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Kaprun 10.11. und 11.11. "Steinernes Meer"

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tauernjunkie
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Kaprun 10.11. und 11.11. "Steinernes Meer"

Beitrag von tauernjunkie » 14.11.2019 - 18:23

Genau wie vorige Saison habe ich mich auch für 19/20 für die SSSC entschieden und dachte mir, nach den großen Schneefällen aus den Mittelmeertiefs sollte man am Kitzsteinhorn gute Karten für einen kleinen zweitägigen Saisonstart haben.

Angereist bin ich bis Zell am See mit der Bahn:
-Mit ICE619 nach München
-Mit EC86 nach Wörgl
-Mit IC515 nach Zell am See
-Mit dem Bus zur Gletscherbahn

Das Tolle an den Nacht-ICE: Sonntag früh sind die schön leer (ohne die üblichen Pendlerhorden, die sich in Augsburg in den Zug drücken), die Sparpreise selbst kurzfristig noch bei 14,90€ und mit etwas Glück schafft man es ein leeres Abteil zu ergattern, sodass man bis München auf dem Bauch liegend, über alle drei Sitze, abgedunkelt und mit viel Ruhe schön durchschlafen kann. Ich hatte dieses Glück.
Unglück hatte ich dagegen bei den Anschlüssen. Der Anschluss an den Railjet nach Salzburg war dank 30-minütiger Verspätung des ICE weg und das obwohl der ICE schon fahrplanmäßig bis München Ewigkeiten unterwegs ist. Glücklicherweise kam man dafür mit der Alternative über Wörgl lediglich 30min. später gegen 10 Uhr in Zell am See an. Gesehen hat man aus dem Zug außer Nebel sowieso nicht.

An der Talstation in Kaprun schnell den Skipass verlängert und bei der Kassiererin direkt erkundigt, wo sich das Gepäck verstauen lässt. Nach kurzer telefonischer Nachfrage kam dann die Antwort:
"Depots befinden sich nur im Alpincenter."
"Was kostet ein Schließfach pro Tag?"
"5€."

Der Schock saß tief, aber was bleibt einem anderes übrig? Ich stieg in die Gondel.

Nach Sektion 1 stand ich dann vor einem Intersport. Mhh... Der hat doch bestimmt auch Schließfächer für den Tag, was verlangen die denn? Taddaa, 2€. Rein mit dem Zeug und los geht's.
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Sektion 2. Der Nebel hat sich mittlerweile aufgelöst.

Andrang erwartungsgemäß für Sonntag ziemlich stark. Was ich allerdings nicht wusste: Am Kitzsteinhorn war Skitest-Wochenende.
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Trasse des Gletscherjet 3+4. Der Schnee darunter war stark verweht.

Mir gefällt die Anlage überhaupt nicht. Der Großteil der Leute will doch bis ganz rauf fahren und dementsprechend stellt sich die große Mehrheit bei der Gondel an. Die Pisten unter dem Gletscherjet 3 sind nicht wirklich schön und gerade der Mittelbereich ist viel zu eng, für die Massen, die die Achtersessel hinaufschaufeln.
Warum hat man sich hier für eine Kombibahn entschieden? Eine stinknormale 2-Sektion-EUB wäre, finde ich, deutlich sinnvoller gewesen.

Die Kitzlifte hatte ich bis zum späten Nachmittag gemieden, weil mir der Andrang zu groß war (besonders durch die Rennteams). Außerdem war die Piste sehr aufgewühlt. Klar, wo nicht maschinell beschneit wird, ist die Piste weich.
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Ging dann gleich rüber zu Sonnenkar und Schmiedinger. Besonders der Steilhang unter der 8-KSB war unterhalb der Schneekanonen eine einzige Eisplatte. Am rechten Rand ging es aber halbwegs zu fahren. Am Montag war es über Nacht dann deutlich besser geworden.

Was sehr negativ auffiel waren die vielen Steine auf der Piste, die auch am Folgetag nicht aufgesammelt worden waren. Ganz extrem war es auf der Querabfahrt zur Schmiedinger-KSB. Da hat man sich schön den Belag ruiniert.

Aber ich wollte den Tag ja eh entspannt angehen, also bin ich mit dem Gletscherjet 4 rauf und hab mich etwas dem Bergpanorama gewidmet.
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Ab 2 wurde das Gebiet deutlich leerer. Die Rennteams sind wieder runtergefahren, so ging es für die letzten zwei Stunden zu den Kitzliften, an denen man dann nicht mehr warten musste.
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Hier waren dann klasse Bedingungen, weil für die Rennteams zwar die ganze Piste gesperrt war, jedoch natürlich nur entlang der Stangen gefahren wurde, d.h. ringsrum unberührte, Naturschneepiste. :D Rechts war generell deutlich weniger Andrang als am linken Schlepper.
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Zum Schluss ging es die noch gesperrte Abfahrt unter der Sektion 2 hinab. Hier wurde mit Pistengeräten gefahren, die Fräse hat aber freilich schön in der Luft gebaumelt. Entsprechend war die Piste ein vereistes Kugelmeer. Die Abfahrt war zwar noch gesperrt, aber auch nicht steiniger als die geöffneten Pisten. :evil:

Zurück zu meinem Schließfach im Intersport. Hier steht auch ein Kaffee-Automat, bei dem man sich für 2€ selbst bedienen kann. So hat der Skigast wenigstens eine Alternative zur bergbahndominierten Gastronomie. Der Kaffee hat im Gipfelrestaurant 4€ gekostet.

Ein Euro war sogar bereits eingeworfen. Zur Stärkung vor der Fahrt zur Unterkunft zog ich mir dann noch einen Kakao für einen Euro im Pappbecher, der mir sehr gemundet hat.


Tag 2:
Für heute war Föhnwetter vorhergesagt, was bei mir zunächst die Sorge hat aufkommen lassen, dass der Liftbetrieb heute nur eingeschränkt läuft.
In der Früh waren alle Anlagen in Betrieb.
Heute war es auch erwartungsgemäß ziemlich leer im Skigebiet.
Im Lauf des Morgens wurde es aber zunehmend stürmisch, sodass gegen 10 Uhr auch nur noch der Gletscherjet 3 lief, an dem sich dann natürlich das ganze Skigebiet versammelt hat. Die übrigen Anlagen sind sofort garagiert und auch die Kitzlifte sind abgeschaltet worden (Warum sind SL eigentlich so windempfindlich?).
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Stürmisch war es allerdings nur für kurze Zeit. Ab 11 Uhr waren ziemlich plötzlich alle Anlagen wieder in Betrieb, auch der Gletscherjet 4. Was ich nicht verstanden habe: Warum liefen Gletscherjet 3+4 ab da dauerhaft nicht mehr im Durchfahrbetrieb?

Und was mich schon von Beginn an gewundert hat:
Trotz starken Föhnwetters waren sämtliche Schneekanonen im Skigebiet in Betrieb. Mal davon abgesehen, dass es den Schnee in alle möglichen Richtungen geweht hat, nur nicht auf die Pisten, morgens kam da immerhin noch Schnee raus. :D

Gegen Mittag fiel allerdings auf, dass die Bekleidung doch ziemlich durchnässt war, nachdem man durch den Strahl der Schneekanonen gefahren ist und nach näherer Betrachtung wurde klar, hier gefriert gar nichts. Auf der Piste kommt das Wasser nur in flüssiger Form an, was zunächst für Blitzeis auf den Pisten, später dann für matschigen Untergrund gesorgt hat.
Ich bin dann zum nächsten Mitarbeiter an der Schmiedinger-KSB und hab ihn nach der Temperatur gefragt: 0°C. Für den Hinweis wurde mir zwar gedankt, es hat aber eine knappe Stunde gedauert, bis alle Kanonen unter der Schmiedinger abgeschaltet waren.
Und enttäuschend war noch mehr, dass man NUR die Kanonen an der Schmiedinger abgestellt hat. Der Nachbar im Sessel hatte gescherzt, dann wäre es wohl nur unterhalb der Schmiedinger-KSB zu warm zum beschneien. :ja:
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Naja, so lassen sich wenigstens die vielen massiven Eisplatten auf den Nicht-Gletscherpisten wie hier erklären.

Dieses Bild, das bei der Schlussabfahrt zum Gletscherjet 1 entstanden ist, spricht Bände:
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Den Schneimeister würde ich gerne mal kennen lernen.

Nach dem Einpacken ging es dann wieder mit dem Bus zurück zum Bahnhof und dann über Wörgl nach München. Bei der Rückfahrt hat die DB dann kläglich versagt, weshalb sie mir nun 50€ Taxi- und Verpflegungskosten erstatten muss, weil der letzte Regionalzug nicht warten konnte, wohingegen ich für die Rückfahrt umgerechnet schon nur etwa 12€ für das Ticket bezahlt habe. Die Currywurst im Bordrestaurant hat aber sehr gut geschmeckt.

Fazit: Zum "Einfahren" nach langer Sommerpause war es ganz nett mal wieder auf den Skiern zu stehen. Bei der SSSC bleibt einem nunmal fast nichts außer dem Kitzsteinhorn. Dafür ist das Panorama oben doch ziemlich vielfältig. Vom Kaiser über Steinberge, Hochkönig bis hin zum Tennengebirge und im Tal dem Zeller See im Norden und im Süden mit dem Nationalpark und den vielen 3000ern bekommt man hier schon vieles zu sehen.

Ich fahr da aber frühestens wieder hin, wenn Kitzbühel und Obertauern zu haben, d.h. ab dem 2.5. Die SSSC-Saison geht diesmal bis zum 3.5., d.h. zwei Tage im Frühjahr stünden für Kaprun noch im Raum. Mal sehen. :)
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