Jensibua schrieb:
Ansonsten ist Wind und Sonne deutlich günstiger.
Ja, wenn der Wind rund um die Uhr weht, nicht zu stark aber auch nicht zu schwach, und die Sonne 24 Stunden am Tag scheint.
skitime schrieb:
Ich freu mich einfach über das weltweit täglich zugebaute GW an Solarenergie und die riesige Anzahl an e-Autoakkus, die uns in wenigen Jahren immer mehr preiswerte Regel- und Pufferenergie liefern werden, als es überhaupt von Nöten ist.
Hast Du das nachgerechnet? Angenommen, wir ersetzen 66 Mio PKW durch E-Autos mit einer mittleren Kapazität von 100 kWh. Nehmen wir optmistisch an, dass davon die Hälfte überhaupt an eine rückspeisefähige Ladestation angeschlossen ist und wir einen zu 100% geladenen Akku zu 50% entladen dürfen (damit das Auto auch noch fahren kann). Dann ergibt dies eine theoretische Kapazität von 1,65 TWh. Optimistische Prognosen beziffern den Primärenergiebedarf nach Abschaltung aller fossilen Energiequellen auf 1.800 TWh / a oder im Mittel 5 TWh pro Tag. Selbst unter extrem optimistischen Annahmen reicht die Kapazität der Autobatterien gerade einmal für 8 Stunden. Es fällt mir schwer, da Deiner Schlussfolgerung zu folgen. Zumal der Spitzenbedarf im Winter am größten ist, wenn gleichzeitig die Ausbeute aus Solar am geringsten ist.
Und auf der anderen Seite möchte man am liebsten so viele Autos wie möglich durch Fahrräder ersetzen. Mit der Kapazität von Fahrradakkus wird das ganze aber erst recht nicht funktionieren.
skitime schrieb:
Damit wäre also bewiesen, dass du gar nicht verstanden hast, wie eine WP funktioniert. Eine WP wandelt keinen Strom im Wärme um.
Auch, wenn eine WP durch den Entzug der Wärme aus der umgebenden Luft zusätzlich Energie gewinnt, am Ende braucht sie immer noch Strom. Der im ungünstigsten Fall derzeit aus einem Kohlekraftwerk kommt, was bis zu einem Kilogramm CO2 pro kWh Strom freisetzt.
skitime schrieb:
Geil, was?! Man erzeugt also unter Einsatz erheblich geringerer Mengen Primärenergie eine hohe Menge Heizenergie. Was braucht man da also? Ach ja, weniger Primärenergie,.die in Zukunft ja erneuerbar sein muss, wenn man Hamburg nicht fluten möchte.
Ja, echt super. Selbst bei einem vollständigen Umbau des Gebäudesektors sparen wir theoretisch maximal 150 Mio To CO2 pro Jahr. Das ist die Menge, die China in 5 Tagen ausstößt. Hamburg wird trotzdem eines Tages geflutet oder auch nicht und zusätzlich versenken wir noch Billionen von Euro, ohne unterm Strich auch nur irgendwas damit zu bewirken. Von dem CO2, was wir durch eine jahrzehntelange Bautätigkeit freisetzen, will ich gar nicht erst anfangen.
Das soll uns alles nicht daran hindern, weiter mit Bedacht und entsprechend dem technischen Fortschritt Gebäude zu bauen oder bei Kernsanierungen auf den neuesten Stand zu bringen. Nur gibt es auch keine sachlichen Argumente dafür, mit der Brechstange ohne Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten eine WP eine einzige Form der Wärmeerzeugung zu erlauben. Dass man ein Gebäude um die Heizung herum bauen muss, wussten schon die Römer, deren Villen zum Teil mit Wand- oder Fußbodenheizungen ausgestattet waren. Und genau so, wie eine Gasheizung einen Kamin benötigt, so braucht halt eine Wärmepumpe möglichst niedrige Vorlauftemperaturen. Und Platz. Ich frag mich grad, wo man in einer typischen Berliner Mietskaserne mit Hinterhäusern und -höfen eine Wärmepumpe aufstellen soll. In Innenhöfen hört sich jedes Geräusch doppelt so laut an und die Kälte kommt auch nicht aus dem Hof heraus. Gleiches gilt vermutlich selbst für größere Viertel, bei denen ein Areal im inneren durch einen umgebenden Gebäuderiegel von der Straße abgeschottet ist. Ich kann mir vorstellen, dass sie dort ähnlich wie in Senken im Gebirge Kälteinseln bilden, welche den Wirkungsgrad der WP im Winter in den Keller purzeln lassen.
Am besten funktioniert eine Luft-WP halt immer noch in einem Ein- bis Zweifamilien Haus, welches man auf der grünen Wiese komplett nach dem neuesten Energiestandard errichtet und dabei auch den Platz für Speicher oder Kollektoren gleich mit einplant.
Einfamilienhäuser möchten einige aber auch am liebsten verbieten und das Bauen auf der grünen Wiese sowieso.
F. Feser schrieb:
EFH BJ 2015 auf 420m, 200m2 beheizte Fläche, 5 Bewohner
PV Anlage mit knapp 20kwp und 14 kw Batterie im Keller, Schwarzstartfähig bzw. Blackout unabhängig, LL-Wärmepumpe
Energiekosten ca. 40€ pro Monat - nach Abzug der Einspeisevergütung. Wohl gemerkt inklusive Stromkosten für den Haushaltsstrom. Nen Hybriden lade ich „nebenher“ auch noch im Überschuss und reduziere damit Treibstoffkosten. Aber stimmt. Als Nächstes hol ich mir ne Gastherme und verbrenn nebenher Pellets. Wird sicherlich günstiger und ökologisch besser sein…
14 kw(h?). Die reichen überschlägig grad einmal, um bei 10kW im Mittel die Ausbeute von zwei Stunden zu speichern.
Wenn Du mal alle Sicherungen an Deinem HAK ziehst dann wirst Du merken, dass Dein Geschäftmodell nur funktioniert, weil nur wenige so arbeiten (können) und alle anderen die Kraftwerke bezahlen, die Dir im Winter den Strom für Deine WP liefern. Denn selbst bei einem geringen Leistung von einem Kilowatt für eine WP ist Deine Batterie spätestens nach einem Tag leer.
Anstatt den Strom im Sommer ins öffentliche Netz einzuspeisen könntest Du nun entweder größere Battierien installieren oder selber Wasserstoff erzeugen und diesen verdichten, damit Du im Winter weitgehend auf externe Energie verzichten kannst. Dann fielen aber nicht nur die Einnahmen aus der Einspeisevergütung weg, darüber hinaus stünden dann bei Dir enorme Investitionen an. In entsprechende Anlagen zur Erzeugung und Verdichtung von Wasserstoff und ggf. ein zweites Heizsystem, welches den Wasserstoff direkt in Wärme umwandelt. Wobei dann aber der Vorteil durch die WP entfällt. Ich tippe mal, dass dies so oder so eine ziemlich teure Angelegenheit wird. Aber dann hätten wir einen echten Vergleich zwischen konventioneller Heizung und Luft-WP mit Solar, ohne dass stillschweigend die Kosten für einen 24/7 Betrieb auf Dritte ausgelagert werden.
Auf die Schnelle finde ich grad Angebote ab 5k€ pro 14 kWh Batterieschrank. Selbst, wenn Du davon 10 Stück im Keller stehen hättest, dann könntest Du im Sommer bei 10 kW pro Stunde im Mittel und 8 Stunden Sonneschein grad mal die Ausbeute von knapp 2 Tagen speichern. Die Rechnung geht also nicht auf. Zumal die Investitionkosten von 50k€ nur für die Batterieschränke ja auch eine Ansage sind. Eine Wasserstoffanlage ist allerdings noch teuerer.
Und da sich am Ende die Geschichte wiederholt, wird es am Ende so laufen wie beim Wassersparen. Da haben auch alle Spar-Duschköpfe und sparsame Toilettenspülungen eingebaut. Und was war das Ende vom Lied? Die nun höheren Fixkosten je Kubikmeter Wasser wurden auf alle Verbraucher umgelegt. Trotz Einsparung war am Ende die Wasserrechnung genau so hoch und zusätzlich müssen sie nun alle paar Wochen die Kanäle durchspülen, weil die Sparwassermengen nicht mehr reichen, um die Kanäle vom Dreck zu befreien.
So ähnlich wird es am Ende auch mit der Energiewende laufen. Man kann bis zu einem gewissen Grad sich vom öffentlichen Netz abkoppeln. Aber das wenige an Energie, was man dann noch braucht, wird unangenehm teuer werden, weil die gesamten Kosten der Infrastruktur nun auf eine viel geringere Menge umgelegt werden müssen. Selbst, wenn man privat alle Leitungen kappen könnte, trifft es dann einen beim Einkaufen.
Aber Hauptsache, man hat ein ruhiges Gewissen und Hamburg geht 5 Tage später unter. Alle anderen können so lange zweifeln, bis jemand zweifelsfrei nachgewiesen hat, dass dies auch in großem Maßstab für ein Land wie Deutschland funktioniert.