Kleine Alb-Rundfahrt | April 2018 | Weiße Flecken auf der Liftlandkarte

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Zottel
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Kleine Alb-Rundfahrt | April 2018 | Weiße Flecken auf der Liftlandkarte

Beitrag von Zottel » 20.09.2019 - 09:57

Kleine Alb-Rundfahrt | April 2018 | Weiße Flecken auf der Liftlandkarte

Bislang habe ich die Schwäbische Alb auf den Durchreisen über die A8 immer nur links und rechts liegen lassen. Im vorvergangenen April wollte ich abends jedoch nur in Ulm sein - und nicht wie sonst noch tiefer in den Süden. Eine gezielte Vorbereitung und günstige Verkehrslage ergaben so eine kleine, aber umso interessantere Rundfahrt über die Alb, bei der es eine Reihe alter, stillgelegter und ehemaliger Skilifte zu entdecken gab. Dank mäßiger Dokumentation im Forum hatte ich vor Ort tatsächlich noch das Gefühl, einige weiße Flecken auf meiner persönlichen Lift-Landkarte neu entdecken zu können. Das ist in Regionen wie Oberbayern oder Tirol inzwischen ja kaum noch möglich.

Nächste Ausfahrt: Behelfsausfahrt Hohenstadt, gleich nach dem Lämmerbuckeltunnel

Skilift Weilerhöhe, Heidenthal bei Westerheim

Auf der A8 Richtung Süden hat man nach Verlassen des Lämmerbuckeltunnels ein Zeitfenster von drei bis fünf Sekunden, in dem rechterhand der stillgelegte Skilift Weilerhöhe zu erkennen ist. Im Netz habe ich bisher über den Lift nichts gefunden, außer, dass er offensichtlich bei Geocachern beliebt ist.

Schon aus der Entfernung war klar: Hier ist im Winter nichts mehr los.
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Bei der Anlage handelt es sich um einen Heuss-Skilift, der schon einige Jahre vor sich hin rosten dürfte.
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Zumindest die Rollenbatterien scheinen irgendwo ein zweites Leben gefunden zu haben.
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Die Talstationshütte steht sperrangelweit offen und beherbergt Lsap-Motive vom Feinsten!
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Zunächst kann der Name der Anlage geklärt werden.
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Des Weiteren findet sich dieser Hinweis auf das mögliche letzte Betriebsjahr.
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Weitere Hinweise sind
"Kein Alkohol für Personal"
sowie die Liftpreise
Tageskarte: Kinder 18 DM / Erwachsene 25 DM
10-Pkte-Karte: Kinder 6 DM / Erwachsene 8 DM
"Ab 17 Uhr nur Punktekarten wenn Flutlicht"


Die technischen Anlagen sind noch vorhanden und Dank Dach optisch und äußerlich in passablem Zustand.
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Außenansicht der Anlage. Ein leichter, kurzer Übungshang mit Flutlicht, wie es sie vielfach auf der Alb gibt.
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Skilifte Halde, Westerheim

Nach diesem Bilderbuch-Lsap fuhr ich nur wenige Minuten weiter zum nächsten Halt. Das Skigebiet Halde in Westerheim besteht aus vier Doppelmayr-Liften aus zwei Generationen, die nach wie vor in Betrieb sind.

https://www.skilift-halde.de/

Leicht versetzt erschließen die zwei Parallelanlagen seichte Übungshänge direkt am Ortsrand. Rechts das ältere Paar, links eine neuere Bauweise.
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Talstationen der älteren Lifte
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Und deren Trasse mit alter T-Stützen-Bauart
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Ein paar Meter nebenan drehen diese Antriebe der neueren Parallelanlage ihre Runden.
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Was die fehlenden Einstiegsniederhalter schon vermuten lassen, bestätigen Betriebsbilder auf der Homepage: Alle vier Lifte fahren mit Kurzbügeln.
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Familienpark Westerheim

Am anderen Ende von Westerheim gibt es einen weiteren Lift. Im gleichnamigen Familienpark bedient eine alte Städeli-Anlage eine Sommerrodelbahn. Dort hielt ich nur für zwei leichte Zooms, da der Park nicht geöffnet war. Betriebsbilder von Sommer 2018 kann ich bei Interesse nachreichen.

http://www.familienpark-westerheim.de/

Der Lift in seiner ganzen Kürze. Kaum zu glauben, dass es dort auch einmal Skibetrieb gegeben haben soll.
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Immerhin ist es eine der wenigen WSO-Städeli-Anlagen in Deutschland.
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Spärliche Informationen zur Anlage in einem alten Topic:
viewtopic.php?t=43414#p4984246


Skilifte Donnstetten

Wenn es auf der A8 ganz übel zugeht, wird man schon mal über die B465 abgeleitet, um Ulm über die Dörfer zu erreichen. Eines dieser Dörfer nennt sich Donnstetten und ist Heimat eines weiteren kleinen Skigebiets.

https://skilift-donnstetten.de/

Auch hier gibt es zwei Parallelanlagen von Doppelmayr, offensichtlich jedoch nicht ganz so alten Semesters und bereits mit Langbügeln.
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Auch eine "Bobbahn", genauer gesagt einen Alpine-Coaster, hat es dort.
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Ebenso eine Einkehrmöglichkeit. Ich nutzte weder das eine noch das andere, sondern fuhr lieber dem nächsten Lsap entgegen.
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Skilift Dottingen bei Münsingen

Das Örtchen Dottingen bei Münsingen verfügt sowohl über einen Ski- als auch einen Lsap-Hang; praktischerweise liegen diese direkt nebeneinander.

https://www.skilift-dottingen.de/

Zunächst der Blick auf die bestehende Anlage, ein typischer Doppelmayr-Skilift.
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Blick die Trasse hinauf: Ein kurzer, aber teils knackiger Hang. Weiter links gibt es eine zweite, geschwungene Abfahrt.
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Der Lift wird von vielen helfenden Händen am Laufen gehalten, aktuell sind große Investitionen geplant:
https://www.gea.de/neckar-alb/ueber-die ... 60292.html

Der Lift kreuzt eine einspurige Landstraße, die bei Skibetrieb gesperrt wird. Am Laubbaum links des Flutlichtmasts startete früher der abgebaute zweite Skilift, der von dort ebenfalls über die Straße den Hügel hinauf führte.
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Der zweite Lift hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Fundamente, hier von der Talstation, sind bis zum Ausstieg noch vorhanden. Auch die Reste der Liftlerhütte hat man sauber zerlegt liegen lassen.
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Zwischen den Hölzern finden sich noch so allerlei Relikte. Letzter Skibetrieb im Jahr 2005?
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Schaut nicht nach einem typischen DM-Antriebspilz-Fundament aus.
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Rechts die ehemalige Piste, links die Trasse, die ich im Anschluss hochkraxelte - ist stellenweise steiler als es ausschaut.
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Blick zurück
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Die Trasse ist zunächst nicht zu verfehlen.
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Vor dem Ausstieg hat man sich hingegen die Mühe gemacht, die Fundamente zu zerbröseln.
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Vom Bergstationsbereich ist diese Lichtung geblieben.
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Blick zurück: Von rechts kam der Lift, links ging es in die Piste, die sich im Anschluss nochmal zweiteilte.
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Ein paar Meter durch den Wald ist die Bergstation des bestehenden Lifts erreicht.
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Der Hang schaut nett aus.
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Skilifte Beiwald, Upfingen

Ein paar Autominuten über die besagte Landstraße ist die nächste Anlage erreicht: Die Doppelanlage Beiwald bei Upfingen, rechts im Bild.
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http://www.skilift-beiwald.de/

Ebenfalls eine kurze, flache Geschichte, die von einem netten Doppellift bedient wird. Hier tippe ich aufgrund der Abspannung wieder auf Heuss.
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Skilift Böhm, Münsingen

Den letzten Stop der kleinen Alb-Rundfahrt legte ich am ehemaligen Skilift Böhm bei Münsingen ein. Direkt an der B465 gelegen erschloss der kurze Doppelmayr-Lift einen weiteren Übungshang mit Flutlicht. Laut diesem alten Topic wurde der Betrieb circa 2011 eingestellt. Anschließend wurde vergeblich nach einem Käufer gesucht, bis dann 2017 allmählich die Demontage begann, die im Frühjahr 2018 noch nicht abgeschlossen war.
viewtopic.php?t=51027

Das war wirklich ein überschaubares Vergnügen.
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An der Kuppe oben soll es noch eine dritte Stütze gegeben haben.
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Stütze 1 war bei meinem Besuch wohl kurz davor zu Fall gebracht zu werden.
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Blick auf die Talstation mit verrammelter Hütte.
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Mit diesem letzten Blick auf die Reste des Skilifts Böhm beendete ich meine kleine Alb-Rundfahrt.
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Sehr interessant, was es in knapp 2,5 Stunden auf der Alb zu entdecken gab. Dass die Alb noch viel mehr zu bieten hat, hat k2k in diesem Topic seit 2007 zusammengestellt:
http://www.sommerschi.com/forum/reporta ... -t633.html

Wie ich es überblicke, ist seine detaillierte Anlagen-Übersicht noch nicht vollständig. Es dürfte auf der Schwäbischen Alb also weitere weiße Flecken auf der Liftlandkarte geben.
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Re: Kleine Alb-Rundfahrt | April 2018 | Weiße Flecken auf der Liftlandkarte

Beitrag von GIFWilli59 » 20.09.2019 - 12:37

Ich kenne die Anlagen auf der Schwäbischen Alb nicht, daher die Frage: Liegt es an deiner Auswahl der Anlagen oder gibt es dort tatsächlich überproportional viele Parallelanlagen?
(noch dazu solche, die auch zeitnah als solche gebaut/geplant wurden)

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Re: Kleine Alb-Rundfahrt | April 2018 | Weiße Flecken auf der Liftlandkarte

Beitrag von vovo » 22.09.2019 - 15:26

Danke für den Bericht. Das mit dem LSAP direkt an der A8 beim Lämmerbuckeltunnel habe ich noch gar nicht gewusst. Ich bin die Strecke schon öfters gefahren, aber halt immer selbst hinterm Steuer, so dass man nicht dazu kommt, die Landschaft links und rechts intensiver zu betrachten.

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