Zugseilüberschlag in St. Niklaus

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Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Kakadu » 20.06.2022 - 13:59

Zuseilüberschlag in St. Niklaus – Alp Jungen; 7 Personen evakuiert ...

https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/o ... ar-AAYEXa2
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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Lagorce » 20.06.2022 - 14:38

Habe ausser Presseagentureneinheitsbrei nichts genaueres gefunden.

Wäre interessant zu wissen, ob der Zugeseilüberschlag sich aufgrund eines Nothalts ereignete. Es handelt sich um eine relativ lange (schräge Länge 2092.20 m gem. Website) Garaventa Kleinstpendelbahn mit zwei gondelbahnähnlichen Kabinen für je 4 Personen.
Zugseilüberschlag ist so eine Beispiel bei dem auch eine integrierte Rettung nichts bringt. Sofern die Zugseilüberwachung auslegungsgemäss anspricht und nach dem Anhalten der Bahn keine Fehler gemacht werden (z.B. Wiederaufnahme der Fahrt kann zum Zugseilriss führen), besteht keine besondere Gefahr. Zugseilüberschläge kommen gelegentlich vor und sind technisch nicht vollständig zu vermeiden.

Hier noch das Website der Bahn mit den technischen Daten:
https://www.jungenbahn.ch/technik.html

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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Lagorce » 20.06.2022 - 15:14

Pressebild von Air Zermatt: Bergung Pendelbahn St. Niklaus - Jungen 2022-06-18.
https://www.air-zermatt.ch/addons/phpTh ... rung-2.jpg aus https://www.air-zermatt.ch/de/allgemein ... ermatt-179

Direkte Einbindung des Bildes entfernt. Bitte die Medienregeln beachten! / Mod. maba04

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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Kakadu » 20.06.2022 - 23:31

Wie wird der Zugseilüberschlag wieder "behoben"? Heli? Spezialwerkzeug? Wie heikel ist das (bzgl. Folgeschäden – FBM müssen evakuiert sein)? Was ist da für ein Zeitrahmen, um das a) technisch zu beheben (i.S.v. "Seil wieder auf die richtige Seite bringen"); und b) was muß danach alles noch geprüft werden, bis wieder Normalbetrieb aufgenommen werden kann?
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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Spezialwidde » 21.06.2022 - 11:32

Man kann erstmal versuchen den Überschlag durch vorsichtiges manuelles Verfahren der Bahn unter ständiger Kontrolle der Seilführung zu beseitigen, oftmals klappt das, oder man muss mit einem Kettenzug oder ähnlichem vom Bergefahrzeug aus arbeiten. Kaputt geht dabei in der Regel nichts, der Überschlag kann ja nur abseits der Gondel stattfinden. Eine Sichtprüfung des Tragseils und der angrenzenden Seilführungseinrichtungen bzw eine Sonderprüfung des Zugseiles wird aber wohl gemacht.
Zuletzt geändert von Spezialwidde am 21.06.2022 - 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Theo » 21.06.2022 - 11:59

^^Das ist soweit richtig. Ohne Fangbremse wo man dafür schliessen kann um eine der beiden Kabinen zu fixieren, was hier der fall ist, wird das Unterfangen aber ungleich schwieriger.
Ich kann dann mal nachfragen was unternommen wurde, was die Technik betrifft wird die Bahn vom grössten Seilbahnbetreiber im Tal betreut.
Der letzte Regierungsvertreter wo an einer Pressekonferenz etwas für die Menschen positives gesagt hat und dies dann auch später eingehalten hat war Günter Schabowski am 9.11.1989.

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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Latesn » 23.06.2022 - 12:44

Inzwischen ist es durchaus üblich in den Stationen zusätzliche Klemmeinrichtungen zu verbauen und dann den Überschlag mit dem Antrieb gegen die Klemme herauszuziehen


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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Spezialwidde » 23.06.2022 - 12:57

Ich meine auch dass man bei manchen Anlagen einfach die Umlenkscheibe in der Gegenstation blockieren kann. Mit dem positiven Nebeneffekt dass das Seil im Zweifelsfall durchrutscht bevor einem irgendwas um die Ohren fliegt.
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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Lagorce » 23.06.2022 - 22:48

@Moderator maba04:
Falls es sich um Medien-Handout-Bildmaterial handelt, sehe ich nicht wo das Problem liegen sollte, zudem wird hier technisch diskutiert.

Mag nicht weiter über die Moderatorenthematik diskutieren, habe mich bereits darüber geäussert.


Mit dem Haupt- oder Notantrieb langsam fahren und dabei wird stets die Seillage direkt überwacht, ohne Fangbremse kann man abspannen. Wichtig ist, dass die Seile nicht unzulässig beschädigt werden, ggf. sind gewisse Seilreparaturen vorort möglich, insbes. bei oberflächlichen Beschädigungen.
Falls erforderlich kann man auch ein neues Stück Zugseil als Ersatz einspleissen. Schwer beschädigte vollverschlossene Tragseile muss man hingegen vollständig austauschen, da sie nicht spleissbar sind, wobel sehr lokale Beschädigungen z.B. durch das Ersetzen eines Stücks Z-Profildrahts der Aussenlage behebbar sind.
Wichtig ist, die Seile nach einem Zwischenfall fachgerecht zu konrtollieren, da gewisse Schäden sich auch erst später auswirken können.

Kenn dies jedoch zuwenig, i.d.R. entscheidet der Seilhersteller und führt auch selbst die Reparaturen durch (z.B. Eibsee - Zugspitze).

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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von maba04 » 23.06.2022 - 23:01

Trotzdem eine kurze Anmerkung: Ich kann gut verstehen, dass das mit den Bildern manchmal anstrengend ist. Gerne mache ich das auch nicht, aber so ist man auf der definitiv sicheren Seite und auf der Website habe ich auch keinen expliziten Hinweis gefunden, dass es erlaubt ist (wie z. B. bei foto-webcam.eu). Ich bin dann aber immer bemüht einen direkten Link zum Bild als Ersatz in den Beitrag zu schreiben, wobei ich den Link hier nur im Code gefunden habe.

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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von ATV » 24.06.2022 - 07:52

Hier noch ein paar Fotos der Bahn:
https://www.stahlseil.ch/gallery/main.p ... mId=338845
Das Zugseil besitzt wie bei so kleinen Bahnen üblich kein Spanngewicht.
Ich schliesse mich Starli an: Boykott dem neuen, unübersichtlichen Alpinforum-Design.

Bis auf weiteres werde ich hier nicht mehr präsent sein -> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.

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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Lagorce » 24.06.2022 - 11:40

@Mod: IIRC habe ich das Bild selbst im Forum upgeloadet, war nicht extern verlinkt.


Ob die feste Zugseilabspannung hier konkret eine Rolle spielte, kann ich nicht beurteilen. Da die Bahn kantonal konzessioniert ist, vermute ich, dass die SUST nicht untersuchen wird.

Gehe jedoch davon aus, dass es nicht optimal ist, bei einer Pendelbahn auf eine Spanngewichtsabsapannung der Zugseilschlaufe zu verzichten. Auch die seltenen hydraulischen Zugseilabspannungen sind nicht so gut (fest abgespannte Trageseile sind jedoch Stand der Technik und soweit bei fachgerechter Auslegung problemlos).

In Frankreich ist die etwa 4040 m lange Pic de Bure (Plateau de Bure) Pendelbahn (ersetzte die abgestürzte Vorgängerbahn, am 1. Juli 1999 kamen dabei 20 Personen ums Leben) ebenfalls mit fest abgespanntem Zugseil (von Hand inkrementell (Steckbolzen) im Stillstand nachstellbar). Ein Tragseil der Materialspur entgleiste vom Trägerprofil eines Stützensattels und fiel dabei auf den Gehängefuss. Die Personentransportkabine der anderen Spur musste evakuiert werden. Danach verblieb das heruntergefallene Tragseil montelang am Boden (das 2. Tragseil der Materialspur war nicht entgleist). Näheres wie auch Berichte sucht man vergebens, IIRC waren die Tragseilfänger etwas unüblich ausgeführt.

Siehe Fotos hier:
https://www.remontees-mecaniques.net/fo ... t&p=266634

BTW auf die technischen Daten der staatlichen Seibahndatenbank frankreichs kann man sich nur bedingt verlassen, das dort etliche Angaben falsch sind.

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Re: Zugseilüberschlag in St. Niklaus

Beitrag von Theo » 27.06.2022 - 18:28

Der Überschlag wurde folgendermassen behoben. Unterhalb von Stütze 3 ( der Überschlag war zwischen 2 und 3 ) wurde eine Klemmplatte an das Zugseil angebracht und diese wiederum mit Struppen an Stütze 3 fixiert. Im Grunde genommen als eigentlich ein Teil einer normalen Abspannvorrrichtung wie man sie sonst bei gewissen Seilarbeiten auch braucht. Anschliessen wurde das Seil mit dem Antrieb gespannt bis sich der Überschlag löste.
Ausgeführt wurde das ganze nicht von irgend einer Basteltruppe sondern von einem der beiden Technischen Leiter beim grössten Seilbahnunternehmen im Tal und dem Maschinisten einer 150er PB.
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