Unterstmatt / Hochkopf / Ochsenstall 16. Februar 2019
Anfahrt: Ettlingen - A5 - AS Bühl - Bühlertal - Unterstmatt in 0:42 h
Wetter: Wolkenlos, +10°C bis +12°C
Schnee: 20-80 cm Altschnee, mittags nass
Anlagen in Betrieb: alle (SCHL Hochkopf, SCHL Unterstmatt I & II, Babylift Unterstmatt, SCHL Ochsenstall)
Wartezeit: max. 3 Bügel
Gefallen: Wunderbarer Frühjahrsskitag an der Schwarzwaldhochstraße einen Monat zu früh, wenig Andrang, Wetter, Alpenblick
Nicht gefallen: Nix
Bewertung: 6 von 6 Mittelgebirgspunkten
Das tolle Frühjahrswetter am Wochenende des 16./17. Februar 2019 wollte u.a. wintersportlich genutzt werden. Harzwinter Junior hatte sich unüberlegt verabredet, also fuhr ich allein für den diesjährigen Besuch des Skihangs Ochsenstall nach Unterstmatt. Parken war dort um Punkt 9 Uhr noch kein Problem, bei meiner Abreise mittags aber sichtbar sehr wohl.
Da die Unterstmatter Skihänge ausrichtungsbedingt morgens noch länger im Schatten liegen, startete ich am Hochkopf mit seinem Südhang, für den man allerdings ein separates Ticket erwerben muss. Dafür liegt der Hang frühmorgens immerhin schon teilweise in der Sonne. Während meines Aufenthalts verloren sich dort ca. 15 Skifahrer. Vom Hochkopfhang gab es nicht nur den gewohnten Prachtblick auf die gegenüberliegende Hornisgrinde, den höchsten Nordschwarzwaldberg, sondern dank der trockenen Luft bis weit in die Südvogesen. Das erlaubte schöne Zoomfotos zwecks Identifikation der Elsässer Skihänge. Erstmals konnte ich mir die Zeit nehmen, von der Bergstation des SCHL Hochkopf die drei Minuten aufs Gipfelplateau des Berges aufzusteigen. Von hier sieht das Schwarzwaldpanorama schon wieder anders aus, man kann zum Skihang Hundseck Süd schauen und hinterher schön über flaches Terrain aussichtsreich zum Skihang zurückfahren. Für den Wechsel zu den Verbundliften Unterstmatt konnte man sogar noch (am Rand) den kompletten Hochkopf-Parkplatz auf Ski abfahren.
Es folgten ein paar Abfahrten an den kurzen Schleppliften Unterstmatt I und II. Auch hier war wenig Andrang, allerdings sorgten Kinderskischulen und arg talentfreie Teenies immer wieder für Fahrtunterbrechungen, was irgendwann nervte. Immerhin waren die beiden Pisten schön präpariert. Von der Abfahrt des Skilifts Unterstmatt I konnte man am deutlichsten sehen, was schon andere Forenkollegen angesprochen haben: Wegen des mächtigen Schneebruchs im Nordschwarzwald Anfang Januar fehlt hier geschätzt jeder 3.-4. Fichte die Krone. Überall fallen die hellen Abbruchstellen in den Bäumen auf. Entsprechend liegt der ganze Wald voller abgerissenem Fichtengrün. Schade um die malträtierten Bäume ... üblicherweise bilden die dann eine neue Krone aus, aber das dauert.
Schließlich dann das Tageshighlight, die gewohnt spaßig-rumplige Fahrt im Pistenraupen-Anhänger hinauf zum Skilift Ochsenstall. Bei der ersten Fahrt morgens hatte der Fahrer ganze vier Skigäste hinaufbefördert, beschwerte er sich. Bei meiner Fahrt waren es 20 inkl. der Nichtskifahrer. Entsprechend leer blieb es am Ochsenstall. Wegen der strammen Nordausrichtung war der steile Hang trotz hoher Temperaturen bestens befahrbar, sogar die unpräparierte Hanghälfte fuhr sich überraschend gut. Von der Bergstation sorgte einmal mehr beim weiten Ausblick nach Norden die Dunstkante am Horizont dafür, dass man sich viel höher vorkam als die realen 1100 Meter. Und in Richtung Süden erlaubte die trockene Frühjahrsluft diesmal an der Hornisgrinde vorbei sogar Alpenblick! Das hatte ich gar nicht erwartet. Entsprechend schön war meine Skizeit am Ochsenstall. Auch eine kleine Runde durch den Wald zum Gasthaus Ochsenstall war drin. Dort sonnten sich die Gäste entspannt auf Bierbänken vor dem Gebäude ... Skiurlaubsstimmung! Die Rückfahrt auf Ski über die Forststraße nach Unterstmatt war im Nassschnee kein Problem. Die Wanderer allerdings versanken bei jedem Schritt sichtbar ... das muss anstrengend zu laufen gewesen sein.
Fazit: Bei so tollen Verhältnissen ist ein Skiaufenthalt an den Unterstmatter Skihängen ein Geschenk und lässt den Alltag vergessen wie Urlaub, obwohl es nur eine kleine Fläche im ollen Nordschwarzwald ist. Selten bin ich von dort so zufrieden zurückgekehrt. Toll!
Tut mir leid, dass ich die vorgefundenen Verhältnisse in
56 Fotos verewigen muss - da müsst Ihr jetzt durch:
Gähnend leerer Skihang Hochkopf morgens.
Blick von der Bergstation über die leere Abfahrt zur Hornisgrinde.
So sieht es an der Bergstation Hochkopf im Panoramamodus aus. Wegen des Gegenlichts ist die linke Bildhälfte beim Stitchen etwas heller geworden als die rechte.
Blick übers Rheintal in Richtung Südvogesen.
Blick vom Hochkopf über Offenburg zum Grossen Belchen, mit 1424 m höchster Vogesenberg.
Da war ich am 19. Januar 2019 skifahren ... gute Aktion!
Im etwas unscharfen Maximalzoom ist sogar die Kuppel der Flugsicherungsanlage auf dem Grossen Belchen zu erkennen.
Etwas weiter nördlich erkennen wir über dem Rheintal ganz links im Bild das Vogesenskigebiet Schnepfenried überm Münstertal. In Bildmitte Kleiner Hohneck und Hohneck, ebenfalls noch überm Münstertal.
Etwas mehr Zoom auf die Vogesengipfel rund um den Schluchtpass. Das sind von links die 1300er Batteriekopf und Rainkopf, die runde Kuppe des Kleinen Hohneck und der Hohneck mit seinen Felsabstürzen. Zwischen Kleinem Hohneck und Hohneck schimmert oberhalb schwach die Erhebung des Kastelbergs durch. Das ist die Bergstation des großen Vogesenskigebiets La Bresse.
Hier noch mal im Maximalzoom: Links Batteriekopf und Rainkopf. Der runde Buckel in Bildmitte ist der Kleine Hohneck in den Hochvogesen. Wir schauen direkt auf das
Skigebiet Gaschney, das 2015 nach einigen Jahren Stilllegung reaktiviert wurde, im Winter 2018/19 aber leider erneut nicht in Betrieb ist. Rechts der Hohneck, auf dem man nun als Punkt das Gipfelhotel erkennt.
Man kann am Hochkopf im oberen Bereich auch mal ein Stück neben der Abfahrt fahren.
Von der Bergstation Hochkopf steige ich wenige Minuten zur Gipfelkuppe auf.
An der Orientierungstafel unterhalte ich mich länger mit einem Schneeschuhgeher, der sich über die Einsamkeit hier oben freut (bis ich erscheine

).
Von der Hochkopfkuppe (aber nicht vom Skihang) kann man zum Skilift Hundseck hinüberschauen. Links im Bild der Aussichtsturm auf der Badener Höhe.
So einsam ist es nur 150 m vom Skihang entfernt!
Aber ich möchte nun zu den gegenüberliegenden Verbundliften von Unterstmatt ...
... mit dem neuen Speicherteich rechts unten im Bild, ...
... um anschließend weiter zum Skihang Ochsenstall zu gelangen. Vor 10:30 Uhr ist es mir dort noch zu schattig.
Skilift Unterstmatt I.
Der Lift ist noch wenig frequentiert.
Ich musste immer wieder über dieses Mädchen schmunzeln, das engagiert seine kleine Schwester zwischen den Beinen durchs Skigebiet bugsierte und dabei einen wirklich guten Job machte!

Gegenüber der Hochkopfhang.
Skihang Unterstmatt II mit Blick ins Rheintal.
Skihang Unterstmatt II.
Im Panoramamodus passt der Hochkopf mit drauf.
Und dann steht endlich das Pistenraupentaxi zum Ochsenstall vor dem alten Höhenhotel Unterstmatt, das wohl im Sommer 2019 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Die Fahrt kostet drei Euro.
Los geht's!
Über die Forststraße mal durch den Wald, ...
... mal über Freiflächen ...
... und wieder durch den Wald ...
... gelangt man per Pistenraupentaxi zum Skilift Ochsenstall.
Der Lift ist wenig frequentiert.
Steile Trasse des Skilifts Ochsenstall.
Skihang Ochsenstall im Panoramamodus.
Von der Bergstation sieht man zum Skihang Hundseck ...
... und zum Skihang Hochkopf, meinem Morgenziel.
Piste Ochsenstall.
Blick zu einem Hexenhaus nebenan im Wald.
Hangtotale Ochsenstall.
Die unpräparierte Hanghälfte war trotz hoher Temperaturen mit Pulverauflage auf hartem Grund erstaunlich gut zu befahren.
Skifahrer auf der Ochsenstall-Piste.
Und vom Liftausstieg Ochsenstall gab's diesmal Alpenblick auf 200 km Distanz.

Glarner Alpen mit Bös Fulen, Bifertenstock, Tödi, Claridenstock, Schärhorn und Düssi ...
... und etwas weiter westlich noch Gross Ruchen, Oberalpstock und Windgällen.
Großes und Kleines Schärhorn sowie Groß Düssi in Bildmitte - Glarner Alpen.
Der dicke Kuchen mit dem Sahneklecks obendrauf ist immer der Tödi (3614 m), höchster Berg der Glarner Alpen, 207 km entfernt.
Links Altmann und Säntis im Schweizer Alpsteingebirge, rechts der Gamsberg.
Das Industriegebiet auf der Hornisgrinde. Sendemasten, Windrad und Fernsehturm. Als gäbe es keine Landschaftsschutzvorschriften.
Bieberkesselwächte ... einziger Lawinenhang im Nordschwarzwald.
Hintenrumabfahrt am Skilift Ochsenstall.
Von der kommt man über ein Stück Schneeschuhpfad durch den Wald zum Gasthaus Ochsenstall. Die Gäste genossen die Sonne auf Bierbänken vor dem Gebäude.
Skihütte des Akademischen Skiclubs Karlsruhe 50 m hinter dem Ausstieg des Skilifts Ochsenstall. Am Samstagmittag ist noch keiner da.
Von dort gibt's diesen Prachtblick über die Hornisgrinde.
Noch eine letzte Impression vom Skihang Ochsenstall, ...
... bevor es über den langen Waldziehweg ...
... wieder zurück nach Unterstmatt geht.
Dort steppt mittlerweile der Bär - mir egal, ich hatte hier einen tollen Vormittag!