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Oberengadin 24.8.-31.8.2019: 27.8: Bernina-Lej Pers-Diavolezza

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Oberengadin 24.8.-31.8.2019: 27.8: Bernina-Lej Pers-Diavolezza

Beitrag von Laax-Fan » 18.10.2019 - 22:53

Dieser Bericht ist ein Teil der Serie meiner Woche im Oberengadin: Hier geht's zum ersten Teil mit der Übersicht über alle Berichte: viewtopic.php?f=54&t=62283

Dienstag 24.8: Bernina-Lej Pers-Diavolezza

Da der Wetterbericht für den Dienstag den letzten wirklich schönen Tag der Woche vorhergesagt hatte, entschieden wir uns die eindrückliche Gletscherwelt auf der Diavolezza zu besuchen.

Wetter: Am Morgen strahlender Sonnenschein. Am Nachmittag bildeten sich einige Quellwolken, besonders um die höchsten Bergspitzen.

Route: https://www.outdooractive.com/de/route/ ... 23436107/ Wir haben die Wanderung jedoch in die andere Richtung gemacht und sind ab Bernina Suot statt Bernina Diavolezza gestartet. Die angegebene Zeit von 3h 8 min scheint mir aber sehr knapp bemessen, aufwärts haben wir ca. 4,5-5 Stunden gebraucht.

Ursprünglich wollten wir für ein etwas verspätetes Mittagessen (gegen 13:00-13:30) auf Diavolezza der anzukommen. So haben wir in Pontresina um 8:08 den Zug auf den Bernina genommen, der kurz vor 8:30 in Bernina Suot angekommen ist.

Wie versprochen folgen nun einige Fotos der Zugfahrt:

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Schöne Landschaft in der morgendlichen Sonne bei der Station Morteratsch.

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Blick zurück in einer Kurve zum Morteratschgletscher mit dem Piz Bernina darüber. Dass man Güterwagen an einen Personenzug anhängt, ist heute auch nur noch bei wenigen Bahnen üblich.

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Etwas weiter oben, erneuter Blick hinüber zum Piz Bernina und Morteratschgletscher.

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Auf Bernina Suot angekommen.

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Blick zur Talstation der Diavolezzabahn, dahinter der Piz Lagalb.

Nun sind wir dem Wanderweg auf der rechten Seite des Gleises Richtung Talstation der Diavolezzabahn gefolgt. Nach wenigen Minuten sind wir dann auf den Wanderweg rechts hinauf in den Wald abgezweigt.

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Flora in der Morgensonne.

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Wanderweg hinauf Richtung Lej Pers. Die Landschaft ist auch hier einfach wieder wunderschön.

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Der Tau glitzerte in der Morgensonne. Leider kann man dies auf einem Foto nicht so gut einfangen.

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Kleines Farn am Wegrand

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Wunderschöne Landschaft beim Aufstieg

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Zoom zum Piz Ot mit dem einzigen Wölkchen weit und breit

Wenig oberhalb der Waldgrenze folgt die nächste Abzweigung, wo man den rechten Weg wählen muss um zum Lej Pers zu gelangen.

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Glockenblume mit Tau am Wegrand

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Nicht alltägliche Perspektive auf einen Bach, den es wenig nach der Abzweigung zu überwinden galt.

War der Weg anfangs nach der letzten Abzweigung zuerst ziemlich flach, wurde er bald darauf ordentlich steil und folgt einem Bach entlang hangaufwärts.

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Bereits auf dem steileren Abschnitt: Blick zurück ins Val da Fain, in das wir am Sonntag gewandert waren. Von hier ist die Steilheit der linken Talseite, die ums am Sonntag zu schaffen gemacht hat gut zu erkennen.

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Bald darauf folgte eine relativ kurze, aber überaus steile Passage etwas durch die Felsen, bevor wir einen Zwischenboden erreicht hatten, dem der Weg dann etwas entlang führt.

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Flora am Wegrand

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Einige Minuten später führt der Weg an diesem riesigen in der Mitte gesprengten Steinblick vorbei. Schon eindrücklich was die Natur für Kräfte aufbauen kann.

Bald darauf sind wir beim Lej Pers angelangt, womit die ersten 500 Höhenmeter des Tages geschafft wären. Für mich gehört er zweifelsfrei zu den schönsten Bergseen der Woche: Zwar ist weder die Färbung noch die Landschaft darum herum besonders spektakulär, die praktisch unberührte Natur, das dort in grosser Menge wachsende Wollgras und der Fakt, dass weit und breit kein anderer Mensch zu sehen war, führten zu einer besonderen Stimmung.

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Lej Pers mit Piz Chalchang dahinter.

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Da es so schön war, gerade noch einmal aus einer etwas anderen Perspektive.

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Wollgras am Lej Pers. Im Hintergrund ist die felsige Flanke des Piz Albris zu sehen.

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Lej Pers mit Piz Albris.

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Da es so schön ist, nochmals ein Bild vom Wollgras, diesmal mit dem Piz Chalchang im Hintergrund.

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Geht man etwas weiter dem Wanderweg entlang, so taucht plötzlich im Hintergrund der Piz Morteratsch auf.

Nach dem See wird der Weg schlagartig schlechter: Der Wanderweg führt ziemlich weglos über grössere Felsbrocken auf eine 100 Höhenmeter höhere Geländestufe. Immer wieder mussten wir halten und nach der nächsten Wegmarkierung Ausschau halten, um nicht vom Weg abzukommen. Dies und der unregelmässige Schritt aufgrund der Felsbrocken machten diesen Abschnitt ziemlich anstrengend.

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Lej Pers von oben

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Nun wird die Landschaft felsiger und es ist kein Weg mehr erkennbar. Man muss sich also Markierung für Markierung „vorwärtstasten“. Im Hintergrund schauen der Piz Bernina und der Piz Morteratsch hervor.

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Stellenweise führte der Weg auch über Geröllhalden, was aufgrund eines unregelmässigen Schrittes mit der Zeit ziemlich anstrengend wurde.

Nach ca. 100 Höhenmetern Aufstieg geht es wieder etwas hinunter auf den nächsten Zwischenboden. Auf diesem befinden sich der Lej da las Collinas und zwei weiteren Mini-Seen.

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Wollgras an einem der Mini-Seen

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Spielerei mit der Perspektive. Der markante Berg in der Mitte ist der Piz Alv, der uns bereits am Sonntag während dem gesamten Aufstieg begleitet hatte.

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Der Lej da las Collinas kommt in Sicht, dahinter befindet sich der der Lago Bianco im Tal.

Nun folgte die nächste Abzweigung. Hier sind wir rechts dem Alpinwanderweg für wenige Meter gefolgt um ganz zum Lej da las Collinas zu gelangen.

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Lej da las Collinas. Hier haben wir wiederum eine kurze Pause eingelegt und die Landschaft und die Ruhe genossen.

Ruhe ist hier das richtige Stichwort: Seit unserem Start in Bernina Suot sind wir nämlich keinem anderen Menschen begegnet. Erst ab dem Lej da Diavolezza wurde es bedeutend belebter, der direkte Weg von der Diavolezza zur Talstation scheint wohl ziemlich beliebt zu sein.

Nun sind wir wieder zur Abzweigung zurückgekehrt und weiter dem Bergwanderweg gefolgt. Hier muss man leider zuerst wieder 100 Höhenmeter absteigen, die sich aufgrund der Steilheit nach mehr anfühlten. Unten angekommen gelangt man dann auf den direkten Weg von der Talstation zur Diavolezza. Alternativ kann man vom Lej da las Collinas auch über einen Alpinwanderweg zum Munt Pers aufsteigen, was wir uns aber ohne jegliche Erfahrung jenseits von normalem Bergwandern nicht zugetraut haben.

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Blick zum Lago Bianco rechts und Piz Lagalb links. Nun ging es steil bergab.

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Bereits unten, nun folgt wieder eine felsige Passage.

Nun folgte ein kleiner „Frust“: Die Kabinen der Diavolezzabahn kreuzten sich knapp oberhalb von uns, was bedeutet, dass wohl noch ungefähr die Hälfte des Aufstiegs vor uns lag. Klar waren wir in der Zwischenzeit wieder 150 Höhenmeter abgestiegen, irgendwie fühlte es sich trotzdem so an als müssten wir bereits höher sein. Da es bereits etwas nach 12 Uhr war, wurde uns auch klar, dass wir es wohl nicht mehr wie vorgesehen zum Mittagessen nach oben schaffen würden.
Hinzu kam noch, dass nun der mit Abstand unschönste Teil der Wanderung folgte: Man muss zuerst der Piste entlang und dann auf der Kiesstrasse zum Lej da Diavolezza aufsteigen. Der Lej mit seiner speziellen Färbung entschädigte dann aber für diesen Abschnitt.

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Lej da Diavolezza mit einer Kabine der Seilbahn hoch darüber. Der See hat eine wunderschöne Färbung, was im Bild leider nicht ganz rüber kommt.

Nun haben wir uns dazu entschlossen entgegen unserem ursprünglichen Plan bereits hier eine Mittagspause einzulegen und uns so für die fehlenden Höhenmeter zu stärken.

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Bereits wieder unterwegs, Blick zurück zum Lej da Diavolezza mit seiner schönen Farbe.

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Das ganze nochmal von etwas weiter oben mit Margeriten im Vordergrund.

Der Weg oberhalb des Lej da Diavolezza gefiel uns wieder ausgesprochen gut: Er führt abwechslungsreich angelegt dem Hang entlang hoch und bietet immer wieder schöne Blicke zum Lago Bianco, zum Lej da Diavolezza und in die umliegende Bergwelt.

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Blick zum Lej Pitschen, Lej Nair und Lago Bianco mit dem Ospizio darüber. Dahinter befinden sich die Berge des Puschlavs.

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Ebenfalls ergaben sich immer wieder Ausblicke auf den Piz Cambrena mit seinem Gletscher.

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Blick auf den Lej da Diavolezza fast senkrecht von oben.

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Die Diavolezzabahn transportierte unermüdlich Touristen auf den Berg.

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Bereits einiges weiter oben: Blick zurück über den Lej da Diavolezza zum Piz Alv. Links davon befindet sich das Val da Fain, in das wir am Sonntag gewandert waren.

Der Aufstieg vom Lej da Diavolezza zur letzten Stütze der Pendelbahn zog sich dann doch etwas in die Länge. Von unten her sah die Stütze relativ nahe aus, in der Tat sind es aber 330 Höhemeter, wofür wir gute 50 Minuten gebraucht haben.

Ziemlich unerwartet folgte auf dem letzten Abschnitt vor der Seilbahnstütze ein etwas abenteuerlicher Teil des Wanderweges: Der Weg führt teilweise in den Fels gehauen, teilweise über eine angelegte Treppe über eine Felsstufe hoch zur Stütze. Einige der weniger geübten Wanderer, die mit der Bahn zur Diavolezza gelangt waren, waren hier sichtlich gefordert.

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Heiklere Passage: Für geübtere Wanderer wie uns kein Problem, die „Touristen“, die mit der Bahn hochfahren und dann runter wandern waren aber teilweise sichtlich gefordert.

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Treppe hoch zur Stütze. Nach all den Höhenmetern und zudem noch in einer Höhe von knapp 2900 müM brachte uns die Treppe etwas ausser Atem.

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Treppe geschafft! Nun kommt unser Ziel in Reichweite.

Nach weiteren anstrengenden 100 Höhenmetern haben wir endlich die Bergstation der Sesselbahn auf 3002 müM. erreicht. Hier konnten wir eine kleine Premiere feiern: Für uns war es das erste Mal, dass wir die 3000 m zu Fuss erreicht haben.
Mittlerweile war es bereits fast 14:30 Uhr: Gut haben wir am Lej da Diavolezza eine Mittagspause eingelegt, denn der lange und anstrengende Anstieg wäre ohne Stärkung wohl eher zur Tortour geworden.

Hatte es bereits ab dem Lej da Diavolezza mehr Leute unterwegs, war es nun definitiv vorbei mit der Ruhe, die wir am Morgen so genossen hatten: Wie zu erwarten war, waren hier etliche Touristen unterwegs, die mit der Bahn hochgekommen waren.

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Selbst hier oben waren noch Blumen anzutreffen, die sich sehr gut vor der umwerfenden Gletscherwelt machen.

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Auf der Aussichtsplattform: Von links nach rechts: Piz Palü, Bellavista und Crest’Agüzza etwas in Wolken. Davor der umwerfende Vadret Pers

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Blick zum einzigen Viertausender der Ostalpen: Der 4049 Meter hohe Piz Bernina etwas rechts der Bildmitte

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Piz Bernina links und rechts der Piz Morteratsh mit gleichnamigem Gletscher im Tal darunter.

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Piz Palü im Zoom

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Und das gesamte Panorama.

Nun haben wir noch den Rest des Tages auf der Terrasse des Restaurants bei dieser grandiosen Aussicht genossen. Schliesslich sind wir dann um 17:00 Uhr mit der letzten Fahrt ins Tal zurückgekehrt sind.

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Piz Palü eine gute Stunde später bei etwas tieferem Sonnenstand.

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Blick zur Sesselbahn und dem Sass Queder. Man hat bereits damit begonnen die Folien von den Schneedepots zu entfernen.

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Blick ins Tal.

Nun sind wir mit der Bahn hinunter und dann mit der RhB nach Pontresina zurückgekehrt.

Fazit: Eine wunderschöne Wanderung. Der Umweg über den Lej Pers und Lej da las Collinas lohnt sich auf jeden Fall, denn die Landschaft und Ruhe dort ist einfach phänomenal. Der einzige Schönheitsfehler ist, dass auch die Seilbahn auf die Diavolezza führt und man so nach einem langen, anstrengenden Aufstieg von etlichen Touristen empfangen wird. Dafür ist das Panorama auf der Diavolezza einfach der Hammer. Und für den Abstieg waren wir auch nicht unfroh die Seilbahn nehmen zu können.

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