1. Das Wetter. Zwar war klar, dass heute kein schöner Tag werden würde, doch hoffte ich einerseits, dass die nachmittägliche Wetterbesserung rechtzeitig eintreten würde, und andererseits dass das schlechte Wetter nicht unbedingt mit Nebel verbunden ist (zB. hatte ich gestern in Laax, siehe Schneesituation, trotz schlechtem Wetter viel Spass). Doch beide Hoffnungen erfüllten sich nur gering. Jetzt, wo ich diesen Bericht hier in Flims schreibe, scheint mir die Sonne auf den Laptop...
2. Die Skigebiete: Nun weiss ich auch wieder, wieso ich trotz geringer Distanz zu meinem Zweitwohnort seit 24 Jahren nicht mehr in Obersaxen und, abgesehen von einem Nachtskifahrevent, noch nie in Brigels war: Beide sind nicht meins. Obersaxen gefällt mir von der Topographie, den Pisten und den Anlagen nicht. Brigels ist mir zu klein. Mit der heutigen Kombination erhoffte ich mir, dass sich das etwas abschwächen würde. Hat es aber nur teilweise. Wieso ich es denn überhaupt versucht habe? Lukaaas kürzlicher Bericht hat mir gefallen, da wollte ich es doch mal wieder versuchen.
3. Die Schneelage: Dieser Winter ist von Schneearmut geprägt. Dennoch bin ich noch keinen einzigen Tag so oft auf Gras/Dreck rumgerutscht, wie heute. An vielen Orten wo ich bisher war, herrschte natürlich Kunstschnee vor und in den Skigebieten, wo der Naturschnee noch viel Platz hat (Laax, Klewenalp ua.) hat(te) es deutlich mehr. Kommt dazu, dass in beiden Gebieten auch auf den wenigen Kunstschneepisten Gras und Dreck hervorkommt. Offenbar konnte/wurde da zu knapp beschneit (werden). Jedenfalls hatte ich heute mehrfach richtig Angst um meine neuen Skis. Das hatte ich nicht erwartet, sonst hätte ich die älteren mitgenommen. Und das obwohl über Nacht etwas Schnee gefallen ist.
09.00 - 12.30 Obersaxen
Nach 6 Minuten Warten ging es pünktlich um 9 Uhr mit der Zeitlupen-3SB gemüüüüüüüüüüüütlich nach Cuolm Sura hoch:
Da ahnte ich schon, dass ich wohl bald im Nebel versinken werde:
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt (wurde zu meinem Ganztagesmotto): blaue Löcher auf dem Mundaun (wobei es auf der Livecam heute um 07.30 Uhr noch viel netter aussah):
Nach einer längeren Querfahrt durch den dichten Nebel lockerte es am Gischniga-SL etwas auf...
...sodass ich freien Blick zum Hitzeggen und zur Skiliftruine Gadenstatt-TegiaDado hatte. Dass man diese noch immer stehen lassen darf? Erinnert an Italien...:
Na, sollte ich doch Glück haben und dies ein guter Tag werden?
Auf der 42 machte ich dann erstmals Bekanntschaft mit dem dreckigen Untergrund. Ich war sehr erstaunt:
Der erste Hang am Hitzeggen ist so, wie es mir eigentlich gefallen würde. Doch solche Hänge sind in diesem Gebiet leider rar.
Ein winterliches Vella. Doch der Blick neben die Piste verrät einem, dass dies nur grad der Schnee von letzter Nacht war, der es so winterlich aussehen lässt:
Nocheinmal ging es runter zum Gischniga:
Ein Fehler...
Die Pisten am Sezner wären eigentlich nach meinem Geschmack...
...wenn denn nicht der Nebel immer wieder kommen würde...
...und es genügend Schnee hätte.
Zudem steht hier die einzige wirklich moderne Anlage mit Haube, die îch bei diesem Wetter doch sehr schätze:
Via Triel...
...und Hitzeggen...
...geht es auf die schwarze Piste am Mundaun. Schwarz ist die richtige Bezeichnung, aber nicht wegen der Steilheit, sondern wegen den durchschimmernden Steinen und Dreck
Normalerweise habe ich für alte Anlagen nicht viel Sympathie, aber der Verein Pro-Sasolas-Plitschès investiert viel Kraft und Enthusiasmus in deren Erhalt, sodass ich trotz Nebel doch wenigstens noch zwei Frequenzen generiere und meine Erinnerungen an mein Skischullager vor 32 Jahren aufwärme:
Auch die Talabfahrt nach Valata strotzt nicht vor Schnee
Ob Wetter und Schneeverhältnisse auf der anderen Talseite besser sind?
13.00 - 16.15 Brigels
Von Waltensburg geht es mit der Leitner 4 KSB Richtung Alp Dado
Hoppla, hier sieht es aber auch nicht besser aus:
Bis heute wusste ich nicht, dass es hier eine Zwischenstation hat. Man erkennt dies auch aus dem Pistenplan nicht. Gute Sache:
Mit der zweiten Sektion geht es bis auf 2400m hoch und das Wetter zeigt sich gnädig:
Die Piste 08 ist so, wie ich es in Obersaxen nirgends gefunden habe. Die macht Spass.
Also nutzen und grad mal bis zur besagten Mittelstation abfahren.
Doch schon bei der zweiten Bergfahrt ist der ungetrübte Spass vorbei. Oben reisst es zwar immer mehr auf, aber weiter unten zieht dichter Nebel rein:
Dasselbe Bild am SL Miret
Also mal nach Brigels runter. Den unteren Teil kenne ich vom Nachtskifahren im Jahre 2005:
Der Vollständigkeit halber fahre ich auch noch mit der DSB:
Nach einer kurzen Pause reisst es um 15 Uhr oben komplett auf. Dafür wird der Nebel unterhalb von ca. 2200m immer dichter. Diese Bilder musste ich mir eine Weile "einsaugen":
Blick zum Crap Masegn (Laax). Die im Richtplan GR eingezeichnete Verbindung würde ich mir wünschen, dass ich sie noch erlebe...
Um 16.00 Uhr setzte ich mich sogar noch 5min aufs Bänkli, um diesen Blick zu geniessen. Dabei fiel mir auf, dass zu Betriebsschluss die 4KSB doch auch mit 5m/s laufen könnte. Beim Feierabend haben es die Mitarbeiter wie vielerorts dann jeweils eilig...
Auf der Talabfahrt nach Waltensburg wird der Blick ins Vorderrheintal frei:
Und die Sonne zeigt sich nun auch, leider deutlich zu spät:
Und für den geneigten Leser: Seit heute bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich Obersaxen der Klewenalp wirklich vorziehe... Zumindest weist die Klewenalp aktuell viel mehr Schnee und bessere Pistenverhältnisse aus.