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Fundamenti Tour, 28 05 - 03 06 2005

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Alpenkoenig
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Beitrag von Alpenkoenig » 25.09.2006 - 22:49

Ich hoffe, es interessiert hier noch jemanden, der fünfte und vorletzte Tag der Fundamenti Tour.

Tag 5, Mi 01 06, Clusone Umgebung


Clusone – der Vormittag


Der Tag fängt diesmal bereits frühmorgens kurz nach 5 Uhr an. Nicht etwa, dass wir schlecht von Seilbahnen geträumt hätten, nein, Thomas K. stand kreideblass im Hotelzimmer und hatte sich bereits mehrmals übergeben müssen. Die Situation war schnell analysiert, heftige Bauchschmerzen mit den üblichen Begleiterscheinungen, konnten eigentlich nur eine Ursache haben: Die Muscheln vom Risotto waren verdorben gewesen! Angesichts der frühen Stunde hieß es nun erstmal abwarten, möglicherweise würde sich Thomas K. Zustand bald bessern. Ein Irrtum, denn die Frequenz der Magenentleerungen erhöhte sich stündlich und die Tour, was zu diesem Zeitpunkt allerdings mehr als nebensächlich war, stand vor dem Aus. Thomas K. musste, obwohl er sich weigerte, unbedingt das örtliche Krankenhaus aufsuchen. Glück im Unglück, dass unsere Unterkunft, zentral gelegen, nicht einmal fünf Gehminuten vom örtlichen Hospital entfernt war. Das hätte bei Weitem schlimmer kommen können …
Im Krankenhaus angekommen, mussten zuerst bürokratische Hindernisse aus dem Weg geräumt werden … Thomas K. hatte seinen Auslandskrankenschein vergessen und erst nach paar Telefonaten und Interventionen war die Bezahlung durch die Krankenkasse gesichert. Eine freundliche Ärztin, die wenigstens halbwegs der englischen Sprache mächtig war, verfrachtete Thomas K. in eine Art Kabine, in welcher die Erstversorgung stattfand. Alpenkönig musste derweilen im sterilen Gang der Ambulanz, der sich langsam füllte, auf erste Lebenszeichen von Thomas K. warten. Wie schlimm war die Vergiftung, die sich Thomas K. zugezogen hatte? Mittlerweile war Leben in die Ambulanz eingekehrt, man unterhielt sich in emotionaler Weise, wie es wir von unseren südlichen Nachbarn gewohnt sind - auch in diesem tristen Ambiente. Ein Drang zur Konversation und Emotionen, die wir in ähnlichen Situationen aus unseren Breiten nicht gewohnt sind, aber die manchmal durchaus wünschenswert wären. Thomas K. wurden inzwischen Infusionen verabreicht … Minuten … , nein, eigentlich Stunden vergingen … und erst am späten Vormittag öffnete sich wieder die Ambulanztür, wo Alpenkönig einem blassen, aber angesichts des Wiedersehens doch schon etwas erleichterten Thomas K. entgegentrat. Eine Beratung folgte und das Gespräch zwischen den Fundamenti Kriegern, aber vor allem auch der behandelnden Ärztin, sollte über alles Weitere entscheiden.
Eine Heimreise von Clusone schied an diesem Tag angesichts des instabilen Gesundheitszustandes von Thomas K. natürlich aus. Folglich hieß es abwarten und zumindest auf die Erlaubnis der Ärztin hoffen, den Patienten wenigstens ins Hotel (rück-)überstellen zu dürfen und dort in weiterer Folge auf eine baldige Genesung zu warten. Ein Wunsch, der nach kurzer Diskussion erfüllt werden sollte und die letzte Unterschrift empfanden wir, allen voran natürlich Thomas K., mehr oder weniger als eine Art Befreiung. Zu viele Pläne, oder auch Träume für die restlichen Tage geisterten noch in unseren Köpfen herum, ohne dass wir uns tatsächlich mit der ernüchternden Realität abfinden wollten. Nachdem Thomas K. im Hotelzimmer erstversorgt worden war, schlug er Alpenkönig vor, doch noch für den Rest des Tages die Gegend, sprich ein paar Schigebiete unsicher zu machen. Nach anfänglichem Zögern – vor allem der Gedanke Thomas K. in seinem jetzigen Zustand alleine zu lassen – stimmte Alpenkönig letztendlich dann doch zu. So kam ab diesem Zeitpunkt den Handys die wichtige Rolle als „Notruf“ zu und Alpenkönig brach kurz nach Mittag ins Valseriana Richtung Lizzola auf.

Nach soviel Dramatik wieder zurück zur eigentlichen Geschichte und es folgt der bereits gewohnte Überblick über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges.


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16 … Borno
17 … Passo della Presolana
18 … Lizzola
19 … Spiazzi
20 … Valcanale
21 … Colere
22 … Schilpario
23 … Albino
24 … Aviatico
25 … Alpe Arera
26 … Piazzatorre




Teil 18 Lizzola


Alpenkönig brach also mittags auf, um alleine loszuziehen. Wie sich herausstellte, war die Region um Clusone und das Valle di Scalve reich an LSAP-Anlagen. Sogar in Clusone selbst führte einmal eine Bahn zum Montagnina, deren Überreste wir jedoch aus Zeitgründen nicht mehr besichtigen konnten. Nur ein Beispiel, das stellvertretend für vieles Mehr in den Bergamasker Alpen stehen soll. Wer ein wenig in der obigen Straßenkarte schnüffelt, wird mit Sicherheit noch die eine oder andere aufgelassene Anlage entdecken.

Das Valle Seriana ist nicht unbedingt das, was man gemeinhin als Touristental bezeichnet. Die Straße war stellenweise eng und unübersichtlich, doch hielt sich der Verkehr in Grenzen. Ein rasches Fortkommen war aufgrund von Baustellen, landwirtschaftlichen Fahrzeugen und sonstigen Hindernissen dennoch nicht möglich. So dauerte es eine gute Stunde bis Alpenkönig schon nahe dem nördlichen Talschluss die Ortschaft Valbondione erreichte, von dort führte eine gut ausgebaute Straße steil bergwärts nach Lizzola. Ein Dorf, das malerisch angesiedelt, hoch über den Valle Serinana thront und sicherlich zu den architektonischen Höhepunkten der Fundamenti Tour zählte.


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Gleich zwei Panoramakarten!? Richtig, auf der Rückseite, hinab Richtung Valle Sedornia, erweitert die Seggiovia del Sole – Sponda Vaga das Angebot von Lizzola. Auf deren Webseite ist gar von einer neuen Bahn die Rede, die erst in der Saison 2005/06 eröffnet wurde. Etwas sonderbar, da an selbiger Trasse bereits in älteren Karten eine Sesselbahn eingezeichnet ist, aber auch die Bilder der Webseite den Eindruck einer nicht mehr ganz so frischen MEB Doppelsesselbahn vermitteln. Vielleicht ist damit auch nur eine Wiedereröffnung gemeint …?
Neben dieser „neuen“ DSB, gibt es noch drei weitere Sesselbahnen, allen voran die zwei „Hauptbahnen“, DSB Lizzola - Cavandola, als Fortsetzung die DSB Cavandola - Rambasi. Und zu guter Letzt die 3 SB Due Baite – Biok, die zum Zeitpunkt der Visitation noch nicht auf der örtlichen Panoramakarte eingezeichnet war, stattdessen verrichtete auf selbiger Trasse noch ein Schlepplift seine Dienste. Wenn man Informationen auf funivie Glauben schenken darf, handelt es sich bei dieser Leitnersesselbahn um eine Gebrauchtanlage aus Alta Badia. Die Bilder dazu findet man ebenfalls auf der für diese Region ungewohnt informativen Webseite.

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DSB Lizzola – Cavandola, eine Sacif Konstruktion, mit Lizzola

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Die Station von der Seite

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Betrachtungen eines Antriebes …

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Die Strecke der ersten Sektion

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Die Länge ist nicht gerade berauschend. Das weiße Dach, welches links der DSB hervorsticht, gehört bereits zur zweiten Sektion.

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Das Bergdorf Lizzola ist knapp an einem Abhang gebaut. Im Hintergrund hüllen sich die Spitzen der Valteliner Alpen in Wolken. Die Sonne ließ sich nur ganz selten blicken.

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Teil 19 Spiazzi



Beeilung war angesagt, der Patient sollte nicht zu lange in Clusone warten. Alpenkönig brauste wieder talwärts und bog etwa auf der Hälfte der Strecke zurück nach Clusone Richtung Spiazzi ab. Die übliche Serpentinenquälerei folgte und alsbald war Spiazzi erreicht. Die Wetterlage hatte sich leider nicht gebessert, die Gewitterfront schien sich mit ihren Resten hartnäckig festgesetzt zu haben.

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In diesem urigen Bergdorf verbirgt sich ...

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... eine schon etwas betagte MEB DSB.

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Antrieb in Nahaufnahme, alles recht gepflegt und aufgeräumt. Kein Wunder, bald sollte hier wieder die Sommersaison starten, denn …

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… die DSB Monte Vodala bedient zusätzlich eine Sommerrodelbahn!

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Die wuchtigen Betonniederhalter dieser DSB mit dem Ende der Sommerrodelbahn. Aussteigen heißt es jedoch …

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… schon ein paar Meter vorher. Die italienische Antwort auf Wiegand Bahnen?

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Die technischen Daten der DSB Monte Vodala. Trotz 1900m Länge nicht die längste Sesselbahn in Spiazzi. Es geht noch länger …

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Der flache untere Abschnitt, erst später …

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… steigt die Trasse ordentlich an
Zudem muss es noch eine Mittelstation geben, um den Ausstieg für den Rodelbetrieb zu ermöglichen und wir vermuten eben dort, wo die Bahn in den steileren Abschnitt übergeht.

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In der Bildmitte zu sehen ist die 2163 m hohe Cima di Timogno, die allerdings nicht lifttechnisch erschlossen ist.

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In Spiazzi gibt es natürlich auch etwas für die, die noch wackelig auf den Brettern stehen. Und was für ein antiker Leitner Tellerschlepper! Hört, wie könnte es anders sein, auf den Namen Sciovia Campo Scuola.

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Talstation im Wellblechdesign

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Die Strecke des Tellerschleppers mit idyllischer Trasse.

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Weiter zum Rekordhalter in Sachen Länge. Die 2040m lange Leitner DSB Orsini – Costa Gosa mit ihren charakteristisch roten Sesseln.

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Das ist das einzige Photo von der Talstation, weil sich plötzlich ein aggressiver Bulle zum Bewachen der Anlage animiert fühlte und Alpenkönig schleunigst die Flucht ergreifen musste. Folglich war Rückzug angesagt, Alpenkönig wollte nicht noch einmal das Krankenhaus in Clusone von Innen sehen.

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Halt, die Panoramakarte fehlt noch! Ausgeliehen von der dem Internetauftritt von Spiazzi, vor Ort waren Panoramakarten Fehlanzeige. Ob möglicherweise genau der Stier davor gestanden war, daran mag sich Alpenkönig nicht mehr so genau erinnern.

Numero 3 … Seggiovia Monte Vodala
Numero 5 … Seggiovia Costa Gosa
Numero 9 … Sciovia Campo Scuola

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Zum Abschluss noch ein Stimmungsbild von Spiazzi.
Schon in unmittelbarer Nähe, das nächste Ziel Alpenkönigs, Valcanale, das am Ende des gegenüberliegenden Tales und der wetterbedingt nur teilweise sichtbaren Flanke der Alpe Arera liegt.



Teil 20 Valcanale



Alpenkönig musste dank des Valle Seriana die Straße, die er vorher mühselig hinauf nach Spiazzi gekurbelt war, wieder runter kurven. Die Straße nach Spiazzi ist – zumindest für den normalen Straßenverkehr eine Sackgasse, ebenso wie die Bergstraße nach Valcanale, beide enden in Talschlüssen vor wuchtigen Gebirgsmassiven. Wobei vor allem Valcanale eine Abgeschiedenheit vermittelte, die wir bisher noch nicht auf der gesamten Tour erlebt hatten. Alpenkönig berichtete später, dass er sich wie am Ende der Welt gefühlt hätte und ihm jeglicher Zivilisationsstress fremd geworden war. Ebenso in Erinnerung geblieben waren die verdutzten Gesichter der älteren Herrschaften, die gemütlich am Marktplatz von Valcanale auf ihren Bänken hockten und das Autokennzeichen so musterten, als ob plötzlich ein Fremdling aus fernen Ländern in ihr Hoheitsgebiet eingedrungen wäre.
Irgendwelche Hinweisschilder auf ein Schigebiet waren Fehlanzeige und aufgrund der Enge des Tales und fehlender Abzweigungen war ein Verfahren kaum möglich. Folglich erhärtete sich ab diesem Zeitpunkt der Verdacht eines LSAPs immer mehr.
Valcanale war durchfahren und eine schmale, aber asphaltierte Straße führte gleichmäßig ansteigend in Richtung vermuteter Liftstation, von welcher Alpenkönig bis zu diesem Zeitpunkt immer noch keinen Hinweis, egal welcher Art, gefunden hatte. Doch plötzlich war Endstation, ein voluminöser Schranken versperrte Alpenkönigs Weg und die Suche musste in Folge zu Fuß weiter geführt werden. Zweifel, ob der Richtigkeit des Weges, kamen auf. War der Lift in der Karte gar falsch eingezeichnet? Zweifel, die sich jedoch bald als falsch erwiesen. Aber nun alles der Reihe nach.

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Valcanale mit seinen paar Häusern. Die Aufnahme stammte von jener Stelle, an der ein Schranken Alpenkönig an der Weiterfahrt hinderte.

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Der Herbergsbetrieb zur Rechten ist längst geschlossen. Doch wo ist der Lift?

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Dieses Gebäude sieht verdächtig aus, Alpenkönig näherte sich.

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Eine ESL, aber nach LSAP schaut die eigentlich gar nicht aus! Die Sessel hängen noch am Seil, kein auffälliges Gerümpel steht herum und man erwartet auf den ersten Blick, dass der Lift bald wieder in Betrieb gehen wird.

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Die Ausfahrtrollenbatterien können sich ebenfalls sehen lassen ...

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Erst jetzt wird es augenscheinlich, dass diese Sesselbahn nie wieder fahren wird, die Trasse wächst sicherlich seit gut 10 Jahren zu. Den Stützen nach eine Sacif Anlage, die Portalstütze hätte allerdings genau so gut von MEB sein können. (siehe Spiazzi)

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Nochmals die von MEB erneuerten Ausfahrtrollenbatterien mit der Alpe Arera im Hintergrund, welche Alpenkönig an diesem Tag und wir am nächsten Tag nicht in voller Pracht zu Gesicht bekommen sollten.

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Doch nun zur Talstation. Ob es da wohl noch etwas Interessantes zu entdecken gibt?

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Umlenkscheibe im Detail, der Antrieb befindet sich nicht sichtbar oberhalb. Ja und ganz ohne Müll geht es dann doch nicht.

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Doch die eigentlichen Schätze prangern an der Außenmauer der Talstation. Zuerst ein alter Pistenplan von Valcanale ... dort oben gäbe es sicherlich noch so einiges zu entdecken

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Und eine Wanderkarte, etwas abseits des Weges gefunden. Obwohl dem Eindruck nach halbwegs neu, sind noch alle Lifte eingezeichnet - Markierungspunkte der etwas anderen Art.

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Das zweite und ebenso interessante Fundstück: Eine alte Karte von Presolana Ski! Dazu mehr in Detailausschnitten..
In voller Auflösung -> hier klicken -> viel Spaß beim Stöbern!

Die Detailausschnitte:

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Leider hat die Qualität gelitten, aber Valcanale ist durchaus zu erkennen. Und nicht zu übersehen das zweite Geisterschigebiet rund um den Pizzo Arera -> Alpe Arera. Mehr zu diesem „Mega-LSAP“ am letzten Tag der Tour.

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Ein Plan vom Passo della Presolana mit dem Skigebiet Malga di Pora, die geplante Verbindung beider Schigebiete ist jedoch bis heute nicht fertiggestellt. Siehe dazu Kapitel 17!

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Spiazzi, Lizzola und Colere im Überblick
Ein Wort zu den Projekten: Die DSB Sponda Vaga in Lizzola wurde erst letztes Jahr verwirklicht. Steht ja bereits weiter oben geschrieben.

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Schilpario im Detail. Das Gebiet hatte auch schon bessere Tage gesehen, doch dazu auch später mehr.

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Ein letzter Blick zu dem verfallenden Hotel, dann hieß es für Alpenkönig wieder aufbrechen und schleunigst ins Hotel nach Clusone zu brausen, um dem blassen Thomas K. einen weiteren Besuch am Kranken- äh Hotelbett abzustatten. Natürlich nicht ohne eine sofortige Berichterstattung und Vorführung der Bilder. Hätten die Ärzte im Krankenhaus die Bilder gesehen, so wäre Alpenkönig wahrscheinlich ans Bett gefesselt und gleich in die psychiatrische Abteilung überstellt worden.


Teil 21 Colere



Nach dem Zwischenspiel in Clusone – Thomas K. Zustand hatte sich inzwischen weiter etwas gebessert - brach Alpenkönig am späten Nachmittag zu einer zweiten Besichtigungstour auf. Stets mit griffbereiten Handy, um eventuell sofort auf Notrufe des Patienten schnell reagieren zu können. Viel Zeit blieb nicht mehr, aber es würden sich auf alle Fälle noch zwei Gebiete ausgehen.
Der Weg führte Alpenkönig an Clusone vorbei wieder auf den Passo della Presolana, diesmal jedoch von der anderen Richtung. In etwa der Mitte zwischen Passhöhe und der Einmündung in die Talstraße SS 294 ins Valle di Scalve zweigte die Straße nach Colere ab. Die italienische Gründlichkeit – schließlich sind Schotterstraßen ein Dorn im Auge – wurde dieses schmale Bergsträßchen gerade asphaltiert, was wunderschöne Teerflecken am Lack hinterließ. (Anm. Alpenkönig: Was muss ich da lesen? Warum erfahre ich dies erst ein Jahr später??)
Im Gegensatz zu der vorherigen und auch folgenden Station war Colere ausnahmsweise kein Fall für den Alteisenhandel.

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Blick von der Straße nach Colere ins Valle di Scalve.

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Ganz schön tiefe Taleinschnitte

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Im Talstationsbereich der DSB Carbonera – Polzone. Wie immer wurde alles akribisch untersucht und in diesem Falle wenigstens der Talstationsbereich für die Nachwelt auf der Speicherkarte festgehalten. Über den Zustand der Anlage selbst lässt sich streiten, mehr dazu ein paar Bilder später. Das Innere der Talstation machte einen halbwegs gepflegten Eindruck, der Gerümpelfaktor war dann doch eher im unteren Bereich der nach oben offenen Mülllscala anzusiedeln.

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Ausfahrt DSB
Man beachte die massiven Rundrohrstützen aus dem Hause MEB. Bisher waren wir von MEB mehr die eckigen Formen gewohnt. Auf unserer gesamten Tour fiel uns MEB überhaupt durch deren Kreativität in Sachen verschiedener Ausführung auf, die besonders die Unterscheidung zu Sacif erschwerte. Mal abgesehen davon, dass sich wiederum Sacif Bahnen gerne mit MEB Rollen schmücken, was vor Ort die eine oder andere Falschidentifizierung zur Folge hatte.

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Die weitere Strecke. Im Hintergrund versteckt sich ein weiterer Niederhalter. Warum der wohl dort ist?

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Ein Felseinschnitt muss eben mit Hilfe dieser überwunden werden.

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Talstation + Colere

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Soviel zum Thema Zustand!
Aber sie fährt noch, und wie …
Während Alpenkönig nämlich noch ein paar Bilder knipste, um die Details in der Talstation festzuhalten, knatterte und ratterte es plötzlich. Ein Sprung zur Seite! Was war denn das??? Alpenkönig blickte erstaunt zur Seite und konnte es kaum glauben. Die Sesselbahn setzte sich wie von Geisterhand gesteuert in Bewegung, jemand musste sie in Betrieb genommen haben. Da im Talstationsbereich weit und breit keine Menschenseele zu erspähen war, kann nur jemand in der Bergstation den Schalter umgelegt und die Reise nach unten angetreten haben. Kurzzeitig kam Alpenkönig der Gedanke diese Chance auf eine Gratisbergfahrt zu nutzen, was er aber angesichts der Tatsache auf mächtig viel Ärger dann doch blieben ließ …

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Etwas Statistik muss sein – die aktuelle Panoramakarte

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Wie man sieht, wurde hier im Gegensatz zu anderen Gebieten investiert. Beachtlich zudem die Höhenunterschiede und die variantenreichen Abfahrten in der oberen Etage, Colere hinterließ einen recht guten Eindruck.

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Der alte Plan: Die DSB hatte sogar eine Mittelstation, Vermutlich seit der Beschneiung der Talabfahrt nicht mehr notwendig. Überpinselt wurde der Schlepplift Plan di Vione zwischen den Abfahrten F und L und die 3 SB Corna Gemelle - Ferrantino wird noch als Projekt geführt.



Teil 22 Schilpario



Das Vorhandensein eines Korbliftes in Schilpario war uns bereits bekannt. Hatte doch Petz in seinem unermüdlichen Forscherdrang diesen auf seinen Motorradtouren ausfindig gemacht. In diesem Zusammenhang mussten wir auch, dass das Gebiet schwerstes LSAP ist. Angesichts unserer Planung war es ja auch nicht ganz unbeabsichtigt, etwas häufiger auf Liftleichen zu stoßen. Man hat sozusagen ein Fossil vor sich und analysiert dessen Entstehungsgeschichte und Ende. Wenn man so will, Sezieren der etwas anderen Art.
Alpenkönig kurvte durch die kleinen Nester Teveno und Pezzolo nach Vilminore, wo er wieder auf die SS 294 traf, die nach Schilpario führte. Der Korblift selbst war aufgrund seiner auffälligen Farbgebung dann recht leicht zu finden.

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Annäherung an eine Unbekannte. Das sieht schon mal gut aus – richtig schön verfallen!

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Von vorne schaut es weniger gut aus, da der massive Gitterzaun weitere Forschungsarbeiten im Inneren der Talstation verhindert. Das Ding rostet seit sehr vielen Jahren vor sich hin!

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Dennoch kann Alpenkönig ein paar Bilder von der „Gerätekammer“ ernten. Die Pistenwalze hatte auch schon bessere Tage gesehen und die Tellerliftgehänge scheinen auch nur Ersatz zu sein. Und überall jede Menge Rost.

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Ausfahrtrollenbatterie - das Seil liegt nicht mehr in den Führungsrollen.

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Die Rollen selber schauen von der Seite halbwegs neu aus. Aus der Nähe betrachtet hat der Laufflächengummi mehr Risse als der Grand Canyon.

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Die Konstruktion eines Flugdaches nach italienischen Normen. Sehr kreativ auf das Seil gelegt.

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Alpenkönig gab sich bei diesem Lustobjekt nicht mit ein paar Bildern der Talstation zufrieden! So führte ihn sein Weg bis zur Bergstation des Tellerliftes.

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Stimmungsbild mit Schilpario.

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Es stürmte ganz ordentlich!

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Nach der Wiese folgt ein Waldstück – der Korblift verschwindet fast darin. Der lange Stillstand hat die Bäume geradezu in die Höhe schießen lassen.

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Das fröhliche Körbesuchen im Wald, ein Osterbrauch in Schilpario

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Eingewachsen! Ein paar Jahre später hat die Natur die Stütze endgültig zurückerobert.

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Nach dem Waldstück quert der Korblift die Abfahrtsschneise

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Die letzten Meter Alpenkönigs vor der Umkehr. Ein Aufstieg bis zur Bergstation schien ihm aufgrund der unbeständigen Witterung, des Nebels am Berg und der späten Tageszeit nicht mehr wirklich sinnvoll, obwohl es gar nicht mehr so weit bis zur Bergstation gewesen wäre. Der Verlauf der weiteren Trasse ist noch halbwegs zu erkennen und links davon, mittlerweile eine Mischung aus Geröll und Vegetation, war eine der Talabfahrten verlaufen.

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Bei der Stützenkombination 8 und 9 war dann endgültig Endstation. Bevor das Gelände steiler wird, verschwindet der Korblift ein zweites Mal im Wald.

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Blick zurück auf Schilpario mit den markanten rot-gelben Körben.

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Und weil sie so schön fertig sind - zum Ersten von der Seite und …

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… zum Zweiten von unten

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Stütze Nummer 2 im Detail. Hersteller Carlevaro & Savio anno 1960. Der Korblift Schilpario – Malga Epolo steht seit 1987 still.

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Nochmals der untere Abschnitt dieses frühen LSAP

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Diesmal wird von oben angefangen – die Bergstation des Tellerliftes.

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Kontraste zwischen Betrieb und Stillstand, zwischen alt und neu, Gegenwart und Vergangenheit.

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Die Talstation des MEB Tellerliftes aus dem Jahre 1998, der bereits ein Ersatz für ein älteres Modell gewesen sein muss.

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Zum Abschluss noch ein Pistenplan von Schilpario. Zwei Abfahrten sind bereits auf dieser alten Karte gestrichen.

Nach Schilpario waren die Erkundungen für Alpenkönig beendet. So führte ihn sein Weg zurück über den Passo della Presolana nach Clusone.
Der Zustand Thomas K. hatte sich weiter etwas gebessert. Kurz wurde noch die letzte Bilderausbeute präsentiert und bald begaben sich die beiden Haudegen, aus unterschiedlichen Gründen erschöpft, zur Nachtruhe. Jedenfalls stand vor dem morgigen Tag noch ein großes Fragezeichen …
Zuletzt geändert von Alpenkoenig am 06.02.2012 - 15:39, insgesamt 2-mal geändert.


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Beitrag von Petz » 26.09.2006 - 19:49

Danke für die tolle Berichtsfortsetzung, wer noch mehr Bilder von Schilpario haben will, einer unserer italienischen Kollegen war heuer ganz oben und hat jede Menge Bilder gemacht, siehe hier:

http://www.funivie.org/pagine/speciali/ ... /index.php

Der Lift ist übrigens leider grade geschliffen worden weil man sich entschlossen hat das Schigebiet mit neuen Bahnen wiederzubeleben.
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Beitrag von Alpenkoenig » 28.09.2006 - 00:14

Petz hat geschrieben:Der Lift ist übrigens leider grade geschliffen worden weil man sich entschlossen hat das Schigebiet mit neuen Bahnen wiederzubeleben.
Habs auch gerade gelesen und soweit ich das verstanden habe, wird der Korblift durch eine 4 KSB und der obere Schlepper (?) durch eine DSB ersetzt. Beide Bahnen werden von Leitner gebaut.

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Beitrag von Petz » 28.09.2006 - 02:45

Das ist der Link zum Schilpariothema bei den Kollegen - hab ich angesichts meines ersten Besuchs beim Korblift eröffnet weil ich um Infos ersuchte was da mal früher im oberen Bereich wo ich nicht raufkam für ein Lift stand.

http://www.funiforum.org/funiforum/viewtopic.php?t=1418

Mittlerweile wird auch über den Neubau hier diskutiert.

Vielleicht liest unser Andrea (force21) , der ja auch Member bei den italienischen Kollegen ist den Bericht und kann uns über den Neubau das wichtigste übersetzen.
Hab ihm ne PN geschickt und darum gebeten.
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Beitrag von Petz » 28.09.2006 - 21:14

Zuerst dürft Ihr mal selber südtirolerisch in hochdeutsch übersetzen.....Pn von force21:

hoi, honsmor mol durchglesn, also:
stott der gondelbohn isch die nuie SA4 schilpario epolo und es soll a a hotel an der bergstation kemmen (wenn? net gstondn)
im sommer 2007 sollte der sklilift epolo mit a S2 ersetzt werdn und fir dor saison 07/08 no a S2 stott martelet-cornabuca!
servus Andrea!

Übersetzung von mir kommt später oder von force21 selber denn ich spann Euch gerne bissl auf die folter..... :wink:
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Beitrag von GMD » 28.09.2006 - 21:39

Na so schwer ist das auch wieder nicht.
force21 hat geschrieben:Hallo, habe es mir mal durchgelesen, also:
Statt der Gondelbahn steht die neue 4KSB Schilpario Epolo und an der Bergstation soll ein neues Hotel entstehen (Wann? Stand nicht da). Im Sommer 2007 soll der Skilift Epolo durch eine DSB ersetzt werden und für die Saison 07/08 eine DSB Martelet-Cornabuca!
Hoffentlich habe ich es gut hingekriegt!
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Beitrag von Kaimue » 29.09.2006 - 13:12

Toller Bericht über mir unbekannte Skigebiete in phantastischer Landschaft. Danke.


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Beitrag von Alpenkoenig » 29.09.2006 - 15:11

@Kaimue: Danke für das positive Feedback!
forche21/Petz/GMD hat geschrieben:Hallo, habe es mir mal durchgelesen, also:
Statt der Gondelbahn steht die neue 4KSB Schilpario Epolo und an der Bergstation soll ein neues Hotel entstehen (Wann? Stand nicht da). Im Sommer 2007 soll der Skilift Epolo durch eine DSB ersetzt werden und für die Saison 07/08 eine DSB Martelet-Cornabuca!
Hm, der Schilift Epolo soll auch ersetzt werden!? Verstehe ich nicht wirklich. :roll:

Zum Vergleich aktuelle Bilder aus Schilpario. Besonders das letzte Bild zeigt, wie heftig bereits "geackert" wurde.

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Beitrag von Alpenkoenig » 20.10.2006 - 20:40

Tag 6, Do 02 06, das Finale


Teil 23 Pendelbahn Albino – Selvino


Wir schreiben mittlerweile Donnerstag den 02. Juni 2005, der auch als der letzte Tag in die Geschichte der Fundamenti Tour eingehen sollte. Nach dem turbulenten Vortag begannen wir den Tag entgegen unserer üblichen Gewohnheit eher gemächlich. Eines war klar, letztendlich sollte Thomas K. Zustand über den weiteren Verlauf des Tages entscheiden. Dieser war nicht wirklich fit, aber noch voller Tatendrang, so wurde zwar der ursprüngliche Appenninplan verworfen, vor der endgültigen Heimreise sollte aber noch das eine oder andere Schigebiet in den Bergamasker Alpen angesteuert werden.
Kurzum, kurz nach 0800 Uhr brachen wir Richtung Albino auf, um unserem ersten Ziel, der dortigen Pendelbahn, einen Besuch abzustatten. Pilot Thomas K. wurde zum CoPiloten degradiert und hatte endlich einmal Zeit sich etwas ausgiebiger mit seinem Navi zu beschäftigen. Alpenkönig hingegen legte Kamera und Reiseunterlagen zur Seite und konzentrierte sich auf den sehr lebhaften Verkehr im Valle Seriana, was ja angesichts der Nähe zu Bergamo, aber auch des italienischen Feiertages nicht wirklich überraschend war. Vom Ausgangspunkt Clusone legten wir nur wenige Kilometer bis Albino zurück und von dort führte uns der Weg über enge Gassen zur Talstation der Pendelbahn. Unsere LSAP Vermutungen wurden nicht bestätigt und eine intakte und vor einigen Jahren renovierte Bahn präsentierte sich uns. Die Abfahrtszeiten wurden studiert und der Plan getrennt zu unserem nächsten Zielpunkt, Selvino zu fahren, wurde schnell verworfen. Angesichts eines vormittägigen 2-Stundentakts, war uns die Stehzeit dann doch zu lange und wir beschränkten uns auf eine genauere Inspektion der Talstation.
Die obligatorische Kartenübersicht soll natürlich auch diesmal nicht fehlen ...


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23 … Albino
24 … Aviatico
25 … Alpe Arera
26 … Piazzatorre


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Die Talstation in Ponte Petello, einem Ortsteil von Albino. Die Seilbahn selbst dient dem öffentlichen Personentransport und gehört zum Verbund der öffentlichen Verkehrsmittel (SAB Autoservizi). Dementsprechend günstig sind die Tarife, für eine Fahrt in beide Richtungen verlangt man 5,00 €. (Stand Juni 2006).

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Die Seilbahn führt auf den ersten Metern über ein Wohngebiet, das noch eher einer Baustelle glich.

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Stütze 1 - und Stütze 2 an der Geländekante.

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Nochmals der Streckenabschnitt nach der ersten Stütze mit dem mächtigen Spannfeld, dieses Mal aber ohne Zoom.

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In die Talstation einfahrende Gondel - leider hatten wir die Bergfahrt um wenige Minuten versäumt.

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Talstation von vorne.

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Der Stahlkoloss von unten.

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Die Gondel im Detail. Wie man am Logo unschwer erkennen kann, will man auch Radfahrer werben, die sich aber zumindest an diesem Tag allesamt für die Straße entschieden hatten.

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Die technischen Daten der Bahn. Aus dem Streckenquerschnitt wird nochmals die große Länge aber relativ kleine Höhendifferenz ersichtlich.
Die gesamte Anlage wurde 1989 von Agudio generalüberholt. Wesentlich schwieriger gestaltete sich dann schon die Recherche nach dem eigentlichen Hersteller. Alpenkönig hatte aufgrund eines Schildes in der Talstation MEB - was auch vom Bediensteten bejaht wurde – notiert, doch sind solche Aussagen in Italien mit Vorsicht zu genießen. Die Hinweise im Internet sind spärlich und die Angaben, soweit überhaupt vorhanden, unterschiedlich. Als gesichert kann jedoch angenommen werden, dass die Bahn 1958 in Betrieb ging. Eine ausführliche Bilderserie zur funivia Albino - Selvino findet man hier.

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Die Bergstation von der Straßenseite aus. Hatte Alpenkönig ein wenig an die Stationen der Pöstlingbergbahn in Linz erinnert.

Nachdem die Talstation dokumentiert war und wir uns mit dem zuständigen Bediensteten unterhalten hatten - er hatte auf unsere Nachfrage hin telefoniert, ob der Korblift am Monte Poieto in Betrieb sei – hieß es, die Steigung nach Selvino mit dem Auto zu bewältigen. Mittlerweile hatte Thomas K. wieder das Steuer übernommen, vermutlich war es die ehrgeizige Kurven- und Bergstraßensucht, die ihn als Beifahrer nicht ruhen ließ. Aber es war auch ein Zeichen, dass sich sein Zustand weiter gebessert hatte.
Die Abzweigung nach Selvino erreichten wir erst kurz vor Bergamo in Nembro. Besonders beliebt schien die Bergstraße bei den Rennradlern zu sein, unzählige quälten sich die vielen Kurven und 500 Höhenmeter nach Selvino hinauf. Und sie traten nicht etwa auf irgendwelchen billigen Rädern dem Ziel entgegen, sondern durchwegs auf teuren Hi-Tech-Rädern namhafter italienischer Hersteller. Zeitweise dachten wir, wir wären ein Mannschaftswagen bei der Tour de France. Die Größe der Gruppen variierte von Einzelkämpfern bis hin zu Großgruppen mit 15 oder mehr Personen. Alpenkönig war begeistert, hätte sich am liebsten ein Bike geschnappt und wäre selber raufgeradelt. Nun gut, nachdem wir ca. 1000 Radler überholt hatten, erreichten wir das Plateau von Selvino und fanden nach kurzer Suche die Bergstation der Pendelbahn. Während Alpenkönig ins Innere vordrang, begnügte sich Thomas K. mit der Aussicht. Doch der Höhepunkt der Tour sollte unmittelbar bevor stehen!

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Die letzte Stütze vor der Bergstation. Bei der Sanierung schien man auf diese vergessen zu haben, sie war rostig und hinterließ einen nicht gerade vertrauenswürdigen Eindruck.

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Blick auf die Strecke mit Talort Albino. Die erste Stütze auf der Kuppe ist jene, die man als letzte Stütze vom Tal aus erkennen kann.


Teil 24 Aviatico


Nachdem wir die Bergstation der Pendelbahn in Selvino verlassen hatten, fuhren wir nur mehr wenige Kilometer zum Objekt der Begierde im benachbarten Aviatico. Beide Ortschaften liegen auf einem Plateau auf etwa 1000 Meter Seehöhe, jedoch überschreiten die sanften und bewaldeten Gipfel nicht die 1400 Meter Grenze. So gesehen zwar mittelgebirgsähnlich, wenn da nicht diese tief einschneidenden Täler wären, die diese Erhebungen wesentlich wuchtiger erscheinen lassen.
Die Vorfreude auf den Korblift war groß und die Auskunft, dass er sogar in Betrieb sei, sorgte für eine weitere Steigerung. Wie es uns gebührte, konnten wir direkt vor der Talstation parken. Alle wichtigen Utensilien, die uns für die Expedition auf den Monte Poieto wichtig erschienen, wurden verstaut und nur wenige Sekunden später war bereits die Kassa okkupiert. Die Ticketpreise hielten sich in Grenzen, für eine Berg- und Talfahrt verlangte man 6€, aber wir hätten ohnehin auch mehr gezahlt …




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Die Talstation des Korbliftes mit dem großen Parkplatz. Sonderbar, hier parkt auch ein Tiroler.

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Dann der erste Kontakt mit einem lebenden Exemplar. Vorsichtig und beinahe schon ehrfürchtig näherten wir uns der Talstation.

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Alle Stützen sind in Silber gehalten, was zu den großteils roten Körben einen netten Kontrast darstellt.

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Über den Sinn oder Unsinn des Daches kann man streiten - die italienische Antwort auf Transporta Chrudim.

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Die Antriebseinheit in den heiligen Hallen der Talstation. Der verehrte Leser kann sich an dieser Stelle schon einmal Gedanken über den Hersteller machen. Vor allem empfiehlt es sich diese Architektur gut einzuprägen!

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Die Tickets sind in der Tasche und wir bereiten uns auf den Sprung in die Tonne vor.

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Nach der Ausfahrt eröffnet sich der weitere Verlauf der Strecke. Über bewaldete Grashänge gleiten wir dem Monte Poieto entgegen.

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Der zweite Niederhalter kommt in Sicht. Teilweise wurden die Körbe mit bunter Werbung versehen und sind richtige Farbtupfer geworden.

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Alpenkönigs derzeitiges Avatar

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Mit atemberaubender Geschwindigkeit fliegen wir an Aviatico vorbei.

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Wir kommen zur nächsten massiven Niederhalterstütze, deren Durchfahrt ein Erlebnis für die Sinne ist. Es riecht nach Schmierstoff, die Rollen verursachen ohrenbetäubenden Krach und zudem wird man heftig durchgebeutelt. Aber warum schreiben wir das alles, Alpenkönig hat ja auch ein kurzes "Video" gedreht: Vogelgezwitscher und Stützenkrach am Monte Poieto (2,89MB) -> Play very loud!

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Außer uns können sich nur mehr wenige für eine Fahrt mit dem Oldtimer begeistern, was wohl auch am trüben Wetter und der Jahreszeit gelegen haben kann. Wir haben es jedenfalls nicht verstanden. :wink: Im Hintergrund ein Teil von Selvino.

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Auf halber Strecke begegnet uns das Gehänge für den Materialtransport - wie man allerdings dem Bild entnehmen kann, eignen sich die Körbe viel besser für den Transport als ...

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Hier erreicht der Korblift seinen höchsten Luftstand. Ein Vorteil der Körbe ist die Bewegungsfreiheit in alle Richtungen und wir sind vom 360° Ausblick begeistert.

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Kurz vor der Bergstation meinen wir einen Teil der (ehemaligen?) Talabfahrt gefunden zu haben. Wir hatten jedenfalls nicht das Gefühl, das hier tatsächlich noch etwas talwärts präpariert wird.

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Das Berghotel mistet seine Matrazen aus ...

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Dank der Fichtenallee eine Einfahrt mit viel Flair.

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Stütze Nr.14 und nach eben so vielen Minuten Fahrzeit haben wir unser vorläufiges Ziel erreicht.


Hersteller? Schon geklärt? Nein? Dann hätten wir folgende Vorschläge anzubieten:

- MEB, Bj. 58, so erklärte es uns das Liftpersonal an der Talstation

- Trojer, so steht es in Lift-World geschrieben

- Teletrasporti, so behauptet man in Funivie. Erst später durch MEB nachgebessert
funivie hat geschrieben: Questa è la bidonvia rinnovata Aviatico-Monte Poieto(Bergamo).L'impianto originale è della Teletrasporti.Qualche anno fa è stato rinnovato con rulliere MEB e morsetti tipo Marchisio.C'è da notare che l'aver sostituito gli originali morsetti Teletrasporti a bracciale e palmole di gomma con quelli della Marchisio , ha comportato per tutti i bidoni un leggero sbandamento dovuto alla maggior sporgenza di questi ultimi morsetti.
Was mag da jetzt wirklich stimmen?? Alpenkönig hätte anfangs viel auf Trojer verwettet, zu verblüffend war die Ähnlichkeit der Stützen mit denjenigen auf die Langkofelscharte. Ein Vergleich gefällig?

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Verblüffend diese Ähnlichkeit, wobei auf den zweiten Blick dann doch erhebliche Unterschiede in bezug auf die Robas Aufhängungen festzustellen sind.

Also, noch ein weiterer Vergleich!
Diesmal mit Teletrasporti, Genova. Die Bilder stammen von Pieve di Cadore, aufgenommen zu später Stunde und bei äußerst schlechter Witterung.

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Auch nicht übel, oder? Vor allem die Befestigung der Umlenkscheibe in der Talstation ist schon verdächtig ähnlich. Derzeit Alpenkönigs Favorit! Auf weitere Vorschläge und Mittel zur Beweisführung freut sich jedenfalls das Fundamenti Team ...

Nun aber zurück zum Monte Poieto

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Umlenkscheibe an der Bergstation mit Namensschild aus Holz

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Korb Nummer 27 hat gerade gewendet und rauscht wieder talwärts.

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Technik muss auch sein. Der Schaltkasten, wo man Fehler noch ohne Laptop diagnostizieren kann.

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Ein erster Rundumblick brachte für uns die Erkenntnis, dass es am Monte Poieto keine zweite Sektion geben kann und somit die Bergstation des Korbliftes der höchste erreichbare Punkt ist. Folglich konnte die auf der Karte eingezeichnete Sesselbahn nur mehr von einer anderen Seite zum Gipfelplateau geführt haben. Zuerst wurde jedoch noch folgender Tellerschlepper untersucht.

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Aufgrund des technischen Zustandes schlossen wir einen Winterbetrieb an diesem Lift nicht aus.

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Wir begeben uns auf die Suche nach dem "verschwundenen" Sessellift. Halt! Was blitzt denn dort hinter den Bäumen hervor?

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Die Bergstation des Sesselliftes mit den an der Außenmauer gelagerten Betriebsmitteln. Wer hat das wohl wieder verbrochen? Was die Herstellerfrage betrifft, sind wohl Vergleiche zur ESL Pra Alpesina am Monte Baldo am ehesten zulässig. Möglicherweise wiederum so eine C&T/CFM Anlage ... oder doch ganz wer anderer? :roll:

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Ein Sessel im Detail. Nach Borno wäre es ein weiteres nettes Souvenir unserer Reise gewesen.

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Wir wagen uns in das Innere der Bergstation vor. Eines stand fest, der Lift musste schon länger außer Betrieb gewesen sein, überall Gerümpel, Dreck, Spinnennetze, ....

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Und wir fanden den Weg nicht nur ins Innere, sondern auch nach oben, sprich in den Motorraum. In besseren Zeiten werkelte hier ein Deutz-6-Zylinder Dieselmotor samt Hilfsaggregaten.

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Getriebe

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Wir hatten genug gesehen und ...

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… warfen noch schnell einen Blick vom Motorraum auf die Strecke. Leider blieb uns auch von dort ein Blick auf die gesamte Trasse verwehrt.

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Die Gummieinlage hatte auch schon bessere Tage gesehen ...

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Die Rollenbatterien an der mächtigen Portalstütze glänzen, als hätte es hier nie ein LSAP gegeben. Was macht denn Thomas K. da im Hintergrund? 8O

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Wild eingewuchtert präsentierte sich die Trasse, Valcanale sah auch nicht besser aus.

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Thomas K., kaum aus dem Krankenhaus in Clusone entlassen, versuchte die weitere Trasse der ESL ausfindig zu machen.

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Nun gut, wenn er schon einmal auf der Stütze oben ist, soll er auch gefälligst ein paar Fotos machen.

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Suchbild! Wer findet die Talstation?

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Die ehemalige Abfahrt am Sessellift.

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Zum Abschluss ein Bild in Richtung unseres nächsten Zieles - die Alpe Arera!
Zuletzt geändert von Alpenkoenig am 06.02.2012 - 16:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Petz » 21.10.2006 - 13:08

Ich denk die Kollegen von Funivie.org haben bez. Aviaticokorblift recht.

Hersteller Teletrasporti und mal revitalisiert weil die Rollenbatterien nicht TT zuzuordnen sind.

Portalgitterstützen in dieser Form gab es von Trojer nie, eher dann von Carlevaro - Marchisio aber diese hatten auch ne Gitterkonstruktion oder zwei parallele gewalzte U - Profile als Querträger und kein Rundrohr.

Abgesehen davon verwendete Carlevaro - Marchisio für die Stützenverstrebungen keinen Winkelstahl sondern kleinere gewalzte U - Profile.

T - Stützenform sieht zwar etwas nach Trojer aus aber der Winkel der Querrohrstützen ist anders und Knotenbleche bei der Stützenverstrebungen gibts bei Trojer nur zum Anbringen der Stützenkennung, nicht als statischen Bestandteil wie hier.

Niederhaltergehoppel müßte in diesem Lift all auf eine relativ hohe Seilspannung zurückzuführen sein denn die verwendeten Federklemmen sind Bauart Marchisio und das Beste was bez. Fahrkomfort und Klemmsicherheit überhaupt zu bekommen ist. Die Marchisioklemmen haben sehr lange gelenkige Auflaufzungen und die Klemme hält auch allein durch die Schwerkraft bedingt durch ihre Form am Seil.
Bin bei Sepp in Vellau mal versuchsweise mit offener Klemme bis zur ersten Tragstütze raufgefahren weil ich es ihm nicht glaubte - Klemme machte keinen Mux solange man nicht rumspringt, erst so versetzt sie ein bißchen im Steilstück nach dem ersten Doppelniederhalter.

Nebenbei macht "Dach" über den Körben schon Sinn weil man nicht naß wird wenns regnet und kein oder nur wenig Wind geht.

Bei dem ESB würd ich als Hersteller neben C&T vor allem auch Sacif in Betracht ziehen, sieht für mich zumindest sehr danach aus. T - Stützenform erinnert wiederum eher an neue Marchisios aber da vermute ich eher das die Sacif möglicherweise aus Restbeständen von DM Italia angekauft hat.
Grüße von Markus

Modelliftseite Petz: http://www.modellseilbahnen.com

Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)

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Beitrag von Alpenkoenig » 28.10.2006 - 23:06

Die Bilderlfut geht weiter ... der vorletzte Teil der Tour.


Teil 25 Oltre il Colle/Alpe Arera


Nachdem wir uns talwärts eine zweite Fahrt mit dem Korblift natürlich nicht entgehen ließen und Thomas K. Zustand weiter stabil blieb, stand einer Fortführung der Tour Richtung Alpe Arera nichts mehr im Wege. Bereits in der Planungsphase hatten wir über dieses Gebiet gerätselt, über das nur sehr wenig brauchbare Informationen zu finden waren. Der Verdacht eines größeren LSAPs lag nahe. Den Kartenlegenden nach sollten die Liftanlagen immerhin knapp die Zweitausender-Grenze erreichen.
So begann am späten Vormittag unser Aufbruch Richtung Oltre il Colle, auf schlecht befahrbaren Nebenstraßen gelangten wir zuerst über Trafficanti und Cornalba zum nächsten größeren Ort Serina. Erst von dort weg war die Straße nach Oltre il Colle wieder halbwegs gut ausgebaut.
Die Gegend rund um Oltre il Colle schien nicht wirklich touristisch interessant zu sein. Davon zeugte auch unser nächstes Ziel. Die Abzweigung kurz vor Zambla nach Plassa am Fuße des Pizzo Areras war leicht zu übersehen und die „Piste“ dorthin zwar stellenweise asphaltiert, jedoch hatte man die Straße seit einigen Jahren verfallen lassen. Ab und an betrübte diese Tristesse doch etwas – vor allem, wenn sich die Berggipfel in Nebelschwaden hüllten und die ganze Stimmung mehr an graue Novembertage erinnerte. In Plassa angekommen, wurden wir bereits von verfallenden Hotelkomplexen empfangen, die scheinbar noch als Appartements bewohnt wurden. Der Campingplatz am Hang war ebenfalls eher ein Ziel für Bergsteiger und Mountainbiker als für Erholungssuchende. Mit einem Satz formuliert: In diesem Teil der Bergamaskischen Alpen sagen sich wahrlich Fuchs und Hase gute Nacht!
Am Ende der offiziellen Straße fanden wir einen Parkplatz vor und ein Schranken samt Fahrverbot machte uns deutlich, dass ab sofort kein motorisiertes Weiterkommen mehr möglich war. Kurz vor dieser Endstation fielen uns noch zwei über die Straße gespannte Seile auf, die von einer Liftanlage stammten. Ein weiterer Einblick auf die Trasse war aufgrund des verwachsenen, aber auch steilen Geländes während der Durchfahrt nicht mehr möglich. So keimte wenigstens die Hoffnung auf, dass die Anlagen noch nicht abgebaut waren, ein schwerer LSAP Fall war spätestens ab diesem Zeitpunkt mehr als deutlich. Nach einem kurzen Studium der Wanderkarte erschien uns ein Fußmarsch zur "Mittelstation" am Sinnvollsten. Auf dem Weg dorthin galt es aber nicht wenige Höhenmeter zu überwinden und hinter dieser Belastung für Thomas K. stand ein großes Fragezeichen. Nach kurzer Beratschlagung beschlossen wir, wie könnte es auch anders sein, den Aufstieg doch zu riskieren. Ein Fahrweg führte anfangs gleichmäßig steil in Richtung Mittelstation, jedoch etwas zu weit links, sodass wir uns nach kurzer Zeit an einem Abzweigungspunkt für einen Pfad entschieden, der uns direkterer Linie zum Ziel führen sollte. Da man vermutlich in dieser Region Beschilderungen eher als Luxus empfindet, fiel die Orientierung nicht immer leicht – so manche weitere Weggabelung oder auch nur ein Wegabstecher - sorgten für die eine oder andere kurzfristige Orientierungslosigkeit. Zu alledem gesellte sich trübes Wetter, die Alpe Arera hing in dichten Wolken und auch wir blieben nicht von durchziehenden Nebelschwaden verschont. Richtig aufpassen hieß es kurz vor der Mittelstation, eine auf dem ersten Blick unscheinbare Wiese, stellte sich als eine einzige begrünte Schutthalde heraus, die von Stützmauern und tiefen Gräben durchzogen war. Das musste wohl das ehemalige Bergbaugebiet gewesen sein, das auf unserer Karte eingezeichnet war. Nun sollte es aber nicht mehr lange dauern, bis erste Seile unseren Pfad kreuzten …

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Der erste Kontakt mit einer Sesselbahn auf der Alpe Arera. Die Lichtverhältnisse waren alles andere als optimal.

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Ein Photo bergwärts beweist, die Mittelstation war in unmittelbare Nähe gerückt.

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Wir schlugen aber nicht den direkten Weg ein, sondern holten etwas nach rechts aus und gelangten etwa auf Höhe der Mittelstation zuerst zu diesem Schlepplift.

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Die Talstation mit dem lieblos zusammengenagelten Bretterverschlag, alles dem Verfall preisgegeben.

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Ausfahrtrollenbatterie

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Nun gut, damit hätten wir zumindest die obligatorische Herstellerfrage geklärt. So sehen also ältere MEB Schlepplifte aus.

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Ein Blick ins Innere offenbarte ebenfalls keine besseren Ansichten. Diesen Lift kann man für immer abschreiben.

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Manchmal konnte man sogar durch Löcher in der weißen, wabernden Suppe bergwärts blicken, bis zu den Bergstationen der Lifte oder gar dem 2512m hohen Pizzo Arera reichte es jedoch nie.

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Eines wussten wir bereits aus dem Fund von Valcanale, sprich der Presolana Ski Karte, dass wir aufgrund der eingeschränkten Fernsicht nur einen Teil des Tellerliftes sahen. Anhand der uns zur Verfügung stehenden Karten und Alpenkönigs Höhenmessers dürfte die Höhendifferenz etwa 450 Meter betragen haben. Überhaupt konnte die Alpe Arera beachtliche Höhendifferenzen aufweisen, während die Talstation der ersten Sektion auf 1150 Meter lag, erreichten die zweite Sektion der Sesselbahn und der Tellerlift die Zweitausender Grenze. Den Dreh- und Angelpunkt der Alpe Arera, also die Mittelstation, hatten wir auf Höhe der Talstation der zweiten Sektion mit 1530 Meter vermessen. Wie weit und in welcher Form es tatsächlich eine Abfahrt von der Alpe Arera nach Plassa gegeben hat, darüber können wir nur mehr Vermutungen anstellen. Das Gelände stellte sich unterhalb der Mittelstation nur mehr als bedingt pistentauglich heraus, möglicherweise diente der Fahrweg im Winter abschnittsweise auch als Piste. Fakt ist jedoch, dass es der Karte nach eine Talabfahrt gegeben haben muß. Zudem gab es weitere Pläne für einen Ausbau, zwei Schlepplifte sind als projektiert eingezeichnet und soweit unser Auge in der Nebelsuppe reichte, hat man diese jedoch nie verwirklicht.

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Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse beschränkten wir uns auf das Gebiet rund um die Mittelstation. Auf den ersten Blick möchte man einen Haufen Schrott vermuten, doch der Kenner entdeckt sofort, dass es sich hier um die Überreste eines Seilliftes handelt.

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Wie lange dieses Teil wohl schon vor sich hinrostet? Damit wandten wir uns wieder den interessanteren Anlagen zu und erkundeten die erste Sektion der Sesselbahn etwas genauer.

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Blick von der Bergstation auf die Strecke. Bei der hinteren Stütze kreuzte unser Steig die Trasse des Sesselliftes, dahinter fällt das Gelände wesentlich steiler ab.

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Die Gitterstützenbauweise der ersten Sektion in Nahaufnahme. Der Hersteller wird später aufgelöst. Eine Vorahnung?

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Italo-Style pur - Beton meets Stahl

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Entgegen unseren ersten Vermutungen handelt es sich um eine DSB.

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Der Schaltschrank der ersten Sektion

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Da das Innere der Talstation nicht ganz abgeschottet war, konnten wir einen Blick auf den Antrieb werfen. Der Zustand bedarf keiner weiteren Worte ...

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Ein Blick in Richtung zweite Sektion lässt ebenfalls keine Hoffnung schöpfen.

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Die Sesselhalde in voller Ausdehnung, die auf dem freien Platz zwischen erster und zweiter Sektion eingerichtet worden war. Die Sessel schauen, obgleich ihrer ungeschützten Aufbewahrung, noch recht passabel aus. Eine Info für alle diejenigen, die das Schigebiet demnächst mit wenig Eigenmittel wieder reaktivieren wollen.

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Die Talstation der zweiten Sektion ist nichts anderes als ein aufgeständerter Betonsäulenbau, der mit Wellblech verkleidet wurde. Auf unserer Hässlichkeitsskala ganz weit oben zu finden.

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Das Innere der luftigen Station

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Ein weiteres Prachtstück italienischer Niederhaltertradition, Hersteller MEB, selbe Ausführung wie die Seggiovia Monte Vodala in Spiazzi.

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Die Antriebseinheit einen Stock höher. Schnell hatten wir wieder den Zugang nach oben gefunden. Angesichts der schon etwas mitgenommenen Leiter ein gar nicht so ungefährliches Unterfangen.

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Interessantes Detail am Rande. Dem Typenschild nach wurde die zweite Sektion erst 1980 errichtet. Unserer Vermutung nach schaufelte vorher der lange rechte Schlepper das Schivolk bergwärts. Die ältere untere Sektion diente aber schon damals als Zubringer.

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Nochmals die für die Ewigkeit gebauten Betonklötze

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Bevor wir den Rückweg antreten, erkunden wir noch das letzte Arera Überbleibsel. Querfeldein marschieren wir zu dem links der Mittelstation gelegenen Schlepplift.

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Die Bergstation des zweiten Arera Schleppers. Wiederum ein MEB, aber noch lange nicht so verrottet wie der andere.

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Trasse des Schleppers mit Talstation in der Bildmitte. So übel erschienen uns die Hänge auf der Alpe Area gar nicht, abgesehen davon, dass sie fast alle südseitig gelegen waren.

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Ein letzter Blick zurück zu den Ruinen der Alpe Arera - wir verließen den Berg in jener Stimmungslage, den auch das Wetter widerspiegelte.

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Im Abstieg blickten wir auf den gegenüberliegenden Monte Alben (2019 Meter) und die Ortschaften Zambla (links) und Oltre il Colle (rechts). Ein Besuch der unterhalb des Monte Alben gelegenen Conca dell' Alben hätte sich durchaus gelohnt, wussten wir dort doch von der Existenz von zwei Liftanlagen. Obwohl wir in unseren Unterlagen nur Schlepplifte eingezeichnet hatten, sprechenAufnahmen der italienischen Kollegen von einer durch einen Felssturz zerstörten Sesselbahn.

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Bedrohliche Stimmung auf dem Passo della Crocetta mit Zambla, dem Sattel in der Bildmitte. Inzwischen hatte es zu regnen begonnen.

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Wieder am Ausgangspunkt angekommen, erkundete Alpenkönig zum Abschluss die Talstation der ersten Sektion.

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Damit zur Auflösung des Herstellers - wie man dem gelben Schild am Stahlträger entnehmen kann, wiederum eine MEB Konstruktion.

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Strecke der DSB, die durch steiles Wald- und Felsgelände führt. Auf unserer gesamten Tour die einzige MEB Bahn mit Gitterstützen, nur der Niederhalter bot ein gewohntes Bild.

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Kassa geschlossen!

Nachdem Thomas K. Alpenkönig wieder aufgelesen hatte, fuhren wir die Holperstrecke zurück nach Zambla. Das Arera Massiv würde derzeit das bleiben, was es momentan ist – ein Dorado für Bergsteiger und Tourengeher. Valcanale, das auf der anderen Seite des Pizzo Areras liegt und von Alpenkönig am Vortag besucht wurde, war ebenfalls schon längst LSAP. Was letztendlich tatsächlich geschehen war, entzog unserer Kenntnis, die Zeit reichte nicht aus, um die näheren Umstände ausfindig zu machen.
Soll man übrigens den letzten Plänen Glauben schenken, plant man eine Straße auf die Alpe Arera, außerdem soll die zweite Sektion revitalisiert werden ....
Zuletzt geändert von Alpenkoenig am 06.02.2012 - 18:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Alpenkoenig » 18.11.2006 - 22:41

Teil 26a: Piazzatorre alt/Torcola Soliva


Von Zambla fuhren wir wieder über die Holperstraße nach Oltre il Colle zurück. Kurz hinter dem Pass namens Forcella bogen wir nach Dossena ab und je näher wir dem Val Brembana kamen, desto freundlicher wurde auch das Wetter. Beim Abstieg nach San Giovanni empfing uns sogar Sonnenschein und die Temperaturen stiegen in den Empfindungsbereich „sommerlich“. Auf der gut ausgebauten Straße durch das Valle Brembana trafen wir in Piazza auf den Abzweigungspunkt nach Piazzatorre, wo uns nach Borno die zweite Eiergondelbahn erwarteten sollte. Der Anstieg nach Piazzatorre war ungewohnt kurz und dort angekommen, begaben wir uns auf die Suche nach der Ovovia. Der verwinkelte Ortskern mit seinen engen Gassen und Einbahnen vereinfachte das Auffinden nicht gerade. Doch was sahen wir dort? Alle Gondeln waren bereits abmontiert und standen in Reih und Glied auf dem engen Areal der Talstation - ein Dejà-vu-Erlebnis à la Borno.

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Die Strecke mit dem kurzen Einstiegsbereich, dahinter fällt man tief. Aber wie heißt es so schön: No risk, no fun!

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Die Strecke der Marchisio Bahn im Zoom.

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Die versammelte Belegschaft in dezentem Blau gehalten mit schicken getönten Scheiben - ein Kontrapunkt zur nüchtern gehaltenen Stationsarchitektur.

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Die Eiergondeln von außen und …

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… innen. Bequem erschienen sie uns nicht, dafür umso kultiger.

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Ein Blick ins Innere der Station, die außer einer knallroten Umlenkscheibe und den Gondeln nicht mehr viel preisgab.

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Pistenplan und Anlagenstatistik des (derzeit) stillgelegten Schigebietes


Teil 26b: Piazzatorre neu/Torcola Vaga


Mehr als die Talstation der Ovovia in Piazzatorre konnten und wollten wir aufgrund des bereits angebrochenen Nachmittags nicht mehr besichtigen. Am Berg hätte es zwar noch ein paar Leckerbissen lifttechnischer Art gegeben, doch ließen wir es mit der Erkundung der Talstation gut sein. So genehmigten wir uns noch einen kleinen Imbiss in der offensichtlich einzigen geöffneten Lokalität im Zentrum von Piazzatorre. Dort erfuhren wir, dass die Ovovia im August - wahrscheinlich zum letzten Mal - in Betrieb genommen werden soll. Aber so genau wisse man das alles auch nicht, die Zukunft der Bahn sei jedenfalls ungewiss. Wir verließen den Kessel von Piazzatorre dennoch nicht sofort, sondern begaben uns weiter Richtung Talende, wo uns das „zweite“ Schigebiet erwartete. Die Straße dorthin war keinesfalls eben, die Strecke führte stetig ansteigend am „alten“ Piazzatorre vorbei, ehe wir den großzügigen Parkplatz der neuen Schistation erreichten. Die Tradition war modernen Unterkünften gewichen und ein größerer Hotelkomplex der gehobenen Kategorie stach als Erstes ins Auge.

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Die Talstation der Doppelmayr-Bahn, die auf dem ersten Blick eher einer Leitner Bahn ähnelt - vor allem das verräterische Gelb der Umlenkscheibe irritiert.

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Die behutsam ausgeholzte Trasse der ersten Sektion

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Untypische Doppelmayr Stützenschilder

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Der ergiebige Pistenplan – eigentlich nur ein durch eine Klarsichthülle geschütztes A4 Blatt - war notdürftig an der Fensterscheibe der Kasse angebracht. Armes Torcola Vaga ...

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Eine etwas ältere Panoramakarte, auf der beide Schigebiete abgebildet sind: Im Vordergrund das „alte Schigebiet“ Torcola Soliva und im Hintergrund das“ neue Schigebiet“ Torcola Vaga. Wie aus dem Plan ersichtlich, gab es keine Verbindung zwischen den beiden Schigebieten! Auf der Suche nach den Gründen dieser seltsamen Politik sind wir auf folgenden Artikel gestoßen. Aus der Überschrift geht hervor, dass man für Torcola Soliva einen Käufer („nessun acquirente“) sucht, der Betrieb ist derweilen eingestellt. („L’ovovia riaprira“)
News Valli Bergamasche hat geschrieben:Piazzatorre: Torcola, nessun acquirente - L'ovovia non riaprirà
(L'Eco di Bergamo - 12/10/2005)


Sembrano ormai ridotte al lumicino le possibilità di vedere ancora funzionanti, per la stagione 2005/ 2006, gli impianti di risalita di Torcola Soliva a Piazzatorre. La Società esercizi seggiovie Piazzatorre (SESP), proprietaria delle seggiovie, ha deciso di non proseguire piu' l'attività: troppi costi e carenza di clientela. Ma a far decidere in tal senso la società e soprattutto la prossima scadenza della cosidetta "vita tecnica" dell'ovovia di arroccamento che porta dal paese fino alla partenza delle seggiovie. Queste cabine azzurre che hanno trasportato migliaia di sciatori dal piazzale del municipio alle piste in Torcola, accompagnando per decenni l'immagine turistica di Piazzatorre, ora sono state smontate e "riposano" desolatamente accanto alla biglietteria. Le ultime speranze di poter far ripartire gli impianti erano legate a eventuali nuovi acquirenti.
Le trattative ci sono state, pare con alcuni imprenditori della valle, ma ormai i tempi stringono, e la stagione e' imminente. E nulla a oggi si e' concretizzato. "Purtroppo" - spiega il Sindaco Federica Arioli - la riapertura degli impianti per Torcola Soliva sembra molto improbabile. Il 24 Novembre scade la vita tecnica dell'ovovia e i tempi per poter far funzionare gli impianti si riducono sempre di piu'. Tra una decina di giorni sara' materialmente quasi impossibile essere pronti per partire con la stagione 2005/ 2006. Solitamente, in questo periodo, infatti, gli impianti sono oggetto della manutenzione necessaria al loro funzionamento. L'ovovia per di piu', avrebbe bisogno di ammodernamento, proprio per la scadenza della vita tecnica. Quindi i tempi ancora piu' lunghi. Proprio per poter prolungare la possibilità di funzionamento degli impianti senza intervenire con manutenzioni straordinarie, il Comune di Piazzatorre aveva proposto alla SESP una compartecipazione alla proprietà degli impianti. Cosa che, per legge, avrebbe consentito di prolungare per altri 2 anni la vita dell'impianto.
Cosi' come l'amministrazione aveva proposto di coprire eventuali perdite di gestione della stagione invernale 2004/ 2005 a condizione che la società fosse disponibile al biglietto unico con Piazzatorre SKI (l'altra società del centro turistico che gestisce gli impianti di risalita di Torcola Vaga). E da ultimo la giunta Arioli si era resa disponibile per prendere in affitto gli impianti. Ma tutte le proposte sono state rifiutate dalla SESP, che ha proseguito nella ricerca di un acquirente (tre milioni di euro circa il prezzo di partenza) per l'ovovia, due seggiovie e due skilift, ovvero tutti gli impianti di risalita di Torcola Soliva.
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Die Talstation von oben, der Antrieb befindet sich am Berg. Im Hintergrund ein paar dieser markanten Felstürme, die Piazzatorre den Namen verleihen.

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Zugang mit Förderband

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Mit diesen Erkenntnissen ließen wir es gut sein und Piazzatorre sollte eigentlich den Schlusspunkt unserer Tour setzen. Angesichts der sich ständig bessernden Wetterlage und der immer noch vorhandenen Unternehmungslust, beschlossen wir erst vom Lago di Como aus die Heimreise anzutreten. Zudem hätten sich aufgrund unserer geographischen Lage sowieso nicht allzu viele Möglichkeiten angeboten, auf schnellem Wege den Bergamasker Alpen zu entfliehen. Letztlich sollten nur mehr Lust und Laune bestimmen, auf welchem Wege wir unseren westlichen Endpunkt erreichen würden. So wurde zunächst Valtorta als nächstes Ziel auserwählt, denn der zweite Zugang zum Pian di Bobbio schien uns durchaus einen Abstecher wert. Angesichts der Tatsache, dass Valtorta eine Sackgasse war, wurde dieser Plan jedoch schnell verworfen. So beschlossen wir über das abenteuerliche Val Taleggio die tunnelreiche Schnellstraße nach Lecco zu erreichen. In San Giovanni verließen wir alsbald das Val Brembana und tauschten die gut ausgebaute Straße gegen eine abenteuerliche Schluchtstrecke ein.
War das Tal nach Taleggio anfangs noch recht zahm, so rückten bald die steilen Felsflanken immer bedrohlicher an die Straße heran. Schließlich mussten sich Straße und Wildbach die Schlucht teilen, ein wechselnder Kampf um die Vorherrschaft begann. Kurz vor der verschlafenen Ortschaft Taleggio war dieses Schauspiel dann zu Ende und die Enge wich einer Art Kessel. Bäuerliche Kultur prägte ab nun für einige Kilometer die Landschaft, saftige grüne Wiesen mit Almvieh boten einen Kontrast zu den ringsum grauen Felsmassiven. Kurz vor der Passhöhe in San Pietro wurde es noch einmal richtig spannend. Gegenverkehr sorgte auf dem großteils nur mehr einspurig augebauten Sträßchen für erhöhten Puls - wenige Ausweichen boten genügend Platz für solche „Manöver“. Erst ab der Passhöhe am Culmine San Pietro änderte sich das Landschaftsbild grundlegend, war die Ostseite primär durch schroffe Felsen und Enge geprägt, öffneten sich auf der Westseite nun plötzlich weite und gutmütige Berghänge, die eben auch Schilauf möglich machen.

Abschließend noch eine Kurzübersicht über die „Bonusstationen“ der Fundamenti Tour, die nicht geplant waren und sich eher zufällig aus dem Verlauf unserer finalen Route ergeben haben.

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27 … Moggio/Pian di Artavaggio
28 … Barzio/Pian di Bobbio
29 … Margno/Pian delle Betulle


Teil 27: Moggio – Pian di Artavaggio


Bereits kurz nach der Passhöhe von San Pietro erkannten wir aus der Ferne Seile einer Anlage, die wir jener von Artavaggio zuordneten. Nur wenig später wurde unsere Vermutung bestätigt und wir bogen zur direkt neben der Hauptstraße gelegenen Talstation ein. Die Bahn präsentierte sich in einem Zustand, wie wir ihn eigentlich nicht erwartet hätten. Was bei unserem Kurzbesuch auf dem ersten Blick eher nach einer umfangreichen Revision aussah, war tatsächlich eine Sanierung und Modernisierung der bereits seit Jahren stillgelegten Pendelbahn. Ein Link zu Trincerones empfehlenswerten Bericht aus Moggio soll an dieser Stelle natürlich nicht fehlen.

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Der Ausblick kurz nach der Passhöhe auf Moggio und Barzio - die beiden Dörfer scheinen fast zusammengewachsen zu sein.

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Die sehr eigenwillige Architektur der Talstation. Die runde Form tanzt zwar vollkommen aus der Reihe, fügt sich jedoch harmonisch in die Umgebung ein.

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Eine Station im Umbruch - nicht nur die zusätzlich gespannten Seile wiesen auf Bautätigkeiten hin.

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Ein Blick ins Innere der 1961 von C&T errichteten Pendelbahn.

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Bis zur auf knapp 1650 Meter hoch gelegenen Bergstation müssen 753 Höhenmeter überwunden werden, die Streckenlänge beträgt 2653 Meter.

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Zoom zu der auf dem Felsplateau errichteten Bergstation

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Überall lagen neue oder ausgebaute alte Teile herum - hierbei dürfte es sich um die Leitern für die Stütze(n) und die Stationen handeln.

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Des Rätsels Lösung, warum aus der Talstation so viele Seile heraus führen: Die Abspannung für das Tragseil wird gerade getauscht oder überarbeitet. Um das Seil nicht neu aufziehen zu müssen, wurde diese Vorrichtung angebracht.

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Das Gegenstück in der Talstation

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Für die technischen Ausführungen ist MEB zuständig, ein weiterer Beweis dafür, dass dieser Hersteller noch aktiv ist.

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Wohl das interessanteste Fundstück in Moggio - die historische Panoramakarte! Die Pendelbahn diente im Winter als Zubringer zu 7 Schleppliften, die vermutlich allesamt LSAP sind. Dort oben hätte es sicherlich noch eine Menge zu entdecken gegeben. Aber wer weiß, ob nicht im Zuge der Wiedereröffnung auch über eine Reaktivierung des Schigebietes nachgedacht wird ...
Apropos Wiedereröffnung, am 15 07 2006 war es dann endlich soweit, nach fünfjährigem Stillstand wurde die Pendelbahn feierlich in Betrieb genommen.
Provincia di Bergamo hat geschrieben:Artavaggio: la funivia è ripartita dopo 5 anni

Il gran giorno è arrivato: sabato 15 luglio, ha ripreso a funzionare la funivia che da Moggio (in Valsassina) sale ai Piani di Artavaggio, a cavallo tra la Val Taleggio e la Valsassina: una zona montana di grande fascino, molto conosciuta e frequentata anche dai bergamaschi.
Un momento a lungo atteso dagli amministratori locali, per rilanciare turisticamente questo bellissimo angolo della Valsassina: la funivia cessò di funzionare il 31 agosto 2001, in quanto la società privata proprietaria dell'impianto non volle sobbarcarsi i costi della revisione generale, dopo 40 anni di funzionamento. La funivia venne così acquistata dal Comune di Moggio che, grazie a un finanziamento regionale di tre miliardi di vecchie lire, ha potuto avviare e concludere i lavori necessari.
La funivia viene operativamente gestita dalla ITB "Imprese Turistiche Barziesi", ovvero la medesima società che gestisce la cabinovia e gli impianti sciistici dei limitrofi Piani di Bobbio. E questo fatto, lascia già intravedere le grandissime potenzialità turistiche di questa zona.
"Con la riapertura della funivia di Artavaggio - spiega Lorenzo Zuntini della ITB - e con la contemporanea attività della cabinovia che da Barzio sale ai Piani di Bobbio, prende forma una nuova "area vacanze" dalle grandissime potenzialità. Un "triangolo magico" perché dai Piani di Artavaggio si raggiungerà a piedi, in quota, i Piani di Bobbio e quindi Valtorta, sul versante bergamasco. Un paradiso per gli appassionati del trekking, grazie alla riapertura dei rifugi in quota, ma anche un terreno ideale per la mountain bike, per l'alpinismo, le vie ferrate, e molto altro ancora". Con una prospettiva ancor più interessante, di cui già si parla concretamente: un'unica area sciistica Artavaggio-Bobbio-Valtorta. Riattivando gli esistenti impianti sciistici di Artavaggio, e collegandoli con i Piani di Bobbio e quindi con Valtorta, si realizzerebbe un comprensorio sciistico a livello regionale. Per il momento, come primo passo, nel prossimo inverno dovrebbe già essere riattivata una sciovia, per lo sci da discesa.
La funivia funziona in modo continuativo tutti i giorni dalle 8,30 alle 18, con una pausa dalle 12,15 alle 13,30. Nei giorni feriali, la corsa si effettua al raggiungimento di una numero minimo di presenze in cabina, pari a 15 persone. Questi i prezzi: andata/ritorno intero 9 euro, andata/ritorno ridotto 7 euro, solo andata o solo ritorno 6 euro.
Bilder von den Eröffnungsfeierlichkeiten findet man unter dieser Adresse.


Teil 28: Barzio – Pian di Bobbio


Nach dem kurzen Zwischenspiel in Moggio folgte eine ebenso kurze Fahrt nach Barzio. Dorthin verloren wir zwar immer noch etwas an Höhe, gleichzeitig öffnete sich eine äußerst reizvolle Landschaft. Richtung Westen verhinderte die scheinbar unüberwindbare Grignegruppe eine Öffnung zum Comersee, während in entgegengesetzter Richtung die Ausläufer der Bergamasker Alpen die östliche Grenze bildeten, in denen sich zwischen Valtorta und Barzio das Pian di Bobbio versteckt. Trennen die beiden Zugänge zur Hochebene nur wenige Kilometer Luftlinie, mussten wir das Massiv umständlich über die bereits geschilderte Passstraße via San Pietro umfahren. Die Zufahrt zur Seilbahn in Barzio war schlecht beschildert und kurzfristig befiel uns sogar der LSAP Gedanke, zumal Thomas K. noch einen antiquierten Seilbahntyp (das war vermutlich die 2S Bahn von Badoni) in Erinnerung hatte - ein Irrtum wie sich bald herausstellen sollte. Wir staunten nicht schlecht, als wir in das großzügige Parkareal am Ende vom Barzio einbogen und uns, anstatt der gewohnten fixen Sesselbahnen, die Stützen einer wesentlich großzügiger dimensionierten Bahn entgegenblitzten.

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Diese Stützenform kommt uns doch bekannt vor ... stellt sich nur mehr die Frage nach dem Bahntyp?

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Die Lösung - eine Agamatic EUB mit 15er Stehgondeln - wenn man so will, das Pendant zu Wagrain. Man verzichtet in Barzio jedoch auf eine kreative Namensgebung à la Flying Verdi ...

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Die Trasse war schlechthin spektakulär! Landschaftlich ähnlich der Trasse der Gondelbahn in Moggio, aber um einiges steiler, kämpfte sich die EUB konstant ansteigend den Hang hinauf - immerhin musste bis zum Plateau ein Höhenunterschied von 900 Metern überwunden werden. Vom Tal aus sah man außerdem noch die zahlreichen Sicherungsmaßnahmen, meist in Form von Stützmauern und Drahtverhauen.

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Eine interessante Bahn in bizarrer Landschaft

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Am Ende des Parkplatzes das Schlussstück der Schiroute, die anfangs hinter dem pyramidenförmigen Felsen herumführt.
Trincerones lesenswerter Winterbericht aus Barzio sorgte unter anderem auch für Aufklärung, wie man es vom Pian di Bobbio talwärts auch ohne die Gondelbahn schafft.

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Das Innere der Bahn, die durch die Umzäunung ungewohnt gut gesichert war. Warum wohl die Türen geöffnet waren?

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Der Gondelbahnhof

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Schlussbilder aus Barzio. War das Wetter anfangs in Clusone noch richtig mies, empfing uns nahe am Lago di Como eine versöhnliche Abendstimmung.

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Die Panoramakarte von Barzio bzw. dem Pian di Bobbio - an dieser Stelle weiß der aufmerksame Leser ja bereits, in welchem Bericht er sich weiter über das Ambiente, den Style und über die Anlagen am Hochplateau informieren kann.


Teil 29: Margno – der Schlußpunkt der Fundamenti Tour


Angesichts der angenehmen Wetterlage, aber auch der schönen Landschaft beschlossen wir unsere Fundamenti Tour noch um einen letzten Stopp zu verlängern. Anstatt den kürzeren Weg nach Lecce über Ballabio zu wählen, entschieden wir noch Margno einen Besuch abzustatten, das hoch über dem nördlichen Val Sassina thront. Obwohl wir nur mehr wenige Kilometer vom Lago di Como entfernt waren, war hier von all dem geschäftigen Treiben nur wenig zu spüren - Massentourismus mit seinen Auswirkungen hatte sich anscheinend bisher noch nicht in diese Ecke vorgewagt.
In Taceno verließen wir das nördliche Val Sassina, um anschließend in weiten Schleifen das Hochtal von Margno zu erobern. Die Station der Seilbahn war leicht ausfindig zu machen, fiel uns doch schon während der Auffahrt die Trasse derselben auf.

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Direkt über dem Parkplatz schwebt die Pendelbahn stützenlos zum Pian delle Betulle. Auf der knapp 1500 Meter langen Strecke wird ein Höhenunterschied von 699 Meter überwunden.

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Die Bahn wurde 1957 ursprünglich einspurig gebaut und 1978 durch Hölzl auf zwei Fahrspuren erweitert, ehe sie 2001 durch Poma Italia generalüberholt wurde.
Eine ausführliche Bilderserie zur PB Margno - Pian delle Betulle findet man hier.

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Kabinen mit einem Fassungsvermögen für 20 Personen

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Ein gelungenes Beispiel für sachte Modernisierung.

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Zoom auf Strecke und Bergstation.

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Die Panoramakarte - zur Pendelbahn gesellen sich noch eine Sesselbahn und zwei Schlepplifte. Wiederum ein für diese Region so typisches Plateauschigebiet, das in einer Höhenlage von 1400 – 1800 Meter ein bescheidenes Pistenangebot bietet. Eine Talabfahrt oder auch Schiroute sucht man vergebens.

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(Bildquelle http://www.funivie.org)

Eine ausführliche Bildreportage zur semimodernen Graffer 3 SB Pian delle Betulle – Cima Laghetto findet man unter diesem Link.


Outro – die Chronik des Heimweges


Der Tag neigte sich mittlerweile dem Ende zu und nach einer kurzen Lagebesprechung auf dem Weg von Margno nach Taceno beschlossen wir in Bellano, also dem nächstgelegenen Ort am Ufer des Comer Sees, eine letzte und ausgiebige Mahlzeit auf italienischem Boden einzunehmen. Unseres Wissens sollte die Schluchtstrecke dorthin recht spektakulär werden. Und in der Tat – sie war es. Zwar nicht so wie am Monte Baldo, nicht wie die Schotterstrecke in Asiago oder gar am Gardasee, dennoch hatte die Route ihren Reiz. Unbeleuchtete Tunnels wechselten sich mit kleinen Brücken über tiefen Einschnitten ab. In engen steilen Kehren näherten wir uns dem Seeufer. In Bellano fanden wir trotz der verwinkelten Gassen rasch einen Parkplatz an der örtlichen Marina. Wir schlenderten die Seepromenade entlang und entdeckten dort eine recht nette Pizzeria, die alleine schon aufgrund der tollen Lage mit Blick auf den sonnenüberfluteten Comer See einen würdigen Abschluss versprach. Wir ließen die letzten Tage noch einmal Revue passieren und waren mit dem Erreichten mehr als zufrieden – kurzfristig kam der Gedanke auf, die Tour noch um einen Tag zu verlängern. Aber die vorangegangenen, teilweise auch sehr Kräfte zehrenden Tage hatten ihre Spuren hinterlassen und die endgültige Heimreise war beschlossene Sache. Die Route sollte über die kürzeste, aber auch schnellste Strecke heimwärts verlaufen. Von Bellano führte uns nun die tunnelreiche Schnellstraße entlang des Comer Sees nach Lecco. Ab dort quälten wir uns durch nicht enden wollende Vororte weiter südwärts, letztlich mit dem Ziel nahe Bergamo endlich die Auffahrt zur Autostrada zu erreichen. Viel Verkehr machte sich auf der A4 breit und wir kamen vor allem in Nähe der Großstädte abschnittsweise nur mehr zähflüssig voran. Es war offensichtlich - das Wochenende war nah und nicht nur wir, sondern auch unsere südlichen Nachbarn wollten nach Hause. Spätestens ab Vicenza nahm die Verkehrsdichte ab und via Venedig/Mestre erreichten wir das Autobahnkreuz in Palmanova. Stockdunkel war es bereits, als wir an Udine vorbeirauschten und die Steigungsstrecke durch das Kanaltal zum Grenzübergang nach Arnoldstein begann. Beharrlich kämpften wir uns die Höhendifferenz nach oben und genauso beharrlich steuerte die Tanknadel ihrem Tiefstpunkt zu. Meinten wir bei der letzten Tankstelle vor der Grenze noch, es locker bis nach Österreich zu schaffen, so hielt uns fortan der Nervenkitzel wach. Im Windschatten von LKWs versuchten wir den Spritverbrauch so gering wie möglich zu halten und letztendlich erreichten wir gerade noch die erste Tankstelle nach dem Grenzübergang. Geiz ist nicht immer geil! Ab dem Knoten Villach standen mehrere Möglichkeiten zur Wahl. Wir hatten mittlerweile genug von den unzähligen Autobahnkilometern und entschieden uns die restliche Strecke möglichst auf Bundesstraßen zurückzulegen. Auf direktem, wenn auch nicht mehr schnellstem Wege entschieden wir uns über den Triebener Tauern und die Phyrnautobahn Linz zu erreichen, wo wir auch kurz vor sieben Uhr erschöpft ankamen. Eine spektakuläre Reise mit atemberaubenden Straßen, interessanten Ein- und Aussichten, sowie vielen neuen Erkenntnissen hatte ihre Ende gefunden.


- Ende -
Zuletzt geändert von Alpenkoenig am 06.02.2012 - 18:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Pilatus » 18.11.2006 - 23:07

Einfach genial dieser Bericht!

Was war denn hier los? Drei Sessel gleich hintereinander?

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Beitrag von GMD » 02.12.2007 - 18:42

Der Korblift von Schilpario ist endgültig Geschichte, die neue 4KSB steht. http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=24284
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Beitrag von Petz » 02.12.2007 - 21:21

GMD hat geschrieben:Der Korblift von Schilpario ist endgültig Geschichte, die neue 4KSB steht. http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=24284
Da bist aber bissl hintennach, der Neubau war nämlich Winter 2006/07 schon fertig..... :lol:
Grüße von Markus

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Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)

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Beitrag von GMD » 04.12.2007 - 14:40

Weiss ich. Aber irgendwie ging das vom Forum völlig unbeachtet über die Bühne weswege ich es, als ich per Zufall darüberstolperte, nochmals aufs Tapet brachte.
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Re:

Beitrag von Bjoerndetmold » 16.03.2011 - 20:07

trincerone hat geschrieben:Hi thomas,

war ein Grafferkorblift. Ist hundertfach auf Bildern dokumentiert worden. Wenn Du den Schiatlas DSV 1976 besitzt, dann schau mal unter Bondone. Ansonsten kenn ich eine Seite, wo es mehrere Bilder vom Bondone Korblift gibt. Auch in der Bildersammlung von Funivie.org wirst du sicher was finden.

LG cM
Um ein altes Thema mal hervorzukramen:

Der DSV von 1976 erwähnt "5 Sessellifte, 4 Gondelbahnen und ein Schlepplift. Das Panorama zeigt die vier "Gondelbahnen" allesamt mit Korbsymbol,
laut Panorama verlaufen

zwei dort, wo heute der durchgehende Vierer-Sessel verläuft,"Mittel"station der "Sektionen" an der Straße,
einer im Bereich Viote in Richtung Cornetto (heute icht mehr erschlossen),
einer von Vaneze nach Vason.

Gab es also mal vier Korblifte am Bondone? Meine spätere Atlanten führen das Gebiet nicht mehr...

Björn
Wie heißt es schon in Monty Python's "Das Leben des Brian": Gepriesen sind die Skifahrer!

Sie lesen eine amtlich entschärfte Signatur. Bitte beachten Sie, dass die Verwendung dieses Zitats keinesfalls ein Affront gegenüber Personen sein soll, welche sich nicht auf Skiern bewegen.

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Re: Fundamenti Tour, 28 05 - 03 06 2005

Beitrag von münchner » 08.01.2012 - 12:10

Schade, dass die Bilder nicht mehr zu sehen sind.

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Re: Fundamenti Tour, 28 05 - 03 06 2005

Beitrag von intermezzo » 09.01.2012 - 09:34

@Münchner:

Probiers doch hier:

http://www.sommerschi.com/forum/reporta ... -t161.html

Hier sind die identischen Bilder samt Beiträge nach wie vor bestens zu sehen...


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Re: Fundamenti Tour, 28 05 - 03 06 2005

Beitrag von Alpenkoenig » 06.02.2012 - 18:28

Sämtliche Bilder auch hier wieder online ... Updates in Planung


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