wallack schrieb:
Ich bin seit 3 Jahren mit meinem E-MBike in den Bergen unterwegs-es gibt nichts negatives zu berichten.
Wenn man sportlich orientiert fährt, verbrennst Du mit dem E-Bike genauso deine Kallorien-und das zählt.
Natürlich auch das Bergerlebnis-und das ist eben der Riesenvorteil bei den E-Bikes:
du kommst im selben Zeitrahmen viel weiter weg...und erlebst dadurch mehr von der Natur.
Ich bin dzt. bei ca. 65 tsd HM, seit Ende April.
Hoffe das das Wetter im Herbst noch mitspielt, dann wär es die perfekte Überbrückung bin in den Winter hinein.
Kann jedem ein E-Bike empfehlen, nur: alle 800km unbedingt zum Service bringen und die Kette tauschen.
Sonst kanns teuer werden, daß ist auch der einzige Nachteil den ich zu beanstanden habe:
die Ersatz/Verschleißteile sind teuer.
Wenn es für dich in Ordnung ist, dann passt es ja.
Viele machen sich nicht viele Gedanken, welche Auswirkungen ein E-Bike hat und das sehe ich sehr kritisch.
Kennst du das Gefühl, wenn man sich bei einem scheiß Wetter trotzdem aufs Rad setzt, manche Fahrsituationen dann schief laufen, man total verdreckt und frierend daheim ankommt und nach der warmen Dusche denkt man sich "es war trotzdem geil"?
So geht es einem auch, wenn man sich ohne Hilfsmotor einen Berg hoch quält, sich die Tour durch eigene Kraft "erkämpft"...es sind einfach "Glücksgefühle" die man sich selber immer mehr beraubt. Natürlich gibt man auch mit gutem Equipment teilweise diese Gefühle auf, aber ein Motor ist schon eine ganz andere Nummer als eine bessere Gabel, Dämpfer oder verstellbare Sattelstütze.
Hinzu kommen die eigenen Ansprüche, die man an Touren hat. Viele wollen nicht einfach Schotterwege rauf und runter fahren. Gerade im (hoch-)alpinen Gelände ist es häufig so, dass man sein Bike auch mal über kurz oder lang schultern muss. Ein E-Bike möchte ich persönlich nicht lange tragen. Und runterwärts ist es ein Spaß, wenn man mit dem Gelände und Rad etwas spielen kann. Ein schweres Rad liegt vielleicht satt auf dem Weg, aber verspielt ist es kaum.
Stattdessen ist es oft so (wie vor 3 Wochen in der Schweiz wieder erlebt), dass manche denken, mit E-Bikes können sie jetzt alles fahren und dann schieben sie ihr Rad auf den einfachsten Trails, weil ihnen die Fahrtechnik fehlt. Sowohl bergauf als auch bergab und verlieren dann trotzdem den Spaß am radeln.
Wenn dann den Jugendlichen bereits E-Bikes gekauft werden und die gar nicht mehr wissen/lernen, was es heißt, sich mal anstrengen zu müssen, dann ist es für mich zu viel.
Klar könnte man sich auch mit E-Bikes genauso anstrengen, aber Menschen sind von Natur aus doch eher faul. Wenn es bequemer geht, dann macht man sich es bequemer. Am Anfang lässt man den Motor auf kleinster Stufe, aber nach und nach dreht man dann doch auf. Spätestens wenn man wirklich zu beißen anfängt, wird auf die Unterstützung mehr gesetzt. Aber da lügen sich die Menschen gerne selber an und geben das ungern zu. Der Trend geht allerdings zum 2.Akku.
Du schreibst auch selber "man kommt viel weiter weg"...richtig. Auch dieser Vorteil hat seine Schattenseiten. Der Einstieg zum mountainbiken wird durch das E-Bike ungemein erleichtert. Es entstand ein Trend, der nach wie vor ungebrochen ist. Und die vielen Menschen können damit auch nicht nur kleine, sondern ausgedehnte Touren fahren. Mancherorts leiden die Trails eh schon enorm, sei es durch schlechte Fahrtechnik (egal ober E-Biker oder "Biobiker") oder einfach durch den vielen Verkehr. Wo herkömmliche Biker eine Abfahrt machen, können E-Biker vielleicht 3-4 fahren.
Egal...schneller, weiter, höher, was anderes zählt nicht. Am Schluss sind dann alle die Verlierer, wenn die Wege verboten werden (in Österreich spielt das kaum eine Rolle, weil eh fast alles verboten ist).
Mir persönlich ist es ehrlich gesagt manchmal schon mit dem normalen Bike zu schnell, weil man von der Landschaft viel zu wenig mitbekommt. Manchmal muss man bewusst etwas vom Gas gehen oder sogar stehen bleiben. Viele sagen, der Alltag ist so stressig und alles dreht sich immer schneller. Als Ausgleich sucht man sich dann Hobbies, die dann ins selbe Horn blasen. Man fährt mit 25er-Schnitt eine große Tour, ist geflasht von der Geschwindigkeit und wundert sich, dass alles wie im Flug vorbei geht? Nennt man wohl Ironie?
Mir ist auch klar, dass es Leute gibt, die aus diversen Gründen erst durch ein E-Bike überhaupt derartige Touren (noch) machen können. Wenn sich Personen wirklich Gedanken darum machen und sich dennoch
bewusst für ein E-Bike entscheiden, dann ok. Es ist ihre bewusste Entscheidung und haben sich Gedanken gemacht, was sie mit dem Bike machen wollen und warum sie dafür ein E-Bike wollen und kein anderes.
Die meisten lassen sich aber ein E-Bike vom Händler aufschwatzen. Die Gewinnmarge ist bei diesen Rädern um ein vielfaches höher. Die Ausstattung der E-Bikes ist teilweise wirklich grottig, für ein E-Bike mit guter Ausstattung zahlt man ein halbes Vermögen.
Dann wird hin und wieder eine Tour gemacht und prahlt damit, wie super so ein Rad ist, ohne überhaupt ins Schwitzen gekommen zu sein
Bitte verstehe meinen Beitrag nicht als Kritik an dich persönlich, das ist mit Sicherheit nicht mein Anliegen.
Aber einfach zu schreiben, dass du JEDEM ein E-Bike empfehlen kannst und als einzigen Nachteil den Kettenverschleiß anzuführen, halte ich persönlich für falsch. Nimm mir das bitte nicht übel.
Übrigens, ich bin kein Fahrradmechaniker (mache aber dennoch sehr vieles an meinem Rad selber), aber ich gehe davon aus, dass der hohe Kettenverschleiß vor allem von den hohen Belastungen kommt. Diese sind bei einem Motor einfach um ein vielfaches höher und dazu kommt, dass viele E-Biker auch noch "schaltfaul" werden. Da wird ein hoher Gang drin gelassen und man tritt bißl dazu, der Rest macht der Motor. Da ist es nicht verwunderlich, wenn sich die Kette viel schneller längt.