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13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

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13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von NeusserGletscher » 21.04.2019 - 16:57

Eine Anfängerin befuhr im Schneepflug einen Hang. Ein 13-Jähriger, an dem sie kurz zuvor vorbeigefahren war, ließ seine Freeride Ski zwei Meter zurückgleiten und verfehlte die Deutsche nur knapp. Die erschrak dabei dermaßen, dass sie in Rücklage geriet und sich beim anschließenden Sturz verletzte. Obwohl es nicht zu einem Kontakt zwischen beiden Sportlern gekommen war, verurteilte ihn das Landgericht Insbruck zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 4.678 Euro.

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Also wenn ich jedesmal vor Schreck stürzen würde wenn mir jemand zu nahe kommt, dann könnte ich mit dem Erlös mein Hobby finanzieren :wink:

Ich mags auch nicht, wenn jemand zu nah an mir vorbei fährt. Aber Fahrfehler passieren nun einmal und Skifahren ist eine Risikosportart.
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Fab » 21.04.2019 - 17:40

Mir stellt sich die Frage nach der Strafmündigkeit.
13 Jahre alt - in D heißt das strafunmündig. Wie ist das in Österreich?

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Jan Tenner » 21.04.2019 - 18:04

Auch in Österreich wird es dem Unterschied zwischen Straf- und Zivilgerichtbarkeit geben...

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von gfm49 » 21.04.2019 - 18:07

Bei Schmerzensgeld sind wir in D im Zivilrecht. Da kommt es auf die Deliktsfähigkeit an und nicht auf die Strafmündigkeit. Zwischen dem 7. und dem 18. Lebensjahr hängt das von der Einsichtsfähigkeit ab.

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von christopher91 » 21.04.2019 - 18:34

Also so langsam fragt man sich wohin das alles noch führt mit den Gerichten.

Erst die Kuhsache, dann Bullyfahrer in Sölden, nun das hier.

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Fab » 21.04.2019 - 19:59

Hat mir keine Ruhe gelassen :D Ohne je drüber nachgedacht zu haben, dachte ich immer Kinder unter 14 wären auf der sicheren Seite, sind sie aber tatsächlich nicht.
Ab 10 Lebensjahr können sie zivilrechtlich für allfällige Schäden in Haftung genommen werden. Die Eltern sind nicht verpflichtet die Schäden zu bezahlen.
Das "Kind" hat 30 Jahre Zeit die Schuld plus Zinsen zu begleichen.

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Buckelpistenfan » 21.04.2019 - 20:21

Ich habe mich gefragt, ob die Privathaftpflichtversicherung (die man als Familie haben sollte) das abdeckt. Dürfte wohl unter den Begriff des Sportunfalls fallen.


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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von gfm49 » 21.04.2019 - 20:41

Da in dem verlinkten Artikel davon die Rede ist, dass eine Haftpflichtversicherung besteht, greift die im konkreten Fall wohl ein. Das dürfte auch für die Höhe des Betrags eine Rolle gespielt haben.

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Werna76 » 21.04.2019 - 21:11

Solche Urteile werden nur dazu führen, dass Fahrerflucht zunehmen wird.
Warum sollte man stehenbleiben und helfen, wenn man schon verurteilt wird nur weil sich jemand erschrocken hat?

Das Kuhurteil hat hier im Pinzgau übrigens dazu geführt, dass ein großer Teil der Wiesen/Weiden im Tal zugepflaster ist mit "Hunde verboten" Schildern und Androhung einer Besitzstörungsklage wenn man das Grundstück mit Hund betritt.
In weiterer Folge wirds wohl dazu führen, dass alle Wiesen im Tal eingezäunt werden und man all die wunderschönen Laufstrecken direkt neben der Salzach nicht mehr nutzen kann.
Bravo dazu an diejenigen, die das Urteil so gefällt haben. Hausverstand ade.
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von scratch » 21.04.2019 - 21:34

[offtopic]
Man merkt, dass man sich hier mit dem "Kuhurteil" nur auf Stammtischniveau beschäftigt hat.
Mir persönlich geht es noch mehr auf die Nerven, dass es jeder immer besser weiß und sich anmaßt, ein Urteil zu fällen, von Sachverhalten, von denen man nur paar Brocken aus der Zeitung kennt.
[/offtopic]

Und auch bei dem eigentlichen Thema hier werden mit Sicherheit paar mehr Faktoren eine Rolle für das Urteil dazu gekommen sein bzw. wird sich das Gericht schon etwas ausführlicher damit beschäftigt haben. Natürlich kann man immer über Urteile diskutieren, aber dann sollte man schon etwas mehr "Wissen" mitbringen als diesen Artikel.
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Werna76 » 21.04.2019 - 22:10

Mit Sachverhalten hat das Kuhurteil leider oder logischerweise sehr wenig zu tun.
Das ist SPÖ gegen ÖVP und das endgültige Urteil wird zugunsten der Seite lauten, zu der der zuständige Richter zugehörig ist. Wird wohl derzeit eher ein ÖVP-Urteil werden, nen.
Wenn du etwas mehr "Wissen" mitbringen würdest wie Dinge in Österreich laufen, lieber Scratch, dann wüsstest du das.
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von scratch » 21.04.2019 - 22:23

Gut, dass es in anderen Foren von österreichische Landsleute und selbst von manchen Medien etwas differenzierter gesehen wird und auch mehr ins Detail gehen. Und wenn man sich die Mühe macht, dann kann man vielleicht auch in gewisser Weise das Urteil verstehen, deshalb muss man es noch nicht für gut befinden.

Aber mit einem Stammtischgeblubber kann ich nix anfangen.

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Werna76 » 21.04.2019 - 22:52

Nunja, die Sache ist halt die.... dass außerhalb von Wien die Stammtische von großen Gemeinde die Landeshauptleute vor sich her treiben. Und die Landeshauptleute bestimmen wiederum wer denn so in der Bundeshauptstadt das Sagen haben darf.
Von daher ist das was an Stammtischen in Maxglan, Leonding oder Kitzbühel "geblubbert" wird ziemlich wichtig. Siehe die Absetzung von Herrn Mitterlehner (den wirst du jetzt googeln müssen, was ein Zeichen ist, dass du über österr. Gerichtsurteile nicht mitdiskutieren solltest)
Für einen gebildeten Menschen der Dinge differenziert betrachtet und ins Detail geht, ist das alles aber sicherlich auch nur Stammtischgeblubbere, schließlich sind Gerichte und Richter ja politisch neutral und die wichtigsten Medienpositionen in Österreich werden auch nicht politisch besetzt, nen. :roll:
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Chense » 22.04.2019 - 10:30

scratch hat geschrieben:
21.04.2019 - 21:34
[offtopic]
Man merkt, dass man sich hier mit dem "Kuhurteil" nur auf Stammtischniveau beschäftigt hat.
Mir persönlich geht es noch mehr auf die Nerven, dass es jeder immer besser weiß und sich anmaßt, ein Urteil zu fällen, von Sachverhalten, von denen man nur paar Brocken aus der Zeitung kennt.
[/offtopic]

Und auch bei dem eigentlichen Thema hier werden mit Sicherheit paar mehr Faktoren eine Rolle für das Urteil dazu gekommen sein bzw. wird sich das Gericht schon etwas ausführlicher damit beschäftigt haben. Natürlich kann man immer über Urteile diskutieren, aber dann sollte man schon etwas mehr "Wissen" mitbringen als diesen Artikel.
Hier geht es nicht um Stammtischgeblubber sondern darum, dass die meisten Urteile der jüngeren Vergangenheit die Eigenverantwortung des betroffenen verneinen und dass dies eine sehr sehr bedenkliche Entwicklung ist. Aber wenn du dich so gut damit beschäftigt hast dann teile dein Wissen und erkläre uns Unwissenden das Urteil ;)

Ganz schlimm wird es dann wenn die Gerichte auch noch entgegen geltender Leitlinien oder Rechtsprechung entscheiden (besonders schlimm ist mir da der Fall mit dem verstorbenen Kind aus der Skiwelt in Erinnerung)

Bei dem aktuellen Urteil stellt sich die Sache für mich sogar etwas weniger eindeutig dar. M.e. waren 3 Dinge zu prüfen:

Hätte der Sturz vermieden werden können wenn der Bursch sich an die FIS-Regeln gehalten hätte? Das Gericht hat dies bejaht. Ohne die Situation genau zu kennen würde ich das wohl anhand der Schilderung ebenfalls bejahen.

Geschah diese Regelverletzung vorsätzlich oder grob fahrlässig? Auch das bejaht das Gericht ... ich will mir hier kein Urteil erlauben da da eine genaue Kenntnis der Situation unabdingbar ist.

Somit ist hier zumindest mal laut Gericht eine Schuld des Burschen gegeben.

Trifft die Anfängerin eine Mitschuld? Das Gericht hat das verneint ... ich persönlich würde es als guter Skifahrer bejahen kann mich aber natürlich nicht in einen Anfänger reindenken ... dennoch ist gleich umzufallen nur weil jemand knapp an mir vorbeifährt tendentiell schon eine Überreaktion zumindest aus meiner Sicht
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Beitrag von scratch » 22.04.2019 - 11:52

Ja, gut möglich, dass manche Urteile in der jüngeren Vergangenheit nicht ganz im Sinne der Eigenverantwortung getroffen worden sind. Darüber kann man natürlich diskutieren. Allerdings kommt es mir so vor, dass in manchen Fällen schon aus Prinzip immer in die gleiche Kerbe geschlagen wird, obwohl man eigentlich keine Ahnung vom genauen Ablauf hat bzw. man gar nicht wissen will, weil es sonst nicht ins momentane Bild passt (siehe auch z.B. den Bericht von https://www.falter.at/archiv/wp/im-herden-trieb zum "Kuhurteil").

Ich habe auch nicht gechrieben, dass ich mich intensiv damit beschäftigt habe. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass man als Laie etwas vorsichtiger mit Urteilen sein sollte. Bei einer Fußball-WM/EM sind plötzlich immer alle Bürger die besten Trainer, bei einem Urteil, welches etwas höhere Wellen schlägt (warum auch immer), sind auf einmal alle Richter. Dieses Verhalten sehe ich kritisch und nichts anderes wollte ich damit sagen.

Deine Schilderung zu diesem Fall zeigt ja auch, dass man durchaus etwas sachlicher ran gehen kann und deine Überlegungen hat ja das Gericht logischerweise auch gemacht. Ich bin, wie du auch der Meinung, dass für uns Laien kein Urteil möglich ist, da wir die ganzen Fakten nicht kennen und das Gericht mit Sicherheit ihr Urteil auch begründen kann.

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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von niknak » 22.04.2019 - 12:00

Aus meiner Sicht ein falsches Urteil. Der Junge hat sich zwar nicht richtig verhalten, allerdings wär es ja nicht zu einem Unfall bekommen. Die Frau hat sich ja mehr oder weniger aus eigener Entscheidung raus hinfallen lassen und sich halt dabei verletzt. Auch im Anbetracht des jungen Alters finde ich das Urteil völlig überzogen.

Ich möchte auch kurz nochmal festhalten, dass ich es nicht verstehe, wenn man Kinder zur Rechenschaft ziehen möchte bei solchen Fällen.
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von HBB » 22.04.2019 - 12:12

Ich bezweifle, dass es Sinn ergibt, sich über Urteile zu beschweren, wenn man sie gar nicht im Wortlaut kennt. Ein kurzer Zeitungsbericht kann niemals alle Aspekte der Urteilsfindung abbilden - und oft sind es ja gerade kleinste Details, die eine Entscheidung ausmachen.
Es gibt auch generell einen Trend, ganz schnell die Rechtsprechung zu kritisieren; das halte ich für nicht gerade sehr klug, denn wir können alle froh sein, dass Urteile nicht mehr nach dem "gesunden Rechtsempfinden des Volkes" (was immer das auch sein mag) gefällt werden, sondern nach objektiven und nachprüfbaren Maßstäben. Natürlich ist das dann auch immer eine Frage, wie z.B. Gutachten gewichtet werden; wir dürfen aber davon ausgehen, dass Gerichte durchaus mit Menschen besetzt sind, die zu vernünftigen Abwägungen fähig sind.
In diesem Fall kommt noch dazu, dass das Verfahren über zwei Instanzen ging und laut TT-Bericht beide Instanzen die Kausalität der Ereignisse bejaht haben. So abwegig kann das Urteil also nicht sein...
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von NeusserGletscher » 22.04.2019 - 15:57

HBB hat geschrieben:
22.04.2019 - 12:12
In diesem Fall kommt noch dazu, dass das Verfahren über zwei Instanzen ging und laut TT-Bericht beide Instanzen die Kausalität der Ereignisse bejaht haben. So abwegig kann das Urteil also nicht sein...
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Re: 13 Jähriger zur Zahlung von Schmerzensgeld an schreckhafte Deutsche verurteilt

Beitrag von Chense » 22.04.2019 - 18:24

HBB hat geschrieben:
22.04.2019 - 12:12
Ich bezweifle, dass es Sinn ergibt, sich über Urteile zu beschweren, wenn man sie gar nicht im Wortlaut kennt. Ein kurzer Zeitungsbericht kann niemals alle Aspekte der Urteilsfindung abbilden - und oft sind es ja gerade kleinste Details, die eine Entscheidung ausmachen.
Es gibt auch generell einen Trend, ganz schnell die Rechtsprechung zu kritisieren; das halte ich für nicht gerade sehr klug, denn wir können alle froh sein, dass Urteile nicht mehr nach dem "gesunden Rechtsempfinden des Volkes" (was immer das auch sein mag) gefällt werden, sondern nach objektiven und nachprüfbaren Maßstäben. Natürlich ist das dann auch immer eine Frage, wie z.B. Gutachten gewichtet werden; wir dürfen aber davon ausgehen, dass Gerichte durchaus mit Menschen besetzt sind, die zu vernünftigen Abwägungen fähig sind.
In diesem Fall kommt noch dazu, dass das Verfahren über zwei Instanzen ging und laut TT-Bericht beide Instanzen die Kausalität der Ereignisse bejaht haben. So abwegig kann das Urteil also nicht sein...
Die meisten Urteile die ich kritisiere kenne ich im Wortlaut nur soviel vorab - ich will auf das Killerkuhurteil jetzt auch garnicht weiter eingehen das würde juristisch zu weit führen weil dort noch viel mehr Kausalitäten ineinander verstrickt sind als bei betreffendem Urteil nun.

Ich möchte nur nochmal kurz darauf eingehen, warum gerade in Österreich Urteile oft vorschnell kritisiert werden. Die österreichische Justiz hat gerade im Bereich Tourismus und Schadensersatz einen miesen Ruf und den hat sie sich mit Kaprun hart erarbeitet vor allem bei jenen die die Hintergründe recherchiert haben ... das ganze könnte schliesslich auch ein ganz ganz schlechter Justizthriller sein ... in den Hauptrollen ein Major der das aufklären will ohne das Fachwissen zu haben, eine Spezialeinheit die Beweise unterschlägt, ein Brandermittler dem diese vorenthalten werden, eine Staatsanwältin die nach unbequemen Fragen kaltgestellt wird und ein Verteidiger dessen einziges Ziel nach seinen Aussagen ist Schaden von der Tourismusindustrie abzuhalten - Am Ende ist es keiner gewesen und der Verteidiger wird Justizminister ... seitdem ist das Vertrauen in die österreichische Justiz zutiefst erschüttert und man haut erstmal drauf weil ja eh nix gescheites rauskommen kann ... mir persönlich hat dann das Urteil zum tödlichen Unfall in der Skiwelt den Rest gegeben ... denn dort wurde und das ist für mich als jemand mit juristischem Grundverständnis und genauer Kenntnis der Rechtslage im Seilbahnbereich (empfehle ich jedem der im Pistendienst ist) das Gesetz auf haarsträubende Weise mit Füssen getreten und gegen geltende Rechtssprechung (OGH) entschieden und gerade jenes Urteil hat wenn man den Vorher- Nachher- Vergleich zieht auch ziemliche Signalwirkung gehabt und eine fundamentale Wende in der Schuldfrage nach sich gezogen.
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