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ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von danimaniac » 11.02.2019 - 12:32

starli hat geschrieben:
11.02.2019 - 12:28
Chense hat geschrieben:
10.02.2019 - 22:33
Sinnvoll wäre es hat die ganze Schifreizeit wie es zu meiner Zeit war zu einer verpflichtenden Schulveranstaltung zu erklären ... den Kids macht es ja eh riesenspaß dann!
Schön und gut, aber warum soll eigentlich ausgerechnet Skifahren in der Schule eine verpflichtende wochenlange Veranstaltung sein? Nur weil wir als Skifahrer es uns wünschen? Gibt ja auch keinen verpflichtenden Badeurlaub. Oder Golfurlaub. Oder Reiturlaub. Oder oder oder.
Ich war in der Grundschule auf dem Ponyhof, mit der gesamten 11ten Stufe Skifahren im Ahrntal und mit der Leistungskurs-Ausfahrt in die Provence/Avignon auch am Strand. (Vom Ruhrgebiet aus)
Golfen haben wir allerdings sein lassen. :lach:

Die Skiausfahrt war übrigens nicht verpflichtend. Aber es gab damals einen großen Raum voll mit Leihzeug, so hab ich snowboarden auf einem Freestyle-Board mit Hardboots und +30/+45 Grad eingestellten Bindungen gelernt. So teuer war es wohl nicht.
Nur wenige Jahre nachdem wir unterwegs waren wurde die Skiausfahrt gestrichen.
Zu teuer, zu gefährlich, zu wenig Lehrer bereit mitzugehen und Kopf und Kragen zu riskieren...
wird mal wieder Zeit für ein Snowboard-Abenteuer in Skandinavien...

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Chense » 11.02.2019 - 12:46

starli hat geschrieben:
11.02.2019 - 12:28
Chense hat geschrieben:
10.02.2019 - 22:33
Sinnvoll wäre es hat die ganze Schifreizeit wie es zu meiner Zeit war zu einer verpflichtenden Schulveranstaltung zu erklären ... den Kids macht es ja eh riesenspaß dann!
Schön und gut, aber warum soll eigentlich ausgerechnet Skifahren in der Schule eine verpflichtende wochenlange Veranstaltung sein? Nur weil wir als Skifahrer es uns wünschen? Gibt ja auch keinen verpflichtenden Badeurlaub. Oder Golfurlaub. Oder Reiturlaub. Oder oder oder.
Naja ich rede ja nun nicht gerade von einer Schule in Hamburg sondern in den Alpenregionen oder zmd. im näheren Alpenvorland, wo Skifahren schon gewissermaßen einen Stand als "Nationalsport" hatte und immernoch hat und wir uns als Kinder immer drauf gefreut haben ins Skilager zu gehen statt in das "langweilige Schullandheim".

Außerdem meinte ich nicht, dass das gesetzlich irgendwo festgeschrieben werden sollte, das kann ja jede Schule selbst entscheiden und wenn es halt lieber verpflichtender Golfurlaub sein soll, weil man in dieser spezifischen Schule Golf als hohe Kunst sieht (die es ja auch ist), dann wäre das genauso okay.
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werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist.

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von NeusserGletscher » 11.02.2019 - 13:37

starli hat geschrieben:
11.02.2019 - 12:28
Gibt ja auch keinen verpflichtenden Badeurlaub.
Schwimmen zählt auch heute noch im Schulsport zu den Pflichtveranstaltungen, sogar in der Grundschule.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Latemar » 11.02.2019 - 13:50

Die Woche Skifahren in der Schule wird über kurz oder lang verschwinden, da muss man sich nichts vor machen. So richtig sinnvoll ist das ja auch nicht.

Und natürlich kann man noch günstig Skiurlaub machen.
Mein Sohn war von seinem Studienort in den NL aus 6 Tage Skifahren mit 6 Tage Skipass, 5 Ü im Appartment (ja war basic), Anreise im Bus incl. Zug zu seinem Ort für 260,-. Dazu kamm dann noch das Frühstück und das Abendessen und das Mittagessen auf einer Hütte für gesamt ca. 100,-.
Macht 360,-.
Klar, das ist basic. Skiort war St. Francois Longchamp. Reichlich Pistenkilometer, überwiegend alte Bahnen und Schlepper. Pistenpräperierung nach Lust und Laune.

2. Beispiel
Polnische Reisegruppe, 3*** Hotel mit Hallenbad und Halbpension 5 Nächte, 6 Tage Skipass Alpe Lusia Passo Pellegrin in der Ferienzeit (ohne Mittagessen) 380,-, für Kinder 200,-.

Das Problem dabei:
1.
Die Masse will nach Saalbach oder nach Wokenstein möglichst nah an die Piste. Das Hotel soll eine Wellnessanlage haben und es soll 4 Gänge und ein Salatbuffet geben usw usw.. Das gibt es nicht zum Nulltarif und der Sellaronda Skipass ist teuer. Und da will man nicht anstehen und die Pisten sollen top sein. Das ist ein Teufelskreis.
2. Die Ausrüstung
Der ski kommt aus dem Verleih soll aber Stöckli sein, der Skianzug von Colmar. Zweiter Teil des Teufelskreis.

Es liegt nur an uns was wir wollen.


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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Pancho » 11.02.2019 - 13:56

Teufelskreis ist das Stichwort, dass ich vor Augen habe...

...der Wettkampf um den immer kleiner werdenden Gesamtmarkt wird mit immer teureren Investitionen geführt, was zu einem teureren Ticket führt, was das Schrumpfen des Gesamtmarktes befeuert, was das Verschwinden der kleinen, noch günstigen Skigebiete befeuert, was den Wettbewerb ausdünnt, was die Preise steigen lässt,...,...,...
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Menja » 11.02.2019 - 14:01

Da muss ich Starli Recht geben.
Ich bin fanatischer Schifahrer ABER ich betreibe im Ehrenamt eine Schwimmschule und nehme das allseits bekannte Seepferdchen ab..... Schwimmen zu erlernen ist wichtiger und u.U. Lebensnotwendig und hier schafft die Schule es nicht den Bildungsauftrag zu erfüllen. Dies wäre zehnmal wichtiger wie Schischullandheime o.ä.. übrigens quer durch alle Nationen und Bundesländer und vorallem :D Migrationshintergrund eh wurscht!
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Menja » 11.02.2019 - 14:05

Der Schulsport hat zwar Schwimmen als verpflichtenden Bildungsauftrag, aber in der Praxis sieht das duster aus.
Bäderproblematiken ( Schließung der Bäder), Stundenplan ( 2 Schulstunden Zeit, dann ca.20 min im Wasser), keine Schwimmlehrer ( erst jetzt wird in BaWü bei der Grundschullehrerausbildung Schwimmen verpflichtend).
Das ist trotz aller Liebe zum Wintersport wesentlich wichtiger und auch billiger.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Latemar » 11.02.2019 - 14:14

Pancho hat geschrieben:
11.02.2019 - 13:56
Teufelskreis ist das Stichwort, dass ich vor Augen habe...

...der Wettkampf um den immer kleiner werdenden Gesamtmarkt wird mit immer teureren Investitionen geführt, was zu einem teureren Ticket führt, was das Schrumpfen des Gesamtmarktes befeuert, was das Verschwinden der kleinen, noch günstigen Skigebiete befeuert, was den Wettbewerb ausdünnt, was die Preise steigen lässt,...,...,...
Das ist so. Und ich sehe mich ehrlich gesagt auch als Teil dieses Systems.

Wenn ich schreibe ich finde Carezza schön, gibt es meist ein paar, die sich darüber lustig machen. "Und überhaupt die lange DSB geht ja gar nicht ... Und der lange Schlepper ..."
Dafür sind die Liftleute nett, die Pasta kostet 20-25% wenoger als wo anders, der Viertel rot kostet 3,-, der Esspresso 1,20.
Tagesskipass Zwischensaison 42,- Dolomiti Superski 55,-


Was wollen wir denn wirklich?

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Pancho » 11.02.2019 - 14:25

Latemar hat geschrieben:
11.02.2019 - 14:14
Und ich sehe mich ehrlich gesagt auch als Teil dieses Systems.
Na sicher, das sind wir alle. Wenn ich feststelle es ist voll hier und alles teuer - dann bin ich Teil des Problems, keinesfalls Teil der Lösung. Denn ich bin auch hier (und fülle das Gebiet also auch) und konsumiere hier (bin also Teil der Nachfrage die bei vorhandenem Angebot den Preis erhöht oder mindestens bestätigt).

Das ist das was ich bei ähnlich gelagerten Diskussionen, wo etwas beklagt wird, immer wieder sage: Wenn es euch nicht gefällt, beschwert euch bei den Verantwortlichen, wenn es so bleibt, geht woanders hin.

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von burgi83 » 11.02.2019 - 16:41

noisi hat geschrieben:
10.02.2019 - 20:37
Tiob hat geschrieben:
10.02.2019 - 20:12
Mir ist ein Sommerurlaub genauso viel Wert wie ein Winterurlaub.
Mir auch. Aber egal was ich mache, der Winterurlaub ist am Ende immer teurer. Ob ich nach Dänemark fahre, nach Island oder Griechenland fliege.
Am Ende ist der Preis/Woche beim Skiurlaub inmer der höchste.
Hängt wohl auch damit zusammen, dass die Fliegerei privilegiert ist, da keine Steuern auf Kerosin gezahlt werden muss und die sogenannten Billigflieger aller Ryanair Vergünstigungen bei den Gebühren erhalten.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von burgi83 » 11.02.2019 - 16:46

bkk hat geschrieben:
10.02.2019 - 19:34
Ich verstehe, dass aufgrund der Investitionen und laufenden Kosten die Skipasspreise hoch sein müssen. Wo aber soll das hinführen? Nicht nur die Mehrtageskarten, auch die Stundenkarten über 40,- sind einfach zu teuer. Für ein Paar oder eine Familie ist ein Skitag ein absoluter Luxus
Wo zahlst du für eine Stundenkarte 40 Euro?

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Kreon100 » 11.02.2019 - 17:00

biofleisch hat geschrieben:
10.02.2019 - 18:25
Sorry, aber die Migrationskinderthese ist
a) rassistisch
b) unseriös
c) durch nichts belegbar - schon gar nicht durch 3 Kinder in einer Klasse
d) einfach nur unverschämt.

Die Preise sind meines Erachtens auch nicht grundsätzlich zu hoch - das Problem ist das allgemeine Lohnniveau in den größten Bevölkerungsgruppen. Es wird schon seit Jahren beklagt, dass die Schere Armut / Reichtum immer weiter auf geht. Das bedeutet und ist belegt, dass einige wenige (1000) extrem Reich sind. So obszön reich, dass diese gar nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Geld tun sollen. Die große Masse der Bevölkerung hingegen muss sich mit immer schlechterer Bezahlung, Niedriglohn, Teilzeit- Leiharbeit und unsicheren Verträgen herum schlagen. Diese Mehrheit kann sich aus nachvollziehbaren Gründen weder einen Skiurlaub noch anderen Urlaub leisten. Dieser Bevölkerungsanteil wird immer grösser, weil die Politik im Wolkenkuckucksheim des (nicht vorhandenen) "Trickle-Down-Effekts" und Neoliberalismus gefangen ist.

Warum sonst gehen 1000ende in Frankreich (Gelbwesten) auf dies Straße?
Nur mal beispielhaft den Beitrag von Biofleisch hier zitiert. Ich kann so was immer nicht nachvollziehen, wenn man liest, dass Deutschland Österreich und Schweiz zu den Reiseweltmeistern in der Welt gehören aber angeblich die Gesellschaft so verarmt ist, dass man sich nicht mal mehr skifahren leisten kann. Da fass ich mal statistische Anmerkungen aus dem Netz zusammen:

In Studien kann man nachlesen, dass die Ungleichheit in vielen Ländern der Welt wächst. In genau den gleichen Studien erfährt man aber auch, dass die weltweite Ungleichheit jedoch insgesamt schrumpft. Laut der Studie ist der Anteil der ärmsten Hälfte der Bevölkerung am weltweiten Einkommen in den letzten drei Jahrzehnten leicht gestiegen: 1980 lag der weltweite Anteil der armen Hälfte bei acht Prozent, 2013 bei knapp zehn Prozent. Und der Anteil des reichsten einen Prozents geht seit rund zehn Jahren zurück. Zu denken geben sollte uns, dass häufig gerade in den Ländern am lautesten über Ungleichheit geklagt wird, wo sie am geringsten ist. Der Anteil der obersten zehn Prozent der Bevölkerung am Gesamteinkommen ist mit 37 Prozent nirgendwo so gering wie in Europa. Zum Vergleich: In den USA und Kanada haben die reichsten zehn Prozent einen Anteil von 47 Prozent. Nehmen wir mal Deutschland: Vor hundert Jahren vereinigte das reichste Prozent der Deutschen noch 18 Prozent der Einkommen auf sich, heute sind es nur noch 13 Prozent. Relativ gesehen sind die Reichen also ärmer als vor hundert Jahren.

Dennoch hört man bei jeder Gelegenheit, dass heute der soziale Notstand ausgebrochen ist. Da will ich doch mal schildern, wie ein Skiurlaub vor 40 Jahren ausgesehen hat:

Meine Eltern, beides Akademiker und fast alle in der Nachbarschaft hatten nur ein Auto, mit dem wir beladen wie die Karawane mit Schlitten, Schlittschuhen, Skiern und allem Gerödel in eine kleine Pension irgendwo in der Schweiz oder Österreich gefahren sind. Das war meinen Eltern wichtig und dafür haben sie einen Großteil des damals noch ziemlich knapp bemessenen Urlaubs dran gegeben. Einkehr auf die Hütte gab es einmal alle Jubeljahre, wenn dann nur einen Teller Pommes für alle zum Teilen und jeder eine Cola dazu. Wir hatten immer geschmierte Stulle dabei und abends wurde entweder selbst gekocht oder es gab Brote. Wir hatten keine I-Pods, kein Netflix, Amazon-Prime, Spotify oder Sky-Sport-Konto, keine Skijacke für 3.000 DM, keinen Ski für 1.000 DM, keine Skibrille für 400 DM. Meine Eltern hätten uns auch nicht für 100 DM am Tag Skier geliehen, die wurden auf dem Basar gekauft oder eben über Jahre durchgereicht.

Wenn ich sehe, für was für ein Mist heute allemöglichen Leute Geld ausgeben und dann aber schreien, dass kein Geld mehr für einen Skiurlaub da ist, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Es muss ja nicht jeder Skifahren, sollen die Leute halt nach Teneriffa, Barbados und sonstwohin fliegen und dort Urlaub machen, aber wenn sie nicht mehr skifahren liegt das sicher nicht am Geld. Selbstverständlich gibt es viele, die sich das Skifahren nicht leisten können, aber auch vor 40 Jahren konnten sich das nicht alle leisten. Damals wie heute kann sich das aber ein Großteil unserer Gesellschaft leisten, wenn man will und sich ein Skigebiet und eine Unterkunft nach eigener Kragenweite raus sucht. ICh kann mir leider auch nicht leisten, jedes Jahr nach Zermatt und 3Vallees zu fahren, komme dennoch oft genug auf die Piste und spare das woanders wieder ein.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Kris » 11.02.2019 - 17:31

Eine Überlegung wert sollten auch die Motivationen sein, weshalb es die Skischulwoche ursprünglich gab:
Für Kinder waren die Skischulwoche wohl zur sozialen Entfaltung wichtig (sich in der Gruppe austoben und bewähren weg von den Eltern), aber dies bewerkstelligt ebenso ein Klassenausflug nach Montpellier oder sonstwohin.

Einzigartig bei der Skiwoche war somit zum einen die Naturkomponente, und zum anderen die Entwicklung der sportlichen Fähigkeiten der Kinder in ebendieser Umwelt.
Das macht Sinn: Raus aus der Grossstadt, weg vom Flachland in der weiten Ebene, rein in die Berge - und sich in eine andere faszinierende Lebensart dort hinenarbeiten: Tiefer Schnee, kalte Temperaturen, Nasse eisige Klamotten, steile Hänge, Muskelbrennen. Das Skimaterial war bescheiden, das sich Herantasten an erste motivierende Skierfolge durchaus Schweißtreibend und durch den genialen Kontext (Gruppe, Berg, Freude, Entbehrung, Konflikt, Lösung...) letztendlich auch gut Persönlichkeitsförfdernd.

Alles in allem also durchaus zu begrüßende selbstlaufende Lernziele in der Entwicklung eines Kindes bzw. Jugendlichen.
Und obendrein bekamen Heranwachsende die lobenswerte Chance, einen Sport zu lernen, für den es ein ganzen Leben Passion finden würde.

Nur eben, das Ganze war mal so. Es ist heute eine andere Welt.-Ob heute eine Skischulwoche die ehemaligen geschriebenen und ungeschriebenen Ziele noch zu erreichen mag, erscheint mir fraglich.

Ihr kennt es ja von mir -soll ich mich entschuldigen oder lächeln- : gerne argumentiere ich, dass das heutige Skiumfeld derart banal ist im Vgl. zu vor etwa >25 Jahren, dass es dem Kind in seiner Entwicklung nichts substantielles mehr bieten kann.

Ein Kind auf ein Förderband stellen, von dem es oben gut gummiummattet wieder zum Tal rutschen kann - das trägt jetzt nicht so viel zu seiner Entwicklung bei. Für Ältere das Äquivalent die KSB mitsamt homogener Pistenautobahn.

Das Herausbilden von Bewältigungsstrategien zur Meisterung "schlecht gewalzter Pisten (keine Fräse...), für Anfänger schwierige Buckel, das Anbügeln, das Fahren im steilen Kurzbügellift, die vielen Zufälle und all das "Magische" - das wird nicht mehr geboten. Die Wichtigkeit, Herausforderungen mit Entbehrungen zu bewältigen und letztendlich dadurch mit Freude ins Leben mitzunehmen - das ist heute so nicht mehr.

Handy und Schneekamera, vollständige Vorhersagbarkeit, Straßen im Ort gut salzgestreut, Rolltreppen in der Seilbahnstation. Skizentren und Ortschaften mit Einkaufscenter Charme, Sessellifte sollen gemieden werden (Haftung), versicherungsgetriebene Straf- und Zivilhaftung von Lehrern und Skigebietsbetreibern geben den Rest ...

So bleibt heute als Forderung für Skischulwochen in erster Linie die regionale wirtschaftspolitische Komponente, nämlich zum einen zukünftige Kunden bereits im "prägenden" Kindesalter heranzuziehen, und damit in Verbindung stehend spätere politische Bürger zu fördern, die der Skiindustrie und seinen Bedürfnissen positiv gegenüber stehen...


Ich meine die Skischulwochen haben sich Hoteliers, Skigebiete, TVB's etc. gehörig selbst vergeigt. Inhalts- als auch Kostenmäßig ist eine Skischulwoche argumentativ nicht merh vertretbar.

Man kann sich nun fragen, ob es heute noch Formen einer rundum sinnvollen Skischulwoche geben kann? Ich denke, ja, aber eben nicht mehr mit Lift- und Schneekanonenumworben. Und damit ohne modernem Skitourismus. Wo Selbstmotivation durch Neugierde getriggert werden. Schneeschuhwandern für die einen, Snowboard-Kicker bauen für die anderen zB. in urigen tiefverschneiten "hinteren" Tälernwo die Kühe im Stall stehen...
Das käme dem Gedanken der ursprünglichen Skischulwoche m.M.n. noch am ehesten entgegen bzw. bietet auch heute Ingredienzen einer lebenslang unvergesslichen "crazy" Woche im Schnee.


Lehrer sind generell eher humanistisch (vulgo "links") eingestellt, ich höre desöfteren noch krassere Ansichten gegenüber Skischulwochen ...
Zuletzt geändert von Kris am 11.02.2019 - 17:50, insgesamt 2-mal geändert.
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>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von JohannesSKI » 11.02.2019 - 17:48

Kris hat geschrieben:
11.02.2019 - 17:31
Lehrer sind generell eher humanistisch (vulgo "links") eingestellt, ich höre desöfteren noch krassere Ansichten gegenüber Skischulwochen ...
Beleg? Ansonsten finde ich deinen Beitrag sehr nachvollziehbar.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von noisi » 11.02.2019 - 17:50

burgi83 hat geschrieben:
11.02.2019 - 16:41
Hängt wohl auch damit zusammen, dass die Fliegerei privilegiert ist, da keine Steuern auf Kerosin gezahlt werden muss und die sogenannten Billigflieger aller Ryanair Vergünstigungen bei den Gebühren erhalten.
[/quote]
Na klar liegt das bei Flugreisen vor allem daran. Heisst aber nicht, dass Skigebiete nicht durchaus auch privilegiert sind was z.B. Stromkosten oder auch Subventionen angeht. Aber natürlich nicht annähernd in dem Ausmaß.
Hauptsächlich ist es aber so, dass bei einem Sommerurlaub keine Skipasskosten anfallen, eine vergleichbare Unterkunft meist wesentlich günstiger ist und wir wesentlich seltener Auswärts essen (beim Hotel dann inkl., ansonsten Brotzeit und selbst kochen). Ich verreise allerdings auch praktisch nie in der Hochsaison was außerhalb des Winters doch ziemliche Auswirkungen auf den Preis hat. Im Sommerhalbjahr kann man (im Alpenraum) auch die Vorzüge der Kurkarten nutzen (falls nicht sogar die Bergbahnen inklusive sind), denn die bezahle ich im Skiurlaub praktisch ohne Gegenleistung.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von tafaas » 11.02.2019 - 17:56

Skifahren wurde nicht teurer, sondern blieb über die letzten 60-70 Jahre ziemlich Preisstabil.
Wenn man die enorme Qualitätssteigerung (Skigebiete, Hotellerie, Equipment) in diesem Zeitraum mit einbezieht, wurde das Preis/Leistungsverhältnis sogar immer besser.

In diesem Thread sind ein paar schöne alte Prospekte, teilweise mit Preislisten, verlinkt.

Ein paar Beispiele:

Davos Parsenn 1951:
Saisonkarte (4 Monate): Fr. 240.- => gemäss Verbraucherpreisindex heute: Fr. 1'090.-
Einzelfahrt Parsennbahn: Fr. 7.50 => Fr. 34.-

Wildhaus 1955/56:
Einzelfahrt Skilift Gamserrugg: Fr. 2.- => Fr. 9.00

Saalbach 1965/66:
Tageskarte (3 Lifte): S 120 => bööh, dürften Heute auch um die 50€ sein. :D

:wink:

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Werna76
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Werna76 » 11.02.2019 - 18:07

JohannesSKI hat geschrieben:
10.02.2019 - 23:05
Ich will mal festhalten, dass auch der Anteil der Ur-Österreicher, die Skifahren gehen, erkennbar sinkt!
Das ist unbestritten, nur lass ich mich nicht als Rassisten bezeichnen und warte daher immer noch auf die Erklärung warum es rassistisch sein sollte zu sagen, dass Schüler mit Migrationshintergrund weniger skifahren als "echte" Österreicher.
Wenn ich sage, dass burgenländische Schüler weniger Skifahren als Tiroler/Salzburger Schüler ist das dann auch rassistisch?
Österreicher spielen weniger Baseball/Basketball als Amerikaner... rassistisch?

Generell find ich, dass die Skiwochen in Österreich schon einem großen volkswirtschaftlichen Zweck gedient haben in den 70-90ern. Heutzutage werden die fehlenden Schulskikurse eben mit Russen, Holländern, Engländern aufgefüllt und da stell ich mir schon die Frage wie es sein kann, dass die Gerlosplatte gefüllt wird mit holländischen Schulskikursen während man österreichische Skikurse (Ausnahme Altenmarkt/Zauchensee) vergeblich sucht.
Wir hatten die Diskussion hier schon mal. Ich denke, dass es sehr langfristig gesehen für die großen Skigebiete Sinn machen würde, wenn sie kleine, finanziell schwache Skigebiete unterstützen, also zB, dass sich Saalbach und Flachau zusammentun um so ein Debakel wie in Gaissau-Hintersee zu verhindern. Dort könnte man billig Schulskikurse veranstalten und langfristig hätten die großen Skigebiete mehr Kunden für die Zukunft.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von TVT » 11.02.2019 - 19:05

Sehr spannende Diskussion hier. Mich würden hier mal Zahlen interessieren, wie genau die Anzahl an Skilager/Skischullandheime abgenommen hat.

Interessanter Weise wurde an meiner Schule vor ca. 7,8 Jahren erst eine Skiwoche für alle 7.Klassen ins Kleinwalsertal eingeführt, nachdem es zuvor nur gelegentlich eine Klasse eine Woche zum Skifahren ging und nur es eine jährliche Tagesausfahrt gab. Dürfte aber wohl eher eine Ausnahme sein.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von NIC » 11.02.2019 - 19:10

Werna76 hat geschrieben:
11.02.2019 - 18:07
JohannesSKI hat geschrieben:
10.02.2019 - 23:05
Ich will mal festhalten, dass auch der Anteil der Ur-Österreicher, die Skifahren gehen, erkennbar sinkt!
Das ist unbestritten, nur lass ich mich nicht als Rassisten bezeichnen und warte daher immer noch auf die Erklärung warum es rassistisch sein sollte zu sagen, dass Schüler mit Migrationshintergrund weniger skifahren als "echte" Österreicher.
Wenn ich sage, dass burgenländische Schüler weniger Skifahren als Tiroler/Salzburger Schüler ist das dann auch rassistisch?
Österreicher spielen weniger Baseball/Basketball als Amerikaner... rassistisch?

Generell find ich, dass die Skiwochen in Österreich schon einem großen volkswirtschaftlichen Zweck gedient haben in den 70-90ern. Heutzutage werden die fehlenden Schulskikurse eben mit Russen, Holländern, Engländern aufgefüllt und da stell ich mir schon die Frage wie es sein kann, dass die Gerlosplatte gefüllt wird mit holländischen Schulskikursen während man österreichische Skikurse (Ausnahme Altenmarkt/Zauchensee) vergeblich sucht.
Wir hatten die Diskussion hier schon mal. Ich denke, dass es sehr langfristig gesehen für die großen Skigebiete Sinn machen würde, wenn sie kleine, finanziell schwache Skigebiete unterstützen, also zB, dass sich Saalbach und Flachau zusammentun um so ein Debakel wie in Gaissau-Hintersee zu verhindern. Dort könnte man billig Schulskikurse veranstalten und langfristig hätten die großen Skigebiete mehr Kunden für die Zukunft.
Ich sehe das ziemlich ähnlich wie du. Wie schon erwähnt, der steigende Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund trägt sicher dazu bei, dass die Österreicher im Durchschnitt weniger skifahren als früher. Was wäre allerdings ohne Migranten? Die "Ur-Österreicher" fahren auch weniger Ski als in der Vergangenheit, das wird mir vor allem als Wiener deutlich vor Augen geführt. Ich bin Anfang-Mitte 20 und merke, dass aus meinem Umfeld (die Skiverrückten mal ausgenommen) die Leute kaum noch skifahren gehen. Früher ist man immer mit den Eltern in den Skiurlaub mitgefahren (wie schon hier erwähnt waren diese Eltern eben noch in dieser "Skifahrer-Generation" drinnen, wo in den 70gern und 80gern jeder skifahren gelernt hat, ganz egal was). Allerdings wenn man mal nicht mehr mit den Eltern jedes Jahr auf Skiurlaub fährt, lassen es viele bleiben oder gehen nur noch sporadisch auf den Berg. Von "den Migranten" geht halt kaum einer Skifahren, allerdings halten die sicher auch nicht die "Ur-Österreicher" davon ab, also wie schon erwähnt würde ich darin nicht den Grund sehen.

Vor allem dein letzter Absatz trifft den Nagel auf den Kopf. Viel mehr Sorgen um die langfristige Zukunft des Skifahrens bereitet mir nicht der Klimawandel (was auch immer man davon halten mag), sondern das langsame Verschwinden der Dorflifte und der kleineren, günstigen und nahegelegenen Skigebiete. Gerade diese sind für den Skinachwuchs so immens wichtig und gehören finanziell viel mehr unterstützt. Ich bin jeden Winter doch oft in solchen kleinen Skigebieten in NÖ oder der Steiermark unterwegs und bemerke, dass hier das Durchschnittsalter spürbar niedriger/jünger ist als in den großen "Premiumskigebieten". Deswegen habe ich auch die große Befürchtung, dass mit dem langsamen Wegfall dieser Skigebiete uns der Skinachwuchs verloren geht, die Folgen dürften klar sein. Zum 15-30 Minuten entfernten kleinen, günstigen (Schlepplift-)Skigebiet bringt der Papa die kleinen Sprösslinge schnell mal am Wochenende oder nach der Schule. Nach Saalbach oder nach Ischgl wird wohl kaum einer "auf die Schnelle" hinfahren.
Saison 2018/19: 40 Skitage - 7 Saalbach, 3 Stuhleck, 3 Mölltaler Gletscher, 2 Hirschenkogel, 1 Maiszinken, 1 Feistritzsattel, 1 Annerlbauer, 1 Furtner Lifte, 1 Breitenfurt, 1 Simas-Lift, 1 Unterberg, 1 Schmoll Lifte, 1 Jauerling, 1 Hochbärneck, 1 Kalte Kuchl, 1 Königsberg, 1 Puchenstuben, 1 Kasberg, 1 Loferer Alm, 1 Thalkirchdorf, 1 Andelsbuch/Schneiderkopf, 1 Buron/Adelharz, 1 Bödele, 1 Thaler Höhe, 1 Schetteregg, 1 Hahnbaum, 1 Fageralm, 1 Mönichwald, 1 Niederalpl

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von bkk » 11.02.2019 - 19:51

burgi83 hat geschrieben:
11.02.2019 - 16:46
bkk hat geschrieben:
10.02.2019 - 19:34
Ich verstehe, dass aufgrund der Investitionen und laufenden Kosten die Skipasspreise hoch sein müssen. Wo aber soll das hinführen? Nicht nur die Mehrtageskarten, auch die Stundenkarten über 40,- sind einfach zu teuer. Für ein Paar oder eine Familie ist ein Skitag ein absoluter Luxus
Wo zahlst du für eine Stundenkarte 40 Euro?
Verstehe deine Frage nicht.
Z.b. In Gastein 3 Std. Um die 45,-, obertauern 2 Std. 25,-, in Kleinkirchheim 2 std. 37,- (hier ist Unterbrechung möglich, 2. Std. Wird erst am Drehkreuz aktiviert)

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Werna76 » 11.02.2019 - 20:03

TVT hat geschrieben:
11.02.2019 - 19:05
Sehr spannende Diskussion hier. Mich würden hier mal Zahlen interessieren, wie genau die Anzahl an Skilager/Skischullandheime abgenommen hat.
Lt. diesem Artikel hier
https://www.austriatourism.com/aktuelle ... on-morgen/
Ende der 70er 250.000 Schüler und rd 130.000 2010/11.
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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von NeusserGletscher » 11.02.2019 - 20:14

Kreon100 hat geschrieben:
11.02.2019 - 17:00
Vor hundert Jahren vereinigte das reichste Prozent der Deutschen noch 18 Prozent der Einkommen auf sich, heute sind es nur noch 13 Prozent. Relativ gesehen sind die Reichen also ärmer als vor hundert Jahren.
Vor einhundert Jahren gab es nicht einmal eine soziale Marktwirtschaft. Und 1% von 80 Millionen Deutschen sind immerhin noch 800.000 Menschen. Wenn man unterstellt, dass sich ein Großteil des Vermögens auf wenige Tausend Familien konzentriert, ist 1% schlichtweg eine viel zu grobe Auflösung, um daraus eine schlüssige Aussage abzuleiten.
Kreon100 hat geschrieben:
11.02.2019 - 17:00
keine Skijacke für 3.000 DM, keinen Ski für 1.000 DM, keine Skibrille für 400 DM. Meine Eltern hätten uns auch nicht für 100 DM am Tag Skier geliehen, die wurden auf dem Basar gekauft oder eben über Jahre durchgereicht.
Vor 40 Jahren kostete ein VW Golf in der Basisausstattung auch nur 8.000 DM. Wieviel Neuwagen bekommst Du heute für 4.000 Euro?

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von rajc » 11.02.2019 - 20:40

Ich habe gerade auch in Schladming für €50.-/ eine Unterkunft (neben der Piste) gebucht.

Es gibt meistens die Wahl zwischen alles :D :) und Preis/Leistungs Verhältniss.

Ich kann vieleicht nicht mittreden weil meine (Tages)Saisonkarte im Duchschitt nur €25.- beträgt.
Skitage in 2011/12: 4 x Obertauern 8 x Kitzbühel 2 x Skiwelt 2x Stuhleck 2x Semmering/ Hirschenkogel
1 x Haus/Schladming 1 x Reiteralm/Hochwurzen 1 x Radstadt/Zauchensee/Flachauwinkel/Kleinarl
Skitage in 2012/13:5x Obertauern 1x Skijuwel 1x St. Johann/T 1x Steinplatte 1x Fieberbrunn 3 xSkiwelt 4x Kitzbühel 2x Stuhleck 1x St. Corona
1 x Mönichkirchen , 2 x Hirschenkogel , 1 x Schladming , 2x Reiteralm
Skitage in 2013/14:8x Obertauern 11xBad Hofgastein 3x Schladming 2xMönichkirchen 2x Semmering 1x Stuhleck 2xSt. Corona 1x Großeck 1x Zauchensee
Skitage in 2016/17: 13x Bad Hofgastein 2x Hochkönig 1x Lackenhof /Ötscher 1 X Gemeindealpe 1 x Hochkar 1x Stuhleck 6xFlachau 1x Katschberg 1x Obertauern 8 x Kitzbühel 1xSaalbach 1x Hochfilzen 1 x Wildkogel 3x Skiwelt

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Chense » 11.02.2019 - 21:18

NeusserGletscher hat geschrieben:
11.02.2019 - 20:14
Kreon100 hat geschrieben:
11.02.2019 - 17:00
Vor hundert Jahren vereinigte das reichste Prozent der Deutschen noch 18 Prozent der Einkommen auf sich, heute sind es nur noch 13 Prozent. Relativ gesehen sind die Reichen also ärmer als vor hundert Jahren.
Vor einhundert Jahren gab es nicht einmal eine soziale Marktwirtschaft. Und 1% von 80 Millionen Deutschen sind immerhin noch 800.000 Menschen. Wenn man unterstellt, dass sich ein Großteil des Vermögens auf wenige Tausend Familien konzentriert, ist 1% schlichtweg eine viel zu grobe Auflösung, um daraus eine schlüssige Aussage abzuleiten.
Kreon100 hat geschrieben:
11.02.2019 - 17:00
keine Skijacke für 3.000 DM, keinen Ski für 1.000 DM, keine Skibrille für 400 DM. Meine Eltern hätten uns auch nicht für 100 DM am Tag Skier geliehen, die wurden auf dem Basar gekauft oder eben über Jahre durchgereicht.
Vor 40 Jahren kostete ein VW Golf in der Basisausstattung auch nur 8.000 DM. Wieviel Neuwagen bekommst Du heute für 4.000 Euro?
Ohne jetzt behaupten zu wollen, dass alles billiger gewesen sei ... die Nettoeinkommen haben sich auch immerhin verdreifacht (1970-2018 Quelle WKO) und umgerechnet 1000DM habe ich auch das letzte mal (oder eher damals noch meine Eltern) für einen Ski als Kind ausgegeben ... einfach weil heute egal ob bei Ski, Schuhen oder Kleidung zwar die Anfangspreise steigen, aber auch nimmer alles weggeht ... gebraucht ginge es natürlich nochmal günstiger
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
die letzte PB abgebrochen,
und die letzte Piste modelliert ist,
werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist.

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Stand 12.02.19 - 11 Skitage, 9 Skigebiete - More to come!
1x Stilfserjoch, 1x Schetteregg, 3x Lachtal, 2x Hittisberg, 3x Hagenberg, 2x Hündle, 1x Pfänder, 1x Andelsbuch, 1x Bödele

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Re: ze.tt: "Warum Skifahren immer mehr zu einem Sport für Reiche wird"

Beitrag von Kreon100 » 11.02.2019 - 23:59

NeusserGletscher hat geschrieben:
11.02.2019 - 20:14
Kreon100 hat geschrieben:
11.02.2019 - 17:00
Vor hundert Jahren vereinigte das reichste Prozent der Deutschen noch 18 Prozent der Einkommen auf sich, heute sind es nur noch 13 Prozent. Relativ gesehen sind die Reichen also ärmer als vor hundert Jahren.
Vor einhundert Jahren gab es nicht einmal eine soziale Marktwirtschaft. Und 1% von 80 Millionen Deutschen sind immerhin noch 800.000 Menschen. Wenn man unterstellt, dass sich ein Großteil des Vermögens auf wenige Tausend Familien konzentriert, ist 1% schlichtweg eine viel zu grobe Auflösung, um daraus eine schlüssige Aussage abzuleiten.
Die Zahlen taugen bestens um eine angebliche Schere zwischen Arm und Reich zu untersuchen, nicht um den Besitz in absoluten Zahlen auszudrücken.
NeusserGletscher hat geschrieben:
11.02.2019 - 20:14
Kreon100 hat geschrieben:
11.02.2019 - 17:00
keine Skijacke für 3.000 DM, keinen Ski für 1.000 DM, keine Skibrille für 400 DM. Meine Eltern hätten uns auch nicht für 100 DM am Tag Skier geliehen, die wurden auf dem Basar gekauft oder eben über Jahre durchgereicht.
Vor 40 Jahren kostete ein VW Golf in der Basisausstattung auch nur 8.000 DM. Wieviel Neuwagen bekommst Du heute für 4.000 Euro?
Einen Lada oder Dacia?
Das ist doch mein Reden, dass für solche Güter in den letzten Jahren viel mehr Geld ausgegeben wird, wir bekommen aber die Autos, die wir auch nachfragen!

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