Geplant ist so eine neue Anlage recht schnell, wenn der Auftrag für die Neukonzeption vergeben ist. Ich gehe davon aus, dass ein professionelles Planungsteam aus der Branche eine entsprechende Standardbahn als Ersatzanlage in 6 Wochen planen kann, wenn es drauf ankommt. Zeitaufwändiger werden sich die Definition der Anforderungen für die neue Bahn, die zugehörige Budgetierung und die Ausschreibungen gestalten.
Anforderungen: Was will man überhaupt bauen? Standard-Pendelbahn? Funitel? Kapazitätsmonster? Mit Verbindung zum Nachbarskigebiet oder nicht? Oder zumindest die Möglichkeit dafür vorbereiten? Wird die Trasse beibehalten oder nicht? Braucht man neue Bodengutachten? Dabei müssen verschiedenste Entscheider und Betroffene berücksichtigt und gehört werden. Auch geänderte rechtliche Rahmenbedingungen können eine Rolle spielen. Das kann Monate dauern.
Budgetierung: Der Komplettneubau einer technisch anspruchsvollen Zweisektionen-Seilbahn über 2000 Höhenmeter bis in Gletscherbereiche kann schnell 70 Millionen Euro und mehr kosten. Die fallen nicht vom Himmel und dürften sich auch kaum im Rücklagenportemonnaie der Bergbahngesellschaft finden. Zunächst muss geklärt werden, ob die alte Bahn eine adäquate Brandschutzversicherung hatte und wofür die überhaupt einspringt. Ich schätze, dass sich über eine Versicherungsleistung max. 20% des hier vorliegenden Investionsbedarfs abdecken lassen. Den Rest muss die Bergbahngesellschaft, die sich aktuell ohnehin schon mit vorgezogenen Reparaturen anderer Bahnen herumschlagen muss, selbst organisieren. Das kostet nochmals Monate ... und ein Finanzloch dieser Größe kann dem Unternehmen im Worst Case sogar das Genick brechen.
Mit viel Geschick und Wetterglück kommt man bei der Bauzeit mit einer Sommersaison durch. Ansonsten werden es zwei.
Den o.g. Zeitbedarf unterstellt, sehe ich zum Winter 2019/20 noch keine neue Seilbahn auf die Grands Montets fahren. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt.