Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von snowflat » 17.12.2018 - 13:31

Und seit ca. 13:30 Uhr hängt sie "wieder", es werden offenbar die letzten Verschraubungen getätigt.
Du kannst Dir Glück nicht kaufen.
Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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Lagorce
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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Lagorce » 17.12.2018 - 14:37

Weiss jemand, welche Änderungen durchgeführt wurden, insbes. bzgl. Parksicherung und herunterlassen der Bergefahrzeuge?

Gehe davon aus, dass nach den üblichen Tests die Bahn termingerecht wieder den Betrieb aufnehmen wird. Abnahmeprobleme erwarte ich eigentlich keine.

Tolle Leistung bzgl. Liefertermin der Kabine und Dank an die BZB für den ununterbrochenen Betrieb der Webcams. Auch die Freigabe der Bilder (inkl. hochauflösende Versionen!) vom Webcambetreiber unter Quellenanagabe, für nicht kommerzielle Zwecke, soll hier nochmals positiv erwähnt werden.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von massatomba » 17.12.2018 - 15:40

Lagorce hat geschrieben:
17.12.2018 - 14:37
Weiss jemand, welche Änderungen durchgeführt wurden, insbes. bzgl. Parksicherung und herunterlassen der Bergefahrzeuge?
Ich denke, das erste was gemacht wird ist eine Bergeübung....

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von daGuschtl » 17.12.2018 - 23:38

Lagorce hat geschrieben:
17.12.2018 - 14:37
Tolle Leistung bzgl. Liefertermin der Kabine
Absolut, wobei Garaventa sicher auch alles dafür getan hat um die Kabine "rechtzeitig" fertigzustellen. Der Schaden entstand ja durch ein fehlerhaftes Bauteil, das zu dem Gesamtsystem das Garaventa lieferte gehörte (wäre interessant wie sich Garaventa und Liftket einigen). Ich möchte nicht wissen welche entgangenen Summen durch den Stillstand der Anlage aufgelaufen sind (kann man ja grob selbst ausrechnen). Es gingen ja sogar Gerüchte um, dass Garaventa anderen Seilbahnbetreibern Geld dafür geboten hat, dass die BZB-Kabine mit absolutem Vorrang gefertigt wird und die Anderen eine längere Lieferzeit hinnehmen - wie gesagt, Gerüchte die nicht bestätigt sind. Das schmälert natürlich nicht die Leistung aller Beteiligten, das in der kurzen Zeit zu realisieren, nur da wird wohl das liebe Geld der treibende Faktor gewesen sein. :wink:
Lagorce hat geschrieben:
17.12.2018 - 14:37
Weiss jemand, welche Änderungen durchgeführt wurden, insbes. bzgl. Parksicherung und herunterlassen der Bergefahrzeuge?
Leider nicht, was ich gehört habe wurde eine "Fangeinrichtung" für den Fall installiert. Vermutlich einfach ein Stahlseil, dass das Bergefahrzeug am davonlaufen bei Kettenriss im Hebe- /Senkvorgang hindert.

Weiß jemand ob es hier generll eine Änderung gibt? Es gibt ja weltweit ähnliche Anlagen, wo genau so ein Fall auch möglich wäre.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Spezialwidde » 18.12.2018 - 06:58

Es wird spannend! Die neue Kabine wurde geliefert und bereits montiert :D Dann sollte es ja bald wieder losgehen.
https://zugspitze.de/de/aktuell/news/se ... eil_n37062
Genieße den Winter solange es ihn noch gibt

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Lagorce » 19.12.2018 - 10:23

daGuschtl hat geschrieben:
17.12.2018 - 23:38
Lagorce hat geschrieben:
17.12.2018 - 14:37
Tolle Leistung bzgl. Liefertermin der Kabine
Absolut, wobei Garaventa sicher auch alles dafür getan hat um die Kabine "rechtzeitig" fertigzustellen. Der Schaden entstand ja durch ein fehlerhaftes Bauteil, das zu dem Gesamtsystem das Garaventa lieferte gehörte (wäre interessant wie sich Garaventa und Liftket einigen). Ich möchte nicht wissen welche entgangenen Summen durch den Stillstand der Anlage aufgelaufen sind (kann man ja grob selbst ausrechnen). Es gingen ja sogar Gerüchte um, dass Garaventa anderen Seilbahnbetreibern Geld dafür geboten hat, dass die BZB-Kabine mit absolutem Vorrang gefertigt wird und die Anderen eine längere Lieferzeit hinnehmen - wie gesagt, Gerüchte die nicht bestätigt sind. Das schmälert natürlich nicht die Leistung aller Beteiligten, das in der kurzen Zeit zu realisieren, nur da wird wohl das liebe Geld der treibende Faktor gewesen sein. :wink:
Gerüchte...

M.E. war das Hauptproblem die Lieferfrist für gewisse Teile wie z.B. die gewölbten Verglasungssteile (weiss nicht wie die Scheibenheizung hier ausgeführt ist, da gibt es verschiedene Systeme, die gesamte Heizleistung muss allerdings ziemlich hoch sein, da reichen die üblichen Batteriekapazitäten von Seilbahnkabinen nicht mehr aus). Firmen im Glasbereich, die sowas liefern können sind z.T. sehr kundenunfreundlich und teils beinahe arrogant, da nicht so eine grosse Konkurrenz herrscht (nenne Niemand, weiss es jedoch aus Erfahrung bzgl. speziellen Schutzverglasungen für Maschinen). Extrusionsprofile für die Bodengruppe waren vermutlich noch genügend auf Lager, das sonst alles im Metall-Halbzeugbereich sehr lange Lieferfristen hat sofern nicht ab irgendeinem Werkslager lieferbar und solche Profile sind meist kunden- oder zumindest lieferantenspezifisch. Die Frage ist dann auch, ob man genau 1:1 nachbauen muss, oder ob für gewisse Einzelheiten für den Betreiber unsichtbare Änderungen möglich sind, dies kann wiederum die Zulassung, usw. beeinflussen. Vermute es wurde 1:1 ausgeführt.

Was Arbeitsprozesse betrifft sehe ich weniger Probleme als für die Lieferfristen gewisser Bestandteile, in der Schweiz ist man sich gewohnt sehr flexibel zu sein und da wird problemlos notfalls nachts oder auch am Wochenende gearbeitet, nur was mühsam mit dem amtlichen Sch*****papierkram (man muss für alles bezahlen, Formulare ausfüllen and dann abwarten bis irgendwelche Beamte die Bewilligung erteilen). Andererseits sind gute Arbeitgeber auf flexibel und entgegekommend.
Mit etwas Überstunden und gutem Personal lässt sich einiges machen, vorausgesetzt der Arbeitgeber ist ebenfalls korrekt.

An einer Verantwortung des Elektrokettenzugherstellers oder des Lastkettenherstellers zweifle ich nach wie vor. Bin stets der Auffassung, dass mit allergrösster Wahrscheinlichkeit der Elektrokettenzug inkl. Lastkette in einwandfreiem Zustand das Werk verlasste. Was genau im Nachhinein passierte wurde bislang nie eindeutig bekanntgegeben und meine Meinung über den genauen Ablauf des Zwischenfalls bleibt bis auf Weiteres unverändert. Das die Lastkette riss bestreite ich nicht, nur was ganz genau geschah (inkl. mögliche Vorbeschädigung des Kettenzugs) wurde bislang nicht plausibel und detailiert geschildert, zumindest nicht offiziell.
Ohne klaren Nachweis, dass der Elektrokettenzug bzw. die Lastkette unterhalb der von den Normen vorgeschriebenen Mindestlasten versagte, wird weder Liftket noch der Lastkettenhersteller (vermutlich RUD) eine Verantwortung übernehmen.

Lagorce hat geschrieben:
17.12.2018 - 14:37
Weiss jemand, welche Änderungen durchgeführt wurden, insbes. bzgl. Parksicherung und herunterlassen der Bergefahrzeuge?
Leider nicht, was ich gehört habe wurde eine "Fangeinrichtung" für den Fall installiert. Vermutlich einfach ein Stahlseil, dass das Bergefahrzeug am davonlaufen bei Kettenriss im Hebe- /Senkvorgang hindert.

Weiß jemand ob es hier generll eine Änderung gibt? Es gibt ja weltweit ähnliche Anlagen, wo genau so ein Fall auch möglich wäre.
Man muss sich allerdings die technischen Einzelheiten genau ansehen. Da gibt es letzendlich sehr viele kleine Unterschiede und ich gehe davon aus, dass Voraussetzungen wie bei dieser Seilbahn doch selten sind. In gewissen Fällen ist eine herunterklappbare Rampe vorhanden, in anderen sind die Bergefahrzeuge tiefer gelegen Parkiert, manche Bahnen haben nur ein einziges Bergefahrzeug, usw.
Die Wahrscheinlkichkeit, dass ein nich beschädigter und korrekt gewarteter und bedienter Elektrokettenzug eines seriösen Herstellers wie Liftket (oder dessen Lastkette) versagt ist äusserst gering. Eine zusätzliche Absicherung der Aufhängung, idealerweise aus massivem Stahl, also kein Seil, sowie eine zusätzliches Seil zur Absicherung gegen ein Entlaufen wären dennoch sinnvoll. Gegen den Einsatz eines einzigen 5000 kg Liftket Elektrokettenzugs sehe ich nichts einzuwenden.
Automatische Lastsicherungsgeräte wie bereits erwähnt gibt es zwar für solche Nutzkasten, nur sind die teuer und u.U. bei Vereisung problematisch.

Letzendlich bleibe ich der unveränderten Auffassung, dass unklar ist, was genau geschah. Dass die Lastkette als solche Riss, stellte ich nicht grundsätzlich in Frage, nur gehe ich davon aus, dass diese mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch irgendeine Handlung entgegen den Betriebsvorschriften des Elektroktettenzugherstellers letztendlich riss. Ob eine Überlast oder sonstige schwächende Beschädigung bereits vor dem Zwischenfall und/oder während des Zwischenfalls erfolgte, wurde wie gesagt nicht offiziell bekanntgegeben. Wurde die Lastkette vorher lokal beschädigt (z.B. einklemmen der Kette, scharfkantige Umlekung, usw.) muss nicht unbedingt eine Überlast auf Zug, die Spuren hinterlässt eingewirkt haben. Wurde der Kettenzug effektiv sehr Stark überbelastet, wäre sowas sehr wahrscheinlich auch bei fehlendem herausgefallenem Kettenglied oder Kettenstück nachweisbar. Wie bereits aufgeführt hätte sich der Lasthaken plastisch verformt und die Hakenflasche konnte ja geborgen werden (siehe Foto und Diskussion weiter oben).

Was die Wiederinbetriebnahme betrifft, gehe ich davon das dies unspektakulär und termingerecht erfolgt.

Gem. Webcam wurde heute morgen zwischen 08h00 und 08h10 eine Testfahrt begonnen. Da Laufwerk mit der Hilfsbarelle getestet werden konnte, ist eigentlich unproblematisch mit der neuen Kabine zu fahren. Zahlreiche elektrische Tests und gewisse Einstellungen müssen dennoch vorort erfolgen (vieles wird soweit technisch möglich zuerst im Werk getestet, wegen den Sicherheitsanforderungen ist das ganze recht formal und muss auch entsprechend protokolliert werden).

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von stavro_ » 19.12.2018 - 10:41

"Neue Kabine hängt am Seil
Die neue Kabine der Seilbahn Zugspitze ist am Montagmittag an der Talstation am Eibsee erfolgreich montiert worden"


http://www.seilbahn.net/sn/index.php?i= ... =agh586zyf
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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von da_Woifi » 20.12.2018 - 12:54

Seilbahn geht morgen wieder in Betrieb: https://zugspitze.de/de/winter/aktuell/ ... tze_n37381

Detaillierte Hintergründe zu den nun getroffenen Maßnahmen: https://zugspitze.de/de/winter/aktuell/ ... tze_n34366
Es wurden an der Bergstation zwei komplett neue Kettenzüge eingebaut. Zusätzlich wurde ein neues Sicherungssystem installiert, das aus einer Sicherungskonsole und einem Rückhaltesystem besteht.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Mt. Cervino » 20.12.2018 - 13:24

Die Auflistung der Maßnahmen sowie weitere Erklärungen ergänzen das Bild einer offenen und transparenten Kommunikation und Aufklärung der BZB zu diesem Unfall.
Da sollten sich andere Seilbahnbetreiber mal eine Beispiel nehmen...

Erfreulich ist auch, dass die Bahn nun zur Hauptsaison nach relativ kurzer Zeit wieder in Betrieb gehen kann. Der Vorfall war ja doch gravierend, aber dank der guten Kooperation von Bergbahnbetreiber, -Hersteller und Behörden konnte man die Bahn rasch wieder reparieren und in Betrieb setzen.
Last Destinations: Alpe Mondovi (I) / Lurisia (I) / Quattre Vallées-Verbier (CH) / Abetone (I) / Pragelato (I) / Via Lattea-Sestriere (I) / Zermatt-Cervinia-Valtournanche (CH/I) / Pila (I) / Venet (AT) / Hochzeiger (AT) / Hochoetz (AT) / Kühtai (AT) / Pitztaler Gletscher-Rifflsee (AT) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Obertoggenburg (CH) / St. Moritz (CH) / Arlberg-Lech-Zürs (AT) / Skiwelt (AT) / Cervinia-Zermatt (I/CH) / Serfaus-Fiss-Ladis (AT) / Kleinwalsertal-Heuberg-Ifen-Talllifte-Kanzelwand (AT) / Oberstdorf-Fellhorn-Söllereck (DE) / Pila (I) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Bardonecchia (I) / Via Lattea-Sauze D`Oulx-Sestriere (I) / Serre Chevalier (F) / Kleinwalsertal-Heuberg-Ifen-Talllifte-Walmendingerhorn (AT) / Tignes-Val d`Isere (F) / Kaunertal (AT) / Gstaad (CH)

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Lagorce » 20.12.2018 - 18:17

Wiederhole mich zwar, aber nochmals grosses Lob an die BZB für die offene Kommunikation!
Nebst den stets zugänglichen archivierten Webcambilder wurden auch keine YouTube Videos gelöscht.

Vermute, gewisse technische Einzelheiten wurden aufgrund dieser Alpinforum Diskussion erwähnt, da man sich sonst wohl nirgends öffentlich so vertieft mit diesem Zwischenfall befasst hat. Interessant war auch, dass die Diskussion hier doch sehr sachlich bleiben konnte und auch stets klar zwischen den Tatsachen und den Vermutungen unterschieden wurde.

Dass man ursprünglich keine zusätzliche Absicherung während dem eigentlichen Herunterlassen oder Heben des Bergefahrzeugs vorgesehen hatte ist völlig verständlich, da wie BZB es erwänht, man ein katastrophales Versagen eines Kettenzugs bzw. dessen Lastkette, Hakenflasche, Lasthaken, usw. als (weitaus) genügend unwahrscheinlich betrachtet, damit zusätzliche Massnahmen gegen das Herunterfallen der Last nicht erforderlich sind. In der Praxis werden ja auch unzählige kritische Lasten mittels Hebezeuge bewegt, bis zu millionenteuren Teilen und dies ohne irgendwelche zusätzliche Absicherung.
Von dem her gesehen kann man m.E. diesbezüglich dem Seilbahnersteller keinerlei Fehlkonzeption vorwerfen.

Wie man gewisse sicherheitstechnische Einzelheiten betrachtet, ist letztendlich auch z.T. subjektiv und im nachhinein weiss man es halt immer besser. Der Zwischenfall ist auf eine unglaubliche sehr unwahrscheinliche Ereignisverkettung zurückzuführen. Zum Glück wurde niemand verletzt, den Rest kann man wiederherstellen.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Lagorce » 21.12.2018 - 08:38

Wiederaufnahme des Betriebs wie geplant, heute 2018-12-21 um 08h30, tolle Leistung aller Beteiligten:
https://zugspitze.de/de/winter/aktuell/ ... tze_n37381

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von br403 » 21.12.2018 - 09:35

Genau ein Jahr nach der ersten Eröffnung, wer hätte das vor einem Jahr gedacht...
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor br403 für den Beitrag:
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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Zugspitze » 09.01.2019 - 14:41

Hallo,
was für ein Kettenzug hält nun den Bergewagen? Wieder ein LIFTKET?

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von massatomba » 09.01.2019 - 14:53

Zugspitze hat geschrieben:
09.01.2019 - 14:41
Hallo,
was für ein Kettenzug hält nun den Bergewagen? Wieder ein LIFTKET?
Es wurden an der Bergstation zwei komplett neue Kettenzüge eingebaut. Zusätzlich wurde ein neues Sicherungssystem installiert, das aus einer Sicherungskonsole und einem Rückhaltesystem besteht.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Zugspitze » 09.01.2019 - 16:10

massatomba hat geschrieben:
09.01.2019 - 14:53
Zugspitze hat geschrieben:
09.01.2019 - 14:41
Hallo,
was für ein Kettenzug hält nun den Bergewagen? Wieder ein LIFTKET?
Es wurden an der Bergstation zwei komplett neue Kettenzüge eingebaut. Zusätzlich wurde ein neues Sicherungssystem installiert, das aus einer Sicherungskonsole und einem Rückhaltesystem besteht.
Und wieder LIFTKET als Hersteller?

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von massatomba » 09.01.2019 - 17:14

Wenn du es genau wissen magst, musst dort mal anrufen.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Lagorce » 09.01.2019 - 17:45

Wäre interessant Fotos der Abänderungen zu sehen.

LIFTKET Kettenzüge stelle ich absolut nicht in Frage, solche würde ich ohne jegliche Bedenken jederzeit Einsetzen.

Bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass die Elektrokettenzüge inklusive Lastkette in einwandfreiem Zustand das Herstellerwerk verlassen haben. Was danach genau damit passierte, weiss man nicht so genau und dafür trägt der Hebezeughersteller auch keinerlei Verantwortung. Ein Versagen des Elektrokettenzuges (inkl. Lastkette) infolge eines Fabrikationsfehlers betrachte ich nach menschlichem Ermessen als ausgeschlossen, zumindest im diskutiertem Falle.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von br403 » 11.01.2019 - 17:39

Hier gibt es ein Video dazu, ist wieder Liftket: https://youtu.be/7RN0429Tabc

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Lagorce » 11.01.2019 - 23:24

Besten Dank für das Video.

Habe gar nicht näher recherchiert, da ich nicht davon ausgegangen wäre, dass was dazu veröffentlicht worden wäre, da es ja doch ziemlich technisch ist.

Jedenfalls tolle Leistung aller Beteiligten für das Einhalten einer derart kurzen Wiederinstandsetzungsfrist, da hat das Swiss Made sicher eine Rolle mitgespielt (punkto Flexibilität von KMUs, da hier etliche Unterlieferanten mitmachen müssten).

Und nochmals zu erwähnen ist ebenfalls die vorbildliche Kommunikation der BZB (Betreiberin der Anlage), für einmal Klartext anstelle vom sonst anderswo üblichen PR-Einheitspressebrei.

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Re: Grainau: Zugspitzbahn steht still - Gondel bei Übung beschädigt

Beitrag von Lagorce » 12.01.2019 - 23:14

Hier ein paar Screenshots vom YouTube Video von BR 24, als Referenz, nochmals der YouTube Link von br403 weiter oben gepostet (besten Dank and br403):
https://youtu.be/7RN0429Tabc

Die Aufnahmen Zeigen Einrichtung von Spur 1, also die Spur, dessen Kabine nicht beschädigt wurde. Gehe davon aus, dass es sich um das Original-Bergefahrzeug handelt (deshalb auch die üblichen Gebrauchsspuren an den seitlichen Führungsrollen).
Sehr wahrscheinlich wurde das neue Bergefahrzeug identisch (jedoch spiegelbildlich) nachgebaut, da man anonsten noch zusätzlich Zeit für den Papierkram verloren hätte. Also sogar sicherheitsrelevante Verbesserungen könnte man nicht ausführen, das man diese hätte neu genehmigen müssen und terminlich lag sowas kaum drin.

Ersichtlich ist die neue Aufhängung, wie erwartet in Massivstahl ausgeführt (aus dickem Blech geschnitten). Ebenfalls erkennbar ist das zusätzliche Stahlseil mit gepresster Seilöse die spuraussenseitig mit Steckachse am Laufwerk des Bergefahrzeuges angeschlagen wird. Also auch hier, eigentlich was man erwarten konnte: einfache, sichere Lösung.

Die Fahrbewegung des Handfahrwerks des Elektrokettenzugs ist beidseitig eng Eingeschränkt, damit bleibt die seitliche Lage der Lastkette vorgegeben. Vermutlich war dies bereits vor dem Zwischenfall so ausgeführt, kann mich jedoch nicht daran erinnern, ob Fotos diesbezüglich vorhanden sind, müsste mal nachschauen.

Weshalb die Gewindestangen der "Sprossen" der neuen Parkaufhängung soviel vorstehen, ist mir zurzeit unklar, das dies eigentlich nur eine (obwohl geringe) Verletzungsgefahr darstellt.
Nicht gut sichtbar ist, ob die Steckachse für das Sicherungsseil exzentrisch in den beiden Bohrungen der Gabelaufnahme aufliegt, da keine Polyamid-Gleitbuchsen wie seitens des Bergeseils (d.h. spurinnenseitig) sichtbar sind, spielt jedoch technisch keine Rolle.
Dateianhänge
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