Dieses Mal war in Nordbünden besseres Wetter angesagt, als im Süden. Daher ging es doch recht früh morgens mit dem Autoverlad Vereina von meiner Unterkunft in Scuol rüber nach Klosters.
Den Skitag begann ich auf der Parsenn-Seite, wo ja doch ein akzeptables Angebot herrscht. Im Vergleich zum Vortag waren auf Parsenn die Pisten (fast) alle perfekt hergerichtet. Die Präparation war wirklich super. Das sorgte dann auch dafür, dass es in den wolkigeren Phasen am Morgen, in denen die Bodensicht nicht so gut war, trotzdem ein entspanntes und unbeschwertes Skifahren möglich war. Am Vortag in Ischgl war dies ja angesichts des Gerumpels auf den Pisten undenkbar.
Nur ab Obersäss bis Schifer wurde massiv nachbeschneit. Dort gab es dann auch große Beschneiungshaufen auf der Piste. War ganz witzig, aber mit Vorsicht zu befahren.
Geöffnet war auf Parsenn alles, außer Seetäli und die 2KSB. Der Gipfel wäre unpräpariert offen gewesen. Hauptertäli hatte am Morgen kurz einen technischen Defekt.
Los war auf Parsenn sehr wenig. Anstehen musste man nie und den Sessel musste ich mir nur seltenst am Rapid teilen. Dies lag aber auch nur daran, dass dort nur rund 50% der Sessel am Seil waren. Erfrischend – bei dem kalten Wetter trifft dies auch wortwörtlich zu – war die normale Fahrgeschwindigkeit der Lifte. Auch dies war ich aus Ischgl nicht mehr gewohnt. Gruobenalp schoss regelrecht den Berg hinauf.
Wegen des WEFs ist der Weg vom Ende der Talabfahrt in Davos zur Parsennbahn leider recht umständlich. Man musste einmal durch den Spar und um das Seehofseeli herum. Nervig.
Um 13:30 Uhr nahm ich dann den Ortsbus zur Madrisabahn. Dadurch erfolgte quasi der Wechsel von einem total leeren Skigebiet in ein absolut leeres Skigebiet. Die Pisten auf Madrisa waren auch am Nachmittag noch frisch. Dazu verbesserte sich das Wetter weiter, sodass ich aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus kam. So gute Pisten hatte ich schon lange nicht mehr erlebt. Das Angebot auf der Madrisa war mit dem Engadin mindestens ebenbürdig.
Auch die Naturschneepisten 7 und 9 waren in einem tadellosen Zustand geöffnet. Erst zur finalen Talabfahrt gab es ab und an ein paar leicht umfahrbare Steine. Generell scheint mir hier die Naturschneelage wesentlich besser, als anderswo zu sein. Es waren auch einige Skifahrer abseits unterwegs, die scheinbar dabei viel Spaß hatten.
Statt einen frühen Ende für die Rückfahrt wurde so eben wieder ein Skitag bis zur letzten Bergfahrt, aber ich bereute keine Sekunde davon.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Parsenn:

Die erste Fahrt des Tages führte mich zum Mähder-SL. Die Lichtverhältnisse waren etwas diffus, die Bodensicht aber gut. Am Mähder gab es ein paar harmlose Steine

Blick zur Parsennhütte

Gruobenalp. Leer und perfekt präpariert

Auch der Steilhang unter dem Furka-Zipper war makellos

Aussicht von der Bergstation des Furka-Zippers. Auch wenn die Sicht nicht immer astrein war, so konnte man sich stets auf die tadellose Arbeit des Pistenteams verlassen. Respekt!

Blick auf die Parsennhütte. Selten – oder wohl noch nie – habe ich das hier so leer gesehen

Piste unterhalb der Parsennhütte. Am Seetäli lief unten einsam und allein eine Kanone.

Blick aus dem Totalp-Sessel zum Weissfluhjoch

Und dann riss es plötzlich wieder auf. Für solche Momente liebe ich einfach das Skifahren. Die Rapid-Piste war dann gleich drei Mal perfekt zu fahren. Sorry übrigens, dass hier ein anderer Mensch auf den Bildern zu sehen ist.

Station Höhenweg. Die Piste war von oben bis unten ein astreiner Pistenteppich.

Und auch hier, andere Menschen. Aber was solls, es waren ja nur zwei

Blick zum Weissfluhjoch

Auch in Arosa gab es einige Auflockerungen. Hier der Blick über den SL Hauptertäli, der am Morgen einen Defekt hatte.

Blick in Richtung Iglu-Dorf

Und auch Meierhoftäli machte trotz etwas schlechterer Bodensicht viel Spaß

Parsennhütte

Gruobenalp-Abfahrt

Die Abfahrt am SL Kreuzweg war auch, wie immer, lässig, aber halt sehr kurz

Auch die Abfahrt an der Schiferbahn ging bis Obersäss sehr gut

Unterhalb Obersäss wurde es dann leicht schlechter, ehe dann weiter unten massiv nachbescheit wurde, was angesichts der perfekten Schneibedingungen zu großen Haufen auf der Piste sorgte

So wie z.B. hier

Gegen 11:00 Uhr begann es dann leicht zu schneien, was dem Skispaß aber keinen Abbruch tat. Die Talabfahrt nach Davos Dorf war gut, wenngleich stellenweise etwas hart.

Blick auf Davos. Leider ist der Weg vom Talabfahrtsende zur Talstation etwas mühsam

Im leichten Schneetreiben ging sich dann auch noch nach der Reparatur die Fahrt am Hauptertäli aus

Die Wasserscheide-Abfahrt ist halt immer etwas zu flach

Schnell wurde es aber wieder heller. Wie ansonsten auch überall waren die gefallenen 1-2cm Neuschnee auf den frisch präparierten Pisten herrlich zu fahren. Hier der Blick am Meierhoftäli nach oben

Und nach unten

Gähnende Leere auf der Totalp-Abfahrt. Wann erlebt man denn mal sowas?

Blick zurück

Blick zur Talstation des Furka-Zippers. Das Wetter wurde immer besser.

Gruobenalp-Talstation

Blick aus dem Gruobenalp-Sessel

Passend auf den 13:30 Uhr-Bus ab Klosters Platz machte ich mich dann auf ins Tal. Die Talabfahrt war super zu fahren. Weiter unten wurden massive Schneereserven neben der Piste beschneit.

Mutterseelen-allein auf der Talabfahrt nach Klosters

Zoom zur Madrisa. Wie man sieht, war auch die Piste am LSAP schon grundpräpariert

Die armen Hütten legen hier heute ja auch nur drauf..

Die Kanonen, die man unten sieht, beschneiten aber konsequent nur den Bereich neben der Piste. Sehr löblich, vor allem im Vergleich zu Ischgl.
Madrisa:

Der Wechsel zur Madrisa sollte sich heute mehr als lohnen. Der Pistenzustand um kurz vor 14:00 Uhr war einfach nur perfekt!

Und winterlich schaut es hier sogar auch aus.

Ausblick Schaffürggli

Eigentlich bin ich ja „nur“ hergekommen, um jede Piste mal zu fahren. Angesichts dieser „Zustände“ erwies sich dieses Vorhaben schnell als Makulatur.

Sogar die schwarze Hintenrum-Abfahrt war neu geöffnet.

Ich komme aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. Eine reine Naturschneepiste in dieser Qualität im bislang doch schneemäßig eher bescheidenen Winter 2022/23 macht mich sprachlos – positiv gesehen natürlich.

Selbstredend ist auch die Standard noch in einem Top-Zustand.

Blick auf Madrisa. Unverständlicherweise liefen sogar beide parallelen SL, obwohl gar nichts los war. Auch die 6KSB lief heute schnell und nicht so ultra-langsam wie letzten Winter, als es dort auch mal Wartezeiten gab. Ich muss das nicht verstehen, freuen tue ich mich darüber aber trotzdem.

Auch die Schafcalanda ist nicht weniger perfekt.

Zügenhüttli-Rückbringer

Die Bärnet hat oben ein paar leicht umfahrbare Steine, ist ansonsten aber auch perfekt.

Pistenvariante an der Schaffürggli-KSB an den Übungsliften vorbei


Ich fass es einfach nicht. Die Pisten werden einfach nicht schlechter. Ich kann mich vom Skifahren nicht losreisen. Bis 15:58 Uhr an der 6KSB wird alles mitgenommen, auch wenn die Schenkel nach dem Vollgas-Tag (und auch den letzten drei Tagen) langsam bedenklich brennen.

Selbstverständlich geht es dann zum Schluss über die Talabfahrt durchs Schlappintal hinab nach Klosters. In den steileren Bereichen oben gibt es ab und an etwas Gemüse auf der Piste, das aber nicht stört.

Weiterer Verlauf der Talabfahrt, die ab Schlappin ja beschneit ist und demnach ab dort kein Dreck mehr hindurch kommt.
Fazit:
Nun, was soll ich sagen? Es war einfach rundherum perfekt. Vor allem der Nachmittag auf Madrisa war sicherlich bislang das Highlight dieser Skisaison. So leere und perfekte Pisten sucht man i.d.R. vergeblich. Es ist eine riesige Leistung, in beiden heute besuchten Teilskigebieten ein solches Angebot auf die Beine zu stellen. Die Leistung hier schlägt die Leistung in Ischgl um Welten. In Ischgl hat man sicher mehr Angebot (auch wenn wir gestern ab ca. 14:00 Uhr auch alles durch hatten), aber diese Qualität, diese Ruhe und dieses stilvolle Skifahren sucht man dort völlig vergebens. Das was hier heute abgeliefert wurde, ist mit dem Engadin sicher auf Augenhöhe.
DANKE DKM, DANKE Madrisa dafür, dass ihr mir heute diesen grandiosen Skitag ermöglicht habt!