odolmann
Wurmberg (971m)
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Gersten lief im Mitteldeutschen Rundfunk eine Doku mit dem Titel Schnee von gestern - Hat Wintersport noch eine Zukunft? und Beispielen aus den mitteldeutschen Skidestinationen Oberwiesenthal (Erzgebirge), Steinach (Thüringer Wald) sowie Braunlage und Schierke (Harz). Letztlich wurden alle in diesen Skigebieten geplanten Investitionen für Neubauten oder Erweiterungen hinterfragt, dies auch weil die jeweiligen Gutachten zu Wirtschaftlichkeit und klimatischen Gegebenheiten für Wintersport kritisch anzusehen sind. Ich denke die meisten teilen die Ansicht dass ein langfristiger rentabler Betrieb in den Mittelgebirgen durchaus fraglich ist und deshalb Ganzjahreskonzepte unbedingt notwendig sind. Dennoch frage ich mich ob man allein mit Blick auf die klimatische Entwicklung (weniger Eistage, kürzere Schneifenster etc.) nun gar nicht mehr investieren sollte wie BUND, Grüner Ring etc. fordern. Ich habe auch keine Freude daran wenn ein Berg voll mit Technik gebaut wird um dort Event-Areas zu betreiben, aber Ersatzneubauten oder Erweiterungen sind aus meiner Sicht absolut gerechtfertigt. Nur wo ist die Grenze? Ist eine neue Piste zum erneuerten Lift schon zu viel an Eingriff? Wie viel schützenswerte Natur befindet sich noch rund um bzw. in einem Skigebiet? Welche Aus- und Umbauten werden von der Allgemeinheit als angemessen angesehen? Und fragt auch jemand die Menschen vor Ort die davon leben und damit abhängig sind ob sie neue Anlagen brauchen? Oder gilt für diese Verleiher, Vermieter etc. der Spruch "Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit", also die Notwendigkeit sich anzupassen an neue Geschäftsmodelle?
Da wir auch "Insider" hier im Forum zu den jeweiligen Regionen oder Skigebieten haben hoffe ich ergibt sich ein guter Austausch. Auch die Meinungen sowohl aus touristischer Sicht (Kunde) sowie wirtschaftlicher Art (Betreiber, Bullyfahrer) interessieren mich. Vermutlich kann man aber überhaupt nicht gleichmaßen über alle Mittelgebirge urteilen da auch Standortfaktoren sehr viel beeinflussen, also bspw.
- klimatische Gegebenheiten, also bspw. Nordhang vs. Südhang, östlicher und höher gelegen vs. westlicher und tiefer usw.
- mögliches Einzugsgebiet der Besucher, deren Kaufkraft, jeweilige Neigung zum Wintersport
- vorhandene Infrastruktur als Wintersportort, also von der Straßenanbindung und Parkplatzsituation bis zu Betten und Anzahl der Gastro
Hier noch der Pressetext des MDR zur Sendung:
Da wir auch "Insider" hier im Forum zu den jeweiligen Regionen oder Skigebieten haben hoffe ich ergibt sich ein guter Austausch. Auch die Meinungen sowohl aus touristischer Sicht (Kunde) sowie wirtschaftlicher Art (Betreiber, Bullyfahrer) interessieren mich. Vermutlich kann man aber überhaupt nicht gleichmaßen über alle Mittelgebirge urteilen da auch Standortfaktoren sehr viel beeinflussen, also bspw.
- klimatische Gegebenheiten, also bspw. Nordhang vs. Südhang, östlicher und höher gelegen vs. westlicher und tiefer usw.
- mögliches Einzugsgebiet der Besucher, deren Kaufkraft, jeweilige Neigung zum Wintersport
- vorhandene Infrastruktur als Wintersportort, also von der Straßenanbindung und Parkplatzsituation bis zu Betten und Anzahl der Gastro
Hier noch der Pressetext des MDR zur Sendung:
"Exakt - Die Story" nimmt die aktuelle Klimastudie unter die Lupe und schaut sich an, wie gut Wintersportorte auf die Zukunft vorbereitet sind.
Zwei Drittel der sportlich aktiven Deutschen über 13 Jahre betreiben Wintersport. Also 27,7 Millionen Menschen sind hierzulande mit Ski und Snowboard unterwegs. (Quelle: Studie der Sporthochschule Köln) Jährlich rund 16,4 Milliarden Euro (Quelle: Bundeswirtschaftsministerium) geben sie für den Wintersport aus. Damit ist Skifahren mit Abstand die wirtschaftlich bedeutsamste Sportart in Deutschland. Noch.
Denn schon in den vorangegangenen Wintern konnte in vielen Mittelgebirgs-Regionen aufgrund warmer Temperaturen wenig oder so gut wie kein Wintersport betrieben werden. Dieses Jahr kommt der Wintertourismus in Mitteldeutschland aufgrund der Covid19-Pandemie nun völlig zum Erliegen. Sachsens Skipisten werden keinen einzigen Tag für Touristen öffnen können.
Doch wie geht es weiter? Die Prognose für die nächsten Jahre sieht düster aus. Eine aktuelle Klimastudie des Sächsischen Landesumweltamtes kommt zu dem Ergebnis, dass Skifahren in den kommenden 30 Jahren unterhalb von 800 Metern zur seltenen Ausnahme werden wird. Schon jetzt ist selbst im 1200 Meter hoch gelegenen Oberwiesenthal eine Skisaison ohne Schneekanonen kaum noch denkbar. Seit 1940 sank hier die durchschnittliche Schneehöhe um 20 cm. Noch so einen Winter ohne viel Betrieb kann die Branche jedoch nicht verkraften.
Einerseits fordern also Tourismusexperten, Politikerinnen und Politiker eine verstärkte Hinwendung zu mehr Ganzjahrestourismus. Auf der anderen Seite werden mitteldeutsche Wintersportorte in den kommenden Jahren mit vielen Millionen modernisiert. In Oberwiesenthal plant man zwei neue Liftanlagen für rund 18 Millionen Euro und in Oberhof sollen für die Doppelweltmeisterschaft 2023 im Rodeln und Biathlon rund 75 Millionen Euro in die Wettkampfanlagen investiert werden. Umweltverbände sowie Klimaexperten und -expertinnen sehen darin einen Widerspruch.
"Exakt - Die Story" geht den Fragen nach: Wie hart trifft die Pandemie den Wintersport und hat die Branche hier überhaupt noch eine Zukunft? Wo liegen künftig Potentiale für Wintersportorte und wie gut sind sie auf den Klimawandel vorbereitet?