ski-chrigel
Ski to the Max
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Bergwanderer schrieb:Als ich Anfang der 90er das erste mal auf der Dufourspitze war, hatte ich den selben Eindruck.
Und das nach einem Aufstieg von Zermatt by fair means!Ja, der Berg ist schon eine ganz besondere Nummer ...wetterstein schrieb:Bergwanderer schrieb:Als ich Anfang der 90er das erste mal auf der Dufourspitze war, hatte ich den selben Eindruck.![]()
Wir haben Mitte 90er Wetter-bedingt am Sattel kurz unter dem Gipfel umdrehen müssen.Und das nach einem Aufstieg von Zermatt by fair means!
Seitdem nie wieder versucht........
ski-chrigel schrieb:Ich hatte es hier im Forum schon ein paar Mal angetönt, bin aber nie konkret geworden, da der offizielle Bericht immer noch ausstehend ist. Aber weil dieser offenbar bis zum St.Nimmerleinstag aufgeschoben wird, halte ich mich aufgrund Deiner Frage nicht mehr weiter zurück:
Mein Lebenspartner und ich hatten so ziemlich dies am 21.6.19 erlebt und mussten nähe Frankfurt eine infolge eines Bruchs einer Schraube am Verstellpropeller eine Notlandung in die Bäume machen. Wir hatten enorm grosses Glück und überlebten dies zwar laut offizieller Schreibart schwer verletzt, aber konnten das Spital mit gebrochenen Wirbeln, Rippen, Brustbein und zahlreichen Schürfungen, Rissen und Prellungen nach nur vier Tagen wieder verlassen und haben uns innert zwei Monaten fast vollständig erholt.
https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/nidwalden/ein-flugzeug-der-stanser-firma-lightwing-ist-in-deutschland-abgestuerzt-ld.1129503
Mittlerweile ist das Unfallgeschehen weitgehend bekannt und öffentlich, habe ich ua. auch vor rund 100 Zuhörern aus Pilotenkreisen im Februar einen Vortrag darüber gehalten. Die ppt dazu kann ich gerne per PN zustellen.
Zu Deiner Frage: Wir hatten das Pech, dass das Problem ausgerechnet dann eintrat, als wir direkt unterhalb dem Anflugbereichs von Frankfurt a.M. in sehr geringer Höhe flogen und und lediglich 210m und daraus folgernd 90 Sekunden blieben. In dem waldigen Gebiet gab es keine erreichbare Notlandefläche mehr, sodass wir in den Wald mussten.
Die Gleitleistung ohne Motor beträgt bei solchen Flugzeugen rund 1:10. Mit genügend Höhe in den Alpen kann man je nach Situation noch ziemlich lange und weit gleiten, aber wenn es dumm läuft, dann ist man da chancenlos. Zum Glück sind Motorausfälle äusserst selten und im Leben eines Piloten statistisch gesehen weit unter 1. Da ich das jetzt nun schon hinter mir habe (und zudem schon mal in Innsbruck kurz nach dem Start umkehren und auf der Piste hinter mir notlanden musste), wird die Wahrscheinlichkeit extrem geringIn meinem Leben gibt es also weit grössere Gefahren, mit Covid19 sowieso. Also besser nicht dran denken...
Ist ja auch nicht grad alltäglich. Bei ‚Unfall‘ denkt man halt eher an Auto oder Sport.Highlander schrieb:Aber das es so ein Unfall gewesen ist, auf die Idee wäre ich nie gekommen...
Mein Hirn hat mich vor dieser Erinnerung geschützt. Zwischen Einschlag in den Bäumen (bis dort habe ich alles sehr überlegt und rational gemacht) und dem Aufschlag am Boden weiss ich bis heute nichts und kann mich nur auf die Schilderungen meines Lebenspartners abstützen. Er erzählt, dass wir in den Baumkronen fast zum Stillstand kamen, sich dann das (zerstörte) Cockpit nach unten neigte und wir in einem etwa 45°-Winkel gegen den Boden rauschten. Wohl erst beim Aufschlag auf dem (glücklicherweise sehr weichen) Waldboden erlitten wir die meisten unserer Verletzungen.Schon alleine wenn man nur überlegt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit bei einer Waldlandung ist, das man mit dem Flugzeugrumpf gegen einen Baum rauscht....
Genau so ist es. In den ersten Wochen lebten wir alles extrem bewusst. Erfreuten uns an Kleinigkeiten und umarmten uns vor Glück oder weinten zusammen immer wieder. Doch bald kehrt das Leben zurück und man ärgert sich wieder über Kleinigkeiten. Aber ein bisschen was bleibt schon übrig und für den 21.6.20 haben wir bereits einen Tisch in einem guten Restaurant reserviert.Vermutlich lebt Ihr Euer Leben nach so einem Erlebnis viel bewusster...
Aus eigener Erfahrung wird im Laufe der Zeit dieses Erlebnis duch die Gegenwart doch unbewußt in den Hintergrund gedrängt...
Herzlichen Dank!Auf jeden Fall wünsche ich Euch Alles Gute und in Zukunft nur noch solch positiven gemeinsame Erlebnisse, wie die Süd-Amerika Reise im letzten Jahr...
Vermutlich war es eine Cessna 172.Pistencruiser schrieb:Was mich interessiert: Mit welchem Gefühl steigt man danach das erste Mal wieder hinter den Knüppel? Checkt man alles doppelt und dreifach?
Dreht man erst mal nur ne kleine Platzrunde? Oder ist das eher wie beim Autofahren,... hat halt mal geknallt, aber was hinter einem liegt, liegt hinter
einem und hat sich somit erledigt.
Ich frage das mal als "Flugschisser". Zu mehr als ner Runde in einer Cessna 175 (?) konnte man mich bisher noch nicht überreden.
Komischerweise würde ich da jederzeit wieder einsteigen. Aber in so ne Heavy,.... bin da nach wie vor sehr "skeptisch"...![]()
Es freut mich sehr, dass dieser Alptraum für Euch so "glimpflich" ausgegangen ist !ski-chrigel schrieb:. Da setzte ich mich natürlich sofort ins Flugzeug. Und ja, ich flog zuerst zwei Mal nur von Buochs nach Kägiswil, ein kurzer Hüpfer, immer in Pistennähe, und checkte die Instrumente und andere Dinge deutlich häufiger/intensiver als vorher. Aber auch das legte sich rasch. Dennoch halte ich auch heute noch öfters als früher Ausschau nach Notlandeflächen und überwache die Instrumente häufiger als früher. Das ist auch gut so, auch wenn ich mir für den Unfall keinerlei Vorwürfe machen muss und dies auch die Staatsanwaltschaft rasch so gesehen hatte und das Strafverfahren wegen schwerer Körperverletzung an meinem Lebenspartner einstellte.

Ich bin was technische Dinge angeht eigentlich ein rationaler Mensch und weiss natürlich, dass das Blödsinn ist. Das ist eher so eine Kontrollverlust-Kopfsache - dazu viele Menschen eng zusammengepfercht in engem abgeschlossenem Raum. Das gilt mehr oder weniger ausgeprägt für alle Massentransportmittel. In die Cessna dagegen bin ich ohne zu zögern eingestiegen. Das Dingen sah von innen aus wie ein alter VW-Käfer und wirkte irgendwie gleich vertraut.ski-chrigel schrieb:Vermutlich war es eine Cessna 172.
Wieso in einen Airliner nicht? Dein Verstand müsste Dir doch helfen und sagen, dass der viel sicherer ist als eine Cessna.
)@Bergwanderer-Junior ist mittlerweile 20 Jahre alt, Umarmen nur unter leichtem bis mittleren Protest ...ski-chrigel schrieb:Oh ja. Da hast Du mehr als nur Recht. Das war auch für ihn ein schwieriger Moment, als er mich im Spital in Luzern nach der Repatriierung besuchte. Und für seinen ersten Flug bereits im September mit mir musste er sich auch überwinden, hat dies aber gut gemacht und rasch die Freude daran wieder gefunden. Kurz nach dem Lockdown konnte ich ihm ja zB noch den Wunsch nach einem erneuten Gletscherflug erfüllen.
Das mit dem in den Arm nehmen hatten wir nun allerdings auch so für zwei Monate ausgesetzt. Seine Mutter, wegen einer latenten Krebserkrankung Risikoperson, wollten wir insofern etwas schützen, indem er seit dem erwähnten Gletscherflug nicht mehr zu uns nach Hause kam, da mein Lebenspartner auf der Baustelle (unseres Erachtens) einem höheren Corona-Ansteckungsrisiko ausgesetzt war. Wir trafen uns erst vor ein paar Wochen erstmals wieder live und nur draussen bei ihm im Quartier zu Gesellschaftsspielen mit Abstand. Mit dem heutigen Schulbeginn nimmt jetzt dies aber auch ein Ende und ich freue mich auf die Umarmung bei uns zu Hause im Laufe der Woche. Wobei, 12jährige lassen sich eh nicht mehr gerne umarmen![]()
Jaja, es gäbe noch viel zu erzählen... Danke für Deine ungewollte Frage.
So abgedroschen ist der nicht. Wenn ich das Bild wieder anschaue, oder als ich die Präsentation für den Vortrag erstellte, oder jetzt die Gedanken zu diesem Unfall wieder hervorhole, werde ich schnell wieder emotional und kann das unglaubliche Glück in diesem grossen Pech kaum fassen. Von unzähligen Schutzengeln zu sprechen, die da vollen Einsatz geleistet hatten, ist sicher nicht falsch. Etwas fatalistischer betrachtet, antworte ich dann oft, dass es wohl einfach noch nicht Zeit gewesen war...Pistencruiser schrieb:Puuhhh! Da war aber mehr als ein Schutzengel am Werk (um den abgedroschenen Begriff mal gebrauchen)
Das ist wirklich interessant. In der Cessna als Unerfahrener die Kontrolle zu übernehmen, kann man sich ja noch vorstellen (entsprechende Filme dazu gibt es ja auch). Aber bei einer Kirmesschleuder was kontrollieren zu können, ausser vielleicht die eigenen Emotionen, ist schon etwas schwierigAnderseits wiederum hocke ich mich in jede Achterbahn und sonstige Kirmesschleudern.
Unbedingt tun! Egal ob mit oder ohne Deinen Mann. Du wirst es nicht bereuen! Und der Motor fällt garantiert nicht ausEin Bekannter von uns ist Segelfluglehrer und wir haben da noch einen Flug gut. (War ein Geschenk zur Hochzeit - wobei da eher mein Mann, der sonst gar kein Problem mit Fliegen hat, streikt und sagt, mach das mal schön alleine...)
Ich will noch gar nicht dran denken, wie es in 2, 4 oder 8 Jahren aussieht. Die letzten 12 gingen schon so schnell.Bergwanderer schrieb:@Bergwanderer-Junior ist mittlerweile 20 Jahre alt, Umarmen nur unter leichtem bis mittleren Protest ...![]()
Jederzeit gerne. Ich wollte grad schreiben „von mir aus auch bei einem Glas Weisswein“, aber weil Du „guten Wein“ geschrieben hattest, geht das ja nicht :lol:Für solche Anlässe gibt es die Möglichkeit eines gemeinsamen Essens, inkl. eines guten Weines - kann wegen mir auch ein Rotwein sein.![]()
Bergwanderer schrieb:@Bergwanderer-Junior ist mittlerweile 20 Jahre alt, Umarmen nur unter leichtem bis mittleren Protest ...ski-chrigel schrieb:Oh ja. Da hast Du mehr als nur Recht. Das war auch für ihn ein schwieriger Moment, als er mich im Spital in Luzern nach der Repatriierung besuchte. Und für seinen ersten Flug bereits im September mit mir musste er sich auch überwinden, hat dies aber gut gemacht und rasch die Freude daran wieder gefunden. Kurz nach dem Lockdown konnte ich ihm ja zB noch den Wunsch nach einem erneuten Gletscherflug erfüllen.
Das mit dem in den Arm nehmen hatten wir nun allerdings auch so für zwei Monate ausgesetzt. Seine Mutter, wegen einer latenten Krebserkrankung Risikoperson, wollten wir insofern etwas schützen, indem er seit dem erwähnten Gletscherflug nicht mehr zu uns nach Hause kam, da mein Lebenspartner auf der Baustelle (unseres Erachtens) einem höheren Corona-Ansteckungsrisiko ausgesetzt war. Wir trafen uns erst vor ein paar Wochen erstmals wieder live und nur draussen bei ihm im Quartier zu Gesellschaftsspielen mit Abstand. Mit dem heutigen Schulbeginn nimmt jetzt dies aber auch ein Ende und ich freue mich auf die Umarmung bei uns zu Hause im Laufe der Woche. Wobei, 12jährige lassen sich eh nicht mehr gerne umarmen![]()
Jaja, es gäbe noch viel zu erzählen... Danke für Deine ungewollte Frage.![]()
Übrigens, zum Thema "da gäbe es noch viel zu erzählen".
Für solche Anlässe gibt es die Möglichkeit eines gemeinsamen Essens, inkl. eines guten Weines - kann wegen mir auch ein Rotwein sein.Den @icedtea laden wir auch gleich ein und es ist mir egal, ob es in den Kantonen Nidwalden oder Graubünden oder im Rheingau stattfindet. Wobei mir das mit den Alpen schon besser gefallen würde!
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