Helmuth St.John, Maler und Lebenskünstler.......................Woody Allen
Sabby Peterson, Schriftstellerin.....................................Scarlet Johansson
Gary McIvory, Tierarzt................................................Michael Caine
Irgendwo in einer nicht nächer definierten Stadt in einem kalten nördlichen Land lernen sich der Maler Helmuth und der Tierarzt Gary kennen, völlig unterschiedliche Charaktere, die jedoch irgendwie von der Lebensart des anderen fasziniert sind. Helmuth erzählt vom Albergo Paradiso, einem Hotel in einer unbekannten Meeresbucht, von wo aus man zu den Presena-Inseln gelangen kann. Auch Gary hat vor langer Zeit von dieser sagenumwobenen Inselgruppe gehört, vor allem die Insel Alveo hat es ihm angetan, doch hat er nie jemand kennengelernt, der diese Insel wirklich je betreten hätte. Spontan entschließen sich die beiden, der im Schneesturm erstickenden Stadt den Rücken zu kehren und in die Paradiso-Bucht zu reisen. Am Flughafen lernen sie Sabby Peterson kennen, die sich ihnen ohne viel Überlegen anschließt. Doch ihre Pläne gehen nicht auf, zwar erreichen sie das Albergo Paradiso, doch alle ihre Bemühungen, den Presena-Archipel zu erreichen, schlagen fehl, einmal sagt der Fischer, der sie mit seinem Boot hinausbringen soll, im letzten Moment ab, ein anderes Mal ist es dichter Nebel, der die Bootsfahrt verhindert. So vergehen Tage und Wochen mit Gesprächen über Gott und die Welt, doch es bleibt offen, ob die Drei das Ziel ihrer Träume je erreichen werden.
Etwas langatmiger und farbarmer Film mit bekannten Woody-Allen – Elementen
Freitag, 6. März 2009 - Polvere Paradiso
In der ersten Hälfte der 70-er Jahre existierten in meinem Kopf 3 Kategorien von Schigebieten: diejenigen, die sich im Rahmen eines Tagesausflugs von meinem Wohnort aus erreichen ließen, so etwa Lilienfeld, Annaberg oder Türnitz, nicht zu vergessen Wastl am Wald, diejenigen, die man zum Zwecke eines einwöchigen Schiurlaubs aufsuchte, das waren in meinem Fall Lackenhof, Hochkar, Tauplitz, Filzmoos und Hofgastein und diejenigen, die man aus dem Fernsehen kannte, weil dort Weltcuprennen stattfanden, die ich gemeinsam mit meinem Vater, ausgerüstet mit den in den Tageszeitungen abgedruckten Startlisten zum Mitschreiben der Zwischen- und Endzeiten, voll Spannung verfolgte. So kam es, dass zu diesem Zeitpunkt Gebiete wie Ebnat-Kappl und Marburg (welches ich wegen des irreführenden Namens in Deutschland vermutete) in meinem Bewusstsein gleichwertig mit Kitzbühel, St. Moritz oder Val d´Isere rangierten.
Andere Destinationen waren für mich nicht existent, woher auch, mit meinem ersten Schiatlas wurde ich etwa 1980 konfrontiert, Schulschikurse, die mich immerhin bis nach Tirol (Gries am Brenner, Wildschönau) führen sollten, begannen für mich erst 1977 und auch die Schiurlaube der Klassenkollegen führten, so sie überhaupt stattfanden, bestenfalls in die Steiermark oder ins Salzburger Land.
Ich mag etwa 10 oder 11 Jahre alt gewesen sein, als ich – wie auch immer – in den Besitz eines Winter-Reiseprospektes mit Hotels und Ferienwohnungen, dankenswerter Weise auch mit Panoramakarten kam, in dem sich plötzlich ganz andere Wintersportorte fanden als die mir bekannten, Orte, deren Namen ich noch nie zuvor gehört hatte, deren genaue Lage ich – abgesehen von der Zuordnung zum entsprechenden Land – überhaupt nicht abschätzen konnte. Und in diesem Prospekt – daran kann ich mich noch genau erinnern – waren dem höchst exotisch anmutenden Gebiet des Passo Tonale zwei Seiten gewidmet. Für mich völlig untypisch für Hotels in Wintersportorten aussehende Gebäude und ein Panorama mit unzähligen parallelen Liften auf einer Seite des lang gezogenen Ortes an der Passstrasse sowie einer bis in die Gletscherregionen vorstoßende Liftkette auf den gegenüber liegenden Hängen faszinierten mich extrem, da dieses Ambiente so völlig anders war als ich es bis dahin kennengelernt hatte.
Dann begann meine „Karriere“ als Sammler von Prospekten, Schiatlanten und später auch vieler historischer Schibücher, ebenso erweiterte ich meinen Erfahrungshorizont (im Sinne des Wortes) durch Besuche vieler Schigebiet zunächst in Österreich, in den letzten Jahren auch der übrigen Alpenländer, doch der Passo Tonale, der mich in den 70-er Jahren so interessiert hatte, war bis dato nicht dabei gewesen, wie wohl mich die einschlägigen Berichte auch in diesem Forum trotz ihrer heftig geäußerten Kritik an den aktuellen Veränderungen der dortigen Infrastruktur keineswegs abgeschreckt hatten.
Doch heute sollte der Zeitpunkt gekommen sein, an dem ich diesen früheren Sehnsuchtsort endlich kennenlernen sollte.
Eingeschlossen im Schneesturm im Bernina-Hospiz haben wir natürlich aufmerksam den Wetterbericht verfolgt und dieser verspricht für die nächsten Tage halbwegs stabiles Wetter in der Presanella- und Brentagruppe, wobei auch dort zuletzt einiges an Neuschnee dazugekommen sein müsste. Auch die Straße ist nach dem Frühstück endlich offen und so verlassen wir diesen gastlichen Ort wieder, allerdings mit dem festen Vorsatz, sicher nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein.
Die Südrampe des Berninapasses führt uns in eine andere Welt, unten, im Puschlav war überhaupt kein Schnee gefallen, dafür können wir bahntechnische Einzigartigkeiten wie etwa die Kreiskehre der Berninabahn bei Brusio betrachten. Auch wenn die Entfernung vom Berninapass zum Passo Tonale nicht eigentlich weit ist, so zieht sich die Fahrt auf nur mäßig ausgebauten und sehr kurvenreichen Straßen doch ziemlich, auf dem Weg passieren wir auch den typisch italienischen Schiort Aprica mit seinen überwiegend in sogar vom Piz Lagalb sichtbaren Waldschneisen gelegenen Pisten und seinen zahlreichen Hotels und Appartmenthäusern. Irgendwie handelt es sich hier um einen der Orte, an die es mich absolut nicht zieht und in dem ich wohl auch nie zum Schifahren stehen bleiben werde. Auch ist hier augenscheinlich in den letzten Tagen kein Neuschnee gefallen und wir werden schon etwas nervös bezüglich der Wahl unseres Ziels. Doch je näher wir Ponte di Legno kommen, desto höher werden die Schneemauern neben der Straße und während der Auffahrt zum Pass sind wir uns wieder sicher, dass die kommenden Tage als positiv in der Schihistorie des heurigen Jahres eingetragen werden können. Zwar herrscht bei einer geschlossenen Hochnebeldecke etwas diesiges Licht, doch die weitgehend unverspurte Schneedecke wirkt höchst verheißungsvoll.
Zwar hat mir trinc den Tipp gegeben, wegen der knappen Parkplatzsituation am Pass am besten gleich bei der ersten Poma-Sesselbahn zu parken, doch die gähnenden Leere dieses Parkplatzes verleitet uns zum weiteren Hochfahren in Richtung Passhöhe. Und richtig, der Parkplatz an der EUB zum Passo Paradiso ist nahezu leer, auch sehen wir, dass die Gondeln gerade erst ausgaragiert wurden und noch keine Schifahrer bergwärts unterwegs sind.
Die Dame an der Kasse erklärt uns dann auch, dass der Publikumsbetrieb an der Bahn wohl erst in etwa 20 Minuten beginnen würde, auch würden die Lifte oben heute wohl nicht mehr in Betrieb gehen.
Doch alleine die steile Abfahrt vom Passo Paradiso am heutigen Tag zu entjungfern stellt eine hervorragende Aussicht dar und so warten wir geduldig auf die Öffnung der Drehkreuze.
Und knapp vor 11 Uhr ist es dann endlich soweit. Zwar weniger stilvoll als früher mit der Pendelbahn aber durchaus nicht unkomfortabel schweben wir über die steile, in ihrem obersten Bereich durch eine in den Hang planierte Querfahrt brutal entschärfte Paradisoabfahrt nach oben.
Die DSB zum Presena-Gletscher wist noch ziemlich eingeschneit, aber die Sichtverhältnisse weiter oben hätten heute ohnehin nichts getaugt.
Und die Bergstation der sagenumwobenen DSB Alveo Presena versinkt überhaupt in den Schneemassen.
Unterhalb des Passes jedoch ist das Licht zwar etwas diffus, die Gesamtbedingungen jedoch in Verbindung mit dem reichlich gefallenen Pulver absolut ausreichend.
Lokalaugenschein mit Stationseinfahrt der EUB, alter Pendelbahn-Bergstation und besagter Abfahrtstrassierung im obersten Bereich.
Nach der oberen S-Kurve der Abfahrt verlassen wir die Piste nach links und ziehen vorsichtig die ersten Schwünge in dem noch völlig unverspurten Hang. Ganz sicher sind wir nicht bezüglich einer eventuellen Lawinengefahr, doch der Neuschnee scheint gut verbunden mit der Unterlage und bald zeigen sich breite Grinser in unseren Gesichtern. Die Verhältnisse sind hervorragend und angesichts der geringfügigen Menge an humanen Störfaktoren auf diesem Hang wird der Platz wohl bis zum Abend reichen. So verspuren wir im Lauf des Tages alle Sektoren und Varianten des Hanges, im oberen Bereich links der offiziellen Pisten, nach der zweiten S-Kurve dann auf der rechten Seite in einem sanften Graben. Hier schaffe ich es aber auf einer Abfahrt insgesamt dreimal, bei wegen des Lichtes zu spät bemerkten Buckeln bzw. Bodenwellen bei voller Fahrt aus beiden Bindungen herauszuspringen und kopfüber in den Tiefschnee zu hechten. Sabine und Helmut finden dies zweifellos doch etwas lustiger als ich.
Einige Impressionen
Das waren halt noch bessere Zeiten....
Am frühen Nachmittag machen wir einen kurzen Abstecher auf die gegenüber liegenden Südhänge. Hier sieht man, noch von der Paradiso-Seite die Sesselbahnen Nigritella und Bleis.
Doch der Schnee unter der Nigritella-Sesslbahn ist viel schwerer, sodaß wir bald wieder auf unseren Paradiso-Hang zurückkehrten.
Hier lockt uns eine Variante noch weiter nach links, nicht zurück zur Talstation der Paradiso-EUB sondern weitab von der normalen Abfahrt hinunter in Richtung Ponte di Legno zur Mittelstation „Colonia Vigli“ der neuen Verbindungsbahn vom Ort herauf zum Tonale-Paß.
Hier sieht man unten die zweite Sektion der Verbindungsbahn (Cononia Vigli – Tonale), wir wollen nach links in die Mulde hinunter.
Auch meine Wenigkeit wird zur Abwechslung photographiert.
Auf der Variante hinunter zur Verbindungsbahn sind wir die ersten, die in kleinen Rinnen zwischen über die Schneedecke ragendem Buschwerk den auch hier noch optimalen Neuschnee verspuren.
Blick zurück auf den Hang.
Die Abfahrt endet in einer großen Senke, wie man hier sehen kann.
Wir müssen da irgendwie wieder heraus zur Normalpiste, die im Bereich der Seilbahntrasse verläuft. Nach einigen anstrengenden Passagen im Tiefschnee stoßen wir auf eine planierte Spur, die an einem Gebäude vorbei offensichtlich zur Mittelstation füht, auf der anderen Seite der Spur sind zahlreiche Hütten mit Schlittenhunden, doch kaum kommen wir in die Nähe des Gebäudes werden wir von einem Italiener wild beschimpft. Ich verstehe ihn zwar im Detail nicht, aber offensichtlich ist er nicht damit einverstanden, dass wir zwischen seinem Haus und seinen Hunden durchmarschieren wollen. So machen wir kehrt und folgen der Spur in die andere Richtung, leider ziemlich bergauf und gelangen so zur leichten Abfahrt „Tonalina“ zur Mittelstation.
Mit der Bahn kommen wir wieder auf die Passhöhe, wo wir die Paradiso-Abfahrt in voller Länge bewundern können.
Eher skurril mutet der Liftverhau auf den Südhängen an.
Zufrieden mit dem Erlebten packen wir die Schi in die Dachbox und fahren mit dem Auto langsam durch den langgezogenen Ort, bis wir eine Schischule entdecken. Wir parken und marschieren ins Büro, denn wir wollen die Möglichkeiten für den morgigen Tag abklären. Es ist doch ziemlich viel Schnee gefallen und keiner von uns ist ortskundig, deshalb überlegen wir das Engagements eines Führers für den morgigen Samstag. Das Wetter dürfte besser werden, also wollen wir auf jeden Fall die Variante von der Presena Bergstation zur Talstation der DSB Alveo Presena bzw. zum Tunnel (Sgualdrina Cantiere) machen, spekulieren aber auch mit der Tour über den Pisgana-Gletscher hinunter nach Ponte di Legno.
Doch das Feedback in der Schischule ist eher mickrig. Die anwesenden Damen können zu diesem Thema überhaupt nichts sagen, rufen aber jemanden an und nach einigen Minuten kommt ein Schilehrer, der jedoch nicht sonderlich interessiert sei. Naja, morgen wolle er eigentlich noch nicht, da könnte die Lawinengefahr noch zu groß sein, eventuell übermorgen, dann aber auch nicht über den Pisgana-Gletscher sondern nur die Route ins Val Presena.
Wir einigen uns darauf, eventuell morgen abend wieder vorbeizukommen und setzen uns wieder ins Auto, denn das gestern Abend gefundene und reservierte Hotel befindet sich in Ossana, westlich des Tonale-Passes etwa im Bereich der Abzweigung ins Val di Pejo.
Das Albergo "Il Maniero" erwies sich als Glücksgriff, frisch renoviert, nette Zimmer und ein absolut empfehlenswertes Ristorante. Für alle, die mal in der Gegend eine Unterkunft suche, der Link: Albergo "Il Maniero"