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Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

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Mr.Prince
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Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Mr.Prince » 03.01.2018 - 16:19

Hallo,

Ich fahre seitdem ich 4 bin Ski und bin 28.
Ich habe mir vor 2 Jahren beim Skifahren das vordere Kreuzband gerissen. Beim ersten MRT, kurz nach dem Unfall, wurde nur Flüssigkeit im Knie festgestellt und meine Knieschmerzen sollten nach 6 wochen verschwunden sein. Diese waren auch nach 6 Wochen verschwunden, jedoch war die Instabilität immernoch da. Daraufhin war ich bei einem zweiten Artz und habe einen zweiten MRT machen lassen. Da wurde eine Ruptur des vorderen Kreuzband vermutet, eine Kniespiegelung hat die Ruptur bestätigt, leider war das vordere Kreuzband mit dem hinteren schon zusammengewachsen. Der operierender Artz hat das Knie für Stabil genug empfunden und war der Meinung eine Ersatzplastik wäre nicht nötig. Seitdem habe ich aber immer versucht joggen zu gehen oder allgemein ein bisschen Sport, um mich wieder in Form zu bringen. Dabei ist mir aber die Instabilität immer wieder aufgefallen und es hat sich angefühlt als würde sich eine Schlinge um mein Knie immer fester zuziehen.

Ich möchte im Februar wieder einen Skiurlaub machen und einfach ausprobieren, ob das Knie Stabil genug ist.

Kann man überhaupt min einem quasi nicht vorhandenen Kreuzband skifahren?
Wenn ja, kann man die Stabilität mit Übungen oder Kniebandage verbessern?
Was würdet ihr an meiner Stelle machen?
Hat einer Erfahrung mit Verletzungen an den Kreuzbänder?

Grüße

Mr.Prince


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extremecarver
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von extremecarver » 03.01.2018 - 16:28

im Prinzip gehts schon wenns stabil genug ist - die vordere Schublade ist sie mal groß bekommt man sogar mit. Da du eine Instabilität spürst würde ich operieren lassen. Mach dir nix draus - so schlimm ist es auch wieder nicht solange der Rest vom Knie noch okay ist. Ich bin schon bei der dritten Plastik im linken Knie - aber ist eine zache Zeit die ersten 3-4 Monate Post OP.

Ob du noch skifahren willst damit? Die größte Gefahr ist halt dass du den Meniskus (weiter) schädigst. Das gefährliche Gefühl ist aber wenn du merkst dass dein Oberschenkel über den Unterschenkel nach vorne rutscht. Dass du fühlst wie sich was enger zusammenzieht könnte auch eher psychologisch sein...

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massatomba
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von massatomba » 03.01.2018 - 16:39

Wenn du stabil genug bist kannst du schon wieder Skifahren. Aber du kannst dir dabei auch noch mehr kaputt machen.
Mich hatte der Arzt damals gefragt ob ich weiter Skifahren will - ich sagt ja und er meinte dann lass dich operieren.
Die ersten Monate waren schon deprimierend aber in der nächsten Saison stand ich wieder auf Ski. Viele Stabilitätsübungen gemacht und noch mehr gebiked.

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von ski-chrigel » 03.01.2018 - 16:43

Ich bin vier Jahre lang ohne vorderes Kreuzband viel Ski gefahren. Wichtig ist eine gute Kräftigung der Muskulatur mit einem Sport-Physiotherapeuten.
Dass ich nach vier Jahren dann doch eine Plastik habe machen lassen, lag an Squash und Badminton, wo ich regelmässig und zunehmend eine schmerzhafte „Schublade“ erlitt. Nach der Operation folgt erneut intensives Aufbautraining und nach 5 Monaten schlug ich meinen Physiotherapeuten beim Squash. Er war sich reuig, mich so gut behandelt zu haben :-). Und natürlich wäre dann auch gleichzeitig Skifahren wieder gegangen, aber damals (vor 20 Jahren) war ich noch nicht so angefressen, im Sommer Skifahren zu „müssen“. Bis heute ist dieses Knie bis auf eine kleine Meniskusschleifung vor zwei Jahren noch tip top, während das andere mittlerweile eine Teilprothese intus hat, die aber meine Skisucht nach nur 5 Wochen Pause ebenfalls perfekt mitmacht.
Ich wünsche Dir und Deinem Knie alles Gute!
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Werna76 » 03.01.2018 - 17:58

Irgendwann musst du es sowieso operieren lassen, ich würde das gleich hinter mich bringen anstatt das Wissen über mein kaputtes Knie ständig im Hinterkopf zu haben.
Hermann ist der Skilehrer für uns alle (Aksel Lund Svindal über Hermann Maier)

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Mr.Prince
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Mr.Prince » 04.01.2018 - 10:25

Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Ich werde es wohl erstmal ausprobieren.
Die OP werde ich versuchen für ende April einzuplanen, sodass ich nächste saison wieder auf die Pisten kann!

Vielen Dank nochmal für die Hilfe!

Grüße
Mr.Prince

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von j-d-s » 10.01.2018 - 01:23

Sei da bloß vorsichtig. Nach einer Kreuzband-OP musst du - im Normalfall mit allermindestens 9 Monaten sportfreier Zeit rechnen, wenn du großes Glück hast reichen 6 Monate. Wenn du Pech hast kann es viel mehr sein, und bei deinem Fall vermute ich eher mehr, weil durch die nicht-Operierung (der Arzt der gemeint hat es ginge auch ohne ist ein Quacksalber, Skifahrern wird eigentlich immer empfohlen ASAP die OP zu machen) weiterer Schaden entstanden sein könnte.

Auch ist die Aussage, das vordere Kreuzband sei mit dem hinteren "verwachsen", so weit mir das meine Ärzte erklärt haben bei meiner OP (ja, waren mehrere, weil mein eigentlicher Orthopäde im Urlaub war, sodass die OP von den Ärzten der Uniklinik gemacht wurde, der eigentliche Orthopäde hat dann nur die Nachuntersuchungen gemacht), eher falsch. Das vordere Kreuzband wächst nicht nach. Es wächst auch nicht mit irgendwas zusammen. Gerade deswegen muss man es ja operieren, um es zu ersetzen (i.d.R. mit Sehnen von wo anders, meist nahe am selben Knie).
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von ski-chrigel » 10.01.2018 - 04:50

Es gibt verschiedene Operationstechniken mit sehr unterschiedlich langen Rehabilitationszeiten. Bei modernen Methoden sind 9 Monate Sportpause, ja sogar 6 Monate völliger Unsinn. Wie gesagt: ich war nach 5 Monaten, natürlich nach Freigabe des Orthopäden, wieder auf dem Squashplatz, vorher erfolgte intensives Aufbautraining, also auch schon Sport. Neueste Methoden prognostizieren sogar noch deutlich weniger. Wenn ein Arzt solche Rehabilitationszeiten wie bei j-d-s ankündigt, dann solltest Du unbedingt eine Zweit- und Drittmeinung einholen. Vermutlich wurde j-d-s mit einer konventionellen Methode operiert.
Eine Möglichkeit für eine deutlich schnellere Heilung ist die folgende: Bei einer konventionellen Methode pflanzt man ein Stück Sehne ein, deren Zusamenwachsen an beiden Enden eben sehr lange braucht. Eine bessere Möglichkeit ist, das Stück Sehne zB von der Kniescheibensehne zusammen mit jeweils einem Stück Knochen an beiden Enden zu entnehmen. Die beiden Knochenenden werden dann mittels Schraube am neuen Platz fixiert. Knochen heilt viel schneller als Weichteile (man spricht heute von rund sechs Wochen). Danach ist das Knie mechanisch stabil, sodass es anschliessend nur noch darum geht, das „neue“ Band mittels Training in die richtige Funktion zu dehnen und „gewöhnen“.
Nach dieser damals revolutionären Methode wurde ich schon vor vielen Jahren operiert, das Knie hält bis heute bestens. Heute gibt es noch viel ambitioniertere Methoden und Rehabilitationszeiten. Hol Dir unbedingt verschiedene „Offerten“.
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von gernot » 10.01.2018 - 08:14

ev. kommt für dich auch ein lars band infrage? ich war und bin mit dieser methode sehr zufrieden, nach 6 wochen wieder ski fahren!

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von extremecarver » 10.01.2018 - 09:53

Also ohne allograft, mit eigenband würde ich mindestens 6 Monate warten, besser 7-8. Das Band braucht Zeit bis es volle Festigkeit erreicht. Nach 3monaten hat es die geringste!

Und ob mit Knochenblock oder nicht hat nix mit modern zu tun, das wird nach Gegebenheiten entschieden. Meine letzte vkb op. Durch Christian hier (ÖSV Arzt) war ohne Knochen, die davor auch durch ÖSV Arzt mit Knochenblock. Das band war nach 14 Jahren aber gar nicht mehr auffindbar....

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von j-d-s » 11.01.2018 - 02:14

ski-chrigel hat geschrieben:
10.01.2018 - 04:50
Es gibt verschiedene Operationstechniken mit sehr unterschiedlich langen Rehabilitationszeiten. Bei modernen Methoden sind 9 Monate Sportpause, ja sogar 6 Monate völliger Unsinn. Wie gesagt: ich war nach 5 Monaten, natürlich nach Freigabe des Orthopäden, wieder auf dem Squashplatz, vorher erfolgte intensives Aufbautraining, also auch schon Sport. Neueste Methoden prognostizieren sogar noch deutlich weniger. Wenn ein Arzt solche Rehabilitationszeiten wie bei j-d-s ankündigt, dann solltest Du unbedingt eine Zweit- und Drittmeinung einholen. Vermutlich wurde j-d-s mit einer konventionellen Methode operiert.
Eine Möglichkeit für eine deutlich schnellere Heilung ist die folgende: Bei einer konventionellen Methode pflanzt man ein Stück Sehne ein, deren Zusamenwachsen an beiden Enden eben sehr lange braucht. Eine bessere Möglichkeit ist, das Stück Sehne zB von der Kniescheibensehne zusammen mit jeweils einem Stück Knochen an beiden Enden zu entnehmen. Die beiden Knochenenden werden dann mittels Schraube am neuen Platz fixiert. Knochen heilt viel schneller als Weichteile (man spricht heute von rund sechs Wochen). Danach ist das Knie mechanisch stabil, sodass es anschliessend nur noch darum geht, das „neue“ Band mittels Training in die richtige Funktion zu dehnen und „gewöhnen“.
Nach dieser damals revolutionären Methode wurde ich schon vor vielen Jahren operiert, das Knie hält bis heute bestens. Heute gibt es noch viel ambitioniertere Methoden und Rehabilitationszeiten. Hol Dir unbedingt verschiedene „Offerten“.
Das mag ich nicht ausschließen ;). Allerdings sieht man ja auch bei den Profisportlern, dass die so gut wie weniger als 6 Monate haben, obwohl die sicherlich weitaus bessere medizinische Betreuung haben als der Freizeitsportler.

Wichtig ist daher natürlich, dass man in jedem Fall vom Arzt vor der Rückkehr zum Sport untersucht wird. Bei mir war das damals im Oktober so weit ich mich erinnern kann, da hat er dann gesagt, wenn es jetzt nochmal reißt, dann würde es mit originalem Kreuzband auch reißen. Zu Bedenken ist generell, dass man bei einer OP nie sicher sagen kann, wann es wieder wird. Es kann immer Komplikationen und Verzögerungen geben, weswegen ich prinzipiell dazu rate - nach eingehender Beratung bzgl. der Optionen etc. - so schnell wie möglich die OP zu machen.

Bzgl. des Zeitraums bei mir war es halt so, dass ich den Kreuzbandriss Ende Dezember hatte, d.h. die Skisaison war definitiv erledigt, keine Chance (hat übrigens jeder Arzt gesagt). Daher war mir dann recht egal, wann es wieder geht, solange es eben bis Beginn der nächsten Saison ist. [Und: Es kommt auch auf die Sportart an, was wann geht. Skifahren ist halt so ziemlich der "kreuzbandbelastendste" Sport überhaupt, deswegen dauert das am Längsten.]
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Pitcairn
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Pitcairn » 11.01.2018 - 13:57

@Mr. Prince:

hi, ich fahre komplett ohne VKB. das ist mir 3 x gerissen. habe dann rd. 12 Jahre pausiert, bevor ich mich wieder auf Skier wagte, aber eigenartiger Weise hält das Knie verdammt gut. Von der erneuten 4. OP haben mir 2 von 4 konsultierten Ärzten abgeraten. Ja richtig gelesen, eine 2. Meinung reichte mir nicht aus, weshalb ich das Knie mehrmals hab anschauen lassen.

Ich fahre ziemlich alles, vorwiegend aber die schwarzroten und schwarzen Pisten, da dort meistens die Pistverhältnisse besser sind. Sprünge und Buckel versuche ich immer zu meiden, beim schönen Carven alles gut. Aufpassen sollte man bei Eisplatten, wenn einem der Ski wegrutscht. Zudem träge ich eine enganliegende Bandage. Ein ganz wichtiger Tip: radfahren, radfahren, radfahren. So oft es geht. Eine gesunde, starke Muskulatur hilft immens, auch wenn es nicht vollständig kompensiert.

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von danimaniac » 11.01.2018 - 15:07

Pitcairn hat geschrieben:
11.01.2018 - 13:57
Ein ganz wichtiger Tip: radfahren, radfahren, radfahren. So oft es geht. Eine gesunde, starke Muskulatur hilft immens, auch wenn es nicht vollständig kompensiert.
Guter Tipp.

Richtig ordentlich trainierte Beine ohne vkb sind deutlich fester und sicherer als schwache Beine mit "Vollausstattung"

Edit: radfahren allein ist schon gut, ersetzt aber natürlich weder richtige Reha noch gezieltes Muskelaufbau- und Stabilitätstraining.
wird mal wieder Zeit für ein Snowboard-Abenteuer in Skandinavien...


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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Spezialwidde » 11.01.2018 - 15:18

Aus medizinischer Sicht kann ich dazu sagen: Ich kanns nicht pauschalisieren ob ja oder nein. Das muss man individuell schon etwas genauer untersuchen (lassen). Aber generell ist es so dass das Kreuzband einen wesentlichen Beitrag zur Seitenstabilität des Knies beiträgt der bei einem Riss natürlich dann wegfällt. Und da tauchen dann auch die meisten Probleme beim Skifahren auf. Beim Radfahren zb muss das Knie ja nur nach unten bzw vorne und hinten bewegen. Seitenführungskfäfte treten dabei kaum auf. Deswegen ist das dann auch den meisten Betroffenen problemlos weiterhin möglich. Man riskiert beim Skifahren mit seinen Unwägbarkeiten eben größeren Schaden wenns einem mal die Beine wegreißt. Neben dem schon bereits angesprochenen Muskelaufbau (den ich auch für immens wichtig halte) gibt es da allerdings durchaus Hilfsmittel wie Kniestabilisatoren welche die Seitenbeweglichkeit einschränken. Damit kann man sich dann meist ganz gut helfen.
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Pitcairn » 12.01.2018 - 13:32

auch mit so einem Knie kann man fahren:
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von massatomba » 12.01.2018 - 13:44

Das sind doch diese Bioschrauben (Zuckerschrauben) die sich eigentlich auflösen sollten oder?

Pitcairn
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Pitcairn » 12.01.2018 - 14:51

nö, das blech ist ist über 20 jahren drin. hat man damals drin gelassen. bei einer letzten untersuchung von vor 2 jahren wollte es ein übereifriger Chirurg entfernen und hat mir bei der ersten Konsultation gleich einen OP-Termin zur ME gegeben. Das ging mir etwas zu schnell. Ein anderer meinte dann, daß man durch die ME mehr kaputt machen kann, als dass es was bringt. Das Blech stört mich auch überhaupt nicht. nur ab und an über überaus sensitiv eingestellen Metalldetektoren an Flughäfen hat schon mal ausgeschlagen.

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Spezialwidde » 12.01.2018 - 15:29

Pitcairn hat geschrieben:
12.01.2018 - 14:51
Ein anderer meinte dann, daß man durch die ME mehr kaputt machen kann, als dass es was bringt. Das Blech stört mich auch überhaupt nicht.
Dem Manne kann ich beipflichten. Der Körper hat die Implantate eingekapselt. Solange sie keine Probleme machen drinlassen. Das Entfernen stellt wieder einen Reiz dar der immer das Risiko von unverhersehbaren Komplikationen birgt (zb Knochenwucherungen etc. ).
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Pitcairn » 12.01.2018 - 18:51

Ansonsten schwöre ich auf Beinwell! Die Wirkung ist unglaublich!


MrGaunt
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von MrGaunt » 20.01.2018 - 17:34

Ein bisschen spät, aber egal:
Bin auch Kreuzbandgeschädigter und habe mir das vordere Kreuzband operieren lassen (+ Anriss Innenband). Das wurde bei mir mittels Semitendinosus-Plastik durchgeführt. Dabei wird aus dem einem der Oberschenkelmuskel ein Stück Sehne entfernt und aus dieser das neue Kreuzband gebastelt im Rahmen einer OP von ca. 1 bis 1 1/2 Stunden Dauer. Die Befestigung erfolgt direkt mittels Schrauben im Knochen. Das neue Kreuzband soll sogar stabiler als das echte Kreuzband sein. Das fehlende Sehnenstück im Oberschenkel heilt nach kurzer Zeit Ruhe ähnlich wie ein Muskelfaserriss, ich habe es nie vermisst. :)
Das neue VKB hält gut und mein Knie ist stabil, das Ziel ist also erreicht. Im Knie ist eine leichte Arthrose, aber die gibt es nicht selten nach einem Riss, ob mit oder ohne OP.

Ich empfehle einen guten Arzt mit Sportschwerpunkt. Meiner hat - obwohl selbst Operateur - nicht aktiv zur OP geraten sondern mir verschiedene Optionen aufgezeigt und die Entscheidung überlassen. Der Riss kann in der Regel gut über Muskelaufbau kompensiert werden, aber bei bestimmten Sportarten klappt das halt nicht immer. Ist aber eine sehr individuelle Sache. Habe letztes Jahr einen kennengelernt der links und rechts ganz ohne Kreuzbänder fährt und das nicht gerade langsam.
Meine Entscheidung zur OP war dann aber doch recht klar, da ich auch bei bestimmten normalen Aktivitäten wie schnelles Treppensteigen leichte Instabilität empfand. Da ich nicht der fleissige Megasportler bin wollte ich unbedingt vermeiden dass mir ich mit Instabilität aufgrund fehlenden Kraftaufbaus kämpfen muss.

9 Monate Rehazeit halte ich auch für viel zu lang. Wenn man das mit Begleitung eines kompetenten Physiotherapeuten macht geht das viel schneller. Bei den OP-Techniken die mit Sehnenplastiken arbeiten und nicht das Kreuzband wieder zusammenflicken ist nach der OP das Kreuzband eigentlich voll belastbar. Der Muskeln aus der der Sehnenteil entfernt wurde muss natürlich heilen und die OP-Wunden müssen zusammenwachsen, das geht aber in ein paar Wochen. 1 oder 2 Wochen nach der OP kann schon vorsichtig mit Physio begonnen werden.
Ein Tip dabei: Lass Dir eine gute Physio empfehlen vom Arzt. Die sollte auf die OP-Technik eingehen können. Mich hat eine schlechte Physiobehandlung um 2 Wochen zurückgeworfen weil die blöde Schnepfe :x mich falsch belasten hat lassen.

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Dog.Hammer
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Dog.Hammer » 23.01.2018 - 12:20

Ich wurde 1997 nach der von ski-chrigel beschriebenen Methode mit Verschraubung operiert, habe nach 7 Monaten wieder Fußball und etwas später auch wieder Squash gespielt. Mit dem Ding fahre ich seither vollkommen problemlos Ski. Während der Physiotherapie hat sich allerdings gezeigt, dass die OP-Ergebnisse damals noch recht unterschiedlich waren - ich hatte das Glück unter dem Messer eines sehr guten Chirurgen gelegen zu haben. Bin nach sechs Wochen Physio problemlos auf dem Laufband (mit leichter Steigung) gejoggt, während andere Leidensgenossen die meiste Zeit mit Fangopackungen verbracht haben, um ihre Schwellungen zu kurieren. Ein spezialisierter Chirurg, der das quasi am Fließband macht, ist sicher empfehlenswert. Frag einfach mal bei einem Fußballverein in deiner Nähe nach, wohin sie ihre Fälle bevorzugt schicken ...

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Sebald Breskac » 24.01.2018 - 11:26

Bis vor zwei, drei Jahren war meine Meinung auch ziemlich zugunsten einer OP gefestigt gewesen. Aber in der Zwischenzeit bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Irgendwie ist's immer verkehrt, egal wie man's macht.

In 2000 hab ich mir's Kreuzband im linken Knie gerissen (Tatort La Masse in 3V). Der erste Doc, bei dem ich war, meinte, bloß keine OP, das würde nichts bringen, stattdessen lieber Muskelaufbau. Letzteres hab ich damals leider nicht ganz soooo ernst genommen, zwar war der nächste Schiurlaub unfallfrei, aber den Sommer über bin ich immer wieder mal mit dem Knie weggeknickt und dann jeweils so eine Woche an Krücken. Erschien mir auf Dauer nicht als Option, also auf Empfehlung von diversen Bekannten aus dem Hockey- und Fussballbereich den Doc gewechselt. Der hat mir erklärt, ohne Kreuzband wär das Knie eben instabil und auch ohne Unfälle schon einem erhöhten Verschleiß unterworfen, so dass auf alle Fälle in Kunstknie auf einen zukommt, wenn man nicht operiert. Das hat mir dann doch eingeleuchtet, zumal das Gefühl im Knie wirklich ziemlich instabil war. Also hab ich mich 2001 unters Messer gelegt, ebenfalls Semitendinosus-Plastik. 5-6 Wochen Belastungsverbot und dann vorsichtig mit Training wieder angefangen, aber ein volles Jahr Schifahrverbot. Vom Knie her hat sich das bald wieder recht stabil angefühlt, aber es hat schon eine Weile gedauert, bis ich auch mental wieder einigermaßen Vertrauen dazu gefasst hab. Trotzdem hat's seitdem immer wieder mal bei bestimmten bewegungen gezwickt, der Doc meinte, das käme eben weil der Meniskus auch schon einiges abbekommen hat. Und ich habe seitdem schon eine gewisse Einschränkung was die Beweglichkeit betrifft (Unterschenkel nach hinten hochklappen, da fehlt einfach die Sehne)

Der Durchbruch war dann erst 2004 beim nächsten Schiurlaub, als ich mich erst mal wieder vorsichtig rangetastet hab, aber am Ende der Woche bin ich beim Fahren doch tatsächlich wieder komplett frei im Kopf geworden. Die folgenden Jahre liefen einigermaßen problemfrei, bis ich dann im Sommer 2007 (in Holland!) einen Hügel hochgerannt und dabei in ein Loch getreten bin. Der Schmerz ist mir gleich bekannt vorgekommen, nur halt jetzt im rechten Knie. Zuhause hat sich der Verdacht bestätigt und ich hab dann diesmal umgehend auch die ganze Prozedur fürs rechte Knie wiederholt, OP, 5 Wochen belastungsfrei, 6 Monate Muskelaufbau, 1 Jahr Wintersportpause, kannte ich ja alles schon. Auch das Comeback war diesmal einfacher, zumal es diesmal ja eben gerade nicht beim Schifahren passiert war. Es war sogar so, dass ich über die Jahre immer mehr an Kraft- und Ausdauertraining gemacht habe und so bis 2012, 2013 lief alles echt super.

Aber dann hab ich im rechten Knie immer wieder mal bei bestimmten Bewegungen Schmerzen bekommen, vor allem Treppensteigen. Doc meinte erst Hyaluron-Injektion, dann doch Meniskus-OP, aber danach ist es nicht wirklich dauerhaft besser geworden. Außerdem hat auch das linke Knie angefangen, so komisch zu "springen", wenn ich Steigungen hinaufgegangen bin. Also im Herbst 2015 nochmal ins MRT und da lese ich im Befund was von "Kreuzbandruptur". Der Doc meint, das könne nicht sein, hat am Knie gezerrt und gedrückt, aber konnte keine "Schublade" feststellen. Das müsse wohl ein Fehler bei der Aufnahme vom MRT sein, sowas könne mal vokommen. Mir ist's aber auch komisch vorgekommen, zumal ich ja auch weiter Schmerzen bei manchen Laufbewegungen hatte (Schifahren/Snowboarden ging aber immer völlig problemlos!). Also hab ich mal wieder den Doc gewechselt, nochmal ins MRT gegangen (für beide Knie) und Befund bestätigt: Beide Kreuzband-Plastiken wieder hinüber! Dabei hab ich gar keine größeren Crashes in Erinnerung, auch nicht so einen Schmerz oder Schwellung gehabt, und wie gesagt, Knie eigentlich absolut stabil. Der neue Doc hat aber gesagt, das wär schon normal, die Plastiken würden halt nicht länger als im Schnitt so 10 Jahre halten, weil halt eine Sehne eben doch nie mehr ein richtiges Kreuzband werden kann. Die Stabilität käme von der zwischenzeitlich eingesetzten Arthrose, der "Preis" dafür ist eben eine etwas eingeschränkte Beweglichkeit (ich kann mich beim Knien nicht mehr hinten ganz runter auf die Ferse setzen). Über Kurz oder lang wären alle Leute mit Kreuzbandriss Kandidaten für ein künstliches Gelenk, also wär die OP samt "Verzicht" auf die Sehne eigentlich überflüssig gewesen. Bis dahin soll ich aber ruhig weiter Schifahren, denn viel mehr kaputt machen könnt ich sowieso schon nicht mehr.

Ist mir aber trotzdem nochmal gelungen, wenn auch wieder mal nicht beim Schifahren. Bin aber zu Fuß mit jemandem zusammengerempelt und dabei ist das Knie kurz nach hinten durchgeknickt und danach konnt ichś nicht mehr strecken. Mensikus eingerissen und eingeklemmt, also zum vierten Mal unters Messer. Dabei hat er 2/3 vom Knorpel entfernt und gleich auch die Reste von der Kreuzbandplastik rausgenommen. War witzig, ich bin vom OP-Tisch aufgestanden und konnt direkt besser laufen als auf dem Hinweg...

Trotzdem geht's seitdem leider zunehmend abwärts, die Instabilität nimmt trotz permanentem Krafttraining ständig zu und eben auch die Schmerzen vom Verschleiß. Letzte Woche konnt ich nichtmal schmerzfrei den Gang entlang laufen. Wir hatten aber letztes Jahr schon (als es noch nicht so schlimm war), schon für dieses Jahr Schiurlaub gebucht und weil's am Wochenende in der Rhön ja genug Schnee hatte, wollt ich einfach mal wissen, woran ich bin. Also Sonntag am Kreuzberg gewesen, je einen halben Tag auf dem Board und auf den Schi, und der Witz ist, das geht immer noch besser als Laufen. Ich war sogar seitdem mal wieder beinahe völlig beschwerdefrei, erst heute fängt's so langsam wieder an, etwas im Knie zu zwicken. Therapeutisches Schifahren eben...

Das Dumme ist, ich weiß einfach nicht, was ich jetzt tun soll. Nochmal unter's Messer (Kreuzbandplastik aus der Patellasehne) und wieder entsprechend lang ausetzen (werd ja leider auch nicht jünger), oder einfach die verbleibende Zeit nochmal intensiv nutzen und dann irgendwann neues Kniegelenk und den Wintersport endgültig aufgeben. <seufz>

Aber um nochmal die Eingangsfrage des Threads zu beantworten: ein klares "Ja" (wie gesagt, sogar besser als zu Fuß gehen) - im Selbstversuch empirisch bestätigt...

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von ski-chrigel » 24.01.2018 - 11:57

Ich musste bei Deinem Bericht einige Male den Kopf schütteln. Vor allem bei der Aussage, dass mit einem künstlichen Gelenk Wintersport passé sei. Wie gesagt, an meinem linken Knie wurde 1996 das Kreuzband operiert. Hält bis heute bestens, also 22 Jahre, nix von nur 10, siehe Skitagestatistik unten. Arthrose wird vermutlich mal ein Thema sein, dann gibts halt ein künstliches, wie schon rechts, wo ich vor 2 1/2 Jahren eine Teilprothese aufgrund eines Wachstumsfehlers, der mich seit der Pubertät beschäftigte, erhalten habe. Damals stand ich nach 5 Wochen wieder auf den Skis. Von wegen Wintersportverzicht. Und meine Mutter erhielt vor 15 Jahren beidseitig gleichzeitig eine Vollprothese. Sie konnte nach 9 Monaten wieder Skifahren und tut es heute mit 77 (!!!!) immer noch!
Also Kopf hoch und viel Erfolg!
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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von Sebald Breskac » 24.01.2018 - 12:06

Danke! Wenigstens was, was mal ein bisschen Mut macht!

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Re: Skifahren nach Kreuzbandriss noch möglich?

Beitrag von skisachse » 24.01.2018 - 12:08

@Sebald,vorderes oder hinteres KB?
Gut,dann auch meine Geschichte dazu.Ich befinde mich nun mittlerweile im zarten Alter von 53 Jahren.Ist den eine KB OP notwendig???
2008 hab ich mir beim Fußball,gleichzeitiger Sturz auf Ferse und Hintern,das vordere und hintere KB am rechten Knie angerissen.Bemerkbar machte sich die Instablität ganz wenig,kein Erguß,keine Schmerzen.Bin bis zum MRT noch wandern gewesen und viel Rad gefahren.Das einzige war eine Kniebandage.Nach MRT hat der in Dresden allzeit bekannte Kniedoktor Schmidt mir offenbart,Junge,Du bist zu alt für eine Op,wir machen das konservativ und mit Physio.Gut und schön,dies durchgezogen,noch gut 3 Monate nicht arbeitsfähig durch die Orthese(arbeite als Kfz-Mechaniker) und das Knie fühlte sich wieder super an.Kein Fußball mehr,keine Schnellsportarten,nur Skifahren Jahr vom Jahr,alles bestens.
2012 bin ich dann auf Arbeit ausgerutscht nach dem duschen,es machte Aua im rechten Knie und wurde monströs dick,da wußte ich schon,das KB ist diesmal durch.Naja,Durchgangsarzt,Knie vom Erguß befreit,die ganze Tippel Tappeltour wieder,diesmal beim nächsten Spezialisten(operiert die Fußballer von Dynamo) und wieder keine Op,Orthese,Physio,alles konservativ.
Bei der ersten Physio war ich bei einer Frau hier in Dresden,die macht die ganzen Tänzer von der Semperoper,das war wirklich mit einem klasse Parcour und allen PiPaPo.
Sie meinte zu mir,sie ist der Meinung,wenn man einmal im Knie drin anfängt rumzumehren,dann hat man immer wieder Probleme!!Bestätigen kann ich das von einem Arbeitskollegen,der nach nun zwei Meniskus Op,beim dritten Mal was künstliches reingesetzt bekommen hat.
Trotzallen ist jeder Krankheitsverlauf unterschiedlich und man sollte sich verschiedene Meinungen einholen.
War nun über Weihnachten letzten Jahres 11 Tage Skifahren,laufe den 27.12. die Treppe zu Hause mit Karton in der Hand runter,vertrete mir das rechte Bein,es knirscht im rechten Gebälk,ich wusste sofort,Innenmeniskus!!!Zum Glück arbeitet mittlerweile meine kleine Schwester im Diakonissenkrankenhaus in der Radiologie.
28.12. Notaufnahme+Hausarzt für die Überweisungen,4.1. MRT,9.1. Chirurggespräch+Op Vorbereitung,10.1. Meniskus Op(Arthroskopie)
War nur eine Meniskusresektion,Korbhenkelriß,Bakersyste entfernt,Verklebte Kniescheibe gereinigt,Was am hinteren KB weggeschnitten was sich 2012 drangewachsen ist vom Meniskus und das ganze Knie gereinigt.
Mir gehts jetzt bestens,bin schmerzfrei,Teilbelastung weg,Fäden raus,jeden Tag Physio und zu Hause weiteres Aufbautraining.Will bis Mitte Februar in den Schulferien wieder fit sein und mit meinen beiden Söhnen eine Woche nach Oberstdorf!Mal sehen wie es sich ausgeht,aber soweit ich weiß,hat es @Bami in 3 Wochen geschafft.
Für mich seit 2008,das A und O,MUSKELAUFBAU!!!!Fahrradfahren 5000km,Spezielles Knietraining,gibt genügend Videos auf Youtube,man muss nur seinen inneren Schweinehund überwinden,dann kann man im Winter entspannt seinem Lieblingshobby nachgehen!Ski Heil

PS:Skifahren ist die beste Heilmethode und Medizin!!


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