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Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

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Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von GIFWilli59 » 14.03.2018 - 22:02

Nach unserer ersten gemeinsamen Skilifttour zwei Wochen zuvor hatten bastian-m und ich schon eine Neuauflage für den 04.03.18 geplant. Leider verhießen die Wettervorhersagen für diesen Tag nichts Gutes (Schnee/(-regen)), sodass wir schweren Herzens entschieden, auf das Treffen zu verzichten. Um das in Aussicht gestellte bessere Wetter (kalt mit sonnigen Abschnitten) am 03.03. trotzdem zu nutzen, entschied ich mich dazu, die Tour alleine zu machen. Idealerweise sollte auch diese aus mir noch unbekannten Skigebieten bestehen, sodass ich neben dem Sahnehang bei Winterberg die Lifte am Gillerberg (Hilchenbach-Lützel), den Hesselbacher Gletscher und zum Abschluss Kleingladenbach ansteuerte.

1. Winterberg, Sahnehang

Nach der staufreien Anfahrt durch das Negertal (ja, der Bach heißt wirklich so), ging es durch Altastenberg zum Sahnehang. Obgleich er nicht sonderlich weit entfernt liegt und dank Höhenlage und Beschneiung auf viele Betriebstage kommt, habe ich ihn bisher immer ausgelassen. Durchaus zu Recht, wie sich nach kurzer Zeit herausstellen sollte.

Kurz vor 10 erreichte ich den Parkplatz. Auf dem Weg zum Skihang machte ich mich gleich mal auf einer von einer dünnen Neuschneedecke bedeckten Eisplatte lang - eigentlich war der ganze Parkplatz vereist.
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#1 Maschinenpark Teil I. Wenn ich das richtig sehe, hat der rechte PB300 Gummi- statt Stahlketten drauf. :?:
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#2 Maschinenpark Teil II, bestehend aus einer Leitner Windenwalze und 7 mobilen Schneekanonen (5x M20).
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#3 Vorbei geht es am Rodellift, der von der Bauart an den Rodellift am Bremberg erinnert.
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#4 Anstelle einer 5- oder 11-Fahrten-Karte (8/12€) kaufte ich mir eine Vormittagskarte, was sich jedoch relativ schnell als Fehler herausstellte.
Seillift links und der von PHB gebaute 2-SL rechts.
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#5 Der Lift wurde ursprünglich wohl mit PHB-Teleskop-Gehängen betrieben, daher die seltsame Stützenform, wie es sie auch am Hillekopf in Silbach gab.
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#6 Wie es sich für den höchstgelensten Skilift im Sauerland gehört (Talstation, Bergstation noch bis zum Sommer), gibt es auch einen Zwischenausstieg. Potentiell würde er auch als Einstieg taugen, jdfls wenn man ein bisschen größer ist.
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#7 Nach dem Zwischenausstieg geht es kurz minimal bergab, ehe es relativ steil zur Bergstation geht.
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#8 Bergstation mit Trinkwasserspeicher links.
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#9 Ausstiegsstütze. Wie man sieht, ist die Seilführung sehr niedrig. Interessant finde ich die schwenkbaren Wartungspodeste an den Stützen.
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#10 Die Abfahrt teilt sich hier, links geht es erst relativ steil bergab und flacht dann bis zum Zwischenausstieg ab, rechts wurde das Gelände scheinbar durch Schnee auf ein gleichmäßiges Gefälle modelliert (ich kenne den Hang sonst nicht). Dank dünner Neuschneeauflage ließen sich hier ein paar Spuren auf die Piste zaubern :D
Will man aber nicht in den flacheren Teilen schieben, so muss man immer darauf achten, nicht zu viel Tempo zu verlieren. Kurzschwünge verbieten sich daher.
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#11
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#12 Oberster Teil der Trasse.
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#13 Die großen Flutlichtscheinwerfer besaßen solche Blenden, wozu weiß ich leider nicht...
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#14 Talstation. Ich finde, sie könnte auch von Doppelmayr sein.
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#15 Im ersten Flachstück der Lifttrasse gab es einen Gratis-Strukturschliff, bei der Schneelage eigentlich ein No-Go :twisted:
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#16
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#17 Talstation der Lifte mit der Köhlerhütte (zufällig der gleiche Name wie in Willingen :D), die auf dem Weg zur Toilette auch einen recht urigen Eindruck machte.
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#18 Kurz vor Ende ging sich dann auch noch eine Fahrt mit dem Seillift aus, immerhin konnte ich so nochmal in Ruhe den unteren Teil des SL, den ich 16x gefahren bin, betrachten.

Auch wenn es schon nach 2-3 Fahrten langweilig wurde, hielt ich mich gut 1,5 h hier auf. (Um die Vormittagskarte noch etwas auszunutzen.)
Trotz des PHB-Liftes (eher selten in der Gegend) und der halbwegs abwechslungsreichen Piste ist der Sahnehang aufgrund der langen Flachstücke für mich keiner der Hänge, die man gefahren sein muss. So schnell wird mich der Hang daher nicht wieder sehen.

wird fortgesetzt


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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von basti.ethal » 15.03.2018 - 09:32

Ja das sind AllTrack-Ketten auf dem 300er. Naja um sich den Kettenwechsel zu ersparen, einfach noch ne zusätzliche Maschine anschaffen :lach: :nixweiss:
Ich glaube dennoch, dass hier eine gewisse Vernarrtheit bzgl. Pistenmaschinen besteht :wink: Anders lässt sich die Anzahl an Maschinen für das bisschen Hang nicht erklären :rolleyes:
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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von GIFWilli59 » 15.03.2018 - 10:13

basti.ethal hat geschrieben:
15.03.2018 - 09:32
Ja das sind AllTrack-Ketten auf dem 300er. Naja um sich den Kettenwechsel zu ersparen, einfach noch ne zusätzliche Maschine anschaffen :lach: :nixweiss:
Ich glaube dennoch, dass hier eine gewisse Vernarrtheit bzgl. Pistenmaschinen besteht :wink: Anders lässt sich die Anzahl an Maschinen für das bisschen Hang nicht erklären :rolleyes:
Wofür brauchen die denn die anderen Ketten, wollen die auch im Sommer walzen?
Denke ich auch.
Am Köhlerhagen hat man sich früher auch den Kettenwechsel gespart, für verschiedene Transporte im Sommer kam eine Ratrac Pister zum Einsatz (zwar afaik mit normalen Ketten, aber hauptsächlich im Sommer im Einsatz :D ) und zusätzlich gab es noch 3 Prinoth-Walzen (200, T2, T4s) aber eben für verschiedene Zwecke und deutlich mehr Piste...

Klingt aber fast so, als hättest du auch gerne eine zweite Walze zur Verfügung :lach:

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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von basti.ethal » 15.03.2018 - 15:02

Vor allem bei wenig Schnee macht die Gummikette Sinn, da der Untergrund nicht so stark beansprucht wird und somit braune Stellen besser vermieden werden können.
Bei uns im Thüringer Wald kenne ich das Allerdings nur von Loipenmaschinen bzw. Skiliften ohne Beschneiung. Für Maschinenschnee sind diese Ketten gänzlich ungeeignet.
Also verstehe ich auch hier den Sinn nicht :roll:
Nunja je mehr, desto besser :D Wir haben ja auch 1x PB400W und 2x PB100 im Einsatz. Allerdings ist dies bei unserem Steilhang und den 40km Loipennetz auch tatsächlich notwendig. :wink:
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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von GIFWilli59 » 15.03.2018 - 23:51

2. Hilchenbach-Lützel, Gillerberg

Schon vor knapp zwei Wochen wäre der Gillerberg eine Alternative zum gut gefüllten Skigebiet Olpe-Fahlenscheid gewesen. Deshalb überlegte ich, ihn heute anzufahren. Nach den Beschädigungen durch Unbekannte am vorherigen Wochenende, sollte zumindest einer der Lifte seit Donnerstag in Betrieb sein. Am Freitag war es dann auch auf der Seite der Wintersportarena eingetragen, heute morgen dann wieder nicht. Nachdem ich morgens noch überlegt hatte, den Tour-Stop fallen zu lassen, überlegte ich mir dann im Lauf des Vormittags, dass eigentlich nichts gegen die Liftöffnung sprechen würde: Am Vortag war der Lift noch in Betrieb gewesen und durch Schneefall und Wochenende konnten sich die Bedingungen für den Liftbetrieb ja nur verbessert haben.
So war es dann auch, als ich um Viertel vor eins am Parkplatz eintraf.
Als ich bei einer der ersten Fahrten nochmal in die WSA-Liftübersicht schaute, stand der Lift dann als in Betrieb dort, aktualisiert wurde dies aber erst nach meiner Ankunft.

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#1 Oberer, flacher Teil. Gegenüber die Ginsberger Heide.
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#2 Die beiden Lifte Bj. 1968 und 1972 (lt. Betreiber) werden vom Skiverein Lützel betrieben und stechen durch ihr etwas heruntergekommenes Aussehen hervor.

Nach der ersten Abfahrt vom Parkplatz an der Bergstation kaufte ich eine Halbtageskarte für 12 €. Lt. Aushang sollten Halbtageskarten nur bis 14:30 Uhr oder ab 14:30 Uhr gelten, aber man war zum Glück flexibel. :)

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#3 Trotz einer Lackieraktion vor einigen Jahren erstrahlen die Stützen vielfach noch im berüchtigten Rostrot, erstmals bekannt geworden durch die Sauerlandtour am 16.09.2012 - “Unterwegs zum letzten Loch” von Frans, noisi und Zottel.
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#4 Trassenzoom.
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#5 Der Hang nochmal in seiner ganzen Pracht. Links befinden sich die Reste der Gillerbergschanze, rechts die Hauptabfahrt.
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#6 Links die LSAP-Schanzen. Es lief nur der etwas jüngere, rechte Lift. Der linke wurde vermutlich mal um den unteren, flachen Teil erweitert und auf Langbügel umgebaut.
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#7
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#8 Am älteren Lift gibt es an einer der oberen Stützen noch die kleinen Rollen.
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#9 Am Ausstieg steht die Skihütte und ein Sendemast.
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#10 Grau-rot-lackierte Stützen...
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#11 Hinter den halb lackierten Spannstationen steht eine kleine Pistenraupe, die aber nur eine Bahn von oben aus gesehen links präpariert hat. Für mehr reichte die Schneelage auch nicht.
Angeblich soll es hier auch eine provisorische Beschneiungsanlage geben, zu sehen war davon aber nichts (Quellen: #1 | #2).
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#12 Ausstiegsstützen
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#13 Antriebsstationen
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#14 Über einen kurzen Waldweg kommt man am Ende des Gipfelplateaus zu den Schanzen. Ich bin hier rechts abgebogen und auf einem schmalen Streifen mit Altschneeunterlage abgefahren.
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#15 Das ganze aus dem Lift heraus - First Line :D Schon kurze Zeit später wurde die Variante auch von ein paar Kindern gefahren.
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#16 Im kurzen Steilstück kamen trotz Neuschnee einige Erdklumpen heraus, es ließ sich aber einigermaßen fahren. Weiter links am Wald war zwar durch die Präparierung noch mehr Gemüse auf der Piste, aber es ließ sich etwas besser fahren, weil man nicht mit dem sonst unebenem Altschnee zu kämpfen hatte. So auch im Auslauf: Abseits der Walzenspur war der Altschnee sehr uneben und ruppig zu fahren.
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#17
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#18 Anstatt über den Waldweg kommt man auch über diese Schneise zu den Schanzen, indem man oben nach links aussteigt und kurz durch den Wald auf die Schneise fährt.
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#19 Einmal bin ich auch auf die Schanze selbst aufgestiegen, aber aufgrund des zunehmenden Bewuchses und der geringen Schneelage erwies sich diese Idee abfahrtsmäßig als Flop.
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#20
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#21 Genau, nicht in Kurven oder gar quer! :D
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#22 Immer diese übermalten Selbstbedienungsschilder... :roll:
An den unteren Stützen hat man auch die Fundamente am Stützenschaft erhöht, keine Ahnung warum.

Nach 24 Fahrten schien es mir an der Zeit, an den Hesselbacher Gletscher zu fahren. Eigentlich wollte ich mich schon etwas früher auf den Weg machen, doch die schöne Schanzen-Außenrum-Abfahrt hielt mich davon ab. Viel früher weg wollte ich aber auch nicht, weil der Lift bis 15 Uhr wegen eines Skirennens für den Publikumsverkehr gesperrt war.

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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von GIFWilli59 » 26.03.2018 - 19:44

3. Bad Laasphe-Hesselbach, Hesselbacher Gletscher

Wie schon auf dem Weg vom Sahnehang nach Lützel setzte ich Richtung Hesselbach wieder auf die Navi-App eines namhaften Anbieters (beginnend mit G). Doch leider schickte sie mich dieses Mal auf eine Art Schleichweg. Ich wunderte mich zwar, dass am Ortsende von Bad Laasphe kein Verweis auf den nächsten Ort kam, doch auch die Tatsache, dass die Fahrbahn immer schmaler wurde ließ mich keinen Verdacht schöpfen.
Erst als ein Schild mit der Aufschrift "Kein Winterdienst" auftauchte und Schnee die Fahrbahn bedeckte, zweifelte ich kurz. Aufgrund der sichtbaren Spurrinnen (der Schnee war ca. 10 cm hoch) fuhr ich selbstbewusst weiter, nur um etwa 200 m oberhalb dann stecken zu bleiben: Die vermeintlich griffigen Spurrinnen stellten sich als vereist heraus.
Während ich ratlos und wütend über mich selbst ums Auto lief (inkl. Sturz), näherten sich zwei Einheimische. Unentschlossen bat ich sie um Rat. Sie meinten, dass die Straße nur von Einheimischen mit Allrad genutzt würde und es ohne relativ zwecklos sei. Anstatt die mitgeführten Schneeketten anzulegen (hätte vermutlich länger gedauert), lotsten sie mich neben den vereisten Spurrinnen den kurzen Anstieg wieder rückwärts herunter und empfahlen mir die etwas längere, aber geräumte Strecke über Banfe zu nehmen.
So erreichte ich dann erst gegen 16 Uhr den Parkplatz am Hesselbacher Gletscher, der unterhalb des Ortes Hesselbach beginnt.

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#1 Der Hang in Gänze inklusive Schneilanze Marke Eigenbau und kobiniertem Pump- und Kühlturm. Neben der beschneiten Hauptabfahrt rechts des Liftes gibt es noch eine Naturschneevariante links.
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#2 In welchem Skigbiet wurde denn dieses Panorama aufgenommen? Im einzigen Gletscherskigebiet der Wintersportarena Sauerland jedenfalls nicht. :wink:
Die Anzeige oben links weist auf die Sperrung des Hangs wg. des Rennens bis 15 Uhr hin. Etwas kurios finde ich, dass sich der Kartenverkauf in der Skihütte, die auf der Hälfte der Piste liegt, befindet. Die Abendkarte gab es übrigens für preiswerte 7 €.
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#3 Talstation. Der Lift steht lt. Webseite erst seit 2002 hier und ersetzt zwei Seillifte.
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#4 Oben angekommen. Mit 300 Metern ist der Hang nicht zu lang. :D
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#5 Jetzt wisst ihr Bescheid! :wink: Die Formulierung hier ist etwas glücklicher als am Köhlerhagen 1 in Willingen ("Bei starkem Andrang werden immer nur 2 Personen befördert.").
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#6 Dem ersten Anstieg im unteren Teil folgt ein kurzes Flachstück, ehe der finale Steilhang folgt.
Aufgrund des vorausgegangenen Skirennens und der fortgeschrittenen Zeit war der Hang schon recht abgefahren, teilweise auch bucklig. Meine Befürchtung, dass die Piste für das Rennen extra gehärtet bzw. vereist wurde, stellte sich zum Glück als falsch heraus.
Der Schnee war recht grobkörnig und ließ sich so ganz gut fahren. Zum Carven ist der Hang ja ohnehin etwas kurz (man will ja nicht nach 5 Schwüngen schon wieder unten sein ;-)). Stellenweise gab es auch etwas Dreck auf der Piste. Die Entscheidung für die alten Skier erwies sich also als richtig.
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#7 Skihütte mit 2 TA M90/3 links und Scheune für die (neue) Pistenwalze (PB 300W Polar) rechts dahinter.
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#8 M90/3 auf Lift sieht man auch nicht so oft :D
Generell ist die Beschneiungsanlage verhältnismäßig gut ausgebaut.
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#9 Wenn man an der Bergastation links aussteigt, gelangt man auf die zweite Piste, die wie man sieht ohne Beschneiung auskommen muss. Abgesehen vom oberen, ziemlich dünnen Stück ging es hier am Rand dank dünner Neuschneeauflage ganz gut.
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#10 Auch der untere Teil zur Talstation hin konnte mich dank weitgehend unzerfahrenem Neuschnee (etwa 5 cm) überzeugen.
Hier links befindet sich noch ein sehr kurzer Seillift, der wohl vorrangig für Kinder gedacht ist. Er war nicht in Betrieb.
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#11 Bergstation. Beim Wiederaufbau des Liftes war offenbar LST am Werk und hat sich auf den Stützenschildern verewigt.
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#12 Der Aussstieg wird videoüberwacht - das Häuschen hinten links ist für Rennläufer gedacht. Dank wohl nachgerüsteter Langbügel ist unmittelbar vor dem Ausstieg der Abstand zwischen Gehänge und Boden nicht allzu groß.
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#13 Von der linken Abfahrt konnte man gut auf den Ort Hesselbach blicken.
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#14 Oberer Teil des Hangs, aufgenommen von einem Standort etwas unterhalb der Skihütte.
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#15 Unterer Teil

Nach recht kurzweiligen 26 Fahrten und der ausgiebigen Befahrung aller Varianten machte ich mich auf zum vierten und letzten Tour-Stop, diesmal nur einen Ort entfernt.
Zuletzt geändert von GIFWilli59 am 09.04.2018 - 23:58, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von wmenn » 01.04.2018 - 14:09

GIFWilli59 hat geschrieben:
15.03.2018 - 23:51
Angeblich soll es hier auch eine provisorische Beschneiungsanlage geben, zu sehen war davon aber nichts.
Tatsächlich wurden am Gillerberg in Lützel Ende der neunziger Jahren (ich hoffe, da trügt mich meine Erinnerung nicht) eine "richtige" Beschneiungsanlage mit Schneilanzen aufgebaut, allerdings finde ich momentan nicht mehr allzu viele Informationen dazu, z. B. hier ("(HKD-Lanzen mit 90 cbm Schneemenge pro Stunde"):
https://www.urlaub-in-rheinland-pfalz.d ... erwald.htm
Wenn ich mich recht erinnere, sollte nur als provisorische Lösung Wasser aus dem normalen Leitungsnetz verwendet werden, langfristig war der Bau eines Speicherteiches unten im Tal geplant. Jedenfalls wurde die Anlage auch genutzt, ich habe die Lanzen selbst in Betrieb gesehen :D . Aber natürlich war das gechlorte Trinkwasser aus der Leitung a) sehr teuer und b) zu warm, so dass es schon sehr kalt für eine Beschneiung sein musste.
Da das Gebiet unten im Tal aber Naturschutzgebiet ist, wurde ein Speicherteich nie genehmigt. Ich finde noch mehrere Artikel in der hiesigen Presse, in denen dieses Dilemma thematisiert wurde:
http://onlineabo.siegener-zeitung.de/ar ... 0264694670
http://onlineabo.siegener-zeitung.de/ar ... 9206325778
Die Beschneiung war so dann leider zu teuer und ineffektiv, irgendwann wurden die Lanzen dann wohl abmontiert...


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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von GIFWilli59 » 09.04.2018 - 22:35

Interessant. Aber hätte man nicht auch am Berg einen Speicherteich bauen oder einen Kühlturm verwenden können?

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Re: Skilifttour vom Sauer- ins Sieger- und Lahn-Dill-Bergland 03.03.2018

Beitrag von GIFWilli59 » 09.04.2018 - 23:52

4. Kleingladenbach

Über einsame Straßen ging es zurück in mein Heimatbundesland nach Kleingladenbach.
Dort hatte man zur Apres Ski Party mit Flutlichtskifahren (bis 21 Uhr) geladen (wobei ich mir sicher bin, dass viele Partygäste vorher nicht auf der Piste waren ;-) ).

Eine interessante Anekdote im Zusammenhang mit der hervorragenden Informationspolitik der Wintersportarena Sauerland, zu der der Lift gehört, ist, dass der Status in der WSA-Liftübersicht zuletzt im August 2015 aktualisiert wurde (ältester Wert). Leider habe ich es versäumt, vor Ort mal darauf hinzuweisen. Aktuelle und in meinem Fall auch verlässliche Infos gab/gibt es auf der eigenen Homepage.
Die Abendkarte gab es für 8 €.

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#1 Ankunft am bereits gut gefüllten Parkplatz um 18:20 Uhr.
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#2 Blick auf den Ort Kleingladenbach vom Ausstieg aus.
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#3 Die Bergstation sieht ja schon ein bisschen nach PHB aus. Vlt hat man sie neben der Talstation dort eingekauft.
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#4 Ausstiegsstütze, wohl ein Eigenbau aus den späten 70ern (siehe Webseite).
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#5 Der Hang von unten. Zu Anfang gab es auch leichte Wartezeiten bis 3 min.
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#6 Mithilfe der Schneelanze hatte man einen Schneehaufen produziert und diesen zu einer Schneebar geformt. Von hier aus wurde insbesondere der untere Teil des Hangs mit lauter (Schlager-)Musik beschallt.
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#7 Die Piste war leider nicht mehr taufrisch und wohl auch schon einige Zeit nicht mehr präpariert worden. Der Schnee war größtenteils pulvrig, es gab nur ein paar apere Stellen, aber umso mehr abgerutschte und folglich glatte Stellen. Es dauerte einige Fahrten, ehe ich den Bogen raus hatte und die eisigen Stellen einigermaßen umfahren konnte.
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#8 Steilster Teil oberhalb des Zwischenausstiegs. Ob der Buckel waren Kurzschwünge angesagt.
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#9 Unterer Teil mit einer kleinen Sprungschanze links :?:
Anstatt abzuflachen wird der Hang ab der Lanze zum Einstieg hin nochmals steiler.
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#10 Blick zurück
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#11 Schön kupierter Hang oberhalb des Zwischenausstiegs.
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#12 Beim Fotografieren der Talstation sprach mich der junge Liftler mit der roten Mütze an, ob ich Fotos für ein Forum machen würde, was ich bejahte. :wink:
Offenbar hatte er einen der Berichte von Noisi/Zottel oder McMaf vom 14.01.2017 gelesen.
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#13 Bei meiner späten Ankunft hatte ich schon verdrängt, dass für 19 Uhr der hier offenbar traditionelle Fackellauf angesetzt war. Da einer der Organisatoren die dafür benötigte Zeit auf eine halbe Stunde bezifferte (während der der Liftbetrieb ruhen sollte), beschloss ich kurzerhand, mich dem Fackelzug anzuschließen. Das Bild zeigt die Startaufstellung unterhalb der Bergstation. Von der Fackelabfahrt selbst habe ich keine brauchbaren Fotos.
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#14 Am Ende der Abfahrt wurden die Fackeln in diese Tonne geworfen, was mir dann auch im zweiten Anlauf gelang :biggrin:

Kurze Zeit später wurde der Lift wieder angeworfen.

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#15 Etwas kurios fand ich die Seilführung oberhalb des Zwischenausstiegs. An dieser Geländekante hängt das Seil maximal 2 m über dem Boden!
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#16 Neben 17 Fahrten mit dem Hauptlift ging sich natürlich auch eine Fahrt mit dem ziemlich lahmen Übungslift aus :lach:
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#17 Reichlich kupiert, der Hang...
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#18 Die meisten Eisplatten gab es an der Lifttrasse, hier weiter links war es griffiger, aber auch buckliger...
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#19 ...und bisweilen etwas schattiger :D
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#20 Unterer Teil aus dem Lift gesehen.
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#21 Hier kann man nochmal die niedrige Seilführung an der Kuppe erahnen.
Trotz meiner Größe fand ich meist einen Mitfahrer, da die Bügel alleine nur schwer zu halten waren. Am besten nahm man ihn zwischen die Beine, wie hier.
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#22 Bei der letzten Fahrt rutschte uns dieses Teil entgegen, offenbar eine Art Dichtung aus dem Gehänge :?:
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#23 Schneebar
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#24 Feierabend...
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#25 ...im wahrsten Sinne des Wortes :D
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#26 Das obligatorische Liftkarten-Bild.

Trotz des nicht idealen Pistenzustandes hat mir Kleingladenbach von allen vier Gebieten am Besten gefallen. Der Hang ist abwechslungsreich, schön kupiert und mit einem ordentlichen Gefälle ausgestattet.
Noisis und Zottels Hauptkritikpunkt bezüglich des fehlenden Auslaufs kann ich prinzipiell nachvollziehen, allerdings fiel das für mich nicht so sehr ins Gewicht, da ich ohnehin nur kurze Schwünge machen konnte und daher eher langsam unterwegs war. Bei einer guten Carvingpiste macht ein Auslauf meiner Meinung nach viel mehr aus.

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