"Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

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gerrit
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"Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von gerrit »

Intermezzo in Paradise

Helmuth St.John, Maler und Lebenskünstler.......................Woody Allen
Sabby Peterson, Schriftstellerin.....................................Scarlet Johansson
Gary McIvory, Tierarzt................................................Michael Caine

Irgendwo in einer nicht nächer definierten Stadt in einem kalten nördlichen Land lernen sich der Maler Helmuth und der Tierarzt Gary kennen, völlig unterschiedliche Charaktere, die jedoch irgendwie von der Lebensart des anderen fasziniert sind. Helmuth erzählt vom Albergo Paradiso, einem Hotel in einer unbekannten Meeresbucht, von wo aus man zu den Presena-Inseln gelangen kann. Auch Gary hat vor langer Zeit von dieser sagenumwobenen Inselgruppe gehört, vor allem die Insel Alveo hat es ihm angetan, doch hat er nie jemand kennengelernt, der diese Insel wirklich je betreten hätte. Spontan entschließen sich die beiden, der im Schneesturm erstickenden Stadt den Rücken zu kehren und in die Paradiso-Bucht zu reisen. Am Flughafen lernen sie Sabby Peterson kennen, die sich ihnen ohne viel Überlegen anschließt. Doch ihre Pläne gehen nicht auf, zwar erreichen sie das Albergo Paradiso, doch alle ihre Bemühungen, den Presena-Archipel zu erreichen, schlagen fehl, einmal sagt der Fischer, der sie mit seinem Boot hinausbringen soll, im letzten Moment ab, ein anderes Mal ist es dichter Nebel, der die Bootsfahrt verhindert. So vergehen Tage und Wochen mit Gesprächen über Gott und die Welt, doch es bleibt offen, ob die Drei das Ziel ihrer Träume je erreichen werden.

Etwas langatmiger und farbarmer Film mit bekannten Woody-Allen – Elementen


Freitag, 6. März 2009 - Polvere Paradiso

In der ersten Hälfte der 70-er Jahre existierten in meinem Kopf 3 Kategorien von Schigebieten: diejenigen, die sich im Rahmen eines Tagesausflugs von meinem Wohnort aus erreichen ließen, so etwa Lilienfeld, Annaberg oder Türnitz, nicht zu vergessen Wastl am Wald, diejenigen, die man zum Zwecke eines einwöchigen Schiurlaubs aufsuchte, das waren in meinem Fall Lackenhof, Hochkar, Tauplitz, Filzmoos und Hofgastein und diejenigen, die man aus dem Fernsehen kannte, weil dort Weltcuprennen stattfanden, die ich gemeinsam mit meinem Vater, ausgerüstet mit den in den Tageszeitungen abgedruckten Startlisten zum Mitschreiben der Zwischen- und Endzeiten, voll Spannung verfolgte. So kam es, dass zu diesem Zeitpunkt Gebiete wie Ebnat-Kappl und Marburg (welches ich wegen des irreführenden Namens in Deutschland vermutete) in meinem Bewusstsein gleichwertig mit Kitzbühel, St. Moritz oder Val d´Isere rangierten.
Andere Destinationen waren für mich nicht existent, woher auch, mit meinem ersten Schiatlas wurde ich etwa 1980 konfrontiert, Schulschikurse, die mich immerhin bis nach Tirol (Gries am Brenner, Wildschönau) führen sollten, begannen für mich erst 1977 und auch die Schiurlaube der Klassenkollegen führten, so sie überhaupt stattfanden, bestenfalls in die Steiermark oder ins Salzburger Land.
Ich mag etwa 10 oder 11 Jahre alt gewesen sein, als ich – wie auch immer – in den Besitz eines Winter-Reiseprospektes mit Hotels und Ferienwohnungen, dankenswerter Weise auch mit Panoramakarten kam, in dem sich plötzlich ganz andere Wintersportorte fanden als die mir bekannten, Orte, deren Namen ich noch nie zuvor gehört hatte, deren genaue Lage ich – abgesehen von der Zuordnung zum entsprechenden Land – überhaupt nicht abschätzen konnte. Und in diesem Prospekt – daran kann ich mich noch genau erinnern – waren dem höchst exotisch anmutenden Gebiet des Passo Tonale zwei Seiten gewidmet. Für mich völlig untypisch für Hotels in Wintersportorten aussehende Gebäude und ein Panorama mit unzähligen parallelen Liften auf einer Seite des lang gezogenen Ortes an der Passstrasse sowie einer bis in die Gletscherregionen vorstoßende Liftkette auf den gegenüber liegenden Hängen faszinierten mich extrem, da dieses Ambiente so völlig anders war als ich es bis dahin kennengelernt hatte.
Dann begann meine „Karriere“ als Sammler von Prospekten, Schiatlanten und später auch vieler historischer Schibücher, ebenso erweiterte ich meinen Erfahrungshorizont (im Sinne des Wortes) durch Besuche vieler Schigebiet zunächst in Österreich, in den letzten Jahren auch der übrigen Alpenländer, doch der Passo Tonale, der mich in den 70-er Jahren so interessiert hatte, war bis dato nicht dabei gewesen, wie wohl mich die einschlägigen Berichte auch in diesem Forum trotz ihrer heftig geäußerten Kritik an den aktuellen Veränderungen der dortigen Infrastruktur keineswegs abgeschreckt hatten.
Doch heute sollte der Zeitpunkt gekommen sein, an dem ich diesen früheren Sehnsuchtsort endlich kennenlernen sollte.
Eingeschlossen im Schneesturm im Bernina-Hospiz haben wir natürlich aufmerksam den Wetterbericht verfolgt und dieser verspricht für die nächsten Tage halbwegs stabiles Wetter in der Presanella- und Brentagruppe, wobei auch dort zuletzt einiges an Neuschnee dazugekommen sein müsste. Auch die Straße ist nach dem Frühstück endlich offen und so verlassen wir diesen gastlichen Ort wieder, allerdings mit dem festen Vorsatz, sicher nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein.
Die Südrampe des Berninapasses führt uns in eine andere Welt, unten, im Puschlav war überhaupt kein Schnee gefallen, dafür können wir bahntechnische Einzigartigkeiten wie etwa die Kreiskehre der Berninabahn bei Brusio betrachten. Auch wenn die Entfernung vom Berninapass zum Passo Tonale nicht eigentlich weit ist, so zieht sich die Fahrt auf nur mäßig ausgebauten und sehr kurvenreichen Straßen doch ziemlich, auf dem Weg passieren wir auch den typisch italienischen Schiort Aprica mit seinen überwiegend in sogar vom Piz Lagalb sichtbaren Waldschneisen gelegenen Pisten und seinen zahlreichen Hotels und Appartmenthäusern. Irgendwie handelt es sich hier um einen der Orte, an die es mich absolut nicht zieht und in dem ich wohl auch nie zum Schifahren stehen bleiben werde. Auch ist hier augenscheinlich in den letzten Tagen kein Neuschnee gefallen und wir werden schon etwas nervös bezüglich der Wahl unseres Ziels. Doch je näher wir Ponte di Legno kommen, desto höher werden die Schneemauern neben der Straße und während der Auffahrt zum Pass sind wir uns wieder sicher, dass die kommenden Tage als positiv in der Schihistorie des heurigen Jahres eingetragen werden können. Zwar herrscht bei einer geschlossenen Hochnebeldecke etwas diesiges Licht, doch die weitgehend unverspurte Schneedecke wirkt höchst verheißungsvoll.
Zwar hat mir trinc den Tipp gegeben, wegen der knappen Parkplatzsituation am Pass am besten gleich bei der ersten Poma-Sesselbahn zu parken, doch die gähnenden Leere dieses Parkplatzes verleitet uns zum weiteren Hochfahren in Richtung Passhöhe. Und richtig, der Parkplatz an der EUB zum Passo Paradiso ist nahezu leer, auch sehen wir, dass die Gondeln gerade erst ausgaragiert wurden und noch keine Schifahrer bergwärts unterwegs sind.
Die Dame an der Kasse erklärt uns dann auch, dass der Publikumsbetrieb an der Bahn wohl erst in etwa 20 Minuten beginnen würde, auch würden die Lifte oben heute wohl nicht mehr in Betrieb gehen.
Doch alleine die steile Abfahrt vom Passo Paradiso am heutigen Tag zu entjungfern stellt eine hervorragende Aussicht dar und so warten wir geduldig auf die Öffnung der Drehkreuze.
Und knapp vor 11 Uhr ist es dann endlich soweit. Zwar weniger stilvoll als früher mit der Pendelbahn aber durchaus nicht unkomfortabel schweben wir über die steile, in ihrem obersten Bereich durch eine in den Hang planierte Querfahrt brutal entschärfte Paradisoabfahrt nach oben.
Die DSB zum Presena-Gletscher wist noch ziemlich eingeschneit, aber die Sichtverhältnisse weiter oben hätten heute ohnehin nichts getaugt.

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Und die Bergstation der sagenumwobenen DSB Alveo Presena versinkt überhaupt in den Schneemassen.

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Unterhalb des Passes jedoch ist das Licht zwar etwas diffus, die Gesamtbedingungen jedoch in Verbindung mit dem reichlich gefallenen Pulver absolut ausreichend.
Lokalaugenschein mit Stationseinfahrt der EUB, alter Pendelbahn-Bergstation und besagter Abfahrtstrassierung im obersten Bereich.

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Nach der oberen S-Kurve der Abfahrt verlassen wir die Piste nach links und ziehen vorsichtig die ersten Schwünge in dem noch völlig unverspurten Hang. Ganz sicher sind wir nicht bezüglich einer eventuellen Lawinengefahr, doch der Neuschnee scheint gut verbunden mit der Unterlage und bald zeigen sich breite Grinser in unseren Gesichtern. Die Verhältnisse sind hervorragend und angesichts der geringfügigen Menge an humanen Störfaktoren auf diesem Hang wird der Platz wohl bis zum Abend reichen. So verspuren wir im Lauf des Tages alle Sektoren und Varianten des Hanges, im oberen Bereich links der offiziellen Pisten, nach der zweiten S-Kurve dann auf der rechten Seite in einem sanften Graben. Hier schaffe ich es aber auf einer Abfahrt insgesamt dreimal, bei wegen des Lichtes zu spät bemerkten Buckeln bzw. Bodenwellen bei voller Fahrt aus beiden Bindungen herauszuspringen und kopfüber in den Tiefschnee zu hechten. Sabine und Helmut finden dies zweifellos doch etwas lustiger als ich.
Einige Impressionen

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Das waren halt noch bessere Zeiten....
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Am frühen Nachmittag machen wir einen kurzen Abstecher auf die gegenüber liegenden Südhänge. Hier sieht man, noch von der Paradiso-Seite die Sesselbahnen Nigritella und Bleis.

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Doch der Schnee unter der Nigritella-Sesslbahn ist viel schwerer, sodaß wir bald wieder auf unseren Paradiso-Hang zurückkehrten.
Hier lockt uns eine Variante noch weiter nach links, nicht zurück zur Talstation der Paradiso-EUB sondern weitab von der normalen Abfahrt hinunter in Richtung Ponte di Legno zur Mittelstation „Colonia Vigli“ der neuen Verbindungsbahn vom Ort herauf zum Tonale-Paß.
Hier sieht man unten die zweite Sektion der Verbindungsbahn (Cononia Vigli – Tonale), wir wollen nach links in die Mulde hinunter.

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Auch meine Wenigkeit wird zur Abwechslung photographiert.

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Auf der Variante hinunter zur Verbindungsbahn sind wir die ersten, die in kleinen Rinnen zwischen über die Schneedecke ragendem Buschwerk den auch hier noch optimalen Neuschnee verspuren.

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Blick zurück auf den Hang.
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Die Abfahrt endet in einer großen Senke, wie man hier sehen kann.

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Wir müssen da irgendwie wieder heraus zur Normalpiste, die im Bereich der Seilbahntrasse verläuft. Nach einigen anstrengenden Passagen im Tiefschnee stoßen wir auf eine planierte Spur, die an einem Gebäude vorbei offensichtlich zur Mittelstation füht, auf der anderen Seite der Spur sind zahlreiche Hütten mit Schlittenhunden, doch kaum kommen wir in die Nähe des Gebäudes werden wir von einem Italiener wild beschimpft. Ich verstehe ihn zwar im Detail nicht, aber offensichtlich ist er nicht damit einverstanden, dass wir zwischen seinem Haus und seinen Hunden durchmarschieren wollen. So machen wir kehrt und folgen der Spur in die andere Richtung, leider ziemlich bergauf und gelangen so zur leichten Abfahrt „Tonalina“ zur Mittelstation.

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Mit der Bahn kommen wir wieder auf die Passhöhe, wo wir die Paradiso-Abfahrt in voller Länge bewundern können.

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Eher skurril mutet der Liftverhau auf den Südhängen an.

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Zufrieden mit dem Erlebten packen wir die Schi in die Dachbox und fahren mit dem Auto langsam durch den langgezogenen Ort, bis wir eine Schischule entdecken. Wir parken und marschieren ins Büro, denn wir wollen die Möglichkeiten für den morgigen Tag abklären. Es ist doch ziemlich viel Schnee gefallen und keiner von uns ist ortskundig, deshalb überlegen wir das Engagements eines Führers für den morgigen Samstag. Das Wetter dürfte besser werden, also wollen wir auf jeden Fall die Variante von der Presena Bergstation zur Talstation der DSB Alveo Presena bzw. zum Tunnel (Sgualdrina Cantiere) machen, spekulieren aber auch mit der Tour über den Pisgana-Gletscher hinunter nach Ponte di Legno.
Doch das Feedback in der Schischule ist eher mickrig. Die anwesenden Damen können zu diesem Thema überhaupt nichts sagen, rufen aber jemanden an und nach einigen Minuten kommt ein Schilehrer, der jedoch nicht sonderlich interessiert sei. Naja, morgen wolle er eigentlich noch nicht, da könnte die Lawinengefahr noch zu groß sein, eventuell übermorgen, dann aber auch nicht über den Pisgana-Gletscher sondern nur die Route ins Val Presena.
Wir einigen uns darauf, eventuell morgen abend wieder vorbeizukommen und setzen uns wieder ins Auto, denn das gestern Abend gefundene und reservierte Hotel befindet sich in Ossana, westlich des Tonale-Passes etwa im Bereich der Abzweigung ins Val di Pejo.
Das Albergo "Il Maniero" erwies sich als Glücksgriff, frisch renoviert, nette Zimmer und ein absolut empfehlenswertes Ristorante. Für alle, die mal in der Gegend eine Unterkunft suche, der Link: Albergo "Il Maniero"
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von Gletscherfloh »

Abgesehen vom Wetter war der Tag tatsächlich eines der Höhepunkte. Wir hatten einfach Glück, dass die Paradisobahn erst zum Zeitpunkt unserer Ankunft (am späten Vormittag) geöffnet wurde und wir dadurch in eine der allerersten Gondeln hochfahren konnten. Dadurch dass die Anlagen oben nicht geöffnet wurden, blieb auch der Grossteil der anderen Skifahrer auf der Südseite. So konnten wir bei jeder unserer Abfahrt praktisch einen "neuen" Hang frisch anspuren. 500-600 Höhenmeter Tiefschneeabfahrt ohne jegliche Aufstiegsmühe sind schon was tolles. Lediglich der alleroberste Hang gleich neben der Piste war dann am Nachmittag bereits verspurt.

Mit meinen Fotos verschone ich euch lieber. Die Sichtverhältnisse waren für meine Kamera (und meinen Fotograpierfähigkeiten) eindeutig zu schlecht.

Lediglich als Überblick ein Foto, das die letzte Route, wo wir eine Linie direkt zur Mittelstation der Bahn rauf von Ponte di Legno gewählt haben:

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Das Örtchen Ossana ist übrigens recht nett - ein klassisches italienisches Bergdorf wie man es sich so vorstellt (eng gedrängte Steinhäuser und so). Und das Albergo hat sich als sehr gute Wahl herausgestellt. Gerrit hat diesbezüglich offenbar ein "glückliches Händchen".

Angesichts der wiederholt zum Schmunzeln anregenden Geritt'schen Filmkritiken bin ich nun umso neugieriger auf die "Auflösung" der Indiana-Jones-Folge im nächsten Teil :).
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gerrit
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von gerrit »

Indiana Jones und die ewige Finsternis

Indiana Jones alias Helmy Gletscherfloh.........................Harrison Ford
Gerrit L., forumuser...............................................Sean Connery
Sabine, seine Frau..................................................Cate Blanchett

Robert Heinrich I, von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich, pflegt nahezu wöchentlich Audienzen zu geben, in denen er Menschen aus dem Volk, meist aus den Bereich von Politik, Kunst, Wissenschaft oder Sport empfängt. Diese Audienzen sind öffentlich, es gibt geladenes Publikum im Audienz-Saal und es erfolgt auch die Übertragung im staatlichen Fernsehen, Donnerstags um 21 Uhr 50 in ORF 1. Indiana Jones ist auf einem Archäologenkongress in Attnang-Puchheim und sieht zufällig die Ausstrahlung einer dieser Audienzen im Fernsehen, ein Detail springt ihm ins Auge. Jeder der empfangenen überreicht dem Kaiser als Geschenk eine Glaskugel mit Pinguinen darin. Irgenwie erinnert ihn dieser Brauch an eine Stelle in einem alten Buch, das er einmal gelesen hat, und er beginnt zu recherchieren. Seine Suche führt ihn nach Wien, er tarnt sich als Geograph, tauscht seine Peitsche gegen einen Freeride-Helm, nennt sich fortan Helmy Gletscherfloh und arbeitet in einer wissenschaftlichen Einrichtung. Bei seinen Forschungen in Schönbrunn, in der Kapuzinergruft und im Wurstelprater findet er die Wahrheit heraus: Etwa 1870 hat ein österreichischer Forscher auf einem Abstellgleis eines böhmischen Bahnhofs in einem Jahrhunderte alten Waggon den heiligen Gral gefunden. Um dieses unersetzliche Stück für die Nachwelt zu erhalten und zu tarnen beschloss die zu diesem Zweck eingerichtete k.u.k. Gralsgesellschaft, den Glasbecher einzuschmelzen und als Glaskugel mit eingeschlossenen Pinguinen neu zu gießen. Das geschah, doch irgendwie gelangte die Reliquie in den Wirrnissen des ersten Weltkriegs an die österreichisch-italienische Front in den Alpen und ging verloren, ebenso das Wissen über dieses tragische Ereignis. Lediglich im kollektiven Unterbewußtsein der Österreicher blieb ein Rest dieser Erinnerung erhalten und so erhält Kaiser Robert Heinrich von jedem Audienzgast eine Nachbildung dieser Reliquie.
Indy (Helmy) macht sich nun auf die Suche nach dem Pinguin-Gral, zu diesem Zweck wird er Mitglied in einem Schi-Forum und lernt dort den harmlosen user Gerrit und seine Frau kennen. Nach mehreren – nur zur Tarnung durchgeführten – Reisen in diverse Gegenden der Alpen ist es endlich soweit, in diesem Jahr soll der Gral gefunden werden. Doch was Indy noch nicht weiß ist die Tatsache, dass auch Silvio Berlusconi mittlerweile von dem Schatz in den italienischen Bergen erfahren hat. Er hat seine Alpingendarmen auf Indy und seine Freunde angesetzt, sie sollen vereiteln, dass der Gral zurück nach Österreich geht, denn Silvio erwartet sich von der Pinguinkugel Unsterblichkeit und unerschöpfliche Potenz.
Unterdessen habenIndy und seine Freunde nach längerer Irrfahrt den abgelegenen Teil der Alpen erreicht, in dem der Gral irgendwo verborgen ist.
Genaue Karten gibt es nicht, so verläßt sich Indy auf seinen Instinkt, auf wenige Hinweise, die er den Quellen entnehmen konnte, und so fahren die drei in ein einsames Bergtal ein.
Jedoch wurden sie von Silvios Schergen auf eine falsche Fährte gelockt, an einer ausweglosen Wand stranden sie, können nicht vor und nicht zurück, eine Lawine droht, sie zu verschütten.

Ende Teil 1



Samstag, 7. März 2009, Teil 1 - Vom Gletscher in die Sackgasse?

Auch das Frühstück im Hotel Il Cantiero befriedigt unsere Ansprüche durchaus, viel begeisterter sind wir jedoch von dem blauen Himmel, der sich über unserem Hotel zeigt.

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Voller Enthusiasmus kurven wir die Tonale-Ostrampe wieder hinauf, doch beim Parkplatz der Seilbahn schieben sich wieder hochliegende Wolken vor die Sonne, wenn auch dünner als gestern und deutlich über den Bergspitzen.
Mit der EUB geht es hinauf, dann weiter mit der langsamen DSB Paradiso Presena und dann erblicken wir die zwei verbliebenen der früher zahlreicheren Lifte am Ghiacciaio Presena.

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Immerhin scheinen wir die ersten, die heute diesen Lift benützen, doch werden wir augenscheinlich nicht die ersten sein, die oben ankommen werden.

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Schon aus der Paradiso-Bahn haben wir beobachtet, dass heute wohl irgendein Schitouren-Wettkampf stattfindet, unzählige mehr oder weniger (die meisten mehr) konditionsstarke Schibergsteiger sind auf der Piste bergwärts marschiert und die Spitzengruppe ist offenbar schon fast an der Bergstation der Presena-Gletscherlifte angekommen. Auch sind wir bei weitem nicht die einzigen, die von der Sesselbahn zur Talstation der Schlepper unterwegs sind, daher halten wir uns nicht mit Beobachtungen auf sondern beeilen uns – so weit das bei der Benützung eines Liftes überhaupt möglich ist – um möglichst bei den ersten zu sein, die den hübschen Hang links (von oben gesehen) der Lifte zu verspuren.
Aus der ersten Abfahrt lernen wir zwei Dinge:
Erstens: die Bedingungen sind gut, es ist noch kalt und der Neuschnee scheint mit der Unterlage ausreichend verbunden zu sein.
Zweitens: der stetige Andrang an offensichtlichen Freeridern wird den Tiefschneemöglichkeiten im Bereich des Gletscherlifts bald den Garaus machen.
Nach der zweiten Liftfahrt wenden wir uns also nach rechts (wieder von oben gesehen) und geraten plötzlich in eine immer stärker werdende Sogwirkung der Sgualdrina Cantiere Variante, die hier vom Liftgelände ins Val Presena in Richtung der Talstation der stillgelegten Sesselbahn Alveo Presena abzweigt.
Nur mal Reinschauen lautet die Devise, doch die Sogwirkung betrifft nicht nur uns drei, nein, nahezu alle Freerider, die zu diesem Zeitpunkt in diesem Bereich unterwegs sind, zieht es unvermittelt zu jenem kleinen Grat, an dem man sich entscheiden muss: zurück zu den Liften oder hinunter ins Val Presena.

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Ich weiß nicht, wer der erste ist, der kapituliert und der Verlockung nachgibt, jedenfalls sind plötzlich eine Handvoll Schifahrer unter uns und ziehen ihre Spuren in höchst verlockendem Gelände. Und von der Bergstation rücken weitere Pulver-Hungrige nach.
Ein letzter Blick zurück.

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Es muss eine Entscheidung getroffen werden. Die Schneeverhältnisse sind gut, es ist noch kalt, gefährlich wird es wohl erst zu Mittag werden, wenn die angekündigte Wärme zu Rutschungen führen könnte. Diese Wärme wird dann wohl auch den Pulver zerstören, abgesehen von den schon in die Variante eingefahrenen bzw. dieses in Bälde vorhabenden Kollegen, das bedeutet, morgen macht es wohl nicht mehr viel Sinn, da hinunter zu fahren.
Auch sind die anderen gut ausgerüstet (wie wir auch) und augenscheinlich ortskundig (zumindestens hoffen wir das intensiv), daher ist nach einigen Worten die Entscheidung gefallen, nichts wie nach, solange noch Platz im Pulver ist.
Sabine ist schon in den ersten Hang eingefahren.

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Und weiter geht es hinunter in traumhaftem Pulver.

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Blick zurück.

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Einfach traumhaft, trotz der nicht ganz optimalen Lichtverhältnisse.

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Von oben kommt eine Gruppe auf extrem breiten Schiern in einem Affentempo daher und überholt uns, ich zweifle ja nach wie vor daran, dass die Tempoerhöhung die verkürzte Dauer der Abfahrt im Genuss wett macht.

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Helmut und Sabine können nur staunen. (Sabine mehr, Helmut weniger).

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Aber auch wir haben unseren Spaß.


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Langsam nähern wir uns der Hochebene, auf der auch die Talstation der stillgelegten DSB zu finden ist.

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Blick zurück.

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Immer mehr Freerider, wahrscheinlich alle, die am Gletscherlift unterwegs waren, kommen nach.

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Im Talboden zeigt sich bereits eine Karawane.

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Und auch für uns heißt es bald Anschieben bzw. Stapfen.

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Noch ein Blick zurück zu den prachtvollen Hängen.

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Vor allem die Snowboarder fluchen recht heftig in dem tiefen Schnee.

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Noch ein Blick zurück.

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Was ist den das?

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Handelt sich wohl um eine Materialseilbahn.

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In der Ferne zeigt sich bereits die stillgelegte Doppelsesselbahn.

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Und weiter geht es.

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Schnee ist heute wirklich keine Mangelware hier.

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Weiter geht es.

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Rechts hinunter führen nun extrem steile Hänge weiter hinunter ins Val Presena, die bei der aktuellen Schneelage wohl nicht zu empfehlen sind.

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Unser Weg führt weiter nach links, eben oder sanft abfallend in Richtung des Tunnels, der durch die Bergflanke den Weg zurück zum Passo Tonale ermöglicht.

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Nett, dass andere das Spuren übernommen haben.

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So geht es gemächlich weiter, wir haben Zeit, die Landschaft zu genießen.

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Doch was ist jetzt los! Stau?

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Es geht nicht weiter, alle warten, aber auch was? Bald erfahren wir in einem Gemisch aus Italienisch, Englisch und auch Deutsch, was los ist. Der Tunnel ist weg! Nein, nicht der Tunnel, sondern „nur“ der Eingang! Durch den hier meterhohen Neuschnee gut versteckt. Aber angeblich wird bereits gegraben, ganz vorne sind ortskundige Italiener, die kennen sich offenbar aus und wissen, wo sie die Schaufeln ansetzen müssen. Soll man helfen? Nein, von vorne kommt die Meldung, dass nicht genug Platz ist, es würde nur etwas dauern.

Warten ist angesagt.
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Zehn Minuten, zwanzig, eine halbe Stunde. Nichts passiert, nur von hinten kommen noch einige Nachzügler, es werden wahrscheinlich etwa 40 Freerider sein, die hier warten, möglicherweise alle, die heute in diesem Sektor unterwegs waren.
Viel mehr als Landschaft anschauen geht nun nicht.

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Plötzlich ein Raunen von vorne. Was ist passiert? Ist der Weg endlich frei?
Die Antwort – in Form einer „stillen Post“ ist eher ernüchtert. Die erste Grabung war zu hoch, und dann kam noch ein Schneerutsch von oben und hat auch dieses Loch wieder verschüttet.
Hm. Schneerutsch. Mittlerweile warten wir hier bereits fast 40 Minuten und irgendwie ist der Tunnel noch immer nicht zu sehen.
An den anderen Wartenden vorbei marschiere ich ein Stück nach vorne und dokumentiere die Grabungsarbeiten.

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Mangelnden Einsatz kann man den Italienern ja nicht vorwerfen.
Was uns aber zunehmend nervöser macht ist die Temperatur. Immer wärmer ist es geworden und durch die dünner werdende Wolkendecke knallt langsam die Sonne an die Seite des Berges, an dessen Flanke wir – aufgefädelt wie die Perlen an einer Schnur – auf die Auffindung und Freischauflung des Tunnels warten. Und wirklich, immer wieder rutschen von den nicht einsehbaren Hängen oberhalb einer Kante etwa 20 Höhenmeter über der Warteschlange kleine und größere Mengen zunehmend feuchten Schnees herab. Irgendwie wird die Stimmung der Wartenden ernster. Besonders exponierte Stellen des Wartebereichs werden nun ausgespart, Grüppchen scharen sich unter mehr Sicherheit versprechenden Felsaufbauten an der Geländekante über uns. Man diskutiert alternative Möglichkeiten. Neben uns wartet ein italienischer Bergführer mit Snowboard, er redet immer wieder davon, die steilen Hänge ins Val Presena hinunter abzufahren, man käme dann zwar erst nach längerem Marsch weit unterhalb der Passhöhe zur Straße zurück, aber man müsste hier nicht länger warten. Eine andere Schifahrerin verliert die Geduld und tritt den Weg zurück an. Auch wir hätten diese Möglichkeit, die Felle sind dabei, aber ein Aufstieg durch die Schneemassen im bereich der stillgelegten DSB ist angesichts der steigenden Temperaturen auch nicht verlockend. Ich studiere den Verlauf des Tales und überlege mir die ungefährlichste Route für eine Abfahrt weiter hinunter, doch irgendwie können wir uns zu keiner Entscheidung aufraffen.
Mittlerweile stehen wir schon mehr als eine Stunde am Hang, und wieder kommt eine Ladung Schnee, diesmal weiter vorne, bei den Schauflern, aufgeregtes Gemurmel, offenbar ist der Stolleneingang betroffen. Wie wird diese Sache wohl weitergehen?
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von Gletscherfloh »

Gerrit's cineastische Interpretationen unserer Reise schafft es doch tatsächlich jedesmal mich zu überraschen :).

Die Abfahrtsroute ist tatsächlich eine der lohnenden Dinge in der Ecke. Die "grössere" Variante runter nach Ponte di Legno, die von pancugolo beschrieben wurde, wäre bei den herrschenden Verhältnissen definitiv zu gefährlich gewesen (es hatte immerhin so 50-70cm Neuschnee).

Gleichzeitig zeigt die Route aber auch die Tragik des modernen Freerides auf. Es gibt einfach bereits viel zu viele, welche bedingungslos den Genuss abseits des erlebnisarmen Pisteneinheitsbreis suchen. Was sich da abgespielt hat, war mir persönlich nicht mehr ganz egal. Die sind einfach wie die Wilden kreuz und quer die Hänge runter. Ich kann mir jetzt ungefähr vorstellen, was immer mit der Scandi-Invasion in Gebieten wie Engelberg etc. gemeint ist. Nur dass es in dem Fall halt grossteils Norditaliener waren ... Wobei wir beim Warten vorm Tunnel dann aber auch Leute aus Tirol getroffen haben, die - so wie wir - grad auf "Dem-Neuschnee-Nachfahren"-Mission unterwegs waren. Wobei die Stimmung beim Warten im Grossen und Ganzen recht o.k. war, auch wenn einige nach und nach etwas ungeduldig wurden.

Die Hänge der Abfahrtsroute sind übrigens ziemlich toll, eigentlich eine Aneinanderreihung von einzelnen, breiten/mittelsteilen Hängen. In Summe dürfte man so auf ca. 600-700m Höhendifferenz kommen bevor dann die Flach/Schiebestrecke im Karboden beginnt. Die Strecke über die Strasse (die in unserem Fall nur durch fehlende Bäume "erahnbar" war, es gab keinen erkennbaren "Einschnitt" mehr im Hang) ist dann recht flüssig zu befahren (d.h. ohne Schieben). Immerhin war hier dann die Disziplin der Meute einigermassen in Ordnung, d.h. im wesentlichen war es möglich diese Strecke einzeln bzw. mit grossen Abständen zu fahren).

Wiederum hab ich kaum mit Fotos beizutragen, zumal durch die dünne, hohe Wolkenschicht am Vormittag eine eigenartig diffuse Sicht war.

Am Start, fotographiert aber am Nachmittag bei sonnigen Verhältnissen
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Rückblick auf die Abfahrtshänge - man bekommt einen Eindruck der etwas diffusen Sichtverhältnisse obwohl es eigentlich ein echter Schönwettertag war.
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Vor dem Tunneleingang. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung rutschte dann von dem steilen "Dach" des Tunneleingangs dann immer wieder etwas Schnee ab - sehr zum Frust der Grabenden, denen dieser Schnee dann immer wieder ins bereits gegrabene Loch fiel ...
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von gerrit »

Indiana Jones und die ewige Finsternis - Teil 2

Bedroht von der Lawine scheint die Situation ausweglos, doch plötzlich findet Indy einen versteckten Eingang und die 3 Freunde geraten in ein weitverzweigtes Bunkersystem aus dem ersten Weltkrieg. Offenbar ist seit Kriegsende niemand mehr in diese Gänge gekommen, denn sie sehen einige – noch mit Resten der k. u. k. Uniformen bekleidete Skelette. In einer Uniformtasche findet Indy eine Karte mit Hinweisen auf das genaue Versteck des Pinguin-Grals, jedoch scheint die Reliquie tief unter dem Gletscher begraben.Nach längerem Irrweg finden die drei wieder ans Tageslicht und machen sich mit der Karte auf die Suche. Tatsächlich scheinen sie Glück zu haben, denn eine Lawine hat ein tiefes Loch in die Flanke des Gletschers gerissen und so wagt sich Indy in rascher Fahrt auf schmalen und unsicheren Schneebrücken immer näher an das vermutliche Versteck. Plötzlich erblickt er die heilige Schneekugel, bückt sich danach, doch in diesem Moment bricht die Schneebrücke zusammen und er hat Mühe, aus den stürzenden Schneemassen wieder heil heraus zu kommen. Er möchte noch einen Versuch starten, doch es ist zu spät. Berlusconis Alpingendarmen haben sich unbemerkt herangepirscht und unsere drei Freunde werden gefangen genommen und in den Kerker geworfen, einer der Gendarmen macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Gral, doch auch er hat kein Glück und kommt mit grimmigem Gesicht zurück ins Hauptquartier von Berlusconis Alpin-Armee.
Die Situation für unsere Helden wird immer ungemütlicher, werden sie auf ewig in Berlusconis Alpenfestung eingesperrt bleiben? Indy versucht, einen Prominentenbonus auszuhandeln und weist die Wärter auf die zahlreichen Filme hin, die er schon gemacht hat und die sie ja wohl sicher auch im Kino gesehen hätten. Nach einigem Nachdenken identifizieren ihn die Gefängniswärter als Bud Spencer, lassen sich Autogramme geben und die drei Hauptdarsteller laufen.

Etwas überzogener Abenteuerfilm in leuchtenden Farben, die Handlung allerdings sehr unwahrscheinlich.


Mehr als eine Stunde ist vergangen, seit wir an der Bergflanke am Val Presena gestrandet sind und die zu Beginn des Tages noch begeisternden Schneemassen machen uns nun zunehmend nachdenklich. Wie gut war nun die Entscheidung, mit den „Massen“ (auch wenn es absolut für das Gesamtschigebiet betrachtet nur eine kleine Gruppe ist, so sind es wahrscheinlich doch ein erheblicher Teil aller Freerider des heutigen Tages) mitzufahren, ohne vorher sichere Erkenntnisse über den Zustand des Tunnels zu haben. Zweifellos hat sich hier wieder das Phänomen gezeigt, dass man sich in einer größeren Gruppe einfach sicherer fühlt. Was wäre aber gewesen, wenn heute keine anderen Freerider hier gewesen wären und wir – aufgrund der beim Start der Abfahrt zweifellos noch sicheren Verhältnisse – beschlossen hätten, die Variante alleine zu versuchen. Jedenfalls hätten wir am Tunneleingang (bzw. in dessen Nähe, da wir die genaue Lokalisation natürlich nicht kennen) einen eher dummen Eindruck gemacht, denn ohne Ortskenntnisse einfach irgendwo ein Loch in den Schnee zu graben hätte wohl nicht viel Aussicht auf Erfolg gehabt. Und Schnee ist ja genug da, ich erinnere mich an die Überquerung eines Bachlaufs vorhin in der Ebene auf einer Schneebrücke, der Bach war zu sehen, mehr als 3 Meter unter dem Schneeniveau und das Ganze erinnerte frappant an eine Glescherspalte.
Gut jedenfalls, dass unsere Schaufler offenbar genau wissen, was sie tun bzw. noch wichtiger, wo sie es tun.
Plötzlich kommt wieder Bewegung in die mittlerweile in mehreren kleinen Grüppchen Wartender. Der Eingang wäre jetzt frei, heißt es, darüber ist wohl jeder etwas erleichtert, endlich weg von diesem ungemütlichen Hang, aber dann die Ernüchterung: zwar ist der diesseitige Eingang des Tunnels endlich freigeschaufelt, doch liegt wohl am anderen Ende sicher genausoviel Schnee über dem Eingang und es macht wenig Sinn, wenn sich nun alle in die Dunkelheit begeben, denn auch drüben wird nicht besonders viel Platz zum Schaufeln sein.
Weitere lange Minuten dauert es, doch diesmal kommt die ersehnte Nachricht viel schneller, der „Durchstich“ ist gelungen und wir können endlich weiter.
Einer nach dem anderen treten wir näher an den ersehnten Tunneleingang, erst ganz knapp davor kann man den Einstieg erkennen. Ich habe mir ja nicht wirklich viel Gedanken darüber gemacht, wie dieser Tunneleingang aussehen wird, aber das, was sich plötzlich vor meinen Füßen befindet, habe ich irgendwie nicht erwartet (auch wenn es angesichts der Schneemengen ja nicht ganz unlogisch ist):

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Um in den Stollen zu gelangen, muss man zunächst ein fuchsbau-artiges Schneeloch von vielleicht 70 cm Durchmesser ungefähr 3 bis 4 Meter nahezu senkrecht nach unten rutschen, um sich endlich am Felsboden des Tunnels im nahezu Stockdunklen wiederzufinden, denn das einfallende Licht wird sofort vom Körper des nächsten Nachrutschenden verdeckt. (Die folgenden Bilder sind – entgegen meinen üblichen Gepflogenheiten – mit Blitzlicht aufgenommen).

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Nun gut, irgendwie müssen wir jetzt da durch. Zwar hat Helmut eine Stirnlampe mit und befestigt sie am Helm, aber das Lämpchen wirft nur wenig Licht gerade vor seine Füße, ich lasse Sabine den Vortritt und taste mich unsicher über den unebenen Felsboden im Dunkeln weiter. Rumms, irgendwo hinter mir landet einer der Tunnelwanderer am Allerwertesten, denn an manchen Stellen ist der Boden von einer glatten Eisschicht bedeckt.
Unterwegs im Tunnel.

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Endlich, ich kann gar nicht abschätzen, wie viele Meter es waren, zeigt sich vor uns wieder fahles Licht und wir stellen uns wieder an, um auf einem durch die von innen durchgeführten Grabungen entstandenen steilen Schneekegel wieder ans Tageslicht zu krabbeln.

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Es ist gar nicht so leicht, mit Schiern, Stöcken und Rucksack in der engen Röhre hinaufzukriechen.

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Sabine, die ohnehin klaustrophobisch veranlagt ist und normalerweise nur in Vollnarkose bereit wäre, in eine solche Höhle zu kriechen, nimmt sich vor, oben einmal ordentlich durchzuschnaufen, doch auch dafür ist keine Zeit, denn wir finden uns auf einem ebenfalls steilen Hang, diesmal aber dankenswerter Weise im Schatten, es ist gerade genug Platz, um schnell die Schi anzuschnallen, denn von hinten drängen ja schon die nächsten unfreiwilligen Höhlenforscher ans Licht. Erst nach einer kurzen Schrägfahrt verbreitert sich die Trasse und es besteht die Möglichkeit endlich entspannt anzuhalten und den Tunnelausgang aus dieser Perspektive zu bewundern.

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Wir stellen uns vor, jemand wäre zufällig an dieser Stelle gestanden und hätte weder von dem Tunnel noch von unserer Situation etwas gewusst, dieser jemand wäre wohl sehr verwundert gewesen, wenn in einem jungfräulichen Schneehang plötzlich ein Loch entsteht und 40 Top-ausgerüstete Freerider herauskriechen.

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Nun geht es weiter durch lockeren Wald.

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Schließlich erreichen wir das Ende einer kurzen Stichstraße östlich der Passhöhe, hier ergibt sich auch die Gelegenheit die für diesen Ort so typische und mehrfach diskutierte Architektur zu dokumentieren.

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Keinesfalls schlechter als die Lederhosenarchitektur in vielen österreichischen Schiorten.

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Irgendwo da oben in diesem Hang ist der Tunnelausgang.

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Nach und nach treffen alle Beteiligten ein, offenbar haben manche von ihnen bereits am Morgen ihre Autos in der Nähe abgestellt, kurz versuche ich, eine Mitfahrgelegenheit zurück zur Paradisobahn zu bekommen, doch alle Autos sind mit Schifahrern und Ausrüstung vollgestopft, deshalb marschiere ich (wieder einmal) los und versuche an der Passstraße mein Glück beim Autostopp. Doch diesmal dauert es ziemlich lange, fast 20 Minuten stiefle ich in Richtung Passhöhe, bis mich jemand ein Stück mitnimmt, allerdings auch nur bis ins „Ortszentrum“, von dort geht es dann wieder per pedes weiter zur Paradiso – Seilbahn, die hier in voller Pracht vor mir liegt.

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Schließlich erreiche ich das Auto und hole Sabine und Helmut ab, wir hoffen noch auf ein wenig Tiefschnee oben am Gletscher, daher geht es wieder hinauf, nun hat sich auch die Sonne endgültig gegen die Wolken durchgesetzt. Mit der DSB Paradiso-Presena geht es weiter.

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Wieder ein Blick zur Bergstation der Alveo Presena Bahn.

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Die Unternehmung des Vormittags hat uns hungrig und durstig gemacht, daher werden wir der Hütte einen Besuch abstatten.

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Trotz des schönen Wetters gibt es keine Tische auf der Terrasse.

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Daher setzen wir uns in die Stube und entdecken dabei immerhin ein paar historische Aufnahmen an den Wänden.

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Hier im Vergleich der Gletscherhang im heutigen Zustand. Der geneigte Leser möge bitte das abgegangene Schneebrett oberhalb der ersten Doppelstütze des Schleppers in Erinnerung behalten, es wird in der Folge noch eine wichtige Rolle spielen.

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In der Folge einige Eindrücke dieses Nachmittags.

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Rechts oberhalb der Bergstation (beim Blick nach oben) ist ein Seil gespannt und einige Leute turnen darauf herum.

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Rechts der Schlepplifttrasse (von oben gesehen) findet sich am äußeren Rand noch unverspurter Pulver, eigentlich sollte hier laut Pistenplan ja die schwarz markierte Piste „Presena sinistra“ lokalisiert sein.

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Oben zwar eher flach, aber trotzdem genußreich, wie Sabine hier zelebriert.

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Noch ein paar Eindrücke der heutigen Bilderbuchkulisse

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Hier noch einmal das Übersichtsbild, um das Kommende gut einordnen zu können.

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Der unterste Abschnitt des Hanges ist deutlich steiler und schmäler, ganz am rechten Rand (von oben gesehen) tasten wir uns bei jeder Abfahrt näher an die Felsen und das abgegangene Schneebrett heran.

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Mittlerweile ist es halb vier geworden und wir langsam müde, Sabine bleibt unten in der Sonne bei der Hütte und Helmut und ich machen noch eine letzte Fahrt. Dafür hat sich Helmut etwas besonderes ausgedacht. Er möchte oberhalb des ersten Felsens und des abgegangenen Schneebretts in den Steilhang einfahren. Wir haben den Hang durch die mehrmaligen Befahrungen genau kennengelernt, auch befinden sich oberhalb der Anrisskante keine großen Schneemengen mehr, das heißt, selbst wenn die oberste Schicht ins Rutschen geriete, wäre es nicht gefährlich und durch den Graben zwischen Hang und Lifttrasse könnte auch auf keinen Fall Schnee bis zur Schleppspur gelangen.
Ich bin auf dem „Normalweg“ hinuntergefahren und dokumentiere Helmuts Unternehmung photographisch.

Anfahrt zur Schlüsselstelle, zwischen den beiden Felsgruppen möchte Helmut durchfahren.

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Nicht unerwartet reißt auch hier die oberste Schicht ab und kommt ins Rutschen.

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Hier verläßt Helmut die Rutschzone nach rechts.

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Doch nach der Linkskurve oberhalb der Abrisskante des alten Schneebretts gerät er wieder in die Rutschung und wird deshalb aus dem Gleichgewicht gebracht.

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Hier die Situation nach diesem Ereignis. Die diagonal verlaufende Linie etwa in Bildmitte zeigt die Abrisskante des schon abgegangenen größeren Schneebrettes, von oben kommt Helmuts Spur und eine kleine Menge an Schnee ist dadurch abgerutscht, allerdings nicht besonders viel, da sich die Spur weiter darstellt.

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Man kann jetzt sicher darüber diskutieren, wie vernünftig oder unvernünftig es war, diese Aktion zu starten, jedoch möchte ich auf folgende Aspekte hinweisen:
Wir haben den Hang vorher mehrmals befahren und genau geprüft.
Wir waren mit allen notwendigen Features ausgestattet.
Wir waren uns sicher, dass die zu erwartende Schneemenge im Falle eines Rutsches nur gering ausfallen würde.
Ebenso war klar, dass der Schneerutsch niemals auf Piste oder Lifttrasse gelangen hätte können.
Bevor Helmut in den Hang einfuhr, bezog ich an sicherer Stelle gegenüber Position und konnte damit ausschließen, dass sich irgendjemand in der Gefahrenzone befand.
Naja, auf alles haben wir geachtet, allerdings nicht auf die Tatsache, dass sich in italienischen Schigebieten gerne Alpingendarmen herumtreiben, und zwei von dieser Sorte marschierten zielstrebig auf uns zu, als wir den Gegenhang hinauf zur Hütte stapften, um von dort die Talabfahrt anzutreten.
In einer Mischung aus Italienisch und Englisch wollen sie uns erklären, wir hätten jetzt eine Lawinen ausgelöst, deshalb würden jetzt die Carabinieri vom Ort heraufkommen und dann amtshandeln. Wir müssten jetzt warten und unsere Ausweise abgeben. Unsere Erklärungen, dass das eigentliche Schneebrett ja schon lange vorher abgegangen ist und das ja nur ein kleiner Rutsch gewesen sei, sind ihnen offenbar ziemlich egal.
Auch Sabine ist – gelinde gesagt – etwas verärgert, einerseits wegen der Aktion an sich, andererseits wegen der Tatsache, dass wir jetzt alle in der Kälte – die Sonne ist mittlerweile hinter dem Bergkamm verschwunden – warten muss, zumal sie – obwohl eigentlich völlig unbeteiligt – gleich „mitverhaftet“ wurde.
Während der Wartezeit beobachten wir, wie die Freerider-Gruppe mit den extrem breiten Schiern, die uns schon am Vormittag überholt hat, jenseits der Felsen in Höllentempo in den Steilhang einfährt und dann weiter hinunter ins Val Presena, aber das ist den beiden Alpingendarmen egal.
Weitere Diskussionen sind offenbar zwecklos, also fügen wir uns in unser Schicksal und warten, ich nutze lediglich die Gelegenheit zu einer letzten Ablichtung der im Abendlicht höchst fotogenen tief unter Schneemassen versteckten Bergstation der stillgelegten Doppelsesselbahn.

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Die Zeit vergeht, wir frieren und erst nach einer knappen Stunde sind zwei Carabinieri vor Ort, einer davon rückt mit seinem Handy (!!) aus, um Beweisphotos zu machen, der andere fährt mit uns die flache Abfahrt zurück zum Passo Paradiso, dann müssen wir alle mit der Seilbahn hinunterfahren. Wir versuchen wieder eine Erklärung der Sachlage abzugeben, dieser Gendarm macht eigentlich einen recht freundlichen Eindruck, aber er verschiebt die Diskussionen auf später im Tal.
Sabine und ich erhalten die Erlaubnis, mit dem Auto hinüber in den Ort zur „Polizeistation“ zu fahren, Helmut als „Hauptangeklagter“ muss mit dem Carabinieri per Schi hinüberfahren.
Wir haben trotz (oder wegen) der etwas diffusen Erklärung bezüglich der Lokalisation Probleme, den Gendarmerieposten überhaupt zu finden, aber schließlich finden wir uns in einem Büro gegenüber den beiden Carabinieri sitzend und erhalten eine Standpauke. Einer der beiden zitiert aus einem dicken, wichtig aussehenden Buch und wir erfahren, dass das Auslösen einer Lawine in Italien eine schwere Straftat sei. Wieder erklären wir unseren Standpunkt, dann entwickelt sich noch eine Diskussion zwischen den beiden Polizisten, wobei derjenige, der mit uns abgefahren ist, eindeutlich freundlicher gestimmt scheint, während der andere, der mit seinem Handy die Beweisbilder gemacht hat, eher grimmig aussieht. Jedenfalls stellen wir uns auf eine saftige Geldstrafe ein. Umso überraschter sind wir, als wir nach etwa einer halben Stunde mit der Aufforderung, anstelle einer Strafzahlung hinüber in die Bar zu gehen und etwas zu trinken, „entlassen“ werden.
Noch etwas aufgekratzt von den wirklich nicht ganz unspannenden Ereignissen der letzten Stunden befolgen wir diesen Rat und lassen den Tag bei einem Glas Campari Orange ausklingen.
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von Gletscherfloh »

Gerrit's Fotos vom Tunnel können natürlich nicht die Dunkelheit im Tunnel einfangen. Selbst mit der Stirnlampe hat man grad den Boden vor den Füssen gesehen - also man konnte ungenau zwischen Eis und Schotter unterscheiden. Einer der hingefallen war ist dann auf allen Vieren weitergekrochen mit den Worten: "Its better to go on your ass" :).

Das Rauskrabbeln war auch eine ziemlich enge Angelegenheit, man musste sich fast durchzwängen - obwohl jeder eh schon versucht hatte irgendwie das Loch zu vergrössern. Trotzdem wir letztlich dadurch sehr viel Zeit verloren hatte - hat sich das Ganze schon gelohnt. Zum einen ist die Abfahrt wirklich nett und zum anderen war's natürlich ein besonderes Erlebnis.

Tunnelausgangsloch mit Snowboardern von der Ferne …
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Übrigens war grad - Gerrit hat es erwähnt - ein viel besuchtes Skitourenrennen für das ein interessanter Parcours abgesteckt wurde.

Aufstiegshang für das Skitourenrennen nahe des Passo Paradiso (das Schneebrett wurde präventiv aus Sicherheitsgründen ausgelöst)
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Nochmal die flachen, aber hübschen und noch unverspurten Hänge links der Gletscherschlepper

Links des verspurten Bereiches fanden wir dann doch noch einige gemütliche Meter zum Cruisen und Relaxen …
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Der Ausgang mit dem Besuch bei den Carabinieri war natürlich unerwartet. Tatsächlich wurde uns dann vorgeworfen

a) Allgemeingefährdung (problemlos mit einer Strafe im Bereich von paar hundert Euro zu lösen

b) Auslösung einer Lawine (strafrechtlich relevant).

Und das ist der Unterschied zu den anderen Alpenländern. Eine Auslösung einer Lawine ist in Italien immer strafrechtlich verfolgbar, auch wenn weit und breit niemand gefährdet ist. Unsere Argumentation war natürlich, dass a) nicht stimmt, da niemand gefährdet wurde und b) auch nicht stimmt, da keine Lawine, sondern lediglich bisschen sluff (Rutsch). Letztlich wurde von den Carabinieri unsere Argumentation akzeptiert.
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gerrit
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von gerrit »

la ultima strada

Zampano Geribaldo, Schaustelleri........................Anthony Quinn
Gelsabina, seine Frau..........................................Guiletta Masina
Helmatto, Seiltänzer............................................Richard Basehart


Zampano Geribaldo ist Schausteller und fährt mit seiner Frau Gelsabina immer die gleichen Strecken, um auf immer den gleichen Jahrmärkten seine Kraft-Kunststücke zur Schau zu stellen. In der weit gestreuten Ortschaft Interrete treffen sie auf Helmatto, der die Kunst der Equilibristik beherrscht und durch Balanceakte auf zwei langen Brettern seinen Lebensunterhalt verdient.
Beide verfallen dem Charme Helmattos und folgen ihm in für sie bis dahin unbekannte Gefilde, entdecken neue Berge und Täler, singen tonale und atonale Weisen und beenden ihre Reise schließlich am Wallfahrtsort unserer Frau auf dem Acker.

Ursprüngliche und wegen der eigentlich fehlenden Handlung nie gespielte Version von Fellinis Klassiker “La Strada“


Sonntag, 8. März 2009, Tonale – Pejo – Madonna

Wieder blauer Himmel, aber angesichts der sich überschlagenden Ereignisse des letzten Tages haben wir gestern am Abend nicht mehr in der Schischule vorbeigeschaut, daher wird es heute nichts mit der Befahrung des Pisgana Gletschers, aber Aufregung hatten wir ja gestern genug und man muss sich ja auch etwas für die Zukunft aufheben.
Wieder lassen wir unser Auto am Parkplatz der Paradisobahn stehen, heute wollen wir endlich die Südhänge des Schigebiets anschauen (genau gesagt ist es eher der Autor dieser Zeilen, der sich das in den Kopf gesetzt hat, Sabine und Helmut sind eher skeptisch.
Allerdings beginnen wir den Tag trotzdem mit einer Auffahrt zur Paradisoscharte und genießen zunächst einmal den Blick auf die beiden Sesselbahnen Nigritella und Bleis.

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Der Schitourenevent dauert offenbar noch an.

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Wir fahren aber wieder ins Tal und genießen den Überblick über die Paßhöhe.

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Wir queren die Straße und mit der Nigritella-Bahn geht es hinauf in die Sonne, hier deren Bergstation, im Hintergrund der Pisgana-Gletscher, der ja in den 70-er Jahren mit Seilbahnen und Liften erschlossen hätte werden sollen.

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Zoom zum Gletscher

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Hier nun die Geländekammer, durch die die Bleis-Bahn läuft.

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Und von oben gesehen.

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Blick hinüber zum Presenagletscher

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In weitem Bogen verläuft die Bleis-Piste, wir versuchen ein paar Schwünge abseits direkt unter der Bahn, doch Bruchharsch scheucht uns bald wieder zurück auf die Piste.

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Einfach nett, Blau und Weiß!

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Die „Hintenrum“ Abfahrt „Alpino“ bietet wieder attraktive Ausblicke zum Pisgana-Gletscher.

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Viel Schnee und viel Platz

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Die Piste führt wieder hinunter zur Talstation der Nigritellabahn, die wir für eine neuerliche Bergfahrt nutzen, um so die Südhänge hinüber zur Valbiolo-Bahn zu kreuzen.

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Doch da beginnt der Streß, es ist Sonntag, und offenbar haben nun unzählige Italiener die Gelegenheit ergriffen, bei Sonnenschein auf den leichten Südhängen herumzurutschen, dazwischen sind einige Passagen für Schikurs-Rennen abgesperrt, und an der Talstation der Valbiolo-Bahn sieht es dann so aus:

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Naja, jetzt sind wir schon, da, also fahren wir auch rauf.

Blick zurück zum Gletscher.

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Und hier die „Tonale-Occidentale“-Bahn, mit der es weitergeht.

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Blick zur Contrabbandieri-Bahn

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Auf der „Tonale-Occidentale“ Piste, jedenfalls sind uns hier irgendwie zu viele humane Störfaktoren unterwegs.

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Auf der sehr blauen Valbiolo-Piste verstärkt sich dieser Eindruck.

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Uns reicht es jedenfalls! Hier ist es eindeutig zu voll. Was tun? In weiser Voraussicht haben wir ja vorgestern einen Liftpass gekauft, der auch im gesamten Val di Sole gilt, warum also nicht einfach ins Auto und hinüber nach Pejo?
Helmut und Sabinen sind angesichts des Trubels leicht zu überzeugen, und so sitzen wir bald in der 6 EUB Pejo-Tarlanta, die ja schon vor Jahren eine hübsche 2EUB ersetzt hat.
Oben bin ich allerdings etwas überrascht, denn die zuvor im Internet gefundenen Panoramakarten entsprechend nicht mehr der Realität.
Von der Bergstation der EUB geht es nach rechts weiter, hier passiert man zunächst die Talstation der kurzen 3-er Sesselbahn Stavelin.

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Noch weiter rechts ist dann die Talstation der 4-er Sesselbahn Doss dei Gembri. (Auch heute ist es mir nicht geglückt, eine aktuelle Panoramakarte mit diesen beiden Bahnen im Netz zu finden).

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Von deren Bergstation sieht man gut in die hintere Geländekammer, in der vor Jahren eine weiterführende Sesselbahn von einer Lawine zerstört wurde.

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Wäre ja durchaus leckeres Gelände, wenn das Funifor mal fertig ist.

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Weitere Impressionen.

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Bergstation der Doss dei Gembri Bahn.

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Leider ist in oder vor der Hütte kein Platz zum Mittagessen zu finden.

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Also bummeln wir die Abfahrt hinunter.

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Das sieht aber nett aus.

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Es handelt sich um die Bergstation des Schleppers „Saroden“, dessen Talstation wir hier erreichen.

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Nur für Experten, aber die dürfen dann die Piste nicht verlassen.

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Immerhin noch ein Stück vom alten Pejo.

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Durchaus nicht unsteil.

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In der Ferne zeichnet sich der Passo Grosté in Madonna ab, sieht eigentlich auch recht nett aus heute.

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Diese Italiener!

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In der Hütte an der Bergstation der EUB finden wir in einem Extrazimmer immerhin einen Tisch, den Hinweis der Kellnerin, hier könnten wir nichts von der Selbstbedienung holen sondern müssten a la carte bestellen, nehmen wir – hungrig und durstig – gerne zur Kenntnis und genießen ein durchaus leckeres Mittagessen. Dann geht es über die Talabfahrt hinunter und hier kann man einen entfernten Blick auf die in Bau befindliche Bergstation des Funifors werfen.

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Unten passieren wir noch die DSB Saroden und beschließen, dass die Besichtigung von Pejo eigentlich abgeschlossen aber vom Tag noch einiges übrig ist. Der Passo Grosté hat ja aus der Ferne wirklich recht nett ausgesehen, also sitzen wir bald wieder im Auto und nach kurzer Parkplatzsuche – dankenswerter Weise verlassen die ersten Schifahrer ja den Ort schon wieder – sitzen wir in der EUB Grosté-Express.

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Hübsch zugeschneite Lawinenverbauten unter dem Rododendro-Express.

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Der Grosté-Express in höchst fotogener Umgebung.

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Wir haben für heute jeglichen sportlichen Ehrgeiz aufgegeben und genießen einfach nur das Panorama.

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Rifugio Graffer

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Blick vom Passo Grosté

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Nach Nordosten mit viel Schnee auch in den Tälern.

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Werbeplakat aus den 60-er Jahren? Der Helm passt nicht!

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Diese Brenta-Gruppe hat schon was!

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Zu viel Neuschnee darf hier nicht liegen, sonst muss man wohl auch bergab anschieben....

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Langsam und entspannt cruisen wir hinüber zur Boch-Sesselbahn und mit dieser geht es hinauf zum Start unserer letzten Abfahrt, der Spinale Diretta.
Bei prachtvollem Wetter geht somit die „Prison & Jail“ Tour 2009 zu Ende.
Wenn ich mich an die Schiurlaube früherer Jahre zurückerinnere, so haben wir damals stets eine ganze Woche in einem komfortablen Hotel möglichst an der Piste eines Schigebiets gebucht und sind dann die ganze Zeit in diesem Gebiet geblieben, egal, wie Wetter oder Schneeverhältnisse sich zeigten. In den letzten Jahren jedoch wurden die Entscheidungen immer kurzfristiger, aktuelle Wetter- und Schneeverhältnisse lenken unsere Route durch die Alpen, Quartiere werden erst wenige Tage vorher oder gleich vor Ort organisiert. Bekannte von uns meinen, die Reihenfolge wäre falsch, denn eigentlich sollte man in „jungen Jahren“ anstrengende Road-Trips absolvieren und in gesetzterem Alter lieber in Wellness-Hotels mit Müslibuffet am Morgen und 5-Gang-Menü am Abend logieren. Doch ich möchte diese Art von Winterreise nicht mehr missen, und auch in der nächsten Saison werden wir uns mit noch völlig unbekanntem Ziel in Bewegung setzen.
Wie immer, wenn ich unterwegs bin, habe ich das Gefühl, dass der Beginn der Reise, unsere Flucht aus dem lawinengefährlichen Salzkammergut, schon ewig her ist, dann die Tage am Berninapass, mit wechselndem Wetter und wechselnden Bedingungen, unsere persönlichen Erstbefahrungen des Morteratsch-Gletschers und der Abfahrt nach Alp Rösa, schließlich die Sperre der Passstraße, unsere Fahrt nach Süden, der Powder-Tag an der Paradiso-Tag, der Höhepunkt der Tour mit der Variante ins Val Presena zum eingeschneiten Tunnel und der Ausflug auf den Gendarmerieposten von Tonale und schließlich heute der (bis auf die Südhänge am Tonale) gemütliche Bummel durch das Gebiet von Pejo und der Hänge am Passo Grosté.
Viel Neues haben wir gesehen, einiges erlebt, das wir noch lange in Erinnerung behalten werden.
Zuletzt geändert von gerrit am 14.12.2009 - 07:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von Gletscherfloh »

Sightseeing zum Abschluss: Drei Gebirgsgruppen in einem Tag

Am Sonntag merkten wir dann doch bereits etwas Müdigkeit und trotz Wetters hatten wir unsere ursprünglichen Ambitionen (z.B. Pisgana oder eine Skitour bei Pejo in der südlichen Ortlergruppe) heruntergeschraubt und wir entschieden uns lediglich für Ausflüge rund um die diversen Pistengebiete vor Ort.

Für die Mittagszeit begaben wir uns dann doch noch in den kleinen Ort Pejo, einem netten Familienskigebiet am Südrand der Ortlergruppe, da hatte ich allerdings meinen Fotoapparat nicht mit.

Anschließend fuhren wir dann nach Madonna di Campiglio, hauptsächlich deswegen, da der Ort aus Funk und Fernsehen (Weltcup) bekannt ist und man von Pejo aus die eindrückliche Brentagruppe im Panorama hatte und wir uns dieses landschaftliche Erlebnis auch vor Ort gönnen wollten.

Tatsächlich ist die Landschaft rund um den Groste-Pass inmitten der Kalkgipfel der Brenta-Dolomiten der Höhepunkt von Madonna.

Cima del Groste (2901m)
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Was für die Base-Jumper ...
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Dünenlandschaft am Groste-Pass (2500m)
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Cima Tosa (3159m), ansatzweise ist das Canlone di Tosa, eine berühmte 800 Hm-Eistour in der Nordwand zu erkennen
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Freeridetechnisch bieten die Hänge rund um den Groste-Pass eher für Anhänger des Waagrechten weite Betätigungsfelder. Immerhin ist auch hier das Fahren abseits der Pisten verboten, so dass bereits wenige Meter neben den Pisten relativ wenig los ist …
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Wer allerdings in die Fussstapfen (bzw. Skispuren) von Heini Holzer treten will, der könnte sich an der Cima Brenta (3151m) versuchen (Erstbefahrung der Nordrinne 1970 durch Heini Holzer).
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Fazit

Der perfekte Freeridetag setzt derart viele Parameter bezüglich Schnee(beschaffenheit), Lawinengefahr, Wetter und Andrang voraus, so dass es wohl unwahrscheinlich ist, im Laufe einer starken Woche mehrere solcher perfekten Tage genießen zu dürfen. Tatsächlich stellten sich die Wetter- und Schneeverhältnisse während unserer kleinen Reise als ziemlich komplex dar. Immerhin konnten wir durch die geringe Lawinengefahr – erkauft durch tw. miserable Schneeverhältnisse – einige Abfahrten im Oberengadin (La Rösa, Valetta) erleben, die bei Neuschnee wohl an zu großer Lawinengefahr gescheitert wären.

Wieder einmal überraschend fanden wir den geringen Andrang im Diavolezza-/Lagalbgebiet. Abgesehen von den nicht vorhandenen Offpiste-Fahrern gelang es uns auch einmal, die gesamte Morteratsch-Touristenabfahrt (immerhin mehrere Kilometer lang) zu fahren, ohne einen einzigen anderen Skifahrer zu begegnen. Tatsächlich gehen bereits Schließungsgerüchte bezüglich der Lagalb-Seilbahn um.

Erwartet hatten wir allerdings den Gegensatz zwischen Leere unter der Woche und Überfüllung (auch der Freeride-Abfahrten) am Wochenende im Adamellogebiet. Wenig Verständnis kann ich für die italienische Obsession mit Off-Piste-Verboten abgewinnen. Deren Nutzen in punkto entgangener Unfälle erscheint mir zudem eher gering. Es bleibt zu hoffen, dass diese Verbote nicht auf die anderen Alpenländer übergreifen.

In der Tat beeindruckend die außergewöhnlich großen Schneemengen an der Alpensüdseite und zwar bis in tiefe Lagen deutlich unter 1000m hinab. Tief verschneite Obstplantagen zu sehen ist schon etwas Besonderes. Im Adamellogebiet (Passo Tonale/Presena) hat es zur Zeit übrigens offizielle Schneehöhen von 130 – 550cm.

Gerrit hat in seinem Fazit sehr schön den Erlebnisreichtum von variablen Touren geschildert. Tatsächlich ist die gefühlte Zeit aufgrund der Unterschiedlichkeit der Erlebnisse oft sehr lang. Nur dunkel können wir uns an dem Tag des Aufbruchs im Salzkammergut erinnern - dazwischen lagen alle möglichen Höhen (toller Pulverschnee) und Tiefen (Bruchharsch bei schlechter Sicht) des Freeridens.
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von GMD »

Hammerbericht zum zweiten!

Ein paar Bemerkungen zum Tonalegebiet.
1. Wenn ich mir die Warteschlange auf dem historischen Foto so anschaue, Au weia! Immerhin scheint es einigermassen geordnet zuzugehen und nicht wie heute ein Riesengewusel wo jeder jedem auf die Bretter steigt.
2. Ich bin zwar kein freerider, aber wenn ich mir eure Fotos von der Abfahrt ins Val Presena anschaue, wird die Aufgabe der DSB erst recht unverständlich!
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von gerrit »

ad 1. Ja, das ist schon beachtlich......
ad 2. Richtig, wenn ich ehrlich bin ist die ALveo Presena DSB wohl eine der eigentlich strategisch günstigst gelegenen stillgelegten Bahnen im Alpenraum.
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von Theo »

Gerrit, für diesen Film bekommst du von uns allen einen Oscar.
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von Che »

Gratulation zum "Beitrag des Jahres 2009"!!!

Sowas hat wahrscheinlich noch nicht Jeder hier im Forum erlebt^^
stavro_
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von stavro_ »

na vielen dank gerrit,ich wollte gerade schlafen gehen und dann entdecke ich deinen bericht hier.
wie soll ich jetzt bitte schlaf bekommen, na ich werd morgen früh wieder schön drein schaun ;-)
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thun
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von thun »

Freerideberichte - vor allem dieser Qualität - sind immer böse, da wird's einem besonders fad, im Regen rumzusitzen und Däumchen zu drehen.
Ich hoffe mal, dass bis zu den paar Tagen Ferien noch ein bisschen Schnee im Allgäu fällt, dass ich zumindest ein oder zwei Tage zum Fahren komme.
Trotzdem natürlich vielen Dank für den Hammerbericht!
stavro_
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von stavro_ »

so jetzt sitze ich mit verschwollenen augen im büro.
statt der schulung die heute stattfinden sollte. (dino esposito, der vortragende sitzt in italien fest)
noch dazu ist mein auto heute früh nicht angesprungen und ich muß mir bis fr (zillertal) eine neue batterie besorgen.
also arbeiten kommt da nicht in frage. da lese ich mir gleich noch mal diesen hammer bericht durch.
vielen vielen dank lieber gerrit :-)
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gerrit
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von gerrit »

Danke für das Lob, schön, dass es Euch gefallen hat (auch wenn Berichte mit so wenig Liftbildern ja hier eher eine Art "Minderheitsprogramm" darstellen.... :wink: )
Die drei Tage in Italien haben eigentlich wirklich so alles gebracht, was man gerne beim Schifahren erlebt (und vielleicht auch ein bißchen mehr... :wink: ):
tollen powder, Kennenlernen von unbekannten Gebieten, eine gehörige Portion Abenteuer und am letzten Tag dann eher geruhsames Cruisen in herrlicher Landschaft!
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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Re: "Prison & Jail" Tour 2009, Teil 2 (Adamello-Brenta)

Beitrag von Winterhugo »

Bin durch Zufall auf diesen Bericht gestoßen: SUPERGEIL :D
There's nothing like the first one

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