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Balkan-Tour 11.-17.8.17 - 4: Ein bisschen wandern, Fähre fahren und Strände suchen

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Florian86
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Balkan-Tour 11.-17.8.17 - 4: Ein bisschen wandern, Fähre fahren und Strände suchen

Beitrag von Florian86 » 06.09.2017 - 14:08

Vorwort
Dies ist nun der vierte Teil meiner Balkantour, den dritten Teil von Trebinje nach Korčula findet ihr hier, der zweite Teil von Sutomore über Podgorica und Nikšić nach Trebinje ist hier, und Teil 1 mit der langen Bahnhaft von München nach Sutomore hier.

Natürlich gilt auch in diesem Teil weiterhin: mein sehr ausführlicher Bericht bezieht sich aufs Reisen und die wunderbaren Erlebnisse dabei, und natürlich auch darauf, wie ich von A nach B gekommen bin. Die Fotos zeigen dabei Tickets, Verkehrsmittel, Landschaften und Städte, und sind mit einer kleinen Handkamera aufgenommen, teilweise auch durch Scheiben (Zug, Bus, Fähre) hindurch, sodass die Qualität nicht immer die Beste ist. Wen das stört, der möge an dieser Stelle lieber aufhören zu lesen. Und alle anderen lade ich ein, meine persönliche Reise mit zu erleben.

Weil ich damit angefangen hab, mach ich natürlich mit nem einstimmenden Lied weiter, wobei hier im Vergleich zu Teil 3 wieder etwas leichtere, vielleicht auch etwas lustige Kost kommt, die bei mir besonders durch die Textzeile „Afrika, paprika" in Erinnerung geblieben ist: Moja štikla (Mein Stiletto; nicht dass ich sowas tragen würde *g*).

Direktlink



Kleine Inselwanderung, kroatische Gastfreundschaft und weiter mit der Fähre von Korčula nach Split

Zu Beginn gibt’s auch hier wieder die ungefähre Route des Tages.
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Korčula (A) – Split (B), komplett mit der Fähre, wobei wir nicht in Stari Grad sondern in Hvar einen Zwischenstop hatten.

Am Dienstagmorgen bin ich gegen 9 aufgewacht, die Lust zum Aufstehn hielt sich aber in Grenzen. Also bisserl rumdösen, trödeln, was man halt so macht. Dann gings noch schnell ins Bad und „Reste frühstücken“, also was halt noch so da ist. Etwas überraschend klopfte es aufgeregt um Viertel vor 10, dass die neuen Gäste da wären. Also hab ich hektisch alles zusammen gepackt, wär vielleicht schlauer gewesen, zuerst zu packen. Jedenfalls war das dann doch halb so wild. Den neuen Gästen (3 britische Mädels) und mir wurde dann gesagt, wir sollen uns erst mal an den Tisch im Innenhof setzen. Wär auch schöner gewesen, dort zu frühstücken, aber ich wollte die Gastgeber nicht in ihrer Privatsphäre stören, die Sorge war aber wohl unbegründet. ;-)

Außerdem wars dann super-nett, dass die Gastgeberin noch Kaffee und unheimlich leckeren Kuchen für alle brachte, um die Zeit zu überbrücken bis das Zimmer gesäubert ist. Nur die Mädels waren wohl nicht sehr hungrig, ließen viel übrig, und waren überdies nicht sonderlich gesprächig. Nun gut, so konnte ich immerhin meinen Tag planen.

Ich hatte mir nämlich überlegt, dass ich wenig Lust auf Altstadt (größtenteils schon am Abend abgelaufen) und Museum hab. Also könnt ich ja ne kleine Wanderung machen, vormittags sollte das ja auch noch gehen von der Temperatur (heiß wars aber trotzdem). Herauskam eine kleine Wanderung zuerst am Meer entlang und dann nach Prvo Selo auf etwa 150m über Meer, insgesamt etwa 7km lang. Nicht allzu anspruchsvoll, aber dennoch schön.

Zuerst ging ich noch schnell in den Supermarkt, Verpflegung kaufen und Pfandflaschen abgeben, das Pfand wurde mir jedoch net rückerstattet, ich hatte da aber auch keine Lust, drüber zu diskutieren.

An der Uferpromenade hatte man immer wieder Ausblick auf die Altstadt von Korčula.
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Auch am Dominikaner-Kloster Šv. Nikole kam ich wieder vorbei.
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Der Weg am Meer entlang ist eigentlich eine Autostraße, aber viel Verkehr war dort eher nicht. Ansonsten folgt die Straße der natürlichen Küstenlinie, man läuft also fast jede Bucht und Landzunge ab.

Das Meer war so schön blau, da musst ich dann doch gleich nochmal rein gehen, aber lieber irgendwo, wo nicht so viel los war.
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In der Banja-Bucht, wohl ein natürlich Hafen, lagen ein paar kleinere Boote und das Wasser stank.
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Kurz danach begann der Anstieg, da gings wirklich knackig nach oben. Ich wollte dann noch auf einen kleineren Wanderweg ausweichen, der ziemlich direkt nach oben ging. Der war zwar ziemlich eingewachsen, aber doch begehbar.
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Teilweise musste man auch auf den Steinmauern, die das Gelände durchzogen laufen.
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Bzw.: musste vielleicht nicht, aber es war der bequemste Weg.

Von weiter oben hatte man nen schönen Blick auf die Küste und die gegenüberliegende Halbinsel des Festlandes.
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In der Nähe des Dorfes Prvo Selo wurde der Weg etwas breiter.
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Dort angekommen verweilte ich nur kurz (so schön war es dann doch net), und folgte einem anderen Weg wieder nach unten.
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Dieser Weg war wohl mal eine Hauptverbindung von Korčula ins Hinterland. Er kreuzte aber auch eine Straße mit vielen Schlaglöchern. Diese ist aber auch nicht mehr in Benutzung, parallel dazu gibts ne neue größere Straße.
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Auch am Friedhof kam ich vorbei.
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Da ich noch über ne Stunde Zeit hatte bis zur Fährabfahrt machte ich kurz vor dem Ziel noch mal Pause auf einer Treppe. Dort gabs nen netten Blick auf die Altstadt und einen kleinen Snack.
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Der Kameraakku war aber am leer werden, also wollt ich den dann doch an der Unterkunft noch mal aufladen.
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Der Teil mit dem Zaun ist eine Dachterrasse, die wohl nicht in Benutzung ist, und darunter lag dann mein Zimmer. Die Dachterrasse erreicht man über eine kleine Brücke vom Haus aus, das die Familie bewohnte.

Das Aufladen wurde mir natürlich gestattet. Es war sowieso nur der Herr des Hauses gerade da, und er frug mich gleich, ob ich denn eine kühle Cola wollen würde. Das war natürlich ein Super-Angebot. Dann kamen wir schnell ins Gespräch. Er war zwar grade am Kochen, aber fing dann trotzdem an, mir von den Schönheiten Jugoslawiens zu erzählen und holte auch eine Karte hervor, um mir alles genau zu zeigen; in die Berge müsste man zum Wandern, vor allem in den Nationalpark Sutjeska in Bosnien und Herzegowina, der wohl teilweise noch urwaldmäßig ist. Aber auch der Durmitor-Nationalpark in Montenegro sei sehr zu empfehlen. Als Münchner wisse ich ja sowieso die Berge zu schätzen. Auch die Küche wäre entlang des Dinarischen Gebirges am Ursprünglichsten, während nördlich davon vor allem der österreichische Einfluss groß ist und an der Küste der Italienische. So gab es in Korčula auch gefühlt Tausende Pizzerien, die mich nicht interessierten, aber ich glaube nicht, dass es das war, was er meinte. ;-)

Danach wurde er kurz etwas politisch und meinte Deutschland habe „sein“ Jugoslawien zerstört (ich verstand aber nicht wirklich warum), und er sehne sich doch sehr nach diesem ehemaligen Staat zurück, ohne Grenzen war doch alles viel besser. Und die Jugoslawen seien sich doch eh alle sehr ähnlich und als große Gemeinschaft zu sehen, egal ob man Bosnier, Serbe, Kroate (oder sonst wer) sei. Außerdem war ja in Jugoslawien nicht alles schlecht, es gab dort ja keinen so strengen Kommunismus wie in der Sowjetunion. Vorwürfe gegenüber mir persönlich als Deutschem konnte ich aber auch überhaupt nicht heraushören.

Dann erfuhr ich weiterhin, dass das Haus in dem wir uns gerade befanden nur ein Ferienhaus der Familie ist, während die Familie eigentlich in Zagreb zu Hause ist. Während seine Frau aber noch als Lehrerin arbeiten müsste, wäre er schon in Rente und könne deshalb den ganze Sommer von Mai bis Oktober auf dieser schönen Insel verbringen. Er freute sich auch ziemlich, dass alle Familienmitglieder (z.B. auch seine Schwester) in der nächsten Zeit abreisen sollten, sodass er noch einen Monat ein komplett freier Mann ohne große Verpflichtungen sei.

Schließlich forderte er mich auf, mit in die Küche zu kommen, wo – oh Schreck! – Kalbsschnitzel in der Pfanne am Verbrennen waren. Er drückte mir aber dennoch einen Teller in die Hand, lud mir zwei kleine, nicht verbrannte Schnitzel auf und dazu gabs Brot und ne Paprika. Mit solch einer Gastfreundschaft hatte ich ja überhaupt nicht gerechnet. :-)

Nach einer kurzen, aber herzlichen Verabschiedung gings nochmal an der Altstadt vorbei zum Hafen.
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Die Fähre war leider wieder ein Katamaran, diesmal aber von Jadrolinija. Gefiel mir irgendwie besser als Krilo, er war etwas kleiner, sodass es auch Zweiter-Sitzreihen gab. Dennoch kommt man sich schon ein bisschen wie im Flugzeug vor.
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Diesmal durfte ich das Ticket behalten.
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Bei Hvar gabs dann einen „schwimmenden“ Bagger.
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Könnte auch ganz nett sein, diese Insel, aber ich glaub Korčula war schon ne gute Entscheidung.
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Nach Hvar wurde der Seegang stärker und meinem Sitznachbarn immer schlechter, zum Glück hat ers aufs Klo geschafft und musste nicht die bereitgestellten Papiertüten nutzen. Ich fand den hohen Seegang ja recht amüsant, in Fahrgeschäften auf Volksfesten wird mir ja gern mal schlecht, aber Seegang find ich schön. ;-)

Bei der Ankunft in Split hatte man gleich nen Blick auf die Altstadtpromenade, allerdings von Schiffen verdeckt.
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Hier liegt er nun, der Katamaran, mit dem ich fuhr.
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Da ich auf dem Weg zu meiner Unterkunft, etwas östlich der Altstadt eh am Bahnhof vorbeikommen könnte, erledigte ich die Sache mit der Reservierung sofort. Man hatte mir ja am Münchner Hauptbahnhof keine 1. Klasse-Reservierung ausstellen können, obwohl der Zug von Zagreb nach Split reservierungspflichtig ist. Die Frau am Schalter verstand erst nicht so recht was ich wollte, aber konnte mir dann für 8 Kuna (~1,10€) eine Reservierung ohne Ticket rauslassen, handgeschrieben. Umtauschen meiner vorhandenen 2. Klasse-Reservierung ging natürlich nicht, aber das erneute Reservierungsentgelt ist ja durchaus noch human, und die deutsche Reservierung hatte ich eh netterweise gratis bekommen.

Der Fahrplan in Split ist doch recht übersichtlich.
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Es gibt auch nen Bahnsteigzugang ohne durch das Gebäude durch zu müssen.
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Ich entschied mich, auch wenn er etwas länger war, den südlichen Weg über den Innenstadt-Strand Bačvice zu nehmen. Dabei hatte ich einen Blick auf die Autoverladung, die natürlich zu dieser Zeit am Nachmittag (etwa 16h) nicht im Gange war.
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Blick in Richtung Bahnhof und Innenstadt von der südlichen Brücke aus.
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Kurz vor dem Meer endet das letzte Gleis.
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Meine Unterkunft war dann schnell gefunden, vielleicht 5 Gehminuten vom Strand weg. Mein Gastgeber sollte nicht zu Hause sein, aber seine Freundin. Die angegebene Adresse stimmte zwar nur ungefähr, aber sie holte mich auf der Straße ab. Dann hat sie mir mein Zimmer gezeigt, Eigenheiten der Wohnung erklärt, aber dann sich auch wieder zurückgezogen. Da die Zwei über den Sommer aber sicher viele Gäste haben, kann ich mir vorstellen, dass man irgendwann keine Lust mehr auf zu viel Interaktion mit den Gästen hat, insbesondere wenn jemand nur für eine Nacht dort ist.

Die Wohnung selbst war einfach aber OK, ein bisschen wie ne Studenten-WG, da hab ich mich doch gleich heimisch gefühlt. Nur etwas ungewöhnlich fand ich, dass die Wohnungstür nie abgesperrt wird, die Haustür unten wäre ja zu und man kann ja die Zimmertür absperren, in die Wohnung selbst käme ja eh niemand, sie liegt ja schließlich im 5. Stock. Find ich etwas ungewöhnlich, aber kann man mit Leben. ;-)

Nach ner kurzen Pause überlegte ich, was ich machen soll. Ich wollte irgendwann was essen und evtl. am Abend meine Kolleginnen treffen. Die waren aber auch erst am selben Tag angereist und hingen bei einer ihrer Familien etwas fest, konnten also nicht genau sagen, wann sie wo sein könnten. Außerdem wollte ich noch zum Strand, und Bačvice war mir dann doch etwas voll. Aber ich hatte von 2 FKK-Stränden gelesen, einer im Westen (Kašjuni) und einer im Osten (Duilovo). Der im Osten war mir etwas zu weit weg, läge aber praktischer für mein auserkorenes Restaurant fürs Abendessen (Makedonska Kuca, sah im Netz sehr vielversprechend aus). Da aber eben der Weg zum Oststrand doch weit ist, sollte es der Weststrand werden, wo ca. 2 mal die Stunde ein Bus hinfährt.

Außerdem hatte ich dabei noch nen kleinen Spaziergang durch die Altstadt. Diese musste ich auch nicht unbedingt noch einmal ausführlich besichtigen, war ich doch schon letztes Jahr dort gewesen.
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Von einem Platz östlich der Altstadt (Sv. Frane) mit einer Kirche sollte der Bus losfahren.
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Aus dem Supermarkt gabs dann noch ne Flasche Wein und Knabbereien, ist ja doch schön am Strand zu sitzen, was zu trinken, knabbern und den Sonnenuntergang zu genießen. Auch wollt ich am Kiosk Bustickets kaufen, aber die Frau meinte nur, sie verkaufe sowas nicht, man solle zum Busfahrer. Dieser lässt einem dann so etwas raus.
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Am richtigen Ort auszusteigen war kein Problem. Allerdings sah ich mit Schrecken die vielen wartenden Menschen an der Bushaltestelle, die wieder in die Stadt wollten.

Die Halbinsel geht doch recht steil nach oben, ist aber wirklich sehr hübsch, zumindest das, was ich gesehn hab.
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Um zum FKK-Bereich zu kommen muss man den ganzen Strand entlang laufen, über ein paar Felsen klettern und kommt dann zu etwas abgeschotteten, nicht einsehbaren Kiesbereichen. Überhaupt ist das ja so: diese Bereiche sind nicht wirklich offiziell, es wird wohl geduldet, ohne Badekleidung zu baden, aber theoretisch wäre das wohl verboten.

Die Abendsonne konnte man wirklich gut genießen von meinem Platz aus, ich war auch sehr fast alleine in meinem Kiesabschnitt.
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Das Wasser war auch schön angenehm warm. Deshalb blieb ich auch irgendwie länger als ich ursprünglich vorgehabt hatte. Beim Rückweg stellte ich dann fest, dass man über einen Trampelpfad auch direkt von der Straße zu diesem Strandteil kommt ohne den Umweg über den langgezogenen Teil zu gehen. Von oben knipste ich dann noch ein schnelles Bild.
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Der Bus selbst war proppenvoll, selbst schon an der 2. Haltestelle (wo kamen die alle her? - naja wahrscheinlich fuhren sie erst in die falsche Richtung und dann wieder zurück). Dementsprechend wars eng, aber ich kam dann mit zwei Amis ins Gespräch, der eine in München lebend, was ihm aber nicht so gefiel, der andere eine Europatour machend. Wobei diese Tour wohl mit häufigen Ortswechseln und Flügen verbunden war, so sollte es von Split direkt nach Zürich gehen, und dann wieder nach Italien. Naja, wers braucht… ;-)

Da ich von meinen Kolleginnen immer noch nix konkretes gehört hatte, machte ich mich zu Fuß auf den Weg in den Osten der Stadt. Meistens gings an großen Straßen entlang (z.B. Poljička Cesta), die von hässlichen Platten gesäumt waren, objektiv betrachtet nicht schön, dafür verirrt sich wohl auch kein Tourist dorthin. Gut 3km war der Weg, und ich freute mich immer mehr auf das Essen, doch dann das:
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Wegen Feiertag am 15. August geschlossen, da hätte man ja auch mal drauf kommen können…

Aber ich machte das Beste draus und fand unweit davon einen Imbissstand, wo viele Leute davor standen, an sich ein gutes Zeichen. Dort gabs dann Čevape im leckeren Knusperbrot, außerdem mit Salat und Soßen, halt Döner auf Kroatisch. Entweder war ich superhungrig, oder es war wirklich sehr gut, jedenfalls bin ich nochmal extra zu den Verkäuferinnen hin und hab ihnen gesagt, wie gut ich ihr Essen fand.

Die Kolleginnen waren indessen in der Altstadt angekommen. Eine davon schickte mir ne Position, auf dem Nicht-Smartphone konnte ich jedoch net so viel damit anfangen. Darüberhinaus hatte sie mir ne falsche Nummer mit nem Zahlendreher gegeben (mehrmals… verpeilt wie sie ist), sodass ich bei einem Anruf gar keine Verbindung bekam und beim anderen Anruf in Thüringen rauskam. Zum Glück wars erst 22h und nicht später.

An der Altstadt selbst angekommen lief ich ihnen aber direkt bei der Uferpromenade in die Arme. Sie waren aber alle ziemlich müde, dass wir uns darauf einigten, was zu trinken zu kaufen und uns ans Wasser bei Matejuška zu setzen. War schon ganz schön, mal wieder bekannte Leute zu sprechen. Nach einem Getränk war dann aber schon wieder Schluss bei ihnen, sie hatten wohl auch noch etwas Schlafdefizit aufgrund des vielen Rumreisens und Treffen mit verschiedensten Verwandten, es waren immerhin zwei Kroatinnen und eine Slowenin dabei, die die jeweils anderen Mitreisenden bei sich zu Hause oder bei Bekannten aufnahmen.
Dann also doch wieder allein, ist aber auch net schlimm, war ich ja den Rest des Urlaubs auch schon gewöhnt.

Am nächsten Morgen konnte ich etwas länger schlafen, durfte ich das Zimmer doch bis 14h behalten. War natürlich praktisch, da der Zug um 14:21 fahren sollte.

Gegen 10 machte ich mich dann auf nach Duilovo, diesen Strand wollte ich ja auch kennen lernen. Dabei machte ich mehrere Fehler. Der Erste war z.B. dass ich den Busnetzplan nicht genau studierte. So hätte ich viel näher an meiner Unterkunft einsteigen können, ich hatte diese „Schleife“ des Busses aber nicht gesehn und bin deshalb ein ganz schönes Stück an der großen Straße vom Vorabend entlang gelaufen. Was ich übrigens nicht herausfand ist, ob man mit ner Einzelfahrt in Split auch den Bus wechseln darf ohne eine neue Fahrkarte zu kaufen, im Netz las man nur was von ner Zeitbegrenzung (ich glaube 60min), aber das könnte ja auch auf einen bestimmten Bus bezogen sein.

Auf dem Weg zur etwas entfernten Haltestelle kam ich immerhin an nem schön bemalten Bus vorbei.
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Im Supermarkt auf dem Weg merkte ich dann mal wieder, wie „Deutsch“ ich bin. In den meisten Läden bei uns ist mans halt gewohnt, dass man seine Sachen schnell einpackt während der Kassierer die restlichen Waren noch durchzieht und idealerweise hat man alles verpackt bis man bezahlen muss. Die Frau vor mir hingegen hatte nur wenige Stücke, aber brauchte dennoch gefühlt ewig bis sie dann endlich weg war.

An der Bushaltestelle hatte ich dann Glück, der passende Bus kam innerhalb von 5min. Aber das war auch wieder schwierig zu wissen, wann der Bus genau an dieser Zwischenstation fährt, man muss sich praktisch ausrechnen, wie lange er von der Startstation brauchen könnte. Immerhin sind die Busse sehr gut klimatisiert. Weniger schön ist, dass auch die Scheiben mit Werbung beklebt sind, so dass man kaum rausschaun kann. Aber auch das hält wohl die Hitze etwas ab.

In Duilovo angekommen freute ich mich, hatte ich doch über 90min Zeit (neuer Rekord in diesem Urlaub? *g*), um dann noch sehr entspannt zurückfahren zu können, meine Sachen aus der Wohnung holen und mich zum Bahnhof auf zu machen.

Doch dann passierte Fehler 2. An der Endstation der Buslinie ging ich in einen kleinen Park, um zum Strand zu laufen. Doch der Abgang zum Strand – man musste ja die Steilküste überwinden – war leider gesperrt, sah auch etwas baufällig aus. Also gut: der FKK-Bereich sollte eh deutlich östlich von diesem Park sein, also so meine Idee: geh ich doch mal weiter nach Osten und such mir da nen Abgang.

In diesem Gebiet waren aber viele Wege auch gar nicht in Karten eingezeichnet, weder in Openstreetmap noch in Google Maps. Jedenfalls gabs unglaublich viele Fehlversuche, und nirgends fand ich eine Treppe oder einen Weg, der öffentlich genug aussah, um zum Strand runter zu kommen. Mithilfe des Google-Luftbildes versuchte ichs dann zusätzlich noch, aber das führte auch nur eingeschränkt zum Erfolg – bis ich dann an einem Ferienhaus vorbeikam, wo ein französisches Auto parkte. Es war zwar kein Mensch zu sehn, aber der Weg ging immerhin weiter in Richtung Wasser. Also gut, letzter Versuch. Als der Weg sich den Klippen näherte hörte er aber auch plötzlich auf, bzw. der Verlauf war nicht mehr so recht nachzuvollziehen. Naja, eigentlich kletter ich ja eh ganz gern, und es gab auch zu Anfang noch Bäume und Wurzeln zum Festhalten.

Irgendwann gabs aber die auch nimmer, und an dem bröseligen Gestein gabs auch keinen Halt mehr. Also rutsche ich ca. 5m schräg nach unten ab (gut dass ich runter wollte und nicht hoch). Die Schuhe voller Dreck, ich voller Dreck, aber zumindest komplett unverletzt am Ziel angekommen.

Meine Rutschbahn, von unterhalb des Gebüschs gings los.
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Immerhin gabs sogar Süßwasser am Strand, wo ich mich etwas erfrischen konnte. Der Strand selbst war sehr heimelig, aber mit mehr oder wenigen großen Steinen. Für meinen Geschmack sehr hübsch.
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Man fand auch ohne Probleme ein schattiges Plätzchen, sehr schön. Nur aus den >90min sind durch die Herumirrerei gerade mal 10min geworden, hab ich ja mal wieder toll gemacht… *g* also gings einmal ins herrliche Wasser, um dann direkt im Anschluss wieder zurück zu laufen. Ich wusste ja nicht, wie lange ich brauch, um zurück zu kommen, und den Bus wollt ich nicht verpassen. Einer später wäre zwar auch noch vertretbar gewesen, aber wenn dann doch was dazwischen gekommen wäre, hätt ich mich doch sehr schicken müssen oder schlichtweg den Zug verpasst, das wollt ich nicht riskieren.

Über Stock und über Stein gings zurück.
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Von unten sah ich dann wiederum einige Aufgänge, aber die sind von oben wohl wirklich schwierig zu finden. An einem war auch eine Holzleiter gelehnt, um das steilste Stück zu überbrücken, alles etwas provisorisch und unter anderem deshalb mir irgendwie sympathisch.

Der Park in dem ich am Anfang war, war früher auch etwas größer...
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Am Ende der Klippen kam man dann auch ganz leicht über eine Treppe zurück nach oben, oder man konnte einfach flach auslaufend zur Straße zurück laufen. Wäre ich mal einfach im Park ein Stück nach Westen gegangen, das hätte doch einiges an Zeit und Nerven erspart...

Der Bus war dann wieder relativ pünktlich, paar Minuten zu spät. Am Rand der Altstadt stand er auch etwas im Stau, aber ich hatte ja zum Glück genug Zeitpuffer, sodass ich mich nicht für früher aussteigen und einen längeren Fußweg entscheiden musste.

Außerdem konnte ich so nochmal durch die nette Radunica-Straße östlich der Altstadt durchlaufen, der Touritrubel wirkt hier schon unheimlich weit weg...
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In der Wohnung selbst war dann überhaupt niemand anzutreffen, sodass ich nur meinen zweiten Rucksack holte, den Schlüssel liegen ließ und in Richtung Bahnhof verschwand. Der Abschied erfolgte dann eben per Nachricht...
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