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Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Che » 11.12.2019 - 22:13

noisi hat geschrieben:
11.12.2019 - 19:52

Sehe ich nur teilweise so. Sicher sind solche Begründungen Gift für die Debatte. Andererseits habe ich dich noch nie so vehement gegen genauso populistische Begründungen von der anderen Seite argumentieren sehen.
Ich hab bereits im Pitztaltopic geschrieben, dass die Zukunft für mich das einzige Pro-Argument dieser Verbindung ist.
Bei keiner "Neuerschließung" (die gibt es ja per se garnicht mehr) ging es um den Klimawandel. Denn die meisten Skigebiete tun doch (in der Öffentlichkeit) so, also würde dieser gar nicht stattfinden.
Man (zumindest ich) kritisiert Populismus hier im Forum eher, wenn er im Großen und Ganzen entgegen der eigenen Meinung ist. Aber ich denke das ist generell so hier im Forum. Wenn hier irgendjemand nen Quark im Sauerlandforum schreibt mit seinen Fantasien bezüglich einer Erweiterung könnte ich da auch nur den Kopf schütteln, aber da ist es mir schlicht nicht wert, dazu etwas zu schreiben.
Anders ist das natürlich, wenn mich jemand in ein Gespräch dazu verwickelt, dann sag ich auch dazu meine Meinung. Aber mir das nun vorzuwerfen, ich weiß ja nicht so recht ;-)


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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von j-d-s » 12.12.2019 - 03:36

Jan Tenner hat geschrieben:
11.12.2019 - 15:33
Und ich mache nochmal darauf aufmerksam, dass das hier vom Deutschen Alpenverein ist!
Irgendwie verstehe ich deine Einlassung nicht so ganz. Der DAV bezieht sich doch nicht nur auf die Bayrischen Alpen und nennt auch keine Negativbeispiele für Gigantismus in Bayern? Außerdem kommt es mir nicht so vor, als wenn der Österreichische oder Italienische Alpenverein ganz andere Ansichten oder Argumente vertritt als der DAV.
Der OeAV ist aber lang nicht so extremistisch wie der DAV, ist ja bei den österreichischen Grünen und den deutschen Grünen auch so. In Ö kann man keine derart extremen Positionen vertreten wie in D, weil besonders in den westlichen Bundesländern Österreichs der Skitourismus ein äußerst wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, während in Bayern der Skitourismus nur einen sehr kleinen Anteil an der Wirtschaft hat und auf ganz Deutschland bezogen noch weniger.

Sieht man auch daran, dass in D diverse Umweltschutzverbände schon auf die Barrikaden gehen wenn man nur eine bestehende Seilbahn auf gleicher Trasse erneuert und Beschneiung ausbaut, während das in Tirol, wo die Grünen mitregieren, routinemäßig jeden Sommer macht und es niemand in Frage stellt.

Auch an der bestehenden Liftinfrastruktur kann man das erkennen, wo in ganz Deutschland kein Großskigebiet existiert (das größte sind nach maximaler Angabe 42 Pistenkilometer, in Ö ist das am oberen Rand der Kleinskigebiete), gibts ein paar Kilometer hinter der Grenze Skigebiete, die um Meilen voraus sind.

Unabhängig davon muss man festhalten, dass der DAV eine Partikularinteressenvertretung von Tourengehern, Wanderern und Bergsteigern ist. Damit sind sie ganz logischerweise gegen Skifahrer. Und sie sind auch kein Umweltschutzverband, sonst müssten sie als allererstes mal ihre Hütten in der "unberührten Bergwelt" abreißen, denn damit locken sie ja Menschen dorthin, welche dann die "schützenwerten Tiere" und die "sensible Bergwelt" stören. Teilweise haben die Dinger sogar Materialseilbahnen, welche die "Landschaft verschandeln"!

Ein Beispiel: Die Braunschweiger Hütte im Pitztal, genau dort, wo die Skigebietsverbindung geplant ist...
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Pancho » 12.12.2019 - 08:44

Den im ersten Beitrag dieses Threads verlinkten Artikel hast Du aber schon gelesen, oder?

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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von icedtea » 12.12.2019 - 14:48

Der DAV ist ja (auch) ein anerkannter Naturschutzverband und damit sind die Aussagen und das Leitbild jetzt nicht wirklich überraschend.

Ob alle knapp 1,3 Mio Mitglieder die Positionen so in Gänze teilen sei mal dahingestellt; ich kann mir gut vorstellen (und kenne den ein oder anderen, bei dem dies so ist), dass ein Gutteil der Mitglieder vor allem die günstigere Hüttennutzung und Versicherungsleistungen mitnimmt, ohne wirklich aktiv zu sein: Ist ja beim ADAC auch nicht so, dass jeder die Positionen gut findet; der Pannendienst und der Schutzbrief locken halt viele :wink:

Allerdings, auch wenn ich für einiges eine gewisse Sympathie hege und wir wirklich nicht auf Teufel-komm-raus die Umwelt zupflastern müssen, erscheint mir auch der DAV (dem Zeitgeist entsprechend :? ) zunehmend dogmatisch zu werden. Die verlinkte Pressemitteilung geht für mich schon in diese Richtung. Ich werde mit Sicherheit auch kein Mitglied dort (genausowenig wie beim ADAC :wink: ), weiß aber auch, dass es dort viele sehr nützliche Aktionen der aktiven Mitglieder gibt (z.B. Bannwaldaufforstung etc.).

Was die Beschneiung angeht: In der Tat könnte man ohne diese Skisport in Deutschland völlig ad-acta legen; inwieweit sich ein Skigebiet subventionieren lassen muss/soll ist durchaus diskutabel. Wenn ich als Betreiber aber die Möglichkeit habe Unterstützung zu bekommen, wäre ich schön blöd, die Möglichkeit nicht zu nutzen :wink:

Alles in allem braucht unsere Gesellschaft solche Interessengruppen auf allen Seiten :!: Sie sollten aber immer auch die Fähigkeit zum pragmatischen Denken behalten :idea:
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Martin_D » 12.12.2019 - 16:52

Ich finde bemerkenswert, dass der DAV eben nicht dogmatisch Schneekanonen zum Teufelszeug erklärt hat. Von daher ist die Stellungnahme ausgewogener als erwartet ausgefallen.
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Jan Tenner » 12.12.2019 - 17:07

Erscheint mir auch der DAV (dem Zeitgeist entsprechend) zunehmend dogmatisch zu werden
Die Aussage interessiert mich. Mit Zeitgeist ist zB Fridays for Future gemeint? Oder die Wahlerfolge der Grünen?
Inwiefern hat denn der DAV hinsichtlich Skigebietausbau seine grundsätzliche Position dem Zeitgeist angepasst oder gar radikalisiert? Gibt es irgendwelche Beispiele dafür, dass der DAV vor sagen wir zehn Jahren eine andere Richtung vertreten hat? Mir komm die Überzeugung des Alpenvereins über die Jahre recht konsistent vor...

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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von icedtea » 12.12.2019 - 17:19

Jan Tenner hat geschrieben:
12.12.2019 - 17:07
Erscheint mir auch der DAV (dem Zeitgeist entsprechend) zunehmend dogmatisch zu werden
Die Aussage interessiert mich. Mit Zeitgeist ist zB Fridays for Future gemeint? Oder die Wahlerfolge der Grünen?
Inwiefern hat denn der DAV hinsichtlich Skigebietausbau seine grundsätzliche Position dem Zeitgeist angepasst oder gar radikalisiert? Gibt es irgendwelche Beispiele dafür, dass der DAV vor sagen wir zehn Jahren eine andere Richtung vertreten hat? Mir komm die Überzeugung des Alpenvereins über die Jahre recht konsistent vor...
Mit Zeitgeist meine ich die Tatsache, dass bei Auseinandersetzungen zwischen "Parteien" nach meinem Gefühl immer mehr polarisiert wird; und das in der Regel auf beiden betroffenen Seiten.

Und wie geschrieben, es ist im Moment ein persönliches Gefühl, dass man auch beim DAV bei Planungen nicht unbedingt nach einem Kompromiss zu suchen scheint, sondern starr auf seiner Ablehnung beharrt. Man wird sehen. Der DAV hat sich ja z.B. auch zum Grünten geäußert und in der Stellungnahme wird nicht nur die Subventionierung des Ausbaus der Beschneiung, sondern die ganze Beschneiung abgelehnt. Ohne Beschneiung ist in Deutschland Skibetrieb nicht wirklich möglich. Bin gespannt, wie man auf den Rückzug in Sachen "Rollglider" reagiert und das Thema Grünten insgesamt weiter bespielt :wink:
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von albe-fr » 12.12.2019 - 20:17

icedtea hat geschrieben:
12.12.2019 - 17:19
Ohne Beschneiung ist in Deutschland Skibetrieb nicht wirklich möglich.
genau das halte ich fuer eine Geruecht. Wenn ich mit hier im Schwarzwald die Schneesitutation anschaue, laufen heir die Lifte nur dann, wenn ausreichend "Naturschnee" da ist. Klar, Maschinenschnee führt dazu, dass die Saison verlängert werden kann, aber eher nicht dazu, dass sie früher beginnt. Nun haben wir hier zumindest verglichen mit dem Sauerland auch keine "schlagkräftigen" Beschneiungsanlagen, aber trotzdem jedes Jahr ~100 Tage an denen Lifte laufen.

Kuenstliche Beschneiung ist ein Eingriff in die Natur der wohl überlegt sein will. Uns da bin ich voll beim DAV. Und eine Förderung dieses Eingriffs aus Steuermitteln halte ich fuer ein Unding.
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Julian96 » 12.12.2019 - 20:44

albe-fr hat geschrieben:
12.12.2019 - 20:17

Kuenstliche Beschneiung ist ein Eingriff in die Natur der wohl überlegt sein will. Uns da bin ich voll beim DAV. Und eine Förderung dieses Eingriffs aus Steuermitteln halte ich fuer ein Unding.
Da muss ich dir voll zustimmen, dass generell immer wieder Projekte von Firmen (und ein Skigebiet ist nichts anderes als ein Unternehmen) mit Steuergeldern unterstützt werden finde ich auch bescheuert. Wenn ich einen kleinen Dorfladen hätte würde mir der Staat doch auch kein Geld geben, wenn ich diesen aubauen möchte.
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von icedtea » 12.12.2019 - 21:07

@albe-fr und Julian96:

Ich bin bei euch, wenn man in Frage stellt, ob technische Beschneiung staatlich subventioniert werden muss :!:

In der Frage, ob man ohne Beschneiung in Deutschland Skifahren kann:

Ja, vielleicht, aber meiner Einschätzung nach nicht, wenn man wirtschaftlich agieren will oder muss.

Das ist, so glaube, ich bestenfalls ein Null-auf-Null Geschäft von Skiclubs, lokalen Initiativen oder Nebenerwerbsenthusiasten, denen ich alle Daumen drücke, dass sie ihre Schlepper noch möglichst lange am Leben erhalten mögen :ja:
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Christian Heinrich » 12.12.2019 - 21:08

j-d-s hat geschrieben:
12.12.2019 - 03:36
Unabhängig davon muss man festhalten, dass der DAV eine Partikularinteressenvertretung von Tourengehern, Wanderern und Bergsteigern ist. Damit sind sie ganz logischerweise gegen Skifahrer.
Eben das stimmt absolut nicht. Ja, der DAV kümmert sich einerseits darum, dass intakte Natur Natur bleibt und Alpinisten ein ungestörtes Naturerlebnis haben. Aber es ist auch ganz klar, dass der DAV, für den ich übrigens ehrenamtlich als Tourenführer arbeite, bei Anfängerkursen im Skibergsteigen Skigebiete und ihre Anlagen mitbenutzt und praktisch jedes Mitglied vor dem Tourengehen das Skifahren auf Pisten gelernt hat und dort übt. Der Verband (der DAV ist in dem Sinne kein Verein, sondern ein Verband von Einzelvereinen, vergleichbar dem DFB) bekennt sich in dieser PM je gerade zum Skisport. Man kann in Bezug auf den Sinn von Neuerschließungen und flächendeckender Beschneiung ja gern unterschiedlicher Meinung sein, aber deshalb kann man ja schon bei den Fakten bleiben...
j-d-s hat geschrieben:
12.12.2019 - 03:36
Der OeAV ist aber lang nicht so extremistisch wie der DAV, ist ja bei den österreichischen Grünen und den deutschen Grünen auch so. In Ö kann man keine derart extremen Positionen vertreten wie in D
Ok, eigentlich hätte ich da schon zu lesen aufhören sollen ...
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Pancho » 12.12.2019 - 21:45

icedtea hat geschrieben:
12.12.2019 - 21:07
In der Frage, ob man ohne Beschneiung in Deutschland Skifahren kann:

Ja, vielleicht, aber meiner Einschätzung nach nicht, wenn man wirtschaftlich agieren will oder muss.
Das ist wohl so, glaube ich auch - besonders wenn auch noch die ganzen vom Skibetrieb abhängigen Sekundärzweige der lokalen Wirtschaft wie Gastronomie, Hotelerie etc. dranhängen. Und das wohl nicht nur in Deutschland und nicht nur in tief gelegenen Gebieten.
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von j-d-s » 12.12.2019 - 22:28

Christian Heinrich hat geschrieben:
12.12.2019 - 21:08
j-d-s hat geschrieben:
12.12.2019 - 03:36
Unabhängig davon muss man festhalten, dass der DAV eine Partikularinteressenvertretung von Tourengehern, Wanderern und Bergsteigern ist. Damit sind sie ganz logischerweise gegen Skifahrer.
Eben das stimmt absolut nicht. Ja, der DAV kümmert sich einerseits darum, dass intakte Natur Natur bleibt und Alpinisten ein ungestörtes Naturerlebnis haben. Aber es ist auch ganz klar, dass der DAV, für den ich übrigens ehrenamtlich als Tourenführer arbeite, bei Anfängerkursen im Skibergsteigen Skigebiete und ihre Anlagen mitbenutzt und praktisch jedes Mitglied vor dem Tourengehen das Skifahren auf Pisten gelernt hat und dort übt.
Das ist doch genau das, was ich geschrieben habe. Der DAV will "intakte Natur" (abgesehen natürlich von den eigenen Hüten, logisch), aber die Skigebiete sind eher notwendiges Übel, im Prinzip ist aber der DAV immer noch dagegen. Wann hat der DAV in letzter Zeit jemals irgendeine Ausbaumaßnahme unterstützt? Und wie oft hat er Fundamentalopposition betrieben?
Christian Heinrich hat geschrieben:
12.12.2019 - 21:08
Der Verband (der DAV ist in dem Sinne kein Verein, sondern ein Verband von Einzelvereinen, vergleichbar dem DFB) bekennt sich in dieser PM je gerade zum Skisport. Man kann in Bezug auf den Sinn von Neuerschließungen und flächendeckender Beschneiung ja gern unterschiedlicher Meinung sein, aber deshalb kann man ja schon bei den Fakten bleiben...
j-d-s hat geschrieben:
12.12.2019 - 03:36
Der OeAV ist aber lang nicht so extremistisch wie der DAV, ist ja bei den österreichischen Grünen und den deutschen Grünen auch so. In Ö kann man keine derart extremen Positionen vertreten wie in D
Ok, eigentlich hätte ich da schon zu lesen aufhören sollen ...
Es ist aber doch Fakt, dass der DAV gegen Beschneiung opponiert, während ich aus Ö sehr wenig Opposition zum Ausbau von Beschneiungsanlagen höre. Eben genau deshalb, weil man ein Skigebiet als wichtigen Wirtschaftsfaktor vergessen kann, wenn es vom Naturschnee abhängt. Die große Masse der Gäste wollen ne Piste haben, keine schöne Natur in Form einer grünen Wiese.

Unterm Strich bleibt das "Bekenntnis zum alpinen Skifahren" des DAV ein reines Lippenbekenntnis. Ich messe ihn an den Taten, also daran, wie er zu Infrastrukturmaßnahmen steht. Und da war er nahezu immer dagegen, mit Fundamentalopposition gegen alles und auch gegen den Willen der Mehrheit des Volkes, bspw. als man trotz der Volksabstimmung am Riedberger Horn die Missachtung des Volkswillens durchgedrückt hat.
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von Pancho » 13.12.2019 - 00:48

Das haben wir dir doch schonmal erklärt, wie das so ist mit Demokratie und Riedberger Horn und so...
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:rolleyes:

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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von ghostbikersback » 13.12.2019 - 09:51

Ich bin auch Mitglied im DAV und habe grundsätzlich auch die Einstellung, dass man sorgsam mit der Natur umgehen muss. Allerdings finde ich manche Positionen des DAV schon sehr merkwürdig, vor allem weil man sich ständig mehr Rechte rausnimmt als man selber anderen zugesteht. Ein paar Beispiele:

- der DAV hat die gesamten Alpen und hochsensible Bereiche mit seinen Hütten zugepflastert (die ich auch gerne nutze)
- der DAV hat ein wirklich schwieriges und rückständiges Verständnis zum Thema MTB.
- die Position zum Thema Gletscherehe ist aus meiner Sicht albern. Das Gebiet liegt in Sichtweite von zwei großen Skigebieten, der Pitztaler Notweg geht direkt an der Braunschweiger Hütte (hat der DAV gebaut) vorbei und man spricht dort von unberührter Natur. Da oben geht niemand hin, der wirklich ein Naturerlebnis möchte, ob nun mit oder ohne Erweiterung. Das ist in etwa so, als ob ich meine Picknickdecke an einem Autobahndreieck hinlege. Links die A8 und rechts die A7, wirklich idyllisch. In meinem Namen spricht der DAV jedenfalls diesbezüglich nicht.
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Re: Die Position des DAV zum alpinen Skifahren...

Beitrag von tauernjunkie » 13.12.2019 - 10:18

j-d-s hat geschrieben:
12.12.2019 - 22:28
Die große Masse der Gäste wollen ne Piste haben, keine schöne Natur in Form einer grünen Wiese.
Für diesen Zweck gibt es bereits die Skigebiete in Oberbayern. "Der Markt ist gedeckt", könnte man sagen. :lach:

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