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Stiftung der Modelleisenbahnen, Crans-Montana (VS) / 28.04.2018

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Stiftung der Modelleisenbahnen, Crans-Montana (VS) / 28.04.2018

Beitrag von TPD » 15.07.2018 - 12:50

Crans-Montana, Samstag 28.04.2018

Link zur Ausstellung: http://www.trains-miniatures.ch/

Habe mir lange schon überlegt ob dieser Bericht überhaupt in das Alpinforum passt?
Aber da die Anreise mit einer Standseilbahn erfolgte war der Fall klar;)

Vor ein paar Jahren fuhr ich mit einem Ortsbus durch Crans-Montana. Dabei ist mir an einem Gebäude die Aufschrift FONDATION SUISSE DES TRAINS MINIATURES aufgefallen. Ging aber schnell wieder in Vergessenheit.
Erst kürzlich kam es mir wieder in den Sinn , dass es da doch irgend ein Museum gibt und ich habe ein bisschen im WWW nachgeforscht. Tatsächlich gibt es seit 2007 ein Modelleisenbahnmuseum. Auch wenn die Ausstellung praktisch täglich geöffnet ist, empfand ich die Öffnungszeiten von 9-13 und 15-19 eher ungünstig. Auf jeden Fall war ich gespannt was diese Ausstellung zu bieten hat? Denn der Webauftritt als solches ist eher bescheiden gestaltet. Obwohl bei der Statistik astronomische Zahlen (Über 1300 Modelleisenbahnen) genannt werden. Aber ohne grossen Erwartungen kann man auch nicht enttäuscht werden.
Am Samstag war es dann so weit und da ich am Morgen noch andere Verpflichtungen hatte, waren auch die späten Öffnungszeiten am Nachmittag kein Problem.
Um 13 Uhr ging es mit dem IC von Bern in Richtung Wallis. Ist doch toll wenn man einmal in einer Randstunde reisen kann. Der Zug war so gut wie leer. Aber trotzdem hat er eine Verspätung eingefangen und der IR90 musste in Visp den Anschluss iabwarten. Immerhin konnte man Perrongleich umsteigen.
In Sierre musste ich wieder raus. Entlang der roten Bodenmarkierung ging es zur Talstation der Standseilbahn.
Hier musste ich rund 20 Minuten bis zur nächsten Abfahrt warten. Zum Glück erwischte ich einen Direktkurs, der Non Stop Sierre mit Montana verbindet.
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Ausweiche SMC
Kurz nach 15 Uhr stand ich vor dem Museum, das sich nur ein paar wenige Gehminuten von der Bergstation der SMC befindet. Jedoch das Licht war noch dunkel und die Türe verschlossen. Na toll... bin ich halt noch ein bisschen die völlig ausgestorbene Dorfstrasse rauf und runter gelaufen.
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Eingang FONDATION SUISSE DES TRAINS MINIATURES
10 Minuten später wagte ich den zweiten Versuch und das Museum war tatsächlich geöffnet. Nun gut mit der Pünktlichkeit der Schweizer Bahnen kann sich so das Museum nicht brüsten. Macht nichts der freundliche Empfang der Kassierin lies alles schnell vergessen.
Ticket wird noch auf Karton herausgegeben und mit einer originalen Datumspresse der SMC geprägt. Selbstverständlich durfte auch das Löchlein mit der Knipszange nicht fehlen.
Danach wurde ich in den Filmraum geführt. Da die Kassieren, war übrigens die Leiterin des Museums, wusste dass ich Deutsch spreche hat sie das Video gestoppt und einen Eisenbahnfilm auf Deutsch gestartet und mich gebeten zu warten bis weitere Besucher, die sich offensichtlich angemeldet haben, gekommen sind.
Nachdem die erwarteten Besucher den Raum betraten, folgte eine kleine Einführung in die Ausstellung.
Das Fachwissen der Dame hat mich dann doch überrascht. Wer hat schon gewusst, dass die legendäre Rocket einen fundamentalen Konstruktionsfehler hat? Die beiden Kolben sind in identischer Position mit den Rädern verbunden. Somit konnte sich diese Lok in den toten Punkt manövrieren und musste von Hand angestossen werden, damit die Maschinerie wieder in Bewegung kam.
Das Museum wurde in den nicht mehr benötigten Lagerräumen eines nahe gelegenen Supermarkts eingerichtet.
Nach der Einführung konnte man sich frei durch das Labyrinth von Vitrinen schlängeln. Aber schon nach der zweiten Vitrine war es einem nur noch trümmlig. Überall wo man hinschaute Züge nichts als Züge. Und das Museum hat über 40 Vitrinen...
Jede der Vitrine war einem spezifischen Thema gewidmet.
Dies begann mit den ersten Züge wie Rocket, Adler und Spanische Brötlibahn, Güterwagen mit Bremserhäuschen, Speisewagen, Baudienstfahrzeuge bis zu Hochgeschwindigkeitszügen. Jedes Modell war mit dem Baujahr des Originals und dem Hersteller des Modells beschriftet. Die meisten Modelle stammen von den grossen und bekannten Herstellern der Spur H0.
Einzig eine Vitrine wurde dem Kleinserienhersteller Lematec zur Verfügung gestellt. So als WinWin Situation. Das Museum kann schöne Modelle ausstellen und der Kleinserienhersteller hat eine kostenlose Werbeplattform für seine Modelle im Hochpreissegment.
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Züge der Königlichen Hoheit
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TEE Züge
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Links Hochgeschwindigkeitszüge / Rechts Nachtzüge
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Speisewagen
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Altes Zubehör für die grösseren Spurweiten
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Baudienstfahrzeuge und Schmierereien
Der zweite Raum befasste sich mit der Modellbahn aus den Anfängen der Modellbahn. Ein Teil des Materials ist über 100 Jahre alt. Viele Fahrzeuge sind eine Leihgabe einer bekannten Familie aus Basel.
Sehr schön gezeigt wurde auch die Entwicklung der Stromversorgung der Modelleisenbahnen.
Von der lebensgefährlichen Widerstansschaltung für die 110 Volt Eisenbahnen über Mini Ward Leonard Umformer zu den Transformatoren, wie wir sie in modernisierter Form Heute noch kennen.
In diesem Raum konnte man sich auch in eine Lounge setzen um in Fachzeitschriften und Büchern herum stöbern. Zudem durfte man sich an einer Flasche Mineralwasser bedienen und das Örtchen für die Erledigung eines natürlichen Bedürfnisses war in der Nähe.
Eigentlich wollte uns hier die Museumsführerin ein paar Modelle in Bewegung zeigen. Aber sie wollte sich nicht mehr zeigen, da sie mit einem Verkaufsgespräch im Museumsshop beschäftigt war.
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Tin Plate Raum / Im Vordergrund die Entwicklung der Stromversorgung bei der Moba
Daneben war ein weiterer Raum. Aber darin war es stock dunkel. Soweit man erkennen konnte, sah man die Schatten von ein paar Modellbahnanlagen.

Da mir die Zeit davon floss, bin ich halt eigenmächtig in das UG abgestiegen. Hier hatte es eine Anlage, die die alte Gotthardstrecke nachbilden sollte. Mit Phantasie kann man dies durchaus erkennen. Jedoch der Anlage im Verkehrshaus in Luzern kann sie nicht die Stange halten.
Der grösste Teil der Fläche wurde jedoch von einer IIm Anlage im Western-Style beansprucht. Nun ich denke mal an dieser Anlage wird noch gearbeitet. Sehr interessant fand ich dass die Züge auf einem Anlagenschenkel über ein Gleisdreieck gewendet werden. Dadurch wurde aber die Länge der beiden fahrenden Züge empfindlich eingeschränkt.
Eine Vitrine mit ein paar amerikanischen H0 Loks war auch vorhanden. Fand ich aber eher enttäuschend. Wenn man schon im Erdgeschoss mit einer solchen Akribie schweizer Modelle herschleppen konnte, dann hätte man auch für den amerikanischen Kontinent eine deutlich grössere Sammlung zu Stande gebracht.
Aber da man hauptsächlich von Schenkungen und Leihgaben lebt, muss man halt das Beste daraus machen.
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Gotthardbahn
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Dampfmaschinenmodelle

Danach ging ich wieder hoch. Nach ein paar Minuten ist dann endlich die Museumsführerin gekommen und sie hat das Licht im Anlagenraum angezündet.

Erste Überraschung war ein funktionsfähiger Modell der SMC der Marke Eigenbau.Dabei konnte man das Prinzip der Abt’schen Ausweiche sehr gut studieren.
Nebst ein paar liebevoll gestalteten Dioramen, gehörten die meisten Anlagen in die Kategorie Spielbahn. Aber man hatte auch keine Ambitionen für eine Anlage à la Miniaturwunderland. Sondern man wollte eben zeigen wie es meistens zu Hause ausschaut. Eine Anlage war sogar noch im Rohbau. Einerseits ist der Erbauer kürzlich verstorben andererseits wollte man es gerade so belassen um eine Anlage im Aufbau zu zeigen.

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Eigenbaumodell der SMC
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Eisenbahnanlage

Danach ging es zurück in den Tin Plate Raum, um dem Rennen von zwei 100 jährigen Loks mit Federmotor mitfiebern zu können. Bei einer Lok war die Feder übrigens nicht mehr original. Aufgrund des Alters kam es zu einem Ermüdungsbruch. Glücklicherweise konnte ein Uhrmacher der Lok ein neues Herz einpflanzen.

Die Mutigen durften sich als Lokführer beweisen und einen elektrischen Buco-Zug in Bewegung setzten.
Das Bedienpult sollte den Führerstand einer älteren eLok nachbilden.

Da mir langsam die Zeit davon lief und ich später in eine Taktlücke gefallen wäre, musste ich mich trotz der Enttäuschung der Museumsleiterin, gerne hätte sie mich auch noch durch das UG geführt, aus der illustren Gesellschaft verabschieden und marschierte wieder in Richtung Bergstation.
Aber es heisst ja nicht, dass ich niemals mehr dort einen Blick rein werfen werde. Die vielen Züge und freundliche Atmosphäre rechtfertigen einen erneuten Besuch. Denn mit über 40 Vitrinen ist es fast unmöglich in einem Besuch alle Objekte im Detail zu betrachten. Fotografieren ist aufgrund der Lichtverhältnisse leider ein bisschen schwierig.
http://www.skichablais.net, die Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.


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Re: Stiftung der Modelleisenbahnen, Crans-Montana (VS) / 28.04.2018

Beitrag von missyd » 21.07.2018 - 11:22

Ich war letztes Jahr dort weil es mir beim Jeep Treffen in Crans-Montana langweilig wurde. Ich liebe Blecheisenbahnen und dort sieht man wirklich seltene und sehr teure Sammlerstücke wie z.B. der Sanitätswagen aus dem 1.WK von Märklin. Komplett mit innenausstatung!!! Eine richtige Rarität. Die Dame hat auch wirklich eine Ahnung von (Blech-)Modelleisenbahnen. Ich werde diese Ausstellung auf jeden Fall wieder besuchen.

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