Tignes, 15. - 22. 7. 2006

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miki
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Tignes, 15. - 22. 7. 2006

Beitrag von miki » 26.07.2006 - 14:50

Diejenigen die fleissig im Rateforum mitmachen werden es bereits wissen, unser 'kleiner' Sommerurlaub war heuer in einem Ort den man normalerweise nicht mit Sommerurlaub verbindet. Kurz zusammengefasst: ein Traumurlaub, nicht nur nach meinem Geschmack, sondern auch für Mausi. Wir haben uns ernsthaft mit dem Gedanken befasst eine Woche zu verlängern (die FeWo wäre noch frei, ich habe mich bereits informiert), leider wartete auf Mausi dringende Arbeit auf der Uni.

Für einen Hitzemuffel wie mich ist Tignes bei solchem Wetter dem Himmel schon sehr nahe: was gibt es schöneres als am frühen Nachmittag bei +23 Grad auf der Sonnenterasse vor dem neuen Schwimmbad in der Sonne zu liegen (dank starker Sonne kann man bei dieser Temperatur ganz bequem draussen leigen, sogar für empfindliche Damenkörper ist das warm genug), vor mir die Grande Motte wo gerade die Pisten für den nächsten Tag gewalzt werden, und wenn ich den Kopf drehe fliegt gerade ein Heli nen Betonkübel zur Baustelle der neuen KSB Palafour?

Passendes Bild dazu (nein, im Bad selbst mache ich keine Fotos):
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Nach mehr als 1 Monat in der Hölle von Maribor konnte ich wieder 1 Woche lang gut schlafen (Frühtemperaturen etwa +15 Grad), hatte wieder Apetit was warmes zu essen und nicht nur die ewigen Salate, die sonst im Sommer wie der heurige meine Haupnahrung ausmachen, hatte wieder Lust auf ... nee, wir haben ja Jugendliche in Forum :twisted: . Und vor allem den ganzen Tag im Freien sein, ganz anders als der normale 'Hausarest' bei heruntergezogen Rolläden und eingeschalteter Klimaanlage. Ja, that's life.

Warum Tignes? Na ja, bei unserem Skiurlaub Anfang Mai habe ich, ohne eine festen Plan zu haben, die Sommerprospekte mitgenommen, man weiss ja nie. Enschieden haben wir uns am vergangenen Mittwoch, am Donnerstag in der Früh habe ich einige Mails herausgeschickt und am Donnerstag um 14 Uhr hatte ich schon die Reservation bestätigt: Agence Immotignes, Haus Borsat in Val Claret, recht grosses Appartement für 3 - 4 Personen: 275 Euro. Im Vergleich zum Winter (oder zu den Wucherpreisen z. B. in Kroatien) sehr günstig.

Ach ja, zum Bericht: ich habe bir das ganze so vorgestellt, das ich hier den 'sommerlichen' Teil des Berichtes poste. Skifahren kommt extra, die Bilder von den News ebenfalls im entsprechenden Topic.

Anreise: klassischer Weg MB - Ljubljana - Triest - Venedig - Milano - Torino. Die Poebene heiss und extrem langweilig, da heisst es Klimaanlage auf Vollbetrieb, Gas geben und nur geradeaus schauen. Nake Torino kurzer Shopping - Stop an einem Einkaufszentrum nahe der Autobahn, danach noch ca. 30 km bis Susa und hinauf auf den Mt. Cenis. Auf etwa 1000 m: Klima aus, Fenster auf :D ! Noch warm, aber nicht mehr heiss. Oben, auf etwa 2000 m, bei einem Rastplatz oberhalb des Stausses, erste Pause und Essen. Wolken ziehen auf, weit entfernt ist Donner zu hören. Auf einmal habe ich wieder Appetit.

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Auf der Nordrampe runter ins obere Maurienne - Tal, und dann den Col d'Iseran hinauf, mir herrlichen Rundblicken:
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Naja, der Blick auf den Glacier Pissaillas ist etwas weniger herrlich (Detailfotos gibts später):
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Kurze Pause bei der 'Table d'orientation' unterhalb der Bergstation Laisinant Express:
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Tief unter uns liegt val d'Isere:
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Ankunft in Tignes etwa um halb sieben es folgt das obligate Einquartieren. Ach ja, Parken ist im Sommer kostenlos - das ist aber ne eigene Story wert.

Nach einem langen, erholsamen Schlaf (bei offenem Fenster und nur einer leichten Decke wurde es mir fast zu kalt) die ersten Blicke vom Balkon: Bollin/Fresse lässt grüssen! Ganz nahe, aber am Foto trotzdem nicht zu erkennen, pfeifen unsere Nachbarn, die Murmeltiere:
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Blick auf die andere Seite von Tignes, noch im Schatten, und schnell Baguette und Croissants holen!
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Nun folgt der Spaziergang am See entlang nach Tignes – le – Lac. Natürlich ist die Natur hier alles andere als unberührt, aber im Vergleich zu den Bettenburgen irgendwo an einer heissen, ausgetrockneten, übervollen Mittelmeerküste ist diese frische, grüne Landschaft einfach eine Augenweide:
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Natürlich muss sich ein Alpinforumler auch mal umdrehen ... :
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... und die Situation an der Grande Motte checken:
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Mehr Zoom: sieht so aus als ginge der Skibetrieb gerade noch bis zur Talstation der 4KSB Vanoise:
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Zwischenstopp im Tourismusbüro: für 41 Euro / Person gibt es die 6 - Tageskarte für unbegrenzte Benutzung aller Liftanlagen (ohne Skiausrüstung), 1 Runde Minigolf, 1 Stunde Tennis, ¾ Stunde Treetboot, Kanu oder klein – Segelboot am See ... den rest habe ich vergessen. Ach ja, in den 6 Tagen gibts auch 2 gratis – Eintritte ins neue Schwimmbad.

Unsere erste 'Tour' war mehr ein Spaziergang: mit der 10 EUB auf Toviere, dann am Grat entlang über den Pointe d’Fresse, 2702 m, zum Col de Fresse (leichte Gratwanderung, sehr aussichtsreich und durch Wind angenehm kühl) und unterhalb der 6KSB wieder runter zum Appartement. Aber egal, ich bin nicht wegen irgendwelcher grossen Alpinziele hierher gekommen, ich will geniessen: im Gras liegen, an irgendeinem Felsen in der Sonne sitzen, Murmeltiere beobachten, mit einem Wort: leben. Was ich jetzt zu Hause tue nennt sich höchstens vegetieren :cry:

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Beitrag von taunussi » 26.07.2006 - 15:34

Mann, ich könnte heulen :cry: - vor Freude, solche phänomenalen Bilder zu sehen.
Zu schade, daß meine Frau (voraussichtlich :wink: ) niemals im Sommer in die französischen Alpen fahren würde...
Erstaunlich grün ist Tignes im Sommer!
Wieviel war eigentlich sonst so los im Ort? Waren ausreichend Geschäfte geöffnet und die Verpflegung gewährleistet (die Supermarchés machten sonst bei mir immer Ende April großen Ausverkauf!)?

Ich warte gespannt auf Deine restlichen Ski-Bilder!
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Beitrag von k2k » 26.07.2006 - 16:07

taunussi hat geschrieben:Mann, ich könnte heulen :cry: - vor Freude, solche phänomenalen Bilder zu sehen.
Dito, das sieht echt genial aus! So nen Trip könnte ich jetzt auch vertragen.
Fängt schon an mit der Strecke via Mont Cenis und Iseran, vor allem der Mont Cenis ist ein genialer Pass IMHO.
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Beitrag von Stani » 26.07.2006 - 21:14

geile Bilder, besonders die zwei mit dem See und die Gletscheraufnahmen, einfach schön! aber diese Blockhäuser finde ich hässlich

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Beitrag von Chris » 27.07.2006 - 08:15

Mehr, Mehr, Mehr....

Echt super Bilder Miki, wenn sie jetzt die Betonbunker auch noch grün anmalen würden, könnte man es fast als idyllisch bezeichnen. :wink:

Was für eine Cam benutzt du, oder hast du nachbearbeitet?

Chris
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Alter, gibts denn hier keinen Lift?

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Beitrag von miki » 27.07.2006 - 12:56

@taunussi: im Ort war überraschend viel los, ich würde sagen mehr als in der ersten Maiwoche (vielleicht machte es nur einen solchen Anschein, da sich ja Leute im Sommer mehr im Freien aufhalten). Es waren sehr viele Skiclubs aus F zum Training, auffallend viele Ski - und Snowboardgruppen aus Spanien, Fussballteams auf Höhentraining, vor allem aber Familien aus Frankreich auf Hitzeflucht. Auch der Golfplatz war immer voll. Deshalb ist es wenig verwunderlich, das alle Geschäfte im Ort - von Lebensmitteln, Bäckereien bis Sportgeschäften - offen waren. Auch die Restaurants waren alle offen, aber meistens relativ leer (aber auf die Idee die überzogenen Preise etwas zu senken kommen die Inhaber nicht, sie haben offensichtlich lieber leer). Kurz gefasst: die Situation mit der Verpflegung ist definitiv besser als in der letzten Winterwoche!

@stani: die Blockhäuser sind Gewöhnungssache. Ich kann mich noch sehr gut an meien ersten Skiurlaub in F erinnern, das war Val Thorens im Jahr 1991. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur die österreichischen Skiorte (und einmal Olang, aber das kann man vom Aussehen her ruhig zu AT zählen :wink: ) und auch ich war geschockt, von Menuires noch mehr als von Thorens selbst. Aber man gewöhnt sich dran, und heute würde ich es komisch finden falls in Tignes eine Reihe maximal zweistöckiger Häuser mit tiroler Holzbalkonen stehen würde. Dazu muss ich noch sagen, das heute wieder ganz anders gebaut wird als in den 60ern und 70ern, die neueren Chalets sind nicht mehr so hoch, haben wieder normale Dächer und werden mit Holz und Naturstein verkleidet. Vor allem Val d'Isere (Zentrum und die ortsteile Laisinant und Fornet) ist sehr 'herausgeputzt'.

@Chris: Canon EOS 300D, mit drei verschidenen Objektiven, die Hersteller weiss ich jetzt beim besten Willen nicht. Nachbearbeiten tue ich sehr selten (zu faul), höchstens mal Helligkeit korrigieren.

Weiter gehts, diesmal wieder mit einer 'faulen' Halbtagestour: auf dem Fahrweg zur Bergstation der 6KSB Tichot, dann Querung zu den 'Lacs du Chardonet' (im Bereich der Talstationen Merles und Grand Huit), Abstieg nach Tignes le Lac.

Gut zu sehen die 6KSB Grattalu, schlecht dahinter der SCHL Col du Palet, noch schlechter die 3SB Col des Ves:
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Damit es nicht immer nur Liftstützen sind :wink: :
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Blick zum oberen Chardonet - See:
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Deutlich zu sehen, wie viel Material hier aufgeschüttet wurde damit die Piste in mehr oder weniger konstantem Gefälle die Talstation der 6KSB Merles erreicht:
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Talstationen 6KSB Merles und 4SB Grand Huit:
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4SB Grand Huit, die Lifttrasse führt recht lange über den See:
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Beitrag von Emilius3557 » 27.07.2006 - 13:18

Ah, perfekt! Genau der richtige Bericht zu dieser Jahreszeit. Wie viel hättet ihr denn für ein "Ausweichziel" in Kroatien hinblättern müssen?
Dass muss ich jetzt die nächsten Jahre auch einmal ins Auge fassen, Ende Juni/Anfang Juli ins Espace Killy, beide Sommerskigebiete, dazu der Grande Motte aufs eisige Haupt steigen und im Nationalpark auf ein paar einsame 3000er herumstromern...

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Beitrag von miki » 28.07.2006 - 11:34

^^Ich hab schnell nachgeschaut: Appartements in Kroatien (für 2 oder 2-4 Personen) kosten in dieser Zeit zwischen 400 und 550 Euro/Woche, und das tlw. nicht ganz am Meer gelegen. Ist aber egal, ich war sowieso zuletzt 2000 im südlichen Nachbarland und werde auch nicht so schnell wieder hinfahren. Erstens bin ich keine Fan vom Urlaub am Meer, und wenn ich schon ans Meer fahre will ich Abwechslung, an der kroatischen Küste waren wir sowieso in YU - Zeiten jeden Sommer und auch in den 90ern fast jedes Jahr. Dazu werde ich z. B. in Spanien oder Griechenland ganz gleich wie jeder andere Gast behandelt, in Kroatien werden Gäste aus Slowenien (und tlw. auch aus Tschechien oder Slowakei) oft als Touristen der 2. Klasse behandelt, mehr als einmal ist mir in CRO passiert das der Kellner mehrmals an mir vorbei zu den 'Besseren' - sprich deutsch- oder italienisch sprechenden - Gästen rannte, und ich dachte schon ich wäre unsichtbar :evil: .

... sorry, OT ...
auf ein paar einsame 3000er herumstromern
Liest du denn meine Gedanken oder was, Marius :wink: ? Bei uns war es zwar nur ein 3000er und ganz einsam war er auch nicht, aber 4 Personen am Gipfel und 2 auf dem Weg begegnet kann man immer noch einsam nennen, oder? Ich spreche von Pointe de Lessieres, 3043m, oberhalb des Col d'Iseran. Auf meiner Karte war er als Aussichtsberg eingezeichnet, weniger als 300 HM vom Col d'Iseran, und dazu versprach er noch gute Aussichten auf die Cugnai - Baustelle (3 der Fotos die im News - Topic zu sehen sind entstanden von diesem Gipfel :wink: ).

Anfahrt: Tignes - Val d'Isere - Col d'Iseran, fast 1 Stunde (ab Fornet fuhren wir in der Kolonne hinter einem LKW, der einen riesigen Bagger zur Baustelle der Signal - Lifte fuhr. Nervig, da man den breiten LKW nicht überholen konnte, andererseits muss man für einen neuen Lift auch was opfern ... )

Aufstieg: auf einer meiner Karten war der Weg als markiert eingezeichnet, auf einer anderen als 'schwierig und unmarkiert'. Die Wahrheit lag wie so oft in der Mitte, es gab einige frische Markierungen und etwa 20 m Drahtseil. 90% der Weges sind als leicht zu bezeichnen, man geht über Felsblöcke und Steinfelder, manchmal muss man auch die Hände verwenden (Schwierigkeit I- ? :wink: ). Nur an einer Stelle, etwa auf 3000m, wo der Normalweg auf kurzer Strecke schneebedeckt war, mussten wir und einen Weg um das Schneefeld suchen, da war etwas Improvisation gefragt. (Murphy'sche Gesetze: der Schnee auf der Grande Motte war schon um 9 Uhr sulzig, der Schneefleck an unserem Weg zum Pointe Lessieres hingegen um 11 Uhr hart bis eisig. Kann das jemand verstehen ???).

Der schuldige kurz unterhalb des Gipfels:
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Oben gibt es platz für maximal 5 Personen (wie gesagt, neben uns war noch ein französisches Paar oben, beide mit halbprofessionellen Kameras mit riesigen Objektiven ausgestattet). Der Berg ist wirklich ein grandioser Aussichtspunkt, hier ne kleine Auswahl:

Richtung Norden hat man die obere Etage der Solaise vor sich - gut zu sehen die Bergstation der 6KSB Glacier Express, den Lac d'Ouillete und ganz unten den Stausse von Tignes. Leider war die Luft am Donnerstag, 20. 7., nicht mehr ganz so sauber wie in den ersten Tagen unseres Aufenthaltes:
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Im Süden die wirklich tolle Iseran - Passstrasse:
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Es gibt wohl nicht viele Stellen von denen man beide Talstationen der 6KSB Leissieres Express gleichzeitig sehen kann, oder?
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Das interessanteste gibts aber im Osten: Col d'Iseran und den Pissaillas - Gletscher:
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Ein Zoom zeigt, das der Versuch, mit angeblich 200000 Kubikmeter Kunstschnee das Gletscherskigebiet über den Sommer am Leben zu erhalten, ordentlich in die Hose ging (der Anblick war auch für mich schmerzhaft, ich war ja von der Idee die Gletscher durch Schneekanonen am leben zu erhalten, immer ganz begeistert) :( :

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Fazit: interessanter Aussichtsberg mit sehr kurzem Aufstieg, angesichts seiner Lage überraschend wenig begangen. Zum Glück ist der Aufstieg gerade schwierig genug das er nicht von jedem Halbschuhtourist der dort oben seinen Wagen parkt zu schaffen ist, auch gibt es am Pass keine Hinweistafel, Wegzeiger oder ähnliches. Von mir aus kann es ruhig weiterhin so bleiben!

Am Rückweg machten wir noch einen Abstecher - wir fuhren auf einer Schotterstrasse, vorbei an der Talstation der 6KSB Glacier Expres ... : Bild

... zum Lac d'Ouillete, 2512 m, bei der Talstation der 6KSB Madeleine Express:
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Die 4KSB Solaise Express hat Sommerbetrieb (interessanterweise nicht die PB!), das grosse Restaurant an der Bergstation war unverständlicherweise geschlossen:
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Dafür war aber eine nette kleine Hütte *namevergessen* am Seeufer offen, und auch die Preise waren halbwegs vernünftig. Hier kann man, ich glaube für 14 Euro, auch eine Angelerlaubnis kaufen und sich Forellen fürs Abendessen angeln:
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Beitrag von starli » 28.07.2006 - 18:16

Murphy'sche Gesetze: der Schnee auf der Grande Motte war schon um 9 Uhr sulzig, der Schneefleck an unserem Weg zum Pointe Lessieres hingegen um 11 Uhr hart bis eisig. Kann das jemand verstehen ???).
Beim Sommerskifahren ist der unpräparierte Schnee abseits der Piste immer eisiger und firnt später auf als die Skipiste.

Könnte evtl. daran liegen: (Vermutung!)

a) Wenn's regnet, gefriert eine dünne Regenschicht auf dem Off-Piste-Schnee. On-Piste wird diese eisige Regenschicht mit der Pistenraupe wieder "vernichtet", der Schnee wird verdichtet (etwas trockener gepreßt).

b) Der Schnee abseits der Piste wird öfters getaut-gefroren-getaut-gefroren. Die oberste Schicht ist somit schon wesentlich firnig-kompakter und Ähnelt strukturell eher Firneis als Schnee.

c) Derartige Restschneefelder sind ja oft in recht schattigen Rinnen und werden daher sonnemäßig nicht so stark beschienen

d) Vielleicht sind auch nur die Skifahrer der Grund, die den Schnee durcheinanderwirbeln ...
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Beitrag von Theo » 28.07.2006 - 19:20

Schön auch mal einen Sommerbericht aus dieser Gegend zu lesen.
Die Idee vor der Hitze in die Berge zu entfliehen ist sowiso gut.
Mein Arbeitskollege machte das Gegenteil und ist für 10 Tage runter nach Ptuj ( nähe von Maribor ), schauen ob sein zukünftiger Weisswein auch warm genug hat.
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Beitrag von kaldini » 28.07.2006 - 22:32

Super Bericht Miki! Du bringst Leute auf Ideen...

Bahnen scheinen im SOmmer ja auch einige zu laufen. Dachte immer im Sommer ist da alles leer und trostlos.
Wie sieht es denn mit Mountainbikewegen aus? Und sind die Poma Satellit Stationen abgeschlossen?

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Beitrag von Emilius3557 » 28.07.2006 - 23:24

Auch dieser Teil des Urlaubs sehr gelungen und von interessanten Einblicken gekrönt!

Zu Pisaillas: da sieht man, wie massiv dort oben alles platt gemacht wurde. Das Problem ist wohl fast mehr noch natürlich der große Massenverlust des Gletschers. Wenn der eine dickere Firndecke hätte - kein Problem. Aber ohne Kunstschnee kommt man ja kaum mehr von der 4-KSB zum SL hinüber. Und gegen einen 5°C wärmeren Juli kommt man wohl eben auch mit Kunstschneemassen nicht an...

Frage: wenn ihr schon am Iséran oben wart, nehme ich fast an, dass ihr auch kurz hinüber zur Talstation 4-KSB Cascade gefahren seid und geschaut habt, was von den beschneiten Abfahrten dort hinunter noch übrig war, stimmt das? Würde mich stark interessieren, was dort noch an Kunstschneeresten liegt.
Andererseits hätten die Bilder dann chronologisch schon hier hinein gehört, oder? :D

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Beitrag von Alpi » 29.07.2006 - 16:52

Sehr interessanter Bericht!
Jetzt weiß ich wo ich im Sommer mal hin muß!
Da schreibst das doch relativ viele Leute im Ort sind, das buchen war aber wohl kein Problem?

Hab immer gedacht das es dort viel "steiniger" ist im Sommer!
Auf den Bildern gewinnt man den Eindruck das nach den Bauarbeiten an Pisten und Liften nicht sofort wieder begrünt wird oder man sich zumindest nicht so darum bemüht!

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Beitrag von gerrit » 30.07.2006 - 10:05

Auch ich schließe mich den Stimmen der anderen an und möchte hiermit ein ausdrückliches Lob für diesen interessanten und vor allem höchst "erfrischenden" Bericht aussprechen.
Klimatisch gesehen bist Du (@miki) offenbar wirklich absolut in einem falschen Teil der Welt geboren worden, wenn Du auf 2000 m so auftaust (wobei das eigentlich nicht das treffende Wort sein kann.... :wink: )
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Beitrag von miki » 02.08.2006 - 13:15

Ich bin euch noch einige Fotos 'schuldig', das muss ich schnell nachholen. Am Freitag fuhren wir zum dritten Mal auf die Grande Motte, diesmal als 'gemeines Fussvolk', also ohne Skier. Ziel war die Eishöle oben am Gletscher (sowohl die Liftfahrt als auch der Eintritt sind mit der 'Carte Sportignes' kostenlos, und das muss man ja ausnutzen :wink: ).

Es handelt sich um keine natürliche Eishöle, sondern um ein in den Gletscher hinengebautes Tunnelsystem:
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Das ganze würde ich - sehr grosszügig - als 'mässig interessant' einstufen. Naja, wenigstens ist es drinen sehr kühl, und die blaue Farbe des Gletschereises von unten hat auch was an sich. Drinen hat man ein paar Skulpturen aus dem Eis gehauen, u. a. einen Dynosaurier und einen Mammut in Originallgrösse:
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Wenn man zu Fuss oben ist, merkt man Details, die einem beim Skifahren gar nicht auffallen. Zum Beispiel: wie verwende ich eine alte Liftstütze 8O ?
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Der beste Teil war noch die Stunde auf der Sonnenterasse des Gletscherrestaurants. Seht mal die Wetterprognose: 32 Grad auf 1000m, das finde ich schon pervers :evil: . Aber mit 23 auf 2000m, damit kann ich schon leben:
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Bleibt noch der Samstag und die Reise über den Pt. St. Bernard. Dabei durchfhrt man das Skigebiet La Rosiere - La Thuile, und ohne Fotos gehts wirklich nicht:

Pistenplan, wo man nichts erkennen kann:
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Und ein solcher, wo man etwas sehen kann: http://ski.larosiere.net/articles.php?id=2

Aufgefallen: in la Rosiere wird extrem viel gebaut, überall entstehen neue Hotels, Chalets und 'residences'. Ich glaube ich habe 15 Baukräne oder so gezählt, mehr als in Tignes und Val d'Isere zusammen. Es gibt im Gebiet auch zwei moderne 6KSB's, bei einer davon habe ich die Kamera ausgepackt:

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Moderne Bahn, planierte Piste, nur etwas vermisst mein Auge ... was kann das sein ... genau: keine Schneekanone (oder Wasser/Stromanschluss) weit und breit. Auf der ganzen französischen Seite des Skigebietes (Südhang, Talstationen auf 1800 m) wird genau 1 Übungsschlepper beschneit. Na toll, damit ist wohl klar das ich niemals einen Skiurlaub hier buchen werde, obwohl das ganze recht interessant aussieht. Interessanterweise beschneien die Italiener auf der anderen Seite des Berges (Nordhang!) einen beträchtlichen Teil ihres Skigebietes, darunter 3 Talabfahrten. Die Investitionspolitik einiger französischer Skigebiete werde ich nie im Leben verstehen :? .

Bella Italia, erster Lift nach der Grenze, 4KSB Picolo San Bernardo Express (Bj. 2002, als wir das erste Mal im Sommer in der Region waren wurde die Anlage gerade gebaut). Wie sich es gehört, hier ein Leitner, in France waren es Pomas:
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Es ist inzwischen 11:50, die Bahn hat bis 12 Uhr Betrieb und dann nach der Siesta wieder ab 14 Uhr. Schnell Bergschuhe anziehen, Rucksack mit Jause packen, Liftkarten kaufen und nichts wie hinauf:
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In einem gemütlichen Spaziergang von ca. 15 Minuten erreicht man die Bergstation der 2005 gebauten fixen 4SB Belvedere:
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Und nach weiteren 5 Minuten ist der Gipfel des Mt. Belvedere, 2641m, erreicht. Nomen est Omen! Da die Bahn erst um 14 Uhr wieder Richtung Tal schwebt, haben wir hier mehr als genug Zeit. Vor und ein grosser Teil des Skigebietes von La Thuile (von Li nach Re Bergstationen Chaz Dura, Chaz Dura Express, Fourclaz und Argillien Express.):
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Hinter uns die französischen Lifte, besonders gut zu sehen Chardonnet mit der Bouquetin - Piste (hallo Trinc :wink: ):
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Unter uns die neue 4SB Belvedere in voller Länge. Bei 743m bin selbst ich mit einem fixen Lift einverstanden.
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Aber – wir sich ja nicht in erster Linie auf diesen Berg gekommen um Lift zu fotografieren, dazu ist die Fernsicht hier viel zu schön. Naja, soo toll war sie leider nicht, erstens war die feuchtwarme Luft schon recht diesig und zweitens zogen die ganze Zeit Quellwolken durch.

Gerade seine Meiestät, der Mt. Blanc, versteckte sein Haupt die ganze Zeit in Wolken:
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Glacier du Rutor, obwohl der Gipfel 'nur' 3485 m hoch liegt, sieht der Gletscher noch recht ordentlich aus. Spezielles Mikroklima?
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Am Gipfel selbst genossen wir noch eine ausgiebige Jause (aus dem Rucksack, es gibt oben keine Hütte) mit französischem Käse & Baguette und italienischem Prosciutto, das letzte Essen bei angenehmen Temperaturen, bevor es wieder zurück in die Hölle ging :cry: . Und hatten genug Zeit um die Reste der menschlichen Dummheit (italienische Festungen, Bunker und Kassernen) zu 'bewundern':
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An Kenner (z. B. Gerrit :wink: ): am Foto ist doch die 3. Sektion der PB Courmayeur - Helbronner zu sehen? Und die Tourenabfahrt geht um den Gipfel herum und dann über die Scharte am linken Bildrand (ich bilde mir ein die Treppe zu sehen), oder?
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Schwarzwälder
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Beitrag von Schwarzwälder » 02.08.2006 - 16:39

Hey geile Bilder!!!
Ich freu mich schon über deinen nächsten Bericht!!! :D
Am Gipfel selbst genossen wir noch eine ausgiebige Jause (aus dem Rucksack, es gibt oben keine Hütte) mit französischem Käse & Baguette und italienischem Prosciutto, das letzte Essen bei angenehmen Temperaturen, bevor es wieder zurück in die Hölle ging Crying or Very sad . Und hatten genug Zeit um die Reste der menschlichen Dummheit (italienische Festungen, Bunker und Kassernen) zu 'bewundern':
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Für was hatten die ne Festung so weit oben??? Aber geile Aussicht wenns denen mal langweilig wurde! :)
MfG Schwarzwälder

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Re: Tignes, 15. - 22. 7. 2006

Beitrag von Skisüchtiger » 25.08.2010 - 00:09

Tolle Bilder.

Bin einfach hin und weg.

Sehr schön.

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