Das klappte schon mal, der Zug fuhr zwar mit 3 Minuten Verspätung in Gastein los, wir haben auf der Fahrt nach Bischofshofen diese aber wieder eingeholt. Es war reichlich Zeit für Umstieg in den Bus und dann war ich um ca. 09:45 Uhr in Mühlbach an der Seilbahn. Dort war es relativ voll, weil offenbar reichlich Tagesgäste aus Salzburg und München mit Bussen angereist waren, richtige Schlangen gab es aber nur an der Kasse, für mich mit Saisonkarte kein Problem
Gleich zu Beginn erst mal die schwarze Talabfahrt genommen, die tatsächlich eine meiner Lieblingspisten ist, verstehe gar nicht, dass ich die in dem dazugehörigen Thread nicht erwähnt habe. Danach wieder hoch und dann so langsam rüber gehangelt nach Maria Alm. In Dienten angekommen erst einmal die neuen Seilbahn bewundert:
Aus früheren Fahrten der Königstour weiß ich, dass man alleine fahrend keinen Zeitdruck hat und ich wollte immer schon mal die Schlepplifte in Hinterthal fahren. Also an der Familienabfahrt Hinterthal rechts abgebogen und zum Faschinglift "gefahren". Mit etwas Grips und gutem Willen hätte man da eine Verbindung ohne pieken hinkriegen können, so aber dauert die Querung etwa fünf Minuten, die sich aber lohnen. Nicht wegen der Fahrt am Faschinglift, von dem man anders als der Blick auf googlemaps erahnen lässt, eben nicht rüber zum Sonnleitenlift kommt. Also unten Skier abschnallen und weitere knappe fünf Minuten rüber latschen. Ich als überwiegend lange Abfahrten liebender Höhenmeterfresser mag ja auch gerne so was verstecktes, nostalgisches, wie z.B. das Gebiet am Arthurhaus, zu dem ich später noch komme.
Am Sonnleitenlift zweimal gefahren, beide Abfahrten, um dann eine Route hinüber zur Hochmaisbahn zu nehmen. So etwas liebe ich ja, wenn man zwischen Scheunen und alten Häusern durchfährt, an Langlaufloipen vorbei, da kommt das Gefühl von "Skiern als Fortbewegungsmittel" auf.
Mit der Hochmaisbahn hinauf und von dort den schönen Blick nach Saalfelden genossen, ganz hinten 30 km ums Eck fand gerade die Streif statt.
Es sieht auf dem Bild voller aus, als es war, eigentlich musste ich nie anstehen. Dann unter der Sinalcobahn die Carvingpiste runter, dann aber links abgebogen in die Hintermoosroute, ist ein kleiner Umweg, aber sehr nett, wie man plötzlich ganz weg aus dem Skibetrieb ist. Dann rüber gehangelt bis nach Natrun, wo ich mir in Mariaalm eine schöne Leberkäs-Semmel mit Cola bei der Bäckerei Unterberger geholt habe, leider ohne süßen Senf, das kennt der Österreicher offenbar nicht so
Dann über die neue Natrun-Jet zurück gehangelt, zweimal am Abergalmlift die schwarzen Pisten gefahren, immer wieder nett und nicht so prätentiös präsentiert wie die ganzen Black Mambas dieser Erde. So langsam dann wieder zurück nach Mühlbach, um dort um 15:25 Uhr den Skibus zum Arthurhaus zu bekommen. Nachdem ich den 14:55 Uhr verpasst hatte, wollte ich dann doch noch zweimal am Fellersbachlift fahren, wodurch es dann wieder verdammt knapp wurde, aber über die geliebte Piste 1 (schwarz) nach Mühlbach auf die Minute geschafft, direkt nach dem Einstieg ging die Bustür zu und es folgte die ca. 20 Minuten lange Fahrt hinüber zum Hochkeil-Skigebiet. Ganau richtig um die mitgebrachte Mannerschnitte zu verdrücken und etwas zu regenerieren.
Aussteigen kann man entweder direkt am Saukarlift (wo man dann ein paar Meter bergan laufen muss) oder eben am Arthurhaus, wo man dann zunächst rüber zum Roßwieslift und dann eben zum Saukar fährt. Diese Piste ist eines der weiteren Highlights auf der Safari, perfektes Gefälle, kaum seitliche Neigung, ein paar schöne -gut einsehbare- Kuppen und keine Sau unterwegs.
Da bin ich dann noch so ca. 4 mal gefahren, man kann auf diesem Hang einfach nicht genug bekommen. Aber ich wollte auf der anderen Seite unbedingt den Zug um 16:52 Uhr nach Gastein erwischen und ich wusste nicht genau, wie die Verhältnisse am Knappensteig sind. Am Vortrag hatte ich mich per e-mail bei der Liftgesellschaft informiert und die sagten mir, es sei bis unterhalb des Wirtshauses Bürglhöh präpariert, weiter ginge es bei dem knappen Schnee mit den Rattratts nicht. Es sah aber aus dem Zug und auf der Webcam der Sprungschanze eigentlich so aus, als ob es bis nach unten gehen würde und Skier sind ja schließlich Gebrauchsgegenstände. Also noch einmal den Blick auf Hochkönig genossen und mich dann so kurz vor 16:00 Uhr auf die 8km lange Talabfahrt 'Knappensteig' begeben.
Der Einstieg in den Knappensteig ist eigentlich nicht zu verfehlen und man kommt sich gleich vor, wie in einer Bobbahn
Ich bin den Knappensteig jetzt mindestens fünf mal gefahren und jedes Mal war der in ausgezeichnetem Zustand, top gepflegt, eigentlich fast bis unten hin. Der Steig ist ja überwiegend ein Ziehweg, aber selten einen so spektakulären Blick erlebt auf einem Ziehweg. Unten gibt es dann aber noch einmal eine schöne Piste mit ca. 500 Höhenmetern.
Die Pisten wird kaum benutzt, dennoch wird sie in einem sehr guten Zustand gehalten und gewalzt
Am Ende wird es dann durch die Enge und die knappe Schneelage doch noch mal kniffelig. Aus Gewohnheit bin ich dann am Kuhgatter scharf rechts gezogen und über die Wiese, wo bei besserer Schneelage die Langlaufloipen längs gehen. Die Schneelage war ab da eigentlich nur noch "gezuckert", aber es geht da über Wiese und Acker, also ohne Steine. Leider waren keine Schilder angebracht, dass man neuerdings nicht mehr am Parkplatz bei der Kirche durch das Gatter gehen kann sondern sich zum Parkplatz an der Sprungschanze begeben soll. Von da wären es aber noch mal 500 Meter mehr zum Bahnhof, was mit Pistenkluft schon etwas nervig ist. So stand ich aber vor einem geschlossenen grünen Zaun, wer das Törchen kennt, das sieht jetzt etwas so aus (Bild vom letzten Jahr mit Zeichnung):
Anstatt die 500 Meter am Zaun entlang hoch zur Schanze zu laufen bin ich über den Zaun gestiegen, Wegefreiheit sieht anders aus
Vom Parkplatz läuft man ca. 10 Minuten zum Bahnhof, ich hatte noch ca. 30 Minuten, was mir genug Zeit ließ, im netten Cafe Bernhard am Bahnhof ein verdientes Anlegerbier zu trinken. Mit dem Zug um 16:52 Uhr ging es dann zurück nach Gastein, pünktlich dort zur Verabredung mit einem freund zum Après-Bierchen an der Talstation Bad Gastein erschienen. Es gibt so Tage, da läuft es einfach (bis auf den Zaun