Strom: Technik, Wirtschaft und etwas Politik. Mehr nicht.

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Kris
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Strom: Technik, Wirtschaft und etwas Politik. Mehr nicht.

Beitrag von Kris » 20.09.2022 - 15:11

Ich erlaube mir, einen eigenen Faden für den Themenbereich Strom zu eröffnen. Schwerpunkte mögen sein:
1.1- Stromerzeugung
1.2- Stromübertragung
1.3- Stromhandel
1.4- Stromspeicherung
1.5- Strompolitik (Vorsicht Falle, vgl. 2.1, 2.2, 2.3!)


Explizit nicht rein sollen hier:
2.1- Klimaerwärmung
2.2- Grabenkämpfe
2.3- Uninformierte Weltsichten.

*****************************

Als Anfang ein Link zu einem längeren Twitter Snapshot von Alexander Stahel, der hier recht gut mit Statistiken und Graphiken unterlegt, seine Sicht der Dinge bzgl. Versorgungssicherheit und Energiewende darstellt. Nimmt euch die Zeit, ist nicht frei von Bias(*), Stahel erklärt viele wichtige Zusammenhänge gut verständlich:

https://threadreaderapp.com/thread/1567 ... 63680.html

(*): Vgl. Linkedin Profil https://ch.linkedin.com/in/alexander-stahel-977ba0142
Zuletzt geändert von Kris am 30.09.2022 - 11:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Strom: Technik, Wirtschaft und minimalst Politik. Mehr nicht.

Beitrag von Ram-Brand » 21.09.2022 - 12:15

Und womit fangen wir an?

1.1?
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Kris
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Iberische Strompreisdeckelung

Beitrag von Kris » 30.09.2022 - 09:49

Strompreis in ES und PT am 28.9 im "Intradayhandel":
--> 10,8 ct/kWh
https://www.omie.es/en/spot-hoy

Strompreis in DE,CH,FR am 28.9 im "Intradayhandel":
--> 40 ct/kWh (je nach Land etwas mehr/weniger)
https://www.epexspot.com/en/market-data ... on_period=

Weshalb ist der Strompreis in Iberien um etwa 75% billiger als in Zentraleuropa?
ES und PT haben gnädigerweise von der EU eine Ausnahmegenehmigung erhalten, um in den dortigen "freien Strommarkt" eingreifen zu können, indem dort der Gaspreis für Gaskraftwerke gedeckelt wird. Die Rahmenbedingungen hierzu wurden durch die EU genauestens (eng) vorgegeben. Im März 2023 muß Schluß sein, damit der freie Markt auch Spanien mit absurd hohen Preisen beglücken kann.

Wie funktioniert die Deckelung des Gaspreises in ES/PT?
Genau genommen wurde der Gaspreis keinesfalls gedeckelt. Es kann kein Gaslieferant dazu gebracht werden, auf seine möglichen Wuchergewinne zu verzichten, denn diese werden durch einen eigenen "freien Markt für Gas" ermöglicht (Auktionsbörsen - also nicht Merit-Order).

Die EU gesteht Spanien deshalb zu, mit maximal 6,3Mrd € Gaskraftwerke zum Kauf von Gas zu stützen, wobei sich dadurch für die Stromproduktion ein geringerer, quasi "virtueller Gaspreis" ergibt, obwohl die Kraftwerksbetreiber im Einkauf den vollen Spekulationspreis für Gas zu zahlen haben.

Weshalb ist dieser "virtuelle" Gaspreis im Strommarkt relevant?
Dank dem verzerrenden "Merit-Order" System im liberalisierten Stromhandel drückt der teuerste Produzent seinen Preis für alle anderen Produzenten durch, die sich dadurch freilich unglaublich freuen und wohl seit Monaten vor freudigem Lachen am Boden kugeln.
Hierzu zählen übrigen auch und insbesondere Futures-Händler, die Strom bis zu 6 Jahre zumeist billig einkaufen, und dann kurzfristig teuer verkaufen. Dies alleine, weil keine öffentliche Körperschaft (Gemeinde, Verkehrsunternehmen...), aber auch kaum ein privates Unternehmen Finanzmittel für Stromkauf für 6 Jahre im voraus budgetieren wird können. Das geschieht kurzfristig, was dazu führt, dass sich Zwischenschichten an "unumgänglichen" Händlern zwischen Produzenten und Verbrauchern stellen.

Der "freie Strommarkt" zwischen Spanien und Frankreich:
Bei derart großen Preisdifferenzen zwischen ES und FR entsteht die Gefahr, dass FR den ES Strommarkt weggkauft. Hier darf ES auch keine Schutzmechanismen vorsehen, zb. dass der Preis von exportiertem Strom jenem vom Zielland entsprechen muss. Derartiges hat die EU verboten. Glück von ES ist aber, dass die Leitungskapazität über die Pyrenäen relativ gering ist, so dass die Verluste durch Wegkaufen von den 6,3Mrd € mit getragen werden müssen.

Die neue "EU-Strompreisbremse" (die keine ist):
Gestern hat sich eine interessante Entscheidung auf EU Ebene ergeben, die letztendlich das Merit-Order System weiterhin unter heiligem Schutz stellt: Die Preise bleiben (für Endverbraucher) hoch wie gehabt. Lediglich gewisse Gewinne (nicht alle) können teilweise abgeschöpft werden:

[EDIT: Offenbar scheint es in der EU zwei Kräfte zu geben: Die einen wollen tatsächliche Strompreissenkungen über Gaspreisdeckelungen à la ES/PT, andere lediglich Gewinne abschöpfen. Wer sich jetzt tatsächlich durchsetzen wird, ist mir nicht klar. Es steht für die echte Wirtschaft viel auf dem Spiel...


Opportunities bleiben
Wie Zwischenhändler behandelt werden sollen, ist mir nicht klar. Ich gehe davon aus, dass hier im Sinne freier Kräfte im internationalen Finanzhandel keine Gewinne abgeschöpft werden. Das ginge nicht.
Denn das Merit-Order System in der Strompreisfestsetzung für den Future Handel ermöglicht zu absurd hohe Gewinne: Nehme ich für DE eine jährliche Stromproduktion von 500Mrd. kWh an, und einen mittleren Windfallgewinn von 20ct/kWh, so ergeben sich insgesamt für das heurige Jahr Gewinne von 100Mrd Euro.

Der relativ junge freie Stromhandel (bzw. "Commodities"-Handel im Allgemeinen) ist offenbar zu einer derart absurd lukrative Goldgrube geworden, dass der Einfluss der entsprechenden Finanzakteure in "Brüssel" gewichtiger geworden ist, als jene der echten Wirtschaft. So jedenfalls mein Eindruck, JDS mag mich gerne des Besseren belehren.


Commodities und Collaterals:
Prinzip scheint zu sein, dass seit ein-zwei Dekaden sämtliche Güter und Dienstleistungen, die der Mensch quasi unausweichlich zum Leben braucht, auch als Futures an Börsen gehandelt werden. Zur "Absicherung der Preise" wie das so schön heißt.
Wobei auch Futures sehr teuer sein können, denn je nach Volatilität der Preisentwicklung werden Kobolde zur Titanic: Die mit Future Handel zu leistenden "Collaterals" (Sicherheiten) wollen erst mal finanziert werden. Problem dabei: Die Sicherheitsleistungen werden nicht einmalig beim Kauf des Futures festgelegt, sondern entwickeln sich dynamisch (abhängig vom Spread zwischen aktuellem Preis und Futures Preis).

Sicherheitsleistungen, die sich selbst große Energieversorger, die ihren Strom für einige Jahre im Voraus kaufen/verkaufen wollen, heute gar nicht mehr aufbringen können. Dann ruft irgendwann der Margin Call. Oder die Akteure verzocken sich. Banken schießen irgendwann nicht mehr zu, denen wird die Kartoffel zu heiß (=zu große Volumina), und ... der Steuerzahler liefert. Genial oder?

Beispiele: 4Mrd CHF für die Axpo Schweiz, oder jene Milliarden an die Wien Energie.
Einige fürchten, dass sich ein europäisches "Lehmans Brothers" ergeben könnte...



Schluss:
Hoffe dass ich Mechanismen und Zusammenhänge halbwegs korrekt und verständlich erklärt habe. Ich finde die die diesbezügliche mediale Berichterstattung überaus frustrierend, und mit ihren vielen "Auslassungen" für interessierte Leser geradezu entwürdigend.
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Re: Strom: Technik, Wirtschaft und etwas Politik. Mehr nicht.

Beitrag von Kris » 02.10.2022 - 19:30

Randnotitz: Um 2008 war der Gaspreis für eine gewisse Zeit höher als jetzt:

--> https://www.finanzen.net/rohstoffe/erdg ... chart/euro
Oben am Chart auf "Max" klicken um den Zeitraum zu erweitern
(DIe Maßeinheit der vertikalen linken Achse dürfte "ct/kWh" sein. Braucht der Finanzinvestor aber nicht zu wissen, und kann daher weggelassen werden? )

Der Stern erklärt den Gaspreispeak recht schlüssig in einem Artikel im Sommer 2008:
https://www.stern.de/familie/gas-und-oe ... 58846.html

Die Strompreise um 2008 zeigten damals jedoch keine Anomalien.

Welches könnten die Gründe sein?

***
Lesenswert vielleicht auch diese Analyse über den Defekten Strommarkt, und Idee zur Kurierung:
https://www.momentum-institut.at/tag/klimakrise
(Für Österreich, SPÖ-naher Thinktank)
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Die Anstalt & Liberalisierter Strommmakrt

Beitrag von Kris » 05.10.2022 - 12:54

Oft bleibt in einer übermedial geblendeten Gesellschaft immerhin noch das Kabarett, die kleine fünfte Macht der Demokratie, um einige der mannigfaltige Zusammenhänge im Politgeschehen dem verdutzten Volk so zu präsentieren, dass es diese auch aufnehmen vermag.

In DE gibt es hierfür Max Uthoff und Claus von Wagner (für mich die zwei besten Satiriker im deutschsprachigen Raum). Die beiden sind gut gebildet, scharfsinnig, nicht vulgär, und vor allem: Die recherchieren Themen tatsächlich (während andere Satiriker:innnen dies oft kaum für nötig halten, und in erster Linie ihre fixen (Woke-)Weltanschauung durchdrücken).
Eine fantastische Betrachtung des "liberalisierten Strommarkts" in Der Anstalt vom 4.10.2022:
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/d ... 2-100.html

Zu jeder Sendung geben die Max Uthoff und Claus von Wagner ein PDF "Faktencheck" heraus, welches als glaubhaftes Kanonenfutter für die Satiresendung dient. Kurz, stringent, schlüssig:
https://www.zdf.de/assets/faktencheck-v ... 4965898586

Insbes. ab Kapitel 3, Seite 8, zum "freien Strommarkt" und dem fehlerhaften "Merit Order" - System.


Selbstverständlich ist Satire nur dann gut, wenn sie mir als Zuseher auch auf den Fuß tritt...

Hoffe, dass sich jeder die Folge ansieht :-)
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Re: Strom: Technik, Wirtschaft und etwas Politik. Mehr nicht.

Beitrag von Kris » 07.10.2022 - 20:14

Auf EU Ebene geht es jetzt ziemlich um die Wurst, also um Gas- und Strompreise. Naturgemäß wird in DE/AT eher lückenhaft darüber berichtet, während in anderen Ländern das Thema die News beherrscht. In DE mögen 50ct/kWh in der Öffentlichkeit gut durchgehen, andere ärmere Länder würden auf die "Signale" des freien Marktes hingegen gerne verzichten.

Situation:
DE favorisiert allen voran hohe Energiepreise. Und sein 200Mrd.€ Subventionspaket über zwei Jahre an Bürger und Industrie, um diese hohen (Spekulations-)Preise weiterhin halten zu können. Beides zusammen, also hohe Energiepreise einerseits, und Subventionen um diese Preise noch bezahlbar zu halten anderseits, hat andere EU Länder sauer aufgestoßen:

"While a majority of EU states back some form of cap[-price on gas], Germany and the Netherlands are prominent opponents. But even those in favour are divided over what form it should take.

Belgium’s prime minister Alexander De Croo said: “We need market intervention because we can’t pay these prices anymore,” adding that support for a cap had risen from three countries in March to 24 countries today. "
https://www.ft.com/content/e2355d30-964 ... 3dfdf3797b

Wird sehr spannend diese Zerreißprobe. Denn entschieden muss rasch werden. Monatelangen herumlavieren wird diese mal hier nicht sein.

NZZ.ch und FT.com berichten hierzu recht gut übrigens. Ironie der Sache ist, dass dies eher konservative und besonders Finanzmärkten sich widmende Medien sind....
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Re: Strom: Technik, Wirtschaft und etwas Politik. Mehr nicht.

Beitrag von NeusserGletscher » 20.10.2022 - 11:33

In der Zeitung steht heute, dass man nun doch nicht am Merit-Order rütteln möchte. In Spanien, wo man dieses Prinzip ausgesetzt hat, seien dagegen die Strompreise deutlich niedriger.
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen


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Re: Die Anstalt & Liberalisierter Strommmakrt

Beitrag von molotov » 24.10.2022 - 12:50

Kris hat geschrieben:
05.10.2022 - 12:54
Oft bleibt in einer übermedial geblendeten Gesellschaft immerhin noch das Kabarett, die kleine fünfte Macht der Demokratie, um einige der mannigfaltige Zusammenhänge im Politgeschehen dem verdutzten Volk so zu präsentieren, dass es diese auch aufnehmen vermag.

In DE gibt es hierfür Max Uthoff und Claus von Wagner (für mich die zwei besten Satiriker im deutschsprachigen Raum). Die beiden sind gut gebildet, scharfsinnig, nicht vulgär, und vor allem: Die recherchieren Themen tatsächlich (während andere Satiriker:innnen dies oft kaum für nötig halten, und in erster Linie ihre fixen (Woke-)Weltanschauung durchdrücken).
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Zu jeder Sendung geben die Max Uthoff und Claus von Wagner ein PDF "Faktencheck" heraus, welches als glaubhaftes Kanonenfutter für die Satiresendung dient. Kurz, stringent, schlüssig:
https://www.zdf.de/assets/faktencheck-v ... 4965898586

Insbes. ab Kapitel 3, Seite 8, zum "freien Strommarkt" und dem fehlerhaften "Merit Order" - System.


Selbstverständlich ist Satire nur dann gut, wenn sie mir als Zuseher auch auf den Fuß tritt...

Hoffe, dass sich jeder die Folge ansieht :-)
Volle Zustimmung, das was da abgeliefert wird ist meist so spannend und schockierend, dass mir das Lachen öfters mal stecken bleibt ;)
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j-d-s
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Re: Strom: Technik, Wirtschaft und etwas Politik. Mehr nicht.

Beitrag von j-d-s » 02.11.2022 - 23:27

https://www.tagesschau.de/inland/bund-l ... e-103.html

Bei der Strompreisbremse ist man ganz offenbar wirklich völlig davon abgerückt, das Merit-Order-System zu beenden, sondern will stattdessen eine Umverteilung von Steuergeldern zu Spekulanten umsetzen.

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Re: Strom: Technik, Wirtschaft und etwas Politik. Mehr nicht.

Beitrag von tauernjunkie » 03.11.2022 - 16:30

Drei Milliarden Euro für ein neues ÖPNV-Billigticket umzuverteilen finde ich an der Stelle auch eine sehr interessante Art Leute und Unternehmen zu "entlasten". Unter der Inflation und den hohen Energiepreisen leiden die ÖPNV-Nutzer ja mal am allerwenigsten.

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Beitrag von Marmotte » 23.01.2023 - 11:18

Ein interessantes neues Konzept zur Stromgewinnung durch Windkraft:
https://www.simagazin.com/si-magazin/th ... eilbahnen/

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Beitrag von Kris » 23.01.2023 - 12:33

Marmotte hat geschrieben:
23.01.2023 - 11:18
Ein interessantes neues Konzept zur Stromgewinnung durch Windkraft:
https://www.simagazin.com/si-magazin/th ... eilbahnen/
Produktseite:
https://bergwind.energy/energiemodule/

Facebook:
https://www.facebook.com/bergwindenergy


Generell ist finde ich es lobenswert, wenn mutige neue Ideen entstehen. Die Idee, kleine Micro-Wingeneratoren in hoher Anzahl einzusetzen, wo keine großen Rotoren möglich sind, finde ich prinzipiell interessant. Neues schaffen, ohne in Grund und Boden kritisiert zu werden, ist eh schwer genug. Insofern: Go ahead!

Die Idee, Microgeenratoren an Seilbahnseile zu hängen, birgt zweifelsohne Nettigkeiten:
- Grundinfrastruktur bereits vorhanden: Haltrungen in großer Höhe
- Garagierung und Wartung in Stationen (was genial ist).

Wo ich die Idee garnicht verstehe:
1. Wie kommt der Strom vom Generator ins Netz? Ein Leiter für hohe Leistungen wäre ja vorhanden, bis zu einer gewissen Spannung (das isolierte Tragseil...). Aber wo ist der zweite Leiter? Höchstspannungs-Gleichstrom-fernleitungen kommen in der Not mit einem Leiter (mit ca. 50% Verlust) aus, da Erde als Rückleiter herhalten kann. Aber hier hängt der Generator ja in der Luft...
2. Ich vermute mal, dass der Winddruck am Rotor auch eine Gegenkraft benötigt, welche hier nicht vorhanden ist. Weil am Seil pendelnd aufgehängt. Wie soll somit verhindert, dass der Rotor der Windkraft ausweicht, und zu schaukeln beginnnt? Gar das Seilsystem in Schwingung versetzt?
3. Lifttrassen sind eher windgeschützt ausgerichtet.

Allenfalls könnte das im Kleinen an einer speziell isolierten 2-S Bahn funktionieren, sofern das Gewicht der Tragseile groß genug ist, um induzierten Schwingungen entgegenzuwirken?
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