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25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

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Kris
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25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Kris » 29.04.2014 - 22:07

Primo capitolo

Nun denn, so ist er endlich geworden, der kleine Ausflug auf das Stilfser Joch. Nebenbei sollte es das erste Mal werden, dass ich dorthin zum Skifahren gelange.
Etwas trickreich dabei war, dass die Aktion in ihrer Natur nicht wirklich genau planbar ist (ist auch nicht so mein Naturell), weil es bei derartigem doch ab und an anders kommt als gedacht. Das im Hinterkopf erwartend war zunächst eine Summe an Fragezeichen wen ich denn fragen könne um das Ding zusammen zu machen. Weil das a.tens mehr Spaß macht und b.tens solche Runden doch nicht alleine zu machen sind.
Also gilt es zusammenzubringen jene Geeks, die einerseits gerne die Ästhetik des Gegensätzlichen decodieren (was ja letztendlich die Substanz da oben ausmacht) und schätzen, aber anderseits auch die Alpine Power hinlegen wenn dies nötig wird (was dann auch so kam).
Wie es so oft ist bei derartigen Ideen, wer kennt das nicht, ist es also nicht so einfach die ideale Gruppe zu erzaubern.

So telefonierte ich etwas lustlos meine Bergkameraden an, "Geisterspitze und Dokumentation Stilfser Joch". Die dann passable Begründungen hatten, wieso das nicht gehe. Das war Donnerstag gegen 21 Uhr. Bis der Klaus aus Klausen sagte ja doch machen wir, Dreiviertelsechs Ski an den Füssen geht s los, Geisterspitze und Joch. Oh. Prima. Ich packe mein Zeugs, fahre nach Trafoi, bin gegen Mitternacht dort um festzustellen, dass man nicht auf 1900m weg kommt, sondern auf 1500irgendwas. 3460m Geisterspitze minus 1500irgenwas...macht...hm, die Müdigkeit verhinderte sinnvollerweise das Zustandekommen eines Rechenergebnisses.

So klopfte um Halb Sechs jemand an die Fensterscheiben meines Automobils in dem ich auf einer Luftmatratze recht angenehm nachtruhte. Ah los gehts. In 10 Minuten hatte ich das Gelump und mich parat, schob etwas essbares in den Mund und zwängte die Füße in die Skistiefel. Alles irgendwie.

Schön warm ist es bereits. Aber wo ist der Schnee? Dort wo er nebeneinander liegt, sind im Hang hohe Felseabsätze, dort wo es sich gehen lässt bereitet sich die Vegetation großflächig und gut sichtbar auf die Sommersaison vor. Damit ging es mit uns drei -der dritte kommt aus Brixen- erst mal durch Grasgemüse nicht unsteil und zumeist weglos im südseitigen Wald hinauf. Ski am Rucksack tragen sich gut, aber verheddern sich ab und an hartnäckig im niedrigen Geäst. Und das so früh am Morgen. Es ging so dahin etwa 350Hohehmeter, ab dann wurde es zum Glück flacher und der Wald lichter womit auch der Schnee seinen Teppich für uns durchgängig ausgelegt präsentieren konnte. Damit war auch das Schläfrige weg. Dem schmalen Talgrund entkommen öffnete sich die bekannte Ortler-Landschaft, der Blick in die hohen Berge drumherum richtet einen doch munter auf so unchristlich früh am morgen.

So ging es entlang der Moränen unterhalb vom Madatschgletscher hinauf bis selbiger begann und irgendwann auch die Sonne uns beglückte. Auf etwa 3000m zeigte sich der Livriokomplex von seiner weniger bekannten Seite, jene die man von der Piste so nicht sieht. Unser Ziel ist der zunächst noch nicht, sondern erst zieht es uns weiter in Richtung Geisterspitze. Im Zick-Zack geht es die Flanke hinauf, wobei selbige nach oben hin mit abnehmender Luft erst recht steiler wurde. Aber der Blick, ja das Blick. Macht man so eine freudige Plackerei wegen der Ausblicke? Sicherlich nicht nur, aber auch. Offenbar nimmt Mensch gerne Entbehrungen auf sich, um das was virtuell zu leicht erreichbar scheint wohl deshalb in Natura verspüren zu können. So gesehen ist Mensch ein freudiges Dummvieh.
Wie dem auch sei, den Gipfel erreichen wir nicht. Hinter uns wird der Ortler dennoch recht klein, lediglich knappe 500m höher als wir. Ein schönes Gefühl: Wir wären jetzt bereits auf dem langen Ortlerplateau. Da muss man jedes Jahr einmal hinauf übrigens, auf das große zahme Plateau bis zum Gipfel auf 3900m. Es könnte dort ein Leitnerlift mit 2km Länge stehen mit links und rechts einer blauen Abfahrt. Der letzte Lift dort oben am großen zahmen Ortler Plateau, der surrte vor 96 Jahren.

Und der Blick auf das Sommerskigebiet. Die vertrauten drei Etagen Stilfser Joch: Das EG (2750m) mit seiner eingeschneiten Passstraße, der Trinceronekomplex als 1.OG (3050m) und das Livrio Raumschuff im 2.ten OG (3174m). Jetzt sozusagen vom 3.OG betrachtet, aus etwa 3400m. Der Geisterlift zeigt sich in seiner ganzen Länge. Irgendwann wird sich der Ebenferner wohl auftrennen entlang der Liftachse, von uns gesehen nach rechts läuft das Eis zum Madatschferner, nach links läuft es hinab zum Trincerone. Der Geisterlift wird dann wohl auf einem flachen Bergrücken laufen. Oder auch nicht falls sich dieser als zu ungünstig abschüssig erweisen sollte. Gletscher finde ich immer sehr spannend, und irgendwie insbesondere auch wenn sie sich zurückziehen weil dann des Menschens Plunder der Moderne doch ein wenig ins schleudern kommt. Wo passiert derartiges sonst noch? Hat also seinen Reiz.

Von mittlerweile zwei Dutzend Wintersaisons gezeichnet stemmten sich auch heuer die Geschwister Geisterlifte durch die kalte Jahreszeit. Die Herbststürme erwiesen sich diesmal stärker als die gespannten Leit- und Liftseile und warfen zwei Stützen um, jene am Zwischeneinstieg. Nicht nur der Lift taumelte und krachte, auch Teile der Gebäude am Trincerone.

Ab hier zwei Steinwürfe vom Gipfel entfernt wird der Grat schmal, abschüssiger und der Schneeaufbau ungünstig: 15cm fluffiger Pulver liegen auf einem festen Altschneepanzer. So ganz der Spaziergang war das also doch nicht, mit Steigeisen wäre es gut zu machen gewesen. Oder einfachen vom Westgrat aus statt unseres Ostgrates. Macht nichts. Obwohl, das besondere Highligt hätte die Abfahrt vom Gipfel der Geisterspitze werden sollen, über seine Nordflanke direkt hinunter. Wo auf mich nahezu in Falllinie die Bergstation vom Geisterlift gewartet hätte.
Das Skigebiet erstreckt sich übrigens offiziell (SIFAS) von 2758m bis auf 3450m. Irgendetwas passt da nicht ganz zusammen, denn wir stehen etwa 50m unterhalb des etwa 3460m hohen Gipfels und gut oberhalb der Bergstation des Geisterliftes. DM gibt die Bergstation mit 3390,5m an, abgebügelt wird wohl 15m darunter. Nundenn, Tourismus halt.

Es weht ein doch eisiger Wind, der so eisig nicht wäre wenn er innehalten könnte. Damit ist die Jause schnell verzehrt. Das gestern Nacht an der Tankstelle besonders teuer gekaufte magere Semmerl mit diversen schwer identifizierbaren Belegungen mundet jetzt außergewöhnlich grandios.

Der Pulver im Steilhang ist ausgezeichnet, das macht bei der Abfahrt Freude. Für mich nicht all zu lang, ruft doch die Querung hinüber zur Geisterliftstation. Der Klaus und Andreas nutzen die Falllinie und fahren. Sie fahren tatsächlich auch weiter ab, obwohl sie zunächst nicht glauben wollten, dass der Gletscher abschüssig ist weiter unten entlang der Geisterlifte, Sie lachten und fuhren.


Um zur Geisterstation zu gelangen stapfte ich die halbe Querung entlang der Geisterflanke bergan. Das dauerte. Die zwei wollte ich nicht über Gebühr warten lassen, anderseits wollte ich gerne das Ding inspizieren. So musste es schnell gehen heute, und dennoch hatten die zwei einiges zu warten auf mich. Deren Geduld sei gedankt, ich beeile mich. Als Fotoknipser dient mir ein neues Gerät mit dem ich Schnee noch nie geknipst habe. Ein Ding mit Objektiv zum dranklinken, 24-80/f2.8, also mit Gewicht. Irgendetwas einstellen ist ob der Eile, des schnaufenden Atems, der Handschuhe und der Sonnenbrille definitiv nicht möglich, so bin ich doch mal dankbar auf die sonst verschmähte iAuto-Funktion. Es muss heute alles perfekt funktionieren, kein falsches Setup, kein versehentlich aktiviertes Menu. Und tatsächlich, das Desaster welches mich bei Fotoaktionen gerne (zuhause) heimsucht blieb aus und die Fotoausbeute sollte perfekt werden. Auch wenn der feine Blick fürs subtile trotz Muße nicht wirklich Zeit hatte sich zu finden am fordernden Berg. Draufhalten und am großen Knopf drücken. Im Hochgebirge bleibt nie wirklich Zeit die Dinge durchatmend zu genießen oder wie hier genauer zu inspizieren. Irgendwie muss man immer weiter. Der Aufstieg bisher dauerte doch viereinhalb Stunden.

Die Doppelmayrstation sieht gut durchdacht robust aus, und im Ggs. zu anderen Liftbauten ist sie auch kaum zerknüllt. Ich klettere kurz auf die Umlenkscheibe des rechten Liftes. Aussichtsplattformen sind ja aktuell in den Alpen der Hit. Aber da ist nichts, also geht es hinüber zum Payerlift. Der wurde erneuert vor einigen Jahren (1999), so sind die Bergstation und die Masten darunter aus verzinktem texturlosem Stahl erbaut, trägt also keine Schichten mehr an abblätternden und sich somit organisch ergänzenden Lackschichten wie es in Italien eigentlich für alles was Eisen war bis in die 1980er Jahre üblich war.
Ich meinte nach gefühlten 5 Minuten sollte ich mich auch auf den weißen Weg hinab machen, um die zwei Sidtiroler nicht so lange warten zu lassen. Der Biss des Gewissens war schon rechtens, denn die EXIF Daten der Bilder zeigten dann, dass die blitzigen 5 Minuten tatsächlich derer 25 waren. Diese inkludierten aber dann auch die Attraktion jedes einzelnen Geistermastens, denn von nahezu sämtlichen war das Seil entgleist und schabte auch mal kräftig um die Vierkantrohre der Masten. Die Abfahrt entlang der Geistelifte ist schon eine sehr gemütlich. Daher schaltete ich die Videofunktion ein, und fuhr in großen Bögen durch die Lifttrasse. Es fühlte sich sehr dreidimensional an so nah mit dem Kopf unter den Liftseilen durchzurauschen, immer vorher überlegend ob es sich noch ausgehen würde. Und zu schnell war sie erreicht, die Umfallstelle der zwei Masten am Zwischeneinsteig. Das Lifthäuschen ist nicht zu sehen, ob sie es im Herbst verräumt haben die von der SIFAS? Oder wurde es den Madatschferner hinuntergeweht? Im Idealfall ist es nur eingeschneit.

Dieses Eisengerippe wirkt skurril, so kampflos wie es da liegt. Den Kampf wird es beginnen, wenn im Mai die Liftangestellten wie jedes Jahr anrücken, um den Skeletten wieder ein weiteres saisonales Leben einzuhauchen. Eine Plackerei. Es benötigt wohl viel Erfahrung, Ausdauer, Kraft und wohl auch Idealismus um am Gletscher zu arbeiten. Am Cristallolift werden einzelne Masten um die doppelte Wegdistanz zum Cristallorücken versetzt, die der von der Seite zufließende Gletscher am Ende der Saison wieder zurückgeschoben haben wird. Die in einem gewissen Rahmen horizontal verschiebbaren pendelnden Rollenbatterien erweisen sich hier als wohl sehr hilfreich.
An Cristallo- und Payerlift wird das jeweilige Seil für die Wintersaison abgelegt da einige Liftmasten für gewöhnlich bis über die Seillinie einschneien und sich die Seile damit im kompakten Frühjahrsschnee eingeklammert und mietfließend die Mastkonstruktionen wie Zahnstocher knicken würden. Am Geisterlift bleibt das Seil (theoretisch) auf den Rollen, denn dieser schneit kaum bis oben ein. Dennoch wird der Geisterlift heuer viel Arbeit bereiten, die Mittelstation gilt es neu aufzubauen, die Streckenelektrik wird neu zu machen sein, das Seil selbst müsste laut Gesetz auf Bruchstellen untersucht werden.

Nundenn. Zum Livrioklomplex 3174m stapfe ich nicht hinauf, auch wenn das irgendwie verirrte schräge Blechmonster vom Schnee ganz besonders umgarnt wurde. So quere ich den Ferner zur Naglerflanke und suche hoch oben die Betonklötze der vergangenen Liftgenerationen. Die Naglerlifte waren auch damals am Ausstieg steil. Die ehemals rassigen Liftspuren stammen aus einer Zeit, als am Stilfser Joch bis Anfang 1990er Jahre rassige "Maestri di Sci" den Zepter des wahren Sportes führten. Skisport war Ernst, wurde intensiv strukturiert gelernt, immer eingebettet in die Vita Italiana mit viel sozialem Leben bei Karaoke oder im Livrio Schwimmbad. Bis das damals ehrgeizige Ganze aus Organisation und Infrastruktur aufgrund der faktischen Kräfteverhältnisse nicht mehr zu halten war und in einen Zerfallsprozess übertrat...


</erster Teil>



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Re: 25.4.2014: Ausflug auf das Stilfser Joch

Beitrag von münchner » 29.04.2014 - 22:32

Großartig!

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Re: 25.4.2014: Winterausflug auf das Stilfser Joch

Beitrag von Matze » 30.04.2014 - 06:38

Wahnsinn. Tolle Bilder.
Ich dachte so eine Stütze wird mehr verankert.
Das war doch noch der Payer bei dem das Seil ausgehängt war. Macht man das so oder hat der auch einen Schaden.
Kann den Geister einfach wieder aufstellen und die Stütze ausbeulen oder muss hier einiges neu machen.
Schnee hat es ja in diesem Jahr anscheinend genug.
auf geht es in die neue Saison

skilinde
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Re: 25.4.2014: Winterausflug auf das Stilfser Joch

Beitrag von skilinde » 30.04.2014 - 07:51

Der Text macht richtig Heißhunger auf mehr, auch auf die Bilder, die leider bei mir nicht funktionieren. Bisher ist das ganze nur Kopfkino ... mal sehen wieviel sich davon dann mit der Wirklichkeit deckt.
Der letzte Lift dort oben am grossen zahmen Ortler Plateau, der surrte vor 96 Jahren.
Da ich ja nix sehen kann folgende vielleicht dumme Frage: Ist das ein Scherz, oder haben die da im ersten WK wirklich irgendwas zu Kriegszwecken gebaut?

Ich finde das Stilfser Joch -mit den sagen wir mal "etwas" herunter gekommenen Gebäuden- ohnehin bei einer abendlichen Fahrt ein wenig gespenstig, so eingeschneit und leer wie es da jetzt war, hättest Du in der Dämmerung bestimmt gut einen Endzeitfilm drehen können.

Freue mich sehr auf die Fortsetzung ... und hoffentlich alle Bilder.

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Re: 25.4.2014: Winterausflug auf das Stilfser Joch

Beitrag von starli » 30.04.2014 - 12:37

skilinde hat geschrieben:
Der letzte Lift dort oben am grossen zahmen Ortler Plateau, der surrte vor 96 Jahren.
Da ich ja nix sehen kann folgende vielleicht dumme Frage: Ist das ein Scherz, oder haben die da im ersten WK wirklich irgendwas zu Kriegszwecken gebaut?
Ich vermute, Kris meint die Transportseilbahnen vom WK1, von denen es vielleicht sogar hunderte gab.
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Re: 25.4.2014: Winterausflug auf das Stilfser Joch

Beitrag von Whistlercarver » 30.04.2014 - 13:00

Großes Kino. Ich bin gespannt auf weitere Bilder.
Das war nur ein 1 Tages Trip?

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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Kris » 03.05.2014 - 12:09

Matze hat geschrieben:Wahnsinn. Tolle Bilder.
Ich dachte so eine Stütze wird mehr verankert.
Das war doch noch der Payer bei dem das Seil ausgehängt war. Macht man das so oder hat der auch einen Schaden.
Kann den Geister einfach wieder aufstellen und die Stütze ausbeulen oder muss hier einiges neu machen.
Schnee hat es ja in diesem Jahr anscheinend genug.
Payer und Cristallo sind die (allerletzten) Exemplare jener italientypischen Gletscherlifte, bei denen jeder Mast "auf vier Pfoten" eigenstabil am Gletschereis stegt. Die Bodenplatten der vier Pfoten werden mit etwa 1m langen Nägeln im Eis gesichert (wobei mir nicht klar ist ob das immer gemacht wird) und der Mast zusätzlich beidseitig wie ein Zelt abgespannt.

Das Seil wird abgenommen, weil die beiden Lifte idR bis über die Seillinie einschneien und sich die hohen Schneemassen setzten und talwärts schieben. Würde das Tragseil im Winter eingeschneit auf den Masten verbleiben, würde das Ganze im Verbund Schaden nehmen und einiges zerknittern oder brechen wie dünne Zahnstocher.


Der Geisterlift hingegen ist mit zwei Leitseilen ausgestattet, die Berg- und Talstationen fest im Felsen verankert sind und über die Gesamtstrecke verlaufend an allen Stützenjochen befestigt sind. Die Masten sind am Fuss in der Streckenachse drehbar gelagert. Ohne Leitseil würden die Masten allesamt umklappen.
In der Praxis stehen die Masten auf Schnee/Eishügeln nicht primär weil drumherum das Eis weggetaut ist, sondern weil die Geisterlifte konstruktionbedingt im hohen Schnee im steileren Streckenabscnitt das Problem haben, dass die schiebenden Schneemassen die Masten bereits öfter bis zum Bruch durchgebogen haben. Wegen dem Leitseil können sie ja nicht ausweichen, sondern müssen den Schneemassen Standhalten.
Das Seil muss beim Geisterlift nicht abgelegt werden, weil die beiden Leitseile die Masten sowieso fixieren, mit allen Nachteilen im Winter.
Dies mag auch der Grund sein, weshalb dervor einigen Jahren erneuerte Cristallolift wiederum ein Konstrukt in Ausführung wurde, und kein "modern anmutender" Lift mit Leitseil.
Am Vorab-Gletscher wurden die ehemals klassischen DM Gittermasten dahingehend modifiziert, dass die beiden filigranen Seiten der Gitter-Portale jeweils durch Vierkantrohre ausgetauscht wurden...

Das Herrichten der Lifte und des Skigebiets im Frühjahr dauert etwa einen Monat, wird also wohl bald nach den Maifeiertagen beginnen.

starli hat geschrieben:
skilinde hat geschrieben:
Der letzte Lift dort oben am grossen zahmen Ortler Plateau, der surrte vor 96 Jahren.
Da ich ja nix sehen kann folgende vielleicht dumme Frage: Ist das ein Scherz, oder haben die da im ersten WK wirklich irgendwas zu Kriegszwecken gebaut?
Ich vermute, Kris meint die Transportseilbahnen vom WK1, von denen es vielleicht sogar hunderte gab.
Das Gipfelplateau vom Ortler war tatsächlich wie die meisten strategischen Positionen auf der Linie Ortler - Trafojer Eiswand - Cristallo - Trincerone - Stilfser Joch) mit einem Netz an Materialseilbahnen überspannt. Daneben gab es auch viele Tunnels, z.B. auch für Feldeisenbahnen. Unter ähnlich krassen Verhältnissen kriechen noch heute Soldaten elendig im ewigen Eis herum, und zwar im Kaschmir zwischen Indien und Pakistan. Schaut mal in Google Earth entlang der vermerkten Grenzlinie, da kann einem der Schauer über den Rücken laufen.
Über einen steilen EIstunnel an der Trafojer Eiswand habe ich hier mal etwas zusammengestellt:
Trafojer Eiswand im ersten Weltkrieg.
Whistlercarver hat geschrieben:Das war nur ein 1 Tages Trip?
Jep. Leider nur ein Tag.
Ü/F ... das wird nachgeholt in der nächsten Saison :-)
Whistlercarver hat geschrieben:Großes Kino. Ich bin gespannt auf weitere Bilder.
Danke :-)
Bitteschön:
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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Kris » 03.05.2014 - 12:12

Secondo tempo

Das Gleiten über die weiten Flächen von den umgefallenen Masten am Geisterlift hinab zum Trincerone Komplex wird von mir im Moment zum Filetstück für Wellness und Flow deklariert. Das gehört irgendwie zu jeder Tour dazu, muss "mit bei sein". Wir benennen das gerne mit dem Begriff "Kino". Weil man sich ob des gebügelten Geländes nicht auf die eigene Bewegungen konzentrieren muss, sondern die Gesamtheit der Ferne und der Nähe wahrnimmt. Weil man genug Sensoren und unterbewusste Verarbeitungskapazität frei hat in sich, um in entspannter Ruhe das Wahrzunehmen, was im Moment ist. Dies fühlt sich ganz anders gegenüber dem an, was mir während der Stunden des Aufstiegs durch Sehnen, Knochen nebst Muskeln und Haut geht. Beim Aufstieg ist es ebenso ein Flow-Gefühl welches sich einstellt, aber eben ein ganz anderes, ein von innen nach außen wirkendes, und ein in intensiven automatisch guten Gedanken schwelgendes.
Bei der flowigen Abfahrt über die ultraweiten weißen und hindernislosen Flächen hingegen wirkt das Äußere auf das Innere besonders intensiv ein. Geistige Tätigkeiten ganz abgestellt. Der Moment der eigentlich sehr kurz ist (3 Minuten vom Geister zum Trincerone?), dehnt sich offenbar auf eine Ewigkeit aus und mag sich gleich noch in eine Zukunft hineinprojizieren. Wie ein Aspirin wirkt nach der Einnahme, so wirkt auch die "Kino" Abfahrt.
Die Kombo aus beiden, Aufstieg und Abfahrt macht es aus und somit perfekt. Beides zusammen ergibt mehr als jedes Einzelne für sich. So Schluss damit, es geht ja um Lifte und Holismus ist Esoterik Hm.

Am "Fungo", dem formenprägenden Pilzhotel am Trincerone auf etwa 3050m Seehöhe sitzen Klaus und Andreas bereits eine ganze Weile auf einer hölzernen Parkbank, die wohl irgendjemand aus dem Lagerstapel baugleicher vielfarbiger Sitzgelegenheiten gezogen hat. Das dutzend Bänke von Gelb bis Rot war ehemals am Betondeck in Reih und Glied aufgestellt und wurde so die bezeugenden alten Postkarten gerne zu dem verwendet, was ItalienerIn im Skigebiet offenbar ob geeigneter Hautkomposition sehr gerne zu tun pflegt: Sich mit Massen Gleichgeneigter stundenlang im Skigebiet unter stärkster Höhensonne zu grillen. Als optionales Accessoire gab es damals Kartonspiegel, mit denen man um den Hals gelegt noch mehr Sonnenpower ins Gesicht lenken konnte.

An und für sich sollte ich wohl auch mal ausruhen und etwas essen. So drücke ich Klaus die Kamera in die Hand (Zeit effizient nutzen! :-) ) mit dem Auftrag "mach mal". Während ich das zweite teure Shelltankstellensandwich verzehre im Monstermodus. An jener komemorativen Erinnerungstafel, die dem Tode eines Besatzungsmitgliedes eines Militärflugzeugs gewidmet ist, welches hier in den 1960er Jahren in die Seile der Materialseilbahn zum Livrio flog und dann zerschellte.

Das Fungo oder offizieller "Nuovo Pirovano" sieht auch heute noch erstaunlich modern und auch gut erhalten aus. Man könnte die Architektur auf die 1980er verorten, ist es aber nicht: Der Pilzbau stammt angeblich bereits aus dem Jahr 1962(?!). Ausgeführt als Stahgerippenbau mit angehängten Fassadenkassetten und Glassfaserisolierung enthaltend galt der Bau wohl als markantes Symbol des Fortschritts und ist seit etlichen Jahren geschlossen. Mittlerweile (nachdem Vandalen innen von der großen Kaffeemaschine bis zum Flipperautomaten alles zerstört haben) ist das Gebäude robust gesichert.

Die beiden Südtiroler klettern auf das kochend heiße weil dunkle Blechdach des Verbindungsganges, der den "Fungo" mit dem unweit entfernten "Grande Pirovano" von 1960 verbindet. Das Verbindungselement bildet auch den Empfangsbereich mitsamt Reception. Das Gebäude wurde außen wie innen Winterfest gemacht, alles ist schön abgedeckt und eingepackt. Als ob es nächste Saison gleich weitergehen würde...

Ich mache noch eine Teilrunde um die Gebäude. Bei den zwei stylishen Pistenwalzen vorbei, die genau so bereits im letzten Sommer neben dem Gebäude geparkt da standen. Es ist dieses die ausgeprägt modernistische Form der 1970er Jahre die mich hier fasziniert. Eine Ästhetik, in der Italien damals zur Avantgarde zählte, zusammen mit designorientierten Firmen wie Olivetti und ja auch Fiat zB. (Fiat 127 als Beispiel).

Der Schnee ist zwar gut tragend, aber nach den bisher etwa fünf oder sechs Stunden im Schnee bin ich etwas müde. Sehr müde auf einmal. Dass die Kamera gute Bilder aufnehmen möge, ich schaue nicht mehr wirklich drauf.

Erst beim Weiterfahren fällt uns auf, dass ein guter Teil des Daches vom "Grande Pirovano" an der Nordseite weggeklappt ist wohl als Folge eines Sturmereignis. Möglicherweise sind hierbei zeitnah auch die zwei Masten des Geisterlifts gekippt. Das Hotel Thöni, übrigens das letzte im Gebiet erbaute Hotel von Ende 1970er, hat auch einen großen Teil seiner roten Blechfassade eingebüßt, das Tennisplatzgrosse Teil liegt wohl jetzt irgendwo am Gletscher rum, wird im Sommer austauen und wohl noch ewig dort herumliegen oder im Gelände weiterfliegen.
Selten finden sich Werke des Wintertourismus so stark den Naturkräften ausgesetzt. Für mein Empfinden ist hier alles zu schnell und zu groß, zu pflegeaufwändig, zu komplex geworden. Es ist nicht zu erhalten. Menschen haben heute andere Bedürfnisse und Wünsche offenbar. Die Ökonomie trabt anderswo. Ob es Ischgl und Zillertal auch irgendwann derart ergehen könnte? In der Geschichte der menschlichen Kulturen an und für sich unausweichlich, auf ein Hoch (Kulturhoch möchte ich es nicht nennen) folgt ein tiefes Tief. Man fahre nach Rom zB. Oder bin ich jetzt Pessimist?

Hinter dem Ortlerhaus drehe ich mich um, Zoome an die Hölzl Seilbahnstation von 1975, die in dritter Generation die Seilbahnverbindung von der Passhöhe hier herauf bedient. Ein Kabinendach und der Perron sind durch gut windgeformten Schneepackungen beglückt. Die Kabine trägt übrigens noch das Corporate Identity einer Seilbahn von Dolomiti Superski. Denn das Vehikel diente letzten Sommer anderswo als Ersatz für eine in das Stationsgebälk gecrashte Kabine (Ciampac im Fassatal (danke ‘cv‘). Dass die Schneeformationen auch im Bild interessant sein könnten, merke ich erst zuhause. Dort in der eingeschneiten Station sollte man herumstapfen und Nahaufnahmen von blau lackierten Eisenkonstrukten in organischem Schnee versuchen. Das nächste mal.

"Baita Ortler" ist der Name des großen Klotzes neben der Seilbahnstation. Wieviel hundert Betten die Baita wohl beherbergt in ihren vielen Zimmern entlang der übergroßen Fassade? "Baita" heißt "Hütte", der Name trägt etwas filigranes, kleines in sich. Eine Baita ist auch eine Strohhütte. Es ist weniger als ein Rifugio. Viel naturnaher, simpler. Aus welcher initialen und ob des Namens vielleicht kleinen Idee "a misura d'uomo" die "Baita Ortler" wohl entstanden sein mag?

Hinter der Baita baut die interessante Fassade neben der Seilbahn breit und hoch auf. Dort wo die Postkarten nicht hinblicken. Es könnte sich auch um eine Rückfassade einer 1960er Jahre Fabrik in der Industriezone von Genua handeln. Angeklipste Luftschächte, ein horizontal an der Wand angebrachter Steg, Treppensysteme aus Stahl, über die Zeit hinzugebaute Versorgungs- und Funktionsbauten. Derweil ist es neben dem Thöni eines der wenigen Gebäude, denen der Putz oder die Farbe nicht abblättert. Die Eigentümer der beiden Häuser sind als einzige Südtiroler...

Ich finde das Ganze einfach toll. Manch andere sucht die Schönheit in Postkartenmotiven, ich finde es toller, was sich auf der anderen Seite befindet. Die Vorderseiten sind ja alle bestens in allerlei Prospekten u.dgl. geschönt und mit Werbung umtextet zu finden. Das muss ich hier doch mal festhalten: Es gibt hier für mich kein "gut" oder "schlecht", kein "schön" oder "scheußlich". Was da ist ist einfach da. Ob das alles letztendlich Sinnvoll oder nicht ist, ist eine andere Sache. Im Moment ist es genial.

Die zwei starken Wegbegleiter sind wohl schon unten am Pass. Weiterfahren. Die Abfahrt hinunter führt über interessant leicht gehügeltes Gelände, auf dem noch bis in die Anfänge des letzten Jahrhunderts der Gletscher bis fast zum damals Franzenshöhe genannten Pass hinab reichte (bis etwa 100-200m vor der jetzigen Talstation der PB). Blindes Fahren ist hier ob der doch zahlreichen Masten von Seilbahnen und Versorgungsleitungen nicht sinnvoll, daher wähle ich die gut distanzierten Holzmasten einer Telefonleitung um in großen Bögen um die Masten am weich/harten Firnschnee hinabzu...carven. Carven ist hier etwas feines, es spart gegenüber dem Kurzschwung Kraft, es ist der weiten Landschaft angemessen schnell. Jeder Mast eine Torstange.
Wo mache ich sowas schon mal? Hier genieße ich es. Sonst vermeide ich schnell fahren weil damit das Vergnügen zu schnell vorbei ist.

An einem der Betonmasten der Pendelbahn halte ich inne. Der breite Querschnitt der Betonbasis ist freigeweht, drumherum ein etliche Meter hoher windgeformter Schal aus Schnee. Und blicke nach oben auf die Seilrollen hinauf. Schaudernd erinnere ich mich wie ich die Hand einzog, als ich vor einigen Jahren im Inspektionskorb am Drehpunkt der Gondelaufhängung mitfahrend die Seilbahnfahrt aus der Sicht des Laufwerks filmte. Damals war auch keine Zeit zu garnichts, es wurde mir angeboten und ein paar Minuten später ging es bereits los. Die Stützenüberfahrt bei 8m/s so nah dran an der vorbeirauschenden Stützenmechanik...das hatte schon seine Dynamik. Riemen oder sonstige Kleiderteile hatten da nicht im Fahrtwind rumbaumeln sollen. Taten sie auch nicht. Aber war ich mir dessen bewusst?

Weiter unten gelange ich zur in einer Aufstiegssituation doch 10 Gehminuten oberhalb der Passhöhe gelegenen Talstation des ehemaligen Marchisio Einer-Sesselliftes. Weswegen wurde die Station bloß hier hingestellt, und nicht weiter unten am Pass? Ähnliches gilt für die Bergstation, die ebenso weit vom Ziel Trincerone entfernt hingesetzt wurde. Es gibt Theorien.
Die Station wurde mit einem großen neuen Holztor versehen. Wieso steht ein Flügel offen? Darin geparkt ein großer weißer Löffelbagger zum Spaltenschaufen. Vor dem Gebäude fast unter der Dachschräge und damit gut erreichbar für Dachlawinen überwintert eine weitere Pistenraupe mit wohl durch Dachlawine verbogenem Aufbau (Ein Inspektionskorb an einem Kran Arm zur Montage der Liftgehänge u.dgl.).

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(fine secondo tempo)
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Whistlercarver
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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Whistlercarver » 03.05.2014 - 13:04

Das letzte Bild ist die Passhöhe? Was verbirgt sich unter der großen Schneewächte zwischen den Gebäuden? Straße oder was anderes?

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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von piano » 03.05.2014 - 13:25

sehr interessant, danke!!

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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von strohmi1991 » 05.05.2014 - 22:27

Toller Bericht vom Passo dello Stelvio - war auch schon im Sommer zum Skifahren dort. Die Landschaft und die Infrastruktur ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wie man auf den Fotos sieht, gibt es dieses Jahr wohl einges zu richten. Ich bin mal gespannt, wie lange hier oben unter solchen schwierigen Bedingungen noch ein Skibetrieb stattfinden wird.
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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Stäntn » 06.05.2014 - 11:11

Faszinierend :top:
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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Matze » 07.05.2014 - 06:54

was ich aber bei den umgefallenen Stützen trotzdem nicht verstehe. Die Stützen sind oben am Joch durch ein Leitseil geklemmt, Zusätzlich liegt auch noch das Förderseil (mehr oder weniger gespannt) mit auf. Und so einen extremen Windwiderstand hat die Stütze doch auch nicht. Und trotzdem ist sie umgefallen. Unglaublich.

Die "Schneewächte" Zwischen den Hotel ist acuh ein kleiner Abhang von ca. 2,50 Meter. Der Parkplatz der sich direkt am Hotel Stelvio auf EIngangshöhe befindet ist eben ca 2,50 Meter tiefer als der oben gelegene Platz.
auf geht es in die neue Saison


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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Kris » 07.05.2014 - 13:12

Matze hat geschrieben:was ich aber bei den umgefallenen Stützen trotzdem nicht verstehe. Die Stützen sind oben am Joch durch ein Leitseil geklemmt, Zusätzlich liegt auch noch das Förderseil (mehr oder weniger gespannt) mit auf. Und so einen extremen Windwiderstand hat die Stütze doch auch nicht. Und trotzdem ist sie umgefallen. Unglaublich.

Die "Schneewächte" Zwischen den Hotel ist acuh ein kleiner Abhang von ca. 2,50 Meter. Der Parkplatz der sich direkt am Hotel Stelvio auf EIngangshöhe befindet ist eben ca 2,50 Meter tiefer als der oben gelegene Platz.

Es ist zB. möglich, dass die Seile dick mit Eis bzw. Reif ummantelt waren (zB. Gewitter), als ein Sturm einsetzte.
Insgesamt ziehen sich sechs Seile von Stütze zu Stütze, dies ergibt bei 100m(k.A.) Stütztenabstand bei dort durchaus möglichen 200km/h eine nette Windlast. Zumal es wohl zum umstürzen der auf Schneemugel stehenden Mastkufen nicht viel Krafteinwirkung bedarf.

Übrigens wurden die beiden Masten gestern und vorgestern (vgl. Bergfex webcams) wieder aufgerichtet!
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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von br403 » 07.05.2014 - 14:50

Hui, gerade erste gesehen! Tolle Bilder. Aber das dauert ja noch ewig bis da alles funktioniert für den Sommerskilauf, zum Ende Mai geht doch da nix.

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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Balu83 » 07.05.2014 - 19:49

Die Stützen wurden bereits gestern wieder aufgestellt, zu sehen z.B. hier: http://www.bergfex.it/sommer/ortlergebi ... ams/c2286/ 06.05, ca. 13 Uhr im Archiv.
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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von kaldini » 07.05.2014 - 20:50

Saugeile Aktion und Super Bericht! Zum Glück war ich nicht dabei, 1900hm wären zu viel gewesen...
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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von Mt. Cervino » 07.05.2014 - 23:20

br403 hat geschrieben:Hui, gerade erste gesehen! Tolle Bilder. Aber das dauert ja noch ewig bis da alles funktioniert für den Sommerskilauf, zum Ende Mai geht doch da nix.
Doch. Am 31. Mai gehts los:
Apertura prevista Impianti di Risalita del Ghiacciaio dello Stelvio 31 MAGGIO 2014
http://www.passostelvio.com/

Cristallo geht dann wie üblich später auf. Ist ja noch komplett mit Schnee bedeckt.
Last Destinations: Alpe Mondovi (I) / Lurisia (I) / Quattre Vallées-Verbier (CH) / Abetone (I) / Pragelato (I) / Via Lattea-Sestriere (I) / Zermatt-Cervinia-Valtournanche (CH/I) / Pila (I) / Venet (AT) / Hochzeiger (AT) / Hochoetz (AT) / Kühtai (AT) / Pitztaler Gletscher-Rifflsee (AT) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Obertoggenburg (CH) / St. Moritz (CH) / Arlberg-Lech-Zürs (AT) / Skiwelt (AT) / Cervinia-Zermatt (I/CH) / Serfaus-Fiss-Ladis (AT) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn-Söllereck (AT/DE) / Pila (I) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Bardonecchia (I) / Via Lattea-Sauze D`Oulx-Sestriere (I) / Serre Chevalier (F) / Kleinwalsertal-Ifen (AT) / Tignes-Val d`Isere (F) / Kaunertal (AT) / Gstaad (CH) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn (AT/DE) / Isola 2000 (FR) / Valberg (FR) / Rosiere-Thuile (IT/FR) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Portes du Soleil (CH/FR)

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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von noisi » 08.05.2014 - 08:34

Tolle Tour und super Bericht!
Die Atmosphäre dort ist auch im Winter etwas ganz besonderes.
Das der Geister-Lift quasi einfach nur auf dem Eis steht hätte ich nicht geglaubt wenn du es nicht dokumentiert hättest. So ist wäre es ja ansich ein leichtes, die Eishügel die sich unterhalb der Stützen gebildet haben, abzutragen. In den letzten beiden Sommern war das Liften dort (im unteren Bereich) nicht ganz ohne.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.


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Re: 25.4.2014: Winterexploration Stilfser Joch

Beitrag von xcarver » 11.05.2014 - 18:35

Tolle Aktion und herrliche Bilder! ;D
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