Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis | Karl Peter

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Zottel
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Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis | Karl Peter

Beitrag von Zottel » 11.10.2021 - 22:22

Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis | Karl Peter

Karl Peter konstruierte rund um die Mitte des 20. Jahrhunderts ein gutes halbes Dutzend Pendelbahnen. Im Seilbahnlexikon von Felix Gross wird Peter "Seilbahntüftler" genannt - warum, ist in dem kurzen Kapitel leider nicht ausgeführt. Sonderlich viel mehr scheint zur Person darüber hinaus (laut einer ersten oberflächlichen Recherche) auch nicht bekannt zu sein. In diesem Bericht wird Peter ein Ingenieurs-Titel zugeschrieben und seine Firma als "Bergbahnbau Garmisch" benannt: viewtopic.php?f=54&t=55714&p=5080071&hi ... r#p5080071. Peter selbst soll im Jahr 2005 verstorben sein.

Grundsätzlich bekannt sind folgende Anlagen von Karl Peter:
5-PB Lech-Oberlech, Lech (AT, 1947-1958)
4-PB Graseck, Garmisch-Partenkichen (D, 1954-heute)
10-PB Kranzberggipfel, Mittenwald (D, 1954-1982; stillgelegt)
11-Zweiseilbahn fix oder Gruppenumlaufbahn [je nach Definition] Laberberg, Oberammergau (1957-heute)
10-PB Arsizio-Serpiano, Arsizio (CH, 1958-heute; umgebaut)
12-PB Seefelder Joch, Seefeld (AT, 1958-2018)
30-PB Härmelekopf, Seefeld (AT, 1960-heute; umgebaut)

Laut Liftworld gab es zudem diese Standseilbahn:
9-SSB Burg Hochosterwitz, Sankt Georgen am Längsee (AT, 1992/93-2015)

Darüber hinaus gab es eine weitere Anlage - nämlich die allererste des Herstellers. Ich war etwas verwundert, dass die Anlage einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat, laut Suchfunktion dem Alpinforum aber nicht bekannt ist.

Die Anlage verband die beiden Ortsteile Batschuns und Suldis der Gemeinde Zwischenwasser in Vorarlberg, wurde 1947 gebaut und 1962/63 demontiert. Laut Wikipedia investierte Karl Peter auf eigenes Bestreben, "um den Nachweis zu erbringen, dass eine Pendelseilbahn vollautomatisch, weitgehend ohne Personal, betrieben werden kann". Mit Erfolg: Nach erfolgreicher Abnahme durfte er im Anschluss vollautomatische Seilbahnen in Österreich bauen. Es folgten die eingangs genannten Seilbahnen.

Hier der vollständige Wikipedia-Eintrag:
https://de.wikipedia.org/wiki/Versuchss ... _Batschuns

Die Quellenlage zur Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis ist dünn. Der Eintrag bei Wikipedia nennt eine einzige Quelle, an die ich nicht ohne Weiteres herankomme. Und zwar einen Zeitungsartikel der Neuen Vorarlberger Tageszeitung vom 22. März 1998, Seite 14. Man darf vermuten, dass der wesentliche Inhalt des Artikels seinen Weg in den Wikipedia-Artikel gefunden hat. Falls jemand an die Originalquelle herankommt, freue ich mich über eine PN.

Hier die technischen Daten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Versuchsseilbahn_Batschuns hat geschrieben:Ausrichtung der Anlage: weitgehend von Nordwest (Talstation) nach Südost (Bergstation)
Seilhöhe in der Talstation: 683 m
Seilhöhe in der Bergstation: 825 m
Höhenunterschied: 142 m
Bahnlänge (waagrechte Länge): ca. 450 m
Betriebslänge (schräge Länge): ca. 472 m
mittlere Neigung: ca. 32 %
Stützen: 1 (etwa in der Hälfte der Strecke)
Tragseildurchmesser: ca. 16 mm
Zugseildurchmesser: ca. 11 mm
Gegenseildurchmesser: ca. 9 mm
Fahrbetriebsmittel: 2
Antrieb: Talstation, elektrisch

Die Versorgung der Bergstation mit elektrischer Energie sowie die Übertragung der Signale erfolgte über eine Freileitung.
Auf diesem Kartenausschnitt ist die Trasse eingezeichnet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Luf ... schuns.pdf

Im September 2021 unternahm ich eine Erkundung vor Ort. Das ehemalige Talstationsgebäude liegt direkt an einer öffentlichen Straße. Dem aufmerksamen Betrachter fällt sofort die frühere Funktion des Gebäudes auf.
Bild

Von der Architektur her wurde an alles gedacht: Die technischen Anlagen sowie die Bahnsteige waren im Gebäudeteil mit dem Seilbahn-typisch abgeschrägten Dach untergebracht. Im langgezogenen Gebäudeteil daneben hätte man bei einem öffentlichen Betrieb - den es laut Wikipedia an der Anlage nie gegeben hat - sicher Fahrscheine, Souvenirs und etwas Verpflegung erhalten.
Bild

Blick auf die Trasse, die rechts oberhalb der Kuh durch den Wald verlaufen ist. Irgendwo bei der Kuh dürfte auch die einzige Stütze gestanden haben.
Bild

Leider habe ich bisher keine einzige zeitgenössische Aufnahme der Anlage auftreiben können. Bei der Vorarlberger Landesbibliothek habe ich lediglich diese beiden Panorama-Aufnahmen gefunden, auf denen vermutlich etwas zu sehen ist.

Im linken oberen Viertel verlief die Anlage. Fährt man mit dem Cursor über den kleinen Kartenausschnitt rechts oben, werden Pixel angezeigt. Ich glaube, hier sieht man die vermutete Stütze: 518px, 1214px
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:244919

Etwas anderer Winkel: Ebenfalls im linken oberen Viertel ist die Schneise deutlich zu sehen. Die Stütze dürfte hier zu sehen sein: 327px, 424px
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:244918

Ich bin nicht weiter um das heutige Wohnhaus, das noch in Familienbesitz sein soll, herumgeschlichen. Denn einen öffentlichen Zugang gibt es nicht. Dieses Wikipedia-Foto von 2016 dürfte aber noch recht aktuell sein. Die Dimensionen der Station zeigen, dass es sehr kleine Gondeln gewesen sein dürften:
https://de.wikipedia.org/wiki/Versuchss ... ion-03.jpg

Zum Gebäude heißt es im Artikel weiter: "Die Talstation [...] ist sehr gut erhalten, jedoch wurden inzwischen die meisten seilbahntechnischen Teile entfernt und der Spannschacht zu einem Keller umgebaut."

Eine Trassenbegehung unternahm ich dann nicht, sondern wechselte gleich zum Bergstationsbereich. Vom großen Parkplatz in Suldis ist sie in wenigen Gehminuten über einen Wanderweg erreicht und frei zugänglich.

Hier dann die Enttäuschung. Bis auf den Betonsockel hat man die Station kürzlich abgetragen.
Bild

Dieses Vergleichsfoto wurde 2016 etwa von dort aus aufgenommen, wo heute der Container steht. Die Seilbahn kam von links.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ion-17.jpg

Im Gebäude befanden sich zuletzt sogar noch Umlenkscheibe, Bremsgestänge und Tragseilpoller.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ibe-06.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/User ... ibe-03.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/User ... ibe-04.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/User ... ion-31.jpg

Rückansicht der ehemaligen Bergstation
Bild

Vgl. 2016:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ion-01.jpg

Blick auf die frühere Trasse
Bild

Hier stehe ich vor der ehemaligen Stationseinfahrt.
Bild

Vgl. 2016:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ion-32.jpg

Hier hat Wikipedia sogar eine kleine Sensation dokumentiert. Denn bei dem sichtbaren Metallschrott scheint es sich tatsächlich um die Reste eines der Kabinengehänge samt Laufwerk gehandelt zu haben:
https://commons.wikimedia.org/wiki/User ... erk-23.jpg

https://commons.wikimedia.org/wiki/User ... erk-24.jpg

Die Reste von der anderen Seite aus gesehen
Bild

Laut Wikipedia wollte Karl Peter von Suldis aus eine weitere Sektion bis hinauf nach Furx anschließen. Meine Vermutung ist, dass Karl Peter damit per Seilbahn den Peterhof in Furx erschließen wollte - bei diesem Namen glaube ich hier nicht an einen Zufall. Denn der Peterhof war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wohl ein beliebtes Ausflugsziel und hatte zeitweise sogar seinen eigenen Skilift (dazu im nächsten Beitrag mehr).
Als man dann jedoch eine Straße hinauf nach Furx baute, wurde diese geplante Seilbahn-Verlängerung verworfen und 1962/63 auch die Versuchsanlage abgebrochen.
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Peterhoflift | Furx

Beitrag von Zottel » 11.10.2021 - 22:36

Peterhoflift | Furx

Am Ende der geplanten und nie erbauten zweiten Pendelbahn-Sektion Suldis-Furx gab es lange Zeit das Gasthaus Peterhof mit gleichnamigen Skilift. Die möglichen Reste des Skilifts wollte ich mir im letzten Sonnenlicht noch ansehen.

Den alten Peterhof hat man komplett abgerissen und ersetzt ihn bis Dezember 2021 durch einen modernen Bau mit Ferien-Chalets. Der Hang hinter dem neuen Hauptgebäude wurde vor einigen Jahrzehnten vom Peterhoflift erschlossen. Er endete im Waldstück oben.
Bild

Das Bildmaterial zu diesem Skihang ist in der Vorarlberger Landesbibliothek umfangreich. Hier sieht man beispielsweise den alten Peterhof links samt Skilift, 1962 offensichtlich in der ersten Ausführung mit Holzstütze und ggf. als Pendellift:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:20807

1969 war die Anlage dann mit einer Stahlstütze schon deutlich robuster ausgeführt:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:18117

Anhand dieser zeitgenössischen Aufnahme lassen sich der ehemalige Talstationsbereich und die Trasse ziemlich genau verorten:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:26413

Denn sowohl das Gebäude (mit den geschlossenen roten Fensterläden) hinter der Talstation sowie das Gebäude rechts der Trassenmitte (siehe darauffolgendes Foto) sind heute noch vorhanden:
Bild

Bild

An der Höhe der Baumkronen lässt sich sogar noch die Trasse erahnen. Gleich links neben dem Gebäude mit dem weißen Lieferwagen davor verlief die Schlepplifttrasse.
Bild

Von der Talstation selbst ist fast nichts mehr geblieben.
Bild

Aber was so verdächtig aussieht und vom Standort perfekt passt, ist tatsächlich ein Teil oder Anbau der ehemaligen Station.
Bild

Laut dieser Aufnahme von 2005 befand sich das eigentliche alte Talstationsgebäude genau vor dem heute noch vorhandenen weißen Häuschen:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:121055

Hier sieht man eine Ecke des Häuschens rechts hinter der Station herausragen:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:244902

So sah die Talstation 1969 aus:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:18122

Blick von weiter oben auf die Trasse mit der robusten Stahlstütze:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:18123
Das ist übrigens dieselbe interessante Stützenkonstruktion, wie es sie am Älpelelift am Dünserberg gab:
https://pid.volare.vorarlberg.at/o:23733
Siehe dazu auch meinen Bericht von 2016: viewtopic.php?f=52&t=57633&p=5124814&hi ... g#p5122297

Abschließend wollte ich noch den Bereich der ehemaligen Bergstation aufsuchen. Aber sowohl die Trasse selbst als auch der Bereich rechts davon sind weiträumig eingezäunt, bebaut oder anderweitig offensichtlich in Privatbesitz. Tja, und durch die Großbaustelle für den neuen Peterhof kam ich auch nicht links herum herauf. Im weiten Bogen wäre ich wohl über einen Forstweg hinauf gekommen, aber dafür war dann schlagartig zu wenig Licht da und ich ließ es bleiben.

Von einem Skitag 2013 kann ich noch diese beiden Aufnahmen beisteuern. Sie zeigen die Bergstation der heute noch in Furx befindlichen Doppelskiliftanlage. Damals fragte ich mich, was es wohl mit dem alten Fundament seitlich der T-Stütze auf sich gehabt haben könnte. Heute vermute ich, dass dort die Bergstation des Peterhoflifts stand.
Bild

Der Peterhoflift kam nämlich von rechts und traf grob im 90 Grad-Winkel auf die beiden Furxlifte, die 1970/72 errichtet wurden. Das könnte von der Trassenlinie her gut hinkommen, dann hätte es die drei Lifte nie zeitgleich gegeben (was - soweit ich weiß - auch nirgendwo behauptet wird).
Bild

Die Doppelskiliftanlage in Furx steht übrigens noch.
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Re: Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis | Karl Peter

Beitrag von tobi27 » 12.10.2021 - 15:24

Danke für die ausführliche Dokumentation des Peterhofliftes :D Hersteller war wohl ein vorarlberger Dorfschmied denn die Stützen habe ich auch bis auf den Lift am Dünserberg sonst noch nirgends gesehen.

Das Fundament bei den Furxliften hat bei mir damals auch für Rätsel gesorgt, ich habe gedacht die Station wurde mal nach hinten versetzt und die T-Stütze eingefügt aber ich denke jetzt auch, dass dies noch ein Relikt vom Peterhoflift ist. Dann sind die Furxlifte also die indirekten Ersatzanlagen, sie bieten auch den interessanteren Hang (wobei ja eh nur noch der Kurze läuft und der Längere denke ich nicht mehr in betrieb gehen wird).

Viele Grüße
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Re: Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis | Karl Peter

Beitrag von vovo » 12.10.2021 - 21:34

Interessant! Wenigstens hast noch Reste gefunden - bei meiner letzten Tour gab es fast nur Grashügel zu betrachten. Nach Furx wollte ich wegen den bestehenden Liften mal im Winter hin - ich hoffe, dass das diese Saison klappt, denn in jener Ecke gibt es ja (noch) ein paar nette Einzelschlepper.

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Re: Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis | Karl Peter

Beitrag von Harzwinter » 14.10.2021 - 22:14

Interessante Recherche, Chapeau! :D

Nur erschließt sich mir nicht, warum Karl Peters seine Versuchsseilbahn ausgerechnet an einen derart bedeutungslosen Ort gestellt hat. Selbst eine zweite Sektion bis hinauf nach Furx für touristische Nutzung hätte mit der Talstation der deplatzierten ersten Sektion in Batschuns (über)leben müssen.
Zottel hat geschrieben:
11.10.2021 - 22:36
Der Peterhoflift kam nämlich von rechts und traf grob im 90 Grad-Winkel auf die beiden Furxlifte, die 1970/72 errichtet wurden. Das könnte von der Trassenlinie her gut hinkommen, dann hätte es die drei Lifte nie zeitgleich gegeben (was - soweit ich weiß - auch nirgendwo behauptet wird).
Doch! Das behaupten die in alten DSV Skiatlanten wiedergegebenen Pistenpläne!
Peterhoflift und Furxlifte sind auf dem Pistenplan sowohl des DSV Skiatlas von 1977/78 als auch von 1981/82 gemeinsam eingetragen. Der Pistenplan 1981/82 ist eine manuelle Überarbeitung des älteren Plans - es wurden mehr Abfahrten/Routen sowie der neue DoppelSCHL Fallenboden eingezeichnet. Im Fall der Stilllegung hätte man dabei den Peterhoflift problemlos aus dem Plan entfernen können. Hier der Pistenplan Furx / Innerlaterns 1981/82.
Zu schade, dass man aus den schönen Möglichkeiten zwischen Gapfohl/Nob und Furx nicht mehr gemacht hat und dass Alpwegkopflift und Mazonalift sowie selbst der Schmittenhoflift unten in Innerlaterns stillgelegt wurden. Aber es ist halt ein Südhang in nicht ausreichender Höhenlage ... Die Skiroute über den Grat ist User Skikaiser Ende 2010 noch gefahren. Der Alpwegkopflift hat es auch ins Forum geschafft.
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Re: Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis | Karl Peter

Beitrag von Zottel » 19.10.2021 - 22:23

Harzwinter hat geschrieben:
14.10.2021 - 22:14
Nur erschließt sich mir nicht, warum Karl Peters seine Versuchsseilbahn ausgerechnet an einen derart bedeutungslosen Ort gestellt hat. Selbst eine zweite Sektion bis hinauf nach Furx für touristische Nutzung hätte mit der Talstation der deplatzierten ersten Sektion in Batschuns (über)leben müssen.
Laut Wikipedia errichtete Peter die Anlage 1947 in seinem "Wohnort", später im Artikel heißt es, dass das Talstationsgebäude bis heute im Besitz der Familie Peter ist. Ich vermute daher, dass er den abgelegenen Standort der Seilbahn nicht primär mit dem Ziel eines späteren kommerziell erfolgreichen Betriebs zwischen Batschuns und Suldis wählte. Sondern weil er die Grundstücke hatte oder nutzen konnte. Wäre die Verlängerung bis nach Furx zustande gekommen, hätte Peter laut Wikipedia die Seilbahn aber öffentlich betreiben wollen. Das sind an dieser Stelle natürlich viele Konjunktive und meinerseits lediglich Vermutungen.

Harzwinter hat geschrieben:
14.10.2021 - 22:14
Zottel hat geschrieben:
11.10.2021 - 22:36
Der Peterhoflift kam nämlich von rechts und traf grob im 90 Grad-Winkel auf die beiden Furxlifte, die 1970/72 errichtet wurden. Das könnte von der Trassenlinie her gut hinkommen, dann hätte es die drei Lifte nie zeitgleich gegeben (was - soweit ich weiß - auch nirgendwo behauptet wird).
Doch! Das behaupten die in alten DSV Skiatlanten wiedergegebenen Pistenpläne!
Peterhoflift und Furxlifte sind auf dem Pistenplan sowohl des DSV Skiatlas von 1977/78 als auch von 1981/82 gemeinsam eingetragen. Der Pistenplan 1981/82 ist eine manuelle Überarbeitung des älteren Plans - es wurden mehr Abfahrten/Routen sowie der neue DoppelSCHL Fallenboden eingezeichnet. Im Fall der Stilllegung hätte man dabei den Peterhoflift problemlos aus dem Plan entfernen können. Hier der Pistenplan Furx / Innerlaterns 1981/82.
Das stimmt, danke für den Hinweis. Ich hatte es am Ende nicht mehr selbst kontrolliert. Tatsächlich ist der Peterhoflift zusammen mit den beiden Furxliften auch noch im "Der große Skiatlas 1985 - Die schönsten Skigebiete" der Zeitungsgruppe WAZ verzeichnet. Ob nun die Pläne fehlerhaft sind oder meine Vermutung bzgl. des Fundaments - also dass die Lifte nicht zeitgleich existierten -, wird sich wohl nur anhand von Fotomaterial klären lassen. Oder es schaut sich jemand das Fundament nochmal genauer an.


Mittlerweile wurde mir erstes Archivmaterial zu Karl Peter zugespielt. Das Dokument trägt den Namen "Peter: Seilbahn zum Graseck / Seilbahn zum Laber. Information zur Internationalen Seilbahntagung 1956. Peter Seilbahnen GmbH, Garmisch-Partenkirchen." Es enthält detaillierte Beschreibungen der beiden im Titel genannten Anlagen. Bemerkenswert sind die Sprache und verwendeten Begriffe. So heißt es in einer Bildunterschrift: "Blick gegen Ausgangs-Schleuse und zur Abfahrtshalle" - zu sehen ist die Talstation der Graseckbahn samt Kassen- und Eingangsbereich sowie die Bahnsteige.

Die Versuchsseilbahn Batschuns-Suldis ist auf den 9 Seiten von Karl Peter nicht erwähnt. Das ist aber auch verständlich: Warum einen Prototypen vorstellen, wenn man stattdessen zwei in Betrieb befindliche Referenzprojekte vorweisen kann.

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