
Mir gefällt der Unterberg, weil er für ein kleines Niederösterreichisches Schigebiet eine relativ hohe Anzahl an Pisten hat. Auf die geringe Förderkapazität der Schlepplifte kommt eine verhältnismäßig große Pistenfläche. Und außerdem ist dieses Schigebiet das Nächstgelegene vor meiner Wiener Heimatstadt und in weniger als einer Stunde Fahrzeit erreichbar. Leider gibt es dort keine Beschneiungsanlage und man ist auf Naturschnee angewiesen. Im der Werbung heißt es "Naturschneeparadies". Naturschnee... ja. Aber Paradies? Die Anzahl der Betriebstage ist mit diesem Handicap gering. In manchen Saisonen stand man auch komplett still. Oft leidet auch die Pistenqualität.
Für meine Frau und mich hieß es an diesem Sonntag wieder einmal einen dieser wenigen Betriebstage zu nützen.
Wetter:
Bei Temperaturen von -5° bis +5°C war es am Vormittag bewölkt, zeitweise schneite es sogar ein wenig. Zu Mittag begann es aufzulockern. Am Nachmittag war es dann schließlich wolkenlos. Den ganzen Tag war es windstill.
Lift- und Pistenstatus:
Alles geöffnet. Wartezeiten bis zu fünf Minuten
Pistenzustand:
Wetterbedingt waren die Pisten am Vormittag griffig-hart. Zu Mittag wurden sie weich, am Nachmittag zogen sie wieder an. Bei der Präparierung entstanden stellenweise Niveauunterschiede zwischen den Raupenspuren. Zusätzlich zu den Pisten wurde auch die Schiroute Bischofschlag präpariert. Die Talabfahrt war, wie so oft, nicht frisch präpariert. Auf den meisten Pisten war die Schneehöhe ausreichend, am Karnerboden und im Karnerschlag musste man auf einzelne apere Stellen und braune Flecken achten. Am Hüttenhang waren solche Stellen häufiger und größer, gingen aber ebenfalls leicht zu umfahren. Schlimmer war die Situation im Silbergraben. Hier war es sehr schwierig ohne Steinkontakt durchzukommen. Bei der Talabfahrt war es in der Heurissklamm völlig unmöglich. Ich schätze, dass in den meisten österreichischen Schigebieten Pisten im Zustand des Silbergrabens oder der Talabfahrt schon längst gesperrt worden wären. Am Unterberg sieht man das anders.
Ich könnte jetzt schreiben, dass es ein Skandal ist, Pisten in diesem Zustand zu öffnen, und dass man wenigstens ein Warnschild am Beginn der Pisten hätte aufstellen können, das auf den schlechten Zustand hinweist. Nein, ich sehe das mittlerweile sehr entspannt. Als regelmäßiger Unterberg-Besucher weiß ich, dass damit immer zu rechnen ist. Daher besuche ich den Unterberg üblicherweise nur mit meinen alten Schiern, die ich für solche zweifelhaften Verhältnisse aufgehoben habe. Meine Frau, die kein zweites paar Schier besitzt, verwendet statt der Talabfahrt meist den Bus.
So können wir uns über die Vorteile des Schigebiets freuen und brauchen uns nicht über einzelne schlechte Pistenabschnitte ärgern.
Der Unterberg hat eine treue Fan-Gemeinde, die jedes Jahr wieder und wieder zum Schifahren auf den Berg kommt. Ob man mit dem Öffnen von steinigen Pisten Erstbesucher zum Wiederkommen bewegen kann, wage ich zu bezweifeln. Eigentlich schade. Finanziell gesehen braucht der Unterberg jeden Gast.
Bilder:
Das erste Aufstiegsmittel vom Parkplatz weg ist nicht von Leitner, Stemag oder Doppelmayr, nein es ist von… äh…

… ist das ein Mercedes? Ich habe nicht auf den Hersteller geachtet.
Im Schigebiet ist mir dann alles klar. Der Schneidlift ist von Doppelmayr.

Leider sind die Bilder vom Vormittag sehr grau-lastig.
Piste „Michaela Dorfmeister“.

Der Bischofschlag war diesmal präpariert und ging super zu fahren.

Dolomitenfan im Bischofschlag.

Sowohl am Karnerboden…

…als auch am Hüttenhang musste man auf einzelne apere Stellen achten.

Am Ende des Karnerschlags blicken wir bei der Einmündung den Silbergraben hinauf. Ob wir diese Piste heute noch fahren wollen?

Bergfahrt mit dem Gipfellift. Elemente von Stemag und Doppelmayr.


Zu Mittag lösten sich die Wolken auf und wir konnten ein wenig zu den benachbarten Bergen blicken. Hier haben wir das Kieneck,…

…und da die Araburg.

Kleine Warteschlange beim Schneidlift.

Der Schneidlift, links davon die Waldabfahrt.

Jetzt wagen wir uns doch in den Silbergraben. Im Hintergrund ist der Schneeberg zu erkennen.

Ob wir das wirklich wollten?

Abschließend noch zwei Mal der Schneeberg. Einmal mit den Gipfelliften,…

…und einmal mit dem Unterbergkirchlein.