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Meine Erfahrung mit ÖBB Nightjet

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NeusserGletscher
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Meine Erfahrung mit ÖBB Nightjet

Beitrag von NeusserGletscher » 10.06.2019 - 17:14

In dieser Saison war ich zweimal auf der Verbindung Düsseldorf - Innsbruck inclusive Autotransport unterwegs. Wie allgemein bekannt sein dürfte, hat die Deutsche Bahn ihr Angebot im Bereich Auto- und Nachtzug vor einigen Jahren eingestellt. Einige der Strecken sowie ein Teil des Rollmaterials wurden darauf hin von ÖBB Nightjet übernommen.

Offenbar wird dieses neue Angebot gut angenommen. Zum Teil waren die Züge so ausgelastet, dass nicht einmal der Schlafwagenschaffner ein Bett nutzen konnte. Buchen sollte man auch frühzeitig, da die Bettplätze wenige Wochen vor dem Reisetermin bereits ausgebucht sind. Die Buchung selbst war unproblematisch. Ausser, dass sie den von der DB bekannten Fehler übernommen haben, dass bei der Buchung eine Abteilart als frei gemeldet wird, dann aber bei der Bezahlung plötzlich nicht mehr verfügbar sein soll. Da hilft es nur, die Abteilart zu wechseln, beispielsweise von zweier auf dreier Belegung.

Gegenüber früher hat sich der Service an Bord deutlich verbessert. Es gibt ein kleines Paket mit Snacks, Getränken, Handtuch, Ohrstöpsel und Reinigungstuch. Leider führen die Züge keinen Speisewagen mehr mit, dafür kann man beim Schaffner per Mikrowelle erwärmte Speisen bestellen. Frühstück ist OK, im Schlafwagen sogar ohne Aufpreis. Jedenfalls, solange man nicht mehr als 6 Zutaten ankreuzt. Aber gegenüber Billigfliegern hält sich der Aufpreis in Grenzen.

Bei vier Fahrten hatte ich bei der Pünktlichkeit eine Quote von 50%. Auf der ersten Rückfahrt hatte der Zug bereits bei der Ankunft 30 Minuten Verspätung und es dauerte eine weitere geschlagene halbe Stunde, bis man endlich die Lok vom Kopf des Zuges an das Ende rangiert hatte, um die Autotransportwagen die 150 Meter zur Rampe zu schieben. Dabei hätte der gestresste Lokführer noch beinahe seine E-Leitungen abgerissen, was ich gerade noch durch meine Frage, ob er die Heizleitung nicht auch noch abkuppeln möchte, verhindern konnte. Auf der zweiten Hinfahrt fuhr der Zug erst auf ein falsches Gleis und musste mit Hilfe des Zugführers zurücksetzen. Und dann machte er wie an Feier- und Sonntagen üblich in München HBF Kopf. Lok und Lokführer standen aber in München Ost. Das kostete insgesamt dann eine Stunde, die ich später in Innsbruck war. Auf dieser Fahrt wurde auch noch mitten in der Nacht Brandalarm ausgelöst, weil ein paar Raucher in ihrem Abteil ihrer Sucht nachgehen mussten. :evil:

Insgesamt habe ich am Anreisetag einen halben und am Abreisetag eine ganzen Skitag gewonnen. Ob es den geforderten Reisepreis wert ist, muss jeder selbst wissen. Optionen wie Schlafabteil zur alleinigen Nutzung verteuern natürlich den Reisepreis, aber andererseits muss ich auch mindestens 1,5x Tanken von der Rechnung wieder abziehen. Gegenüber der DB hat sich der Service verbessert und ab diesem Jahr soll auf einigen Strecken das Rollmaterial modernisiert werden. Ich denke, ich werde künftig häufiger auf das Angebot der ÖBB zurückkommen. Leider bieten sie noch immer keine Verbindung aus dem Rheinland in die Schweiz an. Zu DB Zeiten gab es einen Nachtzug ab Amsterdam via Düsseldorf nach Brig, allerdings ohne Autoverlad und leider auch erst gegen 12:00 in Brig, so dass der zeitliche Gewinn praktisch gleich Null war.

Verbesserungswürdig finde ich Pünktlichkeit und Organisation, aber auf dem Streckennetz der DB darf man halt keine Wunder erwarten.

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rajc
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Re: Meine Erfahrung mit ÖBB Nightjet

Beitrag von rajc » 10.06.2019 - 21:44

Ich finde es interesannt wenn ein anderer Betreiber ( ÖBB ist auch kein Privater Betreiber ) doch eine gute Alternative bietet.
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1 x Mönichkirchen , 2 x Hirschenkogel , 1 x Schladming , 2x Reiteralm
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Skitage in 2016/17: 13x Bad Hofgastein 2x Hochkönig 1x Lackenhof /Ötscher 1 X Gemeindealpe 1 x Hochkar 1x Stuhleck 6xFlachau 1x Katschberg 1x Obertauern 8 x Kitzbühel 1xSaalbach 1x Hochfilzen 1 x Wildkogel 3x Skiwelt

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Re: Meine Erfahrung mit ÖBB Nightjet

Beitrag von extremecarver » 10.06.2019 - 22:56

In AT allein sind die Züge meist pünktlich, das deutsche Schienennetz ist leider einfach kaputt gesperrt

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Re: Meine Erfahrung mit ÖBB Nightjet

Beitrag von Kössen » 11.06.2019 - 09:26

Bis jetzt kann ich nichts großartig negatives erzählen. Ich hab bei meinen zwei Reisen bis jetzt den Sitzwagen und den Liegewagen "getestet", kommende Woche ist der Schlafwagen dran. Meine Reisen gehen immer von Kufstein nach Udine, meist muss man im vorhinein noch mit anderen Zügen fahren.

Beim Sitzwagen merkt man schon, dass es das Angebot für Sparfüchse ist. In meinem Fall war in einem 6er-Abteil nur 4 Personen, da konnte man sich etwas breit machen zum schlafen. Es gibt kein Frühstück und der Steward hat in meinem Fall nicht einmal vorbeigeschaut, ich bin aber auch erst um 1:16 eingestiegen(Falsche Beratung am DB-Schalter).

Im Liegewagen kann man sich im Gegensatz zum Sitzwagen mit Sicherheit hinlegen. Es gab ein kleines Frühstück mit Heißgetränk, was für mich ausreichend war. Schade an der Buchung ist, dass nur eine weitere Person mit mir ausstieg und die anderen vier noch bis Venedig weiterfuhren, während aus unserem Wagen mehrere ausstiegen.

Was man aber merkt, ist dass die DB und FS wenig Interesse an diesen Zügen haben. In Udine hatte ich nur mäßig gute Anschlüsse und bei meiner ersten Buchung über die DB hat man mir den Einstieg in Salzburg verkauft und ich musste über Rosenheim anreisen, obwohl der Nightjet in Rosenheim stehen bleibt, was ich erst am Reisetag erfahren hab. Jetzt buche ich über die Seite der ÖBB und da muss man halt etwas genauer schauen, was man bucht. Bei meiner Reiseroute gibt es auch Umsteigeverbindungen, bei denen man in der Nacht in einen anderen Zugteil wechseln muss, da Kurswagen hinzu bzw. weg kommen.
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Gruß Marco

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Re: Meine Erfahrung mit ÖBB Nightjet

Beitrag von kaldini » 11.06.2019 - 20:27

Ich bin vor ein paar Wochen zum ersten Mal mit einem Nightjet von Wörgl nach Köln gefahren. War positiv überrascht. Hatte einerseits Glück, es war wenig los. So hatte ich, obwohl ich ein 2er Liegeabteil gebucht hatte, es für mich alleine. Sogar eine Dusche gab es im Waggon.
Und Wörgl liegt dahingehend ideal, um kurz nach 21 Uhr geh ich los und steig direkt in den Zug ein. Schlafen war ok, daheim ist es besser :-) Frühstück passte auch. Bis Koblenz waren wir im Plan, in NRW bis Köln verloren wir dann eine halbe Stunde. Da ich beim Umsteigen flexibel war (musste nach Aachen), war es kein Problem. Gut fand ich, dass ich um 9 Uhr ausgeschlafen und fit in Köln war. Nur die Position im Raum-Zeit Kontinuum war ein wenig verschoben, da durch den Schlaf das Hirn die Reise nicht als Reise mitbekam.
Die Waggons sind halt schon ein wenig in die Jahre gekommen. Freu mich schon auf die neuen Nightjets, die ab nächstes Jahr kommen sollen! Nach Rom kann ich mir auch gut vorstellen, auch wenn ich dafür nun nach Salzburg erst fahren muss.
Leider kein echter Skifahrer.

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Re: Meine Erfahrung mit ÖBB Nightjet

Beitrag von Buckelpistenfan » 11.06.2019 - 21:13

Ich habe ihn einmal im Schlafwagen 1er-Abteil auf einer beruflichen Reise genutzt, kurz nach der Übernahme von der DB auf der Strecke Hamburg - München. Ich hatte einen Termin Abends in Hamburg und konnte zeitlich den letzten Flieger nicht erreichen. Habe dann notgedrungen den Nachtzug genommen, da ich nicht in Hamburg übernachten und auch nicht erst am nächsten Tag fahren wollte. Damals bekam man auch noch auf den Fahrtanteil vollen Bahncardrabatt. Hat sich gegenüber der DB nicht viel unterschieden, waren dieselben Wagen, das Frühstück war etwas besser. War - wie gesagt - auch kurz nach der Übernahme.

Ungünstig finde ich jetzt die (jetzt früheren) Abfahrzeiten (Hamburg 20.14 Uhr), da kann ich nach München auch noch den letzten Flieger um 21.10 Uhr nehmen. Der Flieger ist schneller und fast immer deutlich billiger. Die Bahncard gilt auch nicht mehr. Da es neben München - Hamburg sonst nur noch München-Köln gibt, wo tagsüber schnelle ICEs fahren, blieb es für mich bei einer einmaligen Nutzung. Aktuell finde ich das Angebot für berufliche und private Reisen überhaupt nicht attraktiv.
Und: Zeitlich unzuverlässig waren die Nachtzüge schon immer, Verspätungen von 1 bis 2 Stunden waren früher keine Seltenheit.

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