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Schneemangel 2015/16 + 2016/17 - Mittelfristige Auswirkungen

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von spinne08 » 18.12.2015 - 18:10

Ich möchte mal einen gegensätzlichen Gedanken zu diesem Thema einwerfen. Ich wohne in Ostfriesland an der Nordsee und unsere Region ist ebenfalls sehr stark vom Tourismus abhängig. Ich bezweifle, dass sich das Urlaubsverhalten der Wintertouristen ändern wird. Wir haben hier auch sehr viele schlechte Sommer und ich bedaure oft die Touris, welche sich einen Urlaub bei Regen und Wind im Sommer antun. Aber die Masse kommt immer wieder und das Vergessen überwiegt. Jeder möchte gern Sonne im Sommer haben aber sie nehmen es gelassen, wenn es mal nicht so ist. Ich habe es noch nicht erlebt, dass mehrere schlechte Sommer zu einem geänderten Buchungsverhalten geführt haben. Ein wichtiger Aspekt ist nämlich auch Sicherheit und gewohnte Umgebung. Warum ist sonst Urlaub im deutschsprachigen Raum an erster Stelle. Also Kopf hoch an alle Pessimisten und Vertrauen in die Regionen. Sie werden Alternativen finden.

Grüße von der Nordsee Steffen
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von noisi » 18.12.2015 - 18:25

Sehr interessantes Thema. Hätte es eigentlich kaum für möglich gehalten, dass solche Diskussionen, auf diesem Niveau (bisher) noch möglich sind.
Mein Senf dazu. Es wird einfach so weiter gehen wie bislang (zumindest denke ich das).
Die kleinen Gebiete werden immer weiter Probleme bekommen, wobei die Größe der kleinen Gebiete immer weiter zunehmen wird. Zusätzlich werden immer mehr Familien einfach nicht mehr in den Skiurlaub fahren - zumindest über die Feiertage. Erstmal weil der Schnee, die Kulisse fehlt, weiterhin weil die Preisschraube sich im Wintersport immer mehr von der Allgemeinen entkoppelt. Die Kundenfreundlichkeit, Familienfreundlichkeit nimmt generell ab.
Vor zwei drei Jahren kosteten die ersten Skipässe über 40, mittlerweile über 50€... wer will das weiter bezahlen? Oder warum soll jemand der im Frühjahr bei mehreren Metern Naturschnee kommt die Kosten für den Vorsaisonskunstschnee übernehmen müssen? Vielleicht müssen die Preise einfach noch weiter den Saisonalen Gegebenheiten angepasst werden. Wieso haben z.B. viele Gebiete Mitte Januar noch Hauptsaison? Wieso muss ich z.B. Ende April in Sportgastein den teuren Ski Amadé Skipass kaufen müssen? Was hab ich denn davon?
Dann wird es die geben, die fahren auch auf puren Kunstschnee nach dem Motto Hauptsache es geht überhaupt, andere werden sich angewidert abwenden, spätestens wenn mal wieder neues Material fällig wird. Ich weiß nicht so recht, ich bin derzeit auch auf den Kunstschneeautobahnen unterwegs. Es macht Spaß, es geht besser als erwartet, aber mit dem Skifahren das ich lieben gelernt habe hat das nur mehr wenig zu tun. Eine Ähnliche Diskussion gab es übrigens schon im letzten Jahr und zwar im Zuge des Snowmakers an der Ruhrquelle. Jetzt ist es also schon so, dass wir praktisch überall unterhalb von 2000m eine künstliche Saison haben...
spinne08 hat geschrieben:Ich möchte mal einen gegensätzlichen Gedanken zu diesem Thema einwerfen. Ich wohne in Ostfriesland an der Nordsee und unsere Region ist ebenfalls sehr stark vom Tourismus abhängig. Ich bezweifle, dass sich das Urlaubsverhalten der Wintertouristen ändern wird. Wir haben hier auch sehr viele schlechte Sommer und ich bedaure oft die Touris, welche sich einen Urlaub bei Regen und Wind im Sommer antun.
Ich komme zwar von der anderen Seite von Jade und Weser aber da hab ich mal grundsätzliche Einwände. Die Leute vergessen nicht. Das typische Nordseewetter ist bekannt und wird einkalkuliert. Da bin ich mir bei 90% der Gäste sicher. Die Meisten kommen nämlich nicht zum ersten mal dorthin.
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von Martin_D » 18.12.2015 - 18:34

noisi hat geschrieben: Vor zwei drei Jahren kosteten die ersten Skipässe über 40, mittlerweile über 50€...
Die 40 Euro wurden doch eher vor 7 oder 8 Jahren schon geknackt.
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von j-d-s » 18.12.2015 - 20:47

Stäntn hat geschrieben:So meine Meinung hierzu ist ja aus diversen ähnlich gelagerten Diskussionen bekannt :lach:

Eine Verlagerung der Kernsaison auf Fasching-Ostern wäre eine Lösung, die den Skigebieten am besten zu Gesicht stünde. März/April hat es immer genug Schnee, es ist meistens kälter und es herrscht quasi überall Vollbetrieb ohne das man Beschneien müsste wie ein Irrer. Da fällt der Schnee von selbst.

März ist der neue Dezember, und die Weihnachtsurlauber werden nach Ostern transferiert. Aber damit tu ich mich selbst im eigenen Bekanntenkreis hart. Irgendwie ist es stur verankert dass Dezember kalt und April warm sein muss. Basta. Ich lach nur noch drüber und freu mich über Kettenpflicht im Mai mehr wie über grüne weiße bunte wasweißich Weihnachten...

Eine Idee der Steuerung wäre wenn man jetzt bei etwaigen Stornierungen keine Gebühr verlangt oder Anzahlung einbehält sondern das als Gutschein für die Osterferien gibt. Dann wären auch die Orte im März wieder ausgelastet, Hotelerie freut sich - ein Kellner kostet jetzt und dann das gleiche Gehalt.
Es sollte sich aber halt vor allem mal durchsetzen, dass Skigebiete mindestens bis zum 1. Mai, ggf. auch Himmelfahrt offen haben sollten. Da hats meist eh reichlich Schnee und trotzdem sperren viele schon früher zu. Dafür macht man dann halt erst Mitte Dezember auf.

Ich glaube, das ist auch der Punkt, den viele nicht verstehen: Es kommt nicht weniger Schnee als sonst, er kommt nur später. Dass sich die beste Skisaisonzeit von Dezember-März auf Januar-April verschoben hat, zeichnet sich schon länger ab.
Saison 18/19 [41]: Schladming/4Berge, Dachstein West, Großeck-Speiereck, Tarvis, Nassfeld, Bad Kleinkirchheim, Pizol, Toggenburg, Flumserberg, Parsenn+Madrisa, Obersaxen, Silvretta Montafon, Mythenregion/Hoch-Ybrig, Sedrun-Andermatt+Gemsstock, Titlis, Laax, Arlberg, Golm, Corvatsch+Corviglia, Lenzerheide-Arosa, Bardonecchia+Jafferau, Serre Chevalier, Limone Piemonte, Mondole Ski, Pila, Vars-Risoul, Combloux-Megeve-La Giettaz, Valmorel-SFL, Espace Diamant, Les Contamines-Hauteluce, La Rosiere-La Thuile, Areches Beaufort, Alpe d'Huez, Val d'Isere, Grand Massif, 3x Trois Vallees, Les Gets-Morzine, 2x Paradiski
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von noisi » 18.12.2015 - 20:58

j-d-s hat geschrieben:Ich glaube, das ist auch der Punkt, den viele nicht verstehen: Es kommt nicht weniger Schnee als sonst, er kommt nur später. Dass sich die beste Skisaisonzeit von Dezember-März auf Januar-April verschoben hat, zeichnet sich schon länger ab.
Hä? Glaubst du wirklich es hätte früher weniger Schnee im April gehabt als heutzutage? Vielleicht nicht unbedingt auf den (beschneiten) Talabfahrten, oben wird sich da wenig geändert haben.
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von chrissi5 » 18.12.2015 - 21:19

Och Noisi, letzten " Winter" hatten wir zu Ostern doch bestes Skiwetter im Sauerland..
Ich bezweifel aber das sich die Leute auf spätes Ski fahren einlassen werden. Die schon langen Tage, der hohe Sonnenstand und die wieder wärmeren Temperaturen lassen die meisten an andere Sportarten/ Freizeitgestaltung denken.. sind ja nicht alle so eingefleischt wie wir hier..
Winter 20/21: Hoffe noch auf viel Schnee, wieder mal.

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von j-d-s » 18.12.2015 - 21:27

Es gibt auf der Welt nichts schöneres als um halbsechs gemütlich die letzte Talabfahrt anzugehen :ja:.
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von baeckerbursch » 18.12.2015 - 22:35

Es hat doch im Dezember schon immer wenig Schnee gegeben - vergesst das mal nicht.

Nur weil ein paar Winter dabei waren in denen es früh sehr kalt war (zum beschneien) und dann kurz vor Weihnachten der optische Effekt mit ein paar cm Schnee kam war es nicht wesentlich besser.

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von hollekubi » 18.12.2015 - 22:48

Fakt ist, dass die Schneesituation der letzten Zeit ein spürbares Ergebnis des Klimawandels ist. Und das wird sich in Zukunft im Großen und Ganzen nicht verbessern. Die Regionen mit Wintersport befassen sich schon seit längerem ernsthaft mit neuen Möglichkeiten, Urlauber bei der Stange zu halten. Und da sind nicht neue und mehr Schneekanonen gemeint. Die Investitionen in Solche beginnen nämlich, sich langfristig nicht mehr zu rechnen, weil bis 2050 sehr viele Skigebiete nicht mehr die notwendigen klimatischen Rahmenbedingungen mitbringen, die Kanonen überhaupt sinnvoll einsetzen zu können und eine Amortisation erst nach ca 15-20 Jahren einsetzt. Nein, da sind die Überlegungen, mehr auf Wellness, Kultur, Familienprogramm etc. zu setzen. Klingt tatsächlich traurig für eingefleischte Winterurlauber, aber der Klimawandel wird wohl nicht aufzuhalten sein.
Okay, Schwarzmalerei muss man sicher nicht betreiben, bis 2050 ist ja noch lange hin. Aber die Entwicklung, dass das Zeitfenster mit genügend Schnee immer enger wird, darauf wird man sich einstellen müssen.
Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier http://www.sueddeutsche.de/bayern/skifa ... -1.1861753


Gruß
Holger

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von BigB » 18.12.2015 - 23:38

waren jetzt auf Kreuzfahrt im Mittelmeer. Auch schön im November/Dezember und günstig. Ich nehme im Freundeskreis schon wahr, dass weniger Ski gefahren wird weil die Winter, und der ist für die meisten im März vorbei, nicht mehr so sind.
"Die Berge verkünden die Herrlichkeit des HErrn"

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von ThomasK » 19.12.2015 - 00:39

j-d-s hat geschrieben: Es sollte sich aber halt vor allem mal durchsetzen, dass Skigebiete mindestens bis zum 1. Mai, ggf. auch Himmelfahrt offen haben sollten. Da hats meist eh reichlich Schnee und trotzdem sperren viele schon früher zu. Dafür macht man dann halt erst Mitte Dezember auf.

Zahlreiche Kundenumfragen belegen, dass im April die Luft raus ist. Im April wollen die meisten nicht mehr skifahren.

Ein Drittel des Umsatzes einer Skisaison wird zwischen dem 20. Dezember und dem 10. Januar verdient. Üblicherweise machen also die Skigebiete Anfang April zu. In Garmisch Klassik ist z.B. am 03. April 2016 Schluss. Dann beginnt die Seilbahnrevision und Mitte Mai eröffnet dann die Wandersaison. Pfingsten will man mit den Bergwanderern Geld verdienen.

Als ich am 28. August 2015 auf dem Zillertaler Gletscher war (als Fußgänger) zeigte das Thermometer mittags an der Gefrorenen Wand Spitze + 13 Grad an. Ich habe dann noch mit den Seilbahnern gequatscht. Nachdem ich mit dem Gletscherbus 3 (Funitel von der Gefrorenen Wand Spitze zum Tuxer Ferner Haus) zurückgefahren bin, fuhr ich noch anschließend mit der 10er-EUB vom Tuxer Ferner Haus bis zum Skilift Olperer. Unter der EUB gab es Sturzbäche von Wasser, so ist der Tuxer Gletscher geschmolzen. Die Seilbahner sagten mir ganz klar und deutlich: Noch so 1 - 2 Hitzesommer und wir sperren künftig von Juni bis September das Skigebiet hier zu. Dann machen wir im Sommer nur noch für die Wanderer auf, denn bei den Skifahrern zahlen wir im Sommer nur noch drauf.

j-d-s hat geschrieben: Ich glaube, das ist auch der Punkt, den viele nicht verstehen: Es kommt nicht weniger Schnee als sonst, er kommt nur später. Dass sich die beste Skisaisonzeit von Dezember-März auf Januar-April verschoben hat, zeichnet sich schon länger ab.

Nein, es kommt auch weniger Schnee, denn immer öfters fällt das, was früher als Schnee kam, nunmehr als Regen und Regen ist für die Skipiste noch zerstörender als die pralle Sonne.

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von Fab » 19.12.2015 - 00:42

j-d-s hat geschrieben:...................Es sollte sich aber halt vor allem mal durchsetzen, dass Skigebiete mindestens bis zum 1. Mai, ggf. auch Himmelfahrt offen haben sollten......
Hat mit der wirklichen Wirklichkeit 0,nix zu tun.
Nach den Osternferien fahren die Leute schlicht nicht mehr Ski. Nach einem halben Jahr kalt + nass will die Mehrheit nix mehr davon wissen.

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von j-d-s » 19.12.2015 - 00:49

Och, wenn sich oft genug Wetterlagen wie jetzt ergeben, dass der Dezember eben NICHT Winter ist, werdens die Leute auch irgendwann kapieren.
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von ThomasK » 19.12.2015 - 00:58

j-d-s hat geschrieben:Och, wenn sich oft genug Wetterlagen wie jetzt ergeben, dass der Dezember eben NICHT Winter ist, werdens die Leute auch irgendwann kapieren.

Glaubst du im Ernst, dass die Bedingungen im April günstiger sind? Im April ist es oft schon viel zu warm. Die Deklination der Sonne beträgt am 15. April - genauso wie am 25. August - bereits +10 Grad, was bedeutet, dass weite Pistenbereiche bereits stundenlang in der Sonne liegen.

Abgesehen davon ist das Beschneien in Deutschland ab dem 1. März sowieso verboten und würden die Bergbahnen ab dem 1. März beschneien, dann bekämen sie eine saftige Anzeige.

Also macht man lieber Anfang April zu und geht in die Seilbahnrevision.

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von j-d-s » 19.12.2015 - 02:34

Deutschland ist sowieso kein Skiland, weil man hier eben extrem investitionsfeindlich ist. Von daher ist das eh egal.

Und wenn du mal am 15. April Ski fährst, dann siehst du, dass das sehr wohl hervorragend geht...
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von Kris » 19.12.2015 - 11:37

"... kein Skiland, weil man hier eben extrem investitionsfeindlich ist"

Haha, geile Aussage, zeigt schön auf wie weit wir es geschafft haben *g* *g*
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von baeckerbursch » 19.12.2015 - 13:17

Och, wenn sich oft genug Wetterlagen wie jetzt ergeben, dass der Dezember eben NICHT Winter ist, werdens die Leute auch irgendwann kapieren.
Dezember war noch nie richtig Winter! Nicht umsonst geht dieser erst Ende Dez an. Nur weil seit Jahren immer ab den ersten Minusgraden mit Schneekanonen nachgeholfen wird macht das keinen natürlichen Winter. Skifahren Anfang Dez unterhalb 2000m war ist und bleibt einfach unnatürlich und hat mir Klimawandel zu aller erst gar nichts zu tun.

Im übrigen sehe ich das ganze sehr gelassen. Mir macht das Klima wie am Gardasee keine Angst. Skifahren kann man immer noch, sicher nicht so deutsch planbar wie bisher, dafür umso relaxter und man freut sich wenn es denn dann geschneit hat.

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von Whistlercarver » 19.12.2015 - 13:44

Wenn ich die Saisonzeiten zwischen der Nord- und Südhalbkugel vergleiche dann sieht man das in Neuseeland die Skigebiete hauptsächlich erst nach der Wintersonnwende die geplante Saisoneröffnung haben. Das wäre dann bei uns auch so um den Jahreswechsel. und in den letzten Jahren mussten auch einige den Saisonstart weit in den Juli rein schieben weil es zu wenig Schnee und Kälte gab.

Wenn ich Weihnachtsskiurlauber wäre, dann würde ich mir jetzt so langsam auch als Stammgast überlegen, wenn ich in einem eher niedrigen Gebiet bin, mal einen Gebietswechsel vorzunehmen in einen höheren Skiort. Und wenn es dann im nächsten Jahr dort auch keine Winterstimmung hat an Weihnachten dann würde ich entweder den Winterurlaub an Weihnachten sein lassen oder dem grau-braun entfliehen. und dass heißt halt dann Dubai, Karibik, Kanaren, Ägypten, Thailand, Malediven oder richtig weit weg Südafrika, Südamerika, Australien usw. Klar die weiteren Ziele sind teurer als ein Skiurlaub aber die Kanaren sollten um einiges günstiger sein als eine Woche Pitztal oder sonst ein mittlerer Skiort.

Eumel153
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von Eumel153 » 19.12.2015 - 13:51

Auch ich bin der Meinung, dass die mittelfristigen Auswirkungen nicht von 1-2 Wintern bestimmt wird, sondern vom Wetter über mehrere Jahre (z.B. in 7 von 10 Jahren zu Weihnachten so wie 2015)
Nicht gerade förderlich sind die Kosten. Man hat relativ hohe Kosten für Ausrüstung (auch wenn man sich anfangs etwas leihen kann) und dann muss das Skilaufen auch noch aufwendig gelernt werden.
Urlaub am Strand hat da nur Vorteile. Die Reise ist meist billiger, man kann "Sport" treiben, den man sofort ausüben kann (Jetski, Volleyball, Fußball oder was sonst angeboten wird)

Ich denke also, dass das Skilaufen auf einen mehr oder weniger großen Kern hinauslaufen wird. Dem ist die Winterlandschaft genauso egal, wie 2-3 schlechte Winter.

Allerdings wird sich die Hauptsaison m.M.n. nicht verlängern lassen. Man sollte nicht von der rel. sportlichen Gruppe dieses Forums ausgehen.
Ich fahre sehr gerne im Frühjahr. Eine geile Zeit. Vom Feeling ist der März und April aber eher Sommer Skilauf und nicht Winterski.
Auch wenn ich Ende März in Sölden schon bei -13 Grad gefroren habe.

Ab mitte März wird der Schnee häufig sehr schwer. Da braucht man schon sehr gute Kondition, damit es Spaß macht.
Ab mitte März wollen die Leute noch einmal die ausklingende Winterzeit genießen und trotzdem schon Wärme haben oder die Leute sind sehr sportlich.
Wobei natürlich Skigebiete deutlich oberhalb von 2000m diese Probleme weniger bis gar nicht haben.
Wer März/April in Skigebieten wie Sölden oder Ischgl von 3000-1300m gefahren ist, der kann diesen Effekt Nachmittags hautnah innerhalb einer Abfahrt erleben. Von harter Piste bis dickstem Sulz.
April ist jedenfalls keine Zeit für den Wintertouristen.

Auch sollte man noch kurz erwähnen, dass die Skiläufer inzwischen verwöhnt sind. Selbst in schneearmer Zeit wird noch eine gute Pistenauflage erwartet.
Die Ära der Beschneiung ist gerade mal ca. 15 Jahre alt. Davor war es kein Drama, wenn das Gras höher als der Schnee war, wenn man die schneefreien Stellen umkurven musste und wenn dann dementsprechend die Skibeläge darunter gelitten haben. Ich möchte die Zeit nicht wieder haben aber etwas Verhältnismäßigkeit täte gut.

Die mittelfristige Aussicht wird also von sehr vielen Faktoren abhängen. Dauerhaftes Wetter, Gesellschaft, Kosten, usw. Ich denke es läuft auf einen rel. große Kern hinaus.

VG


ThomasK
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von ThomasK » 19.12.2015 - 13:51

j-d-s hat geschrieben:Deutschland ist sowieso kein Skiland, weil man hier eben extrem investitionsfeindlich ist. Von daher ist das eh egal.

So generell sehe ich das nicht. Richtig ist aber, dass der Skisport in Deutschland eindeutig auf dem absteigenden Ast liegt.

Jetzt habe ich vor kurzem wieder einen Bericht gelesen über den Wintertourismus in Deutschland. Solche Spaßbäder wie Therme Erding schießen wie Pilze aus dem Boden. Guck dir mal an, wie viel junge Menschen, also zwischen 18 und 29 Jahren, sich auf den Harakirirutschen tummeln oder an der Karibikbar feiern. Auch das Palm Beach in Stein bei Nürnberg investiert kräftig.

All diese Spaßbäder sind vom Schnee völlig unabhängig. Auch Österreich rüstet nun im Hinblick auf die Spaßbäder deutlich auf. Ich selbst war auch auch in der Wörgler Wasserwelt mehrere Male auf der Loopingrutsche unterwegs. Der Boom bezieht auch Skigebiete ein, die schneesicher sind. Guck dir mal den Aqua Dome Längenfeld bei Sölden an.

Oder der Boom bei den Bergläufen. Ich habe z.B. von Sölden zu Fuß auf den Gaislachkogl 3 Stunden gebraucht; aber finde es faszinierend, wenn Bergläufer von Sölden aus in 90 Minuten auf den Gaislachkogl hochjoggen. Ich finde das sehr lehrreich, mal den Bergprofis zuzugucken, wie die sich die Kräfte einteilen.

Der Bergläufer verlangen übrigens Seilbahntickets nur zum Bergabfahren, denn das Bergabjoggen macht nur die Knie kaputt. Solche Sommerwanderpässe werden also von den Bergläufern fast nur für die Talfahrten benutzt.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Die Touristikgebiete werden auch weiterhin ihre Winterurlauber und erst recht natürlich die Sommerurlauber haben. Notwendig ist allerdings, dass man sich nicht auf den Skisport fixiert, sondern unabhängig davon eine Infrastruktur aufbaut, die nicht angewiesen ist auf Schnee. Das können Spaßbäder sein mit Actionrutschen, das können Alpincoaster sein wie z.B. im Imst, das können Klettersteige sein, dass können Kletterparks sein oder auch Eisklettertouren - was auch immer. Zudem wird die Sommersaison länger werden und die Wintersaison kürzer. Früher machten viele Bergbahnen Anfang Oktober zu; jetzt wird fast immer die Sommersaison bis Anfang November geführt.

Mittlerweile gibt es schon Erlebnisseilbahnen, von denen aus man Bungee Sprünge machen kann und Erlebnisseilbahnen, in denen man ein Gala Menü bestellen kann. OK, es gibt auch Leute, die illegal aus einer Seilbahn abspringen, wie z.B. hier ein Fallschirmspringer von der 3S in Whistler Mountain https://www.youtube.com/watch?v=36XjtSaner0 was aber nichts daran ändert, dass es in dem Bereich immer mehr legale Angebote gibt.

Der Wintertourismus hat weiterhin seine Zukunft. Verlieren werden allerdings diejenigen, die unflexibel sind und nur auf das Skifahren fixiert sind. Flexibilität ist angesagt und der Aufbau einer Infrastruktur unabhängig vom Skisport.

Das Umdenken hat längst begonnen; für solche Skigebiete wie z.B. Skiwelt Brixental ist das Umdenken ein absolutes Muss. Warum nicht von der Hohen Salve aus bis nach Hopfgarten ins Tal einen Alpincoaster, der ganzjährig betrieben werden kann, bauen?

Auf der Freizeitmesse Free in München präsentieren sich auch regelmäßig die Tourismusregionen aus Österreich. Wenn man sich an den Messeständen mit den Hoteliers unterhält, dann merkt man, dass das Umdenken bereits in vollem Gange ist. Im Februar werde ich wieder hingehen und mich über die neuesten Angebote informieren. Da bekommt man auch oft Eintrittskarten zum halben Preis.

Stani
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von Stani » 19.12.2015 - 14:36

zum Pistenskifahren reicht das derzeitige Angebot völlig aus, die Urlauber möchten halt gut Essen, trinken (Jagatee + Glühwein und Flying Hirsch gibts immer:) Gaudi haben + Wellness. Klar gibts hier im Forum viele Kilometerfresser und Members die mit den ersten Gondeln gegen Morgendämmerung hochfahren und dann halbtot im Finstern die letzte Abfahrt machen. Aber Ottonormalskifahrer braucht solche Extremsachen gar nicht.

Wer in der Vorsaison Winteridyll will, bucht Gletschernähe (ev Hochalpines Gebiet) und Thema erledigt.

und nicht vergessen, vom Pistenkilometer her war die letzte Saison (Saisonanfang mein ich) meilenweit schlechter als die heurige. Momentan haben wir fast überall - bis auf Dorfliften - ein recht gutes Pistenangebot und dass bei null Naturschnee unter 2000m (find ich ganz beachtlich!)

-------------------

Freeriden ist ein ganz anderes Thema, wer in der Vorsaison gut freeriden möchte fliegt nach Russland, Kaukasus, Rockies oder was weiß ich. Oder einfach Tee trinken und abwarten, irgendwann kommt sicher der Schnee, spätestens bis Pfingsten ;)
man muss zugeben, dass die Verhältnisse auf den Gletscher im Oktober recht gut waren, mitte Oktober war einfach der Hammer!

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von chrissi5 » 19.12.2015 - 20:18

j-d-s hat geschrieben:Deutschland ist sowieso kein Skiland, weil man hier eben extrem investitionsfeindlich ist. Von daher ist das eh egal.
Äh, das würd ich so aber nicht behaupten. In Österreich ist die Konkurenz halt viel höher und einige bleiben ja auch dort auf der Strecke.
In Bayern ist man wohl vorsichtig weil man denkt, die fahren eh meist nach Österreich rüber.
Was die Mittelgebirge angeht, da werdet ihr ja wohl mitbekommen was im Sauerland so ab geht. Auch im Erzgebirge wird investiert. Harz hat immerhin große Pläne, was davon mal Realität wird bleibt abzuwarten. Und der Schwarzwald... hm ok.. :wink:
Winter 20/21: Hoffe noch auf viel Schnee, wieder mal.

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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von beatle » 19.12.2015 - 20:37

Die Auswirkungen sind schon da. Viele buchen erst ganz spät, insbesondere in niedrigen Regionen.
Im Bekanntenkreis haben viele schon aufgegeben langfristig zu buchen - und das sind einige Leute. Bei Schneemeldungen und Kälte wird gebucht, davor nicht.
Außerdem ist die Unterkunft noch das günstigste - eigentlich nicht so wichtig. Fakt ist - wenn ich am 2. Januar in Saalbach angereist sein werde - ich kaufe sicher keinen Skipass für 51 Euro für 20 Kunstschneebänder - da werde ich KEIN Ski fahren. Folge - da bin ich nicht der einzige nehm ich an.

Die Auslastung der Unterkünfte wird durch Touristen auf Dauer geringer. Nach der letztjährig katastrophalen Weihnachtswoche folgt die nächste Weihnachtswoche ohne Naturschnee unter 2000 oder 2400m? - wer dort langfristig bucht - selber Schuld. Daheim ist es bei 14-16 Grad schöner als in einer dunklen Ferienwohnung an der Hauptstraße :mrgreen:

So wie ich von Freunden in Österreich gehört habe (Raum Saalfelden) sind die ersten Wohnungen schon an Flüchtlinge "vergeben" - somit wäre das Problem der Auslastung auch gelöst!
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von ski-chrigel » 19.12.2015 - 21:11

Und es gibt auch in Skigebietsnähe wohnende, die umdenken... dieses Jahr eine erneut zunehmende Gruppe: Jahrelang haben die die Saisonkarte gekauft, sobald es richtig Schnee gab. Dieses Jahr ist das bereits gelaufen nach dem Motto "lohnt nicht mehr"
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Re: Schneemangel 2015/16 - Mittelfristige Auswirkungen

Beitrag von christopher91 » 20.12.2015 - 16:16

beatle hat geschrieben:Die Auswirkungen sind schon da. Viele buchen erst ganz spät, insbesondere in niedrigen Regionen.
Im Bekanntenkreis haben viele schon aufgegeben langfristig zu buchen - und das sind einige Leute. Bei Schneemeldungen und Kälte wird gebucht, davor nicht.
Außerdem ist die Unterkunft noch das günstigste - eigentlich nicht so wichtig. Fakt ist - wenn ich am 2. Januar in Saalbach angereist sein werde - ich kaufe sicher keinen Skipass für 51 Euro für 20 Kunstschneebänder - da werde ich KEIN Ski fahren. Folge - da bin ich nicht der einzige nehm ich an.

Die Auslastung der Unterkünfte wird durch Touristen auf Dauer geringer. Nach der letztjährig katastrophalen Weihnachtswoche folgt die nächste Weihnachtswoche ohne Naturschnee unter 2000 oder 2400m? - wer dort langfristig bucht - selber Schuld. Daheim ist es bei 14-16 Grad schöner als in einer dunklen Ferienwohnung an der Hauptstraße :mrgreen:

So wie ich von Freunden in Österreich gehört habe (Raum Saalfelden) sind die ersten Wohnungen schon an Flüchtlinge "vergeben" - somit wäre das Problem der Auslastung auch gelöst!
Dann kannst ja auch gleich ganz Zuhause bleiben?

Und was an dieser abnormalen Milde schön seien soll ich weiß es nicht.


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