Mit Turnschuhen die Bergtour ist wenn kein Schnee meist absolut problemlos - nur auf sehr weichem Grund (dazu kann auch Geröll zählen wenn tief) hat ein Bergschuh Vorteile. Auf Eis brauchts sowieso was zackiges. Und Ich lese nie von denen die im Klettersteig abstürzen weil ohne Sicherung - aber sehr oft von jenen die überfordert mit Sicherung im Klettersteig gerettet werden müssen. Dazu meine Trailrunningschuhe schauen auch aus wie Turnschuhe - aber schlagen jeden Trekkingstiefel vom Grip her solange fester Grund (ja Schnee/Eis nicht grad geeignet, aber wenns mit denen dann nicht weitergeht bräuchte es auch mit den Stiefeln dann Steigeisen).
Und ja - ich gehöre auch zu jenen die etwa den Innsbrucker Klettersteig mal eben ohne jede Sicherung durchlaufen (ist ein C Klettersteig mit ein paar D Stellen, einen F oder reinen D würde ich eher nicht mehr ohne Sicherung machen). Hab auch einen Freund der öfters bis 6c free solo klettert - und dass auf lange Strecken. Wer sowas macht weiß meist sehr gut woran er ist und ob es ein Risiko ist oder nicht. Bis auf die Leute die es bei einem Wettereinbruch erwischt (da bräuchte es dann aber meist viel mehr als einfach nur gute Ausrüstung - nämlich Ausrüstung für evtl ein paar Tage biwackieren), ist es selten dass es Leute erwischt die underequipped sind. Siehe dazu auch zig Aussagen der Bergrettung - dass meist nicht falsche Ausrüstung sondern falsche Einschätzung und Planung / Überforderung zu unnötigen Einsätzen führen. Klar erwischts auch mal Leute die underequipped sind - aber ist doch recht selten (und dann ist noch die Frage wieso - bzw war er überhaupt underquipped. Etwa ein Freund von mir letzten Sommer vor Erschöpfung nach 6000HM Trailrunning noch recht tief im Karwendel zusammengebrochen und dann ausgeflogen. Aber wandernd wäre er gar nicht soweit gekommen, bzw für Übernachtung hätte er auch nicht genug mitgehabt. Schlechte Tagesform und Überschätzung war da also viel mehr als falsche Ausrüstung das Problem. Er hat aber dazugelernt - und so Gewaltläufe heuer nur mehr Zivilisationsnah gemacht. Im Zeitungsbericht würde dann aber sicher was von Turnschuhen stehen - auch wenn die Bergrettung klar die Überschätzung/Planung als Fehler erkennt ).
Und schonmal am Rinjani in Lombok gewesen? Quasi alle Guides und Träger sind da mit Flip-Flops unterwegs. Und so ein Vulkangelände ist nicht grad einfacher/sicherer als die Alpen. Die können/wollen sich keine festeren Schuhe leisten. Nur ein paar sehr teure von Europäern gemanagte Gruppen haben Guides/Führer mit Bergschuhen ausgestattet um so ihr Image aufzupolieren (Bezahlung/Bedingungen nicht unbedingt besser als bei den Flip Flop Organisationen) - bzw wäre reines Hochpreisführen dort für die Bevölkerung gar nicht gut - wenn dann nur 1/3 oder 1/4 der Gäste kämen.