Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Werna76 » 22.11.2020 - 19:18

Zum (etwas erweiterten) Thema des Topics, gerade gefunden:
https://vorarlberg.orf.at/stories/3077126/
Obwohl das Raumplanungs- und Grundverkehrsgesetz geändert wurden, steigen die Grundstückspreise in Vorarlberg weiter stark an.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von hch » 22.11.2020 - 19:20

Tiob hat geschrieben:
22.11.2020 - 19:17
Im Prinzip sind wir uns ja alle einig. Immobilien in den österreichischen Alpen sollten für die dauerhaft wohnende Bevölkerung gebaut werden. Zweitwohnungen (sei es für Ausländer oder Österreicher) hat es inzwischen mehr als genug. Die Zuständigkeit um das durchzusetzten muss den Gemeinden entzogen werden da dort viel zu sehr das kurzfristige Geld regiert.
Ja, dringend. Aber das wird in Österreich nicht passieren solange die ÖVP in irgend einer Form im Bund an der Macht ist, dafür ist die Bürgermeister und Immo Connection in der Partei einfach zu stark.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von ghostbikersback » 22.11.2020 - 19:58

hch hat geschrieben:
22.11.2020 - 19:11

Das was an Chalet-Dörfern oder städtischen Luxusapartments gebaut wird ist leider für die "normalen" Einheimischen nicht erschwinglich. Dafür bräuchtest es halt mehr gemeinnützigen Wohnbau. Aber außerhalb von Wien ist das derzeit leider nicht sehr populär. Der Bürgermeister von Innsbruck hat sogar noch die tolle Idee Steuergelder in "gefördert Eigentum" zu versenken, dass spätestens nach der erstens Generation auf dem Spekulationsmarkt landet. Direkt aus dem Playbook von Maggie Thatcher in den 80ern..
Volle Zustimmung. Aus meiner Sicht ist der entscheidende Punkt allerdings, dass es wenig Bauland gibt und das wenige Bauland von den Gemeinden dann oft für touristische Nutzungen gewidmet wird anstatt es für „normalen“ Wohnungsbau zu nutzen. Es gibt also de facto einen Konflikt zwischen Nutzung von Land für touristische Zwecke und für Normalbürger. Und das liegt daran, dass die ÖVP (die die Leute ja wählen) in den Gemeinden jahrzehntelang im Konfliktfall immer für den Tourismus entschieden hat. Vor diesem Hintergrund ist es ein bisschen kurz gesprungen jetzt - zumindest zwischen den Zeilen - so tun als ob alles gut wäre, wenn nur die zahlungskräftigen Ausländer nicht wären. Das Problem ist doch eher, dass die Leute Gemeinderäte wählen, die nicht ihre Interessen vertreten, sondern in der Mehrheit fragwürdige touristische Nutzungen bevorzugen bzw. bevorzugt haben. Die Lösung ist deshalb: Mehr normale Baugebiete ausweisen, weniger Fläche für Tourismus nutzen. Den davon gibt es wahrlich genug. Es ist zwar fraglich, ob das wirklich ausreicht, weil es ja ein europaweiter Trend ist, aber besser als der bisherige Weg wäre es auf jeden Fall. Und natürlich dürfte kein Bauland ausgewiesen werden ohne Bebauungsverpflichtung. Das hat man bis heute nicht geschafft und ist einer der Haupttreiber für Bodenspekulation. Und auch da: Leute, nicht ÖVP/FPÖ wählen, sondern Parteien, die für andere Ansätze stehen. Dann braucht man auch keine billigen Sündenböcke, sondern packt das Problem an der Wurzel an.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Werna76 » 22.11.2020 - 21:21

ghostbikersback hat geschrieben:
22.11.2020 - 18:42
Diskussion zu persönlichen Befindlichkeiten entfernt. /Mod. David93
Diskussion zu persönlichen Befindlichkeiten entfernt. /Mod. David93
__________________________________________________________________________

Ich war heute am Pass Thurn spazieren und dabei bin ich natürlich auch an der riesigen Baustelle vorbeigekommen die auch im Bericht gezeigt wird (dieses Projekt wo die billigsten Chalets 5,5 Mio kosten und ein Porsche im Kaufpreis inkludiert ist).
Man hat abgewartet bis die riesige Lärmschutzwand fertig gebaut ist, danach hat man die Baustelle eingestellt und seit Frühjahr kann man "bewundern" was hier angerichtet wurde. Es gab immer wieder Gerüchte über Finanzierungsprobleme, angeblich soll nächstes Jahr jetzt doch wieder weitergebaut werden. Der Zaun runderherum war erst viel zu weit aufgebaut auf Grundsütcken die überhaupt nicht mehr dazugehören und musste dann von Gemeindearbeitern ab- und dann wieder aufgebaut werden, weil es vor Ort keinen Ansprechpartner mehr gab.
Die Unverfrorenheit dieser Vorgensweise macht mich nachdenklich, offensichtlich sind sich die Projektbetreiber sicher keinerlei Konsequenzen fürchten zu müssen.
All die Protestveranstaltungen hier oben am Pass Thurn gegenüber diesem Projekt sind für mich jedenfalls voll und ganz nachvollziehbar.
(Menschen mit Fackeln im Dunkeln haben Reden gehalten... ###)
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von flamesoldier » 22.11.2020 - 21:36

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von starli » 22.11.2020 - 22:08

Tiob hat geschrieben:
22.11.2020 - 19:17
Im Prinzip sind wir uns ja alle einig. Immobilien in den österreichischen Alpen sollten für die dauerhaft wohnende Bevölkerung gebaut werden. Zweitwohnungen (sei es für Ausländer oder Österreicher) hat es inzwischen mehr als genug.
Allgemein, nicht speziell auf AT bezogen: Also ich bin der Meinung, jeder soll das Recht auf 2 Wohnsitze haben dürfen, also auch eine Ferienwohnung zu besitzen. Ich denke mal, viele der Zweitwohnungsbesitzer haben eine Wohnung in der Nähe ihrer Arbeit, also "in der Stadt" und möchten aber gerne die Wochenenden/Ferien in einer "schöneren" Umgebung verbringen. Wenn man sich das leisten kann, why not? Ich seh da in gewisser Weise immer einen gewissen Neid bei diesen Zweitwohnungsdebatten.

Da immer mehr Leute in die Städte ziehen, werden die Dörfer am Land doch eh immer weniger bewohnt (in IT ist das wohl sichtbarer als in AT), was spricht dann dagegen, wenn "am Land" Freizeitwohnsitze entstehen?
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tiob » 22.11.2020 - 22:40

starli hat geschrieben:
22.11.2020 - 22:08

Da immer mehr Leute in die Städte ziehen, werden die Dörfer am Land doch eh immer weniger bewohnt (in IT ist das wohl sichtbarer als in AT), was spricht dann dagegen, wenn "am Land" Freizeitwohnsitze entstehen?
Weil für Zweitwohnungen die Landschaft zugebaut wird was aus Umweltschutzgründen Katastrophal ist. Man nimmt Einheimischen Wohnraum weg bzw. verteuert durch seine Nachfrage den Immobilienmarkt so dass die Einheimischen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden was langfristig zu einem aussterben der Orte führt. Gleichzeitig vermieten die meisten Zweitwohnungsbesitzer ihre Domizile nicht (nach dem Motto: „ich habe so viel Geld dafür bezahlt, dann soll es auch komplett mir gehören) dadurch schaffen sie kaum Wertschöpfung für die lokale Wirtschaft und den Tourismus und das macht sie so viel schlechter als Hotels. Gleichzeitig muss für die Zweitwohnungen von der Gemeinde Infrastruktur (Wasser Straßen etc.) für teures Geld bereitgestellt werden die dann kaum genutzt wird. Zweitwohnungen schaffen also Ökologische, Ökonomische, und soziale Probleme deswegen gehört das reguliert. Es gibt schließlich kein Recht auf einen Ferienwohnsitz!
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von xX_Kilian01_Xx » 22.11.2020 - 23:31

Entfernt, da durch den Moderationseingriff hinfällig. /Mod. David93

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von TVT » 23.11.2020 - 08:24

starli hat geschrieben:
22.11.2020 - 22:08
Da immer mehr Leute in die Städte ziehen, werden die Dörfer am Land doch eh immer weniger bewohnt (in IT ist das wohl sichtbarer als in AT), was spricht dann dagegen, wenn "am Land" Freizeitwohnsitze entstehen?
Ist das aktuell überhaupt noch so? Keine Ahnung wie das in Österreich ist, aber in BW kam in letzer Zeit mal in den Nachrichten, dass immer mehr Leute aufs Land ziehen.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von hch » 23.11.2020 - 08:34

starli hat geschrieben:
22.11.2020 - 22:08
Da immer mehr Leute in die Städte ziehen, werden die Dörfer am Land doch eh immer weniger bewohnt (in IT ist das wohl sichtbarer als in AT), was spricht dann dagegen, wenn "am Land" Freizeitwohnsitze entstehen?
Wenn der Zweit- bzw Freizeitwohnsitz oft und regelmäßig bewohnt wird, z.B. fast jedes verlängerte Wochenende oder von einzelnen Familienmitgliedern dauerhaft ist es ja halb so wild. Viele dieses Freizeitwohnsitze werden nur wenige Wochen im Jahr bewohnt und bluten dann das Dorfleben komplett aus, wären sie massiv Fläche nutzen. Wir reden ja nicht von einem kleinen Stadl auf einer Bergwiese.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von hch » 23.11.2020 - 08:41

TVT hat geschrieben:
23.11.2020 - 08:24
Ist das aktuell überhaupt noch so? Keine Ahnung wie das in Österreich ist, aber in BW kam in letzer Zeit mal in den Nachrichten, dass immer mehr Leute aufs Land ziehen.
Was ist da die Definition von "Land"? In Österreich wachsen die Städte und ihre Speckgürtel, wobei die Größe des Speckgürtels natürlich auch wächst. Alles was ich über Deutschland gelesen habe suggeriert das selbe.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tyrolens » 23.11.2020 - 08:52

Also mich stören am meisten unsere low budget Neubausiedlungen und von denen gibt's in jedem Dorf mehrere. Oder diese Holzpappe Flachdach Aufstockungen mit Kunstharz Fassade mit maximaler Ausnutzung der Baumassendichte.

Das, was die Kritiker suchen, gibt's fast nirgends mehr.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von hch » 23.11.2020 - 08:59

Tyrolens hat geschrieben:
23.11.2020 - 08:52
Also mich stören am meisten unsere low budget Neubausiedlungen und von denen gibt's in jedem Dorf mehrere. Oder diese Holzpappe Flachdach Aufstockungen mit Kunstharz Fassade mit maximaler Ausnutzung der Baumassendichte.
Die sind abgrundtief schirch, keine Frage. Sind aber per se kein Problem für die Sozial- und Siedlungsstruktur der Orte oder die Raumordnung. Gerade letzteres sind da bei aller Hässlichkeit eher von Vorteil.


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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tyrolens » 23.11.2020 - 10:09

Auch Neubaugebiete müssen aufwendig erschlossen werden, vor allem wenn die letzte saure Wiese ohne Infrastruktur her halten muss und die Gemeinde die Erschließung finanziert, wird das direkt auf den Steuerzahler abgewälzt, während der Dorfkern brach zu liegen beginnt.
Ist übrigens keine Besonderheit der ÖVP. Das läuft in SPÖ geführten Bundesländern genau gleich.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von NeusserGletscher » 23.11.2020 - 10:33

Tyrolens hat geschrieben:
23.11.2020 - 10:09
Auch Neubaugebiete müssen aufwendig erschlossen werden, vor allem wenn die letzte saure Wiese ohne Infrastruktur her halten muss und die Gemeinde die Erschließung finanziert, wird das direkt auf den Steuerzahler abgewälzt, während der Dorfkern brach zu liegen beginnt.
In Deutschland werden Erschließungskosten vom Bauherrn bezahlt. In Österreich scheint dies nicht anders zu sein.

Dass Dorfkerne brach liegen, kann verschiedene Ursachen haben. Erbstreitigkeiten, schlechte Bausubstanz, Denkmalschutz oder Milleuschutz, schlechter Zuschnitt. Und oft sind gerade dort die Einheimischen selbst, welche die Gebäude ungenutzt liegen lassen. Weil sie längst wegen besserer Verdienstmöglichkeiten weggezogen sind, aber sich nicht vom Haus trennen wollen, welches sich seit Generationen in Familienbesitz befindet.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tiob » 23.11.2020 - 10:51

NeusserGletscher hat geschrieben:
23.11.2020 - 10:33
Tyrolens hat geschrieben:
23.11.2020 - 10:09
Auch Neubaugebiete müssen aufwendig erschlossen werden, vor allem wenn die letzte saure Wiese ohne Infrastruktur her halten muss und die Gemeinde die Erschließung finanziert, wird das direkt auf den Steuerzahler abgewälzt, während der Dorfkern brach zu liegen beginnt.
In Deutschland werden Erschließungskosten vom Bauherrn bezahlt. In Österreich scheint dies nicht anders zu sein.

Dass Dorfkerne brach liegen, kann verschiedene Ursachen haben. Erbstreitigkeiten, schlechte Bausubstanz, Denkmalschutz oder Milleuschutz, schlechter Zuschnitt. Und oft sind gerade dort die Einheimischen selbst, welche die Gebäude ungenutzt liegen lassen. Weil sie längst wegen besserer Verdienstmöglichkeiten weggezogen sind, aber sich nicht vom Haus trennen wollen, welches sich seit Generationen in Familienbesitz befindet.
Es geht weniger um die Erschließungskosten als um die laufenden Kosten. Wenn man eine Wohnung nur zwei Wochen im Jahr braucht zahlt man viel weniger Müll oder Wassergebühren. Müllabfuhr, Kanal usw. müssen die Gemeinden trotzdem bereitstellen. Niemand hat etwas dagegen wenn ein Einheimischer weg zieht und das Elternhaus beispielsweise behält. Wenn das der Fall ist, sollte die Immobilie aber dauervermietet werden und eben nicht als Ferienwohnung genutzt werden.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von gerrit » 23.11.2020 - 10:58

Weniger Wassergebühren ja, Müll und andere Gemeindeabgaben sollten eigentlich in Ö gleich sein, da diese pauschal abgegolten werden. Das Problem mit den Nebenwohnsitzen ist einfach, dass die Gemeinden pro Hauptwohnsitzer eine bestimmte Summe an Geld aus einem übergeordneten Budget (ich weiß jetzt nicht genau direkt vom Bund oder über ein "Zwischenbudget" auf Landesebene) erhalten, was erheblich zum Bestreiten der allgemeinen Gemeindekosten beiträgt. Dieser Betrag fällt bei Nebenwohnsitzen weg, könnte aber (ich glaube fallweise wird das auch so gemacht und für mich schlüssig) durch eine zusäztliche Nebenwohnsitzgebühr ersetzt werden. Dann hätten zumindestens die Gemeinden kein Minus durch Nebenwohnsitze, aber das Hauptproblem, die steigenden Immobilienpreise in bestimmten Regionen, wäre davon nicht betroffen.
Eine vermutlich ziemlich utopische Lösung wäre z.B., dass bei als Nebenwohnsitz gewidmenten Neubauten von Wohnanlagen der Projektbetreiber verpflichtet würde, eine gleichgroße (Bau)Grundstücksfläche an die jeweilige Gemeinde abzugeben, auf der dann Wohnfläche für die lokale Bevölkerung entstehen kann.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von NeusserGletscher » 23.11.2020 - 11:07

Gerade bei Müll wird meist eine Mindestgröße bei Müllbehältern vorgeschrieben, hier ist es gerade umgekehrt, dass Ferienhausbesitzer den Müll der Ortsansässigen subventionieren. Bei der übrigen Infrastruktur hängt es vom Einzelfall ab. Natürlich wird diese auf wenige Spitzentage im Jahr ausgelegt, wenn alle dort Urlaub machen. Andererseit muss man fragen, wieviele Geschäfte ohne den (Ferienhaus-) Tourismus überhaupt noch existieren würden. In Gemeinden wie St. Moritz, Zermatt oder Garmisch ist es tatsächlich so, dass hier auch eine Verdrängung Einheimischer stattgefunden hat. Andere Orte zeigen, dass es auch anders geht. Da sind die Ferienhäuser halt zusätzlich dazu gekommen und nehmen niemanden Wohnraum weg.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tiob » 23.11.2020 - 11:19

NeusserGletscher hat geschrieben:
23.11.2020 - 11:07
Gerade bei Müll wird meist eine Mindestgröße bei Müllbehältern vorgeschrieben, hier ist es gerade umgekehrt, dass Ferienhausbesitzer den Müll der Ortsansässigen subventionieren. Bei der übrigen Infrastruktur hängt es vom Einzelfall ab. Natürlich wird diese auf wenige Spitzentage im Jahr ausgelegt, wenn alle dort Urlaub machen. Andererseit muss man fragen, wieviele Geschäfte ohne den (Ferienhaus-) Tourismus überhaupt noch existieren würden. In Gemeinden wie St. Moritz, Zermatt oder Garmisch ist es tatsächlich so, dass hier auch eine Verdrängung Einheimischer stattgefunden hat. Andere Orte zeigen, dass es auch anders geht. Da sind die Ferienhäuser halt zusätzlich dazu gekommen und nehmen niemanden Wohnraum weg.
Genau. Stell dir einmal vor du bist ein junger Mensch in St Moritz oder Zell am See und du willst dir vor Ort eine Zukunft aufbauen. So jemand hat keine Möglichkeit sich eine Eigentumswohnung zu kaufen oder ein Haus für seine junge Familie zu bauen bei den dort gezahlten Mondpreisen. Das heißt du musst weg ziehen wie so viele andere und der Ort stirbt wieder ein kleines bisschen auf raten.

Ich persönlich (und vermutlich die meisten anderen) ziehe es vor in lebendigen Orten Urlaub zu machen. Die Retortenstädte in Frankreich sind für mich ein abschreckendes Beispiel.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tyrolens » 23.11.2020 - 11:42

Das ist in Innsbruck, München, Salzburg nicht anders.

Ich habe hier sicher Müllsäcke für 5 Jahre rum liegen. Kaufen muss ich eben das Mindestkontingent und da wir wenig Müll verursachen, bezahlen wir für mehr, als wir brauchen. Dafür vermüllen uns die Mülltouristen. Für die bezahle ich.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tiob » 23.11.2020 - 12:35

Tyrolens hat geschrieben:
23.11.2020 - 11:42
Das ist in Innsbruck, München, Salzburg nicht anders.

Ich habe hier sicher Müllsäcke für 5 Jahre rum liegen. Kaufen muss ich eben das Mindestkontingent und da wir wenig Müll verursachen, bezahlen wir für mehr, als wir brauchen. Dafür vermüllen uns die Mülltouristen. Für die bezahle ich.
In den großen Städten ist das Problem ein anderes, dort gibt es zu wenig Angebot für zu viel Nachfrage aufgrund des Zuzugs. In den Ferienorten müssen dagegen Leute wegziehen obwohl viele Ferienwohnungen einen Großteil des Jahres leer stehen, das ist nochmal bitterer.

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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von NeusserGletscher » 23.11.2020 - 12:45

Im Prinzip ist es schon das gleiche Problem. Es gibt halt eine Klientel, welche überhaupt solche Mondpreise aufrufen kann. Das ist in München oder Berlin nicht anders als in Garmisch oder St. Moritz. Es ist genau genommen sogar die gleiche Klientel. Das fatale daran ist, dass hier alleine wegen der Mondpreise ein Automatismus in Gang gesetzt wird. Wenn bei zwei oder mehr Geschistern die Eltern sterben, dann wird in der Regel nur einer das Haus oder die Wohnung übernehmen können, weil nicht genügend Platz für zwei Familien vorhanden ist. Wenn aber ein Erbe auf der Basis von Mondpreisen seine Geschwister auszahlen muss, dann ist dies kaum möglich, weil mit normalen Arbeitseinkommen solche Summen nicht verdient oder finanziert werden können. Ergo wandert wieder eine Immobilie von Ortsansässigen zu Leuten, die genügend Geld in der Tasche haben. Und selbst bei einem Alleinerben kann es Dir noch passieren, dass das Finanzamt auf der Basis des Mondpreises die Erbschaftssteuer berechnet und Dich damit zum Verkauf nötigt. Gleiches gilt für laufende Grundbesitzabgaben, die sich am vermeintlichen "Marktwert" orientieren.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von starli » 23.11.2020 - 13:00

Tiob hat geschrieben:
22.11.2020 - 22:40
Weil für Zweitwohnungen die Landschaft zugebaut wird was aus Umweltschutzgründen Katastrophal ist. Man nimmt Einheimischen Wohnraum weg bzw. verteuert durch seine Nachfrage den Immobilienmarkt so dass die Einheimischen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden was langfristig zu einem aussterben der Orte führt.
Von einer Verteuerung des Wohnraums profitieren auch Einheimische, können sie ihren Wohnraum doch nun viel teurer verkaufen und stattdessen in eine günstigere Wohngegend (z.B. in einem Seitental) ziehen, was dann wiederum aufgewertet wird und durch günstige Immobilienpreise im Haupttal ansonsten noch mehr aussterben würde.

(Sorry, aber ich profitier aufgrund der Immobilienpreissteigerung in Innsbruck gerade gewaltig ..)

Vielleicht sollte man es so sagen: Jeder soll eine eigene Wohnung besitzen dürfen. Bei einem Paar sollte also 1 gemeinsame Hauptwohnung und 1 gemeinsame Ferienwohnung erlaubt sein. Schließlich könnten die ja auch getrennt leben und bräuchten dann genauso 2 Wohnungen.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von NeusserGletscher » 23.11.2020 - 13:39

starli hat geschrieben:
23.11.2020 - 13:00
Von einer Verteuerung des Wohnraums profitieren auch Einheimische, können sie ihren Wohnraum doch nun viel teurer verkaufen und stattdessen in eine günstigere Wohngegend (z.B. in einem Seitental) ziehen, was dann wiederum aufgewertet wird und durch günstige Immobilienpreise im Haupttal ansonsten noch mehr aussterben würde.
Das ist allerdings auch der einzige Fall, in dem ein Otto Normalbürger von Mondpreisen profitiert. Ansonsten hast Du nämlich nur Nachteile, wenn jemand an Dein Heim ein Preisschild klebt, auf dem ein Mondpreis steht.

Möchtest Du von Ort A nach B wechseln und Dich dabei nicht bei der Lage verschlechtern, dann zahlst Du auf der Basis der Mondpreise sämtliche Nebenkosten wie Notariatsgebühren, Grunderwerbsteuer, Maklercourtage etc.. Denn die Hütte in Ort B kostet bei vergleichbarer Lage mindestens so viel, wie Du beim Verkauf in A erzielen kannst.

Und dass im Erbfall oder bei Grundbesitzabgaben auch nur Nachteile drohen, wenn Du die Immobilie nicht veräussern möchtest, habe ich zuvor beschrieben.
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Re: Betongold der Alpen, oder der Ausverkauf der Heimat

Beitrag von Tiob » 23.11.2020 - 16:19

starli hat geschrieben:
23.11.2020 - 13:00
Tiob hat geschrieben:
22.11.2020 - 22:40
Weil für Zweitwohnungen die Landschaft zugebaut wird was aus Umweltschutzgründen Katastrophal ist. Man nimmt Einheimischen Wohnraum weg bzw. verteuert durch seine Nachfrage den Immobilienmarkt so dass die Einheimischen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden was langfristig zu einem aussterben der Orte führt.
Von einer Verteuerung des Wohnraums profitieren auch Einheimische, können sie ihren Wohnraum doch nun viel teurer verkaufen und stattdessen in eine günstigere Wohngegend (z.B. in einem Seitental) ziehen, was dann wiederum aufgewertet wird und durch günstige Immobilienpreise im Haupttal ansonsten noch mehr aussterben würde.

(Sorry, aber ich profitier aufgrund der Immobilienpreissteigerung in Innsbruck gerade gewaltig ..)

Vielleicht sollte man es so sagen: Jeder soll eine eigene Wohnung besitzen dürfen. Bei einem Paar sollte also 1 gemeinsame Hauptwohnung und 1 gemeinsame Ferienwohnung erlaubt sein. Schließlich könnten die ja auch getrennt leben und bräuchten dann genauso 2 Wohnungen.
Direkt unter solchen Entwicklungen leiden tun die Immobilienbesitzer nicht. Im Gegenteil: Sie profitieren durch die Wertsteigerungen. Aber es setzt sich eine fatale Kettenreaktion in Gang die letztendlich zum Aussterben ganzer Bergregionen führt. Und die Frage ist ob die Politik zulassen soll dass ganze Bergorte dem schnellen Geld geopfert werden, oder ob man eine nachhaltige Tousrimuswirtschaft aufbaut von der noch Generationen an Einheimischen profitieren können. Ich bin eher für letzteres.
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