Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

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gerrit
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Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von gerrit » 14.10.2020 - 19:06

Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Graph » 14.10.2020 - 21:38

Das ist sehr schade, allerdings beim derzeitigen Blick auf die noch bevorstehende Corona Wintersaison, die sicher weniger Einnahmen für die Skigebiete bedeutet, zu erwarten gewesen.
2019 (1 Tage): 1x Feldberg, 6x Grimentz/Zinal, 1x St. Luc, 2x Verwall,
2018 (13 Tage): 3x Sulden, 1Hinterzarten, 1x Grindelwald, 3x Feldberg, 3x Damüls, 1x Warth, 1xDiedamskopf, 1x Pizol
2017 (15 Tage): 7x Grimentz/Zinal, 2x Grindelwald, 1x Engelberg, 1x Sörenberg, 1x Belchen, 1x Seibelseckle, 1x Feldberg, 1x Menzenschwand
2016 (14 Tage): 1x Schöneben, 6x Sulden, 1x Arosa, 2x Damüls, 1x Balderschwang, 1x Feldberg, 2x Gargellen;
2015 (2Tage): 1x Fldbrg, 1x Muggenbrunn;
2014 (10 Tage): 1x Frutt,1x Engelberg, 1x Mürren, 1x Grindelwald, 3x Damüls, 1x Balderschwang, 1x Silvretta Montafon, 1x Fldbrg

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Ram-Brand » 15.10.2020 - 20:07

Na, mal gucken ob bei anderen Seilbahnherstellern, dass auch so gemacht wird, oder ob man eine andere Lösung findet.
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Stäntn » 15.10.2020 - 21:15

Sind ja nicht wenige hier im Forum angestellt bei DM oder Leitner ;) hoffen wir mal das beste.
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von ep99 » 16.10.2020 - 18:02

Es war eigentlich zu erwarten. Einige Skigebiete hätten für diesen Sommer gleich mehrere Liftbaustellen gehabt und nur wenige haben ein Projekt auch wirklich umgesetzt. Auch war es einigen viel zu riskant das Projekt so verspätet zu beginnen, denn es wollte niemand dann im Winter ohne Zubringerlift dastehen. Die Folge daraus ist natürlich, dass die Lifthersteller fast keine Arbeit mehr hatten.
Anderen großen Firmen geht es dabei aber nicht besser und ich glaube auch nicht, dass es einer Firma leicht fällt so viele Mitarbeiter auf einmal entlassen zu müssen.

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von David93 » 16.10.2020 - 21:05

Mit Sicherheit hat man sich das vorher gut überlegt. Man wird halt nun die Vorzeichen für die kommende Saison zur Kenntnis genommen haben. Und diese lassen leider nicht darauf schließen, dass die Skigebiete nächsten Sommer investitionsfreudiger sein werden als heuer.

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Neandertaler » 16.10.2020 - 23:46

Wenn's ganz dumm läuft, gibt's ganz viel gebrauchtes Material auf dem Weltmarkt. Wäre dann wirklich schlecht für alle.
Nach dem verkürzten und Schnee armen vergangenen Winter wird eine ausgefallene oder "Gäste armen" Session sich nicht sehr gut in den Büchern niederschlagen.
Kandidaten gibt's dafür viele.
An die weiteren Folgen will ich noch gar nicht denken.
keiner hat die Absicht die Grenzen zu Schließen...
Keiner hat die Absicht eine Ausgangssperre zu verhängen...
Walter Ulbricht: „Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Ääh, mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen, und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Che » 17.10.2020 - 01:33

https://vorarlberg.orf.at/stories/3015153/

Wohlgemerkt nach Steuern!
Ja, auch ich bin Unternehmer. Aber ich persönlich verspüre da mehr soziale Verpflichtung, als es der Branchenprimus in diesem Fall tut.
Selbst bei 1/3 Umsatzeinbruch und damit entfallenden Materialkosten kommt man mit einer Milchmädchenrechnung somit auf mindestens eine schwarze 0. Aber man wird sich sicherlich etwas dabei gedacht haben..
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Chense » 17.10.2020 - 03:22

Che hat geschrieben:
17.10.2020 - 01:33
https://vorarlberg.orf.at/stories/3015153/

Wohlgemerkt nach Steuern!
Ja, auch ich bin Unternehmer. Aber ich persönlich verspüre da mehr soziale Verpflichtung, als es der Branchenprimus in diesem Fall tut.
Selbst bei 1/3 Umsatzeinbruch und damit entfallenden Materialkosten kommt man mit einer Milchmädchenrechnung somit auf mindestens eine schwarze 0. Aber man wird sich sicherlich etwas dabei gedacht haben..
Muss ich ehrlich gesagt leider ähnlich sehen ... ich würde es sogar so sehen, dass normal jeder Betrieb der sich derart aus der sozialen Verantwortung zu stehlen versucht sämtliche erhaltenen Coronahilfen z.B. aus dem Kurzarbeitergeld auf Heller und Pfennig zurückzahlen sollte.
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Stäntn » 17.10.2020 - 07:27

Sozial läuft hier schon lange nichts mehr, wenn ich ansehe wer in den letzten Wochen bei uns alles „aus betrieblichen Gründen“ ausgestellt wurde. Im direkten wirtschaftlichen Umfeld ähnlich - die meisten sind freigestellt / lange Kündigungsfristen, d.h. beim Arbeitsamt wird sich da erst in 6-12 Monaten wer melden. Im Automotive Bereich (Kunden von uns) sind noch alle in Kurzarbeit, viele werden wohl nicht zurück kommen - Konsolidierung oder sozialverträglicher Abbau wird das 2021 dann heißen. Die Kurzarbeitgelder vom Staat nimmt man natürlich noch maximal lange mit, daher gehört das auch sofort gestoppt oder kritischer geprüft.
Dass dicke Ende kommt nächstes Jahr - man wird es auf Corona schieben, was aber so nicht richtig ist. Es sei denn, man zündelt jetzt nochmal mit Lockdowns, dann wird’s richtig finster.
Ich hoffe die Politik hat in ihrer Risikoabwägung das alles am Schirm - unser BM hier nicht, der ist völlig naiv. Und der Altmaier will’s dann auch nicht kommen gesehen haben :nein:
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Julian96 » 17.10.2020 - 08:06

Che hat geschrieben:
17.10.2020 - 01:33
https://vorarlberg.orf.at/stories/3015153/

Wohlgemerkt nach Steuern!
Ja, auch ich bin Unternehmer. Aber ich persönlich verspüre da mehr soziale Verpflichtung, als es der Branchenprimus in diesem Fall tut.
Selbst bei 1/3 Umsatzeinbruch und damit entfallenden Materialkosten kommt man mit einer Milchmädchenrechnung somit auf mindestens eine schwarze 0. Aber man wird sich sicherlich etwas dabei gedacht haben..
Sehe ich eigentlich auch so, nur ist Doppelmayr damit jetzt sicher nicht schlechter als viele andere Arbeitgeber.

Daimler in Untertürkheim will z.B. 4000 Stellen streichen obwohl 2019 ein Gewinn von 2,7 mrd. Euro erwirtschaftet wurde :!:

Egal in welchem Fall frage ich mich immer wieder, wie eine Firna einen vermeintlich so großen Rückhalt in nur wenigen Monaten aufbrauchen kann. So wird aber nicht gerechnet, eine Firma rechnet mit Geld und ein unbeschäftigter Arbeiter ist eine Investition ohne Gegenwert. Und die Rechnung mit 30% weniger Umsatz wird durch fehlende Materialkosten aufgefangen, kannst glaub leider annähernd vergessen. Material ist denke ich ein verschwindend geringer Teil, wenn man Löhne, Entwicklungskosten und Abschreibungen heranzieht. Material hin oder her 30% Umsatz können wahrscheinlich fast 1 zu 1 als 30% weniger Geld gesehen werden.
(Bin aber kein BWLer, ich stelle es mir nur so vor, kann auch komplett falsch liegen)

Wenn man mal bedenkt, dass 190 Leute bei rund 4000 gesamt nichtmal 5% sind, der Umsatz aber um 30% gesunken ist, sind die Entlassungen, so bedauerlich sie sind, absolut nachvollziehbar.

30% Umsatzrückgang heißt wohl auch 30% weniger Arbeit und damit wäre die Beschäftigung selbst nach den Entlassungen immernoch relativ schlecht.

Das Ding ist vor allem, dass sich die Auftragsflaute in den Skigebieten doch mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit über die nächsten Jahre weiterziehen wird, je nach Situation vielleicht sogar noch extrem verschärfen wird... ich denke eine Firma wie Doppelmayr analysiert auch das und steuert eben gegen, bevor der Karren im Dreck ist.
So hart das klingt, aber für mich eine absolut logische Entscheidung.

Blöd für mich, denn eine Masterarbeit oder Stelle werde ich damit wohl endgültig nicht so schnell bekommen :sniff:
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Che » 17.10.2020 - 08:31

Wo schreibe ich, Doppelmayr sei schlechter als andere?
Wo schreibe ich, dass der Umsatzrückgang mit Materialkosten aufgefangen wird? Ich schreibe, dass es vermutlich zu einer 0 anstatt einer Gewinnmarge von über 20% vor Steuern kommen wird.

Vollkommen logisch, es trifft auch Konzerne und es ist eine Ihrer Aufgaben, Gewinne zu erwirtschaften. Aber eine gewisse soziale Verantwortung hat man auch und der stellen sich viele Selbstständige und viele Konzerne nicht.

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Julian96 » 17.10.2020 - 08:42

Das war keine Anschuldigung dir Gegenüber, ich empfand es nur so, als wolle man Doppelmayr hier schlecht dastehen lassen. (Grundton der letzten Posts, nicht nur auf dich bezogen :wink: )
Ich kann das ja irgendwie nachvolziehen, aber ich glaube auch sehr viele Leute haben eine viel zu nette Einstellung zu einer Firma. Mindestens genau so viele haben aber auch die Einstellung eine Firma sei ein Spendierladen, der einem ohne Gegenleistung Geld zu wirft, aber das ist ein anderes Thema. :lol:

Und ich hab schon verstanden, dass du nicht sagen wolltest fehlenden Materialkosten fangen den Verlust auf. Ich wollte nur sagen, dass ich glaube das trägt kaum dazu bei. Entscheidend ist denke ich wie groß die Spanne zwischen Umsatz, Kosten und Gewinn vor der Krise war und was 30% Umsatzrückgang letzlich für den Gewinn bedeuten. Da steck ich aber nicht drin.

Dass zügige Entlassungen ein Thema bei allen Firmen sind keine Frage, aber wie gesagt, ich glaube viele Leute haben ein viel zu nettes Bild von einem Konzern. Nicht die Leute die darin arbeiten sind irgendwie unmenschlich, aber die Struktur einer Firma ziehlt nunmal aufs Geld verdienen ab.
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Chense » 17.10.2020 - 10:01

Ich bin ja bekanntermaßen kein großer Freund von Doppelmayr, allerdings versuche ich in diesem Fall auch aus der Sicht eines Mitbewerbers möglichst fair zu sein, was natürlich nicht heißt, dass ich nicht genau das was mich ärgert kritisieren werde.

Für mich kommen 2 Punkte zusammen:

Das Umsatzproblem scheint etwas hausgemacht zu sein. Es ist ja nicht so, dass man in der Zwischenzeit nicht durch anderweitige Stahlbauaufträge hätte einen Teil des Verlustes auffangen können, soweit ich weiss hat sich aber DM auf keine einzige der Ausschreibungen bei denen wir als Ersatz für ausbleibende Aufträge aus der Seilbahnbranche versucht haben Arbeit zu lukrieren um eben die Fertigung auszulasten so gut es geht beworben. Genauso sieht es bei den MSB-Aufträgen aus die jetzt langsam wieder anlaufen. Sieht sich Doppelmayr wirklich dazu nicht in der Lage? Oder war man von Seiten der Geschäftsführung zu überheblich und hat geglaubt, dass sich weil man ja der Branchenprimus ist alles selber richtet?

Dass man jetzt nach der Ausnutzung der Kurzarbeit Leute entlässt betrifft natürlich vorerst mal die betroffenen Mitarbeiter was ich moralisch bedenklich finde, wie oben geschrieben.

Ich empfinde es aber auch auf den ersten Punkt bezogen und hier wird es spekulativ der Konkurrenz gegenüber etwas unfair. Dort hat man sich zerrissen um irgendwie über die Kurzarbeit drüber zu kommen und danach direkt normal weiterzuarbeiten während man bei DM den Eindruck bekommen könnte man hätte die Kurzarbeit nur mitgenommen um noch Kohle mitzunehmen und das im Wissen, dass man danach Leute entlassen würde.
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Julian96 » 17.10.2020 - 10:59

Chense hat geschrieben:
17.10.2020 - 10:01

Dass man jetzt nach der Ausnutzung der Kurzarbeit Leute entlässt betrifft natürlich vorerst mal die betroffenen Mitarbeiter was ich moralisch bedenklich finde, wie oben geschrieben.

Ich empfinde es aber auch auf den ersten Punkt bezogen und hier wird es spekulativ der Konkurrenz gegenüber etwas unfair. Dort hat man sich zerrissen um irgendwie über die Kurzarbeit drüber zu kommen und danach direkt normal weiterzuarbeiten während man bei DM den Eindruck bekommen könnte man hätte die Kurzarbeit nur mitgenommen um noch Kohle mitzunehmen und das im Wissen, dass man danach Leute entlassen würde.
Hm wenn mans unter dem Punkt sieht, hats schon irgendwie einen unschönen Touch. Auch das mit den Aufträgen wusste ich nicht.

Ich hab natürlich keine Ahnung vom tatsächlichen Finanzwesen einer Firma, genau so wenig bin ich Personaler. Es tut mir natürlich sehr leid für jeden betroffenen Mitarbeiter und ich wollte mit meinem Post vorhin nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich jetzt für die Firma stark mache und die Mitarbeiter egal wären. Aus meiner Sicht hatte ich während meiner Bachelorarbeit einfach einen sehr guten Eindruck von der Firma, daher konnte ich die Kritik nur bedingt nachvollziehen. Mir ist aber auch klar, dass das natürlich nicht ausreicht um sich ein richtiges Bild zu machen. Che hat mich vorhin per PN angeschrieben daher kurz die Erklärung :wink:

Wenn man das Fragen darf, die Leute hier die jetzt Kritik an der ganzen Sache üben, haben die einen engeren Bezug zu Doppelmayr oder ist es einfach ihre persönliche Meinung? So wie Chense der wohl in der Branche arbeitet meine ich?
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Chense » 17.10.2020 - 11:04

Julian96 hat geschrieben:
17.10.2020 - 10:59

Wenn man das Fragen darf, die Leute hier die jetzt Kritik an der ganzen Sache üben, haben die einen engeren Bezug zu Doppelmayr oder ist es einfach ihre persönliche Meinung? So wie Chense der wohl in der Branche arbeitet meine ich?
Ich arbeite bei einem deutlich kleineren Mitbewerber in der Konstruktion richtig. Daher weiss ich eben auch was ich in der letzten Zeit so alles gezeichnet habe um unsere Fertigung auszulasten (und nebenbei noch genug Organisationssachen für die "endlich" mal Zeit war) ... viel Werkzeug wurde gebraucht, anderer Stahlbau ... eben Dinge die DM sicher genausogut könnte.

Ich will aber nochmal sagen ich stecke nicht in den Entscheidern bei DM drin und will keinem unterstellen böswillig gehandelt zu haben, sondern nur meinen Eindruck von aussen dazu wiedergeben, was da falsch gelaufen sein könnte.

Genausowenig will ich dir unterstellen sich "vor die Firma" zu stellen. Jedet darf und soll seine eigene Sichtweise bringen können, solange er diese irgendwie sinnvoll begründet.
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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Che » 18.10.2020 - 10:55

Julian96 hat geschrieben:
17.10.2020 - 10:59
Wenn man das Fragen darf, die Leute hier die jetzt Kritik an der ganzen Sache üben, haben die einen engeren Bezug zu Doppelmayr oder ist es einfach ihre persönliche Meinung?
Sowohl als auch. Dort gearbeitet, aber trotzdem ist es einfach meine persönliche Meinung.

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Whistlercarver » 21.10.2020 - 10:15

Man muss auch berücksichtigen, dass sich in den guten Jahren die es ja bis zum Frühjahr gegeben hat so einige nicht ganz so gute/brauchbare Mitarbeiter in den Unternehmen angesammelt haben.
Jetzt in der Krise ist ein guter Zeitpunkt seinen Personalstamm zu bereinigen. Beim 50 mann Betrieb sind es halt dann 2-5 Leute die gehen müssen und beim 4000 Mann betrieb halt dann 190.

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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von Che » 21.10.2020 - 11:03

Es sind aber nicht nur 190, es sind ja deutlich mehr. Sämtliche befristeten Verträge, die nicht verlängert wurden, dazu viele Zeitarbeiter. Die 190 sind da ja doch sehr beschönigt.

Dass sich in einem Unternehmen auch Leute befinden, die nicht die erwünschte/notwendige Leistung zeigen ist klar. Aus der Ferne, ohne Dies zu wissen, darüber nun zu spekulieren, ist in meinen Augen jedoch unfair jedem Mitarbeiter gegenüber, der entlassen wurde.


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Re: Covid: 190 Kündigungen bei Doppelmayr

Beitrag von icedtea » 21.10.2020 - 11:06

In Deutschland wäre ja auch die Sozialauswahl relevant; keine Ahnung wie das in Österreich ist :?
Wo ich schon war:
Hochzeiger (1989), Ski-Zillertal 3000 außer Gletscher (viele Jahre ab 1993 :wink:), Kronplatz (2006), Söllereck (2008), Hauser Kaibling (2009 und 2014), Wildkogel (2010 - 2012), Maiskogel, Pass Thurn/Resterhöhe; Schmittenhöhe (2013), Hochzillertal/Hochfügen, Spieljoch (2016 - 2019), Alpendorf/Wagrain/Flachau (2015 und 2018), Damüls/Mellau (2017), Planai/Hochwurzen (2019), Willingen (2019), Schnalstaler Gletscher (2019), Laax, Silvretta-Montafon, Brandnertal, Golm (2020)
Was als nächstes kommt: wohl doch wieder Laax; hoffentlich


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