Leider ist das nun der letzte Bericht, den ich posten werde, da ich nach den neusten Meldungen heute Abend beschlossen habe, den Flugbetrieb nun auch einzustellen.
Der erneut private Flug mit einem guten Kollegen führte auf seinen Wunsch etwas weiter als die letzten zwei Tage: Ins Wallis.
Kurz nach 8 Uhr hoben wir in Beromünster ab. Nach einem rund 30minütigen Steigflug setzten wir zur ersten Landung auf dem Kanderfirn (oberhalb Kandersteg), genauer beim Muthorn an. Auf dem flachen Gletscher hatte es so viele Spuren, dass es sich fast schon wie auf einer Piste anfühlte, darum nur ein Touch&Go. Wenige Meter neben dran befindet sich der Tschingelpass, auch dort haben wir eine Landung gemacht...
links der Tschingelpass, rechts das Muthorn
...um danach am Petersgrat oben, nordseitig zwei Landungen zu machen. Dort zu landen, war für mich ein Novum:
Anschliessend war es Zeit, einen Platz zu suchen, an dem wir eine erste Pause machen können. Es sollte der Petersgrat Süd sein, wo die Flanke steil ins Lötschental abfällt. Dies war übrigens meine erste Landung an dem Ort, seit obiger Schilderung meines Zwischenfalls:
Nach einer gemütlichen Teepause ging es weiter quer über das Walliser Haupttal. Vielleicht kann Jojo auch hier wieder alle Skigebiete benennen:
Das nächste Bild benenne ich dann wieder selber: Wir machten zwei Landungen auf dem imposanten Rosablanche ohne auszusteigen:
Tagesziel heute war sowieso der malerische Glacier de Breney, nahe an der italienischen Grenze. Aus meiner Sicht einer der schönsten Plätze der Schweiz. Was ich bei der Flugplanung vergessen hatte zu berücksichtigen, war, dass dieser Gletscher um diese Jahreszeit selbst um 10.30 Uhr noch im Schatten liegt. Zwar konnten wir dank den vorhandenen Spuren trotzdem landen (ohne Spuren sind die Referenzen / Kontraste zu gering), aber das Verweilen war unangenehm und ein Fondue kein Thema. Zudem war es mühsam, da rumzulaufen, da Bruchharst vorherrschte.
Vor dem Start wanderte ich die mögliche Startstrecke noch etwas ab, da die gefrorenen Spuren für unser Fahrwerk gefährlich werden könnten. Parallel zur äussersten Spur war es dann aber einfach. Ganz spontan legten wir noch zwei Landungen auf dem nahegelegenen Petit Combin, einem sehr hoch gelegener Gletscher ein. Dies allerdings nicht ohne meinen Lebenspartner zu Hause, der wie immer die obig beschriebene Überwachungsfunktion wahrnahm, per Whatsapp zu informieren. Herrlich Schneeverhältnisse! Ein Traum, obwohl wir nur kurz anhielten, ohne Auszusteigen.
Am Mont Fort und dem Skigebiet von Verbier vorbei, überquerten wir wieder das Rhonetal.
Dann erlebten wir noch eine etwas unschöne Situation: Auf dem nachfolgenden Bild vom Tsantfleurent (Les Diablerets) kaum zu erkennen, ist ein Gletscherflieger, der eine unglaublich lange Startstrecke hinter sich hatte und irgendwann im Schnee steckenblieb. Wir überflogen den Flieger tief, sodass der neben dem Flugzeug stehende Pilot unser Kennzeichen ablesen konnte, worauf er uns sofort anfunkte und seine Situation erklärte. Er brauche keine Hilfe, die sei bereits organisiert. Ehrlich gesagt hätte ich auch nicht wirklich gewusst, wie ich ihm da unten hätte helfen können, ausser zu alarmieren, was dank dem Handyempfang in dem Skigebiet ja kein Problem war. Der Schnee sei um die Nullgradgrenze und lief nicht, darum sei er nicht weggekommen. Das konnte ich mir aber aufgrund der vorangehenden 10 Landungen nicht wirklich vorstellen, weshalb ich an anderer Stelle, wo schon viele Spuren waren, einen vorsichtigen Versuch wagte. Schon unmittelbar nach dem Aufsetzen spürte ich, dass der Schnee gut lief und keine Gefahr bestand, hier nicht mehr wegzukommen. Ich kann mir daher nicht erklären, was der andere Pilot da machte.
Zeit also, auf dem sonnigen Gletscher endlich das Fondue einzunehmen. Gut ist das der letzte Flug für eine Weile; der Menüplan auf diesen Gletschern ist ja schon etwas eintönig
Da der Flieger nach uns wieder reserviert war, mussten wir nach rund 40min schon wieder aufbrechen und zurück nach Beromünster fliegen.
So, das war’s nun also. In den vier Stunden konnten wir das Virus wieder fast vergessen und den Tag geniessen. Gerne werde ich mich in der nun kommenden Zeit mit endlosem Homeoffice an diese drei wundervollen Tage erinnern.
Ich hoffe, ich konnte Euch auch mit diesen Bildern etwas erfreuen und wünsche von Herzen gute Gesundheit!