Österreicher für Helmpflicht und Pistenpolizei

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Laurenz Neumann
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Beitrag von Laurenz Neumann »

Möchte noch etwas anfügen:
Ein durchschnittlicher Schifahrer legt pro Jahr ~ 300km zurück (Geschätzt von mir), der Normbürger 15.000km pro Jahr im Straßenverkehr (Also um 50 mal mehr).
Klarerweise gibt es auf der Straße mehr Tote, weil sich dort auch mehr Menschen bewegen. :wink:

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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Die Problematik ist mir bewusst, ändert am meines Erachtens am Ergebnis nichts. Aus folgenden Gründen:

Wie du völlig richtig sagst, ist Schifahren keine Verkehrsteilnahme, insb. gehts nicht darum km zurückzulegen. Genau aus dem Grunde darf man m.E. auch die zurückgelegten km nicht berücksichtigen, sonst würde man Äpfel mit Birnen vergl. Versicherungen kalkulieren das Risiko daher mit Verletzte pro Gesamtzahl der Schifahrer. Das gleiche kann man mit Autos natürlich auch machen: dann vergleicht man nicht mehr die Fortbewegungsmittel, sondern das Risikoverhältnis: ich geh einen Tag schifahren zu ich geh einen Tag Autofahren (und darum gings ja oben). Kilometerbezüge machen nur bei vergleichenbaren Fortbewegungsmitteln Sinn (Auto / Bahn z.B.). Wäre das Risiko bei einem Raumflug zu sterben 50%, dann würd ichs nicht machen, auch wenn jemand errechnen würde, dass das Risiko im Auto zu sterben bei gleicher Kilometerleistung höher wäre. Da ich aber im Auto nicht eine Millionen km am Tag fahre, führt der Kilometerbezug hier in die Irre. Ähnlich ists beim Schifahren.

Richtig ist weiter, dass der Bezug auf KFZ nicht ganz korrekt ist. Ich habe aber keine Zahlen für Pers / Kfz. Ich nehme mal an, dass im Mittel ca. 2 Pers / kfz mitfahren. In diesem Fall ist das Risikoverhältnis pro Pers noch immer über 1:10 betragen, daher habe ich der Einfachheit halber die Kfz genommen. Ich will ja keine quantitaive Aussage machen (was mit den Methoden und Werten, die ich genommen hab, natürlich nicht möglich ist), sondern lediglich eine Tendenz zeigen und die bleibt eindeutig.

Was den Vergleich At / De angeht: solange man die Verunfallten auf die Teilnehmzahl bezieht, braucht man nicht innerhalb des gleichen Landes zu vergleichen. Insbesondere wäre ein Vergleich zu tödlichen Schiunfällen in DE unfair, weil aufgrund der ziemlich unterentwickelten Infrastruktur was Skifahren in Deutschland angeht, der Wert wohl nicht repräsentativ wäre (wir haben weder genug Schigebiete noch welche des Ausmaßes österreichischer Schigebiete - ich unterstelle, dass in kleinen familiären Schigebieten tendenziell pro Schifahrer weniger tödliche Unfälle passieren). Hauptgrund für diese Entscheidung war aber, dass nun mal der durchschnittliche Alpinforumler in DE autofährt und in AT zum Schifahren geht. Genau deshalb wollte ich das Unfallrisiko auf österr. Schipisten mit dem auf dt. Straßen vergleichen. Das ist auch im Prinzip wenn mans auf die Teilnehmer bezieht unabhängig von den Einwohnern, in einem Punkt hast du aber recht: eigentlich dürfte man nur die deutschen Schifahrer, die in Österreich tödlich verunglücken, berücksichtigen. Dann geht der Verleich aber noch eindeutiger aus.

Fazit: mir ging um die Frage: ein deutscher hat die Wahl einen Tag in DE Auto zufahren oder einen Tag in AT schizufahren - wo ist das Risiko tödlich zu verunglücken höher? Ich denke diese allgemeine Aussage lässt sich mit meiner Methode treffen.
Laurenz Neumann
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Beitrag von Laurenz Neumann »

Sers
dass im Mittel ca. 2 Pers / kfz mitfahren.
Na du bist großzügig. :wink:
Es sind 1,1 Pers/Kfz.
Grüße
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Turm
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Beitrag von Turm »

trincerone hat geschrieben: Fazit: mir ging um die Frage: ein deutscher hat die Wahl einen Tag in DE Auto zufahren oder einen Tag in AT schizufahren - wo ist das Risiko tödlich zu verunglücken höher? Ich denke diese allgemeine Aussage lässt sich mit meiner Methode treffen.
Da fehlt jeder Tagesbezug. Es wäre richtig die durchnittliche Anzahl an Skifahrern an einem Tag mit der Anzahl (respektive den Personen) im Straßenverkehr an einem durchschnittlichen Tag zu vergleichen. Begründung: von den 8 Mio Skifahrern befinden sich genauso wie bei den 40 Autofahrern nicht immer alle gleichzeitig auf der Straße bzw. auf der Piste. Außerdem passieren die Skiunfälle ja auch binnen 6 Monaten und nicht innerhalb eines ganzen Jahres wie im Straßenverkehr. Auch gibt es Leute die zu den 8 Mio Skifahrern zählen und nur 1 Tag pro Jahr auf Skiern verbringen. Menschen, die nur einen Tag im Jahr mit ihrem Kfz verbringen gibt es so gut wie keine Das würde die Berechnung aber sehr verkomplizieren...
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Turm: ist grundsätzlich alles richtig, aber das mit dem Tagesbezug stimmt meines Erachtens nicht. Richtig ist, das natürlich die Schifahrer nur auf halbe Jahr etwas gerechnet werden. Aber ansonsten brauchst du den Tagesbezug meines Erachtens nicht: ob du rechnest 3800 PKW Tote pro Jahr oder (bei fürs Überschlagen angenommener gleicher Verteilung der Verunfallten pro Jahr) 10,41 PKW Tote pro Tag ist im Prinzip egal - einzig dass sich bei Berücksichtigung der nur 6 monatigen Skisaison eben nur halb so viele tödlich Verunglückte Skifahrer pro Tag ergeben. Aber selbst dann ist Ergebnis immer noch sehr eindeutig ( > Faktor 10).

Wie gesagt, ich habe diese (sehr vereinfachende) Methode bei den Versicherungen abgeschaut: die bestimmen das Risiko skizufahren genauso: Verletze Skifahrer pro Jahr / Schifahrer gesamt pro Jahr. Natürlich gehen dabei Feinheiten verloren, wie die Kumulierung der Unfallrisiken in der Feriensaison etc. Ich gebe ja wie gesagt gerne zu, dass man damit nicht gerade optimale quantitative Ergebnisse erzielt. Aber für einen groben Überschlag reichts, und wenn dann so was wie 1:10 und mehr rauskommt, kann man daraus meines Erachtens schon zumindest eine Tendenz ablesen.

Nichts für ungut, so wichtig ist es eigentlich auch nicht. :)
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Turm
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Beitrag von Turm »

meiner Meinung nach eben nicht:

Nur ein kleines Gedankenspiel:
nehmen wir mal an, dass von den 40 Mio Autofahrern jeden Tag 10 Mio unterwegs sind. Dann liegt die Chance beim Autofahren zu verunglücken bei ca. 1/1 Mio.

Bei den Skifahrern sind vielleicht im Schnitt 300.000 jeden Tag auf der Piste. Mal die 36 Skiunfalltoten durch 120 Saisontage geteilt macht 0,3 Skiunfalltote pro Tag. Somit wäre nach dieser Rechnung die Chance. genauso hoch beim Skifahren zu verunglücken, wie im Straßenverkehr.

So nun glaube ich sollten wir es langsam dabei belassen: Ich stelle fest, dass weder du noch ich Willens sind unseren Standpunkt aufzugeben. Die Rechnerei hin oder her bring auf die Dauer nichts, da die Rechenmodelle nur teilweise auf exakten Zahlen basieren, und auch entscheidende Größen fehlen. :P
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Beitrag von Manfred »

Fakt ist, daß auf Skiern viel weniger Personen tödlich verunglücken als im Straßenverkehr.

Es mag daran liegen, daß von den vielen Idioten auf der Straße nur wenige auf die Skipiste kommen - oder auch an den good vibrations des Schnees :roll:
Daß da 40 mio auf den Straßen herumfahren ist ein Teil der Risken beim Autofahren und ist keinesfalls begünstigend anzusetzen !
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Beitrag von snowflat »

Ein Bericht vom ORF, in dem Mediziner raten, mit einem Helm den zunehmenden Schädelverletzungen vorzubeugen:
Wintersport: Schädelverletzungen nehmen zu

Mediziner der Innsbrucker Univ.-Klinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie warnen vor einer Zunahme der Schädelverletzungen im Wintersport. Sie empfehlen, einen Helm zu tragen.

Unfallmediziner warnen vor Zunahme
Insgesamt mussten in der Wintersaison 2004/2005 an der Innsbrucker Unfallchirurgie 2.916 Verletzte durch Unfälle im Wintersport behandelt werden, 248 Patienten weniger als eine Saison zuvor. 284 Patienten verletzten sich am Kopf - und das sind um 33 Prozent mehr als im Winter 2003/2004. Davon seien fast die Hälfte - 46,8 Prozent - schwere Kopfverletzungen.

"Fahren mit Helm" noch nicht "in"
Trotz zahlreicher Medienappelle, beim Skifahren, Snowboarden und anderen Wintersportarten Helm zu tragen, habe sich das "Fahren mit Helm" vor allem bei den Erwachsenen im Großraum Innsbruck noch nicht durchgesetzt. Dabei könnte mehr als die Hälfte der schweren Kopfverletzungen, die durch Unfälle auf Pisten verursacht werden, durch das Tragen eines Helms verhindert werden.

Mehr Skiunfälle
Im Verhältnis zu den gesamten Wintersportverletzungen wurden an der Klinik 2004/2005 um 3,1 Prozent mehr Skiunfälle als vergleichsweise im Vorjahr registriert. Wer vormittags Skifahren geht, habe übrigens gute Chancen, der Verletzungsgefahr zu entgehen. Mehr als 30 Prozent der Ski- und Snowboardunfälle ereigneten sich in zwei Stunden: zwischen 14 und 16 Uhr.

Die häufigsten drei Verletzungen
Die häufigsten drei Verletzungen bei Ski alpin in der Saison 2004/2005 waren Prellungen und Zerrung der Schulter (10,6 Prozent), Prellungen und Zerrungen am Knie (10,4 Prozent) sowie der Riss des vorderen Kreuzbandes (10,3 Prozent).

Bei den Snowboardunfällen führten Frakturen des Handgelenks die Verletzungsliste mit 15,1 Prozent an, gefolgt von Prellungen und Zerrung der Schulter mit 14,5 Prozent und Prellungen und Zerrungen am Knie mit 7,2 Prozent. Kreuzband-Riss kam bei den Snowboardern mit 2,4 Prozent wesentlich seltener vor.

Schwerwiegende Kopfverletzungen
"Fast die Hälfte der Kopfverletzungen - 46,8 Prozent - seien schwerwiegend und hätten einen stationären Aufenthalt zur Folge," bestätigte Oberarzt Univ.-Prof. Christian Fink von der Innsbrucker Unfallchirurgie. Bei den Skifahrern seien es sogar noch mehr: 53,3 Prozent der verletzten Skifahrer laborierten an schweren Kopfverletzungen wie Gehirnerschütterungen, Frakturen oder schweren Schädel-Hirnverletzungen.

Selbst Betroffener
Unfallchirurg Christian Fink war übrigens selbst Betroffener: Im Rahmen seines Einsatzes beim "White Rush - Free Ride Contests" im April 2004 fiel Fink - damals noch nicht Helmträger - bei der Kursinspektion 15 Meter über einen Felsen und erlitt eine schwere Lungenverletzung, eine Gehirnerschütterung und einen Oberarmbruch mit Nervenlähmung. Sechs Monate verbrachte Fink damals im Krankenstand.
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Beitrag von snowflat »

Helmpflicht für Skikurse

Zumindest bei Skiveranstaltungen von Kindergärten soll in Salzburg Helmpflicht gelten. Im Salzburger Landtag wurde ein entsprechender Antrag an die Regierung gestellt.

SALZBURG (SN). Mehr Sicherheit auf den Pisten – dazu wollen auch die Abgeordneten des Salzburger Landtags beitragen. Im Bildungs-, Schul-, Sport- und Kulturausschuss wurde daher ein Antrag der SPÖ einstimmig beschlossen, der die Helmpflicht bei Skiveranstaltungen von Kindergärten regelt. Durch Folder, Zeichenwettbewerbe und andere Maßnahmen sollen die Eltern für das Thema sensibilisiert werden.

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Quelle: SN
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Beitrag von snowflat »

Kdolsky-Pläne: Skihelmpflicht für Kinder soll kommen

Neuer Vorstoß von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP): Liftbetreiber sollen Kinder unter 14 ohne Helm nicht mehr auf die Pisten lassen. Die Gefahr einer Kopfverletzung ist bei Kindern viel größer als bei Erwachsenen.

"Länder und Liftbetreiber verpflichten"
Im Interview mit dem ORF-Konsumenten- und -Servicemagazin "Konkret" kündigt Kdolsky an, in Gespräche mit Ländern und Liftbetreibern einzutreten: "Länder und Liftbetreiber sollen Helmpflicht für Kinder auf der Skipiste einführen. (...) Das soll eine verpflichtende Situation werden."

Kdolsky plädiert zwar für "Eigenverantwortung der Eltern", schließlich sei es "immer eine Gratwanderung, wie weit sich der Gesetzgeber in das Privatleben einmischt". Bei der Helmpflicht für unter 14-Jährige gehe es aber "nicht nur um den privaten, sondern auch um den öffentlichen Bereich und den Schutz der Kinder".

Gefahr viel größer als bei Erwachsenen
Aufgrund der kindlichen Körperproportionen und der schwächeren Muskulatur ist die Gefahr einer Kopfverletzung bei Kindern viel größer als bei Erwachsenen. 85 Prozent der unter Sechsjährigen setzen laut Kuratorium für Verkehrssicherheit derzeit einen Skihelm auf.

Bei den Sieben- bis 14-Jährigen ist es nur noch jedes zweite Kind (54 Prozent). In Italien gilt schon seit 1. Jänner 2005 die Helmpflicht für unter 14-Jährige. Wer dort ohne Kopfschutz erwischt wird, muss mit Geldstrafen zwischen 30 und 150 Euro rechnen.

Möglicherweise schon in der nächsten Saison
Kdolsky ist im Interview mit "Konkret" zuversichtlich, dass "möglicherweise schon für die nächste Skisaison (2008/2009) eine klare Regelung geschaffen wird und man nicht nur auf den Goodwill angewiesen ist".

Ein "Skihelm kann schließlich 85 Prozent aller schweren Schädel- und Hirnverletzungen verhindern", betonte die ehemalige Intensivmedizinerin.

Zahlen sprechen für sich
Rund neun Millionen Menschen fahren im Winter auf Österreichs Skipisten. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit rechnet in der Skisaison 2007/2008 damit, dass mehr als 60.000 verletzte Skifahrer und Snowboarder im Krankenhaus landen.

Für 36 Menschen ging 2005 die Talfahrt auf der Piste sogar tödlich aus. 2006 endete der Skiausflug für 7.700 unter 14-Jährige mit einer Krankenhausbehandlung. Bei 13 Prozent wurde eine Kopfverletzung diagnostiziert. Die meisten von ihnen (neun von zehn) trugen keinen Helm.

Achten auf ÖNORM
Skihelme für Kinder kosten zwischen 50 und 120 Euro, so "Konkret". Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Helm der ÖNORM EN 1077 entspricht.
Quelle: ORF
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