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Beschneiungsausbau mit Snowmakern im Sauerland

Verfasst: 20.11.2019 - 18:13
von noisi
Diskussion aus dem Bereich "aktuelle Schneesituation" ausgelagert:
/Mod. David93

Sauerland-Skifahrer hat geschrieben:
20.11.2019 - 14:05
Servus,

am Rauhen Busch stehen zwei mobile Anlagen (2 Container). Diese nicht auf den hergestellten Fundamenten sondern auf dem Prov. hergestellten Schotterplanum neben der Piste/ Ecke Einfahrt Weg zum Speicherteich.
Geplant ist an beiden (Poppenberg/ Rauher Busch) Hängen einer Eröffnung am 30.11.2019.
Bin ich eigentlich der einzige der diese Entwicklung ziemlich krank findet?

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 18:32
von schneesucher
noisi hat geschrieben:
20.11.2019 - 18:13
Bin ich eigentlich der einzige der diese Entwicklung ziemlich krank findet?
Bist Du nicht, aber als Nichtbetroffener hat man leicht reden. Im Kapitalismus wird alles gemacht, was Gewinn bringt. Und das scheint ja der Fall zu sein, trotz des exorbitanten Energieaufwands. Aber das ist ein weites Feld. Man könnte ja auch in Frage stellen, ob es überhaupt noch Sinn macht in ein Skigebiet zwischen 600 und 800 Höhenmetern zu investieren.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 19:01
von Daves
Man könnte auch fragen, ob es Sinn macht, dass Millionen jedes Jahre viele hunderte Kilometer in die Alpen zurücklegen, nur um dort die Berge herunterzurutschen :D

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 19:26
von niknak
Ich sehe die Entwicklung eher positiv. Ich meine es hängen sehr viele Arbeitsplätze in Winterberg und Umgebung dran und ein Snowmaker gibt Planungssicherheit. Tatsächlich fänd ich es sogar sinnvoll in eine weitere Anlage zu investieren. Nämlich am Büre-Herrloh, denn so können vier Lifte als Achse laufen. So wird es am 6.12. Nur zwei getrennte Möglichkeiten vorhanden sein (sprich Poppenberg mit 10a zusätzlich und halt den Rauhen Busch).

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 19:45
von noisi
schneesucher hat geschrieben:
20.11.2019 - 18:32
noisi hat geschrieben:
20.11.2019 - 18:13
Bin ich eigentlich der einzige der diese Entwicklung ziemlich krank findet?
Bist Du nicht, aber als Nichtbetroffener hat man leicht reden. Im Kapitalismus wird alles gemacht, was Gewinn bringt. Und das scheint ja der Fall zu sein, trotz des exorbitanten Energieaufwands. Aber das ist ein weites Feld. Man könnte ja auch in Frage stellen, ob es überhaupt noch Sinn macht in ein Skigebiet zwischen 600 und 800 Höhenmetern zu investieren.
Wieso als Nichtbetroffener? Ich bin doch der Skigast?
Daves hat geschrieben:
20.11.2019 - 19:01
Man könnte auch fragen, ob es Sinn macht, dass Millionen jedes Jahre viele hunderte Kilometer in die Alpen zurücklegen, nur um dort die Berge herunterzurutschen :D
Kann man natürlich, aber da ist dann in der Regel auch Schnee und es hat Berge.
niknak hat geschrieben:
20.11.2019 - 19:26
Ich sehe die Entwicklung eher positiv. Ich meine es hängen sehr viele Arbeitsplätze in Winterberg und Umgebung dran und ein Snowmaker gibt Planungssicherheit. Tatsächlich fänd ich es sogar sinnvoll in eine weitere Anlage zu investieren. Nämlich am Büre-Herrloh, denn so können vier Lifte als Achse laufen. So wird es am 6.12. Nur zwei getrennte Möglichkeiten vorhanden sein (sprich Poppenberg mit 10a zusätzlich und halt den Rauhen Busch).
Ist das denn das eigentlich interessante und schöne am Wintersport? Das Arbeitsplätze entstehen und Betreiber Plaungssicherheit haben? Da könnte ich doch auch einfach mit dem Bus/Bahn/Flugzeug in der Gegend rumfahren?
Wintersport ohne ausreichend Naturschnee, dann ganz ohne Naturschnee und mittlerweile dann auch ohne Winter und Frost. Wo bleibt da der Spaß?

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 20:24
von Louveteau
Interessant finde ich auch dass die Winterberger nicht mit ihren Snowmakern auf den Sozialen Medien oder ihrer HP werben. Ich denke die Betreiber wissen ganz genau dass das schnell nachhinten losgehen kann wenn der falsche davon erfährt.

Persönlich finde ich machen die Winterberger alles richtig. Solange in anderen Ländern der Klimaschutz keine Rolle spielt, sehe ich kein Problem darin künstlichen Schnee zu erzeugen. Der sichert sehr viele Arbeitsplätze und verbraucht wahrscheinlich nur ein Bruchteil an Energie wie so ein schwachsinn wie Kryptomining. Außerdem kann man ja Mal nachrechen wieviele Leute bei keinem Skibetrieb im Sauerland die wesentlich längere Anfahrt in die Alpen antreten und wieivel CO2 dabei im Gegensatz ausgestoßen wird. Denn eins steht fest, die Leute fahren noch sehr gerne Ski und sind bereit nen Haufen geld dafür auszugeben.

Edit: ich stimme niknak auch zu was die Büre-herrloh angeht, wenn dort auch ein Snowmaker stehen würde, könnte man bestimmt von Anfang Dezember bis Mitte März Skibetrieb mit einem einigermaßen guten Angebot bieten...eine Jahreskarte würde dann definitv von mir gekauft!

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 20:36
von noisi
Louveteau hat geschrieben:
20.11.2019 - 20:24
Interessant finde ich auch dass die Winterberger nicht mit ihren Snowmakern auf den Sozialen Medien oder ihrer HP werben. Ich denke die Betreiber wissen ganz genau dass das schnell nachhinten losgehen kann wenn der falsche davon erfährt.

Persönlich finde ich machen die Winterberger alles richtig. Solange in anderen Ländern der Klimaschutz keine Rolle spielt, sehe ich kein Problem darin künstlichen Schnee zu erzeugen. Der sichert sehr viele Arbeitsplätze und verbraucht wahrscheinlich nur ein Bruchteil an Energie wie so ein schwachsinn wie Kryptomining. Außerdem kann man ja Mal nachrechen wieviele Leute bei keinem Skibetrieb im Sauerland die wesentlich längere Anfahrt in die Alpen antreten und wieivel CO2 dabei im Gegensatz ausgestoßen wird. Denn eins steht fest, die Leute fahren noch sehr gerne Ski und sind bereit nen Haufen geld dafür auszugeben.

Edit: ich stimme niknak auch zu was die Büre-herrloh angeht, wenn dort auch ein Snowmaker stehen würde, könnte man bestimmt von Anfang Dezember bis Mitte März Skibetrieb mit einem einigermaßen guten Angebot bieten...eine Jahreskarte würde dann definitv von mir gekauft!
Es geht mir (hierbei) garnicht um Klimaschutz. Ich habe auch kein Problem mit künstlichem Schnee. Ein solch künstliches Winter"erlebnis" macht mir einfach keinen Spaß (mehr). Ich ich war früher mal sehr sehr oft im Sauerland unterwegs und bin doch sicher immernoch öfter Übernachtungsgast als die meisten anderen hier. Was macht man denn wenn 2 Snowmaker nicht mehr reichen? Nimmt man dann 4? 8? 20? Wo ist denn mal das Ende erreicht?
Ich glaube auch nicht, dass der typische Sauerlandskifahrer ins Sauerland fährt und dies dann als Ersatz für einen Alpenurlaub hernimmt. Das ist einfach nur ein nettes Zubrot.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 20:56
von GIFWilli59
Louveteau hat geschrieben:
20.11.2019 - 20:24
Außerdem kann man ja Mal nachrechen wieviele Leute bei keinem Skibetrieb im Sauerland die wesentlich längere Anfahrt in die Alpen antreten und wieivel CO2 dabei im Gegensatz ausgestoßen wird. Denn eins steht fest, die Leute fahren noch sehr gerne Ski und sind bereit nen Haufen geld dafür auszugeben.
Das ist eine sehr interessante Frage.
Ich wäre mir nicht so sicher, ob ich viel spare, wenn ich statt 3x pro Jahr in die Alpen (1 Woche jew.) 1x in die Alpen und dafür 15x für einen Tag 1,5 h ins Sauerland fahre.

Evtl. könnte es sogar so sein, dass das Skifahren im Sauerland als "Einstiegsdroge" wirkt und nach ein paar schönen Skitagen die Lust der Leute steigt, auch mal in die "richtigen" Berge zu fahren.
In dem Fall wäre es dann besser, wenn auf technische Eis-/Schneeerzeugung ganz oder teilweise verzichtet würde.

@noisi: Andererseits ist es im Frühjahr oft auch nicht anders und man fährt nur mehr auf weißen Bändern...

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 21:32
von Dr.Ma
Also für eine Piste (Rauher Busch zähle ich mal nicht) würde ich die knapp 200 km auch nicht fahren. Vor allem, wenn sich dann am Poppenberg alles tummelt... dann echt lieber verzichten und auf bessere Bedingungen hoffen.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 20.11.2019 - 23:53
von chrissi5
Daves hat geschrieben:
20.11.2019 - 19:01
Man könnte auch fragen, ob es Sinn macht, dass Millionen jedes Jahre viele hunderte Kilometer in die Alpen zurücklegen, nur um dort die Berge herunterzurutschen :D
Kann man natürlich, aber da ist dann in der Regel auch Schnee und es hat Berge.



Dafür leben hier im Umfeld die Menschenmassen..

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 07:49
von basti.ethal
Sicherlich wird man mit einer reinen Crusheispiste Anfang Dezember nicht Unmengen an Menschemassen ziehen. Das ist glaube ich, auch gar nicht Ziel dieser Investition.
Allerdings besteht hier der Vorteil, dass man sofort eine Piste anbieten kann, wenn es knapp unter null Grad hat, die Landschaft leicht gezuckert ist und die Menschen plötzlich Lust zum Skifahren entwickeln.
Dann fragt keiner der Gäste mehr, wo dieser Schnee dort auf der Piste herkommt.
Wenn es sich rechnet, ist so etwas vollkommen legitim. Und weniger energieaufwendig als jedes Erlebnis- oder Wellnessbad ist es allemal.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 08:22
von noisi
Wie das stochern in einem Wespennesst :lach:

Jetzt kommen die von anderer Seite oft als "Sauerlandfanboys" betitelten User aus ihren Löchern und bringen stakkatoartig die altbekannten Argumente - die ja zum Großteil auch überhaupt nicht von der Hand zu weisen sind, die aber eigenltich von mir garnicht angesprochen wurden. Wäre die Frage eine andere gewesen, ich würde selbst so argumentieren. Davon ab kenne ich mich in den Sauerländer Skigebieten ziemlich gut aus, ganz sicher besser als die allermeisten hier - das ist dem ein oder anderen sicher nicht mehr bekannt, aber wie auch immer...

Es geht mir einzig und allein um die Frage wie weit man diese Technik noch drehen sollte oder darf. Wie ihr selbst dazu steht. Wer von euch fährt denn zu Möppi um dann auf einer einzelnen (ab diesem Jahr dann zwei - mit Fußweg dazuwischen) Crunsh-Eis Piste den Berg hinab zugleiten? Sollte man das ganze Skigebiet damit abdecken?
Mir macht es einfach keinen Spaß (mehr) auf weißen Bändern durch eine braune Lanschaft zu gleiten, zudem ohne überhaupt einen Flecken Naturschnee zu sehen.
Mir gefällt die Entwicklung einfach nicht. Auch die, die in den letzten Jahren Winterberg genommen hat. Da klammere ich den Ausbau von Liftanlagen und der Beschneiungstechnik aus. Die ganzen Bauten innerhalb und um das Skigebiet. Ich komme mir mittlerweile vor wie in einem Industriegebiet, Panorama-Erlebnis-Brücke, Bikeparks, Sommerrodelbahnen, Zip-Lines - alles selten hässlich.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 15:16
von Eumel153
noisi hat geschrieben:
21.11.2019 - 08:22
Es geht mir einzig und allein um die Frage wie weit man diese Technik noch drehen sollte oder darf. Wie ihr selbst dazu steht. Wer von euch fährt denn zu Möppi um dann auf einer einzelnen (ab diesem Jahr dann zwei - mit Fußweg dazuwischen) Crunsh-Eis Piste den Berg hinab zugleiten? Sollte man das ganze Skigebiet damit abdecken?
Mir macht es einfach keinen Spaß (mehr) auf weißen Bändern durch eine braune Lanschaft zu gleiten, zudem ohne überhaupt einen Flecken Naturschnee zu sehen.
Mir gefällt die Entwicklung einfach nicht. Auch die, die in den letzten Jahren Winterberg genommen hat. Da klammere ich den Ausbau von Liftanlagen und der Beschneiungstechnik aus. Die ganzen Bauten innerhalb und um das Skigebiet. Ich komme mir mittlerweile vor wie in einem Industriegebiet, Panorama-Erlebnis-Brücke, Bikeparks, Sommerrodelbahnen, Zip-Lines - alles selten hässlich.
Ich verstehe Dein Gejammer nicht. Das ist nicht böse gemeint.
Mir gefällt diese Entwicklung auch nicht. Und wenn es Dir oder mir nicht passt, dann fährt man nicht.

Die Antworten für fast alle Deine Fragen erhälst Du übrigends beim Blick in den Harz und das Fichtelgebirge.

In beiden Regionen gab es über Jahre nahezu kein Skibetrieb. Immer nur ein paar Tage im Jahr wegen Schneemangel.
Wenn Dir diese Schneebänder nicht gefallen, dann sieht so die Lösung aus.

Irgendwann kurz nach der Jahrtausendwende hat dann das Fichtelgebirge mit der Beschneiung angefangen. Und siehe da. Es gab ein regelmäßiges Skiangebot.
Häufig sogar mit weißer Landschaft, die ohne Beschneiung aber nicht fürs Skilaufen ausgereicht hätte.

Und schon damals kamen die Untergangspropheten, dass die Investitionen umsonst seien, da man aufgrund des Klimawandels bald nicht mehr beschneien könne.

Jedes Jahr wurden die Warnungen wegen der Beschneiung größer, während das Fichtelgebirge Skibetrieb hatte und der Harz nicht.

Irgendwann hat der Harz dann nachgezogen und kann plötzlich auch Skibetrieb anbieten.

Wie weit man die Technik noch drehen will ? Sollte man diese Frage nicht zurückstellen, bis es den gesamten Winter überiegend nur noch grüne Landschaft gibt ?

Nur mal eine Erinnerung. In den 80er Jahren ist man im Mittelgebirge häufiger mal auf Pisten gefahren, die mehr Wiese hatte als Schnee. Das war nicht ungewöhnlich.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 15:30
von hhenne
Wobei man sich auch mal die Frage stellen sollte, wo die Mittelgebirgsregionen heute wären oder heute aussehen würden, würden sie keinen dauerhaften Skibetrieb für 2-3 Monate im Winter anbieten können. Wahrscheinlich wären dann auch die Sommerangebote geringer, was signifikante wirtschaft- und gesellschaftliche Auswirkungen haben würde.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 20:11
von Hibbe
Noisi, eigentlich sprichst du selbst schon an, dass sich deine Ansichten gewandelt haben.

Mit deinen Beiträgen kritisierst du die Personen, die heute die Ansichten vertreten, die du noch vor einigen Jahren vertreten hast. Und genau das finde ich gut. Wir wären dumm, würden wir unser Leben lang bei derselben Meinung bleiben und diese nicht weiterentwickeln oder anpassen.

Jedoch ist auch klar, dass du hier nicht auf viele Freunde deiner Sichtweise stoßen wirst.

Ich bin froh, dass in Winterberg kräftig investiert wird. Auch in Snowmaker. Und ich stelle einfach mal die These auf, dass in 6-8 Jahren die Hauptachse von der Remmeswiese bis zum Bremberg dadurch versorgt werden kann.

Als Einheimischer profitiere ich indirekt enorm vom Tourismus. Zum Einen, weil ich das Tourismusangebot selbst nutze (bspw. Skigebiete, Thermen und Bäder, Bikestrecken), und zum anderen weil ich auch von der dadurch vorhandenen Infrastruktur profitiere. Sei es die Möglichkeit Sonntags in Willingen im Rewe einkaufen zu können (kommt nicht oft vor aber gelegentlich nutze ich auch dieses Angebot gerne), zum anderen laufe ich nicht durch verlassene und sich im Verfall befindliche Dörfer, wie man es in anderen Mittelgebirgen beobachten kann.
Indirekt arbeiten wohl sehr viele Menschen für den Tourismus. Egal ob das der Bäcker ist oder die Handwerker, die Aufträge in Hotels usw. bearbeiten.

Da man hauptsächlich bereits touristisch erschlossene Gebiete weiter ausbaut bin ich auch aus naturschutzrechtlicher Sicht damit einverstanden. Käme jemand auf die Idee eine Liftanlage über die Niedersfelder Hochheide oder in Nähe der Bruchhauser Steine zu bauen würde ich selbstverständlich auch voll auf die Barrikaden gehen.
Das Skiliftkarussell selbst ist bereits ein Industrieskigebiet. Wie auch in den Alpen kann ich selten nachvollziehen warum man dort gerne "durch die Natur" wandert. Als Liftbegeisterter sieht das natürlich anders aus. Ob dort jetzt noch neue Skihütten, Snowmaker, Zip-Lines oder sonstiges gebaut werden stört mich nicht. Schützenswerter Naturraum ist dies ohnehin nicht mehr.

Falls am 06.12. nur der Poppenberg läuft werde ich übrigens wohl trotzdem da sein. Meist sind das die besonderen Tage, die lange in Erinnerung bleiben. Unter anderem auch deshalb weil man sich dort mit den Freaks aus dem Alpinforum trifft, so wie man früher auch dich zu solchen Terminen dort angetroffen hat. Auch wenn es nur eine technisch beschneite Piste war, die geöffnet war. Damals bist du selbst dafür angereist. Heute macht dir das keinen Spaß mehr. Kann ich verstehen, allerdings solltest du noch das Verständnis dafür haben, dass es auch heute solche Freaks gibt, die Freude daran haben, auf einer einzelnen Piste rumzurutschen ;-)

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 20:39
von spinne08
@Hibbe:
Sehr schön gesagt. Dies trifft den Kern und ist auch meine Meinung. Von der Nordsee fährt man nicht so oft in die Alpen. Deshalb bin ich über Winterberg glücklich. Sind nur 4 h Fahrzeit. Lohnt sich sicher nicht für eine Piste aber ich bin auch schon für 2 bis 3 Pisten ins Sauerland gefahren. Die Wahl ist immer Skifahren mit Einschränkungen oder gar nicht. Dann besser etwas fahren.
Grüße von der Nordsee

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 20:56
von judyclt
Ich kann die Entwicklung im Sauerland ebenso gut nachvollziehen wie noisis Entwicklung, denn mir geht es ähnlich. Ski fahre ich als Sport- und Landschaftserlebnis. Weder mag ich das Rumgebaue noch die Massen und für mich persönlich ist ein Snowmaker nichts und die Massen am Köhlerhagen sind es auch nicht. Aber ich akzeptiere, dass es viele toll finden und gönne den Sauerländern den Erfolg.
Da ich jeden Tag 30km zur Arbeit mit dem Fahrrad fahre, fahre ich dann halt die Auto-km in die Alpen (CH oder IT) und bin da glücklich.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 21:54
von grosser_garland
noisi hat geschrieben:
21.11.2019 - 08:22
Es geht mir einzig und allein um die Frage wie weit man diese Technik noch drehen sollte oder darf. Wie ihr selbst dazu steht. Wer von euch fährt denn zu Möppi um dann auf einer einzelnen (ab diesem Jahr dann zwei - mit Fußweg dazuwischen) Crunsh-Eis Piste den Berg hinab zugleiten? Sollte man das ganze Skigebiet damit abdecken?
Klar, früher war es weiss, wenn man im Sauerland war.
Gab keine Schneekanonen, und wenn das Wetter passte, fuhr man hin, die 170km-Anfahrt hat ewig gedauert - A445/A46 gab es nicht.
Ich war in den 80ern regelmäßig da.
War subjektiv ein Naturerlebnis.
War schön.

Aber:
Diese Tage waren selten, häufig war es mehr Matsch & Pappschnee-Schieben denn Skifahren und oft war eben alles grün. Wenn denn Schnee lag, haben wir die grossen Orte am Wochenende gemieden, da einfach zu überlaufen. Wir waren dann in Gebieten mit wenigen Liften (Rimberg, Hohe Lied) und sind den ganzen Tag immer die gleiche (eine) Piste gefahren.
Jetzt kann ich zu Saisonbeginn halt eine Crush-Eis-Piste fahren, und zwar wie vor 35 Jahren eine...
Haben wir durch den Ausbau von Winterberg/Willingen womöglich einfach zu hohe Erwartungen entwickelt, warum "lohnt" sich heute eine Piste nicht mehr?

Ich finde es schwierig, eine Grenze zu definieren, was geht und was nicht. Schneekanonen ja, Snowmaker nein, aber Neuss darf auch im Hochsommer Skibetrieb anbieten?
Als die ersten Gebiete anfingen zu beschneien, fand ich das sch...., von wegen Naturerlebnis und so.
Heute freue ich mich über die Schneesicherheit und die bessere Pistenqualität.

Ich persönlich fahre lieber in den Alpen, finde es aber trotzdem gut, ausserhalb vom Urlaub gelegentlich ins Sauerland fahren zu können.
Durch Flutlichfahren und "antizyklisches Willigen 8.30 Uhr-Fahren" kann ich den Massen ganz gut entgehen und komme mit diesen Halbtagen auf mehr Abfahrten als damals in den 80ern an einem ganzen Tag.
Die negativen Begleiterscheinungen muss ich wohl akzeptieren - die Pudelmützen- und Schleppliftzeit ist vorbei.

noisi hat geschrieben:
21.11.2019 - 08:22
Mir gefällt die Entwicklung einfach nicht. Auch die, die in den letzten Jahren Winterberg genommen hat. Da klammere ich den Ausbau von Liftanlagen und der Beschneiungstechnik aus. Die ganzen Bauten innerhalb und um das Skigebiet. Ich komme mir mittlerweile vor wie in einem Industriegebiet, Panorama-Erlebnis-Brücke, Bikeparks, Sommerrodelbahnen, Zip-Lines - alles selten hässlich.
Habe ich das richtig verstanden, du begrüsst den Liftausbau und die Beschneiung, lehnst aber die Angebote, die auch ohne Schnee funktionieren, ab?
Warum sind diese Dinge hässlicher, als die ganzen UniG-Stationen im Sommer?

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 22:45
von noisi
grosser_garland hat geschrieben:
21.11.2019 - 21:54
noisi hat geschrieben:
21.11.2019 - 08:22
Es geht mir einzig und allein um die Frage wie weit man diese Technik noch drehen sollte oder darf. Wie ihr selbst dazu steht. Wer von euch fährt denn zu Möppi um dann auf einer einzelnen (ab diesem Jahr dann zwei - mit Fußweg dazuwischen) Crunsh-Eis Piste den Berg hinab zugleiten? Sollte man das ganze Skigebiet damit abdecken?
Klar, früher war es weiss, wenn man im Sauerland war.
Gab keine Schneekanonen, und wenn das Wetter passte, fuhr man hin, die 170km-Anfahrt hat ewig gedauert - A445/A46 gab es nicht.
Ich war in den 80ern regelmäßig da.
War subjektiv ein Naturerlebnis.
War schön.

Aber:
Diese Tage waren selten, häufig war es mehr Matsch & Pappschnee-Schieben denn Skifahren und oft war eben alles grün. Wenn denn Schnee lag, haben wir die grossen Orte am Wochenende gemieden, da einfach zu überlaufen. Wir waren dann in Gebieten mit wenigen Liften (Rimberg, Hohe Lied) und sind den ganzen Tag immer die gleiche (eine) Piste gefahren.
Jetzt kann ich zu Saisonbeginn halt eine Crush-Eis-Piste fahren, und zwar wie vor 35 Jahren eine...
Haben wir durch den Ausbau von Winterberg/Willingen womöglich einfach zu hohe Erwartungen entwickelt, warum "lohnt" sich heute eine Piste nicht mehr?

Ich finde es schwierig, eine Grenze zu definieren, was geht und was nicht. Schneekanonen ja, Snowmaker nein, aber Neuss darf auch im Hochsommer Skibetrieb anbieten?
Als die ersten Gebiete anfingen zu beschneien, fand ich das sch...., von wegen Naturerlebnis und so.
Heute freue ich mich über die Schneesicherheit und die bessere Pistenqualität.

Ich persönlich fahre lieber in den Alpen, finde es aber trotzdem gut, ausserhalb vom Urlaub gelegentlich ins Sauerland fahren zu können.
Durch Flutlichfahren und "antizyklisches Willigen 8.30 Uhr-Fahren" kann ich den Massen ganz gut entgehen und komme mit diesen Halbtagen auf mehr Abfahrten als damals in den 80ern an einem ganzen Tag.
Die negativen Begleiterscheinungen muss ich wohl akzeptieren - die Pudelmützen- und Schleppliftzeit ist vorbei.

noisi hat geschrieben:
21.11.2019 - 08:22
Mir gefällt die Entwicklung einfach nicht. Auch die, die in den letzten Jahren Winterberg genommen hat. Da klammere ich den Ausbau von Liftanlagen und der Beschneiungstechnik aus. Die ganzen Bauten innerhalb und um das Skigebiet. Ich komme mir mittlerweile vor wie in einem Industriegebiet, Panorama-Erlebnis-Brücke, Bikeparks, Sommerrodelbahnen, Zip-Lines - alles selten hässlich.
Habe ich das richtig verstanden, du begrüsst den Liftausbau und die Beschneiung, lehnst aber die Angebote, die auch ohne Schnee funktionieren, ab?
Warum sind diese Dinge hässlicher, als die ganzen UniG-Stationen im Sommer?
Ich werd mich zu anderer Zeit nochmal ausführlicher äußern, da waren jetzt eine ganze Menge Dinge dabei, die ich nochmal ansprechen würde.
Also kurz, du sprichst da eine ganze Menge an Dingen an, die ich explizit so teile. Abgesehen vom letzten Absatz.
Ich lehne keinesfalls Sommerangebote ab, im Skiliftkarussell ist mir die Konzentration aber einfach zu hoch. Das ganze Winterberger Angebot hat nur das Ziel der Massenabfertigung, erst im Winter, jetzt auch im Sommer. Schön anzusehen ist die Gegend zu keiner Jahreszeit, das ist aber 2km weiter schon wieder anders und auch vollkommen in Ordnung so.

Ansonsten verweise ich noch einmal auf meinen Bericht zum Snowmakerstart, damals, vor 5 Jahren an der Ruhrquelle. Auch wenn Hibbe sicher Recht hat, dass sich meine Meinung zu einigen Dingen verändert hat. Das meiste was ich damals geschrieben habe, sehe ich heute noch genauso.

viewtopic.php?t=52124

Ich zitiere mal zwei Sätze die teils auch ganz gut zum hier und heute passen:
Oft sind des die gleichen User, die empfindlich reagieren, wenn irgendwo mal ein kritisches Wort über „ihr“ Sauerland fällt.
Gelegentlich bekomme ich den Eindruck, von mancher Seite wird hier ein regelrechtes „Sauerlandbashing“ betrieben – mit großem Eifer. Es scheint fast als würde es User geben die dem Sauerländer Marktführer lieber heute als morgen die Pleite an den Hals wünschen.
Meine obigen Posts sollten keinesfalls in diese Kategorie fallen.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 21.11.2019 - 22:55
von icedtea
Winterberg hatte ich bis jetzt nur als Zuschauer, einmal im Winter.
Es ist meiner Einschätzung nach ein Freizeitpark :ja: und für Skifahren nur ein Notnagel, wenn nichts anderes in Reichweite ist :wink: Vergleich mit Willingen :?: da war ich pistentechnisch positiv überrascht :ja:
Aber wenn man nicht hinter Mond wohnt, weiß man, was einen dort erwartet und das ist fair und für Mittelgebirge halt beeindruckend.
Ist doch besser man hat sowas konzentriert, als überall ein wenig.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 22.11.2019 - 07:23
von Lord-of-Ski
Die Geister die ich rief.....

Die Geldgeber wollen halt auch ihr Geld zurück oder geben es erst wenn Schneesicherheit besteht oder weitere Einnahmequelle zusätzlich erschlossen sind - Zauberworte "Saisonausweitung" vielleicht aber auch "Gewinnmaximierung"?

Und das ist jetzt halt das Ergebnis immer - höher - schneller - weiter

Aber die Saisonausweitung inkl. Bauten das ist ja kein sauerländisches Phänomen, siehe einfach mal SFL, Skiwelt im Sommer, Bikerepublik Sölden etc....

Aber wir leben in einem freien Land - man kann das Angebot annehmen - muss man aber nicht.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 22.11.2019 - 08:07
von chrissi5
Noch gibt es sie ja, die kleinen einsamen naturbelassenen Schigebiete ..
Es liegt an uns selbst wie lange noch..
Ich versuche jedes Jahr diese zu besuchen. Ist aufgrund der Schneelage und der Zeit dafür natürlich nicht so einfach...

Trotzdem gebe ich zu das ich gerne in Winterberg fahre, nach wie vor..
Und ich habe die Entwicklung dort von Anfang an miterlebt.
Aber so ist es ja mit allen Dingen im Leben, fast alles verändert sich. Entweder trauert man der guten alten Zeit hinterher oder man nimmt die neuen " Herausforderungen " an.
Ich als Familienvater nehme auch im Sommer die Angebote in Winterberg war.

Viele Städte sind auch nicht schön, trotzdem Leben viele Menschen dort...

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 22.11.2019 - 08:24
von noisi
chrissi5 hat geschrieben:
22.11.2019 - 08:07
Noch gibt es sie ja, die kleinen einsamen naturbelassenen Schigebiete ..
Es liegt an uns selbst wie lange noch..
Ich versuche jedes Jahr diese zu besuchen. Ist aufgrund der Schneelage und der Zeit dafür natürlich nicht so einfach...

Trotzdem gebe ich zu das ich gerne in Winterberg fahre, nach wie vor..
Und ich habe die Entwicklung dort von Anfang an miterlebt.
Aber so ist es ja mit allen Dingen im Leben, fast alles verändert sich. Entweder trauert man der guten alten Zeit hinterher oder man nimmt die neuen " Herausforderungen " an.
Ich als Familienvater nehme auch im Sommer die Angebote in Winterberg war.

Viele Städte sind auch nicht schön, trotzdem Leben viele Menschen dort...
Mit der Zeit gehen ist also gleichbedeutend mit der völlig kritiklosen Hinnahme alles neuem?

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 22.11.2019 - 09:05
von niknak
Noisi ich sag mal so, wenn es dich stört bleib weg aus dem Sauerland, wenn nicht komm her.

Re: Sauerland 2019/2020

Verfasst: 22.11.2019 - 09:16
von chrissi5
Man kann sich das Leben selbst schwer machen und sich über alles aufregen, oder man bleibt gelassen und regt sich nicht auf über Dinge auf, die man eh nicht ändern kann..