Das Alpinforum wird ausschließlich durch Werbung finanziert.
Wir würden uns freuen, wenn du deinen Adblocker für das Alpinforum deaktivieren würdest! Danke!

Die große Klima-Diskussion

... alle Berichte aus Fernsehen, Rundfunk, Presse und anderen Medien hinein.

Moderatoren: snowflat, TPD, jwahl

Forumsregeln
Benutzeravatar
Petz
K2 (8611m)
Beiträge: 8748
Registriert: 22.11.2002 - 22:26
Skitage 17/18: 0
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Telfs/Austria
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 80 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz » 13.06.2019 - 12:17

Ist aber sicher nicht das große Problem jene Speicherkraftwerke zu Pumpspeicherwerken hochzurüsten bei denen sich unterhalb ein zusätzlicher See anlegen ließe.
Grüße von Markus

Modelliftseite Petz: http://www.modellseilbahnen.com

Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)

Werbung wird nicht durch das Alpinforum bereitgestellt, sondern durch Google. Besucher dieser Links werden gebeten sorgfaeltig mit den angebotenen Produkten/Seiten umzugehen.
 

Benutzeravatar
Mt. Cervino
Alpspitze (2628m)
Beiträge: 2673
Registriert: 14.02.2008 - 17:08
Skitage 17/18: 11
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 25 Mal
Danksagung erhalten: 117 Mal

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Mt. Cervino » 13.06.2019 - 13:26

Das löst aber das grundsätzliche Problem nicht das durch den Wegfall der Atom und Kohlekraftwerke entsteht: Beide Kraftwerksarten liefern die Grundlast im Netz, wofür es aktuell nur wenig Alternativen gibt.
Pumpspeicherkraftwerke hingegen sind darauf ausgelegt Spannungsspitzen innerhalb kürzester Zeit auszugleichen und das Netz stabil zu halten und die Nachfrage anzupassen.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Mt. Cervino für den Beitrag:
gfm49
Last Destinations: Alpe Mondovi (I) / Lurisia (I) / Quattre Vallées-Verbier (CH) / Abetone (I) / Pragelato (I) / Via Lattea-Sestriere (I) / Zermatt-Cervinia-Valtournanche (CH/I) / Pila (I) / Venet (AT) / Hochzeiger (AT) / Hochoetz (AT) / Kühtai (AT) / Pitztaler Gletscher-Rifflsee (AT) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Obertoggenburg (CH) / St. Moritz (CH) / Arlberg-Lech-Zürs (AT) / Skiwelt (AT) / Cervinia-Zermatt (I/CH) / Serfaus-Fiss-Ladis (AT) / Kleinwalsertal-Heuberg-Ifen-Talllifte-Kanzelwand (AT) / Oberstdorf-Fellhorn-Söllereck (DE) / Pila (I) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Bardonecchia (I) / Via Lattea-Sauze D`Oulx-Sestriere (I) / Serre Chevalier (F) / Kleinwalsertal-Heuberg-Ifen-Talllifte-Walmendingerhorn (AT) / Tignes-Val d`Isere (F) / Kaunertal (AT) / Gstaad (CH)

Benutzeravatar
Petz
K2 (8611m)
Beiträge: 8748
Registriert: 22.11.2002 - 22:26
Skitage 17/18: 0
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Telfs/Austria
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 80 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz » 13.06.2019 - 19:00

Mit erweiterter Speicherkraftwerkskapazität könnte man die Alternativenergieschwankungen (so diese mal entsprechend zur Verfügung steht) ausgleichen und sie resultativ auch zur Grundlastdeckung heranziehen was ja auch Sinn und Zweck einer Energiewende wäre.
Grüße von Markus

Modelliftseite Petz: http://www.modellseilbahnen.com

Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)

Benutzeravatar
NeusserGletscher
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2349
Registriert: 01.04.2010 - 16:45
Skitage 17/18: 0
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 186 Mal
Danksagung erhalten: 274 Mal

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher » 14.06.2019 - 09:41

Könnte man nicht auch Speicherseen für künstliche Beschneiung als Pumpspeicherkraftwerke nutzen? So könnte man Ökologie und Ökonomie miteinander vereinen. Und die Speicherseen liefern dann noch den Strom für die Schneekanonen. Vielleicht sollte man doch noch Andermatt fluten. :wink:

Benutzeravatar
Petz
K2 (8611m)
Beiträge: 8748
Registriert: 22.11.2002 - 22:26
Skitage 17/18: 0
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Telfs/Austria
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 80 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz » 14.06.2019 - 10:53

Voraussetzung wäre aber immer das man unterhalb des Turbinen(Pumpen)hauses ebenfalls einen entsprechend großen Speichersee anlegen kann aus dem man das Wasser wieder hochpumpte.
Grüße von Markus

Modelliftseite Petz: http://www.modellseilbahnen.com

Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)

Benutzeravatar
Talabfahrer
Rigi-Kulm (1797m)
Beiträge: 1997
Registriert: 08.02.2009 - 15:52
Skitage 17/18: 97
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Grenznahes (A/D) Inntal
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 117 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Talabfahrer » 14.06.2019 - 11:20

Das Fassungsvermögen typischer Schneiteiche ist viel zu klein, als dass sich die Investition in die benötigte Technik einer Pumpspeicheranlage rentieren würde. Neuere Schneiteiche haben so zwischen 100000 bis 250000 Kubikmeter Fassungsvermögen. Außerdem hätte dann im Konfliktfall die Stromerzeugung Priorität vor der Beschneiung. Zum Vergleich hat das obere Speicherbecken der allerdings sehr leistungsfähigen Pumpspeicheranlage Hornberg 4.1 Millionen Kubikmeter um ca. 7 Stunden lang 900 MW zu erzeugen. Vor ein paar Jahren galt als untere Leistungsgrenze eines Pumpspeicherwerks zum Tagesbetrieb ca. 100 MW, um über die Laufzeit wenigstens eine Amortisation der Baukosten zu erreichen. Wenn die Fall-/ Förderhöhe nicht so hoch wie im Südschwarzwald ist, dann werden, wie gesagt nur um einige Stunden lang diese Leistung zu liefern, Beckengrößen so um die 1 Million Kubikmeter benötigt. In der Nähe meiner Heimat war mal sowas geplant: Pumpspeicherwerk Einöden. Hört man auch nichts mehr davon, nicht nur wegen der unvermeidlichen Proteste der Anlagengegner, sondern auch, weil das mit den derzeitigen Rahmenbedingungen ein Pleitegeschäft würde.
Inzwischen hat sich nämlich die Marktsituation am Strommarkt sogar noch zu Ungunsten der Pumpspeicheranlagen mit Tagesbetrieb entwickelt, weil an vielen (nicht allen!) Tagen der früher ungedeckte Bedarf während des Tages durch den überreichlich vorhandenen Solarstrom (gestern Mittag z.B. ca. 26 GW) gedeckt wird. Um Energie aus Wind und Sonne über Zeiträume zu speichern, die einen langfristigen Wegfall der Grundlastversorgung aus thermischen Kraftwerken über längere Zeiträume (Jahresgang) kompensieren, bräuchte es schon viele Speicherseen mit Dimensionen so wie bei diesem hier: Gepatschspeicher. Irgendwann wird man sich ernsthafter mit dem Thema auseinandersetzen müssen, wobei schon klar ist, dass es selbst bei geänderten Rahmenbedingungen nicht ausreichend viele Standorte für große Speicherseen gibt. Man kann sich ja mal überlegen, ob man es den Norwegern schmackhaft machen kann, durch Übernahme der Kosten von vielen Zehn Milliarden Euro einen Ausbau ihrer Wasserkraftanlagen auf Pumpspeichertechnik anzugehen. NordLink sollte dann aber besser 10 oder 15 GW statt 1.4 GW transportieren können. Nachrüstung von Pumpspeichertechnik in bestehenden Wasserkraftanlagen ist extrem aufwändig, wurde aber in den letzten Jahren durchgeführt. Beispiele Kaprun/Limberg 2 (Verbund) oder Obervermunt II (Illwerke & EnBW). Alles aber nur zur Bereitstellung von "Spitzen- und Regelenergie".

gfm49
Wurmberg (971m)
Beiträge: 985
Registriert: 11.02.2009 - 19:41
Skitage 17/18: 0
Skitage 18/19: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von gfm49 » 14.06.2019 - 13:14

Kann mir irgendjemand einen vernünftigen Grund nennen, warum die Norweger unsere Probleme lösen sollen, indem sie ihre Landschaft mit Pumpspeicherseen verschandeln und ökologisch ruinieren (so ist doch die Argumentation hier, wenn es um den Bau von Speicherseen geht). Das ist typische nimby-Argumentation.

Werbung wird nicht durch das Alpinforum bereitgestellt, sondern durch Google. Besucher dieser Links werden gebeten sorgfaeltig mit den angebotenen Produkten/Seiten umzugehen.
 

Benutzeravatar
scratch
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 419
Registriert: 17.12.2011 - 15:18
Skitage 17/18: 0
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: bei Neumarkt i.d.Opf.
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 27 Mal

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von scratch » 14.06.2019 - 23:23

Petz hat geschrieben:
13.06.2019 - 19:00
Mit erweiterter Speicherkraftwerkskapazität könnte man die Alternativenergieschwankungen (so diese mal entsprechend zur Verfügung steht) ausgleichen und sie resultativ auch zur Grundlastdeckung heranziehen was ja auch Sinn und Zweck einer Energiewende wäre.
Wird ja z.B. in Gaildorf so gemacht.
https://www.ingenieur.de/technik/fachbe ... rspeicher/
https://edison.handelsblatt.com/erklaer ... 87322.html

kaldini
Moderator
Beiträge: 4615
Registriert: 19.08.2002 - 22:17
Skitage 17/18: 0
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Wörgl
Hat sich bedankt: 8 Mal
Danksagung erhalten: 67 Mal

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von kaldini » 15.06.2019 - 10:59

Kann mir irgendjemand einen vernünftigen Grund nennen, warum die Norweger unsere Probleme lösen sollen, indem sie ihre Landschaft mit Pumpspeicherseen verschandeln und ökologisch ruinieren (so ist doch die Argumentation hier, wenn es um den Bau von Speicherseen geht). Das ist typische nimby-Argumentation.
bisher erzielt Norwegen sehr große Gewinne aus der Erdöl- und Erdgasförderung. Dies wird irgendwann wegfallen. Und ein großes Land mit wenig Einwohnern könnte dann schon Geld damit verdienen, Energie zu speichern. Arbeitsplätze gäbe es auch.

Ich war letztes Jahr in Mayrhofen und habe eine Führung durch die Kraftwerksgruppe bekommen. Sie allein kann ganz Wien 2 Wochen lang mit Strom versorgen (Dann sind aber alle Speicher leer) - und das sind schon riesige Speicher (Schlegeis, Stillup). Da werden die Schneiteiche nichts bringen.

Was ich nicht weiss, wie viel der Grundlast kommt vom privaten und wie viel vom industriellen Bereich. Privat könnte ich mir Solaranlagen mit größeren Batterien vorstellen (z.B. bei Einfamilienhäusern). 20 bis 30 KWh Speicher wären da recht einfach zu erstellen (damit könnte man dann auch alte Autoakkus weiterverwenden). So könnte jeder selber Puffern.
Größere Industrien werden weiterhin andere Energiequellen brauchen, diese mit Fernwärme gekoppelt sollten aber recht effizient sein (in Wörgl wird die Abwärme der Tirolmilch zur Fernwärme genutzt, ebenso in Kundl mit der Sandoz).
Leider kein echter Skifahrer.

Benutzeravatar
Talabfahrer
Rigi-Kulm (1797m)
Beiträge: 1997
Registriert: 08.02.2009 - 15:52
Skitage 17/18: 97
Skitage 18/19: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Grenznahes (A/D) Inntal
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 117 Mal
Kontaktdaten:

Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Talabfahrer » 15.06.2019 - 12:43

Ist zwar hier fast ein bisschen OT, aber um mal eine Vorstellung von den Dimensionen der benötigten Anlagentechnik zu bekommen, finde ich es tatsächlich sehr lohnend, sich so was selbst anzuschauen. Weil ich früher mal in diesem Feld gearbeitet habe, konnte ich damals die Kavernenbaustelle des Hornberg-Pumpspeicherkraftwerks und auch die Installation der Turbinen in einem deutschen Kernkraftwerk besichtigen. Das sind alles Dimensionen, die schwer vorstellbar sind, wenn man das nicht "live" sieht. Man kapiert dann auch, dass sich solche Vorhaben alleine schon von der Bauzeit über Jahre hinziehen und dass es nicht möglich ist, Entscheidungen über Vorhaben einer derartigen Größenordnung in der Hoffnung auf minimal-invasive, schmerzfreie Ausweichlösungen bis zum St. Nimmerleinstag vor sich herzuschieben. Auch in Norwegen würde sowas von der Planung bis zur Einsatzfähigkeit ein Jahrzehnt dauern.

In diesem Sommer veranstalten die Illkraftwerke Tage der offenen Tür. Ich überlege mir ernsthaft, das wahrzunehmen. Der geplante Termin wäre eigentlich am vergangenen Wochenende gewesen, aber auch an der Silvretta-Straße gab es noch zu viel Schnee, der jetzt in den letzten Tagen verflüssigt den Inn herunter kam - zum Leidwesen der Kraftwerksbetreiber der Innstaustufen, die in einem solchen Fall praktisch keine Energie mehr erzeugen können, weil man sich keinen Aufstau mehr erlauben kann, und damit das Wasser ohne Energieentzug über das Kraftwerk drüber läuft.

Tage der offenen Tür im Obervermuntwerk II

Antworten

Zurück zu „Medienberichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste