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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von ski-chrigel » 03.01.2019 - 23:28

@ChW: Wo würdest Du denn die Grenze vermuten, beinder es noch nicht zum Aufschrei inkl. Medienbericht gekommen wäre? Psychologie ist nicht zu unterschätzen. Alle, mit denen ich rede, sprechen von der magischen 100er-Grenze.
2018/19:117Tg:22xLaax,19xKlewen,16xDolo,15xA’mattSedrunDisentis,9xH’ux,5xZ’matt,4xSölden,3xTitlis,3xPitztaler,3xMoritz,3xLHArosa,3xIschgl,2xGurgl,2xTux,je1xDavos,Frutt,Grüsch,SFL,SHLF,Z’arena,Aletsch,Monterosa
2017/18:143Tg:30xKlewen,25xLaax,15xA’mattSedrunDisentis,13xH’tux,9xDolo,7xSölden,7xIschgl,5xSt.Moritz,je4xLHArosa,Pitztaler,Titlis,je2xKauni,Z’arena,Tux,Frutt,je1xDavos,SFL,SHLF,Kitz,Stubai,Hasli,SFee,Osttirol,Kühtai,Hochzeiger,Savognin,Airolo
2016/17:127Tg:29xLaax,20xKlewen,14xH'tux,7xSölden,je6x3V,Moritz,Ischgl,je4xA'mattSedrun,Gurgl,Pitztaler,Stubai,je3xLHArosa,Titlis,SiMo,je2xTux,Kauni,SFL,Davos,je1xStelvio,Dolo,Skiwelt,SHLF,Galtür,Z'arena
2015/16:129Tg:29xLaax,24xKlewen,13xIschgl,8xGurgl,je7xSt.Moritz,H'tux,6xDolo,5xSFL,4xSölden,je3xL'heideArosa,Stubaigl.,Titlis,je2xDavos,Golm,SiMo, je1xPitztal,Tux,K'bühel,Stelvio,S.Fee,Sedrun,Nauders+Scuol,Pizol,O'saxen+Brigels,Arlb,Kauni
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von albe-fr » 04.01.2019 - 02:11

ChW hat geschrieben:
03.01.2019 - 23:06
Ich gehe davon aus, dass es den Aufschrei in St. Moritz auch bei Erhöhung auf 98 CHF gegeben hätte. Zermatt kommt von einem höheren Niveau her. Die Gäste sind den höheren Preis gewohnt.
Ich glaube, dass sich die Schweiz diese Preise leisten kann. In den USA hat sich gezeigt, dass ~150 Euro für die Tageskarte gezahlt werden und in die Richtung wird es aus meiner Sicht gehen.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von j-d-s » 04.01.2019 - 02:33

Wie erwähnt, kann man die USA und Europa nichtmal im Ansatz vergleichen. Außerdem zahlt dort auch so weit ich weiß so gut wie niemand diese Tageskartenpreise, zumal sie da Großraumsaisonkarten haben (Epic Pass bspw.) die sogar günstiger sind als das Pendant Graubünden Snowpass (der ja wegen seines extremst hohen Preises nur sehr geringe Verkaufszahlen hat).

Ein Tagesgast, der sowieso im Auto sitzt, kann auch einfach ne halbe Stunde weiterfahren und zahlt dann bedeutend weniger. In den USA geht das nicht. Da sind die Distanzen viel größer, die Städte viel weiter weg von den Skigebieten, und vor allem, das wird immer kaum beachtet:

Die Skigebiete sind viel kleiner. Sie haben viele alte Schrottlifte (fixe SBs ohne Bügel und ähnliche Scherze). Die Kapazitäten sind also geringer.

Rein vom Konzept her sind die meisten Gebiete der Alpen schlichtweg auf Massentourismus ausgelegt (Hotels, Restaurants, Geschäfte, Seilbahnen), in den USA auf weniger große Zahlen, dafür Leute die Reich sind. Jetzt ist das Problem, dass es halt nicht so wirklich viele Reiche gibt. Und es gibt Familien, die schlicht keine 100 Franken pro Tag pro Person für Skipässe zahlen können (besonders weil der Rest im Oberengadin sowieso schon ziemlich teuer ist).

Übrigens ist das Problem der Schweiz vor allem, dass sie im Gegensatz zu den USA ziemlich klein ist und man von nahezu überall sehr schnell im Euroland mit den günstigeren Preisen ist. Wenn man da einfach kräftig an der Preisschraube dreht dann fahren die Leute halt in die Skigebiete im Euroraum. Machen ja sogar die Schweizer selbst in großer Zahl, da sieht man immer ne ganze Menge in Ö, I und F (und nein, ich meine nicht die Mietwagen, die erkennt man ja am Appenzell-Innerrhodener Kennzeichen).
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von albe-fr » 04.01.2019 - 02:44

j-d-s hat geschrieben:
04.01.2019 - 02:33
In den USA geht das nicht. Da sind die Distanzen viel größer, die Städte viel weiter weg von den Skigebieten,
also ich starte im Normalfall in Denver/Boulder, da habe ich >10 Skigebiete in der Auswahl.
j-d-s hat geschrieben:
04.01.2019 - 02:33
Die Skigebiete sind viel kleiner. Sie haben viele alte Schrottlifte (fixe SBs ohne Bügel und ähnliche Scherze). Die Kapazitäten sind also geringer.
wenn Du meinst... ich habe die Bügel noch nie vermisst.
j-d-s hat geschrieben:
04.01.2019 - 02:33
Und es gibt Familien, die schlicht keine 100 Franken pro Tag pro Person für Skipässe zahlen können
Die sollen dann halt nach Oesterreich fahren und da auf ueberfuellten Pisten fahren und in fast-food Hütten sich den Magen verderben.
j-d-s hat geschrieben:
04.01.2019 - 02:33
Wieso das Doppelte in St. Moritz zahlen wenn es in Ö oder F nur die Hälfte kostet?
weil es da einfach schoen ist und die Pisten leer sind?
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 04.01.2019 - 08:20

Die Pisten sind in der Schweiz aber schon seit Jahren leer. Nicht wegen Dynamic Bescheissing, sondern wegen dem schwachen Teuro. Mittlerweile tritt das ein, was ich schon zu anfang befürchtet habe. Es wird immer unübersichtlicher. Mal haben wir kommunizierte Maximalpreise, dann quasi fixe Saisonpreise mit Vorverkaufsrabatt, mal ändert sich der Preis nach dem Wetter und mal nicht. Die ganze Energie, die man in diese Systeme steckt, hätte man in die Verbesserung des Angebots investieren sollen.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von joepert » 04.01.2019 - 13:45

NeusserGletscher hat geschrieben:
04.01.2019 - 08:20
Die Pisten sind in der Schweiz aber schon seit Jahren leer. Nicht wegen Dynamic Bescheissing, sondern wegen dem schwachen Teuro. Mittlerweile tritt das ein, was ich schon zu anfang befürchtet habe. Es wird immer unübersichtlicher. Mal haben wir kommunizierte Maximalpreise, dann quasi fixe Saisonpreise mit Vorverkaufsrabatt, mal ändert sich der Preis nach dem Wetter und mal nicht. Die ganze Energie, die man in diese Systeme steckt, hätte man in die Verbesserung des Angebots investieren sollen.
Im Angebot investiert haben verschiedene Gebiete doch auch: Adelboden/Lenk, Jungfrau, Andermatt, Obersaxen, ALH, Savognin usw.

Wie gesagt: es scheint alles zusammen nicht so sympathisch gäste im voraus zahlen zu lassen ohne annulieringsmöglichkeit.
Aber ich habe jetzt 276 Franken gezahlt für ein 6 Tagepass die mich letztes Jahr CHF 375 gekostet hätte. Dazu gab es noch ein Gewinnspiel und habe ich für meinen Sohn ein Pass geschenkt bekommen. Also sind wir für etwa CHF 750 mit meiner Familie (2 Erwachsene, 1 Jugendliche und 1 Kind) 6 Tage unterwegs im Engadin. Bis auf heute (Dutzende Skiferien) haben wir noch nie ein Skiferien annuliert und waren wir genau ein mal ganz ohne Schnee. Von dieser Sicht ist das Risiko nicht ganz gross und in viele andere Gebiete zahle ich viel mehr (auch ohne gewinnspiel: die verschenkte Skipass hat eine Wert von etwa CHF 65). Zum Beispiel: Laax würde CHF 1173 (!) kosten, ALH 942, Obersaxen CHF 847 (Familienkarte), Davos CHF 1088.

Die grosse Frage ist halt wieviel leute profitieren von diese verbilligte Skipässe und ob am Ende die Einnahmen pro Ersteintritt mehr oder weniger sind. Auch, wie schon oft erwähnt: wieviel Gäste wirden nicht mehr zurückkehren? Meine erste Reaktion war: ich komme da vielleicht nie wieder, aber als mit solche Rabatte alles klappt...

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von ChW » 04.01.2019 - 20:41

ski-chrigel hat geschrieben:
03.01.2019 - 23:28
@ChW: Wo würdest Du denn die Grenze vermuten, beinder es noch nicht zum Aufschrei inkl. Medienbericht gekommen wäre? Psychologie ist nicht zu unterschätzen. Alle, mit denen ich rede, sprechen von der magischen 100er-Grenze.
Eine fixe Grenze anzugeben wird wohl schwierig sein, das dürfte jeder für sich individuell bewerten. Dass die 100er Grenze psychologisch wichtig ist, da gebe ich dir gerne Recht. Ich persönlich f(i/ä)nde eine Erhöhung auf 90 Franken (> 10 %) schon recht unverschämt, wenn man bedenkt, dass sachliche Gründe nur vielleicht maximal 3-5 % Preissteigerung begründen.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 06.01.2019 - 10:30

joepert hat geschrieben:
04.01.2019 - 13:45
Wie gesagt: es scheint alles zusammen nicht so sympathisch gäste im voraus zahlen zu lassen ohne annulieringsmöglichkeit.
Zumal der Kunde die Katze im Sack kauft. Bei Flug- oder Bahntickets bucht man weitgehend eine definierte Leistung. Doch woraus besteht die von den Bergbahnen garantierte Leistung bei Dynamic Bescheissing? Aus nichts! Sie erstatten ja nicht einmal den Ticketpreis, wenn die Lifte nicht laufen und verweisen statt dessen auf eine zusätzliche Skiversicherung, mit der man sich dann als Kunde um die Erstattung herumschlagen darf.

Gerade wenn erst einmal viele Kunden ihre Tickets im voraus kaufen, wird sich der ein oder andere überlegen, wieweit er sich noch anstrengen muss, um für das bereits gezahlte Geld auch eine adäquate Leistung zu erbringen. Da wird dann halt an Personal, Pistenraupen und Beschneiung gespart und die Pisten zu Beginn der Saison oder nach Neuschnee nur nach und nach freigegeben.

Das kann schnell eine Abwärtsspirale in Gang setzen. Denn überall dort, wo der Markt nicht für alle Teilnehmer gleichermaßen transparent ist, besteht latent die Gefahr, dass sich Anbieter auf Kosten ihrer Mitbewerber einen Vorteil verschaffen, in dem sie ein minderwertigeres Produkt anbieten, welches der Kunde auf den ersten Blick nicht durchschauen kann.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von joepert » 06.01.2019 - 12:31

Ich stimme dich zum teil zu, aber bin doch nicht ganz so düster gestimmt.

Flugzeugen werden auch überbucht, annuliert oder verzögert und Hotelzimmer sind auch nicht immer wie erwartet (oder sogar überbucht). Schliesslich dreht es um Vertrauen. Als die Bergbahnen jemands Vertrauen enttäuschen, kommt der nicht mehr zurück. Kann auch nicht glauben das ein Gebiet wie Engadin über z.b. die Schulferien eine Fehlleistung hinlegen um Geld zu sparen.
Auch ohne Dynamic Pricing: als ich am Sonntag eine 6 Tage karte kauf (und mit mir fast alle andere Wochengäste), haben die Bergbahnen auch das Geld und können die sich im Theorie zurücklehnen und ab Montag das Angebot beschränken. Auch dann ist es schade für mich als die Bergbahnen zu bleiben wegen z.B. Sturm.

Fazit ist das für manche Gäste ein Mittelweg noch interessant sein könnte: wie auch bei Flug- oder Hotelbuchung könnte es noch die Möglichkeit geben wo gegen ein Aufpreis die Möglichkeit zu annulieren offen bleibt. Damit haben wir dann ein bisschen weniger das Gefühl "friss oder stirb".
Zuletzt geändert von joepert am 06.01.2019 - 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Pancho » 06.01.2019 - 12:56

joepert hat geschrieben:
06.01.2019 - 12:31
Fazit ist das für manche Gäste ein Mittelweg noch interessant sein könnte: wie auch bei Flug- oder Hotelbuchung könnte es noch die Möglichkeit geben wo gegen ein Aufpreis die Möglichkeit zu annulieren offen bleibt. Damit haben wir dann ein bisschen weniger das Gefühl "friss oder stirb".
Ich finde das ist eine blendende Idee! Wenn ich jetzt Marketing machen würde für einen der Wetbewerber der aktuellen Dynamic-100+-Helden, dann würde ich das aufgreifen und medienwirksam den Shitstorm nutzen und mit der Idee von joepert um die Ecke kommen!

Slogan:
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Wenn das jemand liest - ihr dürft das verwenden! :wink:
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Mt. Cervino » 06.01.2019 - 21:23

joepert hat geschrieben:
06.01.2019 - 12:31
Flugzeugen werden auch überbucht, annuliert oder verzögert und Hotelzimmer sind auch nicht immer wie erwartet (oder sogar überbucht). Schliesslich dreht es um Vertrauen. Als die Bergbahnen jemands Vertrauen enttäuschen, kommt der nicht mehr zurück. Kann auch nicht glauben das ein Gebiet wie Engadin über z.b. die Schulferien eine Fehlleistung hinlegen um Geld zu sparen.
Bei Überbuchung bei Flügen hast du aber immer anspruch auf einen alternativen Flug plus eine Entschädigung für den entstanden Schaden. Oft bieten die Airlines überbuchten Passagieren großzügige Zahlungen an (ca. 350-600 Euro) für Kurzstreckenflüge, wenn diese z. B. einen späteren Flug nehmen. Das ist also nicht vergleichbar.
Last Destinations: Alpe Mondovi (I) / Lurisia (I) / Quattre Vallées-Verbier (CH) / Abetone (I) / Pragelato (I) / Via Lattea-Sestriere (I) / Zermatt-Cervinia-Valtournanche (CH/I) / Pila (I) / Venet (AT) / Hochzeiger (AT) / Hochoetz (AT) / Kühtai (AT) / Pitztaler Gletscher-Rifflsee (AT) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Obertoggenburg (CH) / St. Moritz (CH) / Arlberg-Lech-Zürs (AT) / Skiwelt (AT) / Cervinia-Zermatt (I/CH) / Serfaus-Fiss-Ladis (AT) / Kleinwalsertal-Heuberg-Ifen-Talllifte-Kanzelwand (AT) / Oberstdorf-Fellhorn-Söllereck (DE) / Pila (I) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Bardonecchia (I) / Via Lattea-Sauze D`Oulx-Sestriere (I) / Serre Chevalier (F) / Kleinwalsertal-Heuberg-Ifen-Talllifte-Walmendingerhorn (AT) / Tignes-Val d`Isere (F) / Kaunertal (AT) / Gstaad (CH)

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von j-d-s » 06.01.2019 - 21:39

Und bei nem überbuchten Hotel muss es dir sogar ein mindestens gleichwertiges Hotelzimmer bezahlen, inklusive Transfer (selbst wenn das Zimmer im anderen Hotel teurer ist, du musst nur den ursprünglichen Betrag an das gebuchte Hotel bezahlen, und das gebuchte Hotel dann die Kosten des Ersatzhotels), das wird für die nicht besonders billig.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 06.01.2019 - 23:07

joepert hat geschrieben:
06.01.2019 - 12:31
Als die Bergbahnen jemands Vertrauen enttäuschen, kommt der nicht mehr zurück
... bis alle Kunden gemerkt haben, was da gespielt wird, haben andere maßgebliche Anbieter längst reagiert und nachgezogen. Sie werden ja kaum auf ihrer Homepage schreiben, dass sie nun 30% weniger Kapazität für die Präparation haben und daher nach Neuschnee mit Wartezeiten zu rechnen ist. So läuft nun mal das Mini-Max Prinzip. Ohne Vorverkauf schaut man auf die Homepage und wenn kaum etwas offen hat fährt man halt nicht hin.

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von albe-fr » 06.01.2019 - 23:27

NeusserGletscher hat geschrieben:
06.01.2019 - 23:07
Ohne Vorverkauf schaut man auf die Homepage und wenn kaum etwas offen hat fährt man halt nicht hin.
und sorry, wenn ich hier jetzt zum ?-ten mal auf die Entwicklung in de Rockies hinweise... eigentlich hat immer was offen - und wenn man dafür keine SC hat schaut man halt was geht - das ist aber in Tirol z.B. soweit ich es verstanden habe auch derzeit schon so. So what? Eigentlich profitieren wir doch von den günstigen Preisen.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von ski-chrigel » 09.01.2019 - 09:03

Bei den Engadinern wirds immer absurder:

Wetter oder geschlossene Lifte machen Tickets nicht billiger https://www.suedostschweiz.ch/tourismus ... t-billiger

Grad bei schlechtem Wetter kann man die Leute doch nur mit vergünstigten Preisen noch anlocken. Ich verstehs nicht, aber immerhin „überlegen“ sie es sich...
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 09.01.2019 - 09:15

Wirklich? Würde ich in Chur oder weiter weg wohnen, dann würde mich auch kein Sondertarif für 2 Stunden auf die Bahn + Transfer zur Talstation locken. Und wer vor Ort logiert, der hat eh schon einen Mehrtagespass. In St. Moritz demonstrieren die Bahnen, wofür Dynamic Bescheissing tatsächlich gedacht ist: Höhere Preise durchsetzen, das Geschäftsrisiko auf den Kunden abwälzen und Intransparenz durch geheime Algorithmen herstellen.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von ski-chrigel » 09.01.2019 - 09:57

Ich habs schon mal geschrieben und jemand anderes auch: Nicht jeder vor Ort hat einen Mehrtagesskipass, weil er spontan entscheiden möchte und nicht jeden Tag Ski fährt. Alle meine Kollegen, die keine Saisonkarte haben, machen das so. Und ich hatte auch das Beispiel genannt von unserem AF-Weekend in Laax, an dem die ganze Gruppe nur wegen der kurzfristig günstigen Preise skifahren gegangen ist.
2018/19:117Tg:22xLaax,19xKlewen,16xDolo,15xA’mattSedrunDisentis,9xH’ux,5xZ’matt,4xSölden,3xTitlis,3xPitztaler,3xMoritz,3xLHArosa,3xIschgl,2xGurgl,2xTux,je1xDavos,Frutt,Grüsch,SFL,SHLF,Z’arena,Aletsch,Monterosa
2017/18:143Tg:30xKlewen,25xLaax,15xA’mattSedrunDisentis,13xH’tux,9xDolo,7xSölden,7xIschgl,5xSt.Moritz,je4xLHArosa,Pitztaler,Titlis,je2xKauni,Z’arena,Tux,Frutt,je1xDavos,SFL,SHLF,Kitz,Stubai,Hasli,SFee,Osttirol,Kühtai,Hochzeiger,Savognin,Airolo
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2015/16:129Tg:29xLaax,24xKlewen,13xIschgl,8xGurgl,je7xSt.Moritz,H'tux,6xDolo,5xSFL,4xSölden,je3xL'heideArosa,Stubaigl.,Titlis,je2xDavos,Golm,SiMo, je1xPitztal,Tux,K'bühel,Stelvio,S.Fee,Sedrun,Nauders+Scuol,Pizol,O'saxen+Brigels,Arlb,Kauni
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von LGH » 09.01.2019 - 13:17

Beim Wetterfaktor verstehe ich aber durchaus, warum das schwierig ist: hätte ich am 5.1. ein Ticket für den 8.1. zu 78 Chf gebucht, wäre es ein komisches Signal, wenn auf den Bildschirmen über den Kassen am Tag selbst 72 Chf angeschlagen wäre.

Wenn das Motto „wer früh bucht profitiert“ immer gelten soll, könnte man höchstens versuchen das Ansteigen des Preises ab dem Moment wo sich das Schlechtwetter abzeichnet zu verhindern. Aber runter gehen würde den Leuten konkret aufzeigen, warum früh buchen problematisch sein kann.

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von danimaniac » 09.01.2019 - 13:32

LGH hat geschrieben:
09.01.2019 - 13:17
Beim Wetterfaktor verstehe ich aber durchaus, warum das schwierig ist: hätte ich am 5.1. ein Ticket für den 8.1. zu 78 Chf gebucht, wäre es ein komisches Signal, wenn auf den Bildschirmen über den Kassen am Tag selbst 72 Chf angeschlagen wäre.

Wenn das Motto „wer früh bucht profitiert“ immer gelten soll, könnte man höchstens versuchen das Ansteigen des Preises ab dem Moment wo sich das Schlechtwetter abzeichnet zu verhindern. Aber runter gehen würde den Leuten konkret aufzeigen, warum früh buchen problematisch sein kann.
Das Pech hatte ich vor einigen Jahren auch mal in Laax: Am Abend vorher gebucht und dann wurde das Wetter viel schlechter und von Flims aus ging nur die Gondelkette und die beiden Sessel.
Da war der Preis an der Kasse dann nochmal ein paar Franken geringer. Hab mich aber nicht geärgert. War einer der schönsten und lustigsten Skitage die ich in dem Jahr hatte. (Plus Schulter OP :mrgreen: )
wird mal wieder Zeit für ein Snowboard-Abenteuer in Skandinavien...

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von ski-chrigel » 09.01.2019 - 13:54

Genau das haben meine Kollegen in Laax auch erlebt und es wurde ihnen der Differenzbetrag anstandslos per App innert zwei Tagen wieder gutgeschrieben. Kurzes Mail genügte.
An Tagen wie heute, wo fast nichts offen hat (in Laax nur bis Curnius und Spalegna) kann man eigentlich gar nicht anders, als Tageskarten deutlich günstiger abzugeben. Wenn sie dann auch noch kulant sind, Frühbuchern eine Gutschrift zu geben, sind alle zufrieden. Insofern gehe ich mit LGH nicht einig. Wer spät bucht und schönes Wetter hat, der zahlt ja immer noch viel mehr.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von joepert » 09.01.2019 - 19:14

ski-chrigel hat geschrieben:
09.01.2019 - 13:54
An Tagen wie heute, wo fast nichts offen hat (in Laax nur bis Curnius und Spalegna) kann man eigentlich gar nicht anders, als Tageskarten deutlich günstiger abzugeben. Wenn sie dann auch noch kulant sind, Frühbuchern eine Gutschrift zu geben, sind alle zufrieden.
Sehe ich auch so!

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 10.01.2019 - 07:04

ski-chrigel hat geschrieben:
09.01.2019 - 13:54
Genau das haben meine Kollegen in Laax auch erlebt und es wurde ihnen der Differenzbetrag anstandslos per App innert zwei Tagen wieder gutgeschrieben. Kurzes Mail genügte.
Bei einer App habe ich aber schon den Anspruch, dass es einen "Erstatten"-Button gibt. Wofür gibt es sonst eine App? Und wieso muss der Kunde in solchen Fällen überhaupt aktiv werden? Das System kennt den entrichteten Preis sowie den aktuell niedrigeren Preis und könnte eine Erstattung automatisch auslösen.

So sieht für mich eine kundenfreundliche Lösung aus. Wenn man schon aus so etwas einfachem wie dem Kauf eines Skiticktets eine Wissenschaft macht, für die man mindestens ein Semester IT studiert haben muss. :wink: :wink: :wink:

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von danimaniac » 10.01.2019 - 07:11

NeusserGletscher hat geschrieben:
10.01.2019 - 07:04
[...]eine Wissenschaft macht, für die man mindestens ein Semester IT studiert haben muss. :wink: :wink: :wink:

made my day...
ist ja dann auch wirklich Raketentechnik, wenn man das mit einem Semster hinbekommt :wink:

ich gebe dir in Bezug auf den Erstatten Button, bzw die automatische Rückbuchung recht, da immerhin damit geworben wird, in der App IMMER den niedrigsten Preis zu bekommen.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von snowflat » 11.01.2019 - 09:16

Du kannst Dir Glück nicht kaufen.
Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 11.01.2019 - 10:06

Aus Heise stand neulich ein Artikel über so genannte "Bullshit-Jobs". Das sind Jobs, die eigentlich niemand braucht und die keinen unmittelbaren oder mittelbaren wirtschaftlichen Mehrwert generieren oder sogar volkswirtschaftlich kontraproduktiv sind. Z.B. Hochfrequenz-Spekulanten, Heuschrecken etc. Dynamic Pricing fällt für mich in die gleiche Katregorie. Aus einem einfachen Vorgang wie dem Kauf eines Skitickets wird eine unnötig komplexe Angelegenheit. Entweder soll man eine App installieren oder sich an irgendwelchen Portalen anmelden, um die vermeintlichen Vorzüge der schönen neuen Welt nutzen zu können.
Immer mehr Wintersportgebiete implementieren zur Stärkung ihrer ­Ertragskraft dynamische Preissysteme. Die dominierende Orientierung an einer nachfrageabhängigen Umsatzmaximierung greift jedoch zu kurz.
Dazu passt, wenn in Abhandlungen zu dem Thema tief in die Kiste mit den Begriffen aus dem Bullshit-Bingo gegriffen wird. :wink:

Wobei der Artikel durchaus kritische Aspekte von "Dynamic Bescheissing" auflistet.

Mir persönlich wäre lieber, wenn die Bergbahnen ihre Innovationskraft auf die Verbesserung des Angebots konzentrieren würden. Eine bessere Information über geöffnete Pisten und Lifte, Auslastung des Skigebiets, Wartezeiten an den Liften. So was gibt es schon in einigen Skigebieten (AFAIK auch in Laax), aber das ist halt noch lange nicht überall Standard. Und eine ehrliche Vermessung und Angabe der Pistenkilometer zählt für mich auch dazu.

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