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ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

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Neandertaler
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Neandertaler » 17.05.2020 - 00:17

icedtea hat geschrieben:
16.05.2020 - 23:53
Es scheint, als ob auch dir gegenüber nicht mit offenen Karten gespielt wurde, und dies ist ja die Kritik, die auch aus meiner Sicht zurecht besteht. Es wundert mich, dass du da noch die Verantwortlichen verteidigst :naja:
Erst mal vielen Dank an 1970 für die Antwort. Da haben die Euch ja wirklich im Regen stehen gelassen. Nicht so nett. Aber eine Frage hätte ich noch: Habt ihr einen offiziellen Bescheid vom Amt bekommen, das Eure Pension/Garni den Betrieb einstellen muss? Und wenn ja, wann und was stand da drin?


Icedtea, Ischgl ist nicht der Großraum Frankfurt. Da ich ja auch in solchen Tälern gelebt habe, kann ich dir nur sagen, die Orte funktionieren dort anders. Ich weiß jetzt nicht, wie es im Patznauen ist, aber in Schnals hat mir der Schilehrer Harry mal gesagt, was mir der Otto dann auch bestätigte, er hat mütterlicher Seits rund 370 Kusiens und Kusinen im Tal, die anderen Einwohner sind von auswärts oder Kusiens und Kusinen väterlicher Seits. Schnals hat rund 1000 Einwohner. Wenn du dann mit rund zwei dritteln im Tal vom 4. bis 6. Grad verwandt bist, hängst dich nicht so sehr aus dem Fenster. Die sind dann alle wiederum in Institutionen wie Feuerwehr, Bergrettung, Lawinenkommision, Gemeinderat und so weiter tätig. Auf die ist man dann wiederum angewiesen bei Baugenehmigungen (da können sie dir viele Steine in den Weg legen, auch wenn du im Recht bist), Marketing im Tourismus, Vergünstigungen für deine Gäste in der Pension und so weiter angewiesen.

Das macht die Sache nicht sehr leicht, mal sich in der Öffentlichkeit berechtigter weise sehr laut aufzuregen.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von flamesoldier » 17.05.2020 - 01:58

1970 hat geschrieben:
17.05.2020 - 00:11
Welche Fehler sind denn belegt. Noch gar keine. Uns wird vorgeworfen, dass wir Fälle vertuscht hätten. Und das ist völliger Blödsinn. Zumindest ist so mein Kenntnisstand. Soll ich jetzt einen Kniefall machen und etwas zugeben für etwas wo wir nichts dafür können. Wenn jemand etwas vertuscht hat und bewusst die Gefahr ignoriert hat wird sich das hoffentlich klären. Und dann wird er sich der Sache stellen müssen.
Ich möchte kein Benzin ins Feuer gießen. Ich möchte mich nur gegen falsche Anschuldigungen wehren. Das würde jeder machen wenn es ihn betrifft. Und so wie diese ORF Doku uns zeigt sind wir nicht.
Es ist doch längst belegt, dass Kenntnis über erste Fälle bereits Ende Februar herrschte. Am 5. März wurde man aus Island gewarnt und es wurden eben nicht alle Kontakte in den entsprechenden Hotels getestet, sonst hätte man ja sehr viele Infizierte gefunden. Stattdessen wird von oberster Stelle in Tirol behauptet, eine Infektion in einer Apres Ski Bar sei medizinisch höchst unwahrscheinlich und das müsse im Flugzeug bei der Heimreise passiert sein, was sogar schon aufgrund des damaligen Wissensstandes als absoluter Blödsinn bezeichnet werden konnte! :rolleyes:
Dann die chaotische Schließung des Skigebiets und die ungeordnete Abreise der Gäste. Beim Blick nach Südtirol hätte man als Mensch mit gesundem Verstand längst ahnen können, was da in Tirol als nächstes droht, wo schon eine erste bestätigte Infektion im eigenen Ort offiziell zugegeben wurde (so weit war man in Südtirol ja lange Zeit nicht, da wurde geleugnet, dass die Leute sich nicht in Südtirol angesteckt haben könnten und das RKI wurde angefeindet). Stattdessen wurde Tage später zuerst verkündet, man wolle freiwillig 14 Tage das Skigebiet schließen, aber nicht sofort, sondern erst Tage darauf. Dass man damit alle potentiell infizierten Personen über die ganze Welt verteilt kann sich doch jeder normal denkende Mensch vorstellen! Nein, in Ischgl hat man diesen Gedanken wohl bewusst unterdrückt oder das Hirn funktioniert in diesem Ort wohl anders als sonstwo auf der Welt. Anschließend kam dann die behördlich angeordnete Schließung aller Skigebiete für den ganzen Rest der Saison, wobei Ischgl 2 Tage früher zumachen sollte. Aber anstatt die Leute vor Ort unter Quarantäne zu stellen gewährt man ihnen die Ausreise und lässt sie nur einen läppischen Wisch unterschreiben, nach dem sie ohne Umwege auszureisen hätten. Das wurde dann weder genauer kontrolliert, noch auf seine Sinnhaftigkeit hin überprüft, denn Fluggäste können nicht mal eben einen früheren Flug buchen, wenn ein ganzes Tal ausquartiert wird. Und weil das da viele nicht ernst nahmen flohen dann die Ischgler Gäste in die noch 2 Tage länger geöffenten benachbarten Täler und Skigebiete, quartierten sich in Innsbruck ein oder fuhren brav heim und verteilten dort das Virus. Super. :nein:
Wer hier immer noch ein vollständiges Versagen der Tiroler Behörden, bewusstes Wegschauen der Ischgler Bergbahnen und lokalen Verantwortlichen leugnet, hat doch den Knall nicht gehört.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Bergfan » 17.05.2020 - 09:11

1970 hat geschrieben:
16.05.2020 - 22:30

Gleich darauf wurde das Saisonende verkündet.
Aber nicht vollzogen. Waren ja noch ein paar Touristen da, deren Geld man haben wollte.

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Bergfan » 17.05.2020 - 09:30

1970 hat geschrieben:
16.05.2020 - 18:18

1. Niemand nennt uns hier Taroller.
Ironie an

Niemand nennt uns hier Piefkes.

Wird Zeit für einen mindestens vierteiligen Spielfilm "Die Taroller-Saga".

Ironie aus
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von 1970 » 17.05.2020 - 10:35

Neandertaler hat geschrieben:
17.05.2020 - 00:17
icedtea hat geschrieben:
16.05.2020 - 23:53
Es scheint, als ob auch dir gegenüber nicht mit offenen Karten gespielt wurde, und dies ist ja die Kritik, die auch aus meiner Sicht zurecht besteht. Es wundert mich, dass du da noch die Verantwortlichen verteidigst :naja:
Erst mal vielen Dank an 1970 für die Antwort. Da haben die Euch ja wirklich im Regen stehen gelassen. Nicht so nett. Aber eine Frage hätte ich noch: Habt ihr einen offiziellen Bescheid vom Amt bekommen, das Eure Pension/Garni den Betrieb einstellen muss? Und wenn ja, wann und was stand da drin?


Icedtea, Ischgl ist nicht der Großraum Frankfurt. Da ich ja auch in solchen Tälern gelebt habe, kann ich dir nur sagen, die Orte funktionieren dort anders. Ich weiß jetzt nicht, wie es im Patznauen ist, aber in Schnals hat mir der Schilehrer Harry mal gesagt, was mir der Otto dann auch bestätigte, er hat mütterlicher Seits rund 370 Kusiens und Kusinen im Tal, die anderen Einwohner sind von auswärts oder Kusiens und Kusinen väterlicher Seits. Schnals hat rund 1000 Einwohner. Wenn du dann mit rund zwei dritteln im Tal vom 4. bis 6. Grad verwandt bist, hängst dich nicht so sehr aus dem Fenster. Die sind dann alle wiederum in Institutionen wie Feuerwehr, Bergrettung, Lawinenkommision, Gemeinderat und so weiter tätig. Auf die ist man dann wiederum angewiesen bei Baugenehmigungen (da können sie dir viele Steine in den Weg legen, auch wenn du im Recht bist), Marketing im Tourismus, Vergünstigungen für deine Gäste in der Pension und so weiter angewiesen.

Das macht die Sache nicht sehr leicht, mal sich in der Öffentlichkeit berechtigter weise sehr laut aufzuregen.
Nein, leider bekamen wir keine Information von einem Amt. Wir bekamen am 12. März mittags eine mail, dass am 13. März die Saison beendet wird.
Von der Schließung des Tales erfuhr ich über einen Kollegen, der es zuvor aus der Pressekonferenz im TV mitbekommen hat.
Hier ist sicher viel falsch gelaufen und das wird sicher noch Diskussionen im Dorf geben.

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Chense » 17.05.2020 - 10:40

Neandertaler hat geschrieben:
17.05.2020 - 00:17
icedtea hat geschrieben:
16.05.2020 - 23:53
Es scheint, als ob auch dir gegenüber nicht mit offenen Karten gespielt wurde, und dies ist ja die Kritik, die auch aus meiner Sicht zurecht besteht. Es wundert mich, dass du da noch die Verantwortlichen verteidigst :naja:
Erst mal vielen Dank an 1970 für die Antwort. Da haben die Euch ja wirklich im Regen stehen gelassen. Nicht so nett. Aber eine Frage hätte ich noch: Habt ihr einen offiziellen Bescheid vom Amt bekommen, das Eure Pension/Garni den Betrieb einstellen muss? Und wenn ja, wann und was stand da drin?


Icedtea, Ischgl ist nicht der Großraum Frankfurt. Da ich ja auch in solchen Tälern gelebt habe, kann ich dir nur sagen, die Orte funktionieren dort anders. Ich weiß jetzt nicht, wie es im Patznauen ist, aber in Schnals hat mir der Schilehrer Harry mal gesagt, was mir der Otto dann auch bestätigte, er hat mütterlicher Seits rund 370 Kusiens und Kusinen im Tal, die anderen Einwohner sind von auswärts oder Kusiens und Kusinen väterlicher Seits. Schnals hat rund 1000 Einwohner. Wenn du dann mit rund zwei dritteln im Tal vom 4. bis 6. Grad verwandt bist, hängst dich nicht so sehr aus dem Fenster. Die sind dann alle wiederum in Institutionen wie Feuerwehr, Bergrettung, Lawinenkommision, Gemeinderat und so weiter tätig. Auf die ist man dann wiederum angewiesen bei Baugenehmigungen (da können sie dir viele Steine in den Weg legen, auch wenn du im Recht bist), Marketing im Tourismus, Vergünstigungen für deine Gäste in der Pension und so weiter angewiesen.

Das macht die Sache nicht sehr leicht, mal sich in der Öffentlichkeit berechtigter weise sehr laut aufzuregen.
Du sprichst hier einen wichtigen Punkt an ... ich weiss jetzt nicht genau welche Familien in Ischgl drin sind ... wüsste z.B. jetzt nicht genau wo die Sallners stehen ... aber wenn ich an "mein" Tal zurückdenke ... im Endeffekt 3 Familien.

Der Bürgermeister ist mitm Exliftchef und dem großen Hüttenbesitzer verwandt, der Hauptmaschinist wiederum ist da ein Cousin und über den Grossvater mit dem größten Grundbesitzer verwandt während seine Tochter mit einem Neffen des Grundbesitzers verheiratet ist. Der Betriebsleiter und der Pistenchef sind Cousins. Usw. Usw. Eine ewige Abfolge aus gegenseitigen Vergünstigungen und der ideale Schutzwall dagegen von außen etwas hereindringen zu lassen.

Und nochmal auch hier ich will nicht den Ischglern an sich an Bein pinkeln .... keine Vermieter hätten anders reagiert nirgendwo ... sondern es geht um das totale Versagen von Amtspersonen bzw. anderen Personen in Amt und Würden.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von gfm49 » 17.05.2020 - 10:41

1970 hat geschrieben:
17.05.2020 - 10:35
Nein, leider bekamen wir keine Information von einem Amt. Wir bekamen am 12. März mittags eine mail, dass am 13. März die Saison beendet wird.
Von der Schließung des Tales erfuhr ich über einen Kollegen, der es zuvor aus der Pressekonferenz im TV mitbekommen hat.
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Und da verteidigst Du die Verantwortlichen????


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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Bergfan » 17.05.2020 - 10:47

gfm49 hat geschrieben:
17.05.2020 - 10:41
Und da verteidigst Du die Verantwortlichen????
Nein, aber die Verwandten ;)

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Theo » 17.05.2020 - 11:03

Island hat 1800 Fälle, davon die Berühmten 15 aus Ischgl. Ich bitte um Erklarung.
Irgend jemand eine Idee? Chense, du vielleicht?
Bautagebuch 3S Bahn Klein Matterhorn
https://drive.google.com/drive/folders/ ... sp=sharing

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von 1970 » 17.05.2020 - 11:15

flamesoldier hat geschrieben:
17.05.2020 - 01:58
1970 hat geschrieben:
17.05.2020 - 00:11
Welche Fehler sind denn belegt. Noch gar keine. Uns wird vorgeworfen, dass wir Fälle vertuscht hätten. Und das ist völliger Blödsinn. Zumindest ist so mein Kenntnisstand. Soll ich jetzt einen Kniefall machen und etwas zugeben für etwas wo wir nichts dafür können. Wenn jemand etwas vertuscht hat und bewusst die Gefahr ignoriert hat wird sich das hoffentlich klären. Und dann wird er sich der Sache stellen müssen.
Ich möchte kein Benzin ins Feuer gießen. Ich möchte mich nur gegen falsche Anschuldigungen wehren. Das würde jeder machen wenn es ihn betrifft. Und so wie diese ORF Doku uns zeigt sind wir nicht.
Es ist doch längst belegt, dass Kenntnis über erste Fälle bereits Ende Februar herrschte. Am 5. März wurde man aus Island gewarnt und es wurden eben nicht alle Kontakte in den entsprechenden Hotels getestet, sonst hätte man ja sehr viele Infizierte gefunden. Stattdessen wird von oberster Stelle in Tirol behauptet, eine Infektion in einer Apres Ski Bar sei medizinisch höchst unwahrscheinlich und das müsse im Flugzeug bei der Heimreise passiert sein, was sogar schon aufgrund des damaligen Wissensstandes als absoluter Blödsinn bezeichnet werden konnte! :rolleyes:
Dann die chaotische Schließung des Skigebiets und die ungeordnete Abreise der Gäste. Beim Blick nach Südtirol hätte man als Mensch mit gesundem Verstand längst ahnen können, was da in Tirol als nächstes droht, wo schon eine erste bestätigte Infektion im eigenen Ort offiziell zugegeben wurde (so weit war man in Südtirol ja lange Zeit nicht, da wurde geleugnet, dass die Leute sich nicht in Südtirol angesteckt haben könnten und das RKI wurde angefeindet). Stattdessen wurde Tage später zuerst verkündet, man wolle freiwillig 14 Tage das Skigebiet schließen, aber nicht sofort, sondern erst Tage darauf. Dass man damit alle potentiell infizierten Personen über die ganze Welt verteilt kann sich doch jeder normal denkende Mensch vorstellen! Nein, in Ischgl hat man diesen Gedanken wohl bewusst unterdrückt oder das Hirn funktioniert in diesem Ort wohl anders als sonstwo auf der Welt. Anschließend kam dann die behördlich angeordnete Schließung aller Skigebiete für den ganzen Rest der Saison, wobei Ischgl 2 Tage früher zumachen sollte. Aber anstatt die Leute vor Ort unter Quarantäne zu stellen gewährt man ihnen die Ausreise und lässt sie nur einen läppischen Wisch unterschreiben, nach dem sie ohne Umwege auszureisen hätten. Das wurde dann weder genauer kontrolliert, noch auf seine Sinnhaftigkeit hin überprüft, denn Fluggäste können nicht mal eben einen früheren Flug buchen, wenn ein ganzes Tal ausquartiert wird. Und weil das da viele nicht ernst nahmen flohen dann die Ischgler Gäste in die noch 2 Tage länger geöffenten benachbarten Täler und Skigebiete, quartierten sich in Innsbruck ein oder fuhren brav heim und verteilten dort das Virus. Super. :nein:
Wer hier immer noch ein vollständiges Versagen der Tiroler Behörden, bewusstes Wegschauen der Ischgler Bergbahnen und lokalen Verantwortlichen leugnet, hat doch den Knall nicht gehört.
Über Fälle im Februar war uns nichts bekannt. Mittlerweile ist uns auch klar, dass es die gegeben hat. Aber die waren eben nicht bekannt.
Die Warnungen aus Island waren anfangs nur ein Verdacht. Auf einen Verdacht hin schließt keine Behörde das Tal und entzieht der Bevölkerung die
Lebensgrundlage. In den Hotels der Isländer wurden die Kontaktpersonen alle negativ getestet. Vom Kitzloch wusste man zu dem Zeitpunkt noch gar nichts.
Erst als der Barkeeper im Kitzloch positiv getestet wurde gaben die Isländer an, dass sie auch im Kitzloch waren. Die Aussagen, dass man sich in einem Lokal nur schwer
anstecken kann müssen sie der Behörde ankreiden und nicht Ischgl. Auch die chaotische Abreise haben die Behörden zu verantworten.
Es wurde ja schon gesagt, dass viele Fehler begangen wurden. Aber es wurde nicht bewusst hinausgezögert um noch ein paar Euros zu verdienen. Das ist völliger Blödsinn.
Es wurde in anderen Ländern ja auch nicht anders gehandelt. Es geht dabei auch nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen oder anderen Schuld zu geben. Es geht darum, dass
alle Länder nicht rechtzeitig gehandelt hat. In Deutschland wurden Wahlen abgehandelt. Die Zugspitze hatte noch auf. Fussballspiele wurden veranstaltet usw.
Da wurde genauso nicht gehandelt. Der Virus ist nicht am 05. März entstanden, der war vorher schon in Europa.
Dass man die Gäste nach Hause geschickt hat, war zum damaligen Zeitpunkt logisch. Wir hätten die Gäste nie hier auf ihren Zimmer einsperren können.
Die wären auf uns losgegangen. Keiner wusste damals, wieviele sich wirklich angesteckt haben.
Ich hatte zu meinen Gästen jeden Tag Kontakt und sie versicherten mir, dass es ihnen gut geht. Dänische Gäste von mir meinten, dass sie zu Hause auch Fälle hätten. Und
dass es ihnen egal ist ob sie sich hier anstecken oder zu Hause. Am 13. März sind sie dann doch in der Früh von selber abgefahren, da eine Dame der Gruppe, Husten bekam.
Die deutschen Gäste sind bis am Abend geblieben. Waren aber alle nur zum Schilaufen hier und keine Partytouristen.
Ja, es sind Fehler passiert und das tut hier auch jedem Leid. Aber niemand wollte bewusst die Gäste einer Gefahr aussetzen um ein paar Euros zu verdienen.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von 1970 » 17.05.2020 - 11:31

gfm49 hat geschrieben:
17.05.2020 - 10:41
1970 hat geschrieben:
17.05.2020 - 10:35
Nein, leider bekamen wir keine Information von einem Amt. Wir bekamen am 12. März mittags eine mail, dass am 13. März die Saison beendet wird.
Von der Schließung des Tales erfuhr ich über einen Kollegen, der es zuvor aus der Pressekonferenz im TV mitbekommen hat.
Hier ist sicher viel falsch gelaufen und das wird sicher noch Diskussionen im Dorf geben.
Und da verteidigst Du die Verantwortlichen????
Ich verteidige nicht die Verantwortlichen. Es sind Fehler passiert und es gibt es auch schon Gespräche mit den Personen.
Im Land gibt es eine Untersuchungskommission und die ist abzuwarten. Ich weigere mich aber, nur auf Grund von schlecht
recherchierten Medienartikeln Menschen zu vorverurteilen.
Und ich verteidige meinen Ort gegen Medien oder Menschen, die uns nur als geldgeile Menschen hinstellen. Die einen Ort hinstellen,
als würden wir nur unsere Gäste abzocken. Wir haben hier Tourismus mit dem wir unser Geld verdienen und dafür bekommt der Gast etwas.
Der Gast kommt freiwillig zu uns. Und dass wir viel los haben zeigt, dass wir das nicht schlecht machen. Es gibt eben auch Gäste die nach dem
Schifahren noch feiern wollen und sich nicht gleich auf den Hotelzimmern verkriecht.
Dass wir nicht geldgierig sind zeigt schon, dass wir viel Geld das wir verdienen wieder investieren.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Chense » 17.05.2020 - 11:36

Theo hat geschrieben:
17.05.2020 - 11:03
Island hat 1800 Fälle, davon die Berühmten 15 aus Ischgl. Ich bitte um Erklarung.
Irgend jemand eine Idee? Chense, du vielleicht?
Laut TT die sich selbst ans Bein pissen würde sind von den ersten 643 Fällen diese überwiegend der sogenannten A2 Gruppe zugeordnet worden (genauere Zahlen gibt es leider nicht) die auf einen Ursprung in den Alpen hindeutet. Wieviele man da jetzt Ischgl zuordnen kann ist fraglich. Norwegen spricht von 500 Fällen. Der VSV von 4500 ausländischen Touristen österreichweit (stand jeweils 4.5.) davon "mehrheitlich solche aus Ischgl"
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
die letzte PB abgebrochen,
und die letzte Piste modelliert ist,
werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist.

Skisaison 2019/2020: Steht in den Startlöchern
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von 1970 » 17.05.2020 - 11:59

Bergfan hat geschrieben:
17.05.2020 - 09:30
1970 hat geschrieben:
16.05.2020 - 18:18

1. Niemand nennt uns hier Taroller.
Ironie an

Niemand nennt uns hier Piefkes.

Wird Zeit für einen mindestens vierteiligen Spielfilm "Die Taroller-Saga".

Ironie aus
Eine Erklärung noch nebenbei zu unserem Dialekt.
Ich schreibe es so wie man es ausspricht.
Tiroler = Tirolar
der Tiroler = dar Tirolar
aber niemals Tarroler.


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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Neandertaler » 17.05.2020 - 13:00

1970 hat geschrieben:
17.05.2020 - 11:31
Ich verteidige nicht die Verantwortlichen. Es sind Fehler passiert und es gibt es auch schon Gespräche mit den Personen.
Im Land gibt es eine Untersuchungskommission und die ist abzuwarten. Ich weigere mich aber, nur auf Grund von schlecht
recherchierten Medienartikeln Menschen zu vorverurteilen.
Und ich verteidige meinen Ort gegen Medien oder Menschen, die uns nur als geldgeile Menschen hinstellen. Die einen Ort hinstellen,
als würden wir nur unsere Gäste abzocken. Wir haben hier Tourismus mit dem wir unser Geld verdienen und dafür bekommt der Gast etwas.
Der Gast kommt freiwillig zu uns. Und dass wir viel los haben zeigt, dass wir das nicht schlecht machen. Es gibt eben auch Gäste die nach dem
Schifahren noch feiern wollen und sich nicht gleich auf den Hotelzimmern verkriecht.
Dass wir nicht geldgierig sind zeigt schon, dass wir viel Geld das wir verdienen wieder investieren.
Ich habe irgendwie das Gefühl, dir geht es wie mir: Man hat irgendwie die Gelüste, jemanden zu teeren, zu federn und zum Dorf hinaus zu jagen.

Man muss aber die Finger still halten wenn man bleiben will weil ansonsten mit einem Schlag alle Türen für ein würdiges Leben vor Ort geschlossen sind. Dazu haben diverse Leute in der Verantwortung immer noch zu wenig angestellt, es gibt ja einen Schuldigen, auf den man alles abwälzen kann.

Und jetzt kommt, ganz ungewohnt für die Verantwortlichen, Reporter ums Eck, die nicht die Marketingabteilung sprechen wollen. Noch schlimmer: Die bringen auch noch Zahlen, Daten und Fakten mit und geben einem nur noch die Möglichkeit eines Statements, das in diesem Fall nicht aus sonnigen Bergbildern besteht. Diese Situation ist einfach vor Ort keiner gewohnt. Da zu kommt dann auch noch das Problem unterschiedlicher Rechtsauffassungen, die ganzen Titel, die gerne in Österreich sehr gerne geführt werden, zählen dann ein grenze weiter nördlich nicht mehr, sind teilweise sogar in der deutschen Fassung (jetzt bezugnehmend auf Südtirol, nicht AT) als Anmaßung verboten sind.

Für alle, die sich da nicht auskennen:
Dem promovierten Doktor entspricht der 1980 eingeführte dottore di ricerca.[4] Bevor 1999 in Italien die Bologna-Reform umgesetzt wurde, schlossen Diplomstudiengänge mit der laurea und dem Titel dottore ab.[5]
...
Die Führung des Dr. durch nicht-promovierte Südtiroler auf Visitenkarten, Türschildern, im Telefonbuch und Internet ist in Südtirol so weit verbreitet, dass es sich nicht vermeiden lässt, dass Südtiroler den Brennerdoktor auch im deutschsprachigen Ausland führen[30] oder ihnen dort von Dritten ein Doktortitel mündlich[31] wie schriftlich[32] vor den Namen gesetzt wird, obwohl die Führung falscher Doktortitel dort strafrechtlich verfolgt wird.
...
https://de.wikipedia.org/wiki/Brennerdoktor
Da verpufft dann die sonst so gewohnte Wichtigkeit, das schmerzt dann sehr. Das geht aber so manch einem in Österreich genau so, da staunt manch einer, wie unwichtig er auf einmal ist. Und so einer muss jetzt Rede und Antwort stehen einem Gegenüber, der auch ein Studium abgeschlossen hat, aber als Titel studierter Journalist mit noch einem abgeschlossenem Zweitstudium hat, meist sogar mehr studiert hat als der Herr Ing. von der Seilbahn oder dem TVB. Und so Prallen dann Welten aufeinander, komplett andere Sozialisationen die dann wiederum beide Seiten als Respektlosigkeit wahr nehmen. Das Ergebnis ist das, was wir alle hier gerade erleben und erlernen.
"Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache." Karl Kraus (angeblich)
Eine Erklärung noch nebenbei zu unserem Dialekt.
Ich schreibe es so wie man es ausspricht.
Tiroler = Tirolar
der Tiroler = dar Tirolar
aber niemals Tarroler.
Und das musst Du jetzt noch einem Löweneck, Königsberg, Hyden, Stern und Lusern beibringen, vom Nonstal rede ich hier noch gar nicht. Wobei das immer meine Lieblingsfrage an alle vermeindlichen Heimatpatrioten ist: Zähle mir mal alle Sprachen des Tirols vor 1918 auf. Bekommst Du es hin?
Zuletzt geändert von Neandertaler am 17.05.2020 - 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
keiner hat die Absicht die Grenzen zu Schließen...
Keiner hat die Absicht eine Ausgangssperre zu verhängen...
Walter Ulbricht: „Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Ääh, mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen, und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von ghostbikersback » 17.05.2020 - 13:06

Erst mal Respekt an 1970, dass er sich der Diskussion hier stellt. Aus der individuellen Sicht kann ich die Handlungen und Positionen auf seiner Ebene auch durchaus nachvollziehen, ich hätte vermutlich auch nicht groß anders gehandelt (was wäre denn auch die Alternative gewesen, Gäste vor Verfügung freiwillig heimschicken?). Auf der anderen Seite hat es sonst kein Ort in Europa geschafft für ca. 10.000 Corona Infektionen verantwortlich zu sein und das prägt einfach die Debatte und ist auch eine Tatsache, die man nicht ignorieren kann. Der Grund liegt wahrscheinlich in der internationalen Aufstellung in Kombination mit heftigem Apres-Ski. Das ist bis zu diesem Punkt einfach Pech und nicht verantwortungslos. Wo es allerdings beginnt skandalös/mafiös zu werden ist allerdings dieses konsequente und weltweit wohl einmalige „Nicht genau hinsehen„ wollen und das bewusste „ich halte die Augen jetzt mal ganz fest geschlossen“ wenn es ums Geschäft geht. Spätestens Ende Februar hätten auch in Tirol/Ischgl die ersten Tests gemacht und veröffentlicht werden müssen. Weil aber gerade Saison war, hat man das bewusst verschleppt (Fehler 1). Als das nicht mehr funktioniert hat, kamen die dummen und albernen Ausreden „bestimmt im Flieger angesteckt, jedenfalls nicht bei uns“ (Fehler 2). Dann diese unsäglichen Auftritte „wir haben alles richtig gemacht“ (Fehler 3). Spätestens jetzt hätte man an die Öffentlichkeit gehen müssen mit der Aussage „ja, wir haben hier offensichtlich ein Problem/Cluster. Wir schauen uns das jetzt genau an und analysieren die Fehler damit es nicht nochmal passiert.“ Stattdessen: Weiterhin wegleugnen, Verantwortliche decken und die Schuld auf die Touristen schieben („haben ja eh selber Schuld wenn sie zu uns zum Apres Ski kommen“) (Fehler 4). Diese Taktik funktioniert in Tirol normalerweise sehr gut, weil es in Tirol nicht so viele kritische Geister gibt bzw. Kritiker ggf. mundtot gemacht werden können. Nun sind die Verantwortlichen aber auf einmal mit der Weltöffentlichkeit konfrontiert, die natürlich einen ganz anderen Anspruch an Transparenz und Aufarbeitung hat, als man es in Tirol gewohnt ist. Und plötzlich steht man „am Pranger“. Ich finde zu Recht. Es braucht ein Umdenken. Vor Gericht muss derjenige gewinnen, der im Recht ist und nicht derjenige, der den Bürgermeister kennt. Das gleiche bei Genehmigungen und der Baulandwidmung. Recht und Transparenz im Gegensatz zur derzeit gelebten Freundlwirtschaft. Das betrifft aber nicht nur „die da oben“, sondern jeden einzelnen, zb beim Thema Maut oder Einheimischenrabatte. Hier zeigt sich, ob man wirklich etwas verstanden hat oder das bisherige „spezielle“ System einfach weiterführt. Man ist nämlich inzwischen an einem Punkt wo der Gast merkt, dass er eigentlich nur das billige Melkvieh ist. Und der Gast ist nicht so dämlich wie ihn der Tiroler einschätzt. Man hat bisher nur freundlich darüber hinweggesehen. Aber nach Kaprun hat man jetzt mit Ischgl den zweiten Supergau.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Emilius3557 » 17.05.2020 - 13:10

@1970: zum von mir verlinkten Artikel: ich hatte leider beim Posten das "nicht (!)" vergessen, also dass sich der Artikel weitgehend nicht auf Ischgl bezieht, ist inzwischen korrigiert.
Ich finde es weiters sehr mutig und offen von Ihnen, dass Sie sich hier exponieren (auf gut Deutsch: stellvertretend für die Destination sich äußern und ihre Sicht der Dinge/Vorgänge schildern) und dafür leider massiv angegangen werden, was ich sehr bedauerlich finde, weshalb ich mich auch mal äußere als langjähriges Foren-Mitglied. Die meisten User, zumindest die ich von früher eher kenne, sind übrigens sehr nette Menschen; sie sind nicht so, wie sie sich hier geben... :D

Ich wollte zur gesamten Thematik eigentlich gar nichts schreiben, aber was mir auf den letzten Seiten dieses Threads missfällt ist der Ton, den manche User anschlagen, gerade gegenüber einem recht neuen User wie 1970, der meines Erachtens sehr sachlich sich bemüht seine interne Sicht der Dinge uns näher zu bringen und dafür teilweise massiv angegangen wird. Nochmals, Danke dafür, dass Sie sich hier einbringen, ich weiß das sehr zu schätzen und ich vermute eine größere Anzahl stiller Mitleser ebenfalls.

Ich finde es auch ziemlich anmaßend (und typisch deutscher Besserwisserei entsprechend) wie sich hier manche gebärden, die schon vorher gewusst haben wollen, wie man wann was hätte machen sollen und sehr schnell bei der Hand sind mit ihren Urteilen, da man sich ja gründlich in den allwissenden Medien informiert habe. Dieser überhebliche Alleswisser-Ton ist mir aber in den letzten Monaten in nicht wenigen Topics aufgefallen. Vor allem in Topics, in denen es nicht um konkrete News, Skiberichte o.ä. geht, übrigens.

Mir gefällt auch die Be- (oder Ab-?)urteilung von anderen Menschen und seien es Amts- oder sonstige Verantwortungsträger anhand des Aussehens nicht - die entsprechende Wortwahl hätte in anderen Topics (oder von anderen usern kommend?) sicherlich zu Verwarnungen geführt und wenn man so etwas in der Presse lesen würde (oder über Menschen in anderen Kontexten), gäbe es sogleich einen entsprechenden Aufschrei...

Als Disclaimer: das soll alles nicht bedeuten, dass alles super gelaufen ist, keine Fehler gemacht worden wären etc. - im Gegenteil. Ich kommentiere hier lediglich zwischenmenschliche und sprachliche Stilfragen, die mir auffallen.
Nachtrag: die beiden, meinem Posting direkt vorhergehenden Posts von neandertaler und ghostbikersback gefallen mir da in dieser Hinsicht schon viel besser, die hatte ich zum Zeitpunkt des Abschickens noch nicht gelesen.

Einen schönen, sonnigen Sonntag allen noch.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von mcdee » 17.05.2020 - 13:26

da hier immer wieder der Vergleich zu Kaprun gezogen wird: Kann jemand sagen, was es damals für Auswirkungen auf den Ort gab? Gab es einen Einbruch der Gästezahlen im Folgejahr oder noch langfristiger? Ich persönlich glaube, dass die Gästezahlen in Ischgl im nächsten Winter gleich gut oder schlecht wie in anderen Skigebieten sein werden, maximal eine kleine Abweichung. Sicherlich wird es Gäste geben, die Ischgl bewusst meiden. Das sind aber vermutlich gar nicht so viele. Dafür kommen ein paar andere Gäste, die endlich mal ein freies Zimmer in der Hochsaison finden. Oder die Hotels vermieten die Zimmer 10% günstiger, der Skipass kostet ein paar Euro weniger...
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von ghostbikersback » 17.05.2020 - 14:17

Ich habe in den zwei Jahren nach der Katastrophe selbst in Kaprun gearbeitet (als Skiguide). Und ja, es war deutlich weniger los. Es hat gefühlt mindestens fünf Jahre gedauert, bis das Ereignis nicht mehr ganz so präsent war. Ein Makel bleibt aber aus meiner Sicht bis heute, insbesondere weil die juristische Aufarbeitung so skandalös war (Interessierten sei das Buch 155 empfohlen). Und dann kam die FPÖ-Regierung, Ibiza und jetzt Ischgl. An Skandalen herrscht kein Mangel. Und die sind mittlerweile so groß und häufig, dass es selbst die traditionell eher wenig an Österreich interessierten Piefke mitbekommen. Und ab dann wird es schmerzhaft im Geldbeutel...

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von 1970 » 17.05.2020 - 15:40

Emilius3557 hat geschrieben:
17.05.2020 - 13:10
@1970: zum von mir verlinkten Artikel: ich hatte leider beim Posten das "nicht (!)" vergessen, also dass sich der Artikel weitgehend nicht auf Ischgl bezieht, ist inzwischen korrigiert.
Ich finde es weiters sehr mutig und offen von Ihnen, dass Sie sich hier exponieren (auf gut Deutsch: stellvertretend für die Destination sich äußern und ihre Sicht der Dinge/Vorgänge schildern) und dafür leider massiv angegangen werden, was ich sehr bedauerlich finde, weshalb ich mich auch mal äußere als langjähriges Foren-Mitglied. Die meisten User, zumindest die ich von früher eher kenne, sind übrigens sehr nette Menschen; sie sind nicht so, wie sie sich hier geben... :D

Ich wollte zur gesamten Thematik eigentlich gar nichts schreiben, aber was mir auf den letzten Seiten dieses Threads missfällt ist der Ton, den manche User anschlagen, gerade gegenüber einem recht neuen User wie 1970, der meines Erachtens sehr sachlich sich bemüht seine interne Sicht der Dinge uns näher zu bringen und dafür teilweise massiv angegangen wird. Nochmals, Danke dafür, dass Sie sich hier einbringen, ich weiß das sehr zu schätzen und ich vermute eine größere Anzahl stiller Mitleser ebenfalls.

Ich finde es auch ziemlich anmaßend (und typisch deutscher Besserwisserei entsprechend) wie sich hier manche gebärden, die schon vorher gewusst haben wollen, wie man wann was hätte machen sollen und sehr schnell bei der Hand sind mit ihren Urteilen, da man sich ja gründlich in den allwissenden Medien informiert habe. Dieser überhebliche Alleswisser-Ton ist mir aber in den letzten Monaten in nicht wenigen Topics aufgefallen. Vor allem in Topics, in denen es nicht um konkrete News, Skiberichte o.ä. geht, übrigens.

Mir gefällt auch die Be- (oder Ab-?)urteilung von anderen Menschen und seien es Amts- oder sonstige Verantwortungsträger anhand des Aussehens nicht - die entsprechende Wortwahl hätte in anderen Topics (oder von anderen usern kommend?) sicherlich zu Verwarnungen geführt und wenn man so etwas in der Presse lesen würde (oder über Menschen in anderen Kontexten), gäbe es sogleich einen entsprechenden Aufschrei...

Als Disclaimer: das soll alles nicht bedeuten, dass alles super gelaufen ist, keine Fehler gemacht worden wären etc. - im Gegenteil. Ich kommentiere hier lediglich zwischenmenschliche und sprachliche Stilfragen, die mir auffallen.
Nachtrag: die beiden, meinem Posting direkt vorhergehenden Posts von neandertaler und ghostbikersback gefallen mir da in dieser Hinsicht schon viel besser, die hatte ich zum Zeitpunkt des Abschickens noch nicht gelesen.

Einen schönen, sonnigen Sonntag allen noch.
Vielen Danke für Ihre ehrlichen Worte.


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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von 1970 » 17.05.2020 - 16:33

ghostbikersback hat geschrieben:
17.05.2020 - 13:06
Erst mal Respekt an 1970, dass er sich der Diskussion hier stellt. Aus der individuellen Sicht kann ich die Handlungen und Positionen auf seiner Ebene auch durchaus nachvollziehen, ich hätte vermutlich auch nicht groß anders gehandelt (was wäre denn auch die Alternative gewesen, Gäste vor Verfügung freiwillig heimschicken?). Auf der anderen Seite hat es sonst kein Ort in Europa geschafft für ca. 10.000 Corona Infektionen verantwortlich zu sein und das prägt einfach die Debatte und ist auch eine Tatsache, die man nicht ignorieren kann. Der Grund liegt wahrscheinlich in der internationalen Aufstellung in Kombination mit heftigem Apres-Ski. Das ist bis zu diesem Punkt einfach Pech und nicht verantwortungslos. Wo es allerdings beginnt skandalös/mafiös zu werden ist allerdings dieses konsequente und weltweit wohl einmalige „Nicht genau hinsehen„ wollen und das bewusste „ich halte die Augen jetzt mal ganz fest geschlossen“ wenn es ums Geschäft geht. Spätestens Ende Februar hätten auch in Tirol/Ischgl die ersten Tests gemacht und veröffentlicht werden müssen. Weil aber gerade Saison war, hat man das bewusst verschleppt (Fehler 1). Als das nicht mehr funktioniert hat, kamen die dummen und albernen Ausreden „bestimmt im Flieger angesteckt, jedenfalls nicht bei uns“ (Fehler 2). Dann diese unsäglichen Auftritte „wir haben alles richtig gemacht“ (Fehler 3). Spätestens jetzt hätte man an die Öffentlichkeit gehen müssen mit der Aussage „ja, wir haben hier offensichtlich ein Problem/Cluster. Wir schauen uns das jetzt genau an und analysieren die Fehler damit es nicht nochmal passiert.“ Stattdessen: Weiterhin wegleugnen, Verantwortliche decken und die Schuld auf die Touristen schieben („haben ja eh selber Schuld wenn sie zu uns zum Apres Ski kommen“) (Fehler 4). Diese Taktik funktioniert in Tirol normalerweise sehr gut, weil es in Tirol nicht so viele kritische Geister gibt bzw. Kritiker ggf. mundtot gemacht werden können. Nun sind die Verantwortlichen aber auf einmal mit der Weltöffentlichkeit konfrontiert, die natürlich einen ganz anderen Anspruch an Transparenz und Aufarbeitung hat, als man es in Tirol gewohnt ist. Und plötzlich steht man „am Pranger“. Ich finde zu Recht. Es braucht ein Umdenken. Vor Gericht muss derjenige gewinnen, der im Recht ist und nicht derjenige, der den Bürgermeister kennt. Das gleiche bei Genehmigungen und der Baulandwidmung. Recht und Transparenz im Gegensatz zur derzeit gelebten Freundlwirtschaft. Das betrifft aber nicht nur „die da oben“, sondern jeden einzelnen, zb beim Thema Maut oder Einheimischenrabatte. Hier zeigt sich, ob man wirklich etwas verstanden hat oder das bisherige „spezielle“ System einfach weiterführt. Man ist nämlich inzwischen an einem Punkt wo der Gast merkt, dass er eigentlich nur das billige Melkvieh ist. Und der Gast ist nicht so dämlich wie ihn der Tiroler einschätzt. Man hat bisher nur freundlich darüber hinweggesehen. Aber nach Kaprun hat man jetzt mit Ischgl den zweiten Supergau.
Erstmal bedanke ich mich für Ihren Respekt.

Zu den einzelnen Punkten versuche ich eine Erklärung abzugeben.
Du hast Recht. Im Februar hätte man schon testen sollen. Zu dem Zeitpunkt wurde alles noch heruntergespielt.
Es wurden Anfang März erstmals Testungen in Ischgl durchgeführt an Personen die an den bekannten Symptomen litten. Dies war freilich aus heutiger Sicht viel zu spät.
Das wurde aber auch in Deutschland nicht anders praktiziert. In Innsbruck wurde zu der Zeit noch ein Andrea Berg Konzert abgehalten mit vielen italienischen Besuchern.
Ich glaube, die ganze Politik hat sich mit diesem Thema viel zu wenig beschäftigt. Ich glaube nicht, dass man es bewusst verschleppt oder ignoriert hat. Es wurde einfach falsch
eingeschätzt. Zu den Aussagen vom Landessanitätsdirektor und vom LR Tilg sind wir auch nicht glücklich. Aber man muss dazu auch sagen, dass sie auch so gehandelt haben wie
in anderen Ländern. Man hat einfach besagte Lokale gesperrt. Nirgends wurden sofort ganze Dörfer oder Städte gesperrt. Ich finde, dass man auf diese neuartige Krankheit in Tirol sehr schnell reagiert hat.
Zu Punkt drei. Es gibt ja mittlerweile eine Kommission die Untersuchungen eingeleitet hat. Und niemand gibt den Gästen Schuld.
Es wird nichts geleugnet. Aber man kann sich gegen Anschuldigungen von übereifrigen Journalisten wehren.
Weil immer Kaprun als Vergleich herangezogen wird. Ich möchte kein Urteil abgeben ob das Urteil richtig oder falsch ist. Für viele Personen, vor allem direkt betroffene, ist meist
ein Gerichtsurteil nicht nachvollziehbar. Siehe Lawine in Galtür oder Kaprun. Solche Urteile gibt es aber auch überall. Siehe Eschede oder im niederl. Enschede.
Verzeiht mir, wenn ich schon wieder Deutschland heranziehe. Aber wenn Ihr immer österr. Unglücke als Justizskandal heranzieht dann muss es mir auch erlaubt sein deutsche oder andere Unglücke zu vergleichen.
Mittlerweile wird hinter jedem politischem Kopf oder Unternehmen eine Korruption vermutet. Da wird von Journalisten eine Tiroler Adlerrunde ins Spiel gebracht, die gar nichts mit der Politik zu tun hat. Auch wenn das jetzt hier viele wieder nicht glauben. Wenn sie so geheim war, warum hat sie dann eine Homepage?
Hinter jedem Politiker steht ein Mensch, der auch Fehler begehen kann. OK, der eine gibt sie zu der andere nicht.
Aber jeder sollte sich einmal fragen, wie er gehandelt hätte. Und das nicht mit dem heutigen Wissensstand sondern mit dem damaligen. Wer hat sich wirklich mit dem Thema
richtig auseinandergesetzt. Ich habe Anfang März mit vielen Gästen gesprochen. Und da hat sich wirklich keiner Gedanken oder Sorgen gemacht.
Wieviele sich tatsächlich in Ischgl angesteckt haben, lässt sich heute nicht genau sagen. Aber ich bin überzeugt, dass einige schon infiziert angereist sind, die jetzt Ischgl zugerechnet werden. Bei uns in der Arbeit hatte keiner Symptome. Wir haben auch nie wirklich Abstand genommen, weil das nicht möglich war. Mittlerweile wissen wir, dass über zwanzig Personen positiv waren und lediglich drei negativ. Ich war negativ aber meine Frau positiv (Ich wurde zweimal getestet).
Zum Schluss noch, man kann auch gewisse Journalisten hinterfragen ob alles so richtig recherchiert wurde. Der Herr Ed Moschitz wurde schon einmal angeklagt, dass er mit
unlauteren Mitteln zum Erfolg kommt. Ob da was wahres daran ist weiß ich nicht. Trotzdem muss man nicht alles glauben.

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von ghostbikersback » 17.05.2020 - 17:40

Aus meiner Sicht hat Ischgl in dieser Sache in gewisser Weise Pech, weil das Fehlverhalten relativ gering, die Auswirkungen aber dramatisch sind. In etwa wie in Kaprun, da hat man sich auch „nur“ nicht an die Einbauvorschriften gehalten, ebenfalls mit dramatischen Auswirkungen. Trotzdem hat man in beiden Fällen fahrlässig gehandelt, jeweils durch Unterlassen. Man hätte es jeweils besser wissen können und hat entsprechende gebotene Handlungen (hier das Testen/dort die Kontrolle) unterlassen. Das passiert leider oft und täglich. Aber immer wenn es durch so ein Unterlassen dramatische Auswirkungen entstehen und gar Menschen sterben, gibt es medial und von den Betroffenen (zu Recht) einen großen Aufschrei. Weil man es relativ leicht hätte verhindern können. Galtür ist etwas völlig anderes, die Lawine konnte man nach menschlichem Ermessen nicht vorhersehen. Deshalb wurde der Ort trotz des großen Unglücks medial und auch juristisch nicht zerlegt. Das war tragisch aber höhere Gewalt. In Ischgl bzw. Tirol hat man es jetzt mit Fahrlässigkeit zu tun. Aber der wirkliche Aufreger in der Affäre ist die Kaltschnäuzigkeit mit der man sich versucht herauszureden und Fehler zu überdecken (siehe zweifelhafte Bescheinigungen des Dorfarztes, Aussagen des Bürgermeisters und der Tiroler Politiker/Beamten). Außerhalb Tirols spüren die Leute ganz genau, dass sie hier komplett für dumm verkauft werden. Und seien wir ehrlich: Diese Masche zieht sich wie ein roter Faden durch die lokale Tourismusindustrie und es gibt noch viel mehr Mauscheleien als die kleine Spitze, die hier gerade öffentlich wird. Und genau das muss sich ändern, ansonsten kapiert es auch der dümmste Gast. In der TT stand vor einigen Tagen auch ein eigentlich guter Artikel zu dem Thema, es ging darum dem Gast wieder echte Wertschätzung entgegenzubringen. Und ihn nicht länger als dummes Melkvieh zu betrachten über den man sich hinter verschlossenen Türen lustig macht.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Neandertaler » 17.05.2020 - 17:45

1970 hat geschrieben:
17.05.2020 - 16:33

Das wurde aber auch in Deutschland nicht anders praktiziert. In Innsbruck wurde zu der Zeit noch ein Andrea Berg Konzert abgehalten mit vielen italienischen Besuchern.
Ich glaube, die ganze Politik hat sich mit diesem Thema viel zu wenig beschäftigt. Ich glaube nicht, dass man es bewusst verschleppt oder ignoriert hat. Es wurde einfach falsch
eingeschätzt. Zu den Aussagen vom Landessanitätsdirektor und vom LR Tilg sind wir auch nicht glücklich. Aber man muss dazu auch sagen, dass sie auch so gehandelt haben wie
in anderen Ländern. Man hat einfach besagte Lokale gesperrt. Nirgends wurden sofort ganze Dörfer oder Städte gesperrt. Ich finde, dass man auf diese neuartige Krankheit in Tirol sehr schnell reagiert hat.
Ja, da war was:
Nun also doch: Südtiroler dürfen zum Andrea-Berg-Konzert
...
Am frühen Abend wurde diese Meldung dementiert: Landeshauptmann Günther Platter versicherte auf Intervention von Landesrat Philipp Achammer, dass alle Südtiroler Fans mit gültigem Ticket beim Konzert willkommen seien.

Die Landeseinsatzleitung hatte am späten Freitagnachmittag einstimmig beurteilt, dass weitere Abklärungen mit den Gesundheitsbehörden der Bundesministerien erforderlich seien. Daher sind Südtiroler Besucher nun doch zum Andrea-Berg-Konzert zugelassen.
https://www.stol.it/artikel/kultur/musi ... rg-konzert
Warum eigentlich? Über welche Kanäle ist das gelaufen? Das ist eben so ein Beispiel für das, unter dem jetzt alles leidet. Hier muß man sich wirklich kritische Fragen gefallen lassen.

Für alle die sich jetzt hier im Detail nicht auskennen: Die Athesia-Buch, die wie die Seiten Stol und Südtirolnews zum Medienimperium der Gebrüder Ebner gehören, hat die Tickets dafür vertrieben.

Aber nicht das es heißt, es ist alles in Ischgl nur schlecht, da haben sich andere auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ich habe das jetzt von
viewtopic.php?f=37&t=63277&p=5258795#p5258794 mal hier herein kopiert auch wenn man sich eigentlich nicht selber zitieren sollte. Die ersten 2 Sachen haben eindeutig Ischgl-Bezug, der Rest dann nicht mehr, sollte aber für 1970 nicht uninteressant sein, woanders läuft es keinen deut besser:
Neandertaler hat geschrieben:
17.05.2020 - 17:18
Jetzt, Frage. Was machen wir mit diesem Artikel?
Causa Ischgl: Tiroler Behörden missachteten Erlass des Gesundheitsministeriums
...
Nach heutigem Wissensstand reagierte der Bund zu spät: Bei der Einstufung
von Risikogebieten orientierte sich das Gesundheitsressort stark am deutschen Robert-Koch-Institut. Doch das Gefahrenpotenzial von Ischgl hätten die österreichischen Behörden selbst erkennen müssen. Erst ab dem 13. März, als das Paznaun unter Quarantäne gestellt wurde, galt das Tal österreichweit als Risikogebiet. Das heißt: Alle österreichischen Ischgl-Urlauber, die vor dem 13. März mit Symptomen zurückkamen, wurden nach damaliger Teststrategie nicht als Verdachtsfälle gewertet – und nicht getestet. Dabei urlaubten etwa 5000 Österreicher in der ersten Märzhälfte im Bezirk Landeck. Viele von ihnen schleppten das Virus unbemerkt in ihre Heimatbundesländer.
...
https://www.profil.at/oesterreich/causa ... m-11478893

Die Reaktion aus dem Landhaus in Innsbruck war dann wieder sehr, sagen wir eigenwillig:
Ischgl: Scharfe Kritik nach Tiroler "Ultimatum" an "profil"
...
Die NEOS sahen in der Aufforderung Tirols an "profil", eine Landes-Stellungnahme innerhalb von 24 Stunden zu publizieren, einen Einschüchterungsversuch. Herausgeber Christian Rainer ortete darin Drohungen gegenüber Journalisten.
Das Land erklärte indes am Sonntag, dass es sich bei der samstäglichen Stellungnahme lediglich um eine "Aufforderung zur Richtigstellung" handelte. So habe man dies auch formuliert. Als Klagsdrohung sei dies nicht zu werten.
...
Eine Vorgangsweise, die "profil"-Herausgeber Rainer scharf kontern ließ. "Tirol versucht, mit Drohungen Journalisten einzuschüchtern."
...
https://www.derstandard.at/story/200011 ... -an-profil
Erkläre mir mal einer, was da jetzt schon wieder los ist. Irgendwie muss da noch eine Goldader für den Journalismus sein, die das Land nicht hergeben will.

Sieht aber hinter dem Brenner nicht viel besser aus:
Die Grüne Brigitte Foppa hat aufgedeckt, wie die Landesregierung in Sachen Notdienst schwindelt.
...
Minimale Einschreibungsfristen, überstrenge Kriterien, schlechte Kommunikation mit dem Personal etc. haben den ,Not’-Dienst gleich schon in die Kritik gebracht. Auffallend ist aber auch, dass der Dienst nur in den deutschen und ladinischen Schulen und Kindergärten angeboten wird.
...
Brigitte Foppa weiter:

„Auch im folgenden Absatz heißt es im Deutschen, dass der Notdienst BEGINNT, im Italienischen steht: PUÒ INIZIARE.

Das sind keine Übersetzungsfehler, werte Landesregierung. Das ist bewusstes Kaschieren von unterschiedlichen Wegen. Die Landesregierung kann sehr wohl beschließen, in der deutschen Schule andere Wege zu gehen als in der italienischen (auch wenn viele Eltern sicher gern einen gemeinsamen „Notdienst“ gesehen hätten, der auch noch ressourcenoptimierend gewesen wäre). Aber man hat nicht einmal die Courage, dazu zu stehen, sondern zieht es vor, bei der Übersetzung zu „schwindeln“.
...
https://www.tageszeitung.it/2020/05/17/ ... schwindel/
Wie immer halt, die Weltbestigsten mit einer Bauerschläue wie sie im Buche steht. Das kann man aber noch mehr auf die Spitze Treiben:
Der Sanitätsbetrieb wird die zweite Lieferung an Schutzausrüstung im Wert von 20 Millionen Euro nicht bezahlen. Oberalp solle sich das Geld von den Chinesen holen, sagt Florian Zerzer.
...
https://www.tageszeitung.it/2020/05/17/ ... en-zahlen/
Äh wie bitte? Das schießt jetzt echt den Vogel ganz ab! :fluchen:

Weil es aber so schön ist, es geht noch weiter:
In einer E-Mail wirft Athesia-Direktor Michl Ebner dem LH vor, bei den Corona-Infokampagnen zu knausrig zu sein. Das Land unterlasse „lebensnotwendige“ Aufklärung.

von Artur Oberhofer

Hatte sich die Tageszeitung „Dolomiten“ Anfang März noch über Covid-19 lustig gemacht („Da bringt ein Südtirol-Urlauber nach dem anderen ein ganz spezielles Mitbringsel namens Covid-19 mit nach Hause, und wir bleiben mit (…) einer Frage zurück: Warum kriegen die, was wir nicht haben?“), möchte das Medienhaus nun, wo das Virus auch das Tourismusparadies Südtirol in die Knie gezwungen hat, „lebensnotwendige Aufklärung“ für die Südtiroler Bevölkerung betreiben.

Gegen Bezahlung, versteht sich.
...
https://www.tageszeitung.it/2020/05/17/sehr-bescheiden/
Da droht aber einer nicht mehr mit Liebesentzug, sondern mit der Scheidung wenn nicht sofort Geld fließt. Ist der Sumpf tief geworden...
keiner hat die Absicht die Grenzen zu Schließen...
Keiner hat die Absicht eine Ausgangssperre zu verhängen...
Walter Ulbricht: „Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Ääh, mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen, und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“

Grüße aus Rockcity

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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von ski-chrigel » 17.05.2020 - 18:01

Emilius3557 hat geschrieben:
17.05.2020 - 13:10
Ich wollte zur gesamten Thematik eigentlich gar nichts schreiben, aber was mir auf den letzten Seiten dieses Threads missfällt ist der Ton, den manche User anschlagen, [...]

Ich finde es auch ziemlich anmaßend (und typisch deutscher Besserwisserei entsprechend) wie sich hier manche gebärden, die schon vorher gewusst haben wollen, wie man wann was hätte machen sollen und sehr schnell bei der Hand sind mit ihren Urteilen, da man sich ja gründlich in den allwissenden Medien informiert habe. Dieser überhebliche Alleswisser-Ton ist mir aber in den letzten Monaten in nicht wenigen Topics aufgefallen. Vor allem in Topics, in denen es nicht um konkrete News, Skiberichte o.ä. geht, übrigens.
2x vollste Zustimmung. In allen Topics, die mit Corona zu tun haben, ist das so, was mich dazu bewogen hat, lange Zeit in diesen Topics gar nichts mehr zu lesen und zu schreiben. Offenbar hat das Virus die Nerven vieler total blank gelegt. In der Hoffnung, dass sich dies mit dem Abflauen der Pandemie etwas beruhigt haben könnte, lese ich seit kurzem wieder mit, muss aber leider feststellen, dass einige offenbar noch längst nicht über den Berg sind.
Respekt an 1970, mit dem ich in Sachen Pisten- und Skibetrieb in Ischgl oft nicht einer Meinung bin, dass er sich hier dieser Diskussion stellt und seine (für mich durchaus nachvollziehbare) Position trotz rauhestem Gegenwind sachlich erklärt.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Theo » 17.05.2020 - 18:15

Chense hat nicht genau auf das geantwortet was ich meinte. Die Isländer hatten wohl ein noch ziemlich grösseres Problem als die Ischgl Rückkehrer.
Man kann natürlich alles auf einen Ort schieben und dabei komplett ausser acht lassen dass evt. einer der Ischgl-Urlauber es selber dorthin gebracht hat was zwangsläufig bedeuten würde dass das Virus schon mindestens 10 vorher im Land war. So findet man dann natürlich leine Infektionsketten raus. Die 15 haben so hoffentlich richtig in Quarantäne gestellt, falls nicht und diese hätten es weiter verbreitet wäre daran Island ganz alleine selber schuld.
Solche Sachen gibt es eben. Ich selber kenne weniger als 10 infizierte Personen, habe aber selber in einen Fall gesehen dass es mit der Rückverfolgung vorne und hinten nicht klappt und bei einem anderen Fall wäre komplett was falsches dabei raus gekommen wenn es ernst gewesen wäre.
1. Ein Hamburger fährt in Zermatt Ski und auch nach Cervinia. Kurz nachdem er zurück an der Arbeit ist erkrankt ein Kollege dort und ist positiv.
Der Cervinia-Fahrer wird getestet und ist zum Glück negativ. Ich gehe jede wette ein, wenn dieser positiv gewesen wäre hätte man ihn als Ursache gesehen und alles andere falsch interpreteirt oder komplett ausgeblendet.
2. Eine Frau ca. 75 im Lötschental erkrankt, ihr mann nicht. Problem: Einer der beiden Söhne arbeitet im Skigebiet und hat dort auch Gepäcktransport für zwei später in Zürich erkrankte Gäste gemacht. Der andere Sohn ist Pfarrer in einem Ort wo das Seniorenheim ziemlich stark betroffen ist und hat zwangsläufig mit Corona-Toten zu tun.
Beide wurden mangels Kapazitäten nicht getestet da beschwerdefrei. Hallo. Für solche Fehlentscheide der zuständigen Stellen kann einfach kein Ferienort verantwortlich gemacht werden oder diesen sogar schuld an Todesfällen wegen reiner Geldgier vorwerfen.
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Re: ORF Doku "Am Schauplatz: Ausnahmezustand in Ischgl"

Beitrag von Werna76 » 17.05.2020 - 19:17

Servus 1970, schöne Grüße nach Ischgl.
Seit ich hier in diesem Forum aktiv bin, hat es noch niemanden gegeben der hier so ruhig und sachlich geblieben ist trotz beleidigender Aussagen von absolut weltfremden Menschen und typischen Internetwichteln. Vor Dir kann man dafür wirklich nur den Hut ziehen. Möchte Dir nur versichern, dass es nicht nur diesen weltfremden Vorzeige-Klugscheißer gibt, sondern auch Menschen die die Situation ein wenig realistischer einschätzen. Fehler wurden gemacht, ja definitv. Aber die hätte man überall anders auf der Welt in der Tourismusbranche genauso gemacht.
Bei uns hier in der Region müssen die Verantwortlichen wirklich froh sein, dass Tirol zuerst dran war mit dem Virus. Aufgrund der unkontrollierten Situation mit den privat vermieteten Ferienwohnungen hier hätte sich das Virus weit mehr ausgebreitet als bei Euch. ZB sind hier die holländische Gäste noch fröhlich angereist und haben die Biervorräte im Supermarkt aufgekauft, während bei Euch schon Sperre und Abreise war.

Emilius, Dir vielenvielen Dank für Deinen wie immer so sachlichen Beitrag. Ich hab hier in den letzten Tagen mitgelesen und permanent gehofft, dass es doch auch andere Meinungen dazu geben muss. Diese Dynamik die sich hier entwickelt hat auf den Zug der im Nachhinein-Besserwisser aufzuspringen weil grad ein User runtergemacht wird ist leider typisch. In der Mehrheit der Internet-Wichtel machts doch viel mehr Spaß auf einen einzelnen hinzutreten. Aber schön, dass es doch noch solche, ich nenn es mal Qualitäts-User, wie Dich im Forum gibt. Leider eine aussterbende Spezies.

Bezüglich der Kaprun-Frage:
Ich habe damals noch nicht so wie jetzt in Kaprun gelebt, aus Erzählungen weiß ich aber, dass zumindest im ersten Jahr weniger los war. Ob das jetzt aus negativem Empfinden gegenüber der Ortschaft selbst lag, oder an Informationsmangel (ohne die abgebrannte Bahn kommt man ja nicht rauf) weiß wohl niemand. Für Kaprun selbst gab es in den darauffolgenden Jahren einen Investitionsschub der sich nachhaltig positiv auf die ganze Region ausgewirkt hat (und dann mMn aber übertrieben wurde mit dem Immobilien-Ausverkauf).
Den Vergleich der jetzigen Situation mit dem Kaprun-Unglück find ich aber völlig überzogen. Kann mich nur wiederholen, dass ich überzeugt bin, dass es im Dezember den Großteil nicht mehr interessieren wird was in den letzten 2-3 Monaten los war.

Meine persönliche Hoffnung wäre, dass man in Ischgl vielleicht etwas weniger auf diese deutschen Reisebus-Kurzurlauber wert legt und etwas mehr das eigentlich großartige Skigebiet in den Vordergrund stellt, sprich etwas mehr Zeit nehmen fürs Pistenpräpieren.
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Hermann ist der Skilehrer für uns alle (Aksel Lund Svindal über Hermann Maier)


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