Heute sollte es von Barcelona zum Montserrat gehen, wobei wir mit der Zahnradbahn auf den Berg fuhren.
Der Tag begann damit, dass mir wieder einmal der ominöse Mann mit Hut begegnete der mir schon so oft auf Reisen über den Weg lief
Die Nachrichten die er mitbrachte waren eindeutig ... wir brauchen Hilfe von ganz oben!
Los ging es gegen 9.30 mit der Linie 1 der Metro von einem wiedermal wie geschleckt sauberen Bahnhof Richtung Placa Espanya wo wir von der breitspurigen U-Bahn auf das Schmalspurnetz der Ferrocaril Generalitat de Catalunya (im Bild) umstiegen.
Hier muss man leider etwas erwähnen was uns ein klein wenig nervig auffiel und auch die Zeit fast (aber nur fast) knapp werden liess.
Die staatliche Eisenbahngesellschaft Renfe und die FGC scheinen sich absolut nicht grün zu sein, so, dass es uns trotz längerer Recherche nicht gelang ein durchgehendes Ticket für Metro und R5 (Rodalies - Vorortzüge) zu lösen, weswegen wir am Bahnhof Placa Espanya erst einmal zum Schalter mussten um zu erfahren wo es das Ticket für die Weiterfahrt gibt (gesamt schlug es mit 4.80 + 11.50 zu Buche)
Für Leute die aber mit der gleichen Aufstiegshilfe rauf und runter wollen gibt es normal ein Kombiticket ab Barcelona das alles inkludiert (blöderweise aber erst ab Ende März wieder buchbar ist ...)
Die Linie R5 schlängelt sich erst im Tunnel aus Barcelona hinaus und führt dann auf ihrem Weg nach Manresa durch Martorell und schliesslich auch nach Monistrol de Montserrat wo die Zahnradbahn startet.
Ziel in Sicht!
Nach einer guten Stunde in Monistrol angekommen hiess es umsteigen in die ebenfalls von der FGC betriebene Zahnradbahn (Online gekauft - Faire rund 8€ pro Person nur bergauf)
Die Züge der Cremallera stammen aus dem ...
Hause Stadler und wurden 2003 bei der Wiedereröffnung (s.u.) gebaut. Hinzu kamen 2020 2 weitere baugleiche Züge des Typs Stadler GTW die von der bereits dokumentierten Cremallera de Nuria stammen.
Die Zahnradbahn erschliesst das Kloster Montserrat das in etwa 700m Höhe über dem Meer gelegen ist und bewältigt auf ihren gut 5km Länge 550 Höhenmeter in Meterspur, wobei der Systemwechsel von Adhäsion auf Zahnstange nach etwa 1km Fahrstrecke kurz nach dem einzigen Zwischenbahnhof Monistrol-Vila erfolgt.
Bevor ich euch etwas zur Geschichte erzähle blicken wir in die Landschaft und dann
Fahren wir mit den (auch auf der Zahnstange) extrem ruhig laufenden Fahrzeugen in einem weiten Bogen
In den Bahnhof Monistrol-Vila mit Gegenzug ein (Die Strecke ist übrigens auf einem Stück der Zahnstangenstrecke 2-spurig ausgebaut um den in der Hochsaison starken Besucherandrang bewältigen zu können)
Die Cremallera ging erstmals 1892 in Betrieb und stellte damals eine technische Meisterleistung dar. Allerdings wurde die dampfbetriebene Bahn ab 1930 durch eine Anlage die euch der Neandertaler morgen vorstellen wird konkurrenziert und geriet nach dem spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) in arge Nöte. Den letzten Rest gab ein schwerer Unfall im Jahr 1953 mit 8 Toten der die ohnehin niedrigen Beförderungszahlen weiter sinken liess, was schlussendlich im Jahr 1957 in der Einstellung gipfelte.
Nachdem mehrere Versuche gescheitert waren konnte 2003 - nun unter Fahrdraht mit 1500V Gleichspannung - die Wiedereröffnung gefeiert werden und seitdem erfreuen sich die 200 plätzigen Fahrzeuge grosser Beliebtheit.
Die bis zu 45kmh (Zahnstange 30kmh) schnellen Fahrzeuge mit sehr lohnenswerten Panoramafenstern können dabei auch direkt vom neuen Talbahnhof Monistrol (Vorher Vila) aus eigener Kraft zur Hauptwerkstätte in Martorell rollen und befördern rund 500000 Passagiere pro Jahr, wobei in der Hauptsaison vor allem jene Züge sehr voll sein sollen, die direkten Anschluss an die aus Barcelona kommenden Rodalies haben.
Die Anlage schraubt sich den Berghang entlang mit wunderbaren Ausblicken (unbedingt in Fahrtrichtung links sitzen) in die Höhe
In den 2-spurigen Abschnitt nach rund 3km der Strecke hinein
In dem wir prompt einem talfahrenden Zug begegnen
Wir blicken dem Fahrer über die Schulter
Während es mit immer neuen Perspektiven
Durch mehrere Kurven bergan geht
Um nach rund 20 Minuten pünktlich wie die Eisenbahn (aber nicht die DB)
Den 2-spurigen Zielbahnhof zu erreichen
Der bei der Neueröffnung sehr schmuck gestaltet wurde.
Hier weiche ich nun ein wenig vom chronologischen Faden ab um den Tag weiterzuerzählen - ein zwischenliegender Teil wird euch vom Neandertaler geschildert werden.
Denn hier in 700m Höhe findet sich nicht nur die Zahnradbahn mit Bahnhof und eine weitere so noch nie gesehene Landschaft
Sondern vor allem als Anziehungspunkt für Pilger und Touristen aller Herren Länder ein weithin bekanntes Kloster.
Anschliessend ging es ein wenig auf Wanderschaft
Wir folgten dem Pilgerweg natürlich nur um
Unserem Gott zu huldigen von dem euch noch erzählt wird
Eigentlich wird hier aber ein anderer angebetet
Und das relativ exzessiv
Gottseidank wusste die Landschaft
Uns relativ gut abzulenken
Zuviel Kreuze müssen ja auch ned sein
An diesem Punkt drehten wir dann auch um
Nicht ohne den Rundumblick ins Vorgebirge zu geniessen
Und natürlich da hin zu schauen wo wir herkamen
Anschliessend ging es durch die Klostermauern
Das Kloster ist übrigens ein benediktinisches und wurde um 1000 gegründet.
Es wird heute noch von rund 80 Mönchen bewohnt und stellt nicht nur einen bedeutenden Wallfahrtsort sondern auch ein Symbol katalanischer Kultur dar.
Es wurde in den napoleonischen Kriegen arg getroffen und anschliessend wiederhergestellt um dann Gegnern des Franco-Regimes der wohl dunkelsten Zeit der spanischen Geschichte als Heimstatt zu dienen.
Verehrt wird hier die Madre Deu de Montserrat (Schwarze Madonna) nach der auch die Kirche benannt ist die wir aber nicht besuchten.
Denn wie ihr uns kennt war der Besuch zur Mittel zum Zweck um die Trasse der derzeit ausser Betrieb befindlichen (Wartung) SSB Sant Juan die mit 65% extrem steil ist in der Totale zu erwischen.
Alles weitere erfahrt ihr dann morgen