurde bereits vergeben. Wir rechnen damit, dass die Planungen bis zum Spätwinter 01/02 abgeschlossen sind. Anschließend wird das Projekt als Umlaufbahnsystem beim Bundesministerium für Verkehr zur Genehmigung eingereicht. Nach deren Erteilung ist ein sofortiger Baubeginn vorgesehen.
Ein Fertigstellungstermin kann derzeit noch nicht genannt werden , da zu berücksichtigen ist, dass in dieser Höhenlage unter günstigen Witterungsbedingungen nur 4 - 5 Monate Bautätigkeit ausgeübt werden kann.


Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 » 05.11.2002 - 16:04

Hier mein Kommentar dazu:
Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Meine Haltung kennt ihr ja (vgl. Ischgl-Topic). Als Skifahrer wäre ich dafür, wenn es gut realisiert werden. Als Bergsteiger und Naturfreund bin ich dagegen. Andererseits denke ich, muss man den Pitztalern die Möglichkeit geben aus ihrer Heimat das zu machen, was sie gerne hätten. Warum sollen gerade die ihr Gletscherskigebiet nicht ausbauen dürfen, wenn es überall sonst geht? Mit planerischem Geschick könnten die Eingriffe in die Natur vertretbar bleiben, vor allem wenn man bedenkt, dass das gegenüberliegende Taschach-Tal völlig unberührt ist und auch bleiben soll.
Zur Talabfahrt: das Problem ist dort weniger der flache Gletscher im oberen Bereich, als die mehrere hundert Meter hohe Felsstufe, über die früher der Gletscher hinuntergeflossen ist. Dort wird es nicht ohne Sprengungen und große Rampenbauten gehen. Der untere Talabschnitt dürfte kein Problem darstellen. Unter zwei Gesichtspunkten wäre ich für die Talabfahrt: erstens wenn sie eine gute, ansprechende Skiabfahrt wird, die man gerne öfters fährt und auch beschneit wird und zweitens wenn entweder über Pitzexpress oder Fernerkogelbahn die Möglichkeit besteht sie mehrfach zu fahren und nicht bloß einmal am Ende eines Skitages. Wenn die erste Bedingung erfüllt wird, können die Pitztaler allen anderen Gletschern Paroli bieten, die ihrerseits tolle Nicht-Gletscher-Abfahrten haben (Stubai: wilde Gruben, Tux: Spannagel-Abfahrt).
Zur Fernerkogelbahn: Muss es partout der Fernerkogel sein? Kann man die Bahn nicht bis zur geplanten Mittelstation bauen und dann mit scharfem Rechts-Knick entlang der Talabfahrt zur Talstation Gletschersee und Mittelbergjoch? Der nordseitige Gletscher am Fernerkogel (Hangender Ferner und Karlesferner ist stark zerschrundet und weißt große Spaltenzonen auf. Da müsste stark mit Eisgerät gearbeitet werden, wie am Rettenbach-Eisbruch. Außerdem ist wegen Spalten und Steilheit ziemlich viel Schnee notwendig. Andererseits könnte der Fernerkogel bei optimaler Lösung dieser Probleme drei längere und sehr interessante Gletscherabfahrten bieten, vor allem wegen der Grandiosität des Panoramas und der Szenerie. Der obere Mittelbergferner ist eines der größten Gletscherbecken der Ostalpen. Andererseits braucht es viel Schnee für diese Abfahrten, was bedeutet zur Gletscherhochsaison im Herbst bringt die Bahn gar nichts. Da würde die angesprochene Kurzlösung mehr bringen. Weiteres Problem: wenn die Fernerkogelverbindung Schnee hat, aber die Talabfahrt nicht, wie kommen die Leute dann wieder runter? Mit dem Pitzexpress? Das ist doch nicht ausgegoren. FÜr die Maximal-Lösung bräuchte man drei Bahnen:
1. Hautpzubringer Talstation-Mittelstation (ca. 2600 m.): Sehr hohe Kap, ca. 3000 p/h, variabel.
2. Gletscherzubringer Mittelstation-Gletschersee
3. Fernerkogelbahn (technisch sehr aufwendig!)
(4. Verbindungsbahn zum Rettenbach- oder Pitztaler-Jöchl. Damit Anschluss an die 140 km Pisten von Sölden.)
Was meint ihr dazu? Was denkt ihr soll die Fernerkogelbahn für ein Typ werden? Funitel? 15 EUB oder 15 2S-U, oder 8 EUB? Mit der 2-Seil-Technologie könnte man lange Spannfelder bauen und hässliche Stützen vermeiden.
Natürlich müsste in der Folge auch das bestehende Pitztaler-Gebiet der neuen Zubringer-Situtation angepasst werden:
1. 6 KSB Gletschersee => + 1800 p/h
2. 8 KSB Mittelbergjoch I => + 2800 p/h
3. Parallel-SLte Mittelberg II und Brunnkogel => + 2x1200 p/h
4. Umbau der Panoramabahn zur 15 2S-Umlaufbahn, die mit 2000 p/h (+ 800 p/H) etwas mehr Kap hat, aber Fahrzeit verringert und leichter Einsteigen an der Mittelstation ermöglicht.

Bin schon auf eure Antworten gespannt und freue mich auf fruchtbare Diskussion!

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Beitrag von skikoenig » 05.11.2002 - 17:04

Leider kenne ich mich in diesem Gebiet nicht aus, aber um die Diskussion anzuregen, hier ein paar Bilder, um Marius Ausführungen zu verstehen.
Bild
Bild
Bild

Weieter Infos hier: http://www.alpenverein.at/naturschutz/g ... -tirol.htm

Ich persönlich kenne es wie gesagt nicht, aber würde es begrüssen, wenn ich per Ski ins Tal käme und nicht per Bahn!

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Beitrag von Emilius3557 » 05.11.2002 - 17:49

Danke für die Bilder und Graphiken, da kann man sich gleich das Ganze sehr viel besser vorstellen. Habe leider keinen Scanner sonst hätte ich die sehr gute AV-Karte 1:25000 reingestellt.

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Beitrag von k2k » 05.11.2002 - 18:04

Naja, also grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Lösung mit den geringsten Eingriffen in die Natur realisiert werden sollte.
Ist die Notwendigkeit für eine neue Zubringerbahn denn wirklich gegeben? Ich denke, eine Bahn auf den Fernerkogel würde die Kapazitäten des Skigebiets sprengen, da wären dann viel zu viele Leute oben. Das schreit dann geradezu nach einer Verbindung mit Sölden.
Die Fernerkogelbahn nur bis zur geplanten Mittelstation zu bauen und dann mit einem Knick ins bestehende Skigebiet abzweigen, ohne den Fernerkogel zuzubauen, könnte eine Kompromisslösung sein, wenn man meint, aus "Sicherheitsgründen" unbedingt eine zweite Bahn bauen zu müssen.
Die Notwendigkeit einer Talabfahrt könnte ich noch ansatzweise nachvollziehen, aber das scheint ja ohne grössere Eingriffe (Sprengungen) nicht machbar zu sein.
Trotzdem drängt sich mir der Gedanke auf, dass hier die Kaprun-Katastrophe als Alibi für eine grosszügige Skigebietserweiterung missbraucht werden könnte. Wenn nämlich die Fernerkogelbahn auch nur bis zur geplanten Mittelstation gebaut würde, wäre es geradezu dumm, nicht auch noch gleich einen Lift zum Rettenbachgletscher rüber zu bauen. Die Genehmigung dafür kann dann eigentlich nicht mehr verwehrt werden.

Auch wenn man den Umweltgedanken völlig aussen vor lässt, sollten am Pitztaler Gletscher erst ein, zwei kapazitätsstarke KSBs anstelle der SLs gebaut werden, bevor man über solche Dinge nachdenkt. Aber es ist natürlich aus Marketing-Gründen besser, eine neue spektakuläre Seilbahn aus dem Boden zu stampfen, als die Qualität der alten zu erhöhen.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass auch ich noch nie am Pitztaler Gletscher war. Alle meine Infos zum Them kommen entweder hier aus dem Forum, von seilbahn.net oder von der Website der Pitztaler. Allerdings hab ich schon mal vom Rettenbachgletscher aus rübergeschaut :)

Und noch was fällt mir ein. Hat irgendwer (ausser Marius natürlich) eine vernünftige topographische Karte von dem Gebiet? Ich denke, anhand von solchem Material könnte man sich vielleicht ein etwas besseres Bild machen.
Zuletzt geändert von k2k am 05.11.2002 - 18:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von starli » 05.11.2002 - 18:12

Also die Talabfahrt würd ich auch nicht für unbedingt nötig halten. Viel wichtiger find ich einen 2. oberirdischen Zubringer, der aber im Herbst auch offen sein muß. D.h. z.B. bei der Fernerkogelbahn, daß man von der Bergstation zum SL Mittelbergjoch kommen müßte, und vom Bereich DSB / SL Mittelbergjoch zur Mitteltstation der Fernerkogelbahn, und das wie gesagt im Herbst schon. Dann würde nämlich die Talabfahrt auch nicht gebraucht werden, da man ja mit der 1. Sektion der Fernerkogelbahn die Leute retten könnte... und das Kapazitätsproblem im Herbst wär damit auch geklärt...

Fernerkogel ist deswegen gewählt, weil man dann relativ einfach mit einer Funifor zu Sölden rüberkäme. Ich hab natürlich kein Plan, wie man vom Fernerkogel aus auf die Pisten käme....

Mittlerweile bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob ich die Verbindung Sölden-Ötztal noch will.. klar, einerseits wärs gletschermäßig riesig, andrerseits würd's dann vielleicht nur noch voller werden ... weiß auch nicht :) Für die Pitztaler wärs sicherlich ein 100%iger Qualitätssprung und es kämen sicher doppelt so viel Touristen ...

.. man könnt ja von Sölden auch den Stubaier Gletscher anbinden, mittels einer Gondel vom Windachtal rauf zur Jochdohle ... ;-)

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Beitrag von k2k » 05.11.2002 - 18:20

Oder gleich eine PB vom Stubai übers Ötztal zum Rettenbach. 3 Täler, 4 Gletscher - grösstes Ganzjahresskigebiet der Welt. Das wär mal spektakulär, da kämen die Touristen sicher in Scharen :D


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Beitrag von starli » 05.11.2002 - 18:21

k2k hat geschrieben: Und noch was fällt mir ein. Hat irgendwer (ausser Marius natürlich) eine vernünftige topographische Karte von dem Gebiet? Ich denke, anhand von solchem Material könnte man sich vielleicht ein etwas besseres Bild machen.
Möglichkeit 1: entsprechende PDF-Datei der Tiroler Seilbahngrundsätze
Möglichkeit 2: via Internet auf tiris
http://tiris.tirol.gv.at/scripts/esrima ... lick.y=165
das Reinzoomen überlaß ich euch :) mitte = pitztaler gletscher, mitte/rechts = rettenbachferner .. noch ohne golden gate :)

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Beitrag von Emilius3557 » 05.11.2002 - 19:48

Fernerkogel ist deswegen gewählt, weil man dann relativ einfach mit einer Funifor zu Sölden rüberkäme. Ich hab natürlich kein Plan, wie man vom Fernerkogel aus auf die Pisten käme....
Welche Pisten meinst du, Starli? Die Pitztaler? Das wäre kein Problem. Die Pitztaler planen laut ihrer Skizze die Verbindungsabfahrt vom Fernerkogel erst nach Osten Richtung Tiefenbachferner, dann ein Joch hinunter südlich ins riesige Gletscherbecken des oberen Mittelbergferners und in einem Bogen um den Fernerkogel herum und ziemlich gerade nordwestlich zur Station Gletschersee, mitten über den riesigen Hauptgletscher, der hier noch ausgesprochen flach ist. Da müsste man ordentlich Schuß fahren.
Also deine angesprochene Funifor-Verbindung vom Fernerkogel ginge ganz sicher hinüber zur Bergstation 8 EUB Tiefenbachferner, da vom Fernerkogel aus der Rettenbachferner schlecht zu erreichen ist, der Gipfel der Inneren Schwarzen Schneid steht da im Weg.
Den Fernerkogel nur mit dem Ziel zu erschließen, die Verbindung zum Ötztal zu schaffen halte ich für hirnrissig. Eine Bahn von der projektierten Mittelstation aufs Rettenbachjoch (= Bergstation 4 KSB Rettenbachjoch) wäre einfach zu realisieren, da sie nicht über Eis verlaufen müsste. Noch geeigneter wäre das Pitztaler Jöchl weiter nördlich, durch die kargen Schuttfelder um die Braunschweiger Hütte könnte man sogar eine Verbindungsabfahrt bauen (in der AV-Skikarte ist dochr eine Skiroute eingezeichnet). Von Ötztaler Seite aus, wissen wir ja, dass der Gletscherrest am Pitztaler Jöchl schon mal Skigebiet war. Mit einer KSB vom Parkplatz Rettenbachferner hätte man die Verbindung komplett und sehr viel sinnvoller als die Verbindung zum Tiefenbachferner, der ja sowieso schon der abgelegenste Winkel des Söldener Skigebiets ist.
Wenn diese Verbindung käme hätte natürlich Pitztal einen riesen Vorteil, da es die schnellere Verbindung zum Gletscher hätte als Sölden, keine Frage, aber ich denke auch, dass das neue Supergebiet bald völlig überlaufen sein würde.

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Beitrag von k2k » 05.11.2002 - 20:40

Den Fernerkogel nur mit dem Ziel zu erschließen, die Verbindung zum Ötztal zu schaffen halte ich für hirnrissig.
Darauf wird es aber, denke ich, früher oder später hinauslaufen. Jetzt wird die Fernerkoglbahn gebaut, mit der bekannten Argumentation. Dadurch rückt das ganze Skigebiet automatisch näher an Sölden.
Ob man dann von der Mittelstation aufs Pitztaler Jöchl bzw. Rettenbachjoch oder vom Fernerkogl zum Tiefenbachferner eine Bahn baut, ist egal. Mit der Fernerkoglbahn lässt sich viel besser für die Verbindung argumentieren. Und es muss ja nicht gleich jetzt sein, kann ja durchaus noch 5-10 Jahre dauern.

Das ganze Puzzle fügt sich halt für die Pitztaler ziemlich gut zusammen, "ein Schelm wer Böses dabei denkt".

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Beitrag von kaldini » 05.11.2002 - 20:43

Was meiner Meinung nach im Pitztal eher gemacht werden sollte ist ne Erneuerung des Skigebietes. Seit Eröffnung Mitte der 80´ger jahre wurde da nicht mehr viel gemacht. Da fehlen ein Paar KSB´s und die Panoramabahn ist auch veraltet. Und da sollen nun noch die Massen aus Sölden drauf losgelassen werden? Na dann frohes Anstehen. :)

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Beitrag von k2k » 05.11.2002 - 22:17

Zum Thema:

http://www.seilbahn.net/newsline/oesterreich17.htm

Ich denke, das weiss man auch im Pitztal.

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Beitrag von Emilius3557 » 05.11.2002 - 22:49

Ja, dass langfristig eine Verbindung ans Ötztal droht oder lockt (je nach dem!) ist mir auch klar. Aber wenn schon Fernerkogelbahn, dann sollte der auch skifahrerisch genutzt werden (was ja auch geplant ist, zwei Abfahrten die steile Nordfklanke hinunter, eine über Südflanke, die Verbindungsabfahrt zum bestehenden Gebiet).
Falls die Fernerkogelbahn nur eine Verbindung sein soll, bin ich für eine Lösung über Pitztaler- oder Rettenbachjoch.
Natürlich muss das bestehende Gebiet verbessert werden, aber die argumentieren halt: mit der bestehenden Zubringerkap lohnen sich KSBs nicht, deshalb brauchen wir die zweite Zubringerbahn. Das "Kaprun"-Argument ist ein ziemlicher Unfug. Zur Rettung nach einem Unglück braucht man wenn dann eine Bahn die direkt ins Gebiet führt und nicht auf einen mehrere Kilometer entfernten Gipfel (Fernerkogel!) führt. Am Mittelbergjoch ist meiner Ansicht nach Platz für eine große 8 KSB und einen parallelen Schlepplift (mit Mitteleinstieg) oder nur im oberen Flachbereich. Auch den SL Brunnenkogel könnte man leicht doppeln, die Gletschersee-DSB zur 6 KSB ausbauen, obwohl sie nur kurz ist.
Trotzdem würde ich sagen: die Verbindung nach Sölden ist nur ein langfristiges Ziel, sonst würden es die Pitztaler doch an eine "größere Glocke" hängen, oder? Und hätten sich nicht so gegen den Vorschlag von Gschwendtner gewandt, der eben das als Alternative zur Talabfahrt und so vorgeschlagen hat. Die wollen:
1. Talabfahrt zur Aufwertung des Gebietes = + 6 km Piste mit immerhin 1000 hm!
2. Zweite Zubringerbahn wie jedes der großen Österreichischen Gletscherskigebiete. Gleichzeitig Erweiterung durch den Fernerkogel mit neuen Abfahrten = + ca. 10 km Piste mehr (habe das mal zur Abschätzung auf der Karte gemessen)
3. Danach Ausbau des bestehenden Gebietes
4. Danach Verbindung mit Sölden

Was denkt ihr? Ihr meint, dass Punkt 4 am wichtigsten ist? (für die Pitztaler)
3


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Beitrag von k2k » 06.11.2002 - 10:16

Ja, ich denke, so wird es wohl ablaufen. Die Talabfahrt bzw. der Bau der Fernerkoglbahn werden wohl der Anfang einiger grösserer Baumassnahmen im Pitztal sein, von denen eine einzelne allein in den meisten Fällen sinnlos wäre:

Kapazitätserweiterung ohne zweite Zubringerbahn -> sinnlos
zweite Zubringerbahn ohne Kapazitätserweiterung -> sinnlos
Verbindung nach Sölden bei bestehender Fernerkogelbahn -> wäre Dummheit, wenn es nicht gebaut würde
Fernerkoglbahn ohne zus. Abfahrten/Talabfahrt -> sinnlos
Talabfahrt ohne Fernerkoglbahn -> machbar, aber sinnlos, da im Herbst / Frühjahr nicht nutzbar

Fazit: Die Realisierung der Fernerkoglbahn wird meiner Meinung nach eine lange Liste weiterer neuer Lifte und Abfahrten quasi erzwingen.
Die Frage ist: Wie lange reicht das Geld für die Investitionen und wie lange hält der Gletscher noch? Bei beidem bin ich ziemlich skeptisch. Wenn nach dem Bau von Talabfahrt und Fernerkoglbahn kein Geld für (zeitnahe) weitere Investitionen da ist, hat es meiner Meinung nach nix gebracht, abgesehen von der Lösung des in der Tat unsinnigen "Kaprun-Problems".
Das sind alles Aspekte, die die Pitztaler hoffentlich berücksichtigen. Aber irgendwie glaube ich da nicht wirklich dran.
Und das Argument, dass alle anderen Tiroler Gletscherskigebiete eine zweite Zubringerbahn haben, zieht ja auch nicht wirklich, oder? In Hintertux und im Stubai macht das ja durchaus Sinn, die werden ja auch als Winterskigebiet genutzt. Aber welcher normale Mensch geht im Hochwinter an den Pitztaler Gletscher?

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Beitrag von Emilius3557 » 06.11.2002 - 11:14

Und das Argument, dass alle anderen Tiroler Gletscherskigebiete eine zweite Zubringerbahn haben, zieht ja auch nicht wirklich, oder? In Hintertux und im Stubai macht das ja durchaus Sinn, die werden ja auch als Winterskigebiet genutzt. Aber welcher normale Mensch geht im Hochwinter an den Pitztaler Gletscher?
Das ist eine gute Frage! Wo sind die Pitztal-Fans bzw. regelmäßigen Besucher? Starli! Admin, du bist doch auch Pitztal-Fan!
1. Wie viel dort im Hochwinter los? Genauso viel im Verhältnis oder weniger als in Sölden, Tux und Stubai?
2. Wie ist das mit der Schneelage im Tal? Von Sölden wissen wir, dass die froh sind, wenn sie 10-25 cm im Tal haben (sehr hohe Gebirgskämme fangen Niederschläge, dann inneralpine "Wärmezone", vorgelagere Gebirge fangen viele Niederschläge (Allgäuer, Lechtaler und Wetterstein). Wie viel Schnee hat der Talschluß, ca. 1750-1650 m. im Winter. Ab wann ist z.B. die Rifflseetalabfahrt meistens befahrbar. Daraus könnten wir ersehen, ab wann die Gletscher-Talabfahrt öffnen könnte. Bei guter Pistenplanierung und Begrünung reichen auf den unteren 2-3 km (bis zur Steilstufe, also ca. 2000 m.), die ja bekanntlich ziemlich flach sind wahrscheinlich 30-50 cm Schnee, bei Schneekanoneneinsatz entsprechend weniger. Das Problem wird der steile Mittelabschnitt sein.
Bis wann im Jahr denkt ihr, könnte die Talabfahrt offen sein? Wie lange ist Rifflsee offen? Die Talabfahrt hätte den Vorteil reine Nordlage zu sein. Mitte-Ende April? Anfang Mai?

Ohne Fernerkogel(gipfel)bahn stelle ich mir die Talabfahrt nicht sonderlich spannend vor, vor allem da sie im steileren Abschnitt aus Naturschutz- und baulichen Gründen wohl "nur" als 10 Meter breiter Abfahrts"weg" gebaut wird, wenn überhaupt. Da wird dann schon bei nur bisschen mehr Betrieb das Abfahren zur Geduldsprobe, weil alle in den zu erwartenden Engstellen stehen. Und oben und unten ist die Abfahrt herzlich flach. Mit dem Fernerkogel hätte man zumindest ein herzhaft steilen Beginn, bzw. eine tolle Gletscherabfahrt. Wenn die Talabfahrt aber "nur" vom Gletscherssee startet helfen wahrscheinlich nur frisch gewachste 195er Ski und "Laufen lassen", vor allem oben und unten. Ob das diesen Eingriff wert ist?
Wäre es da nicht besser nur die Zubringerbahn zu bauen und sich die Talabfahrt zu schenken? Von der Mittelstation dieser Zubringerbahn aus wäre die Sölden-Verbindung trotzdem zu realisieren und der Fernerkogel bliebe unbehelligt.

Die Argumentation von k2k ist sehr gut! Das hängt alles so zusammen, wichtig ist vor allem die weitere Entwicklung der Gletscher. Was passiert wenn mit großem Aufwand der Fernerkogel erschlossen wird, die Abfahrten (vor allem Nordflanke) aber in 5-10 Jahren wegen der zunehmenden Zerschrundung nicht mehr zu befahren sind? Oder der umgekehrte Fall (kaum zu erwarten, allerdings), der Mittelbergferner stößt wieder vor und walzt die frisch angelegte Talabfahrt nieder?
Solche Probleme habens in Sölde, Tux und im Stubai und am Kitzsteinhorn nicht, die haben nicht solche Gletscher-Giganten, eher harmlose Firnfeldchen (gut, Rettenbachferner und Tuxer-Gletscher eher nicht).
Meiner Ansicht nach eine bedenkenswerte Alternative:
2. Zubringerbahn zum Gletschersee
KEINE Talabfahrt
Ausbau des bestehenden Gebietes gleichzeitig oder sukzessive. Der bislang erschlossene Pitztaler Gletscher ist verglichen mit den anderen Gletschern ziemlich groß und in guter Höhenlage gelegen. Allein am Mittelbergjoch gibt es ja drei 2,5 km lange Abfahrten (am Eisjoch im Stubai nur eine!). Bei entsprechender Liftkapazität können die einiges an Leuten aufnehmen, ohne gleich Stubai-Verhältnisse anzustreben (11.000 Leute am Tag und 45 min Wartezeit :D ).

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Beitrag von starli » 06.11.2002 - 19:31

naja, im Winter fahr ich auch recht selten auf Gletscher (fahr ja schon im Frühjahr+Sommer+Herbst :) .. wobei am Pitztaler ja den Vorteil hat, daß man 'nen halben Tag am Rifflsee fahren kann, dann runter zur Standsteilbahn fährt und dann 'nen halben Tag am Gletscher oben ist.. also so in Kombination ist das schon etwas interessanter... aber voll ist weder Rifflsee noch Gletscher, mit einer Talabfahrt wär der Gletscher im Winter natürlich wieder interessanter...

@marius: Meine Zweifel bzgl. Fernerkogel-Bergstation ist, daß dieser doch recht felsig ist, da kann man doch nirgends eine vernünftige Abfahrt runterbauen?! Hab leider kein Bild vom Tiefenbachferner aus rüber .. sowas, muß ich glatt irgendwann mal nachholen :)
Außerdem braucht man eine 2. Zubringerbahn nicht wg. den Winterbetrieb, sondern wg. Kapazitätsproblem im Herbst- und Frühjahr, sowie Betrieb bei Revisionszeiten ...

Ich glaub langsam wirklich auch, das sinnvollste wäre eine EUB vom Tal zur geplanten Mittelstation Fernerkogel, von dort rechts weiter entweder bis rauf Bergstation Mittelbergjoch SL 1 (links davon), oder im felsigen Bereich am Schweizer Weg (dann hätte man auch am Mittelbergjoch die Abfahrten im Herbst mit dieser EUB erschlossen und hat da schon mal mehr Kapazität), mit einer Option auf einer zusätzlichn EUB oder 6 KSB übers Pitztaler Jöchl zum Rettenbachferner. Evtl. mit 2 Mittelstationen (1. Mittelstation am Jöchl, 2. Mittelstation am ehemaligen Parkplatz, Talstation nähe 4 KSB Rettenbach)

Die Erschließung des Mittelberferners rechts vom Fernerkogel seh ich dann evtl. mit einer Verbindung nach Vent gegeben. Oder weiß einer, wie diese Verbindung funktionieren sollte?

Wie wärs eigentlich mit einer Erschließung zum Schnalstal über die Wildspitze? Wär mir fast lieber als die Söldener Verbindng :)

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Beitrag von starli » 06.11.2002 - 19:32

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Beitrag von k2k » 06.11.2002 - 20:36

Hehe, das wär mal was. Das Kaunertal noch dazu und fertig ist die Ganzjahres-Skiarena Ötztaler Alpen mit dem Schnalstaler Gletscher, Vent, Sölden, Pitztaler und Kaunertaler Gletscher.
Ich sehs schon vor mir: 200km Pisten das ganze Jahr, da könnte nicht mal Frankreich mithalten. Und wenn man das Winterskigebiet von Sölden, Rifflsee und die Winterpisten vom Schnalstal noch dazurechnet, da ginge dann auch im Winter ordentlich was, und die Umweltschützer würden Sturm laufen.
Wäre zwar wahrscheinlich nicht so leicht finanzierbar, aber technisch machbar wär das bestimmt.

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Beitrag von Michael Meier » 06.11.2002 - 21:15

man könnte auch Engelberg mit Melchsee-Frutt und Hasliberg zusammenschliessen! Sogar noch besser! Macht aber keiner!


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Beitrag von Emilius3557 » 06.11.2002 - 22:48

@Starli + k2k:
Habt ihr schon mal eine Karte der Ötztaler Alpen gesehen? :D
Von der Wildspitze zum Schnalstal????? Von der Wildspitze zum Hochjoch sind es über 10 km Luftlinie! (Fußweg Vent - Hochjoch über 4 h!).
Die Verbindung Vent-Pitztal hat mich schon erschreckt als ich im Herbst 2000 auf der Wildspitze war und in der Breslauer Hütte eine Info dagegen zu sehen war.
Geplant war/ist: Bau einer neuen Zubringerbahn von Vent über die Bergstation des SL Wildes Mannle hinaus in das Kar unterhalb des Rofenkarferners. Von dort PB oder ähnliches auf den 3360 m. hohen Taufkarkogel. Von dort entweder Abfahrt den elends flachen Mittelbergferner hinunter zur Talstation Mittelbergjoch I oder wahrscheinlicher, Verbindungs-PB über den 3470 m. Schuchtkogel zum Mittelbergjoch. So habe ich das zumindest aufgefasst. Käme einer Tiroler Variante der Aiguille du Midi - Helbronner-Seilbahn gleich.
Gegen die Pitztal-Sölden-Verbindung und den Fernerkogel hätte ich gar nicht so viel einzuwenden, aber gegen Vent-Pitztal bin ich strikt:
1. irrsinnige Kosten, Aufwendungen und Zerstörungen
2. bringt wenig, schon gar keine tollen Abfahrten
3. als Aussichtsbahn überflüssig, Hinterer Brunnenkogel, Tiefenbachbergstation oder Fernerkogel haben die selbe Aussicht. Außerdem könnte ja man auch ziemlich leicht zu Fuß rauf...

Wieder zum Topic zurück:
Nur die Bergspitze selbst ist felsig, das müsste für eine Bergstation halt vollständig eingeebnet werden, der Rest ist (noch) Eis. Abfahrtstechnisch sind meiner Ansicht wirklich Spalten und Eisbrüche das Problem. Bei einer Fernerkogelerschließung würde die Abfahrt über das große Becken zwangsläufig erfolgen, weil man über die Nordseitenabfahrten ja nicht hinüber zu den bestehenden Liften kommt. War im August 2000 oben am Linken Fernerkogel und auch auf der Inneren Schwarzen Schneid, dem Gipfel zwischen Rettenbach- und Tiefenbachferner. Leider gingen mir genau auf der Schwarzen Schneid die Photos aus (damals noch keine Digicam :( ), die könnten wir heute brauchen...

Deine Lösungsvariante klingt gut, mal drüber nachdenken. Bin gespannt, was die Pitztaler zu so etwas sagen würden...

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Beitrag von miki » 07.11.2002 - 10:58

Hallo Pitztal -Fans!
Etwas spät, aber doch, möchte auch ich etwas zu dem Thema sagen (obwohl das meiste schon gesagt wurde):
1. Das 'Sicherheits - Argument' der Pitztaler (Talabfahrt + 2. Zubringerbahn als Sicherheitsmassnahme im Fall eines Defektes an der Stollenbahn) ist Quatsch - die sollen lieber offen zugeben, das sie ihr Skigebiet erweitern wollen, was ein durchaus legitimer Wunsch ist!
2. Als Fan von grossen Skigebieten werde ich wohl nie für 1 Woche ins Pitztal fahren, nach Sölden aber schon. Deshalb hätte ich persönlich eine Verbindung Pitztal - Sölden lieber als eine Talabfahrt am Pitztaler Gletscher bzw. eine 2. Zubringerbahn.
3. Andererseits hat das Pitztal von der neuen Zubringerbahn + Talabfahrt mehr als von einer Verbindung nach Sölden, also kann ich ihre Abneigung gegenüber dem neuesten Vorschlag Gschwentners verstehen.

Das beste wäre in jedem Fall die Kombination: neue Zubringerbahn + Talabfahrt + Verbindung Sölden, nur wird es erstens sauteuer und zweitens sind Probleme mit dem Umweltschutz vorprogramiert. Und auch ich habe mich gefragt, ob es unbedingt der Fernerkogel sein muss. Bestimmt wären dort oben tolle Abfahrten möglich, man könnte aber auch die schon angesprochene 'kleine Variante' realisieren:
- 1. Sektion GUB bis zur Mittelstation (etwa so wie auf der Panoramakarte der Gletscherbahnen eingezeichnet)
- 2. Sektion der GUB weiter zum Gletscher Richtung Mittelbergjoch SL (zur Talstation SL / DSB oder weiter hinauf, wie es Starli vorgeschlagen hat - leider kenne ich die Details zu wenig)
- PB oder Funifor von der Mittelstation zum Rettenbachjoch (alternativ: Pitztaler Joch) als Verbindung nach Sölden (bin auch der Meinung, eine Skischaukel zum Rettenbachferner bringt wesentlich mehr als eine Verbindung zum entlegenen Tiefenbach!)

Das wäre doch eine Kompromiss - Möglichkeit! Und der Gschwentner könnte stolz sein, den Fernerkogel - Gipfel 'gerettet' zu haben :-). 3 Lifte sind in jedem Fall notwendig - auch die von den Pitztalern z.Z. favorisierte Variante bräuchte noch einen 3. Lift (Funifor ?) als Verbindung nach Sölden!

@Starli, Marius, k2k: seit ich vor etwa 20 Jahren die erste 1:50000 Karte der Ötztaler Alpen gekauft habe, träume ich von einer Riesen - Gletscher - Skischaukel Stubai - Sölden - Pitztal - Vent - Schnalstal - Kaunertal. Die Verbindung Pitztal - Schnalstal wäre durchaus möglich, man müsste nur die 'Kleinigkeit' von etwa 8 Liften bauen, die meisten im Gletscherbereich. Eine der Bergstationen würde nur etwa 500 m von der Wildspitze liegen, vielleicht könnte man da noch eine kurze Panorama-Bahn hinaufbauen! Bestimmt ganz billig und der Alpenverein, Umwelt-Gruppen usw. hätten sowieso nichts dagegen 8-) 8-). Also träumen wir weiter!

Gegen das Vent - Projekt bin ich aber auch! Und habe einen guten Grund dafür: als Anfang der 80er die Liftbosse aus Sölden südlich von Vent noch ein drittes Gletscherskigebiet erschliessen wollten (mit Skischaukel zum Schnalstal !!), waren die Venter dagegen: die wollen keine 'Umweltzerstörung', keinen 'Massentourismus', sie wollen ein 'Bergsteigerdorf mit sanftem Tourismus' bleiben! Jetzt, wo sie von ihrem 'sanftem Tourismus' offensichtlich nicht allzugut leben, wollen sie doch 'Massentourismus' und 'Umweltzerstörung' :-( ?! Jetzt sollen sie doch von ihrem 'Bergsteigerdorf' leben - als Warnsignal an alle gleichdenkenden Besserwisser (die Galtürer sind ja auch von der selben Sorte - auch die haben Ende der 70er die Erschliessung der Jamtelferners erfolgreich verhindert)!

P.S.: Ich hatte immer schon vor, einmal das Thema 'gestorbene Projekte' aufzumachen. Dabei meine ich keine leeren Wahlkampf-Versprechen von verschiedenen Politikern und auch keine Träumereien von Liftfans, wie wir es sind, sondern ernsthaft gemeinte Projekte, in die schon etwas Zeit und Geld investiert wurde. Vor allem interessieren mich die nicht realisierten Gletscher -Projekte (Brandner Gletscher, Grossvenediger, Hochalmspitze und die eben besprochenen Projekt Vent - Schnalstal und Jamtal). Wenn jemand Interesse hat, könten wir bei 'Off-Topic' ein eigenes Thema aufmachen?

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Beitrag von dani » 07.11.2002 - 13:36

also ich bin strikt gegen den bau einer talabfahrt! immerhin handelt es sich um ein naturschutzgebiet welches einzigartig ist und es wären extreme landschaftsveränderungen von nöte! eine neue zubringerbahn ja aber eine talabfahrt: NEIN! ebenso schwachsinnig finde ich die verbindung mit vent! wem soll den das was bringen!? vent ist eine kleine gemeinde welche bis jetzt auch ohne massentourismus zurecht gekommen ist! zudem wären hochkomlizierte seilbahnen nötig (überschreitung des höchsten bergs tirols). da sollten sie lieber mal eine verbindung mit sölden endgültig "auf den tisch" legen! dann würde ein geniales skigebiet entstehen...

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Beitrag von k2k » 07.11.2002 - 17:01

Die Idee mit den gestorbenen Projekten ist gut! Ich hab mich auch schon öfter gefragt, wie denn die konkreten Planungen bei bestimmten Projekten waren.

Zum Topic: Ich denke, die angesprochene Riesen-Gletscher-Skischaukel ist absoluter Quatsch, und ich hoffe, es kommt niemand auf die Idee, das ernsthaft bauen zu wollen. Irgendwas von der Natur muss auch noch übrig bleiben, und die Skifahrer (Snowboarder u.ä. inbegriffen) werden anscheinend laut Statistik eh immer weniger, was mich nicht wundert, bei den derzeitigen Preisen.
Die Pitztaler sollen ihre Lifte modernisieren und dann von mir aus noch eine zweite Zubringerbahn bauen. Und wenns unbedingt sein muss (und das Geld reicht), auch noch die Verbindung nach Sölden via Rettenbach.
Aber dann muss Schluss sein, irgendwo hörts einfach auf.
Genauso bin ich gegen eine Erweiterung im Kaunertal in Richtung Gepatschferner, der Kaunertaler Gletscher ist zwar klein, aber wer's grösser will soll halt ins Stubai oder nach Hintertux gehen.
Ich sehs schon vor mir, in 30 Jahren haben wir überall vor sich hin rostende Lifte, weil die Bevölkerungszahl abnimmt und sich's kaum noch einer leisten kann, Ski zu fahren, weil die Preise aufgrund der vielen Neuerschliessungen ewig hoch sind. Und wenn dann noch die Gletscher weiter so abschmilzen, und die Sommerskigebiete dicht machen müssen, dann geht nicht mal mehr der sanfteste Sommertourismus als Ersatz, denn wer will schon zwischen Ruinen wandern?
Traurige Vision, aber meiner Meinung nach durchaus realistisch. Wenn ich gemein wär, würd ich sagen, dann sollen sie halt wieder Bergbauern werden...

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Beitrag von starli » 07.11.2002 - 18:30

@marius:
gut, hab ich mich wohl etwas verschätzt, aber unmöglich wärs nicht, da ja pitztal eh so klein ist.

Dafür ist der Kaunertaler viel näher am Schnalstal, als ich gedacht hab. Wenn am Kaunertaler der Gepatschferner erschlossen werden würde (der schaut auf der Karte ja wirklich riesig aus), wär eine Verbindung zum Schnalstal wirklich keine Welt mehr (1 Tal, entweder direkt ohne Gletscher oder übern Hintereisferner)
Obwohl, vom Gepatschferner wär der Pitztaler auch in nicht sooo weit weg..
Hach, wär das Geil..

Ich mach mal übern Kaunertaler ein eigenes Topic auf..

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Beitrag von Emilius3557 » 07.11.2002 - 22:44

Freue mich über die rege Diskussion!
@Dani: Täusche ich mich, oder bist du in Ischgl schon für den Piz Val Gronda, oder verwechsel ich dich jetzt mit jemand anderem?
@Miki: Unsere Grundsatzdiskussionen führen ja nicht viel weiter, wie wir bei Ischgl gesehen haben. Dein Argument gegen Pitztal-Vent finde ich auf seine Weise sehr konsequent und deshalb klasse. Ich denke genauso, wenn auch aus genau der anderen Richtung. Die Venter wollten übrigens, wenn ich das richtig in Erinnerung habe eine Straße zum Hochjochferner bauen und somit den Anschluss ans Schnalstal schaffen. Natürlich sind die Venter nicht ganz so wohlhabend wie die Söldener Nachbarn oder Ischgl, aber ärmlich und verkommen sieht der Ort nicht aus, sie haben das Renomme als DAS Bergsteiger Dorf Tirols zu verteidigen und sie sollten sich fragen, ob die Söldener und Ischgler es bei allen Auswüchsen des Massentourismus es besser haben. Aber das ist jetzt OT...
Bei der Sölden-Verbindung via Rettenbach- oder Pitztaler Jöchl sind wir einiger Meinung, das freut mich!
Denke auch, dass der Verzicht auf Fernerkogl eine "Gschwendtner-taugliche" Lösung wäre.
Idee mit gestorbenen Projekten ist gut, wüsste auch schon welche!

@alle: also eher schon Fernerkogel -Erschließung, Talabfahrt und Sölden-Verbindung als diese Riesen-Schaukel. Dann gibt es geschlossene, erschlossene Gebiete und vollkommen unberührte wie den herrlichen Gepatsch-Ferner mit seinen 18 km² den zweitgrößten Gletscher der Ostalpen.


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