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Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrund?

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Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrund?

Beitrag von Smo » 10.12.2016 - 21:19

Im Neuigkeiten-Balderschwang Thema unterhalten wir uns grad drüber ob mangelnde Investitionen in Form des Ersetzens von Schleppern durch Bahnen ein Skigebiet wirklich ins Abseits manövrieren kann. Die Mehrheit meint, dass man unbedingt möglichts viele Sesselbahnen statt Schleppern braucht, weil sonst die Gäste irgendwann wegblieben. Meine Position ist eher, wenn das Gebiet gut gepflegte Anlagen hat, überhaupt gut geführt ist, schneesicher und preiswert ist, es weniger auf die Art der Aufstiegsanlagen ankommt.

Ich weis, das Thema ist komplex, ein wirtschaftlicher Abstieg lässt sich selten nur auf einen Grund zurückführen. Trotzdem bin ich an der Frage interessiert, und evtl. gibts ja Leute die bisschen was beitragen können.
Gibts denn Beispiele, dass solche Gebiete wirklich aus dem Grunde den Bach runter gingen dass sie ein vergleichsweise geringes Angebot an Bahnen gegenüber Liften hatten, sonst dort aber gut gewirtschaftet wurde und auch die Umweltbedingungen passten (also Höhenlagem Schneesicherheit, Infrastruktur). Also eben vergleichbar mit Balderschwang sind. Mir fällt dazu zum Beispiel das Bödele ein. Scheint trotz des Paläofaktors zu laufen. Auf der anderen Seite liest man immer mal von Gebieten die voll ins Wettrüsten eingestiegen sind und sich übernommen, bzw. die Gäste auch durch ihre Preise vergrault haben.

Steve, gespannt, und wissend dass das ne recht simple Fragestellung für ein komplexes Gebiet ist. Den es aber interessiert :)


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Petz
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Petz » 10.12.2016 - 23:25

Ich wage sogar eher das Gegenteil zu behaupten denn ich denke der primäre Unterschied ob man in Neuanlagen investieren muß oder nicht hängt sicher in erster Linie davon ab welche Gästestruktur ein Gebiet hat.
Das Bödele z. B. lebt in erster Linie von den Einheimischen aus dem Einzugsgebiet Dornbirn die das Gebiet sehr intensiv frequentieren und hat sich entschlossen die bestehenden Anlagen beizubehalten und upzugraden. Das Stationsgebäude des Hochälpleliftes wurde ja vor paar Jahren umgebaut sowie erweitert und der große Schlepper erhielt nen neuen stärkeren Antrieb mit dem man jetzt die bei Schleppern maximal mögliche Förderleistung lukriert. Die machen alles richtig denn z. B. mit ner KSB statt dem Hochälpelift zöge man sicher nicht jene zusätzlich notwendigen Gästemengen an um die langfristig auch ausfinanzieren zu können - mal ganz abgesehen davon das es dann auf manchen Pisten verdammt eng werden könnte.

Wenn hingegen die Abhängigkeit von etwas finanzkräftigeren auch ausländischen Urlaubsgästen besteht, muß man wenn irgend möglich mit seinen Anlagen auf nem neueren Stand sein um wettbewerbsfähig zu bleiben weil ja schon der meiner Ansicht nach völlig hirnrissige Usus besteht, ein Areal als altmodisch bzw. zurückgeblieben einzustufen wenn es dort noch z. B. paar Schlepper oder längere Fixkuppler gibt. Das kann man auch mit geschickten Werbemaßnahmen nicht mehr rückgängig machen weil die Urlaubsdestination für viele Gäste mittlerweile leider auch ein Statussymbol darstellt.
Wenn man allein die Investitionen und weiteren Unterhaltskosten von Kuppelbahnen zu fixen Liften vergleicht, gleichzeitig zwangsläufig die Beschneiungsanlagen ausbauen muß und dann noch wie in den letzten Jahren erst zu spät beschneiungstaugliche kalte Temperaturen den Saisonstart ermöglichen sind diese Aufwendungen durch die wetterbedingt reduzierten Betriebstage nicht mehr refinanzierbar und ich rechne damit das wir in den nächsten Jahren dort sicher einige Insolvenzen und Stillegungen sehen werden.

Dazu kommt auch noch das sich das Publikumsschichtung seit paar Jahren ändert denn es kommen weniger schifahrinteressierte Kids nach (weil einige den PC oder Smartphone für Spiele oder soziale Netzwerke sportlicher Betätigung vorziehen) und auch die Realeinkommensverluste der Mittelschicht in den letzten Jahrzehnten führen dazu, daß heute mehr sportbegeisterte Familien ihre Euros öfter umdrehen müssen bevor sie sie ausgeben; um sich dann überhaupt noch Familienschitage leisten zu können weichen die dann auf kleinere und "unmodernere" Gebiete aus weil die schlicht billigere Angebote machen können.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von tobi27 » 11.12.2016 - 14:06

Kann mich Petz soweit nur anschließen. Ein weiterer Faktor der in Zukunft ein Problem für viele Skigebiete darstellen wird ist einfach der immer öfter vorkommende Schneemangel vor und an Weihnachten. Klar gibt es Skigebiete, die eine schlagkräftige Beschneiung besitzen und vor allem auch die Höhenlage haben aber zwischen 1000 und 1500m wird es recht kritisch.
Wenn eine Familie mit zwei Kinder jährlich einmal zu Weihnachten in die Berge zum Skiurlaub fährt, kann man mit allem drum und dran gerne mal mit 2000€ Gesamtkosten rechnen (günstig gerechnet, im Schnitt sinds eher an die 3000€). So, jetzt erinnern wir uns mal zurück und stellen fest, dass die letzten 3 Winter um Weihnachten herum in dieser Höhenlage wahrlich beschissen waren( bis auf den Wintereinbruch Dez 2014, welcher aber für viele Weihnachtsgäste auch zu spät kam) und stellen fest, dass nun diese Familie in den letzten 4 Jahren im Schnitt um die 10000€ geblecht hat, nur um ein Minimalangebot an Pisten nutzen zu können und diese dann auch noch gnadenlos überfüllt sind. Das dann der Trend zu höheren Skigebieten oder gar ganz weg vom Skifahren führt ist denke ich verständlich, ein schlechtes Weihnachtsgeschäft kann man schonmal wegstecken aber diese Serie über die letzten vier Jahre wird denke ich in manchen Regionen zu nachhaltigen Einbußen führen, wenn nicht sogar zu weiteren LSAPs.
Und dann nützen auch die neuen Anlagen nichts. ich schau rüber ans Oberjoch, ein paar klägliche Beschneiungsversuche aber weit weg überhaupt eine durchgehende Piste herstellen zu können, in 90% der anderen Allgäuer Skigebieten schaut es derzeit nicht anders aus (wenn man bedenkt, dass oftmals mit 100% Schneesicherheit geworben wird...)
Das ist meine Meinung zu dem Thema, unabhängig davon ob ich jetzt Nostalgiefan bin oder nicht. Die letzte Weihnachtssaison konnte man mit kurzfristigen Aktionen wie Wanderungen überbrücken, aber ob das einen Gast der viel Geld ausgibt um eigentlich zum Skifahren zu kommen auch in diesem Jahr befriedigt??

Viele Grüße,
Tobi
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von j-d-s » 13.12.2016 - 02:19

Also das mit der Höhenlage ist ne Ente. Völlig überschätzt. Schau dir nur mal so niedrige Gebiete wie Skiwelt oder Kitzbühel an, die kriegen es auch hin. Das würde man auch in Bayern schaffen, wenn man wollte und nicht die Umweltschützer immer dazwischen funken würden. Also nein, es liegt nicht an der Höhenlage.

Und in Bezug auf die Infrastruktur sind Schlepper nicht mehr zeitgemäß. Wir haben 2016, nicht 1980.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von gReXi » 13.12.2016 - 10:07

Ich sehe das großteils wie Petz und Tobi. Einige kleine Skigebiete wären spätestens in den letzten 3 Jahren LSAP geworden. Z.B. der Eibl, wenn man sich da nicht bereits vor 10 Jahren mit überdimensionalen Komfortvorstellungen selbst gekilled hätte. Der höchste Punkt ist dort gerade einmal auf 1002 m. Ich glaube kaum, dass sie die Kosten für ihre Kombibahn decken hätten können. Die Weihnachtsgeschäfte wären wohl in den letzten Jahren fast durchgehend weggefallen. Im Dezember 2015 hat man ja gesehen, wie manche Skigebiete improvisierten. Die Spielbergalmbahn in Gaissau war für Wanderer in Betrieb, obwohl eigentlich Wintersaison war. Aber was soll man tun, wenn der Schnee fernbleibt und die Beschneiung fehlt. Ich bin jedenfalls froh, dass ihr Plan B aufging, denn Gaissau/Hintersee ist eines der schönsten Gebiete, wo man noch ordentlich Skifahren kann.
j-d-s hat geschrieben:Und in Bezug auf die Infrastruktur sind Schlepper nicht mehr zeitgemäß. Wir haben 2016, nicht 1980.
Und genau deshalb werden Skiurlaube für Familien immer weniger leistbar. Aber es gibt auch genug von der Sorte, die dann damit prahlen "schau mal, wo wir auf Skiurlaub waren...".
LG, gReXi

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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Smo » 13.12.2016 - 10:44

j-d-s hat geschrieben:Also das mit der Höhenlage ist ne Ente. Völlig überschätzt. Schau dir nur mal so niedrige Gebiete wie Skiwelt oder Kitzbühel an, die kriegen es auch hin. Das würde man auch in Bayern schaffen, wenn man wollte und nicht die Umweltschützer immer dazwischen funken würden. Also nein, es liegt nicht an der Höhenlage.
Na das erzähl mal den Mittelgebirgsgebieten die vor Weihnachten mit viel Mühe versuchen für ihre Gäste wenigstens ein kleines Gebiet vorzubereiten und denen dann kurz den Ferien alles gnadenlos wegtaut. Ich versteh das Geschimpfe auf die Umweltschützer eh nicht. Uns Wintersportler trifft der Klimawandel ja nun volles Rohr.

Viele Grüsse, Steve

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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von j-d-s » 13.12.2016 - 15:15

Ja, bei den Mittelgebirgsgebieten liegt es auch an der mangelhaften Beschneiung. Und ich weise gleich mal darauf hin, dass Beschneiung nicht nur heißt, dass man ein paar mobile Schneekanonen hat, man muss schon die Pisten komplett und stationär Beschneien, braucht Speicherteiche, muss aggressiv auch im November beschneien sobald es auch nur möglicherweise kalt genug ist. Oder wie erklärst du dir sonst, dass sie in Österreich die Beschneiung bei gleicher Höhenlage deutlich besser hinkriegen als in D? (Sowohl Alpen als auch Mittelgebirge.)

Und das mit den Umweltschützern ist doch klar. Die sind immer dagegen, wenn man irgendwo beschneit oder Speicherteiche baut (gerade in D, weil dort die Notwendigkeit anders als in Ö kein Konsens ist), obwohl das niemandem schadet und erst recht nicht den Klimawandel irgendwie befördert.

In diese Richtung gehen doch auch "Studien" von DAV, Grünen und anderen Querulantenvereinigungen, wo behauptet wird, man könnte mittelfristig unterhalb von 1500 Meter gar nicht mehr Skifahren. Dabei ist das absoluter Unfug. Frag mal die Tiroler und Salzburger, das ist auch auf lange Sicht kein Problem. Man braucht keinen Naturschnee. Man muss nur ein paar kalte Nächte haben und schon ist die Piste fertig. Und das wird auch in 30 Jahren kein Problem sein.

Wenn man halt ne entsprechende Beschneiungsanlage hat.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Louveteau » 13.12.2016 - 16:33

Die Mittelgebirge haben doch inzwischen recht gute Beschneiungsanlagen.
Es gibt vereinzelt schon Skibetrieb und das seit Anfang Dezember. (Sauerland+Erzgebirge)

Meine Meinung: Selbst als in Winterberg noch mehr Schlepper als Sessel standen war dort bei ausreichend Schneelage immer was los. Und ich wette wenn man die Sessel nicht gebaut hätte und auch keine Beschneiungsanlage würde es das Gebiet immernoch geben, natürlich mit weniger Betriebstagen und Besuchern. Aber man spart so auch Millionen an Investitionskosten. Denn wenn es dort frischen Schnee an einem Wochenende gibt, ist gefühlt der ganze Ruhrpott+Holland aufm Berg und das auch wenn dort nur Schlepper stehen würden.
Ich habe als Kind im Westerwald das Skifahren gelernt, und da war es mir und meinen Eltern egal ob ein paar braune Stellen durchkamen oder es nur Schlepplifte gab. Wenn der Schnee getaut war, oder keiner gefallen, konnte man kein Skifahren - Pech.

Soviel zu den Mittelgebirge, in den Alpen mag das anders aussehen!

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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von tobi27 » 13.12.2016 - 16:52

j-d-s hat geschrieben:In diese Richtung gehen doch auch "Studien" von DAV, Grünen und anderen Querulantenvereinigungen, wo behauptet wird, man könnte mittelfristig unterhalb von 1500 Meter gar nicht mehr Skifahren. Dabei ist das absoluter Unfug. Frag mal die Tiroler und Salzburger, das ist auch auf lange Sicht kein Problem. Man braucht keinen Naturschnee. Man muss nur ein paar kalte Nächte haben und schon ist die Piste fertig. Und das wird auch in 30 Jahren kein Problem sein.

Wenn man halt ne entsprechende Beschneiungsanlage hat.
ich erinnere mich an Szenarien, an denen in den ach so tollen und scheesicheren Gebieten wie Kitzbühel aus letzter Not Schnee mit dem Hubschrauber und mit LKWs herumchauffiert wurde, so viel zum Thema Schneesicherheit und Beschneiung. Aber das dies in deinen Schädel nicht reingeht ist ja keine Neuigkeit :sleep:
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Tobi-DE » 13.12.2016 - 23:25

Oh, das ist ein spannendes Thema - und es ist sicher eine Mischung aus vielen Faktoren.

Schneesicherheit, Pistenangebot
Die letzten Winter zeigen es, ich finde dieser sogar ganz besonders: Ohne Schnee kannst Du noch so tolle Lifte haben, es kommt im Winter keiner (bzw. sehr viel weniger). Schaut in den Sauerland-Thread, das ist nun wirklich nicht hoch-alpin, aber was ordentlich Schnei-Power bewirken kann ist echt ein Wunder. Auch im Sudelfeld oder am Spitzingsee hat man ohne Naturschnee schon was richtig Gutes hinbekommen. Grüne Landschaften und "mangelndes Feeling" hin oder her, vielleicht verlierst Du die "Winterromantiker", aber ohne fahrbare Piste kannst Du gleich zusperren.

Ich glaube auch nicht, dass es primär an der Höhe liegt, je nach Lage scheint es im Winterhalbjahr einfach weniger Niederschläge zu geben. Österreich ist wirtschaftlich vom Winter-Tourismus stärker abhängig als Deutschland, daher tut man sich in Österreich wahrscheinlich leichter mit der Genehmigung von Beschneiungsanlagen. Dafür spielen in Deutschland andere Industrien eine wichtigere Rolle und werden daher eher bevorzugt...

Es reicht auf jeden Fall zukünftig nicht mehr, kritische Stellen im Skigebiet zu beschneien, eine oder zwei Pisten auf halber Breite, nein - ich denke hier müssen Skigebiete in Zukunft massiv investieren um zu überleben.

Liftanlagen
Nach dem Ausbau der Beschneiung setzt dann aber das Wettrüsten bei den Liften ein, schließlich will die Investition refinanziert sein. Will das Gebiet auch im Sommer punkten, sind Sessellifte Pflicht. Am Brauneck wird zwar am Bikepark ein Schlepper für Mountainbikes und Carts verwendet, aber das rechtfertigt eine Anlage, kein Dutzend. Im Wintersport kommt es entscheidend darauf an, ob Du Ski Snowboard fährst. Die Snowboarder in meinem Bekanntenkreis bevorzugen bei gemeinsamen Skifahrten Gebiete mit Sesselliften oder Gondeln. Als Skifahrer kann ich mit Schleppern gut leben, wenn die Trasse nicht zu lang, zu steil, zu weit ab von der Piste ist. Sonst bevorzuge auch ich den Sessel, am besten noch mit Förderband und Kindersicherung...

Zielgruppe und Umgebung
Jaja... die Computer und Handys, böses Zeug, das unsere Jugend dumm und fett macht und dafür sorgt, dass sie nicht mehr Skifahren wollen. Ich glaube, dass ist zu kurz gesprungen. Heute ist einfach mehr geboten und die Kinder sind mehr Abwechslung gewohnt. Dinge müssen schneller funktionieren als früher, sonst geht man zum nächsten Angebot über. Wie sonst ist es zu erklären, dass Skilehrer-Verbände damit werben, dass man in drei Tagen Ski fahren könne? Ski fahren ist tatsächlich vergleichsweise kompliziert:
  1. Du hast eine Anfahrt, die wenigsten wohnen in ÖPNV Reichweite zum Skigebiet.
  2. Du brauchst das Material, das will bei Kindern auch noch alle zwei Jahre ausgetauscht werden.
  3. Du brauchst das richtige Wetter (siehe oben).
  4. Du brauchst Übung, wahrscheinlich sogar einen Kurs oder zwei.
  5. Du brauchst Kondition, klar, am besten schon mal im August mit der Ski-Gymnastik anfangen. :)
Weiter braucht das "Skigebiet der Zukunft" meiner Meinung nach nicht nur schneesichere Pisten und zeitgemäße Liftanlagen, drumherum muss auch noch was geboten sein: Gibt es einen Freeride-Bereich? Wie weit ist das nächste Spaßbad weg? Gibt's eine Kinderbetreuung wo ich die Kleinen einfach mal 2h im Schnee spielen lassen kann? Muss ich mein Mittagessen aus der Plastikschale in einer "Wärmestube" mit Fliesen aus den 80ern einnehmen und friere mir beim Toilettengang den A**** ab? Gibt's am Abend noch ne Möglichkeit zu Feiern, Wellness oder vielleicht sogar Kultur...? Ist das Liftpersonal nett und zuvorkommend oder soll ich einfach meinen Tagespass kaufen und die Klappe halten?

Skifahren ist so teuer, da muss alles drum herum passen.
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17/18 [33+1]: Hintertux 4x - Kaunertal 5x - Sudelfeld 18x - Spitzingsee 2x - Flutlicht-Ski Spitzingsee 1x - Ellmau 1x - Hochzeiger 1x - Fendels 1x - Nauders 1x
16/17 [29+1]: Hintertux 6x - Kaunertal 5x - Sudelfeld 13x - Spitzingsee 3x - Flutlicht-Ski Spitzingsee 1x - Zell am Ziller 1x - Kitzsteinhorn 1x

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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Petz » 14.12.2016 - 00:36

tobi27 hat geschrieben:Ich erinnere mich an Szenarien, an denen in den ach so tollen und scheesicheren Gebieten wie Kitzbühel aus letzter Not Schnee mit dem Hubschrauber und mit LKWs herumchauffiert wurde, so viel zum Thema Schneesicherheit und Beschneiung. Aber das dies in deinen Schädel nicht reingeht ist ja keine Neuigkeit :sleep:
Oder man mit einer solch zweifelhaften Aktion 2016 im Brixental fast noch Schifahrer auf der Piste erschlagen hätte ... :rolleyes: Und nochmal für j-d-s zum Mitschreiben - ohne entsprechende Minusgrade (und daran mangelte es in der Vorweihnachtszeit in den letzten Jahren bzw. kam nach paar schneifähigen Nächten dann der Föhn und/oder Regen und machte alle Mühen wieder zunichte) nützten auch z. B. der Bodensee als "Schneiteich" und alle 5 m ne Kanone absolut nix :ja:
Abgesehen davon sind in manchen Gebieten meines Wissens nach auch die Beschneiungszeiten dank der Hardcorekompostis behördlich eingeschränkt sodaß seitens der Betreiber manche theoretischen Möglichkeiten gar nicht genutzt werden können.

Ich würde Tobi_DE´s Anmerkung bez. Sesselliften noch insoferne modifizieren wollen als ich als Zubringerbahn in auch im Sommertourismus genutzten Arealen eine Kabinen - oder zumindest Kombibahn einem Sessellift vorziehen würde weil mit der der Transport von z. B. Petz mit Hintertatzschaden ;D , gebrechlichen Personen, Bikes, Kinderwägen, Rollstühlen etc. viel problemloser bzw. überhaupt möglich ist.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von j-d-s » 14.12.2016 - 01:56

Na zeitliche Beschränkung bei bestehenden Beschneiungsanlagen ist doch völlig abstrus, was soll das bringen?
Naja, die Umweltextremisten werd ich wohl nie verstehen. Die schweben in ihrer ganz eigenen Welt.

Wegen den Minusgraden: Das ist sicher richtig, aber nicht das Problem. Man hat ja im November und Dezember nach wie vor einige Nächte mit Frost im Tal. Das geht also, man muss halt nur in den sich bietenden Zeitfenstern auch volles Rohr beschneien können, sodass es reicht.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von gernot » 14.12.2016 - 06:50

passend dazu

SCHNEE VON MORGEN

Jedes Jahr das große Zittern. Kommt er – oder nicht? Jedes Jahr das große Investieren: Milliarden - für den Schnee von morgen. Der Wintertourismus ist einer der wichtigsten Industriekomplexe des Landes. Schneelandschaft, Natur und „Gaudi“, davon leben heute ganze Berg- und Talregionen. Doch wenn er nicht kommt, der Schnee von oben, was dann?


http://tv.orf.at/program/orf2/20161215/762420401/story


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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Bjoerndetmold » 14.12.2016 - 08:52

Oder wie erklärst du dir sonst, dass sie in Österreich die Beschneiung bei gleicher Höhenlage deutlich besser hinkriegen als in D?.
Ich würde meinen, dass da auch ein klimatischer Unterschied besteht. Deutschland liegt nordwestlich von Österreich und ist damit stärker dem ozeanischen Klima ausgesetzt, während in Österreich der kontinentale Einfluss größer ist. Es kommt hinzu, dass in Deutschland die niedrigeren Gebiete nordwestlicher liegen (alle Mittelgebirge mit Ausnahme von Bayerischer Wald, Erzgebirge u.s.w. und teilweise die Gebiete im Allgäu). In Österreich liegen die höheren Gebiete westlich beziehungsweise zentral, während es Richtung Osten, wo der kontinentaler Einfluss größer ist, tendenziell flacher wird. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass der deutsche Teil des Alpenbogens die österreichischen Gebiete vor den atlantischen Tiefdruckgebieten in gewisser Weise abschirmt. Deshalb ist es kein Wunder, wenn das mit dem künstlichen Schnee in Österreich in vergleichbaren Höhen besser klappt.

Früher, als es noch deutlich kälter war, war es ein gewisser Vorteil, dem Tiefdruckeinfluss ausgesetzt zu sein (siehe etwa die Schneemengenhistorie in Teilen Vorarlbergs). Heute fällt in den niedrigeren Gebieten kein Schnee mehr und Temperaturen und Regen machen die Beschneiuung unmöglich bzw. zunichte.

Was das eigentliche Thema angeht:

Ohne Schnee kann man nicht Skifahren. Schneesicherheit ist deshalb für jedes Skigebiet das wichtigste. Da sind die Beförderungsanlagen sekundär. Für Gebiete wie Oberjoch sind daher große Investitionen in kuppelbare Anlagen ein gewisses Risiko, wenn der Betrieb derselben zu Weihnachten nicht sichergestellt ist. Die Fixkosten sind höher und vor allem die Kapitalkosten können dem Betreiber das Genick brechen. Etwas anderes gilt sicherlich, wenn die Anlagen auch oder gerade für den Sommerbetrieb aufgestellt werden.

Für mich selbst ist es kein Pluspunkt, wenn die Quote an Sesselbahnen in einem Skigebiet höher ist. Im Gegenteil, ich mag es mit dem Schlepper durch den Wald zu Gondeln. Wenn ich an meine kleinen Kinder denke, sieht das wieder anders aus. Da freue ich mich dann auch über jede Sesselbahn. Das ist allerdings irrational, denn man selbst hat in der Kindheit ja auch alle Schlepper gemeistert. Manche dürften von Schleppern also abgeschreckt, andere wiederum angezogen werden.
Wie heißt es schon in Monty Python's "Das Leben des Brian": Gepriesen sind die Skifahrer!

Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.

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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von jonsson » 14.12.2016 - 09:17

j-d-s hat geschrieben: Und in Bezug auf die Infrastruktur sind Schlepper nicht mehr zeitgemäß. Wir haben 2016, nicht 1980.
Das ist so nicht richtig.
Natürlich gibt es für Schlepper und auch für SB einen Markt. Petz hat diese Zielgruppe in seiner Antwort klar benannt.
Aus diesem Grund kann man auch z.B. bei Doppelmayr noch entsprechende Baureihen ordern (2SB, 4SB, Schlepplifte usw.).

Technischer Fortschritt ist das eine, ob Kunden bereit sind für, den immer kleiner werdenden technischen Fortschritt (=kleiner werdener Grenznutzen), jedoch den Mehrpreis zu zahlen ist das andere.

Beispiele aus anderen Branchen sind z.B. die Apple Iphone C-Serie oder auch die Flugzeugindustrie. Kunden wie Ryanair kaufen dort bewusst nicht Typen, die dem aktuellsten technischen Stand entsprechen.
In der Skibranche ist es das selbe. Natürlich werden Gebiete wie Ischgl, Kitz etc neue KSB mit SItzheizung und allem kaufen und das entsprechende Publikum diese verlangen. Aber dem Gast, der kurz auf seinem Hausberg ski laufen will, der wird nicht bereit sein einen höheren Preis zu zahlen. Am Ende ist die Leistung eh die selbe: Man kommt auf den Berg.
Saison 2013/14: 3x St. Anton/Stuben; 1x Warth/Schröcken/Lech; 3x Almenwelt Lofer; 1xSportgastein; 2xWeißsee Gletscherwelt; 1xWestendorf/Brixental; 1x Matrei/Osttirol
Saison 2014/15: 1x Kitzsteinhorn; 6x Almenwelt Lofer; 3x Weißsee Gletschwelt; 2x Glungezer; 1xIBK Nordkette; 2x Axamer Lizum; 1x Kappl; 1x Fieberbrunn
Saison 2015/16: 1x Stubaier Gletscher; 1x Hintertuxer Gletscher; 1x SHLF; 2x Axamer Lizum; 2x Sonnenkopf; 2x Kappl; 3x See/Paznaun; 1x Ischgl
Saison 2016/17: 4x Almenwelt Lofer, 1x SHLF, 1xChristlum, 3xHochgurgl/Obergurgl, 1xSFL, 1xKappl, 3x Hochoetz
Saison 2017/18: (geplant 6x Hochoetz, 6x Oberstdorf, 2x Kappl)

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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Petz » 14.12.2016 - 12:49

j-d-s hat geschrieben:Na zeitliche Beschränkung bei bestehenden Beschneiungsanlagen ist doch völlig abstrus, was soll das bringen?
Das frag ich mich seit ich davon hörte allerdings auch denn zum Unterschied zu den Kompostis seh ich ne Beschneiung als positiv an weil dadurch mehr Niederschlag auf die Pisten kommt und meiner Meinung nach die Vegetationsqualität sogar verbessert was der Almwirtschaft zugute kommt. Ich ginge auch durchaus soweit das man dem Beschneiungswasser dort wo es sinnvoll wäre auch gleich Flüssigdünger beimengen könnte (allerdings bitte keinen biologischen Ursprungs denn auf die "frische Landluft" kann ich gerne verzichten...).
Abgesehen davon das die Tage mit Minustemperaturen weniger werden spielen die vermehrten Regen - und Föhntage im Winter eine große Rolle denn beides ist der schnelle Tod für jede Schneedecke.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Smo » 14.12.2016 - 13:25

Back to Topic? Wie im ersten Beitrag zu lesen komm ich ja aus dem Balderschwang/Grasgehren Thread. Die haben ja eher keine Probleme mit zu wenig Schnee. :)

Viele Grüsse, Steve

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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von j-d-s » 14.12.2016 - 15:22

Wegen der Beschneiung: Ich vergleiche jetzt aber auch eher bayerische Alpen mit den angrenzenden Gebieten in Ö. Und da ist nunmal Fakt, dass die Anlagen bspw. in der Skiwelt deutlich besser sind als ein paar Kilometer weiter über die Grenze und so groß kann der klimatische Unterschied nicht sein.

Wegen SL/SB: Ich halte auch relativ wenig von Sitzheizung (brauche ich nicht, außer vielleicht wenn -20 Grad und Wind ist) und Wetterschutzhauben (außer natürlich wenn grade schlechtes Wetter ist :D), habe dafür lieber mehr KSBs. Wie sie es halt in Frankreich machen. Man darf in Bezug auf Wetterschutzhauben auch nicht vergessen, dass die eigentlich nur bei Schneefall was nützen, denn bei Wind fährt dann eben die Bahn nicht, da mit Bubbles natürlich die Anfälligkeit viel größer ist.

Übrigens ein weiterer Nachteil von SLs: Da muss man dann auch die Schleppspur beschneien... abgesehen davon bin ich leidenschaftlicher Gegner von SLs, die Dinger meide ich wo es nur geht. Nur manche Stellen haben sinnvollerweise welche, bspw. Gletscher oder der SL am Colle Superiore delle Cime Bianche in Valtournenche, weil es da schon öfters ordentlich windig ist und ein SL dann doch mehr Wind verträgt als ne SB/KSB.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Frankenski » 15.12.2016 - 15:11

Was würden denn eigentlich die Skigebiete jetzt machen wenn es keine Beschneiungsanlagen geben würde :D würden die auch jammern
Für was war bescheiung eigentlich gedacht ? Nur zum ausbessern, aber doch nie für 2 km Piste zu bauen
Wenn es Leute gibt ( viele sind es nimmer ) die für Kunstpisten und teure Arschwärmer mehr zahlen wollen und bereit sind dafür Tageskarten ab 50,- Euro aufwährts zu zahlen dann ist doch alles gut und wenn immer weniger Skifahrer immer mehr freiwillig mehr zahlen dann bleibt doch alles gleich :biggrin:

Wie hoch sind die Stromkosten im Alpenland, höher als in D ?

Ich hatte letzte Saison gerade nur ca 100,- für Skikarten bezahlt, an mir wird kein Gebiet reich :biggrin: ich fahre Ski wenn es schneit ohne Schnee kein Ski und irgendwann hat man dann keine Lust mehr drauf.
Vor einigen Jahren bin ich auf Langlauf umgestiegen - der Vorteil das kann man das ganze Jahr über machen im Sommer mit Rollen. Das macht genauso Spaß wie das klassische Skifahren und im Sommer kann man auch Skifahren - nämlich Wasserski :biggrin:


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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von j-d-s » 15.12.2016 - 20:45

Die Skigebiete würden jammern und die Hoteliers, Restaurants etc. reihenweise pleite gehen. Fändest du vielleicht besser, die Leute vor Ort garantiert nicht.

Strom ist in AT sicher billiger als in D, wir zahlen ja massiv für die Energiewende (EEG-Umlage) drauf, was sie in AT nicht tun.
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Petz » 15.12.2016 - 23:50

j-d-s hat geschrieben:Strom ist in AT sicher billiger als in D, wir zahlen ja massiv für die Energiewende (EEG-Umlage) drauf, was sie in AT nicht tun.
Allerdings sollte man die Stromtarife bei Bergbahngesellschaften nicht in normalen Haushaltsgrößenordnungen einschätzen denn sicher gibt´s auch in Deutschland deutlich billigere Gewerbe - bzw. Industrietarife für Großabnehmer wie in AT auch. Und die ganz gewiften wie beispielsweise See im Paznaun haben sich sogar ein eigenes Wasserkraftwerk geleistet wo ihnen dann die allgemeine Stromkostenentwicklung bis auf Überschußeinspeisungserlöse am Allerwertesten vorbeigehen kann... ;D
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Re: Mangelnde Investitionen in Bahnen statt Lifte Pleitegrun

Beitrag von Smo » 16.12.2016 - 21:04

J-D-S: http://alpinforum.com/forum/viewtopic.p ... 0#p5100967 und der weiter oben in diesem Faden verlinkte ORF Beitrag ist auch sehenswert.


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