Historisches vom Mölltaler Gletscher

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Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von gerrit » 25.12.2019 - 12:56

Beim Dia-Digiatlisieren gefunden.....
20191225Ratebild-1.jpg
20191225Ratebild-1.jpg (303.64 KiB) 5072 mal betrachtet
Diesen Beitrag und die folgenden mit dem Betreff "Re: aus dem Archiv....." aus dem Rate-Forum hierher verschoben, damit uns das Bild erhalten bleibt. / maba04
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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von Skitobi » 25.12.2019 - 13:15

Italia?

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gerrit
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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von gerrit » 25.12.2019 - 13:23

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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von GIFWilli59 » 25.12.2019 - 13:48

Kärnten?

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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von gerrit » 25.12.2019 - 14:03

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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von GIFWilli59 » 25.12.2019 - 14:27

Gletscherlift am Mölltaler Gletscher?

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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von gerrit » 25.12.2019 - 14:35

Bingo! Der erste Lift am Wurtenkees (Vorgänger der oberen DSB), aufgenommen vermutlich von der Herzog Ernst Spitze im Juli oder August 1990
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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von GIFWilli59 » 25.12.2019 - 15:51

Ein tolles Fundstück, das es ganz sicher nicht verdient, hier nach einiger Zeit gelöscht zu werden!
(Weitere Bilder von damals würde mich - falls vorhanden - auch interessieren!)

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Re: aus dem Archiv.....

Beitrag von gerrit » 25.12.2019 - 20:15

Ich weiß gar nicht, ob es von diesem Lift hier überhaupt schon ein Foto gegeben hat. Leider ist es das einzige in meinem Archiv.
Ich habe im Sommer 1990 ein paar Monate in BadGastein gearbeitet und da ist dieses Bild entstanden. Ich kann mich auch erinnern, dort einmal zu Fuß über den Gletscher am Rand der Piste aufgestiegen zu sein, aber da habe ich offenbar keine Bilder gemacht. Damals war ich eher entsetzt über den für mich als Winterschifahrer eher "traurigen" Zustand des Gletschers, der aber aus heutiger Sicht phänomenal gut gewesen ist.
Aber die digitailisierten Dias werden noch zu "richtigen" Berichten über den Pitztaler Gletscher aus dem Jahr 1990 und über Les Arc 1991 führen......
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von CV » 01.08.2020 - 23:31

wie ging's dann eigentlich weiter mit der Erschließung des oberen Bereiches?

Kam die DSB als Ersatz oder parallel zum SL (ich vermute letzteres...). Und dann erst die 6KSB als Ersatz für den SL..?

Den unteren Kurven-SL habe ich beim Wandern gesehen, aber leider niemals ein Bild gemacht. Der lief schon damals, kurz nach der Erschließung des Gletschers, im Sommer nicht, weil der Gletscher schon unterbrochen war.
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von GIFWilli59 » 01.08.2020 - 23:35

CV hat geschrieben:
01.08.2020 - 23:31
Den unteren Kurven-SL habe ich beim Wandern gesehen, aber leider niemals ein Bild gemacht. Der lief schon damals, kurz nach der Erschließung des Gletschers, im Sommer nicht, weil der Gletscher schon unterbrochen war.
Wo verlief der denn?

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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von CV » 01.08.2020 - 23:43

etwas nördlich der jetzigen Panoramabahn Klühspieß bis knapp oberhalb der Bergstation, also dort, wo man heute die Ski anschnallt. Sieht man auf GE noch recht gut: https://goo.gl/maps/12FGRPFov25mDSWi9
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von CV » 02.08.2020 - 23:19

gerade auf skimap.org gesehen:
ursprüngliche Erschließung mit 2 Gletscher-SLs (der untere davon auch damals schon partiell auf Fels): https://skimap.org/data/12317/2205/1539117695.jpeg

Erschließung 1998 mit 2 parallelen DSB oben. Stimmt das???
https://skimap.org/data/12317/2205/1487928707thumb.jpg

Zunächst dachte ich, das sönnte schon sein, weil ich mich ganz dunkel daran erinnerte, dass Klühspieß eine 2nd Hand Anlage ist. Eine der beiden oberen DSB hätte also versetzt werden können. Und zeitmößig passt es auch zum Bau der 6KSB (beide 2000). Allerdings sagt lift-world, dass Klühspieß eine 2nd hand Anlage aus Mallnitz ist. hm.
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von Emilius3557 » 05.08.2020 - 21:06

Wow, Gerrit, super, vielen Dank! Das ist nach bald 18 Jahren Alpinforum ungelogen das erste Photo des SL Schareck, das ich zu sehen bekomme! Sensationell, auch der Gletscherstand...
Erschließung 1998 mit 2 parallelen DSB oben. Stimmt das???
Nein, das stimmt IMHO nicht. Die DSB wurde 1997 errichtet, parallel zum SL, 2000 oder 2001 dann bereits die 6-KSB als Ersatz des SL. Man erkennt bei maximaler Ausaperung ja sehr schön, wie intensiv man für die SL-Trasse das Geröll plattgemacht haben musste.

Was ich sehr gerne sehen würde, wäre die klassische Perspektive von der Bergstation der EUB hinauf zum Schareck von ca. 1987, damit man sich den Eismassenschwund noch besser vor Augen führen kann.
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von starli » 05.08.2020 - 22:02

Hab auch noch was gefunden, ein Prospekt von vmtl. Mitte der 90er:

Bild

Bild
- Überblick Berichte Ski-Saison 1.10.2018-30.9.2019 (121 Tage, 73 Gebiete)
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von Emilius3557 » 06.08.2020 - 13:33

Danke, Starli!

Die SL-Bergstation links unten, kann das der alte SL Schareck sein? Passt das von Hintergrund und Umgebung?

Ich habe das hier noch zu bieten, das Wurtenkees kurz vor der Erschließung. Man sieht m.A.n. schon die Bauarbeiten für das Skigebiet auf der EUB-Trasse und einer der beiden Talabfahrten (als Zufahrt zur Bergstation?). Man sieht auch, dass der Gletscher damals bereits in zwei Teile zerfallen war.

Bild

Bilderläuterung in Lang 1989:
Wurtenkees MO 38 [Bilder 41 und 42)
Dieser Gietscher erlangte in den vergangenen Jahren durch das an und auf ihm eingerichtete Sommerschigebiet traurige Berühmtheit. Traurig deswegen, weil das Wurtenkees einer der wenigen Gletscher ist, die seit vielen Jahrzehnten ständig an Masse verlieren und daher bei Andauern dieser Entwicklung bald zu den verschwundenen Gletschern zu zählen sind. Das eben Gesagte wird nicht nur durch den Augenschein. sondern durch besonders umfangreiche Messungen untermauert (BÖHM 1984. mit ausführlichem Literaturverzeichnis).
Der ehemals mächtige Gletscher zerfiel nach ständigem Rückgang vor einigen Jahren in zwei Teile - Wurtenkees/Schareckteil und Wurtenkees/Alteckteil - und löst sich weiter auf. So ist seit kurzem auch der östlich gelegene Schareckteil mit seinem Sommerschigebiet durch eine Felsschwelle in rund 2800 m Höhe weiter zerteilt worden. Dieser Schareckteil kalbte vor rund 10 Jahren noch in den neuen Hochwurtenspeicher: derzeit endet die stark zurückweichende Zunge bereits rund 400 m vom Stausee entfernt. Einzeine Spaltenzonen sind noch vorhanden. und zwar überwiegend im Bereich von Unebenheiten des Untergrundes.
Auch der Alteckteil gibt wenig Anlaß zu Hoffnungen: er reicht zwar noch in den Hochwurtensee, verliert aber ständig an Dicke. An seinem östlichen Rand trägt er eine schöne Mittelmoräne, die aus den beiden ehemals gegeneinanderfließenden Gletscherströmen entstand. Im gesamten Umfeld des Wurtenkeeses sind zahlreiche, teilweise gut ausgebildete Moränen aus den letzten 150 Jahren zu erkennen. Außer der bereits erwähnten Mittelmoräne ist die linke Seitenmoräne am Schareckteil bemerkenswert.
Weiter heißt es:
Auf dem Wurtenkees hat 1987 das erste und voraussichtlich einzige Sommerschigebiet Kärntens seinen Betrieb aufgenommen. Ich weiß nicht, warum sich die dafür Verantwortlichen gerade das Wurtenkees ausgesucht haben. ist doch dieser Gletscher für den Sommerschi lauf denkbar ungeeignet: Die Zufahrt ist lang und kurvenreich, der Gletscher selbst verhältnismäßig flach und den unsicheren Witterungseinflüssen am Tauernhauptkamm voll ausgesetzt. Der größte "Nachteil" des Wurtenkeeses ist aber sein starker, bereits seit Jahrzehnten anhaltender Rückgang. Wie ich bereits im Kapitel 3.4 erwähnte. zerfiel das Wurtenkees vor vielen Jahren in einen westlichen Teil [Alteck) und in einen östlichen Teil [Schareck). Der östliche Teil wiederum ist seit 1986 durch eine Felsschwelle in zwei Hälften geteilt: über diese Felsschwelle führen Lift- und Schitrassen hinweg! Die aus Echolotungen bekannten Dicken des Gletschers und die in den vergangenen Jahrzehnten beobachtete Entwicklung lassen die gar nicht so leicht widerlegbare Aussage zu, daß etwa um die Jahrtausendwende das Wurtenkees nicht mehr vorhanden sein wird.
Naja, die Jahrtausendwende hat der Gletscher erreicht und dank des Snowfarming auch das Jahr 2020...
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von L&S » 06.08.2020 - 14:44

Schon irre was da schon in den 80ern verschwunden war..
Zum Vergleich: einige große Gletscher Österreichs sind Mitte der 80er leicht vorgestoßen, da lag das Wurtenkees schon lange im sterben.
Umso interessanter finde ich es ,wie es die kleine Eiszeit geschafft hat, die Gegend auf der niedriger Höhe derart zu vergletschern, sodass sich trotz seit Jahrzehnten fehlender Nährgebiete immer noch Eis findet. Noch beeindruckender finde ich, dass diese Vergletscherung, ohne hochgelegen Nährgebiete zustande kam, da die Berge dort nunmal bei 3100 aufhören.
Beim ehemaligen Wurtenkees kann man annehmen, dass das Nährgebiet um 1850 teilweise bis unter 2500 m runter ging, wenn ich das Foto von 1985 ansehe, würde ich zu der Zeit ca. 3000 als Grenze sehen und die letzten Jahre vermutlich auf 3500+!

Aus gut informierter Quelle hab ich gehört, dass die Gletschermessungen am ehemaligen Wurtenkees schon weit vor der Beschneiung eingestellt wurden, weil durch die damals schon umfangreichen Schneeverschiebungen der wissenschaftliche Wert der Messungen null war. Das dürfte auch daran Liegen, dass den Verantwortlichen das Problem des schmelzenden Gletschers schon immer bewusst war und man dem von Anfang an entgegengearbeitet hat( die anderen Gletschern bekamen ja erst ab 2003 richtige Probleme).

Die Aussage aus dem Buch, dass der Gletscher verschwinde wird, wäre ohne technische Maßnahmen wie vorhergesagt eingetreten, nur der westlichste, nicht skitechnisch genutzte Teil des Wurtenkeeses, wird durch seine Lage noch etwas durchhalten, der Alteckteil ist ja schon Geschichte.

Mittlerweile kann man ja nur mehr von einem beschneiten Toteisfeld sprechen, Gletscher ist das seit 20 Jahren keiner mehr.
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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von GIFWilli59 » 06.08.2020 - 19:39

Emilius3557 hat geschrieben:
06.08.2020 - 13:33
Der ehemals mächtige Gletscher zerfiel nach ständigem Rückgang vor einigen Jahren in zwei Teile - Wurtenkees/Schareckteil und Wurtenkees/Alteckteil - und löst sich weiter auf. So ist seit kurzem auch der östlich gelegene Schareckteil mit seinem Sommerschigebiet durch eine Felsschwelle in rund 2800 m Höhe weiter zerteilt worden. Dieser Schareckteil kalbte vor rund 10 Jahren noch in den neuen Hochwurtenspeicher: derzeit endet die stark zurückweichende Zunge bereits rund 400 m vom Stausee entfernt. Einzeine Spaltenzonen sind noch vorhanden. und zwar überwiegend im Bereich von Unebenheiten des Untergrundes.
Auch der Alteckteil gibt wenig Anlaß zu Hoffnungen: er reicht zwar noch in den Hochwurtensee, verliert aber ständig an Dicke.
Dass der Alteckteil in den Hochwurtenspeicher reicht, kann ich mir ja noch vorstellen (sprich die Zunge reichte bis zur heutigen Talstation der 4SB Alteck), aber wie soll der Schareckteil in den Speicher kalben? führte der der dann östlich an der 6EUB-Bergstation vorbei?
Und wenn nicht, wie unterscheidet er sich dann vom Alteckteil?

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Re: Historisches vom Mölltaler Gletscher

Beitrag von Emilius3557 » 06.08.2020 - 19:55

aber wie soll der Schareckteil in den Speicher kalben? führte der der dann östlich an der 6EUB-Bergstation vorbei?
Und wenn nicht, wie unterscheidet er sich dann vom Alteckteil?
Nein. Der Schareck-Teil des Wurtenkeeses floss ebenfalls bis zum Speichersee, von Nordosten kommend. Der Alteck-Teil kommt von Nordwesten.

Bild

Hier ein Photo des Alteck-Teils des Wurtenkeeses.

Bild

Hier eine Karte des Wurtenkeeses welche die Lagebeziehungen klarer macht, mit einem Gletscherstand vielleicht aus den 1970er Jahren.
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