Nach unserer ersten Nacht, die besonders wichtig war (wir hatten ja die Nacht davor durchgemacht), sind wir mit etwas Neuschnee aufgewacht. Leider war es nur Puderzucker und bestimmt nicht so viel, wie wir es uns gewünscht hatten, aber an Tag 2 war das noch nicht so "bedrückend". Das gute an Mestia: Es gibt neben Tetnuldi oben auch noch das Talskigebiet Hatsvali: Das Skigebiet liegt auf einem Nordhang im Wald zwischen 1.868m und 2.348m. Als Zubringer dient eine moderne 6KSB (!!), die man den ganzen Tag genau 2x benutzt (für Berg- und Talfahrt), während oben eine langsame Poma 4er-Sesselbahn als Beschäftigungsanlage läuft. Das muss man mal verstehen...
Mit der oberen Anlage kann man sich tatsächlich den Tag gut vertreiben. Es gibt nämlich neben ein paar Pisten auch die Lifttrasse zu fahren und eine zuwuchernde "schwarze" Piste, mitten durch den Wald. Fährt man diese ein paar Mal hintereinander, hat man nicht nur ordentlich Energie verbraucht, sondern auch endlich wieder seine Reflexe getestet. Es heißt ja nicht umsonst: Ski good or eat wood!
So, jetzt aber zu den Bildern...
^^ Ausblick aus unserer Butze - wie gesagt, leicht angezuckert, gegenüber kann man schon die Trasse des Zubringers erkennen.
^^ Das gute an Hatsvali: Man kann es zu Fuß erreichen. Wir brauchen so circa 20 Minuten quer durch Mestia. Hier geht es direkt vorbei an einem der historischen Wehrtürme, die überall in der Region Swanetien zu finden sind. Dazu komme ich aber nochmal ausführlicher in einem anderen Teil vom Bericht.
^^ Ähnlich wie in China ist ein "Logodiebstal" auch manchmal in Georgien zufinden. Schaut doch dem "Ski Austria" sehr ähnlich, oder?
^^ So, jetzt sind wir angekommen - und ich verrate jetzt schon mal was. In diesem Bericht gibt es auch ein paar "Lost Ski Area" Leckerbissen! Das Gebäude hier, ist die alte Talstation. Aus welchen Jahr der alte Lift ist, konnte ich leider bisher nirgends rausfinden.
^^ Hier von vorne. Die alte Talstation. Ja - und auch hier gibt`s einen "Streuner".
^^ Die alten Stützen wurden als Stromleitung stehen gelassen...
^^ Hier die neue 6KSB, die seit 2017 in Betrieb ist. Da hat man halt einfach mal geklotzt, statt gekleckert!
^^ Der umfangreiche Pistenplan.

Die rote Piste hat sogar am Wochenende Flutlichtbetrieb. Die schwarze links vom Lift ist schön zugewuchert.
^^ Hier die Trasse der unteren Sektion durch den Wald. In guten Wintern mit mehr Schnee, natürlich fahrbar.
^^ Jetzt sind wir oben angekommen, beim fixen 4er... und schon bei der ersten Fahrt kommt die Frage auf: Wieso unten eine 6er KSB und oben einen langsamen 4er?
^^ Es schneite noch leicht. Insgesamt waren die 5cm Neuschnee aber nur Kosmetik.
^^ Die Sonne schaute auch ab und zu durch die Wolken. Die Seilbahntrasse (mit zahlreichen Baumstumpffallen) ist übrigens offiziell fahrbar.
^^ Na, wem fällt was auf?
^^ Bergstation am Mount Zuruldi auf 2.348m. Der Wald geht bis hoch. Das Restaurant rechts ist übrigens viel netter als das Ding oben am Tetnuldi.
^^ Und, was könnte das wohl sein? Die alte Bergstation vom Vorgänger Gipfellift!
^^ Nach ein paar Fahrten auf den modellierten Pisten, ging es dann das erste Mal in den Wald. Wir fanden schnell gefallen dran.
^^ Ja und schau an - es tauchen immer mehr alte Liftstützen auf.
^^ Ob es sich bei dem Vorgänger Lift um einen Schlepplift oder Sessellift gehandelt hatte, kann ich nicht sagen. Jedenfalls gibt es hier in Mestia also durchaus eine längere Skigeschichte, als man es vermuten konnte.
^^ Das Herz eines jeden Nostalkiger schlägt höher...
^^ Die alte Talstation, steht noch komplett erhalten.
^^ Schlepplift oder?
^^ Die rechte Rollenbatterie fehlt - sonst ist noch alles da.
^^ Überblick über das ganze Skigebiet Hatsvali. Der Lift macht knapp 500 Höhenmeter - es lässt sich für 12,50€ also aushalten. Links im Bild ist noch die alte Talstation zu erkennen.
^^ Pause und ein georgisches Bier. In der Hütte haben wir übrigens auch gleich die Gruppe von Flory Kern getroffen, die heute ihren ersten Skitag hatte.
^^ Lässt sich aushalten, dort drin. Und den Namen von dem Wasser, finde ich auch originell.
^^ Bilder von der zugewucherten Schwarzen Piste folgen noch weiter unten. Nach etwa 15 Fahrten ging es zurück. Die Kühe stehen einfach überall rum...
^^ Natürlich gehts auch ziemlich weit mit den Skiern ins Dorf. Mestia - ein Skidorf!
^^ Mestia - ein Hundedorf! Hier zu sehen, das größte Hunderudel vom Ort. Da ist wirklich alles dabei... Ich muss mal die Kurzvideos von Mestia zusammenschneiden...unfassbar, was ich hier alles gesehen habe.
^^ Unser Domizil - da wurden noch 2 Zusatzzimmer in den Garten gezimmert. Ich glaube aber, sie sind noch nicht fertig...
^^ Der Aufgang zu unserer Wohnung gestaltete sich täglich als weiteres Abenteuer. Unsere Zimmer sind oben im Obergeschoss.
^^ Guest House Data. Hier auf Booking zu finden:
https://bit.ly/3arftSC
Natürlich kein 4 Sterne Haus, aber dafür absolut ehrlich und einfach nur herzlich. Die Dame namens Tea war für uns so viel wert. Sie organisierte uns praktisch den kompletten Aufenhalt, ja sogar unsere Unterkunft am Goderdzi Pass. Wie genial ist das denn? Ohne sie, wäre der ganze Trip nicht so geil geworden.
^^ Abend auf dem Weg in die City, wieder Schneefall. Unsere Hoffnungen stiegen.
^^ Stimmung im Ort - mit erkennbarer Straßensituation im Stadtzentrum. Wir sind auf dem Weg zum Abendessen - im angesagtesten Lokal in Mestia: Das Leila.
^^ Während drin alles voll ist, warten vor der Tür ein paar Hunde und hoffen auf das ein oder andere "Gastgeschenk". Ich glaube, für Tierliebhaber ist der Ort nichts...
^^ Die komplette Wand ist vollgekritzelt mit Grußbotschaften. Die Einrichtung sehr nett.
^^ Dazu gibt es JEDEN Abend ein Unterhaltungsprogramm mit einer traditionellen Volksgruppe, die - inkl. Showeinlagen - heimische Lieder vorträllert / vorgrölt.
^^ Fast die komplette Speisekarte ist empfehlenswert. Wir probierten uns eigentlich einmal komplett durch. Hier drunter sind Dumplings versteckt.
^^ Während vor uns so langsam aber richtig (zum Unmut von Felix, der dem Gesang nicht so viel abgewinnen konnte) so richtig die Post abging, genossen wir alle möglichen Speisen. Gefüllte Pilze, den fast überall gute Cucumber and Tomato-Salad und Schweinefleisch in Sahnesauce (Sauce gut, Fleisch...immer grenzwertig)... Das Leila können wir auch nur wämstens weiter empfehlen!
^^ Nächtlicher Blick über Mestia. Wie ihr seht, hat der Schneefall (leider) schon wieder aufgehört.
Wir kommen zum Skifahrerisch gesehen, schlechtesten Tag während unserer Reise. Tag 3 bestand zum einen aus Verschlafen (wahrscheinlich die Müdigkeit von Tag 1), zu später Abfahrt, schlechter Sicht, Wind...hätten wir also vergessen können, aber wir sind ja zum Skifahren da, und deswegen wollten wir auch nicht einfach nur im Tal bleiben. Wir waren also einen weiteren Tag am Tetnuldi Pass.
^^ Unser liebevoll hergerichtetes Frühstück. Jeden Tag erwartete uns eine neue Überraschung. Genial.
^^ Hier mal die Skipasspreise im Überblick. Eine Fahrt kostet 2,30€, die Tageskarte eben 12,50€, der Saisonpass (übrigens bis 1. Mai), 100€.
^^ Stimmung...
^^ Es gab schon auch Wolkenlücken. Aber der Wind war sehr stark, schlecht fürn Schnee. Ich halte Ausschau Richtung Powderlines...
^^ Ihr erkennt vlt. die Spuren im schon verblasenen Schnee. Verdammt. Ich will da runter fahren! Bloß wie? Und wo kommt man raus?
^^ Der nächste Freund von unseren Taxifahrer Goga war auch heute zur Stelle. Unsere Skier wurde immer oben auf das Dach mit einem Seil festgebunden.
^^ Wir befinden uns schon wieder beim Abendessen, diesmal im 2. angesagten Lokal: Das Lile. Hier ein Blick in die Speisekarte.
^^ Man könnte langsam meinen, es handelt sich bei meinem Bericht um einen Food-Blog.... :lol: Die genial gewürzten mexican potatos waren aber auch lecker.
^^ Ich hab mir auch einen "Kebab" bestellt. Das ist dann aber wirklich nur diese Fleischwurst...
^^ Auch lecker: "Ajapsandal" - eigentlich einfach gekochtes Gemüse.
Auch in dem Lokal spielt übrigens JEDEN Abend eine Band. Vom Ambiente her, ist es aber nicht ganz so schön wie im Leila.
Und schon sind wir bei Tag 4, an dem auf Grund des unsicheren Wetters, nochmal Hatsvali auf dem Programm stand. Diesmal hat es über Nacht mehr geschneit - es dürften so 15-20cm geworden sein. Unsere Hoffnung war, dass wir in Hatsavli die Treeruns mitnehmen könnten. Für die kommenden 2 Tage war bestes Wetter vorhergesagt, so dass wir spontan unseren Aufenhalt in Mestia um 2 Tage verlängerten, was mit Tea überhaupt kein Problem war. Das musst du in der Faschingswoche mal in den Alpen wo probieren...
^^ Auch diesen Morgen wartete auf eine Überraschung. Der Strom fiel für ein paar Minuten aus. Auch keine Seltenheit in Mestia.
^^ Es geht also wieder quer durch die Höfe und Mestia Richtung Hatsvali.
^^ Übrigens haben auch Geländewagen ab und zu Probleme mit den Straßen. Ich will hier nicht in dem Auto sitzen. Da ging nichts mehr und in die Mauer ist es auch schon gerutscht.
^^ Dem ein oder anderen wird die prekäre Einstiegssituation auffallen. Vor der Kontrolle ist eine richtige Rampe. Wenn das im Sauerland der Fall wäre...uiuiuiui.
^^ Ausblick von Hatsvali, diesmal ohne Nebel im Tal.
^^ Jap, es hat über Nacht genug geschneit.
^^ Leider waren wir beileibe nicht die einzigen im Gebiet. Es waren zahlreiche Boardergruppen unterwegs, die natürlich, gerade im Wald, sehr Schnee den Neuschnee wegschoben. Generell gab es in Georgien (wie in Japan übrigens auch), auffällig viele Snowboarder.
^^ Hier sind wir auf der im Pistenplan eingezeichneten schwarzen Piste. Schwarz trifft definitiv zu.
^^ Talstation des 4ers mit Restaurant. In dem waren wir allerdings nicht.
^^ Zwischen den Runs im Wald brauchten wir mal eine Pause - hier auf der Flutlichtpiste. Ist aber nicht wirklich spannend.
^^ So, ein bisschen Abenteuer muss doch jeden Tag sein. Wir sahen schon am ersten Tag ganz unten in der Nähe der Übungsgeländes Spuren aus dem Wald kommen. Wo kommen die denn her? Na wenn das nicht der Weg Richtung Powderhimmel ist?
^^ Entlang vom Grat läuft man auf einem Sommerweg circa 15 Minuten Richtung Norden.
^^ Die Jungs vor uns waren die ersten - natürlich liesen wir ihnen den Vortritt.
^^ Mein treuer Begleiter. Der Kästle TX98.
^^ So - schon mitten im Run. Wenn man es denn so nennen kann.

Diese Trasse hier war nochmal mehr zugewachsen als die schwarze Abfahrt. Oben musste man sich durch die Büsche kämpfen, dann konnte man wieder mal 5-6 Schwünge fahren, bevor es wieder eng durch den Wald ging. Ach, aber es geht ja nicht immer nur um die Abfahrt, es geht auch ab und zu einfach ums Abenteuer.
^^ Ja, wo gehts denn weiter? Einfach mitten durch. Wird schon passen.
^^ Spaß in den Backen!
^^ Ach, ab und zu darf man auch mal wieder springen.
^^ Hier kommt man wieder ins Skigebiet zurück. Der letzte Hang durch das unberührte Übungsgelände war natürlich auch noch gut. Aber nach der Action im Wald fast zu leicht.
^^ Hier die 2 Schlepper. Der linke hatte sogar Gehänge drin, der rechte, oben sogar kurz steile, nicht. Eigentlich schon perfektes Übungsterrain.
^^ Jetzt ist das Wetter deutlich besser, als vorhergesagt. Ob es am Tetnuldi besser gewesen wäre? Wir glauben, oben hatte es zuviel Wind. Ist eigentlich auch egal. Wir hatten genug Spaß.
^^ Die Berghütte am Mt. Zuruldi. Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns nochmal den Run durch den engen Wald.
Danach waren wir aber wirklich gut fertig, so dass wir beschlossen, es bleiben zu lassen. So Treeruns, sind einfach um einiges anstrengender als Open Fields. Es ging, wie auch schon am 1. Tag hier, mit der Bahn nach unten. Für die schneearme Lifttrasse hatten wir jetzt keine Kraft mehr.
^^ Und täglich grüßt die Kuhherde...
^^ Und das süßeste Exemplar alle Streuner in Mestia...dieser Welpe hier...
^^ Wir blicken auf das nächtliche Mestia. Die Wehrtürme geben dem ganzen Ort einfach einen speziellen, unwirklichen Flair. Wir sind auf dem Weg zu dem Hotel, wo die Gruppe von Flory Kern untergebracht ist. Wir waren zu neugierig, wie die es wohl haben. Und tatsächlich: Es war ein besseres Hotel (Mountain Mestia), das unseren Standard eher entsprach. Wir trafen 4 Teilnehmer der Gruppe, die uns ein wenig über das Heliskiing erzählten. Es sind insgesamt 3 Guides a 4 Personen, die praktisch rotierend fliegen. Die eine Gruppe ist oben am Start, die andere im Hang, die andere steigt unten in den Heli wieder ein. Es waren an dem Tag immer so 300 Höhenmeter. Das klang für mich fast nach etwas kurzen Abfahrten. Es ist einfach ein komplett anderes Erlebnis, was die Gruppe da für 6.500€ eingebucht hat. Während wir mit lauter Georgiern und Einheimischen unterwegs waren, ist die Gruppe hier relativ weit außerhalb von Mestia in ihrer Blase und lässt sich halt die ganze Woche organisiert guiden. Für mich war für den jetztigen Zeitpunkt in meinem Leben unsere individuelle Variante die passendere.
^^ Einzig das hier, ist halt schon dekadent: Der Heli steht direkt vor dem Hotel. Leider geil!
So - soviel zu den normalen Skitagen in Mestia, es folgen demnächst die 2 Highlight Tage des Georgien Trips: Adishi und Ushguli! Fortsetzung folgt!
