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Olympische Winterspiele 2018 Pyeongchang

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Olympische Winterspiele 2018 Pyeongchang

Beitrag von Chlosterdörfler » 08.06.2015 - 18:55

Neue Bewerbe für Winterspiele 2018
Das entschied das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bei seiner Sitzung in Lausanne. Ein Teamwettbewerb für Männer und Frauen im Alpinski, ein Mixed-Doppel im Curling, ein Massenstart im Eisschnelllaufen und der sogenannte "Big Air"-Wettbewerb im Snowboarden wurden ins Olympische Programm aufgenommen. Der Parallelslalom im Snowboard wird dagegen aus dem olympischen Programm gestrichen.
Quelle: http://www.dw.de/ioc-2018-vier-neue-win ... a-18503585
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von KuT » 08.06.2015 - 19:04

Chlosterdörfler hat geschrieben:ein Mixed-Doppel im Curling
Endlich die verdiente Medaillen-Chance für Skinner/Skinner/Simpson/Simpson.
...

Dass es der Alpin-Teamwettbewerb geschafft hat, ist sportlich in meinen Augen zwar immer noch ein Witz, aber immerhin kann man konstatieren, dass er in der letzten Saison besser präsentiert wurde (Streckengleichheit, TV-Graphik) als noch zuvor.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Seilbahnjunkie » 08.06.2015 - 21:58

Naja, ich bin schon froh, dass man die Spiele nicht so aufbläht, dass man noch mehr Stadien braucht. Das würde nämlich die Chancen verringern, dass wir nochmal Spiele in einem vernünftigen Rahmen erleben statt nur noch so aufgeblasenen Ausgaben wie in Russland.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von SnowViizioon » 13.08.2015 - 15:07

Ich bin Froh , dass sie auch noch Big-Air als Slopestyle Disziplin anerkennen und austragen: http://www.pleasuremag.com/big-air-olympisch
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Werna76 » 13.10.2015 - 14:36

Finden Olympische Winterspiele künftig ohne Abfahrtsrennen statt? Das IOC überlegt, einige traditionelle Bewerbe aus dem Programm zu streichen. Davon soll eben auch die Abfahrt betroffen sein
http://sportnet.at/home/wintersport/ski ... tor=CS1-15

Aus Kostengründen??? Seit wann spielt denn Geld eine Rolle bei Olympia???
Geniale Idee insgesamt muss man sagen, Eiskunstlauf und Curling sind ohnehin viel spannender. :evil:
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von alpinfan77 » 13.10.2015 - 15:53

Werna76 hat geschrieben:
Finden Olympische Winterspiele künftig ohne Abfahrtsrennen statt? Das IOC überlegt, einige traditionelle Bewerbe aus dem Programm zu streichen. Davon soll eben auch die Abfahrt betroffen sein
http://sportnet.at/home/wintersport/ski ... tor=CS1-15

Aus Kostengründen??? Seit wann spielt denn Geld eine Rolle bei Olympia???
Geniale Idee insgesamt muss man sagen, Eiskunstlauf und Curling sind ohnehin viel spannender. :evil:
Hier steht etwas mehr:

https://de.sports.yahoo.com/news/esp-sk ... --ski.html

Eine solche Diskussion muss ernsthaft im IOC laufen, sonst würde Kasper nicht Alarm schlagen. Geht es dabei nur um die FIS? Was ist z.B. mit Rodel/Bob, braucht die Welt noch mehr sauteure Eiskanäle? Es dürfte jetzt schon eine Menge kaum genutzter Eisbahnen geben oder sie wurden wieder abgebaut, d.h. der ganze "Spaß" nur für zwei Wochen. Allerdings, da geht es um deutsche Medaillen-Großchancen und wer ist dzt. IOC-Chef ...

Bei der Diskussion muss man auch sehen, dass sich bei den olympischen Investitionen die alpinen wohl am ehesten amortisieren. Bei vielen Bewerbungen dürfte Ausbau und Werbung für die Skiregion sogar der entscheidende Grund gewesen sein. Bei Sotchi (wo übrigens wegen der Rubelschwäche Rosa Khutor einen Boom erlebt) und Pyeongchang war es sicher so, auch für Peking, um die Entwicklung der Skiregion nördlich davon (oder ist da was im Busch, dass sie keine Abfahrtsstrecke bauen wollen?).

Möglicherweise erleben wir in Zukunft die Winterspiele als Eventspektakel, mit jeder Menge künstlichem Sportzeugs. Ist zwar nicht wirklich seriöser, hochentwickelter Leistungssport, mehr Show, aber hip. Aber vielleicht bin ich bis dahin an Wintersport nicht mehr groß interessiert und es kann mir egal sein.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Chlosterdörfler » 13.10.2015 - 19:19

Für Pyeongchang werden die traditionellen Bewerbe noch im Programm bleiben aber was nacher ist :?:

Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung werden die FIS Alpine Super-G und Abfahrtsläufe irgendwann sowieso aus Wirtschaftlichen Gründe aufgegeben.
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Pistencruiser » 13.10.2015 - 20:44

Is' doch klar! Ne traditionelle Abfahrt und ne Sprungschanze lassen sich schlecht in ner Skihalle in Dubai unterbringen - Spaßwettbewerbe hingegen schon. :wink:

Solange man konzeptionell nicht wieder " back to the roots" und weg vom Gigantismus geht und somit die Spiele wieder dort ermöglicht wo die richtigen Berge sind und richtiger Winter ist wird das Ganze immer mehr zur reinen Kommerzlachnummer.
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Martin_D » 13.10.2015 - 21:46

Dass der Sinn von zwei Schanzen bei Olympia hinterfragt wird, ist aber auch eigene Schuld der FIS. Wenn sie bei Olympia auf die Normalschanze Wert legen, dann sollten sie auch im Weltcup auch einige Springen auf der Normalschanze statt finden lassen. In den letzten Jahren gab es im Weltcup kaum noch Springen auf der Normalschanze und wenn, dann nur als Notlösung, wenn für die Großschanze zu viel Wind ist.
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von alpinfan77 » 13.10.2015 - 23:52

Wenn die FIS nicht jetzt eine Kosten/Nutzen-Betrachtung vorlegt, wären sie saudumm. Der ökonomische Nutzen der Spiele ist der Werbeeffekt und die Einnahmen aus der nachfolgenden Nutzung der Sportstätten. Deswegen spendieren Staaten, Orte, Sponsoren so viel Geld. Das sind die Finanziers von OL. Für die wirtschaftl. wichtigsten Wintersportregionen, nämlich Mittel-/Nord-/Ost-Europa, NAM, sowie Japan, Südkorea und als Zukunftsmarkt China, sollte man die TV-Einschaltquoten und geschalteten Webespots sowie die voraussichtlichen Einnahmen aus der nachfolgenden Nutzung für die teueren Disziplinen (nur um die geht es ja) betrachten. Dann würde sich zeigen, was mehr bringt und was weniger. Die klassischen FIS-Disziplinen würden dabei bestimmt ganz gut abschneiden (vielleicht nicht alle, aber z.B. die Herrenabfahrt oder das Springen von der Großschanze).

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Seilbahnjunkie » 14.10.2015 - 21:12

Das Problem des IOC zeigt sich in den letzten Entscheidungen für die Austragungsorte. Es müssen immer größere Städte in immer korrupteren Ländern her. Man beschwört zwar immer die neuen Märkte, aber ich denke die hätten schon mal her wieder Europa. Dort verliert man aber das Interesse an diesen gigantischen Veranstaltungen.

So weh das (auch uns Deutschen) tut, aus infrastrukturellen Gründen müsste man die Wettbewerbe im Eiskanal, Eisschnellauf, Eishockey, Langlauf oder Biathlon (oder jeweils die Hälfte) und eben auch eine Schanze einsparen. Auch der Pistenausbau für die Speedwettbewerbe ist aber recht aufwendig und mit dem Schitourismuss dafür zu argumentieren ist realitätsfern.

Eine andere Lösung könnte aber auch im Schritt nach vorne liegen, in einer Verlängerung der olympischen Spiele. Was erstmal total bescheuert und nach noch mehr Gigantismus klingt, kann möglicherweise sogar Kosten sparen. Viele Sportstätten müssen nur errichtet werden weil die Wettbewerbe zu eng gestaffelt sind. Durch eine Entzerrung könnte man meiner Meinung nach folgende Arenen einsparen: Langlaufstadion, zwei Eishallen, ein Freestyle Stadion, die zweite Abfahrtspiste.

Man müsste mal überlegen ob die eingesparten Investitionskosten nicht die für eine längere Veranstaltung übersteigen. Außerdem würden nicht so viele Sportruinen entstehen und es könnten wieder kleinere Orte zum Zug kommen, da auch die Zuschauerunterbringung entzerrt und die Verkehrssysteme entlastet wird.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Pistencruiser » 15.10.2015 - 12:22

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Das Problem des IOC zeigt sich in den letzten Entscheidungen für die Austragungsorte. Es müssen immer größere Städte in immer korrupteren Ländern her. Man beschwört zwar immer die neuen Märkte, aber ich denke die hätten schon mal her wieder Europa. Dort verliert man aber das Interesse an diesen gigantischen Veranstaltungen.
Vor allen Dingen ist der Gigantismus der ortsansässigen Bevölkerung nicht mehr vermittelbar, was die verschiedenen Abstimmungen in Europa der letzten Zeit ja so auch bewiesen haben.
Man ist mittlerweile mündig genug, sich die Knebelverträge des IOC nicht mehr bieten zu lassen.
Bestes Beispiel München/GAP: Hier hätte man die wirklich große Chance gehabt, relativ kostengünstige, dezentrale Spiele zu realisieren.
Alpin und Skispringen in GAP, Eiskanal am Königsee, Biathlon in Ruhpolding, Eisschnelllauf in Inzell, usw. Alles da - nahezu fix unnd fertig.
Und ich bin mir fast sicher mit ein bisschen mehr goodwill und engmaschigerer Kommunikation im Vorfeld hätte man das auch hinbekommen.
Die Alpinwettbewerbe zur Disposition zu stellen halte ich für einen schlechten Witz da diese für mich zum Markenkern dieser Veranstaltung gehören.
Leider aber zu befürchten, dass es in Zukunft nur noch immer schrillere und größere "Wegwerfspiele" gibt.
Und mal ganz ehrlich: Wer schaut sich z.B. Skicross an. Wenn grad die Zusammenfassung läuft, OK, nimmt man dann mal mit - aber sonst?
Der Abfahrt oder dem Slalom fiebert man da schon eher entgegen, selbst wenn die Präferenzen individuell höchst unterschiedlich sein mögen.
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von KuT » 15.10.2015 - 13:46

Zwei Gedanken dazu:

Wir sollten nicht darüber diskutieren, was "man" sich am liebsten anschaut und was "man" am wichtigsten findet. Wir befinden uns hier in einem Alpin-Forum - unsere Meinung ist also mal sicher nicht repräsentativ.
Die Fans der klassischen Wintersportarten haben höchstwahrscheinlich seit 1998 das Gefühl, dass Olympische Winterspiele von einem Vierjahreshöhepunkt mehr und mehr zu einem ärgerlichen Störfaktor der schönen Weltcup-Saison werden.
Mir jedenfalls geht es so, aber wenn ich entscheiden dürfte, dann hätten wir die oben angesprochen Normalschanzen-Weltcups, dann hätten wir viel mehr Einzelstarts im Langlauf, wir würden den dämlichen Verfolger im Biathlon streichen und die Nordische Kombination hätte wieder verschieden umfangreiche Einzel-Wettkämpfe. Ich bin also nicht mal für "die Fans" repräsentativ, sondern eher für die Freaks unter den Freaks.

Und:
Solange das IOC seine Ausrichter so wählt wie jetzt, nämlich mit einer Mehrheit von Stimmberechtigten, die mit Wintersport nicht das geringste zu tun haben, brauchen wir nicht auf Verbesserungen hoffen.

Soll ich mal erinnern, wie Turin zu den Winterspielen 2006 kam?
Das fing schon 1990 an, als das IOC die Sommerspiele 1996 an Atlanta vergab.
Brisant war diese Entscheidung nicht nur, weil die amerikanische Stadt die Zentrale des Weltkonzerns Coca-Cola ist und man schnell das Vorurteil von „gekauften Spielen“ zur Hand hatte, sondern auch, weil die Olympischen Spiele der Neuzeit 1996 ihren 100. Geburtstag feiern würden und die gesamte Welt fest mit einer Vergabe der Spiele an Athen, wo 1896 die ersten Spiele stattgefunden hatten, rechnete.
Die Vergabe an Atlanta beleidigte Traditionalisten, Griechen und Amerikaphobe gleichermaßen – und im IOC erkannte man, dass man sich bei den Griechen würde entschuldigen müssen, wenn man den Geburtsort der Olympischen Spiele nicht auf alle Zeiten zum Feind haben wollte.
Die nächste Gelegenheit ergab sich bei der Vergabe der Sommerspiele 2004, als die Griechen, die acht Jahre geschmollt hatten, erneut antraten. Diesmal erhielten sie den Zuschlag, was keineswegs mit der besten Bewerbung begründbar war. Die nämlich hatte die italienische Hauptstadt Rom abgeliefert. Am Tag der Entscheidung warteten römische Volksversammlungen siegessicher vor den aufgestellten Großleinwänden auf das Signal zum Jubeln, um Minuten später entsetzt nach Hause gehen zu müssen. Die Spiele waren nach Griechenland heimgekehrt und beim IOC die nächste offene Rechnung eingetrudelt. Wie waren die Italiener zu besänftigen?
Nach allem, was über die Vergabepraktiken des IOC im letzten Jahrzehnt ans Licht gekommen ist, kann die Antwort nicht überraschen: Ungerechtigkeit wird durch Ungerechtigkeit ausgeglichen. Italien sollte seine Spiele haben, die Leidtragenden waren diesmal die Schweizer, die für 2006 mit Sion (Sitten) das eindeutig beste Konzept ins Rennen geschickt hatten.

Glaubt bitte nicht, das hätte nur das Geringste mit Schanzen oder Pisten zu tun gehabt...


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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Seilbahnjunkie » 16.10.2015 - 10:52

Kann es ja garnicht, die Spiele in Turin waren ja ein organisatorisches Desaster.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Menja » 16.10.2015 - 17:19

Aus genau diesem Grund bin ich der Meinung, daß man die Olympischen Spiele im Turnus vergeben könnte, an ehemalige Ausrichter!
Es ist doch Blödsinn wenn in Cortina eine Bob Bahn abgebaut wird und an einem neuen Austragungsort mühsam eine neue Bobbahn erbaut wird.
Die Sportstätten werden häufiger genutzt und als Zuschauer freut man sich auch auf Austragungen in schon bekannten Orten.
Es war ja auch nicht soooo schlimm, daß Innsbruck für Denver eingesprungen ist, oder??
Ich weiß natürlich , daß dies Wunschdenken ist, aber ich finde durchaus eine Überlegung wert... Zumal sich gewisse Austragungsorte einfach bewährt haben, nicht nur aus Schi Alpin Sicht!
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von KuT » 17.10.2015 - 11:22

Menja hat geschrieben: Es war ja auch nicht soooo schlimm, daß Innsbruck für Denver eingesprungen ist, oder??
Das war übrigens das letzte mal, dass die Winterspiele in den Ostalpen, wo so große Teile des Nordischen und Alpinen Skiweltcups, des Biathlons und des Bobsport beheimatet sind, stattgefunden haben.
Als Ersatz. Mit der nächsten Chance 2026, also 50 Jahre später.
Ein Witz.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Menja » 18.10.2015 - 11:59

Da hat KuT sicherlich Recht. Allerdings muss man das globaler sehen. Winterspiele bestehen nicht nur aus den von uns geliebten Sportarten. Eishockey und Eiskunstlauf z.B sind hoch angesiedelt in anderen Ländern. ( bzw. noch höher angesiedelt....).
Eine gleichmäßige Verteilung auf Kontinente und interessierte Länder wäre natürlich angesagt. Noch besser wenn dort Wintersport ( egal welcher) Tradition hat. Sonst gibt es irgendwann wirklich Spiele in einer Halle oder einen Slalom im Sand.....
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von alpinfan77 » 18.10.2015 - 16:10

Seilbahnjunkie hat geschrieben:So weh das (auch uns Deutschen) tut, aus infrastrukturellen Gründen müsste man die Wettbewerbe im Eiskanal, Eisschnellauf, Eishockey, Langlauf oder Biathlon (oder jeweils die Hälfte) und eben auch eine Schanze einsparen. Auch der Pistenausbau für die Speedwettbewerbe ist aber recht aufwendig und mit dem Schitourismuss dafür zu argumentieren ist realitätsfern.
Das ist ein wichtiger Punkt, der für die Winterspiele bei neuen Bewerbern immer kritischer wird. Die Frage liegt ja auf der Hand, ob die Sportwelt z.B. weitere Sprungschanzen und Eiskanäle braucht. Die Antwort ist eindeutig nein, der Winter ist bereits vollgestopft mit Springen (ca. 30, für mich schon zu viele) und für Bob/Rodel gibt's wohl auch keine freien Termine. Das bedeutet, mit den 2 Wochen OL hat sich's i.W., danach ist es praktisch totes Kapital. Damit kommt das Problem klar heraus!

Bei der Abfahrt sehe ich es aber anders. Abfahrten können als Skipisten genutzt werden und das ist eben nicht nur Theorie, sondern läuft in der Praxis so, WC-Strecken sind auch normale Pisten. Ich fahre z.B. immer wieder die Sasslong, eine herrliche Piste. Eine solche lange Abfahrt mit 800 m, 1000 m oder mehr Höhenunterschied gehört bei einem guten Skigebiet dazu. Das ist ein Aushängeschild für ein Skigebiet. Wir reden auch nicht über die Alpen mit ihrem gesättigten Skibetrieb, sondern über aufsteigende Wintersportregionen in Osteuropa, Russland, Fernostasien. Mit wachsendem Wohlstand ist Skifahren dort richtig im Kommen. Rosa Khutor (OL-Austragungsort von Sotchi ) z.B. erlebt einen Boom. Das liegt natürlich auch an der Rubelschwäche, unterstreicht aber das große Potenzial. Diese Investitionen rentieren sich sicher i.U. zu Sprungschanzen und Eiskanal.

Übrigens, auch eine Eishalle steht nachher nicht nur herum, sondern kann zum allg. Schlittschuhlaufen, Eishockey etc. genutzt werden. Auch das ist kein totes Kapital.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von alpinfan77 » 18.10.2015 - 16:57

Werna76 hat geschrieben:
Finden Olympische Winterspiele künftig ohne Abfahrtsrennen statt? Das IOC überlegt, einige traditionelle Bewerbe aus dem Programm zu streichen. Davon soll eben auch die Abfahrt betroffen sein
http://sportnet.at/home/wintersport/ski ... tor=CS1-15

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Inzwischen ist herausgekommen, dass es ein Problem mit Peking 2022 gibt. Dass da was im Busch ist, hatte ich schon vermutet. Die vorgesehene Strecke hat nicht die vorgeschriebene Mindesthöhendifferenz und gegen den Bau einer anderen Strecke sperren sich die Chinesen wohl. Zunächst handelt es sich hier um ein fast unbegreifliches Versagen von IOC und FIS. Die Bewerbungsunterlagen müssen die alpinen Details enthalten haben und man hätte doch bemerken müssen, dass die Strecke nicht FIS-konform ist. Waren die Zuständigen alle blind :?: Jetzt, nach dem Zuschlag, kocht das hoch, ein Witz hoch drei :willnicht:

So hätte es nie laufen dürfen, aber warum muss es überhaupt ein großes Problem sein :nixweiss: Die FIS kann doch eine Ausnahmegenehmigung geben und dann fährt man halt mal auf einer kürzeren Strecke. Man könnte auch den Modus zu einer Sprintabfahrt in 2 Läufen ändern. Ganz neu ist die Sprintabfahrt eh nicht, das gab's schom mal im WC. Generell finde ich, dass die Sprintabfahrt keine so schlechte Alternative ist. Man kann die gleiche Startreihenfolge wie in SL/RS anwenden, womit die Dauerdiskussion mit der Startreihenfolge (s. aktuell Schröcksi) sich vielleicht endlich erledigt hätte. Im 2. Lauf hat man den gleichen Spannungseffekt wie in SL/RS. Für die Klassiker Birds of Prey, Sasslong, Lauberhornstrecke, Streif, Kandahar (Stelvio leider nicht mehr) ist das sicher weniger was. Das sind Markenzeichnen des Ski-WC, an denen man nicht herumbasteln sollte, aber es wäre durchaus denkbar, dass man für andere Abfahrten und bei Schlechtwetter die Sprintabfahrt ausprobiert. So wäre z.B. die letzte Rumpf-Streif von einem Witz zu einem einigermaßen brauchbaren Rennen geworden.


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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Menja » 18.10.2015 - 18:38

Sprint Abfahrt, sehr gutes Thema, allemal besser als wie erwähnt heuer Kitz....
Wettermäßig nicht so anfällig und auch für die jüngeren Fahrer sehr interessant. Im Kinder / Junioren Bereich wird mangels Übungsmöglichkeiten weniger Abfahrt trainiert und die ganz herben Klassiker ( Straif, Saslong, Lauberhorn etc), sind dann schon was für die Routiniers mit viel Erfahrung. Aber bevor die verkürzten eher " faden" Strecken gefahren werden, wäre Sprint mit Startmodus wie Slalom spannend und auch für die Sportler eine Option. Zumal ein echter " Allrounder" nicht geboren wird, sondern sich auch langsam herantastet. Für Super G Fahrer allemal klasse...
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von jonsson » 20.10.2015 - 13:41

Tina Weirather auf Facebook:
So kurz, so wahr :)
Meiner Meinung sollte nicht darüber diskutiert werden, ob eine Olympia-Abfahrt stattfinden kann, sondern warum olympische Winterspiele an einen Ort vergeben werden, wo es gar keine Ski-Abfahrten gibt.
Saison 2013/14: 3x St. Anton/Stuben; 1x Warth/Schröcken/Lech; 3x Almenwelt Lofer; 1xSportgastein; 2xWeißsee Gletscherwelt; 1xWestendorf/Brixental; 1x Matrei/Osttirol
Saison 2014/15: 1x Kitzsteinhorn; 6x Almenwelt Lofer; 3x Weißsee Gletschwelt; 2x Glungezer; 1xIBK Nordkette; 2x Axamer Lizum; 1x Kappl; 1x Fieberbrunn
Saison 2015/16: 1x Stubaier Gletscher; 1x Hintertuxer Gletscher; 1x SHLF; 2x Axamer Lizum; 2x Sonnenkopf; 2x Kappl; 3x See/Paznaun; 1x Ischgl
Saison 2016/17: 4x Almenwelt Lofer, 1x SHLF, 1xChristlum, 3xHochgurgl/Obergurgl, 1xSFL, 1xKappl, 3x Hochoetz
Saison 2017/18: (geplant 6x Hochoetz, 6x Oberstdorf, 2x Kappl)

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Pistencruiser » 20.10.2015 - 14:24

Jo,kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.
Wobei man noch ergänzen sollte, dass viele Orte WO es Skiabfahrten gibt eben so langsam aber sicher vom IOC die Schnauze voll haben.
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Seilbahnjunkie » 20.10.2015 - 20:38

alpinfan77 hat geschrieben:
Seilbahnjunkie hat geschrieben:So weh das (auch uns Deutschen) tut, aus infrastrukturellen Gründen müsste man die Wettbewerbe im Eiskanal, Eisschnellauf, Eishockey, Langlauf oder Biathlon (oder jeweils die Hälfte) und eben auch eine Schanze einsparen. Auch der Pistenausbau für die Speedwettbewerbe ist aber recht aufwendig und mit dem Schitourismuss dafür zu argumentieren ist realitätsfern.
Das ist ein wichtiger Punkt, der für die Winterspiele bei neuen Bewerbern immer kritischer wird. Die Frage liegt ja auf der Hand, ob die Sportwelt z.B. weitere Sprungschanzen und Eiskanäle braucht. Die Antwort ist eindeutig nein, der Winter ist bereits vollgestopft mit Springen (ca. 30, für mich schon zu viele) und für Bob/Rodel gibt's wohl auch keine freien Termine. Das bedeutet, mit den 2 Wochen OL hat sich's i.W., danach ist es praktisch totes Kapital. Damit kommt das Problem klar heraus!

Bei der Abfahrt sehe ich es aber anders. Abfahrten können als Skipisten genutzt werden und das ist eben nicht nur Theorie, sondern läuft in der Praxis so, WC-Strecken sind auch normale Pisten. Ich fahre z.B. immer wieder die Sasslong, eine herrliche Piste. Eine solche lange Abfahrt mit 800 m, 1000 m oder mehr Höhenunterschied gehört bei einem guten Skigebiet dazu. Das ist ein Aushängeschild für ein Skigebiet. Wir reden auch nicht über die Alpen mit ihrem gesättigten Skibetrieb, sondern über aufsteigende Wintersportregionen in Osteuropa, Russland, Fernostasien. Mit wachsendem Wohlstand ist Skifahren dort richtig im Kommen. Rosa Khutor (OL-Austragungsort von Sotchi ) z.B. erlebt einen Boom. Das liegt natürlich auch an der Rubelschwäche, unterstreicht aber das große Potenzial. Diese Investitionen rentieren sich sicher i.U. zu Sprungschanzen und Eiskanal.

Übrigens, auch eine Eishalle steht nachher nicht nur herum, sondern kann zum allg. Schlittschuhlaufen, Eishockey etc. genutzt werden. Auch das ist kein totes Kapital.
Ich kann dir da nur teilweise zustimmen. Ich denke auch, dass es bereits mehr als genug Schanzen und Eiskanäle gibt, aber den Rest sehe ich etwas anders. Der Bau einer Rennpiste ist deutlich aufwändiger als es für den normalen Schibetrieb notwendig ist. Mit einer einzigen Rennpiste holt man auch keine Gäste ins Gebiet. Man sollte daher den nachhaltigen Wert der Investition nicht überbewerten. Es gibt allenfalls noch einen Werbewert, der aber auch für die ganze Veranstaltung an sich gilt.

Was die Eishallen angeht muss man vorsichtig sein. So wie du es formulierst stimmt das natürlich und ich würde auch nichts dagegen sagen. Aber für olympische Spiele braucht man heutzutage alleine fünf Wettkampfhallen (Eisschnelllauf, Eiskunstlauf/Shorttrack, 2x Eishockey, Curling), eine davon mit einer Größe die schwierig ist für die Nachnutzung. Dazu kommen dann noch Trainingshallen. Da wird es schon verdammt schwierig die noch sinnvoll unter zu bekommen. Den logischen Schritt, einen Großteil der Hallen temporär in Messehallen zu errichten, ist bisher kaum einer konsequent gegangen. Die Italiener haben lediglich die Eisschnelllaufhalle als neue Messehalle errichtet, ich müsste aber erst mal schauen wie es da mit der Nachnutzung aussieht.

Tina Weirather hat absolut Recht, die olympischen Spiele verkommen für die alpinen so zu einer Showveranstaltung ohne sportlichen Wert. Von einer Sprintabfahrt halte ich persönlich auch nicht viel. Es gehört zur Abfahrt dazu, dass man das Stehvermögen für die ganze Strecke hat, ohne Pause.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von alpinfan77 » 23.10.2015 - 14:32

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Ich kann dir da nur teilweise zustimmen. Ich denke auch, dass es bereits mehr als genug Schanzen und Eiskanäle gibt, aber den Rest sehe ich etwas anders. Der Bau einer Rennpiste ist deutlich aufwändiger als es für den normalen Schibetrieb notwendig ist. Mit einer einzigen Rennpiste holt man auch keine Gäste ins Gebiet. Man sollte daher den nachhaltigen Wert der Investition nicht überbewerten. Es gibt allenfalls noch einen Werbewert, der aber auch für die ganze Veranstaltung an sich gilt.

Was die Eishallen angeht muss man vorsichtig sein. So wie du es formulierst stimmt das natürlich und ich würde auch nichts dagegen sagen. Aber für olympische Spiele braucht man heutzutage alleine fünf Wettkampfhallen (Eisschnelllauf, Eiskunstlauf/Shorttrack, 2x Eishockey, Curling), eine davon mit einer Größe die schwierig ist für die Nachnutzung. Dazu kommen dann noch Trainingshallen. Da wird es schon verdammt schwierig die noch sinnvoll unter zu bekommen. Den logischen Schritt, einen Großteil der Hallen temporär in Messehallen zu errichten, ist bisher kaum einer konsequent gegangen. Die Italiener haben lediglich die Eisschnelllaufhalle als neue Messehalle errichtet, ich müsste aber erst mal schauen wie es da mit der Nachnutzung aussieht.
Im Grunde genommen sind wir uns einig, es geht um die Baukosten für die Stätten und deren Nachnutzung. Ganz gleich wie es in Details ist (da gelten für die Orte sicher unterschiedl. Dinge), der Aufwand für die Ausrichtung der Winterspiele muss runter und zwar deutlich. Es ist die Frage wie. Die muss das IOC richtig angehen und nicht irgendwie herum basteln und sich vor allem nicht intern politisch verkämpfen ("in den und den Disziplinen darf nichts gestrichen werden", wobei es um die eigenen Medaillenchancen geht). Wie könnte man es machen :?: Es sind sogar Möglichkeiten denkbar, wo sich das traditionelle Programm weiterführen ließe, z.B. dass eine Gruppe von Orten mit vorhandener Infrastruktur sich turnusmäßig abwechselt (könnte man ergänzen, indem man auch mal neue Ausrichter zulässt) oder dass man vom Ortsprinzip abgeht und teilweise andere Stätten im Land zulässt.

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Re: Olympischen Winterspielen 2018 Pyeongchang

Beitrag von Seilbahnjunkie » 24.10.2015 - 17:01

Grundsätzlich zwar ein interessanter Ansatz, aber ich glaube im Endeffekt würde es nicht so viel bringen. Wenn sich nur fünf Ausrichter abwechseln würden wäre jeder alle 20 Jahre dran. Nach so langer Zeit wären jedes mal wieder recht hohe Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Das wesentliche Problem, die hohe Zahl von Sportanlagen die außerhalb der Spiele nicht ausgelastet werden können, wird damit noch nicht gelöst. Selbst wenn nur ein einziger Ausrichter alle vier Jahre an der Reihe wäre lohnt es sich nicht dafür z.B. die große Zahl an Eishallen vorzuhalten. Außerdem werden die Spiele auch immer zum Anlass genommen größere Neubauprojekte und Sanierungen in anderen Bereichen anzustoßen. Oft werden dabei Anlagen so errichtet, dass sie im halb fertigen Zustand für die Spiele dienen und erst danach für ihre endgültige Nutzung hergerichtet werden. Ein beliebtes Beispiel dafür sind die Medienzentren und natürlich die olympischen Dörfer. Man kann nicht den Wohnraum für die Athleten, Betreuer und Medienvertreter vorhalten und bestenfalls alle vier Jahre zwei Wochen lang nutzen. Mit normalen Hotelkapazitäten kommt man auch nicht klar, weil ja zusätzlich auch noch Zuschauer kommen sollen. Man ist daher darauf angewiesen Neubauten zu errichten die hinterher den angespannten Wohnungsmarkt entlasten können (wäre in München definitiv der Fall gewesen, auch wenn es ein Tropen auf den heißen Stein gewesen wäre).


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