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Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 03.12.2019 - 20:16
von Drahtseil
Wobei ich mir die 25.000 Tonnen/Stunde kaum vorstellen kann. Leitner bzw. Agudio geben beim FlyingBelt max 5000 t/h an. Und selbst Beumer, einer der Spezialisten für Überlandförderanlagen, gibt bei seinen großen Muldengurtförderern "nur" eine Leistung von >10.000 t/h an. Aus diesem Grund würde ich die theoretische Fördermenge beim RopeCon etwas kritisch betrachten.

Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 03.12.2019 - 20:40
von Seilbahnjunkie
Gibt's da nicht irgendwann Probleme mit den Ablenkwinkeln? Bei PBs gibt es das Problem ja soweit ich weiß.

Aber über welche Dimensionen reden wir hier eigentlich? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine klassische Materialseilbahn auch nur in die Nähe dieser Leistungsfähigkeit kommen könnte. Selbst mit der Regellast der Bahnen in Linthal bräuchte man eine Folgezeit von 3,6 s, das ist nicht mal die Hälfte der Giggijochbahn. Das wäre natürlich mal eine richtig geile Bahn. :lach:

Wenn man die Kapazität aber nicht braucht ist eine Seilbahn flexibler, Personaltransport mit dem RopeCon ist etwas ungemütlich.

Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 03.12.2019 - 21:01
von Spezialwidde
Mit den Materialseilbahnen nach dem Umlaufprinzip ist das so: Das soll eigentlich kein Fördermittel mit extrem großen Förderleistungen pro Stunde sein sondern es kommt auf die Kontinuierlichkeit an. Wenn es darauf ankommt einen steten Materialtransport etwa zu einer Weiterverarbeitungsstelle zu schaffen die kontinuierlich gefördert werden muss. In erster Linie löst man dies mit Förderbandanlagen. Genau mit diesen steht die Materialseilbahnen in Konkurrenz. Aber ab einer bestimmten Strecke bzw bei recht unwegsamem Gelände überwiegen die Vorteile einer Seilbahn. Gerade aus meiner Heimat dem Saarland gab es bei Völklingen und Neunkirchen längere Materialseilbahnen welche die Aufgabe hatten Koks von der Kokerei kontinuierlich zu den Hochöfen zu schaffen. Es gibt natürlich auch Pendelbahnen aber die kennt man eigentlich nur dort wo ein anderes Transportmittel nicht in Frage käme. Deshalb sind die eher selten.

Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 04.12.2019 - 19:15
von Philipp2
Hab noch was aus dem Firmenarchiv geklaubt, vielleicht interessierts ja irgendwen:

Gipsseilbahn Edlbach (Fa. Erber & Janout, Liezen, Stmk.), Andreas de Pretis, 1957
Einseilbahn mit
M = 5,0 to/h
v = 1,5 m/s
L* = 996,00 m
H =131,82 m
t = 11 min
w = 153 m
n = 13 Stück, kuppelbar mit Eigengewichtsklemmapparat

Grundspannkraft S0 = 3500 kp
Größte Seilspannkraft Smax = 3930 kp
Nutzlast Q = 150 kg, Eigenmasse W = 50 kg
Förderseil h+6(1+6)20 mit d = 19mm, rechnerische Bruchlast 21100 kp
6 Stützen in Portalbauweise (Holz) von 7 - 12 m Höhe, größter Stützendruck 750 kp

Technische Beschreibung siehe Anhang, die seilbahntechnische Berechnung stelle ich nach Absprache demnächst ebenfalls rein (hauptsächlich nach Czitary berechnet).

Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 04.12.2019 - 21:35
von Petz
Drahtseil hat geschrieben:
03.12.2019 - 20:16
Wobei ich mir die 25.000 Tonnen/Stunde kaum vorstellen kann.
Halt ich auch für relativ unrealistisch. Wenn man aber davon ausgeht das Geschwindigkeit keine Rolle spielte, man die gesamte Bahn beispielsweise nur mit der Stationsumlaufgeschwindigkeit fahren liesse (was Beschleuniger/Verzögerer und damit auch Energie und Stationslänge einspart) würd ich eine Gehängefolgezeit von 15 sec. als möglich einschätzen und käme mit 5 to Nutzlast/Fbm zumindest auf 12.000 to/h.

Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 05.12.2019 - 16:14
von Seilbahnjunkie
Da hast du dich aber um eine 0 vertan, es sind nur 1.200 t/h, nicht 12.000 t/h.

Spezialwidde hat geschrieben:
03.12.2019 - 21:01
Mit den Materialseilbahnen nach dem Umlaufprinzip ist das so: Das soll eigentlich kein Fördermittel mit extrem großen Förderleistungen pro Stunde sein sondern es kommt auf die Kontinuierlichkeit an. Wenn es darauf ankommt einen steten Materialtransport etwa zu einer Weiterverarbeitungsstelle zu schaffen die kontinuierlich gefördert werden muss. In erster Linie löst man dies mit Förderbandanlagen. Genau mit diesen steht die Materialseilbahnen in Konkurrenz. Aber ab einer bestimmten Strecke bzw bei recht unwegsamem Gelände überwiegen die Vorteile einer Seilbahn. Gerade aus meiner Heimat dem Saarland gab es bei Völklingen und Neunkirchen längere Materialseilbahnen welche die Aufgabe hatten Koks von der Kokerei kontinuierlich zu den Hochöfen zu schaffen. Es gibt natürlich auch Pendelbahnen aber die kennt man eigentlich nur dort wo ein anderes Transportmittel nicht in Frage käme. Deshalb sind die eher selten.
Genau dafür hat DM ja das RopeCon entwickelt. Solange es nicht sehr steil wird kann das eben eine ähnliche Trassierung wie eine Seilbahn bieten.

Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 05.12.2019 - 19:37
von Petz
Seilbahnjunkie hat geschrieben:
05.12.2019 - 16:14
Da hast du dich aber um eine 0 vertan, es sind nur 1.200 t/h, nicht 12.000 t/h.
:oops: :oops: :oops: Sorry - lieben Gruß vom Bärenheimer...:versteck:

Re: Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Verfasst: 01.08.2020 - 10:55
von Drahtseil
Mittlerweile ist die neue Materialseilbahn in Luzenac auch in Betrieb:

https://forum.stationsdeski.net/t3325-t ... mouns-poma