Koralpe - Historische Anekdoten

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nomike
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Koralpe - Historische Anekdoten

Beitrag von nomike » 03.02.2022 - 02:53

Ich erinnere mich an meine Kindheit wo ich immer zu Weihnachten mit meinen Großeltern und anfänglich noch mit meinem Papa auf der Koralm zum Skifahren war.
Das wird so c.a. in der Zeit von 1986 bis in die späten 1990er gewesen sein.

Ich kann mich noch sehr dunkel an die Zeit erinnern als es noch keine Drehkreuze an den Talstationen gab. Stattdessen hatte ich eine Armbinde mit einem Sichtfenster in dem ein von Hand ausgefüllter Zettel war den die Liftwart:innen kontrolliert haben (ich bin Jahrgang 1983, da war ich also noch sehr klein).

Es gab damals noch den Erllochlift, ich war aber erst nach ein paar Jahren gut genug um ihn zu befahren. Ich erinnere mich im Steilstück noch an die Gruben die links und rechts neben der Fahrspur angelegt wurden, vermutlich um zu Verhindern dass Menschen die stürzen zurück ins Tal purzeln (der Lift war wirklich steil). Bei den letzten Jahren als ich noch mit meinen Großeltern gemeinsam auf Skiurlaub war, war der Lift schon außer Betrieb da vermutlich die Konzession ausgelaufen war. Ich weiß nicht mehr welches Jahr das war, aber das schränkt es vermutlich ein (weiß noch jemand wann der Lift zum letzten Mal in Betrieb war?).

Ich kann mich erinnern noch ein paar Mal mit dem Schischullift II gefahren zu sein. Ein Kurzbügler mit grünen Fachwerkstützen, wenn ich mich recht erinnere. Das war aber nur in den Anfangsjahren und ich habe eher Erinnerungen daran, dass ich es schade fand, dass der Lift nicht mehr in Betrieb war. War sicher eine gute Möglichkeit um von der Burgstallofen-Bahn rüber zum Wasserhang zu kommen. Ohne den Schischullift II ging das nur über den Steinschneiderlift und ich hab die Abfahrt neben dem Schischullift I (heute Raiffeisenlift) nie gemocht. Flach, uninteressant und ständig Skischulgruppen mit kleinen Kindern die meist nahezu die ganze Pistenbreite ausnutzend in Pflugbogen talwärts fuhren.

In den ersten Jahren waren wir immer im Schutzhaus einquartiert. Meine Großeltern waren mit den Betreibenden, der Familie Streit, befreundet und ich kann mich noch erinnern, dass wir immer samt Gepäck mit dem Ratrack vom großen Parkplatz abgeholt wurden. Als die Streit's dann das Schutzhaus abgegeben haben und etwas weiter talwärts ein Restaurant eröffnet haben, haben wir fortan im Gästehaus Karin, kurz oberhalb der Waldrast gewohnt. Da gab es eine Sauna, was eine tolle Aufwertung war. Der morgentliche Aufstieg zur Talstation von der Burgstallofenbahn war mit den Skischuhen manchmal etwas beschwerlich aber mir dämmert gerade dass wir irgend ein Arrangement mit hatten um unsere Skischuhe und Skier über Nacht bei der Talstation zu lassen sodass wir den Weg zwischen dem Gästehaus und dem Lift bequem ohne Schlepperei mit Winterstiefeln bewältigen konnten.

Meine Großeltern waren damals auch mit einem ÖSV Trainer befreundet, welcher mir das Skifahren beigebracht hat und mir gezeigt hat wie man Skier wachselt und Bindungen richtig einstellt.

Vom Parkplatz bei der Burgstallofenbahn führte ein kleiner Tellerlift ("Zubringerlift") hinauf zur Talstation der Burgstallofenbahn. Dieser besaß glaub ich nur eine Stütze und war an der Talstation meistens nicht besetzt. Es gab einen schwarzen Buzzer mit dem man den Lift in Gang setzen konnte, dann lief er lange genug für die kurze Bergfahrt und schaltete sich danach wieder aus.
Im Gegensatz zu den anderen Liften, erinnere ich mich dass dieser Stahlseile in den Gehängen hatte anstelle der sonst üblichen Kunststoffseile. Ich erinnere mich dass es mehrmals vorkam, das die Gehänge eingefroren waren. Ich nahm einen Teller zwischen die Beine, drückte auf den Buzzer und wurde vom Lift in die Höhe gehoben bis sich nach 2-3 Metern die Blockage im Gehänge gelöst hat und ich zurück auf den Boden gekracht bin. Ich fand das damals aber eher lustig ;-).

Am Wasserhang waren meine Großeltern Stammgäste in der Wasserhang-Stube und wir saßen oft noch bis es dunkel wurde. Irgendwann war dann wirklich Sperrstunde und der Wirt warf den direkt daneben befindlichen alten Wasserhanglift noch mal kurz an, damit die Gäste wieder zurück zum Schutzhaus oder rüber zum Burgstallofen oder zum großen Parkplatz gelangen konnten. Einer der wenigen Momente diesen alten Kurzbügler noch erleben zu dürfen. Es war jedes Mal ein Abenteuer für mich, diesen Lift den ich sonst nur im Stillstand sehen konnte zu befahren. Ich erinnere mich noch wie ich öfters fasziniert zur Talstation dazu gefahren bin um mir die Technik ganz genau anzuschauen.

Etwas weiter unterhalb gab es noch den Sonnseitenlift. Ein Kurzbügler mit Dieselmotor an der Talstation und Liftomat 2000. Der war aber oft nicht in Betrieb, meines Wissens nach wegen Schneemangels. Ich erinnere mich noch gut an die ausgezeichneten Würstel mit Saft die ich mir fast täglich in der Godinger Hütte gekauft habe. Ich bin dort gerne runter gefahren weil es nur in manchen Jahren möglich war und ich die Steile Trasse des Sonnseitenlifts damals recht anspruchsvoll fand. Aber am Meisten war ich von der Technik des Liftomat 2000 fasziniert.

In einem anderen Beitrag hat @Mathi ein Foto von einem alten Pistenplan gepostet.
Ich habe den Sonnseitenlift und den alten Wasserhanglift immer als einige Jahre älter empfunden als den heute noch existierenden Wassehang Gipfellift und bisher immer vermutet, dass dieser erst später hinzugefügt wurde. Was mich als Kind schon gewundert hat ist, wie das damals funktioniert hat. Die Bergstation des Sonnseitenlifts, liegt doch ein gutes Stück unterhalb der Talstation des alten Wasserhang Lifts. Gab es vielleicht mal einen Sonnseitenlift II?

Zu guter Letzt fallen mir noch die zahlreichen Gästeskirennen bei den Abfahrten des Hipflliftes ein wo ich auch die eine oder andere Medaille gewonnen habe und der Vorzügliche Hipfltoast in der Hipflhütte. Von der Hipflhütte aus gab es auch noch einen in manchen Jahren befahrbaren Waldweg der rüber zur Trafoabfahrt führte.

So, das ist erst mal genug Nostalgie für Heute.
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Re: Koralpe - Historische Anekdoten

Beitrag von xxxforce » 07.02.2022 - 11:54

Ich - JG 1986 und mit der Koralpe groß geworden kann deine Erzählung fast 1:1 nachempfinden :)

Der Sonnseitenlift ging ungefähr bis zum Wasserhangstüberl hoch daher konnte man da durchaus rüberqueren ohne zu brettln. Bin ihn oft gefahren, Piste war aber oft in grenzwertigem Zustand da pralle Sonne von früh bis spät und demnach im Frühjahr als erstes geschlossen.

Errloch war wohl DAS highlight unter den Liften und man hatte durchaus respekt vor dem Lift..

Den Schischullift II bin ich auch noch öfter gefahren, den alten Wasserhanglift bin ich glaub ich genau 1x gefahren, ich meine mich zu erinnner das der "neue" Lift ein technisches Problem hatte und man dann kurzerhand den alten Wasserhanglift angeworfen hat ;)

Was du vergessen hast: Die Burgstallofenbahn war damals ja auch noch ein Dieselbetriebener-SL allerdings, kann mich heute noch dran erinnern wenn die Warteschlange groß war ging der Liftler in den Maschinenraum, hat den Lift kurz angehalten, den Motor ausgekuppelt und einen Gang höher geschalten, danach hatte der Lift ein ordentliches Tempo drauf, und die Bügel am Einstieg kamen ziemlich brachial dahergeschleudert.. :ja:

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Re: Koralpe - Historische Anekdoten

Beitrag von Schneestern » 21.06.2022 - 12:33

Waren gestern zum wandern auf der Koralpe, da ist mir aufgefallen, dass etwas unterhalb vom Parkplatz ein Riesen Stationsgebäude steht, wo evtl. mal ne Pendelbahn oder Ähnliches stationiert war? Würde meinen, die Trasse ginge bis zum Gipfel (Sendemast) hoch. Sah aber im unteren Bereich, kurz vor der Stationsausfahrt schon sehr zugewachsen aus. Dürfte also locker schon 30 Jahre der Natur überlassen sein.
Auch ein alter Babylift war in dem Bereich zu sehen, der vor sich hingammelt.
Weiss da jemand was genaueres?
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Re: Koralpe - Historische Anekdoten

Beitrag von xxxforce » 23.06.2022 - 11:25

Ja das War früher mal tatsächlich eine Pendelbahn zum Sender als es noch keine Straße rauf gab! Die Bahn war meines wissens nicht öffentllich zugänglich!

Der Sender wurde meines Wissens ~1965 in Betrieb genommen.

Im Zuge des Baus der Radarstation wurde die Straße rauf gebaut und die Bahn dadurch obsolet!

Die Bauarbeiten der Radaranlage (Goldhaube) des Bundesheere begannen Anfang 1976 und konnten erst 1980 mit der Montage der Antenne abgeschlossen werden. 1985 wurde mit dem Probebetrieb begonnen, nachdem zwischenzeitlich der Zusammenbruch der Radarkuppel die Antenne beschädigt hatte. D

Die Bahn ist schon mehr als 30Jahre abgebaut seit ich mich erinnern kann war die Bahn nicht mehr existent.

Die Bergstation kann man auch Heute noch am Sender erkennen wenn man genau hinschaut..

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