Garmisch Classic | 02.03.2018 | Geschichtsträchtig

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vovo
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Garmisch Classic | 02.03.2018 | Geschichtsträchtig

Beitrag von vovo » 17.04.2021 - 23:47

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Eigentlich sind in Garmisch nur die Talabfahrten interessant - „oben“ wirkt alles irgendwie umständlich, verkürzt, verkrampft und auch geländetechnisch eher unvorteilhaft. Aber dank Beschneiung und der Modernisierung der Kreuzeckbahn in 2002 sowie der Hausbergbahn in 2006 kann man die Pisten unterhalb, dazwischen und daneben nun ausgiebig genießen, was aufgrund der geringen Höhenlage und Beförderungskapazität in den Jahren zuvor (immerhin bis über die Jahrtausendwende hinaus) sicherlich kaum möglich war.

Ich erinnere mich noch gut an meinen Erstbesuch dort in 2005, als man sich am Hausberg dreimal überlegte, die Abfahrt nach unten zu nehmen, wo man sich wieder eine Stunde an der Pendelbahn anstellen musste, um dicht gedrängt wieder nach oben zu gelangen. Die alte Kreuzeckbahn aus den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts war sicherlich noch mehr anstehgefährdet und während sie in Österreich schon in den 60er-Jahren begannen, neben Pendelbahnen Sessellifte zu errichten, um im Winter die Kapazität zu erhöhen (so in Kitzbühel mit den beiden Streifalm-DSB'en; 1974 wurde in Sölden die DSB Mittelstation errichtet; 1980 an der Planai die 3 KSB, um immerhin eine 4EUB zu entlasten), geschah in Garmisch gar nichts. Sicherlich waren dafür die Pisten dann entsprechend leer.

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Am Hausberg stieg ich an jenem 02.03.2018 ins Classic-Skivergnügen ein – hier der Blick auf den Adamswiesenlift, einem Kurvenschlepper von 1975. Meine oben dargelegte Kritik an den alten Bahnzuständen in früherer Zeit muss hier etwas korrigiert werden, denn der Lift diente wohl auch als Rückbringer für das obere Pistenviertel, das man dann so eben ohne erneute Benutzung der Hausbergbahn genießen kann und zudem auch noch die Saison verlängerte, wenn unten im Tal kein Schnee mehr lag.

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Blick Richtung Wank hinüber – immer wollte ich dort zum Skifahren hin, aber 2002 stellte man den Betrieb ein.

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Im Adamswiesenlift, der diesen guten Hang erklimmt. Im Wald oben wird es recht steil, ehe nach der Kuppe die Kurve wartet und man flach bis zur Bergstation der Hausbergbahn weitergleitet.

Von 1968 bis 1975 stand hier der erste Adamswiesenlift, der links vor dem Steilhangbeginn schon wieder endete und wovon auch noch ein Fundamentrest zeugt. Offenbar eine Fehlplanung, da jener Gittermastenlift nur sieben Jahre bestand, bis man offenbar merkte, dass er ohne Rückbringerfunktion an die Bergstation und den Rest des Gebiets wenig Sinn hatte. Offenbar auch dadurch bedingt, dass die 1969 erbaute Hausberg-PB bergstationsmäßig weiter hinaufwanderte.

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So wurde der neue Lift verlängert und per Kurve nach rechts kommt man wieder zum Ausgangspunkt zurück.

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Ohne Worte...

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Hier das Flachstück nach der Kurve...

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Links gibt es einen Speicherteich.

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Die jetzige Hausberg-EUB folgt der Trasse der 1969 errichteten Vorgänger-Pendelbahn. Bei dem hier zu sehenden Holzgebäude neueren Datums unterhalb der jetzigen Bergstation endete bis 1969 das Auffahrtvergnügen. Da gab es hier seit 1952 einen ESL, der den alten Fotoaufnahmen und Informationen nach mit seinem Vorgängerschlepplift identisch war – nur dass man seinerzeit Sessel dranhängte. Der Schlepplift wurde bereits 1938 errichtet – angeblich damals der steilste und längste in den Alpen.

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Kleiner Vorgriff: Blick hinter das Holzgebäude und in die seit 1969 zuwuchernde Trasse. Hier endeten Schlepplift bzw. ESL also... 2010 bin ich da mal hinuntergestiefelt und habe noch ein Lift-Schild (übrigens NICHT mitgenommen) und alte Kinderski (ebenso liegengelassen) entdeckt. Die alte Liftschneise läßt sich noch immer vom Tal aus grob ausmachen und auch bei Googleearth kann man sie noch erkennen. Leider verhinderte 2010 der Herbstnebel eine genaue Trassenbegehung weiter unten...

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2010: Offenbar noch ein Rest der 1969 aufgelassenen ESL-Bergstation?

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Fundamentrest

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Noch ein Schild...

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Stützenreste

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Die Waldschneise unterhalb des SL bzw. ESL-Bergstation....

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Ein Bild aus 2007: Blick auf die Trasse der seinerzeit brandneuen Hausbergbahn, die exakt der Trasse der Vorgänger-Pendelbahn (1969-2006) folgt. Links oben sieht man den Einschnitt, wo sich füher die Bergstation des Hausberglifts (1938-1952 bzw. ES 1952-1969) befand. Die Talstation lag etwas weiter rechts der jetzigen Bahn – das verrät eine alte Postkarte, die ich mal ergattert habe.
Lt. dieser hat man offenbar den ESL nach dem Bau der PB in 1969 noch stehen gelassen, so dass das Foto einen direkten Vergleich liefert.

Hier der Link zu einem Foto, das den alten Hausberg-ESL (offenbar gleiche Stützen wie der Schlepper, nur mit drangehängten Sesseln) und den Clausinglift zeigt. Es fällt auf, dass der ESL ziemlich quer rüber geht. Das deckt sich mit der oben erwähnten Postkarte (Talstation rechts der jetzigen und Bergstation links der jetzigen):

download/file.php?id=54922&mode=view


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... oramio.jpg
Trassenbild von heute von unten aus gesehen – in der vergößerten Version sieht man oben links der EUB-Trasse die zugewachsene Waldschneise von SL bzw. ESL Hausberg und kann sich somit gut vorstellen, wie der Lift dort hinauf ging. Die Talstation befand sich rechts der jetzigen wo ungefähr das neu gebaute Gebäude am Bildrand zu sehen ist.

http://fachkataloge.bsb-muenchen.de/img/ansi-004554.jpg
Schlepplift Hausberg (1938-1952)

download/file.php?id=54925&mode=view

https://www.historisches-lexikon-bayern ... tsplan.jpg
1936 bei der Olympiade gab es den Schlepper noch nicht – damals aber bereits die Wankbahn und die Kreuzeckbahn sowie die Zugspitzbahn.

download/file.php?id=54923&mode=view
ESL Hausberg (1952-1969)


Wieder zurück zum Adamswiesenlift des Jahres 2018...

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Vorm Ausstieg des Adamswiesenlifts...

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Die Bergstation.

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Im bekannten Kreuzwanklexpress – 1997 als erste 6KSB in Deutschland errichtet. Davor gab es hier seit 1961 einen ESL, der seit 1975 noch von einem Schlepplift begleitet wurde. Der ESL soll im Winter ebenso als Schlepper betrieben worden sein - wie bis vor kurzem auch am Glungezer an der 2. Sektion. In Oberjoch am alten Iselerlift gab es diesen Wechselmodus ebenso, ehe dort 2001 eine Ersatz-6KSB errichtet worden ist.

https://abload.de/img/wp_20151023_17_12_56_63a9l.jpg
Der Zustand vor 1996 mit SL und ESL bzw. Doppel-SL im Winter

https://abload.de/img/wp_20151023_17_11_52_upyb2.jpg


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Blick auf die leere Schneise, wo von 1977 bis 2009 die DSB Kreuzjoch hinaufging, die vor allem wegen der „Baco-Kurve“ unter den Liftenthusiasten Bekannheit erlangt hatte. Dies außerdem durch die damaligen Fernsehübertragungen der Kandahar-Abfahrtsrennen, bei denen man die auffallenden Plastiksessel über die Piste schweben sah. Schon von klein auf hatte mich deswegen dieser Lift interessiert. Ursprünglich hatte ich noch angenommen, dass es sich dabei um eine Zubringer-DSB vom Tal herauf handelte, ehe ich irgendwann in den 90ern mal den ersten Pistenplan jenes Gebiets in die Finger bekam – die Internetsuche mit dem sekundenschnellem Ausspucken solcher Kartenwerke und zahlreichen Streckenbilder gab es damals leider noch nicht. Ein ähnliches Phänomen übrigens bei der Übertragung der Hahnenkamm-Rennen aus Kitzbühel, bei denen man die DSB Streifalm I manchmal im Hintergrund sah. Bei beiden Anlagen glückte dann wenigstens auch noch ein Besuch vor Ort, ehe sie 2009 (Kreuzjoch) bzw. 2008 (Streifalm) auf fremden Trassen durch irgendein modernes Zeug ersetzt wurden.

Hier noch eine interesannte Anlagendokumentation der Kreuzjochbahn aus einem anderen Forum:

https://www.remontees-mecaniques.net/bd ... -3120.html


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Zoom – nach der Pistenüberquerung ging es erst flach durch den Wald, ehe es steil hinaufzog, wo dann nach einer Geländekuppe ein Skiweg überquert wurde und man schon das Knacken oder Klacken der Baco-Kurvenstation vernehmen konnte. Manchmal auch Geschrei oder Gejohle von Leuten, die vor der Drehung oder auch der monströs aussehenden Kurvenstation etwas Angst hatten. Aber auch nicht verwunderlich, denn solche Sessel-Kurven existierten nur selten (am Hochjoch gab es eine Kurvensesselbahn, die allerdings eine andere Konstruktion aufwies.)


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Bei dem Blick auf die leere Trasse kamen Erinnerungen an einen Januartag des Jahres 2009 auf, als die Kurven-DSB die letzte Saison lief...

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Oktober 2010: Blick vom alten Einstieg aus, als die Talstation noch stand...

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2010: Links die alte Talstation der DSB – rechts die leeren Schneisen des Olympialift. Links die Auffahrtstrasse und rechts schwebten die Bügel wieder hinunter.

http://skilift-info.de/Bilder/bild/2377 ... Gebiet.jpg
So sah es an der Bergstation aus, als es den Oly-Lift noch gab...

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Der 1973 errichtete Olympialift diente quasi als erste Sektion in diesem Gebietsabschnitt. Er wurde bereits ein Jahr vor der DSB stillgelegt und schließlich durch den jetzigen Kandahar-Express ebenso mit ersetzt. Dies geschah, da man die Schleppliftbergstation wegen des Neubaus der Kandahar-Abfahrtsstrecke schleifen musste und wegen der einen Saison bis zum Neubau der Ersatzbahn offenbar keine neue weiter hangabwärts errichten wollte. Die jetzige 4KSB startet an der ehemaligen Talstation des Olympialifts und endet an der ehemaligen Bergstation der DSB Kreuzjoch.

Auf dem Bild dürfte es sich um die Trasse handeln, auf der früher die Bügel wieder talwärts schwebten, während sich die Auffahrtstrasse weiter links befand (von oben aus betrachtet).

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Hier wurde ich auch gleich fündig... 2005 bin ich den Lift noch gefahren, aber leider ohne Kamera. Die hatte ich zwar 2009 dabei, aber da war er bereits stillgelegt und ohne Seil.

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Von oben sah die alte Liftschneise befahrbar aus und so schwang ich mich dort hinab, wo zwischen 1973 und 2008 unzählige Skifahrer hinaufgezogen worden waren.

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Blick zurück in den steilen Waldabschnitt des Olympialifts, ehe es früher oben flach zur Bergstation unterhalb der alten Kandahar-Abfahrtsstrecke ging.

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2009 standen hier noch die Stützen rum... die Erinnerungen an meine Fahrten hier im Jahr 2005 sind zwischenzeitlich etwas verblasst, aber der Lift mit seiner Wald-Auffahrt gefiehl mir damals natürlich. Vor allem im Zusammenspiel mit der Kurven-DSB (Erst Kurvenschlepper, dann Kurvensessel – das hatte natürlich was).

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Blick nach unten in die Auffahrtstrasse...

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Von dort blickte ich im Januar 2009 auf die Waldschneise im oberen Verlauf des Olympialifts zurück.

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Etwas weiter unterhalb stand neben der Piste ungefähr in der Mitte des Liftverlaufs dessen einzige Kurve.

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Hier mal ein Blick von der ehemaligen Talstation aus, wo heute der Kandahar-Express startet. Das Bild wurde am späten Nachmittag jenes 02.03.2018 aufgenommen, als das Wetter sich trübte.

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Zoom – links im Wald sieht man noch die Lücke, wo früher die Bügel heruntergeschwebt kamen – rechts am Waldrand neben der Piste (und nun rechts unterhalb der Sesselbahn) fuhr man hinauf. Oben dann jene Stelle, die ich zuvor von oben aus betrachtet abgelichtet habe.

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Vergleich zu 2009...

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Der untere Abschnitt des Olympialifts in 2009.

download/file.php?id=49361&mode=view
Hier mit Talstation...war schon ein schöner Schlepper, den ich bei meinen beiden 2005er Besuchen gerne gefahren bin. Warum ich damals nicht auf die Idee gekommen, bin die Kamera mitzunehmen, erschließt sich mir nicht.

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Vom Kandahar-Express aus lässt sich rechts unten die alte Schlepptrasse des Olympialifts noch gut erkennen.

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Hier kreuzen sich neue und alte Trasse – früher wurde man links weiter in den Wald gezogen – siehe vorangehende Bilder. Davor müsste sich die Kurve befunden haben.

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2009: Oben hat man schon die Trasse der neuen 4KSB Kandaharexpress ausgeholzt. Früher ging es linkskurvig durch den Wald hinauf zur Bergstation.

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Hier noch ein Bild von der Piste aus – etwa die gleiche Höhe und mit Blick talwärts. Links der Kandahar-Express und rechts sieht man noch den schmalen Durchlass zwischen den Bäumen, wo die Bügel des Kurvenlifts zurück ins Tal schwebten.

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Überquerung der Kandahar-Piste mit der neuen 4KSB in 2018...

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2009 mit der DSB Kreuzjoch weiter hangaufwärts, aber auch weiter unten, da die Kurven-DSB ja erst am Pistenrand startete und hier eine geringere Seilhöhe aufwies.

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Aber auch die neue Bahn ist interessant – hier die Überquerung eines auffallenden Steilhangs Marke „da gab es sicherlich keinen Vorgängerschlepper“.

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Statt einer Kurvenstation gibt es nun hier eine Zwischenausstiegsstelle für jene Gäste, die den Skiweg weiter zum oberen bzw. hinteren Gebiet nutzen wollen, anstatt den anspruchsvollen Steilhang unterhalb der Bergstation.

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Die jetzige Zwischenstation...

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Die berühmte BACO-Kurvenstation im Januar 2009... (klackklack...klackklack...)

Hier ist sie noch verewigt – ich hatte 2009 leider nur die analoge Kamera dabei, aber wenigstens hat noch einer dran gedacht, das hochinteressante Ding zu filmen:

https://www.youtube.com/watch?v=8REVehtt3GM


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Hier kam die DSB unterhalb der Kurvenstation steil durch den Bergwald herauf. Die Talstation befand sich unten, wo die Sichtachse durch Bäume verstellt ist.

Ich mochte den unteren Abschnitt durch den Wald...voller Vorfreude auf die sich durch lautes Geklacker ankündigende BACO-Kurve weiter oben...

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2010 stand unten noch die Talstation, aber die kultige Kurven-DSB hatte man schon abrasiert.



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Vergleich mit 2009...

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Hoch über GAP...

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Die kurze DSB Hexenkessel – bis 1991 lief hier auf gleicher, aber leicht verkürzter Trasse noch ein ESL. Kaum zu glauben, wie Oldtimerlastig 1990 das Gebiet hier oben noch gewesen ist.

Habe neulich eine Postkarte gesehen, auf der eine neuere Generation des ESL zu sehen war. Bisher kannte ich nur die alte Anlage mit Portalmasten (vmtl. aus Holz), später dann mit den normalen Stützen.

Ist bekannt, wo die (gebrauchte) Hexenkessel-DSB vor 1991 ihre Runden gedreht hat?

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Bergstationsschnappschuss an der Hexenkesselbahn.

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Hier oben beginnt die seltsame Lifteanordnung, die wohl aber auch dem unvorteilhaften Gelände geschuldet ist. Nach der gut 400 m langen DSB Hexenkessel erreicht man die immerhin gut 800 m lange DSB Längenfelder, die idyllisch „im Wald hinten“ versteckt startet und recht steil hinaufgeht – so steil, dass es direkt daneben keine Piste gibt. Dafür existiert weiter oben zu Beginn des hochalpinen Flachstücks jenseits der Baumgrenze ein Zwischeneinstieg, wozu auch bei Hochbetrieb nur jeder zweite Sessel (oder so) an der Talstation besetzt wird. Zurück zum Ausgangspunkt muss man einen Skiweg incl. Schieberei und einem Seillift nehmen. Will man noch weiter hoch, muss man auf eine weitere Pendelbahn umsteigen...

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Interessant dabei ist, dass immerhin bis 1996 hier weiter rechts der DSB ein Tellerlift (ganz früher vielleicht mal ein Kurzbügler?) gestanden hat, der halsbrecherisch-steil nach oben führte. Schade, dass ich Garmischs Antwort auf Wurmkogel II (oder noch der Kaltenbrunnlift am Hauser Kaibling!) verpasst habe (wie auch Roßkopf- und Garlandlift).

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Oktober 2010: Aufnahme der steilen Schneise des Längenfelderlifts I...

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2018: Blick nach rechts aus der DSB heraus...da unten im Steilhang verlief früher der Tellerlift.

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Blick nach links – 2005 beim Erstbesuch stand hier noch die Ruine des stillgelegten Längenfelderlifts II, der von der Talstation der Hochalm-PB über ein kurzes Steilstück wieder hinauf zu der Piste an der DSB führte.

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Die 1996 hier aufgestellte DSB war anscheinend eine Gebrauchtanlage – ist bekannt, woher?

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Am Zwischeneinstieg...

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Hier auf diesen steilen Hang führte früher der Hirschbichllift hinauf. 2005 bei meinem Erstbesuch stand er noch unaufgebügelt herum...

http://www-lehre.inf.uos.de/~degbers/Ur ... hbichl.JPG

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Die Hochalmbahn...früher gab es im gesamten Gebiet insgesamt 4 Pendelbahnen... im Skibetrieb finde ich das Abschnallen und ewige Gewarte manchmal nervig. Aber vom Gelände her wird das damals Anfang der 70er vermutlich die bessere Lösung gewesen zu sein.

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Da hinten führte früher der Längenfelderlift II zur Piste an der jetzigen DSB zurück.

http://www-lehre.inf.uos.de/~degbers/Ur ... lepper.JPG

download/file.php?id=56019&mode=view

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Das Liftlerhäusl steht noch...

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Noch ein Bild vom späteren Tagesverlauf...

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Fensterplatz...

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Oben gibt es noch einen Schlepper an der Bergstation – dieser war 2005 zwischenzeitlich stillgelegt worden und wurde nun wiederbelebt. Wenigstens einer...

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Nicht immer fahre ich durch...

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Skifahren wie in der Schweiz oder Österreich...in Bayern sonst wohl nur noch an der Zugspitze oder am Nebelhorn in dieser Ausprägung möglich. Oder auch am Wendelstein.

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Ankunft an der Talstation des Bernadeinlifts – ein Prachtstück von einem Lift – eine nette Rennpiste daneben, eine idylle Lage in einem Hochtal oben, dann die klassische Schlepperauffahrt durch den Bergwald, nicht mit fünf anderen im Sessel eine autobahnbreite Landschaftsschneise überschwebend, sondern ganz entspannt von fremder Kraft hinaufgezogen...

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Unten die Umlenkung – passender wäre natürlich ein fest ummauertes Talstationshäusl mit schepperndem Dieselmotor gewesen.

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Von der Lage her erinnert mich dieser Schlepper irgendwie an den Aggensteinlift in Pfronten.

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Oder der Rosengassenlift am Sudelfeld...

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Oben noch der 1977 nachträglich ergänzte Tellerlift – in früheren Zeiten musste man wahrscheinlich zum Ziehweg hinauf laufen.

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Anschließend fuhr ich bis zur Talstation der Hausbergbahn hinunter – 2005 hatte ich ein solches Vorhaben noch bitter bereut, da man dann gleich mal eine Stunde (ca.) an der Pendelbahn anstehen musste.
Links der Bahntrasse (die neue EUB läuft auf der alten Pendelbahntrasse) gab es in früheren Jahren noch den Clausinglift.

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Rechts der Bahntrasse steht noch der letzte Talschlepper am Hausberg, der allerdings nicht öffentlich ist. Schade – sonst hätte ich dem Kurzbügler gerne mal einen Besuch abgestattet.

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Am rechten Rand der Piste (links) müsste früher der Hausbergschlepper bzw. ESL hinaufgegangen sein. Ganz oben sieht man noch eine Lücke in der Baumreihe, wo früher der Lift verlief.

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Zoom zum Wank... jedes Mal ärgere ich mich, dort den Skiebetrieb verpasst zu haben. Zumindest der steile Sonnenlift und der Kurvenschlepper Esterbergalm wären interesannt gewesen. Wenigstens ist die 4-EUB erhalten geblieben.

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Nun mehr kann man wirklich nur noch mit ganz viel Phantasie die alte Wankbahntrasse schräg links der neuen Schneise erkennen – von 1929-1982 verlief die Pendelbahn dort. Die Talstation befand sich aber in gerader Linie am Ortsrand unten, während die neue weiter nördlich liegt. Anscheinend gab es am alten Standort zu wenige Parkplätze. 1929 war das noch kein Thema – da hat man eher auf die Nähe zum Bahnhof geachtet wie auch noch in den 50ern, als man die Brauneckbahn baute – weit hinaus ins Flachland sozusagen. Auch am Brauneck korrigierte man dies, indem man die alte Bahn zwar stehen ließ, aber die Talstation zum Berg hin rückte und das Flachstück zum Ortsrand hinüber kappte.

download/file.php?id=55295&mode=view

download/file.php?id=55296&mode=view
2008 bin ich mal auf die Suche nach dem alten Talstationsort der Wankbahn gegangen und bin fündig geworden, was die Lage anbelangt. Geblieben ist aber nichts, da man das Gebäude offenbar abgerissen hat. Ich vermute, dass der „Neubau“ rechts dort steht, wo früher die Bahn startete.

Beweisfoto von 1982:
http://www.chairlift.org/pics/wank/wank19.jpg

Das kleine idylle Häusl im Hintergrund ist 2008 nahezu unverändert – der Dachträger wurde halt entfernt und ein Dachfenster offenbar nachträglich eingebaut. Das Gebäude oben am Bergkamm ist nicht mehr zu sehen, da die Bäume viel dichter stehen. Aber es dürfte m.E das im oben verlinkten Foto zu sehene Haus sein. Vorne verlief von rechts nach links die alte Wankbahn. 2008 war da weiter oberhalb noch sehr deutlich die Schneise im Wald zu erkennen. Ich bin damals den ganzen Hang hinuntergewandert und immer wieder gelangte man da an Stellen, wo noch immer der freie Blick die alte Schneise hinauf möglich gewesen ist. 26 Jahre nach dem Abbau... Heute in 2021 kann man da gar nichts mehr sehen, denn man soll ja daheim bleiben...

Manche alten Trassen halten sich ewig im Wald - so jene des ehemaligen ESL am Gaisberg in Salzburg, der schon Anfang der 70er abgebaut wurde oder auch die der alten Josefstalbahn am Spitzingsee, die bereits 1963 durch die jetzige Passstrasse gewissermaßen ersetzt wurde. Ein Schicksal, dass auch der 1984 stillgelegten und abgebauten Pendelbahn Meran-Hafling widerfuhr, als man dort die Bergstraße ausbaute.

https://www.google.de/maps/place/Am+Gip ... 11.1161826


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Kandahar-Express mit Talblick.

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Dann ging es zur Kreuzeckbahn.

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Später, als die Sonne von den Wolken verdeckt wurde, unternahm ich meine Premierenfahrt mit der Alspitzbahn.

1973 von Habegger erbaut und 3,8 km lang – dazu im oberen Bereich eine spektakuläre Trasse... ich war begeistert, obwohl sich das Wetter leider eintrübte.

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Es war kaum was los und ging recht entspannt zu. Während der Liftler einen kleinen Knirps bespaßte, wartete ich bin der Knipse auf die Auffahrt.

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Erst geht es durch den Bergwald steil hinauf.

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Dann folgte der interessante Abschnitt der Fahrt...

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Nochmal am Bernadein-Tellerlift...

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Düstere Wetterstimmung zum Tagesausklang hin.

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Dort gibt es noch den Trögllift...

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Schließlift endete mein Besuch im liftehistorisch interessanten Classic-Gebiet in grauer Dämmerung.


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Re: Garmisch Classic | 02.03.2018 | Geschichtsträchtig

Beitrag von Harzwinter » 19.04.2021 - 17:52

Eine schöne Idee, einen Skibereicht aus der (fast) Gegenwart mit vielen Historienelementen zu verbinden - einmal mehr habe ich über Garmisch Classic viel gelernt! :D
Auch die relative Rückständigkeit bei der Beförderungs-Infrastruktur scheint in Garmisch Classic eine jahrzehntelange Tradition haben ...

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Re: Garmisch Classic | 02.03.2018 | Geschichtsträchtig

Beitrag von Neandertaler » 19.04.2021 - 20:08

Auch vielen Dank für diesen tiefen Einblick in die Garmischer Schisportgeschichte.

Der zweier Sessel Längenfelder mit Mittelstation ist aber irgendwie ein wilder Mix. Der Talstationsbau war irgendwie bis Mitte der achtziger üblich, ist aber der einzigste ,den ich kenne, der ein verzinkes Traggerüst hat. Die Sessel selber sehen mir nach neunziger aus wie auch die hydraulische Spannstation. Bei den Stützen bin ich irgendwie in den siebzigern.

Weiß da jemand mehr ob hier doch nicht eher der Hersteller TrippelR (Rudis Reste Rampe) ist auch wenn alle Teile aus dem Hause DM stammen?
Manchmal frage ich mich, wovor man mehr Angst haben muss: künstliche Intelligenz oder natürliche Dummheit?

Grüße aus Rockcity

f95
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Re: Garmisch Classic | 02.03.2018 | Geschichtsträchtig

Beitrag von f95 » 19.04.2021 - 21:35

Toller Bericht! Vielen Dank :) Auch wenn erst einmal in Garmisch war, wirklich sehr interessant.

DAB
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Re: Garmisch Classic | 02.03.2018 | Geschichtsträchtig

Beitrag von DAB » 25.04.2021 - 22:18

Kurze Anmerkung zu der oben angesprochenen Entlastung der Hausberg- und Kreuzeckbahn:

Man hatte hier zwar keine Sessellifte, aber den Adamswiesenlift und den Olympialift. Beide dienten als Entlastung, waren aber nicht optimal, da sie nur die oberen Bereiche bedienten. Der Hausberglift wurde damals als direkter Zubringer zum Horn gebaut - Skizentrum am Horn hieß das Ganze...

Auf der alten Olympialifttrasse verläuft oben im Sommer ein Wanderweg... wenn man nicht gerade im August dort lang läuft und sich Zeit nimmt, kann man - wenn man die Augen schließt, den alten Lift samt Kurve sehen... Der Olympialift war ein Dreieckslift. Die Bügel schwebten über die Piste zu Tal. Ohnehin hatte man in Garmisch wohl die meisten Lifte mit Kurve überhaupt - wenn man den Wank mitzählt.

Der Hausberg SL/ESL starteten ungefähr dort, wo heute die Skischule ihr Gebäude hat. Die PB hatte ihre Talstation etwas höher als die EUB. Bei den obligatorischen zwei Stunden Wartezeit am Morgen standen die Leute den Hügel hinunter.


Längenfelder 1 war ein Tellerlift.

Ansonsten: vielen Dank für deine Dokumentation aus meiner 2. Heimat.
09/10: (19 Tage) 6x Hintertux 6x Zugspitze,7x GAPClassic
10/11: (19 Tage) 7x GAP Classic 5x Zugspitze 1x Ehrwalder Alm 1x Grubigstein 5xStubaier Gletscher
11/12: (20 Tage ) 6xHintertuxer Gletscher,4x GAP-Classic,7x Zugspitze,2x St. Anton,1x Lech,
12/13: (12 Tage): 4xZugspitze,8xGAP Classic
13/14: (22 Tage) 6xPitztaler Gletscher,4xGAP Classic, 7x Zugspitze,1x Wurmberg/Braunlage, 4x Rossfeld/Oberau
14/15: (22 Tage) 6x Hintertuxer Gletscher, 7x GAP Classic, 5 x Zugspitze,1xEhrwalder Alm, 3xZillertal 3000
15/16: (22 Tage) 6xTuxer Gletscher, 4 x Zugspitze, 10xGAP Classic,1xRosshütte,1x Ehrwalder Alm
16/17: (26 Tage) 10xTuxerGletscher, 6x Zugspitze, 9xGAP-Classic,1xZillertal 3000,
17/18: (23 Tage) TuxerGletscher, 11x GAP–Classic, 4x Zugspitze,1,5x Ehrw.Alm 0.5xKranzberg
18/19:(25Tage)1xPitztaler Gletscher,6xHTuxerGletscher, 2xKranzberg,7xGAP-Classic,5xZugspitze,2xWurmberg, 2xEhrw.Alm
19/20(19Tage)7xTuxerGletscher,1xSnowDome,1xZugspitze,10xGAP-Classic
20/21:(7Tage)6xKitzsteinhorn,1xWillingen

DAB
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Re: Garmisch Classic | 02.03.2018 | Geschichtsträchtig

Beitrag von DAB » 29.04.2021 - 21:14

Hier gibt es einige Bilder der alten Talatation am Hausberg - ich meine zum Schluss war die Kasse unten vor der Straße rauf und die Schlange ging bis runter. Ich bin ab 2002 übers Kreuzeck rauf und kann mich kaum an die alte Bahn erinnern...

https://www.alpintreff.de/2018/08/alte- ... -bis-2006/
09/10: (19 Tage) 6x Hintertux 6x Zugspitze,7x GAPClassic
10/11: (19 Tage) 7x GAP Classic 5x Zugspitze 1x Ehrwalder Alm 1x Grubigstein 5xStubaier Gletscher
11/12: (20 Tage ) 6xHintertuxer Gletscher,4x GAP-Classic,7x Zugspitze,2x St. Anton,1x Lech,
12/13: (12 Tage): 4xZugspitze,8xGAP Classic
13/14: (22 Tage) 6xPitztaler Gletscher,4xGAP Classic, 7x Zugspitze,1x Wurmberg/Braunlage, 4x Rossfeld/Oberau
14/15: (22 Tage) 6x Hintertuxer Gletscher, 7x GAP Classic, 5 x Zugspitze,1xEhrwalder Alm, 3xZillertal 3000
15/16: (22 Tage) 6xTuxer Gletscher, 4 x Zugspitze, 10xGAP Classic,1xRosshütte,1x Ehrwalder Alm
16/17: (26 Tage) 10xTuxerGletscher, 6x Zugspitze, 9xGAP-Classic,1xZillertal 3000,
17/18: (23 Tage) TuxerGletscher, 11x GAP–Classic, 4x Zugspitze,1,5x Ehrw.Alm 0.5xKranzberg
18/19:(25Tage)1xPitztaler Gletscher,6xHTuxerGletscher, 2xKranzberg,7xGAP-Classic,5xZugspitze,2xWurmberg, 2xEhrw.Alm
19/20(19Tage)7xTuxerGletscher,1xSnowDome,1xZugspitze,10xGAP-Classic
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