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Triglav (SLO), 2864 m, 29. + 30. 10. 2006

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Triglav (SLO), 2864 m, 29. + 30. 10. 2006

Beitrag von miki » 02.11.2006 - 13:54

Noch ein Sommerbericht (darf man am letzten Oktober - WE noch von Sommerberichten sprechen?) von einem Berg, von dem ich garantiert noch nicht berichtet habe. Der Triglav ist für die Merzahl der Slowenen mehr als ein Berg, eher ein Mythos (der Berg ist sogar im Staatswappen symbolisiert) - nicht umsonst heisst es, das es fast schon Pflicht ist mindestens einmal im Leben auf dem Gipfel zu stehen.

Mehr dazu auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Triglav !

Nun, meine Frau und ich haben diese Pflicht mehr als erfüllt, sie war bisher insgesamt fünfmal und ich siebenmal oben, aber das letzte Mal im Jahr 1995 - interessanterweise auch damals im Oktober. In der 'Hauptsaison' ist oben einfach zu viel los, und während ich in Skigebieten relativ unempfindlich bin was die Menschenmassen betrifft, suche ich in Bergen lieber einsame Ecken auf. Oder untypische Zeiten. Und Ende Oktober ist für Triglav mehr als untypisch, normalerweise gibt es um diese Zeit immer schon Schnee auf dem Gipfel. Ganz anders heuer, alles trocken und vor wenigen Tagen sogar +15 Grad auf 2500m. Also - warum nicht?

Frage # 1: welchen Aufstiegsweg sollen wir nehmen? Es gibt etwa 10 verschiedene markierte Aufstiegsvarianten auf das 2400 - 2500 m hoch gelegene Plateau unter dem Gipfel, von richtigen Ferratas bis zum Weg aus dem Krma - Tal, auf dem man früher mit Pferden die Hütten versorgt hat. Wir entschieden uns für den Aufstieg vom 1350 m hoch gelegenen Rudno Polje auf der Pokljuka - Hochebene, dieser Weg hat den kleinsten HU (alle anderen Ausganspunkte liegen etwa 1000 m hoch), aber viele horizontale Kilometer und gilt deshalb als etwas langwieirig.

Frage # 2: an einem Tag oder mit Hüttenübernachtung? Keiner von uns mag Hüttenübernachtungen (Trockentoiletten & keine Dusche & waschen mit kaltem Wasser & kalte Zimmer & bescheidenes Essen und und und ...), aber bei gerechneten 6 - 7 Stunden Aufstieg und vielleicht 1 Stunde weniger Abstieg geht es wohl nicht anders. Nur einmal schafften wir bisher Triglav an einem Tag, aber wir waren damals 11 Jahre jünger und in besserer Kondition :wink: . In Frage kam nur die Nächtigung im 2515 m hoch gelegenen Kredarica - Schutzhaus, alle anderen Hütten in der Triglavgruppe haben bereits geschlossen, Kredarica ist dank der 365 Tage in Jahr bemannten meteorologischen Station immer offen und 'provisorisch versorgt'.

OK, los geht's! Wenn wir uns schon 2 Tage Zeit genommen haben, können wir es gemütlich angehen, mit Frühstück in einer Konditorei in Bled, dann weiter mit dem Auto auf 1350 m und erst um 11 Uhr marschieren wir los. Im Gegensatz zum Sommer braucht man sich nicht besonders zu beeilen - Gewittergefahr = Null und vor Mittagshitze brauch ich mich auch nicht zu verstecken.

Zwei Impressionen vom Aufstiegsweg, fragt mich bitte nicht wie all diese Berge heissen :oops:. Wetter: Mix Wolken / Sonne, mild - mancherorts sogar etwas zu warm:
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Kurz vor dem Erreichen der 1820 m hoch gelegenen Vodnik - Hütte (Vodnikov dom) wird unser Ziel sichtbar:
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Naja, wenn wir eine halbe Stunde früher losgegangen wären würden wir noch bei Tageslicht die Hütte erreichen, aber was solls - das Gelände ist auf den letzten 300 HM leicht, es gab klaren Himmel, Mondschein, wir mussten nicht mal die Stirnlampen einschalten. Hier noch einmal der Triglav kurz nach Sonnenuntergang:
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Endlich auf der Hütte angekommen, haben wir etwas überrascht festgestellt, das wir keinesfalls alleine mit den Meteorologen oben sind: es waren mindestens 30 Bergsteiger oben. Naja, im Vergleich zur Sommer - Hauptsaison imer noch wenig, das Haus bietet insgesamt 300 Betten! So kriegten wir problemlos ein Vierbett - Zimmer für uns ganz alleine, im Sommer ein unvorstellbares Luxus. Auch kochen können die Meteorologen ganz ordentlich - natürlich ist die Auswahl im Vergleich zum Sommer, wo oben professionelle Köche ein richtiges Hochgebirgs - Restaurant betreiben, bescheiden, aber satt wurden wir trotzdem.

In der Nacht legte der Nordwind zu und im Zimmer war es erstens unangenehm kalt - der eisige Wind kam irgendwie durch das verschlossene Fenster - und zweitens heulte es um die Ecken als würden sich draussen zwei Rudel Wölfe ein Duell liefern. Nur mit Hilfe einer Schaftablette erwischte ich etwa 6 Stunden Schlaf, aber vor Sonnenaufgang war ich längst wach. Zum Glück, so hatte ich die Möglichkeit aus dem Zimmerfenster diese tollen Aufnahmen zu machen:

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Um Fotos vom Gipfel zu machen, musste ich ins Freie und dort hat es mich fast umgehauen, so stark war der Sturm. Nur wenn man sich mit einer Hand an irgendwas festhielt, konnte man stehenbleiben, und bis zu 1 cm grosse Steine flogen durch die Luft, das habe ich auch noch nicht erlebt. Aber dieser Blick war es wert:
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Im Haus hat uns der Meteorologe mit frischen Wetterdaten versorgt: -3 Grad und Windspitzen bis zu 160 km/h 8O. Von einer Gipfelbesteigung hat er dringend abgeraten, gleichzeitig aber angedeutet, das der Wind am Vormittag nachlassen sollte. Also erst mal frühstücken und abwarten ... (to be continued).
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Beitrag von Stani » 02.11.2006 - 14:39

was für die Araber Mekka ist, ist für die Slowener der Triglav :D

leider von dem Gletscher ist nicht besonders viel übriggeblieben :roll:

übrigens schöne Photos, besonders die Shots vom Sonnenaufgang. Auf einem Berg den Sonnenaufgang erleben ist immer ein schönes Erlebnis

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Beitrag von miki » 02.11.2006 - 14:45

Teil 2:
Nach zwei Stunden Warten - der Wind wurde inzwischen hörbar schwächer - hielten wir es nicht mehr aus, Mausi, meine Wenigkeit und noch zwei andere wollten es wenigstens versuchen. Die Windspitzen erreichten inzwischen 'nur' noch 90 km/h, trotzdem hatten wir zu Beginn einige Probleme aufrecht zu gehen:
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Nachdem wir den Beginn des eigentlichen Klettersteiges erreicht haben, wurde es mit dem Wind wesentlich besser (offenbar stört der Wind beim Klettern wesentlich weniger als beim Gehen). Der Weg selbst ist zwar als schwierig bezeichnet, aber recht gut gesichert. Nur im unteren Teil, da wäre mir mehr Seil und weniger Stifte lieber:
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Kurois: die Nockberge im Hintergrund sind bereits angezuckert, während die nur wenig südlich gelegene Gerlitzen - sowie die Julischen Alpen - noch total aper sind:
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Das Kredarica - Haus liegt schon tief unter uns:
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Nein, das ist noch nicht der Gipfel, sondern der 'Mali Triglav' (= kleiner Triglav), ein 2725 m hoch gelegener Vorgipfel:
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Und das ist der 'grosse Bruder':
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Noch ein Tiefblick, diesmal nach Süden, mit der 'Planika' Hütte:
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Noch ein wenig Ferrata ...
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... ein interessantes Fenster ...
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... und noch wenige Schritte zum Gipfelsieg :wink: :
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Kleine Auswahl der Gipfelpanorama - Fotos:

Richtung SW mit dem oberen Soca - Tal und Kanin in Hintergrund:
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Richtung NW mit Razor und Skrlatica (2738 m, zweithöchster Gipfel Sloweniens), dahinter der markante Dobratsch mit dem Sendeturm des ORF und ganz hinten die angezuckerten Hohen Tauern:
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Im Westen die beiden markanten 'Zwillinge' Jalovec (links) und Mangart (rechts):
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Der Grossglockner, gezoomt:
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Am Gipfel war es zwar immer noch windig, aber wesentlich weniger als 1 Stunde zuvor auf der Hütte. Nach etwa 30 Minuten wurde uns aber doch zu kalt, deshalb gingen wir wieder den selben Weg zurück (es gibt aus anderen Richtungen noch 2 weitere gesicherte Gipfelwege auf den Triglav, aber wir hatten ja unsere Rucksäcke und Stöcke auf Kredarica):
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Gegen 13 Uhr hat der Wind so nachgelassen, das sogar der Hubschrauber mit Versorgung und 2 neuen Meteorologen (alle 14 Tage ist oben Schichtwechsel) landen konnte:
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Nun war es auch für uns höchste Zeit sich auf den Weg zu machen. Bis auf 1800 m konnten wir noch die letzten Sonnenstrahlen geniessen:
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Bei der Konjscica - Alm, 1500 m hoch, war endgültig Schluss mit Tageslicht:
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Von der letzten Stunde des Abstieges, zuerst im dichten Wald und zum Schluss auf einer Forststrasse, im romantischen Licht der Stirnlampen, habe ich verständlicherweise keine Fotos :wink: .

Fazit: ganz ganz toller Berg, zwar langer und anstrengender Weg (wir machen ja in letzten Jahren meistens nur noch Touren mit max. 1000 HM), aber es lohnt sich definitiv. Wir kommen noch, und nach Möglichkeit wieder ausserhalb der Hauptsaison :lol: .
Zuletzt geändert von miki am 03.11.2006 - 08:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Hanz » 02.11.2006 - 16:11

miki hat geschrieben:... mit dem Sendeturm der ORF und hanz hinten ...
Wie bitte?

Im Ernst: Ein super Bericht, aber das ist bei dir ja immer so.

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Beitrag von miki » 03.11.2006 - 09:29

@Stani:
was für die Araber Mekka ist, ist für die Slowener der Triglav
Ja, so etwa ist es. Obwohl in den letzten 5 Jahren das Interesse wieder merklich abnimmt. Besonders schlimm waren da die frühen 90er, da sind mehrere Faktoren zusammengekommen: auf einer Seite der neuerwachte slowenische Patriotismus (erstmals im selbständigem Staat leben usw.) und auf der anderen Seite konnten durch den Krieg in Kroatien viele Slowenen nicht mehr auf den traditionellen Urlaub an der Adria fahren, deshalb gingen sie eben in die slowenischen Berge. Da waren oft die 300 Betten auf Kredarica, 120 auf der Planika - Hütte und noch mindestens 200 auf zwei weiteren Hütten in der Umgebung zu wenig, die Leute mussten in Speisezimmern und wass weiss ich wo schlafen. Und der Gipfelweg macht bei solchen Verhältnissen auch keinen Spass mehr, da gab es richtigen Stau bei jeder etwas heikleren Stelle. Gottseidank habe ich es nur zweimal so erlebt, später suchten wir uns - wie bereits erwähnt - die Zeit besser aus - wir waren zweimal im Oktober oben, einmal zu Beginn Juni (sehr heikel, ging nur mit Pickel, Steigeisen und 20 m Seil).

Ich hatte oben genug Gelegenheit, sowohl mit erfahrenen Bergsteigern als auch mit den beiden Meteorologen zu sprechen, und alle haben mir bestätigt, das es in letzten Jahren wieder ruhiger geworden ist, höchstens an einigen Wochenenden im August ist das Haus noch voll belegt. An Wochentagen - auch in der Hochsaison - ist oben relativ wenig los.
leider von dem Gletscher ist nicht besonders viel übriggeblieben
Leider, leider :( . Nur noch ein paar schmutzige Firnfelder. Selbst im Vergleich mit meiner ersten Tour im Jahr 1991 ist der Unterschied deutlich zu erkennen, wenn man sich aber alte schwarz - weiss Fotos anschaut, kann man traurig werden. In der Zeit als die erste Kredarica - Hütte eröffnet wurde (1896), gab es oben noch einen richtigen Gletscher mit Spalten, etwa 300 m HU usw. Für die Nordanstiege (z. B. vom Vrata - Tal) zur Hütte - wurden damals dringend Steigeisen & Pickel empfohlen ...


@Hanz: sorry, habe bereits editiert. Wenigstens hat dich aber mein Fehler dazu bewegt, nach längeger Zeit wieder mal was ins Forum zu schreiben :twisted:
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Beitrag von Mannerl » 03.11.2006 - 15:50

danke für den Bericht!

wäre schön wenn Du einen LInk hättest über den früheren Gletscher auf dem Berg!

MFG
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Beitrag von Stani » 03.11.2006 - 17:21

Der Gletscher aufm Triglav im Jahr 1924:

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Re: Triglav (SLO), 2864 m, 29. + 30. 10. 2006

Beitrag von seilreiter » 03.11.2006 - 17:41

Schöner Bericht aus einer noch schöneren Gegend ... der Triglav steht ja schon lang auf meiner Liste aber bisher blieb es bei ehrfürchtigen Blicken vom Aljazev? dom aus;

Steht eigentlich dieser "raketenförmige" Schutzraum aus Metall auf dem Gipfel nicht mehr??
*edit* ah doch man sieht das Teil auf einem BIld .. in Grau .. war glaub mal rot
miki hat geschrieben:Keiner von uns mag Hüttenübernachtungen (Trockentoiletten & keine Dusche & waschen mit kaltem Wasser & kalte Zimmer & bescheidenes Essen und und und ...),
Dem schliesse ich mich als bekennender "Warmduscher" sofort an. Und wenn schon AV Hütte unbedingt sein muss (Lager igitigitt ) dann 3 + x Hefeweizen für die richtige Bettschwere und Oropax (die aus dem Stahlwerk, 37dB) gegen die *$!#-Schnarchnasen

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Beitrag von miki » 07.11.2006 - 11:00

Und wenn schon AV Hütte unbedingt sein muss (Lager igitigitt ) dann 3 + x Hefeweizen für die richtige Bettschwere
Vielen Dank, 3+ Hefeweizen und dann im Lager auf den Rücken legen, in 10 Sekunden einschlafen und in weitern 10 Sekunden mit den Schnarchen anfangen - ich hatte mehrmals die 'Ehre' neben solchen fröhlichen Gesellen zu schlafen - bzw. liegen :wink: . Spass beiseite, Lager und Schlafen gehen bei mir überhaupt nicht zusammen, selbst im Zimmer wo wir alleine waren erwischte ich nur mit Hilfe von Pharmazie (ich hab für solche Fälle ne kleine rosa Pille mit, die haut mich in 10 Minuten garantiert um) meine 6 Stunden Schlaf.
blieb es bei ehrfürchtigen Blicken vom Aljazev? dom
Falls du die Hütte am Ende des Vrata - Tales meinst, mit den tollen Blicken auf die Triglav - Nordwand, ja, die heisst wirklich so. Vom Norden sieht Triglav wirklich fast unbezwingbar aus, und trotzdem gibt es auch von dieser Seite drei markierte und gesicherte Wege hinauf, wobei zwei davon tlw. Klettersteige sind, der dritte (Prag - weg) hat aber nur zwei oder drei kurze gesicherte Passagen, alles andere ist ganz normaler Wanderweg. Vom Süden sieht der Berg wesentlich zahmer aus, dafür sind die Wege aber länger.
dieser "raketenförmige" Schutzraum aus Metall
Klar, der steht noch. Man nennt ihn 'Aljažev Stolp' (= Aljaz - Turm), und er steht schon seit 1896 am Triglav. Er hat zigtausende Gewitter und alle politischen Systeme überdauert.

Fiese Typen - einer davon bin ich auch - versuchen sich mal vorzustellen, welch ein Geschrei losgehen würde, falls heutzutage jemand versuchen würde, so eine unansehnliche Metallkonstruktion an einem unserer Gipfel aufzubauen. Verschandelung, sowas gehört nicht auf den Berg, den Leuten ist aber auch nichts mehr heilig usw. usw. Nur - wenn sowas schon 110 Jahre rumsteht, ist es ein Wahrzeichen, nicht wegzudenken, muss auf jeden Fall erhalten bleiben etc. :?

Noch was zur Geschichte/Politik (ihr wisst es ja: die die es nicht interessiert brauchen es ja nicht zu lesen): die vielen gesicherten Wege sowie die grosse Zahl an Hütten um den Triglav haben wir grossteils der Politik zu verdanken. Wieso? Nun, in den späten Jahren der Donaumonarchie war Triglav Schauplatz eines Machtkampfes zwischen dem deutsch - österreichischem (DöAV) und dem slowenischen (SPZ) Alpenverein. Die Slowenen bauten um 1895 den Aljazev Dom, die Kredarica - Hütte und den Aljazev Stolp (der ominöse Jakob Aljaz war übrigens Pfarrer in Mojstrana, grosser Freund der Berge und slowenischer Nationalist). Der DöAV 'musste' kurz danach die heutige Planika - Hütte und das Stanic - Haus bauen. Noch kindischer waren beide Parteien wenn es um neue Wege ging: der DöAV sicherte Ende des 19. Jh. den ersten Nordaufstieg aus dem Vrata - Tal (Prag - weg), wenige Jahre später zogen die Slowenen mit dem schwierigerem und interessanterem Tominsek - Aufstieg nach, und kurz vor dem 1. WK. baute der DöAV mit dem Plemenice - Klettersteig den dritten, schwierigsten und spektakulärsten Nordanstieg.

Mit der ungerechten Grenzziehung von 1918 wurde Triglav ein fast - Grenzberg (der Gipfel war zwar ganz auf jugoslawischen Territorium, die italienische Grenze verlief nur wenige meter tiefer am SW - Grat). Und wie damals üblich, bauten beide Seiten um den Berg herum eine Reihe von Grenzkasserenen. Besonders fleissig waren dabei die Italiener (mamma mia - die Horden vom Balkan werden gerade über das Triglav- Massiv ins Herz des neuen römischen Imperiums stürmen :lol: :lol: :lol: ). Als nach 1945 die Grenze wieder einmal Richtung Westen verschoben wurde, wurden all diese Grenzkassernen Eigentum des slowenischen Alpenvereines und mit Aussnahme der 2520 m hoch gelegenen, ehemals italienischen Kasserne Morbegna, die leider verfiel (um die tut es mir jetzt noch leid) wurden alle in AV – Hütten umgewandelt. Deshalb also die Vielfalt der Aufstiegswege und das überdurchschnittlich dichte Hüttennetz im Triglav – Massiv.
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Beitrag von starli » 08.11.2006 - 20:33

cool .. mal eine andere Art von Gletschervergleich - nicht wie sonst eher üblich nur "Rückzug" oder "Höhenänderung", sondern gleich ein "ganz weg"...

.. soviel auch zum Thema "ewiges" Eis.
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Beitrag von Eder » 25.11.2006 - 19:44

Schöne Bilder und super Bericht !
Beneidenswert !!!!!

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